ARD Beitrag Wie gleich sind Mann und Frau?
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22. November 2017 06:44
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Autor Thema: ARD Beitrag Wie gleich sind Mann und Frau?  (Gelesen 2986 mal)
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Holger Haehle
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« am: 18. März 2017 05:58 »

Die Geschlechtergrenzen verschieben sich. Eigentlich tun sie das ständig. Deswegen empfinde ich sie oft als willkürlich. Wieso waren Röcke und Kleider früher für alle angesagt und heute soll das nicht mehr gelten? 98,9% unserer Gene sind weder weiblich noch männlich. Das schreit doch nach Unisex und ich frage mich: wie viel Geschlecht braucht der Mensch überhaupt.
In der ARD Mediathek gibt es aktuell mehrere Beiträge zu dem Thema, die ich euch ans Herz legen möchte:

http://www.ard.de/home/kultur/ARD_de_Gender_Spezial/3070166/index.html

Da ich ein Freund von totaler Gleichberechtigung bin, ärgert mich auch das Marketing von Kinder Überraschung. Sind Autos die besseren Spielzeuge für Jungs? Sollen die Mädchen lieber mit schönem Glitzerkram spielen? Ist das taillierte und betont feminine Kleid der abgebildeten Barbie eine Warnung an die Jungs, die Finger von Weiberkram zu lassen? Wie seht ihr das? Woher kommt dieser neue Trend?

« Letzte Änderung: 18. März 2017 07:52 von Holger Haehle » Gespeichert
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« Antworten #1 am: 18. März 2017 08:06 »

Was meinst Du mit "neuer Trend", Holger? Die Gleichberechtigung der Geschlechter oder die Genderisierung von Spielzeug?

LG, Micha
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Barefoot-Joe
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« Antworten #2 am: 18. März 2017 08:23 »

Hallo Holger,

Zitat
Woher kommt dieser neue Trend?

So neu ist der gar nicht. Das nennt sich Marktsegmentierung und der Hintergedanke dabei ist (natürlich), dass du mehr verkaufen kannst, wenn du deine Zielgruppen einzeln ansprichst, weil du sie dann differenzierter bewerben kannst.

Hier wird das wunderbar erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=3JDmb_f3E2c

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« Antworten #3 am: 18. März 2017 08:47 »

Ist das taillierte und betont feminine Kleid der abgebildeten Barbie eine Warnung an die Jungs, die Finger von Weiberkram zu lassen?

Es ist gleichzeitig auch eine Warnung an die Mädels, ihre Finger vom Männerkram zu lassen.

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Wenn es uns gelingt, uns aus unseren eingebildeten Beschränkungen zu befreien und unser inneres Feuer anzuzapfen, dann sind die Möglichkeiten unbegrenzt. (Dean Karnazes)

cephalus
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« Antworten #4 am: 18. März 2017 09:04 »

Sind Autos die besseren Spielzeuge für Jungs? Sollen die Mädchen lieber mit schönem Glitzerkram spielen? Ist das taillierte und betont feminine Kleid der abgebildeten Barbie eine Warnung an die Jungs, die Finger von Weiberkram zu lassen? Wie seht ihr das? Woher kommt dieser neue Trend?

Ich denke mal, der Trend ist von der Industrie gefördert,

Das nennt sich und der Hintergedanke dabei ist (natürlich), dass du mehr verkaufen kannst, wenn du deine Zielgruppen einzeln ansprichst, weil du sie dann differenzierter bewerben kannst.

wird aber erschreckend schnell von der Zielgruppe, vor allem Kindern, aufgenommen und verstärkt.
Ich kann das  zu meinem Leidwesen täglich beobachten und verstehe selbst nicht so ganz, warum sich Kinder, auch ohne direkte Beeinflussung durch die Umgebung so unterordnen.

Bis gestern war ich noch mit Familie auf Reisen und meine Söhne wollten, weit ab von Freunden, Schokolade.
Die abgebildeten Ü-Eier lieben sie eigentlich und in dem indischen Kramerladen, wo wir einkauften, gab es nur die rosa Variante.
Ich musste kein Ei kaufen Roll Eyes In diesem Fall ging die Marktsegmentirung für den Hersteller nach hinten los und ich habe mich gefragt warum meine Söhne so handeln, da sie unter keinen Umständen mit irgendeiner normierenden Kritik aus dem Umfeld hätten rechnen müssen.

