Der Röcke überdrüssig
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18. Dezember 2017 19:25
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Autor Thema: Der Röcke überdrüssig  (Gelesen 442 mal)
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Dr.Heizer
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« am: 10. August 2017 23:39 »

..bin ich längst nicht geworden. Smiley

Doch nach meinen letzten Reisen sehe ich manche Dinge nun etwas klarer. Es ist für mich völlig egal geworden, wo ich im Rock auftauche. Ich war in den letzten Monaten in Wien, Berlin und vielen weiteren deutschsprachigen Städten, auf Ibiza, in Spanien, in Tschechien....
Nirgends hat sich jemand daran gestört, dass ich mich im Rock dort bewegt habe, in Läden und Lokale gegangnen bin, mich mit Menschen unterhalten habe, Veranstaltungen, Museen, Ausstellungen besucht habe. Nie hatte ich im Rock irgend welche Nachteile erfahren. Menschen verhielten sich stets freundlich oder zumindest normal in meiner Gegenwart.

Es ist dennoch so, dass ich manche Röcke nun aussortierte, welche ich nicht mehr gerne trage. Ich habe genug im Schrank und so wanderten 3 Jeansröcke, welche ich eher als steif vom Material her beschreibe, raus. Daneben 2 schwarze Stoffröcke, welche von Schnitt her nicht optimal zu mir passten, 2 schöne, dennoch in den Augen meiner Frau unharmonisch an mir erscheinende Wickelröcke sowie einer meiner Kilts, der von Anfang an zu knapp bemessen war (Anfängerfehler Roll Eyes ).
Dieser Röcke war ich tatsächlich nun überdrüssig, denn obwohl ich all diese einmal kaufte und teilweise sogar oft und den Kilt sogar sehr gern trug, dürfen diese nun über die Bucht zu  neuen Besitzern/Besitzerinnen wandern. Wink

Früher hätte ich nie einen Rock hergegeben, denn alles, was halbwegs passte, blieb. Heute hingegen trage ich nur noch jene, die ich selbst an mir als schön und bequem empfinde, in denen ich mich also wirklich wohlfühle. Alle anderen Röcke kann ich sogar ohne Traurigkeit aus dem Schrank nehmen und in eine Kiste legen zu den Sachen, welche andere Menschen nun erfreuen sollen.
Ist es nicht ein schönes Gefühl, etwas herzugeben, was man sebst nicht mehr mag, im Wissen, dass es irgend wo jemanden gibt, der sich darüber freuen wird, wenn er es bekommt? Ich finde schon, schließlich waren auch nicht alle meiner Kleidungsstücke neu, als ich sie bekam/erwarb. Somit gönne ich nun anderen Freude an all diesen schönen Kleidungsstücken, welche nicht mehr zu mir passen oder ich einfach nicht mehr gerne trage.

Nein, ich bin der Röcke nicht überdrüssig. So war ich auch in diesem Jahr wieder im Kilt gekleidet auf einer Messe, auf welcher ich unsere Firma verteten durfte und wurde sehr häufig angesprochen. Viele erinnerten sich nicht nur an mich, auch frernab von unserem Stand an unsere Produkte. Es gibt also auch nach einem Jahr eine nicht unerhebliche Anzahl vom Menschen, welche uns auf Grund dieses Umstandes der vielleicht nicht alltäglichen (dennoch normalen) Kleidung wiedererkennen. Und es war nicht der gleiche Kilt, nicht das gleiche Hemd und dennoch: ich war der einzige Mensch unter den Ausstellern und Besuchern, der einen Kilt trug.  Cheesy

Bisher fast auschließlich positive Reaktionen und jede Menge Begegnungen mit Menschen, mit welchen man vielleicht wegen des Rockes (doch nicht zwangsläufig "über den" Rock) ins Gespräch kam, machen mir Freude und sollen auch anderen Mut machen. Deswegen berichte ich hier davon.
Freude macht auch, dieses vor mehr als 3 Jahren noch gewagte Experiment "Hose gegen Rock tauschen und dann damit rausgehen" einfach gewagt zun haben und nun festzustellen: ich werde so akzeptiert. Macher bemerkt nicht mal, dass ich einen Rock statt Hose trage. Wink

Kilt fällt hingegen auf. Immer. Doch auch das mag ich, dieses "positive Auffallen", wenn ich mich wohlfühle und mir sicher bin, dass mein Outfit an mir gut ausieht, ich von innen heraus schon strahle. Dann falle ich gern auf.
In einem normalen knielangen Jeansrock hingegen oder auch über den Knien endenden Rock, fällt es in einer Stadt im Sommer den wenigsten Menschen überhaupt auf, dass Mann einen Rock trägt. Das ist dann wieder die Unauffälligkeit einer großen Stadt, in der man das einfach tragen kann und es irgend wann sogar selbst vergisst, dass da keine Einzelröhre für jedes Bein vorhanden ist. Wo zu auch. Man vergisst das Rocktragen sogar im Alltag deratig, das man einfach nur noch man selbst ist. Das ist wohl auch das Ziel.  Cool

Ich möchte es einfach nicht missen, frei zu entscheiden, was ich tragen möchte: Hose oder Kilt oder Rock, je nach Anlass, Lust und Laune. Wobei ich in der "Freuzeit" den einröhrigen Varianten eindeutig den Vorzug gebe, da ist die Hose schon äußerst selten Wink

Nur Mut allen, welche bisher noch nicht regelmäßig "rockend" draussen unterwegs sind. Machen. Freuen. Stolz auf sich sein. Selbstbewusstsein entwickeln. Noch mehr Freuen. Noch mehr Stolz und plötzlich erkennen: war doch gar nicht so schwer. "Machen", sagte ich. Du kannst es, denn Du bist der Meister Deines Lebens Smiley
« Letzte Änderung: 10. August 2017 23:40 von Dr.Heizer » Gespeichert

Viele Grüße aus dem Vogtland, Dr.Heizer
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« Antworten #1 am: 11. August 2017 00:01 »

Ein schönes Fazit eines Rockerlebens, Marcel!

