Autor Thema: Gender - weg vom schwarz / weiß denken  (Gelesen 2785 mal)

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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #15 am: 19.06.2022 00:11 »
Hallo doppelrock,

Zitat
So ganz nebenbei hat das Anerkennen der 2 Geschlechter nichts mit "schwarz-weiß" zu tun, sondern ist eine klare, nachvollziehbare Unterscheidung nach biologischen Merkmalen.

Nach welchen biologischen Merkmalen denn und warum genau anhand dieser?

An der Entwicklung der männlichen und weiblichen Biologie sind rund 25 Gene beteiligt und die verhalten sich wie alles in der Natur durchaus mal sehr kreativ. Da die Umwandlung zum männlichen Fötus hormonell gesteuert ist und das je nach Situation auch mal unvollständig oder sogar gar nicht passiert, gibt es zwangsläufig diverse Varianten zwischen Frau und Mann, also passt auch rein biologisch die Aussage von den zwei Geschlechtern nicht. Es ist eher so, daß die beiden Geschlechter die Endpunkte eines Spektrums markieren, aber die Biologie kann irgendwo dazwischen liegen und das ist auch häufig der Fall, wenn auch nicht immer sichtbar.

Zitat
Dass die Sprachverhunzung;*_ niemandem nützt, aber vielen schadet, dürfte schon länger klar sein.

Stimmt. Das ist dann aber politische Agenda. Die missbraucht zwar das Genderthema für die eigenen dunkle Ziele, aber das sind zwei verschiedene Dinge. Genderthemen gab es schon immer in der Gedschichte der Menschheit.

Lieber Joe,

welche dunklen Ziele von wem meinst Du denn?

LG, Micha
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Offline Zareen

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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #16 am: 20.06.2022 08:29 »
[Lieber Zareen,
gehst Du davon aus, dass ein*e Fersehmoderator*in ein*e Betroffene*r ist und kein*e Außenstehende*r?
LG, Micha
ich gehe davon aus, daß ein Mensch, der eine kompetente Aussage zu einem Thema trifft, ein Betroffener ist, ansonsten muss ich seine Kompetenz anzweifeln.
Ein Außenstehender kann höchstens seine eigene unmaßgebliche Meinung äußern.
Also, was sehe ich mir dort im TV an? Eine Sendung von Außenstehenden, die ihre Meinung lediglich mit Videobeiträgen Betroffener versuchen zu begründen (das ist dann in der Tat für mich lediglich 'Gelabere'), oder sehe ich mir eine Sendung mit kompetenten Aussagen an, die dann aber nur von Betroffenen geäußert werden können?

Wenn ich eine Kompetenz erwerbe, bin ich automatisch Betroffener. Ich kann keine Kompetenz entwickeln und mich auf den Status eines Außenstehenden zurückziehen nach dem Motto "das betrifft mich alles nicht", weil genau dieses mich dann unglaubwürdig machte.

Natürlich ist es schwer, interessante Meinungen von kompetenten Aussagen zu unterscheiden. und vielleicht sind interessante Meinungen hin und wieder auch mit kompetenten Aussagen deckungsgleich, was dann den geneigten Zuhörer dazu veranlassen mag, der interessanten Meinung eine gewisse Kompetenz (unberechtigt) zuzuschreiben. Das würde ich dann in die Rubrik 'auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn' zuschreiben.

Ein Journalist sagte erst kürzlich, daß sich die Medienlandschaft von einem Informationsjournalismus zu einem Meinungsjournalismus gewandelt hätte. Es würden Meinungen verbreitet, keine Informationen. Darin läge eine große Gefahr, denn Meinungen kann man scheinbar gefahrlos übernehmen. Für Informationen muss man kompetent sein, um sie richtig zu verstehen.

Um Informationen richtig zu verarbeiten, muss ich eine gewisse Kompetenz haben, die mich zu einem Betroffenen macht. Deswegen sollte sich jeder gut überlegen, worin seine Kompetenzen bestehen sollen, denn Kompetenz zieht auch Verantwortung nach sich, komme ich der nicht nach, rutsche ich schnell in die Unglaubwürdigkeit.
Diese Gefahr besteht bei Meinungen meiner Meinung nach nicht.
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Offline Zareen

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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #17 am: 20.06.2022 08:41 »
.....aber für mich als frau ist es sowieso klar das nur ich entscheide was ich trage.
Der rock oder das kleid gehört ganz selbstverständlich zu meiner bekleidung und wenn ich lust habe trage ich sie und wenn nicht lasse ich es bleiben.

