Autor Thema: Femboy  (Gelesen 1663 mal)

Offline MAS

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Antw:Femboy
« Antwort #30 am: 20.01.2023 23:21 »
Ich urteile nicht so schnell. Labels sind in manchen Situationen wünschenswert. Ich habe einen Freund und bei ihm wurde Spargel diagnostiziert. Darüber hat er eine Art Frieden.

Wie: bei ihm wurde Spargel diagnostiziert!? ???

Was heißt das?

Ist Spargel noch was anderes als Gemüse?



Aber die Leute stecken dich schnell in eine Schublade. Und in so einem Moment finde ich es schade, dass Labels existieren. Aber ja, mit Kommentaren wie diesem muss ich mir hier das nicht ausdenken, oder?  :-\

Wichtig bei Labels ist halt, dass man weiß, dass sie nur eine komplexitätsreduzierte Weise sind, die Wirklichkeit zu ordnen, aber kein adäquates Abbild der Wirklichkeit.

LG, Micha
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Offline Skirtedman

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Antw:Femboy
« Antwort #31 am: 21.01.2023 02:51 »
Ich glaube, das wissen die Leute von der Straße nicht - und wir auch nur in Grenzfällen.

Es ist ja schon eine fortgeschrittene Leistung zu erkennen, dass meine Schubladen im Kopf etwas anders sortiert sind wie die Schubladen im Kopf eines anderen.

In der Regel sind es doch aber gerade diese Schubladen im eigenen Kopf, um die Komplexität der Welt einzuordnen. Und mit genau diesem Abbild der Welt im Kopf wird doch "die Wirklichkeit" konstruiert.

Oder kurz: für die meisten bilden doch die Schubladen die unerschütterliche Realität.

Einzig, wer eine gewisse Neugierde und Offenheit in manchen Interessengebieten sich bewahrt hat, ist in der Lage, sein eigenes Schubladensystem zu relativieren bzw. ein bisschen flexibel anzupassen.

Offline Skirtedman

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Antw:Femboy
« Antwort #32 am: 21.01.2023 04:13 »
Ich urteile nicht so schnell.

Sicher?

Ich glaube, es fällt uns allen schwer, nicht zu urteilen.

Wenn wir unter fremden Menschen sind, sind wir doch ständig am urteilen. Wir scannen doch ganz automatisch, auch schon vorbewusst, in jedem Moment die Vorgänge und Menschen um uns herum. - Wenn wir in Gedanken sind oder telefonieren oder uns mit Knopf im Ohr uns unserer Realität ein Stück entziehen, dann teilen wir die Aufmerksamkeit zwar zwischen dem Fokus auf unser Innen und der Aufmerksamkeit auf unser Aussen. Dennoch scannen ständig wir mit geteilter oder ungeteilter Aufmerksamkeit alles, was uns umgibt und müssen schnell Vorgänge, Ereignisse, Situationen und Menschen beurteilen - vor allem mit dem primären Ziel, ob das etwas mit uns zu tun hat und ob wir reagieren müssen.

So können wir zum Beispiel jemandem aus dem Weg gehen, oder alternativ jemanden zwingen, uns aus dem Weg zu gehen. So können wir jemanden bewundern, oder jemanden verachten. So können wir uns vor Gefahren schützen, auch wenn wir hochsozialisierte Wesen überwiegend einen tiefen Vertrauensvorschuss den uns begegnenden Menschen geben. Dennoch urteilen wir permanent über die vermutlichen Absichten der Menschen in unserem Nahfeld. Im Restaurant oder beim klassischen Konzert sicherlich weniger stark aufmerksam als beim Durchqueren einer Einkaufsmall.
Doch lesen wir die Absichten von Menschen aus allen für uns zugänglichen (meist nur sichtbaren) Indizien aus deren Erscheinungsbild ab. Und zack! ziehen wir irgendwelche Schubladen auf.