Weil es gerade passt:
In Japan viel mir auf, dass der "Rosawahn" (noch) nicht angekommen ist. Die Mädchenabteilungen sind hier nicht durch ihre Farbgebung auszumachen und Kinderkleidung wird teilweise, z.B. bei Hosen, in einem neutralen Übergangsbereich angeboten. Die geschlechtliche Markierung erschien mir dort weniger strikt, als in der westlichen Welt - sehr angenehm...
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Barefoot-Joe
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« Antworten #5 am: 18. März 2017 09:18 »

Hallo cephalus,

Zitat
wird aber erschreckend schnell von der Zielgruppe, vor allem Kindern, aufgenommen und verstärkt.
Ich kann das  zu meinem Leidwesen täglich beobachten und verstehe selbst nicht so ganz, warum sich Kinder, auch ohne direkte Beeinflussung durch die Umgebung so unterordnen.

Weil die Beeinflussung größtenteils subtil und indirekt ist. Und auch weil wir sie selbst oft nicht mehr bemerken. Schau dir mal die Medien an, die die Kinder konsumieren - beginnend schon bei den Märchen, die sie hören. Schau dir ihr soziales Umfeld an, welche Rollen die Eltern transportieren, die Kindergärten, die Freunde. Kinder wachsen einfach nicht unbeeinflusst auf, sie werden von frühester Kindheit an geprägt.

Schau mal hier, da sieht man, wie stark das schon im Kindergartenalter eingeprägt ist: https://www.youtube.com/watch?v=MDec8aN6BU8

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« Antworten #6 am: 18. März 2017 09:18 »

Ich verstehe nicht, warum Ihr hier von einem neuen Trend sprecht. So lange ich mich erinnere gab es Mädchen- und Jungenspielzeug.

Auch im Spielzeugmuseum in Zwiesel sah ich das so bei Spielzeug aus dem 19. Jh. Dort hatte ich den Eindruck, Spielzeug sollte die Kinder auf ihre späteren Rollen in der Gesellschaft vorbereiten. Es gab sogar Spielaltäre für Jungs, deren Eltern vorhatten, dass ihr Sprößling mal Priester wird.

In Harald Grills Buch "Gehen lernen" über seine Kindheit in den 50ern und 60ern thematisierte er auch die klare Trennung zwischen Jungen- und Mädchenspielsachen. Hula-hupp-Reifen z.B. waren für die Mädchen. Ein Junge, der auch daran Spaß hatte, wurde deswegen gehänselt, bis er seinen Reifen zerbrach.  

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« Antworten #7 am: 18. März 2017 10:14 »

Ich verstehe nicht, warum Ihr hier von einem neuen Trend sprecht. So lange ich mich erinnere gab es Mädchen- und Jungenspielzeug.


Genau. Und das auch Jahrzehnte oder Jahrhunderte, bevor es Marketingleute gab, und der Begriff Segmentierung erfunden wurde.

Auch war früher nie die Rede von Unisex in der Kleidung. Zur gleichen Zeit gab es immer deutliche Unterschiede zwischen Mann und Frau, auch trugen Männer mal Rockähnliche Sachen.

Eine Ausnahme dürfte der Mao-Anzug sein, und er war auf die Chinesen gezwungen.

Gruß
Gregor

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« Antworten #8 am: 18. März 2017 12:51 »

Natürlich gab es geschlechtsbezogenes Spielzeug auch schon vor 50 oder 100 Jahren (Puppen für die Aufgabe, die Kindererziehung zu erspielen; Gewehre und Matrosenanzüge für die Jungs, um später für Volk und Vaterland...).
Es ist zum Glück soweit Geschichte, als dass man heutzutage auch Mädchen mit Autos oder Jungs mit Puppen spielen lässt.
Was mich aber ärgert ist, dass ein solches "Unisex-Produkt" plötzlich sexualisiert wird und das Thema Gleichberechtigung einfach ignoriert wird.


Aber manches Mal klappt das nicht/ werden daheim wohl antiquierte Werte vermittelt:
Als mein Großer so 3-4 Jahre alt war, hatte er einen Spielzeug-Buggy, womit er stolz wie Oskar seinen Lieblingsteddy spazieren fuhr, während wir mit Kind Nummer 2 im Kinderwagen herumschoben. Uns kam dabei mal ein Junge (vielleicht 4 oder 5) mit seiner Mutter entgegen, der seine Mutter ganz erschrocken fragte "Warum schiebt der denn einen Puppenwagen - der ist doch kein Mädchen?!" Da war ich baff und sprachlos.
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« Antworten #9 am: 18. März 2017 13:00 »

Gab es nicht irgendwann mal ein Experiment mit Affenkindern, denen man menschliches Spielzeug vorlegte, und die dann zeigten, daß selbst diese von der heteronominativen Patriachatspropaganda beeinflußt ihr Spielzeug aussuchten?