Tolle Aussage Hanna!
Ich bin Mann und frage mich gerade, wie es denn ist, Deine Aussage
aber für mich als frau ist es sowieso klar das nur ich entscheide was ich trage.
als Mann zu treffen
aber für mich als Mann ist es sowieso klar, daß nur ich entscheide, was ich trage.

Das wirft für mich die Frage auf, "von wem lasse ich mich als Mann bei der Wahl meiner Kleidung gängeln?"

Heißt das, Frauen dürfen (wer erlaubt es ihnen denn?) selbst entscheiden, was sie tragen und Männer unterliegen einer gewissen Fremdbestimmung? (aber von wem?)

Danke! Deine Aussage, Hanna, gefällt mir sehr gut!
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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #18 am: 20.06.2022 09:14 »
[Lieber Zareen,
gehst Du davon aus, dass ein*e Fersehmoderator*in ein*e Betroffene*r ist und kein*e Außenstehende*r?
LG, Micha
ich gehe davon aus, daß ein Mensch, der eine kompetente Aussage zu einem Thema trifft, ein Betroffener ist, ansonsten muss ich seine Kompetenz anzweifeln.
Ein Außenstehender kann höchstens seine eigene unmaßgebliche Meinung äußern.

Dem muss ich widersprechen, lieber Zareen. Es ist nämlich auch anderseits so, dass Außenstehende, die aber nach wissenschaftlichen Methoden vorgehen, einen Abstand zum Thema haben, während Betroffene zu involviert sind und so persönliche Interessen vertreten. Diese Sichtweise liegt den Wissenschaften zu Grunde. Und eigentlich auch dem Journalismus, aber da gibt es unterschiede. Ja, auch bei den Wissenschaften gibt es unterschiede der Distanz und Nähe zum Forschungsobjekt.

LG, Micha
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Offline Zareen

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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #19 am: 20.06.2022 13:36 »
Lieber Micha,

Du darfst mir gerne widersprechen und vielleicht siehst Du es aus Deiner Sicht so, wenn Du in der Wissenschaft arbeitest.

Nichts desto trotz erzeigt eine Beschäftigung mit einer Sache zwangsläufig auch eine Betroffenheit. Das können wir nicht weg diskutieren. Die Frage ist dann, wie stark ist derjenige, der sich von Außen mit einer Sache beschäftigt, in diese Sache involviert?
Beispiel: in der Elektrotechnik muss man manchmal sowohl die Spannung, als auch den Strom messen. Aber beide Messungen kann man nicht absolut vornehmen, weil ein Meßgerät sowohl einen Spannungsabfall, als auch einen fließenden Strom hat. Messe ich den Strom hinter dem Spannungsmesser, dann ist die Messung 'stromrichtig' aber spannungsfalsch, weil am Strommesser eine Spannung zusätzlich zum Objekt abfällt. Messe ich die Spannung am Objekt, ist die Mesdung 'spannungsrichtig', aber stomfalsch, weil durch den Spannungsmesser parallel zum Objekt ein kleiner zusätzlicher Strom fließt.

Buddha beschreibt es so, daß man nie ein Objekt so sehen kann, wie es ist, denn alleine durch die Betrachtung ist es nicht mehr das selbe, wie vor der Betrachtung.

Wenn Du Dich mit einer Sache wissenschaftlich befasst, wirst Du automatisch zu einem Teil dessen, womit Du Dich befasst, denn Erkenntnisse, die Du durch die Befassung damit gewinnst, gewinnst Du ja nur deswegen, weil Du Dich damit befasst, denn sonst kämen Dir diese Erkenntnisse nicht in den Sinn.

Somit kannst Du Dich mit nichts wertfrei, oder befassungsfrei beschäftigen.
Das geht jetzt etwas in die metaphysische, oder philosophische Ebene.
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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #20 am: 20.06.2022 16:14 »
Hallo Zareen,

so gesehen, wie Du das nun ausgeführt hast, hast Du bestimmt ein Stück weit Recht. Befasse ich mich näher mit einem Thema, so tauche ich in dieses auch ein Stück darin ein. Ob ich mich gleich damit identifizieren muss, ob ich - falls es geht - mitleide oder zumindest Mitleid habe, wage ich für die meisten Fälle schon zu bezweifeln.