Zum permanenten Selbstschutz müssen wir vor allem zwischen Freund und Feind - in unserer eher gesitteten Welt dann eher zwischen Sympath und Unsympath unterscheiden. Doch um das schnell zu beurteilen brauchen wir kleinere Schubladen, zwischen denen wir entscheiden müssen. Und da kann da jedes noch so kleine Indiz den entscheidenden Ausschlag geben. Einem torkelnden Stadtstreifer werden wir anders begegnen als einer älteren Frau im Pelzmantel. Auf einen Punker mit blauen aufgesteiften Haaren werden wir anders reagieren als auf eine für uns sehr attraktiv erscheinende junge Frau. Eventuell werden wir in der Einkaufsmall versuchen, der jungen Frau einen Meter näherzukommen als eigentlich zuvor beabsichtigt, zum Punker vielleicht einen Meter mehr Abstand zu bekommen versuchen als eigentlich nötig. Oder im Restaurant schauen wir vielleicht häufiger auf beide, bei der Frau vielleicht angeregt, beim Punker vielleicht aufgeregt.
So bedienen wir permanent unsere Schubladen im Kopf.

Zuhause auf dem Sofa sind wir zwar nicht unmittelbar körperlich von einer Reaktion betroffen, wenn wir uns ein Bild von z.B. einem Femboy anschauen, dennoch laufen auch da ähnliche Beurteilungsvorgänge im Kopf ab - entweder weil wir das auf eine unmittelbare Begegnungssituation projizieren oder weil wir es als Erweiterung unseres Erfahrungsspielraums auffassen, bei der wir vorbereitet werden, dass wir mit solch einer Begegnung mal "konfrontiert" sein könnten (typischer Gedanke dazu: "Was es nicht alles gibt!").

Und alles läuft im Ende darauf hinaus zu entscheiden: Sympath oder Unsympath, betrifft mich oder betrifft mich nicht. Und: interessiert mich oder interessiert mich nicht. (Da spielt das 'Gefallen' noch nicht mal die entscheidende Rolle - das wird dann besonders im Falle des gesteigerten Interesses anfangen, eine bewusstwerdende Rolle zu spielen.)

Und dabei klappern wir kräftig mit unseren Schubladen. Um zu urteilen, um zu beurteilen.

Da geht es noch gar nicht ums Verurteilen. Ob wir jemanden verurteilen, muss bei aller Beurteilung noch keine aktive Rolle spielen. Die Verurteilung kann dann eine bewusste Entscheidung sein. Aber auch die innere Abscheu zu unterdrücken, kann eine anschließende bewusste Entscheidung sein.

Dennoch glaube ich, dass sich beim bewussten und bereits vorbewussten Beurteilen auch mögliche Vorurteile nicht völlig davon trennen lassen. Denn es wird sicherlich Schubladen geben, deren oberster Inhalt bereits mit gelb- und rot-markierten Vorurteilen gefüllt sind. Dessen bin ich mir ziemlich sicher.

Okay, Erwin, ich kann mir gut vorstellen, dass Du ziemlich wertfrei und ohne bewusste Vorurteile den fremden Menschen begegnen kannst. Und wünschenswert klingt bestimmt auch, Menschen ganz ohne Urteil begegnen zu können. Aber ganz ohne Urteil wird das aus Gründen des Selbstschutzes wohl nicht funktionieren.

Und dessen sollten wir uns alle bewusst werden. Nicht nur in uns laufen diese Prozesse ab und wir beurteilen andere.
Auch die anderen beurteilen uns. Und das, ganz gleich in welchen Schubladen wir in den anderen Köpfen landen, müssen wir aushalten können.

Können wir das nicht aushalten, dann werden wir alles tun, um uns in möglichst vielen Dingen dem durchschnittlichen Erscheinungsbild/Verhalten anzupassen (mit der Gefahr, von manchen als farblos, langweilig, unpersönlich eingestuft zu werden). Oder wir sind menschenscheue Zeitgenossen, die möglichst unsere Ruhe hinter unseren eigenen vier Wänden suchen.

Mit jedem Schritt draussen aber müssen wir mit Schubladen leben. Sie helfen uns auf unserer Weise. Sie helfen anderen auf gleicher Weise.