Allerdings als "Meister meines Lebens" fühle ich mich nicht so sehr, denn vieles bekomme ich geschenkt von anderen, ohne dass ich es verdient hätte, während ich anderes vorenthalten bekomme, obwohl ich meine, einen Anspruch darauf zu haben.

Mit kommt auch eher in den Sinn, Diener meines Lebens sein zu wollen.

LG, Micha
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Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.
Ludwig Wilhem
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« Antworten #2 am: 11. August 2017 13:24 »

Hallo
mittlerweile wird das Röcketragen normaler, da mein Vorrat begrenzt ist - habe aber auch nur Röcke und Kleider die mir passen. Gerade jetzt im Sommer ist Rock tragen eine Wohltat, es kommt viel mehr Luft an die Beine und kurze Hosen finde ich am Mann nicht so schick wie einen schönen Rock.


Das war auf einer Nordseeinsel

Euer Ludwig
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Ludwig

Wir tragen Röcke - Kleider gerne, das Geschlecht spielt keine Rolle.
Zwurg
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Ich bin ein Rocker!


« Antworten #3 am: 11. August 2017 15:00 »

@Dr.Heizer, welche Größe trägst du denn?
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Den größten Mut erfordert es den eigenen Weg zu gehen

Dr.Heizer
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« Antworten #4 am: 11. August 2017 21:35 »

@Dr.Heizer, welche Größe trägst du denn?

Ich habe Dir soeben diesbezüglich eine PN gesendet.  Smiley

Gerade jetzt im Sommer ist Rock tragen eine Wohltat, es kommt viel mehr Luft an die Beine und kurze Hosen finde ich am Mann nicht so schick wie einen schönen Rock.
Ja, ein gut passender Rock sieht immer gut aus an einem Mann, lässt mehr Luft an die Beine und ist nicht so langweilig wie Hosen anzusehen.  Wink

Ein schönes Fazit eines Rockerlebens, Marcel!

Allerdings als "Meister meines Lebens" fühle ich mich nicht so sehr, ...
Doch, jeder kann sein Leben "Meistern". Also als Meister seines eigenen Lebens zu einen großen Teil bestimmen, wie man es gestaltet + erlebt, im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten. Lebenserfahrung und Mut gepaart mit Zielen und einer positiven Einstellung, also "Zuversicht" und die Fähigkeit, selbst zu bestimmen, was man denkt, macht vieles möglich. Denn meist ist der Wunsch der Vater der Tat.  Smiley

Ich habe mir soeben für morgen nach der Arbeit schon wieder einen Rock eingepackt, welchen ich dann anziehen werde, sobald ich in die Freizeit entschwinde. Ich bin der Röcke also noch lange nicht überdrüssig, denn vor allem am Wochenende gibts wohl wieder mal keine Privataktivitäten in Hosen  Grin
« Letzte Änderung: 11. August 2017 21:38 von Dr.Heizer » Gespeichert

Viele Grüße aus dem Vogtland, Dr.Heizer
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« Antworten #5 am: 11. August 2017 22:21 »

Ein schönes Fazit eines Rockerlebens, Marcel!

Allerdings als "Meister meines Lebens" fühle ich mich nicht so sehr, ...
Doch, jeder kann sein Leben "Meistern". Also als Meister seines eigenen Lebens zu einen großen Teil bestimmen, wie man es gestaltet + erlebt, im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten. Lebenserfahrung und Mut gepaart mit Zielen und einer positiven Einstellung, also "Zuversicht" und die Fähigkeit, selbst zu bestimmen, was man denkt, macht vieles möglich. Denn meist ist der Wunsch der Vater der Tat.  Smiley

Ich habe mir soeben für morgen nach der Arbeit schon wieder einen Rock eingepackt, welchen ich dann anziehen werde, sobald ich in die Freizeit entschwinde. Ich bin der Röcke also noch lange nicht überdrüssig, denn vor allem am Wochenende gibts wohl wieder mal keine Privataktivitäten in Hosen  Grin


In gewissen Grenzen sicher, Marcel.

Und doch ist das Leben so viel größer als jeder von uns. Wir werden ins Leben geworfen und eines Tages wieder abberufen, und zwischendurch schnappen wir nach Luft. Und irgendwann merken wir vielleicht, dass wir zu diesem Leben eine eigene Beziehung entwickeln, die wir nicht bewusst und absichtlich ausgesucht haben, sondern die ein Teil von uns ist, ob wir wollen oder nicht. Und diese Beziehung zeigt uns dann unsere Aufgabe, der wir nachkommen können oder auch nicht. Kommen wir ihr nach, tun wir, was wir wirklich wollen, unabhängig von Lust und Laune. Wir tun, was wir wollen, aber nicht aus eigener Wahl, sondern weil das Leben es fordert. Tun wir, was wir wirklich wollen, dienen wir dem Leben, und beherrschen das, was dazu nötig ist, aber nicht das Leben selbst.

Ich weiß nicht, warum mir solche Gedanken kommen. Sie wollen heraus, aber ich gehorche ihnen noch nicht.
Also nicht so richtig.

"I seek threngh, not to be greater than my brother, but to fight my greatest enemy: myself" (aus einem Gebet eines Sioux).

LG, Micha
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