Ich möchte ein Beispiel nennen. Angenommen, ich würde über Schwierigkeiten von bezugsberechtigten Personen einen Zeitungsartikel verfassen, so bin ich mir sicher, dass ich deren Sorge und Nöte zwar verstehe und mir im Einzelfall auch zu Herzen nehmen könnte, ich würde aber vermutlich nicht vollends die Positionen beziehen der Personen, über die ich berichte.

Ich glaube, was uns Rockinteressierten in dieser Sendung etwas fehlt, ist der Bezug zu Kleidungsnormen. Da wird zwar mal kurz davon gesprochen, dass der Junge ein Kleid anprobieren sollte, wenn er denn auf die Idee käme, ein Kleid anzuziehen. Da wird auch gleich am Anfang in der Anmoderation das Thema Kleid und Mann aufgegriffen. In der gesamten Sendung aber taucht dieses Themenfeld nicht explizit weitergehend auf, ja, es wird noch nicht mal im Ansatz was davon gezeigt.

Ich könnte mir vorstellen, dass die optische Präsenz dieses Themenfeldes auch Dir gefehlt hat. Ja, mir auch.

Allerdings darf man von derlei Sendungen nicht allzuviel erwarten. Die beiden Moderatoren präsentieren regelmäßig Sendungen zu irgendeinem Themenschwerpunkt. Sie scheinen sich recht gut in das jeweilige Thema einzuarbeiten. Andererseits ist das aber eben jeweils nur ein Thema von ganz vielen Themen im Laufe des Jahres.

Von den Moderatoren darf man sich also jetzt nicht allzuviel Einfühlungsvermögen erhoffen. Die Filmeinspieler in solchen Sendungen, gerade auch Planet Wissen, entstammen meist irgendwelchen Magazin- oder Ratgebersendungen. Diese Filmeinspieler liegen also schon vorher vor, bevor die Wissenssendung drumherum konzipiert wird. Wenn genügend Filmeinspieler zu einem Themenfeld vorliegen, dann entscheidet die Redaktion, das mal zu einem Themenschwerpunkt in einer Wissens-Sendung zusammenzufassen. Zwangsläufig erhält man dadurch nur ausschnittsweise Themenabdeckung, aber nie eine vollumfängliche Darstellung des gesetzten Themenfeldes.

Drum vermisst man am Ende einer solchen Sendung häufig den einen oder anderen Aspekt, der auch schön oder wichtig gewesen wäre.

Entscheidet sich die Redaktion, ein Themenschwerpunkt zu einer Sendung zusammenzufassen, werden dann die Studiogäste gesucht. Freilich hätte man da auch sich 'Betroffene' vorstellen können. Wobei bei einem Thema Mann/Frau/dazwischen ist ja irgendwie jeder ein Betroffener/eine Betroffene.

Hier hat sich die Redaktion dazu entschieden, zwei Wissenschaftler ins Studio zu holen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann sind das beide Soziologen, der Herr mit Hintergrund von der Biologie. Die Dame betreibt wissenschaftliche 'Gender-Studies', lebt mit ihrer Partnerin zusammen und ist also noch mal mehr selbst 'Betroffene'.

Die Gespräche mit den Wissenschaftlern beleuchten das Themenfeld aus verschiedenen Seiten. Von wissenschaftlicher Seite habe ich keine tiefere 'Betroffenheit' erwartet.

Was wäre denn Dein Wunsch gewesen, konkret zu erfahren? Fehlte Dir nur die Seidenbluse am Wissenschaftler? Das Kleid am Moderator?

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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #21 am: 20.06.2022 20:05 »
Das wirft für mich die Frage auf, "von wem lasse ich mich als Mann bei der Wahl meiner Kleidung gängeln?"

Heißt das, Frauen dürfen (wer erlaubt es ihnen denn?) selbst entscheiden, was sie tragen und Männer unterliegen einer gewissen Fremdbestimmung? (aber von wem?)
Von der Mutter, danach von der Ehefrau. https://www.rockmode.de/index.php?topic=3427.msg34609#msg34609

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« Antwort #22 am: 21.06.2022 00:20 »
Lieber Micha,

Du darfst mir gerne widersprechen und vielleicht siehst Du es aus Deiner Sicht so, wenn Du in der Wissenschaft arbeitest.