Offline MAS

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Antw:Femboy
« Antwort #33 am: 21.01.2023 08:32 »
Ich glaube, das wissen die Leute von der Straße nicht - und wir auch nur in Grenzfällen.

Es ist ja schon eine fortgeschrittene Leistung zu erkennen, dass meine Schubladen im Kopf etwas anders sortiert sind wie die Schubladen im Kopf eines anderen.

In der Regel sind es doch aber gerade diese Schubladen im eigenen Kopf, um die Komplexität der Welt einzuordnen. Und mit genau diesem Abbild der Welt im Kopf wird doch "die Wirklichkeit" konstruiert.

Oder kurz: für die meisten bilden doch die Schubladen die unerschütterliche Realität.

Einzig, wer eine gewisse Neugierde und Offenheit in manchen Interessengebieten sich bewahrt hat, ist in der Lage, sein eigenes Schubladensystem zu relativieren bzw. ein bisschen flexibel anzupassen.

Vollkommen d'accord, lieber Wolfgang.

Dann formuliere ich: Es wäre wichtig, die eigenen Schubladen nicht für adäquate Abblidungen der Realität zu halten.

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Offline doppelrock

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Antw:Femboy
« Antwort #34 am: 21.01.2023 14:50 »
Es scheint euch garnicht bewusst, dass auch hier die meisten Leute sofort Schubladen parat haben.
Vorn auf dem Schild steht zwar ein anderer Text, aber es sind die gleichen Schubladen, die gleich gern wie bei Leuten außerhalb des Forums genutzt werden.
Auch hier wird sehr gern von der Kleidung auf den Mensch geschlossen, statt zu versuchen, erstmal den Menschen an sich zu erkennen.

Man könnte ja bei einer Begegnung das Gesamtbild, die Stimmung und Ausstrahlung des Menschen aufnehmen und dann auch mal ganz bewusst nicht über Geschlecht, Identität und Kleidung reden, wie sonst immer. Vielleicht sich von guter Laune anstecken lassen und was ganz anderes reden?

Offline Erwin

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« Antwort #35 am: 21.01.2023 17:52 »
Ich urteile nicht so schnell. Labels sind in manchen Situationen wünschenswert. Ich habe einen Freund und bei ihm wurde Spargel diagnostiziert. Darüber hat er eine Art Frieden.

Wie: bei ihm wurde Spargel diagnostiziert!? ???

Was heißt das?

Ist Spargel noch was anderes als Gemüse?

 ::) Eh... Asperge (=Spargel) und Asperger...  :D
Jeder Mensch ist einzigartig und doch sehen wir alle gleich aus. Wir sind alle menschliche Wesen. Wozu also die Unterscheidung zwischen uns und ihnen?

Offline MAS

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« Antwort #36 am: 21.01.2023 18:10 »
Ich urteile nicht so schnell. Labels sind in manchen Situationen wünschenswert. Ich habe einen Freund und bei ihm wurde Spargel diagnostiziert. Darüber hat er eine Art Frieden.

Wie: bei ihm wurde Spargel diagnostiziert!? ???

Was heißt das?

Ist Spargel noch was anderes als Gemüse?

 ::) Eh... Asperge (=Spargel) und Asperger...  :D

Ah so, Du Wortspieler! :)

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Offline Erwin

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« Antwort #37 am: 21.01.2023 18:31 »
Sprechen Sie über Punks. Ich war auf dem Weg zu einem Konzert. Und ich bin vom Hauptbahnhof zu Fuß gegangen. Ein arabischer Junge kam auf mich zu und sprach mich auf Französisch an (ich spreche kein Französisch)... Er wollte mir Drogen verkaufen. Also ging ich schnell auf eine Gruppe Punks zu und stellte mich zwischen sie. Haha zwischendurch fühlte ich mich sicher. Der Mann, der mich ansprach, ging wieder weg.
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Offline Erwin

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Antw:Femboy
« Antwort #38 am: 21.01.2023 18:44 »
Es gibt einen Unterschied zwischen nicht schnell urteilen und nicht urteilen. Ich bin aufgeschlossen und andere Leute dürfen auch ihre Meinung haben.