Gruß,
Jo
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« Antworten #10 am: 18. März 2017 14:00 »

Das Problem ist nicht das Anbieten von geschlechtsspezifischem Spielzeug für Jungen und Mädchen. Schließlich ist es nicht verboten, dass Mädchen mit Puppen und Jungs mit Spielzeugwaffen* spielen. Problematisch finde ich das Ausüben von Zwang (gleich welcher Art) auf Jungs, die mit Puppen spielen oder Mädchen, die mit Spielzeugwaffen spielen, um diese in eine Norm zu pressen.

*das ist ein Extrembeispiel, mir fiel nichts Anderes ein, weil Mädchen weniger sanktioniert werden, wenn sie mit "Jungsspielzeug" spielen.
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Holger Haehle
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« Antworten #11 am: 18. März 2017 18:16 »

Was meinst Du mit "neuer Trend", Holger? Die Gleichberechtigung der Geschlechter oder die Genderisierung von Spielzeug?

LG, Micha

Wo ist der Unterschied? Mich stört, dass die erreichte Gleichberechtigung wieder in Frage gestellt wird durch nahegelegtes Spielverhalten mit Spielzeugen, die geschlechtlich zugeordnet sind.
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Holger Haehle
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« Antworten #12 am: 18. März 2017 18:42 »

Hallo Holger,

Zitat
Woher kommt dieser neue Trend?

So neu ist der gar nicht. Das nennt sich Marktsegmentierung und der Hintergedanke dabei ist (natürlich), dass du mehr verkaufen kannst, wenn du deine Zielgruppen einzeln ansprichst, weil du sie dann differenzierter bewerben kannst.

Hier wird das wunderbar erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=3JDmb_f3E2c



Marktsegmentierung ist nichts Neues. Es ist sinnvoll sich zu fokussieren. Das mit der Pink Tax auch Nepp verbunden ist wenn z.B. Nassrasierer mit gleicher Klinge aber unterschiedlichem Design und Farbe für Frauen hochpreisiger angeboten werden, ist schon schlimm genug.

Schlimmer finde ich aber, dass durch die Fokussierung auf ein Geschlecht das andere Geschlecht ausgegrenzt wird. Bei den Ü-Eiern wird Schönheit zur Frauensache erklärt und Auto und Technik zur Jungensache. Alte Stereotype werden wieder hoffähig gemacht, indem für das Trennende sensibilisiert wird und nicht für das Verbindende.
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« Antworten #13 am: 18. März 2017 20:03 »

Was meinst Du mit "neuer Trend", Holger? Die Gleichberechtigung der Geschlechter oder die Genderisierung von Spielzeug?

LG, Micha

Wo ist der Unterschied? Mich stört, dass die erreichte Gleichberechtigung wieder in Frage gestellt wird durch nahegelegtes Spielverhalten mit Spielzeugen, die geschlechtlich zugeordnet sind.

Ich meine eigentlich, dass geschlechtsspezifisches Spielzeug nichts neues ist (abgesehen davon, dass Spielzeug, das speziell als solches hersgestellt wird menschheitsgeschichltich recht neu ist), die Idee der Gleichberechtigung aber schon (so lange nicht die Theorie stimmt, wonach es eine Gleichberechtigung zur Zeit der Jäger und Sammler gab, die mit Beginn der Landwirtschaft endete).

Von mir aus kann man geschlechtspezifische Spielsachen abschaffen, und die Kinder spielen lassen, womit sie wollen. So manche Eltern wundern sich dann aber, was die Kinder wählen.  Wink

LG, Micha
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« Antworten #14 am: 18. März 2017 20:32 »

Hallo Micha,

Zitat
Von mir aus kann man geschlechtspezifische Spielsachen abschaffen, und die Kinder spielen lassen, womit sie wollen.

Es gibt keine geschlechtsspezifischen Spielsachen. Es gibt nur Spielsachen. Eine geschlechtliche Zuordnung bekommen sie erst über ein geschlechtspezifisches Marketing oder über die Zuordnung von Geschlechterrollen.

Das Problem ist aber auch nicht, dass es Spielsachen gibt, die bestimmte Rollen ("Hausfrau", "Feuerwehrmann", "Prinzessin") abdecken sondern daß diese rollenspezifischen Spielzeuge dem Kind aufgrund körperlicher Unterschiede empfohlen oder verboten werden.
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