Nichts desto trotz erzeigt eine Beschäftigung mit einer Sache zwangsläufig auch eine Betroffenheit. Das können wir nicht weg diskutieren. Die Frage ist dann, wie stark ist derjenige, der sich von Außen mit einer Sache beschäftigt, in diese Sache involviert?
Beispiel: in der Elektrotechnik muss man manchmal sowohl die Spannung, als auch den Strom messen. Aber beide Messungen kann man nicht absolut vornehmen, weil ein Meßgerät sowohl einen Spannungsabfall, als auch einen fließenden Strom hat. Messe ich den Strom hinter dem Spannungsmesser, dann ist die Messung 'stromrichtig' aber spannungsfalsch, weil am Strommesser eine Spannung zusätzlich zum Objekt abfällt. Messe ich die Spannung am Objekt, ist die Mesdung 'spannungsrichtig', aber stomfalsch, weil durch den Spannungsmesser parallel zum Objekt ein kleiner zusätzlicher Strom fließt.

Buddha beschreibt es so, daß man nie ein Objekt so sehen kann, wie es ist, denn alleine durch die Betrachtung ist es nicht mehr das selbe, wie vor der Betrachtung.

Wenn Du Dich mit einer Sache wissenschaftlich befasst, wirst Du automatisch zu einem Teil dessen, womit Du Dich befasst, denn Erkenntnisse, die Du durch die Befassung damit gewinnst, gewinnst Du ja nur deswegen, weil Du Dich damit befasst, denn sonst kämen Dir diese Erkenntnisse nicht in den Sinn.

Somit kannst Du Dich mit nichts wertfrei, oder befassungsfrei beschäftigen.
Das geht jetzt etwas in die metaphysische, oder philosophische Ebene.

Lieber Zareen,

das ist alles richtig, aber meine Frage war nicht, ob völlige Uninvolviertheit möglich ist, sondern ob jemand, der nicht involviert ist, dadurch inkompetenter ist als jemand, der involviert ist.

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Offline Zareen

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« Antwort #23 am: 21.06.2022 08:44 »
Zitat
ob jemand, der nicht involviert ist, dadurch inkompetenter ist als jemand, der involviert ist.

Lieber Micha,
dann lass uns die Frage anders herum stellen:
wann ist man kompetent? oder
was benötigt man, um kompetent zu sein?

Kompetenz wird mit Sachverstand, Fähigkeit und ggf. Zuständigkeit erklärt
Schverstand wiederum mit
genaue, zuverlässige Kenntnisse auf einem bestimmten Gebiet, die zu einer entsprechenden Tätigkeit, der Beurteilung, Einschätzung o. Ä. von etwas befähigen
Fähigkeit  wiederum mit
1.[meist im Plural]  geistige, praktische Anlage (6), die zu etwas befähigt; Wissen, Können, Tüchtigkeit
2.[ohne Plural]  das Imstandesein, In-der-Lage-Sein, das Befähigtsein zu etwas, Vermögen, etwas zu tun
Zuständigkeit wiederum mit
Allgemein bedeutet Zuständigkeit die Ermächtigung, einen Rechtsakt zu setzen. Das ist aber hier nicht zutreffend.

Aha, also, jemand der kompetent ist, hat genaue und zuverlässige Kenntnisse auf einem bestimmten Gebiet, die ihn zu einer Tätigkeit, Beurteilung, Einschätzung, o.ä. befähigen. Und die Fähigkeit liegt im Wissen, Können, oder der Tüchtigkeit.

schauen wir uns noch einmal das Wort "involvieren" an. Es wird definiert mit
1. einbegreifen, einschließen
2. an etwas beteiligen, in etwas verwickeln

Deine Frage ist deswegen nicht unbedingt mit Ja, oder Nein zu beantworten.
Ich kann in etwas involviert (beteiligt) sein und in der Sache völlig inkompetent sein.
Beispiel: ich beteilige mich an einer Talkshow und habe Null Wissen von den besprochenen Themen. Ich glaube, dann singt Haindling gerade über mich 'Du Depp du Depp du depperter Depp du'.

Aber ist es andererseits nicht so, daß Fähigkeiten und Sachverstand meist durch eine Ausbildung erworben werden und sich das Involviertsein daraus automarisch ergibt?
Nenne mir eine Sache, in der ein Mensch top-ausgebildet, und dann mit dem Thema der Ausbildung nicht involviert ist.