Und wenn die Leute mich auslachen. Ja na und? Ich kann mir vorstellen, dass die Leute denken, ich sei ein bisschen seltsam...  "People are strange. When you're a stranger."
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Offline Janna

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Antw:Femboy
« Antwort #39 am: 22.01.2023 11:34 »
Wenn man jung ist und nicht so viel Selbstvertrauen hat - oder auch noch kein Vierteljahrhundert Zeit um mit sich und seinen Vorlieben ins Reine zu kommen - dann hilft eine schicke, moderne Begrifflichkeit sicher dabei.
Und Femboy klingt nun mal schicker und moderner als „junge Transe“.
Ich gönne jedem die Bezeichnung gerne mit der er sich am wohlsten fühlt.

Ich denke nicht das es diesem jungen mann als selbstvertrauen fehlt.
Femboy ist  wohl eine art zu lebem wo ich mir nicht anmasse die feinheiten oder das ausmass zu kennen.
Das ist nur die äussere erscheinung und ich denke wie beim crossdresser braucht es einiges an courage so unterwegs zu sein.
Da hats wohl ein mann im rock einiges leichter.
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Offline Skirtedman

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« Antwort #40 am: 22.01.2023 12:18 »
Das mit den Feinheiten hast Du schön ausgedrückt.


Femboy ....  ist nur die äussere erscheinung
und ich denke wie beim crossdresser braucht es einiges an courage so unterwegs zu sein.
Da hats wohl ein mann im rock einiges leichter.

Ihr werdet es vermutlich alle schon wissen, dass ich das eher andersherum sehe.
Klar ist der Aufwand, sich als Mann einfach einen Rock anzuziehen, geringer, aber für in der Öffentlichkeit im Erscheinungsbild einer Frau Rock zu tragen braucht es deutlich weniger Courage, finde ich.

Und mit der Verbindung des "irgendwo zwischen Mann und Frau" ist 2023 in Deutschland meiner Meinung nach ebenso weniger Courage erforderlich, bislang weiblich aufgefasste Kleidung öffentlich zu tragen, als für einen bekennenden Mann.

Das jedenfalls ist meine Wertung aus meiner beschränkten Sicht aus meiner Suppentasse mit der plakativen Aufschrift 'bekennender Mann'.

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« Antwort #41 am: 22.01.2023 12:41 »
Das jedenfalls ist meine Wertung aus meiner beschränkten Sicht aus meiner Suppentasse mit der plakativen Aufschrift 'bekennender Mann'.
Da bin ich ganz bei Dir! Also bei Deiner beschränkten Sicht.
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

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Offline Timper

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« Antwort #42 am: 22.01.2023 13:30 »
Das mit den Feinheiten hast Du schön ausgedrückt.


Femboy ....  ist nur die äussere erscheinung
und ich denke wie beim crossdresser braucht es einiges an courage so unterwegs zu sein.
Da hats wohl ein mann im rock einiges leichter.

Ihr werdet es vermutlich alle schon wissen, dass ich das eher andersherum sehe.
Klar ist der Aufwand, sich als Mann einfach einen Rock anzuziehen, geringer, aber für in der Öffentlichkeit im Erscheinungsbild einer Frau Rock zu tragen braucht es deutlich weniger Courage, finde ich.

Und mit der Verbindung des "irgendwo zwischen Mann und Frau" ist 2023 in Deutschland meiner Meinung nach ebenso weniger Courage erforderlich, bislang weiblich aufgefasste Kleidung öffentlich zu tragen, als für einen bekennenden Mann.