Wozu benötigt jemand, der nicht involviert ist, Kenntnisse und Fähigkeiten, also Kompetenz?
Umgekeht: ist jemand an etwas beteiligt, sollte er Fähigkeiten und Sachverstand der Sache gegenüber, an der er beteiligt ist, haben.

Wenn ich also als Mann über das Rock-tragen rede, könnte ich
Sachverstand über Schnitte, Stoffe, Stile, Farben von Röcken haben (Kompetenz) und
Fähigkeiten, Stoffe zu einem Rock zu nähen und Stoffe zu färben (Komptenz)
Aber was das Rock-tragen betrifft, muss ich damit noch lange keine Kompetenz haben, denn ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, einen langen, kurzen, seidigen, wollenen Rock zu tragen.
Diesbezüglich könnte ich Kompetenz vorgaukeln, in dem ich erkläre, wie luftig der eine gegenüber dem anderen Rock ist, wie Seide gegenüber Wolle fällt, wie sich beim Tragen ein gefütterter gegenüber einem ungefüttertem Rock verhält.
Aber ich bin am Rock-tragen unbeteiligt - nicht involviert, und damit, was das Rock-tragen betrifft, inkompetent.

Und Schußendlich: sollte man Kompetenz nicht auch mit Taten beweisen können?
oder umgekehrt: beweisen Taten und das Verhalten nicht Kompetenz, oder Inkompetenz?

Nun ja, wenn ich es recht überlege, ein Moderator muss eigentlich nur gut schwätzen und die richtigen Fragen stellen können. DAS sollte seine Kompetenz sein. Das eigentliche Thema sollten seine Gäste mit deren Kompetenz füllen.

LG
Zareen
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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #24 am: 21.06.2022 11:33 »
Hallo Zareen,

Du als Thread-Eröffner hattest beim Starten vermutlich all diese Gedanken auch schon mit dabei, vielleicht noch nicht so ausführlich durchdacht und ausführlich formuliert.

Dazu nur kurz: Kompetenz einer anderen Person hat in gewisser Weise auch etwas mit mir zu tun: Für wie kompetent halte ich ihn?


Nun ja, wenn ich es recht überlege, ein Moderator muss eigentlich nur gut schwätzen und die richtigen Fragen stellen können. DAS sollte seine Kompetenz sein. Das eigentliche Thema sollten seine Gäste mit deren Kompetenz füllen.


Richtig. Die Kompetenz der Moderatoren sollte zwar noch ein klein wenig weiterreichen, um nicht abgesprochene Details mit möglichst Sachverständnis auffangen zu können, aber ja, in erster Linie gut schwätzen können und die richtigen Fragen stellen.

Dazu steht ja im Vorfeld ein - vermutlich - ganzes Redaktionsteam dahinter. Die sich einen Überblick über die Einzelfragen und die Zusammenhänge verschaffen, dann eben auch die - hoffentlich - kompetenten Leute suchen, die sie beraten und die sie vielleicht dann auch am Entstehen der Sendung unterstützen (z.B. als Studiogast).

Man sollte nicht vergessen, dass solch eine Sendung ja nur eine mediale Aufbereitung eines Themas ist. Das Medium Fernsehen ist das  Mittel, das zwischen den Fachleuten und dem vom Fach unerfahrenen Publikum vermitteln.

Gerade bei Wissens- oder Ratgebersendungen ist das natürlich immer ein Spagat, der nur in der Mitte zwischen Fachleuten und Publikum stehen kann.

Ich kenne das aus meinen eigenen früheren Arbeiten, wie spannend es ist, sich für einen Beitrag von wenigen Minuten in ein mir völlig fremdes Fachgebiet einzuarbeiten und das, was ich denke, davon verstanden zu haben, dem Zuschauer zu vermitteln.

Dabei ist es gut, mehr zu wissen, als man weitergibt. Das beinhaltet allerdings auch, dass man einige Dinge einfach weglassen muss, um es nicht zu kompliziert für die Zuschauer zu gestalten. Was lässt man weg, was erwähnt man, was fasst man wie zusammen, damit es für das Publikum verständlich bleibt? Oft  muss man dann auch mit 'Verkürzungen' arbeiten, also wissentlich Ungenauigkeit in Kauf nehmen, um nicht noch einen Bogen ausholen zu müssen und noch mehr in Details einzusteigen, die das Publikum allenfalls verwirren.

Und wenn mir als Mittler schon auffällt, was ich alles weglassen oder verkürzen muss, wie sehr fällt das erst den Fachleuten auf? Auch die werden schon bemüht sein, nicht zu sehr ins Detail zu gehen, um weiterhin verständlich zu bleiben.

Andererseits ist da noch das Publikum. Unter den Zuschauern gibt es genügend Menschen, die auch einen Einblick ins Fachgebiet haben, mit fundiertem Detailwissen, vielleicht aber auch nur mit bruchstückhaftem Detailwissen. Oder Menschen, die eben durch eine eigene Involviertheit - zum Beispiel Betroffene - da ein gutes Stück mitreden könnten.

Also auch im Publikum wird es genügend Menschen geben, die sagen, dass da irgedwas ungenau, gar falsch oder eben weggelassen wurde. Vor allem wenn bei einem Zuschauer suggeriert wird, das behandelte Thema könnte auch sein eigenes Themengebiet erfassen, dann wird am Ende die Enttäuschung groß sein, wenn genau dieser eigene, persönliche Aspekt weggelassen wird.

Und so wird es vielen gehen, egal in welchem Beitrag in Radio, Fernsehen, Zeitung/Zeitschriften, egal über was. Da werden die Taubenzüchter, die Briefmarkensammler, die chronisch Kranken, die pflegenden Angehörigen, der Entwickler von Mikrorobotik, der Physiker, der Therapeut - alle die, die entweder selbst im Beitrag vorkommen oder jemand seines Schlages, werden immer wissen, dass die Darstellung im Fernsehen in Teilen falsch, ungenau oder eben unvollkommen war.

Medien sind eben nur Vermittler. Da muss einiges auf der Strecke bleiben. Ohne die Vermittler wüssten wir aber von vielem überhaupt nichts, blieb uns verborgen.

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« Antwort #25 am: 21.06.2022 18:21 »
Liebe Zareen und Wolfgang,

ihr seid gut und geht differenzierend an das Thema heran. Ich könnte alles oder fast alles unterschreiben.

Ich habe mal zwei Menschen im Blick mit unterschiedlichen Aufgaben:

1. Eine*n Moderator*in, der*die mit Hilfe der Redaktion ein Thema vorbereitet und darbietet.
2. Einen Fachmenschen, der von der Redaktion als Expert*in eingeladen wird und vom*von der Moderator*in befragt wird.

Nun macht es einen Unterschied, ob dieser Fachmensch z.B.
2a) ein*e Genderwissenschaftler*in,
2b) ein*e Genderaktivist*in
2c) ein*e Modedesigner*in
ist.

Ich würde da sagen, dass 2a) am wenigsten involviert ist, da er*sie ja ein von Innenpersoektiven unabhängiges Wissen erarbeiten und darlegen will und 2b) das größte politische Eigeninteresse am Thema hat und 2c) vielleicht gute Geschäfte mit einer neuen Klientel wittert oder Freude am Designen neuer Sachen hat.
Jede*r ist auf andere Weise kompetent. Und es gibt die Möglichkeit, mehrere dieser Rollen gleichzeitig zu erfüllen, was aber wiederum von einigen nicht gerne gesehen wird.

Gehen wir nochmal zu 1.) dem*der Moderator*in:
Diese*r macht mal eine Sendung zum, Thema "Gender", mal zu "Wilder Westen" und mal zu "Raumfahrt". Wenn ich Deine Vorstellung, Zareen, mal auf die Spizte treibe, müsste er*sie dann man in betont andersgeschlechtlicher Kleidung, mal in Cowboy oder -girlkleidung und mal im Raumanzug moderieren. Aber so meinst Du es sicher nicht. Oder?

LG, Micha

 
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« Antwort #26 am: 22.06.2022 17:55 »
.....aber für mich als frau ist es sowieso klar das nur ich entscheide was ich trage.
Der rock oder das kleid gehört ganz selbstverständlich zu meiner bekleidung und wenn ich lust habe trage ich sie und wenn nicht lasse ich es bleiben.