Das jedenfalls ist meine Wertung aus meiner beschränkten Sicht aus meiner Suppentasse mit der plakativen Aufschrift 'bekennender Mann'.
Da setzt du aber anscheinend voraus das das komplette Styling eines Crossdressers Oder Transvestiten oder Femboy so perfekt ist das er /sie auch wirklich als Frau durchgeht. Und das dürfte wohl sehr sehr selten sein jenseits von Instagram. Wenn ich zb mal jemand sehe erkenne ich das fast immer. Nur selten gibts Zweifel. Wer also nur 70 % erreicht hat’s bestimmt nicht einfacher mit der Courage als der Mann mit Rock. Meiner Meinung nach denken Fremde da dann aha ein Transvestit/ Crossdresserr, alles klar. Er will Frau sein.
 Bei dir wird man sich eher fragen „ warum hat der  Mann ein Frauenkleid an. Merkwürdige Kleidung.“ Letztlich wird es dann wohl eine individuelle Sicht sein was nun mehr Courage erfordert.
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Offline Janna

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« Antwort #43 am: 22.01.2023 15:22 »
Nun ganz ehrlich gerade wenn man langsam älter wird so  60+ geniesst man eine gewisse narrenfreiheit.
Man lässt uns wohl eher in ruhe als junge menschen.
So kann ich ganz locker so unterwegs sein wie ich mag und keinen interressierts oder störts.
Ganz im gegenteil es gibt vor allem junge leute die es cool finden das ich kein rentnerbeige trage😀
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Offline Skirtedman

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« Antwort #44 am: 22.01.2023 16:21 »
... Styling eines Crossdressers Oder Transvestiten oder Femboy so perfekt ist das er /sie auch wirklich als Frau durchgeht. Und das dürfte wohl sehr sehr selten sein jenseits von Instagram. Wenn ich zb mal jemand sehe erkenne ich das fast immer. Nur selten gibts Zweifel. Wer also nur 70 % erreicht hat’s bestimmt nicht einfacher mit der Courage als der Mann mit Rock.

"Wenn ich zb mal jemand sehe erkenne ich das fast immer."  ;) Ich nehme an, wenn Du das nicht erkennst, dann weisst Du auch nicht, dass Du jemanden gesehen hast...  ;D
Und Transvestiten und Femboys müssen nicht vollständig ihre Männeranteile verbergen.

Bei Crossdressern geht es um "so gut wie möglich" als Frau zu erscheinen. Da genügt, von den meisten auf den ersten Blick als etwas Besonderes übersehen zu werden. Wenn das auch dem zweiten oder dritten Blick noch standhält - umso besser. Das Frauenabbild ist eine Tarnung - so gut wie möglich eben. Auch bei Soldaten in bester Tarnuniform kann man irgendwann erkennen, dass sie kein Gebüsch oder keine Steppe sind.

Wenn ich zb mal jemand sehe erkenne ich das fast immer. Nur selten gibts Zweifel.

Klar.

Wer also nur 70 % erreicht hat’s bestimmt nicht einfacher mit der Courage als der Mann mit Rock.

Doch. Finde ich schon. Der erste Schritt nach draussen fällt leichter, weil er mehr der Sehgewohnheiten entspricht.
Der 'ledigliche' Mann im Rock hat´s schwerer, weil er sofort mit den Sehgewohnheiten aneckt.

Meiner Meinung nach denken Fremde da dann aha ein Transvestit/ Crossdresserr, alles klar. Er will Frau sein.
 Bei dir wird man sich eher fragen „ warum hat der  Mann ein Frauenkleid an. Merkwürdige Kleidung.“

Klar.

Timper: "Letztlich wird es dann wohl eine individuelle Sicht sein, was nun mehr Courage erfordert."
Wahrscheinlich. Das eigene Anliegen wird ja gerne als das wichtigere und schwerere gewertet.




Nun ganz ehrlich gerade wenn man langsam älter wird so  60+ geniesst man eine gewisse narrenfreiheit.
Man lässt uns wohl eher in ruhe als junge menschen.

Klar, geht mir mit 60- auch zunehmend so.
Man muss auch nicht mehr immer sich als den tollsten Hecht anpreisen - geht mir jedenfalls so - und mit aller Gewalt als das unwiderstehlichste Prachtexemplar darstellen. Und auch nicht mehr mit der Masse mitschwimmen, um nicht unterzugehen.

 

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