Tolle Aussage Hanna!
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Hallo Zareen

Schon mit zwanzig hatte ich die ewig langen hosen einfach satt.
Aber es brauchte doch noch rund 40 jahre bis ich mir sagte jetzt oder nie jetzt  trägst du was dir gefällt und nicht was die andern von dir erwarten.
Erlaubt hat mir das niemand die freiheit muss man sich schon nehmen.
Oder wer läuft mit über 60 noch im jeansmini rum  ;D
Es gibt in sachen mode eine diskriminierung von menschen die die 60 locker überschritten haben.
So nach dem motto das ist unpassend weil viel zu frech.
Aber das sagen nicht die jungen sondern die menschen in meinem alter in rentnerbeige  :)

Lg, Hanna




Offline Zareen

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Antw:Gender - weg vom schwarz / weiß denken
« Antwort #27 am: 22.06.2022 18:25 »
Hi Hanna,

ja, genau so ist es.
ich erinnere noch meine Mutter, die, je älter sie wurde, sich auch "älter" kleidete. Und wenn ich mal was schick fand und ihr sagte "Mutti, zieh doch mal das und das an" meinte sie "nicht für mich, das ist was für junge Mädchen, ich machx mich doch nicht lächerlich, was sollen denn die Leute sagen?" usw. usw....

Heute ist für mich ein Gedanke interessant: wenn jemand meint, eine Kleidung sei unpassend für mich und ich dann trage, was er/sie möchte, bekomme ich 50€ von dem/derjenigen. Nur, um in dem Gedanken herumzulaufen, ich trage was andere an mir mögen, - was bringt mir das? Bringt mich das auch nur einen Schritt weiter? NEIN!

Schlimm wird es dann, wenn ich mal äußere, was ich gerne an anderen sehen würde, oder sie bitte, etwas nicht zu tragen, oder zu tragen, die Antwort dem Sinne nach zu bekommen: "Das ist ja wohl meine Angelegenheit", "Du bist ja ganz schön übergriffig", "was mischst du dich da ein?" und weitere dem Sinne nach.

Als Ü60 im Jeansmini herumzulaufen - ja und? Ich laufe mit einem bodenlangen Comicrock in der Öffentlichkeit  oder mit einem langen indischen Seiden-Stufenrock. Und auch weiteren eher ausgefallenen Teilen.
Manchmal ist die Mischung weder eindeutig männlich, noch eindeutig weiblich. Und das macht Spaß, die Leute grübeln zu sehen.

ach übrigens: diese Woche auf VOX um 19 Uhr 'Das Perfekte Dinner' mit 'bunten' Menschen - vielleicht interessiert's Dich

LG
Zareen
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« Antwort #28 am: 23.06.2022 13:42 »
Die Aussage, dass nur Betroffene kompetent in einem Thema sein können, teile ich nicht.

Das würde ja bedeuten, dass ein Psychiater nur dann gut arbeiten und helfen könnte, wenn er die selbe Psychose wie der Patient hat. In diesem Fall verhindert das Betroffensein sogar die Lösungskompetenz.

Wenn nur Transmenschen als Betroffene das Thema Trans bearbeiten dürfen, warum kümmern sich dann pro Transmensch gefühlte 600 andere um dieses Thema und wollen es noch mehr anderen aufdrängen?

Darf nur noch derjenige mitfühlende Beileidsworte aussprechen, der selbst nahestehende Personen verloren hat? Sind alle anderen unqualifiziert und damit nicht befugt?

Aus meiner Sicht ist es entscheidend, ein Thema von außen betrachten zu können, um eben unbefangen eine qualifizierte Aussage machen zu können. Den besten Überblick hat vermutlich jemand, der von einem Thema betroffen ist und trotzdem in der Lage ist, das Thema und seine Position von außen wie ein Zuschauer betrachten und bewerten zu können. Dazu ist aber fast niemand in der Lage und viele verweigern diese Denkweise sogar. Diese Verweigerung führt dann wieder zum schwarz-weiß-Denken genau dieser verweigernden Personen. Diesen Widerspruch in sich selbst merken sie aber nicht und sie treten ewig auf der Stelle.

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« Antwort #29 am: 24.06.2022 15:00 »
müsste er*sie dann man in betont andersgeschlechtlicher Kleidung, mal in Cowboy oder -girlkleidung und mal im Raumanzug moderieren. Aber so meinst Du es sicher nicht. Oder?

LG, Micha
Nein.... Es war aber eine Sendung zu Einen Thema. Und nicht mehreren.

 

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