Autor Thema: Meine Erfahrungen  (Gelesen 3299 mal)

Offline vortex

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Meine Erfahrungen
« am: 15.04.2021 15:26 »
Hallo,

gerade habe ich den "Wo zieht ihr die Grenze" Thread gelesen.

Dabei habe ich versucht selbst etwas zu reflektieren wie ich das eigentlich sehe.

Ehrlich gesagt bin ich mir über vieles auch noch nicht so ganz im klaren.

Oft stelle ich mir die Frage: "Warum mach' ich das eigentlich?"

Eine eindeutige Antwort habe ich noch nicht gefunden.

Ich denke auch so einfach lässt sich das nicht beantworten, weil viele Aspekte zusammenspielen:

Sicher kann ich gewisse Fetisch-Anteile beim Tragen weiblicher Kleidung nicht leugnen. Und es kann auch was mit Sexualität oder
zumindest Erotik zu tun haben. Aber das mache ich dann zu hause und ich würde in entsprechender Kleidung nicht auf die Straße gehen.
Ich muss schon zugeben, dass mich das früher verwirrt hat. Inzwischen kann ich die Grenze aber problemlos ziehen.

Wenn es nun auf der anderen Seite um (weibliche) Kleidung geht, die ich auch im Alltag bzw. auf der Straße trage, dann ist das immer noch kompliziert.
Denn mit irgend einer Form sexueller Erregung hat das in dem Fall ganz sicher nichts zu tun. Irgendwie scheint es aber trotzdem enorm wichtig zu sein,
denn wenn ich diesen Teil nicht ausleben kann, bin ich sehr unzufrieden. Aber warum ist das so? Letztlich ist es ja doch nur ein Stück Stoff.

Man könnte sich auf den Standpunkt stellen: "Alles, egal, mach einfach wozu Du Lust hast und ignoriere die Meinung der anderen."
Funktioniert bei mir jedenfalls nicht. Natürlich würde ich mir wünschen, dass andere das vielleicht auch irgendwie ganz cool finden.
Ist das jetzt vom Grundsatz her schon verkehrt?

Letztlich wird es doch immer so sein, dass die Wahrnehmung einer Person durch eine andere erst durch den Abgleich mit gängigen Normen entsteht.
Davon kann sich meiner Meinung nach niemand frei machen. Wir leben nicht im luftleeren Raum. Und wenn mir das Urteil anderer Menschen nicht völlig
egal ist, muss ich mich mit den Normen auch irgendwie auseinandersetzen und arrangieren.




Offline MAS

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« Antwort #1 am: 15.04.2021 16:17 »
Ein sehr schöner, differenzierter Beitrag, Vortex! :)

LG, Micha
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Offline vortex

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« Antwort #2 am: 15.04.2021 16:45 »
Ein sehr schöner, differenzierter Beitrag, Vortex! :)

LG, Micha

Hm, weiß nicht. Auf jeden Fall noch nicht zu ende gedacht. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Offline MAS

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« Antwort #3 am: 15.04.2021 17:25 »
Das ist ja kein Widerspruch. Ich kann jedenfalls einiges damit anfangen und freue mich auf weitere Gedanken, auch wenn sie nicht zum Ende führen.

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Offline Skirtedman

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Antw:Meine Erfahrungen
« Antwort #4 am: 15.04.2021 18:52 »
Irgendwie, Vortex, hast Du mich mit Deinen Worten auch teilweise an meine frühe Zeit erinnert.

Auch da, also recht früh, machte ich mir so manche ähnliche Gedanken wie Du sie äusserst. Das war so im zarten Teenager-Alter.

Als Jugendlicher ohne jeglichen jemaligen Bravo-Kontakt kannte ich da nix anderes ausser das seit den 50er Jahren gefestigte, bürgerlich festgefahrene Rollenmodell. Selbst, dass Männer Männer lieben können, ging an mir als Tatsache eher vorüber. Oder als mein Onkel sich mal empörte, es gäbe "Mannfrauen" oder "Fraumänner", hatte das zwar meine Aufmerksamkeit sekundenweise erhöht, spielte bei mir aber trotzdem irgendwie keine besondere Rolle.

Im Grunde war ich "die Unschuld vom Lande' und schaffte es, gelegentlich so Parolen wie "Röcke für Männer" oder "Jungs können auch Röcke tragen" in ausgediente Zeitungen an den Rand zu schreiben, sozusagen als Hilferuf, ehe sie ins Altpapier wanderten und drei Tage später samstags von der Dorfjugend abgeholt wurden. In der Hoffnung, irgendjemand da draussen möge sich mit meiner Idee infizieren.

Vermutlich ging das ungesehen in den Einweichbottich. Aber der formulierte Gedanke lebt jetzt vielleicht in unzähligen Altpapierbüchern oder sonstigen Kartons weiter.

Einzige Informationsquellen waren für mich irgendwelche Zahnarztheftchen im Wartezimmer oder mal eine Fernsehzeitschrift, woraus ich dann von der Existenz von Crossdressern ("normale Männer", die es lieben, bevorzugt zusammen mit ihren Ehefrauen, gelegentlich als Frau ins Café oder sonstwie ins Städtchen zu gehen).

All die Sonderformen, die ich dann doch ohne Bravo über die Jahre kennenlernte, machten mich aber in keinster Weise an.

Und so schrieb ich noch im Studium auf Tafeln, auf die vollgekritzelten Tische und Möbel immer mal schön fleissig meine Parolen wie "Röcke für Männer". Es dauerte etliche Semester, bis ich dann anfing, in Röcken dort zu erscheinen. Angefangen damit habe ich, als ich in den Sommersemesterferien dort hin bin. Da war nicht viel los, bin dem ein oder anderen Bekannten begegnet, ja, dann war´s raus, dann praktizierte ich das immer öfters - und lustvoll.

Aber sicher war ich mir immer, ich bin nix, was mir sonst in den Medien begegnete, ich bin ein Mann, so wie man sich das rollenklischeemässig vorstellt, der einfach nur Hosen unbequem findet und deswegen keine anziehen will.

Die Fragen, die Dich umtreiben, Vortex, die stellte ich mir auch immer wieder, mit ziemlich immer der gleichbleibenden Antwort.

Von Fetisch wusste ich damals als "Unschuld vom Lande" nichts. Und ja, retrospektiv, ein klein wenig machte mich das schon im Privaten sexuell an - aber kein Wunder, das war in der Zeit - also das Alter, wo sowieso einiges rauswollte, ob es grade die passendste Gelegenheit war oder weniger.

Ich denke, das sind alles so Gedanken, die die meisten von uns so ziemlich bewegten oder noch bewegen. Ich finde spannend, wie die Parallelen zwischen uns allen zu entdecken sind, aber auch die individuellen Nuancen. Darum nur Mut, lasse uns weiter teilhaben an Deinen Gedanken und Fragen.

Meine - schnellgefasste - Antwort auf all diese Fragen ist: Einfach machen und wohlfühlen. Und entdecken, womit/worin man sich noch wohlfühlt.

Und das wichtigste ist: Deine, meine, unsere Mitmenschen haben am meisten Lebensqualität, wenn wir uns wohlfühlen!

Gruß,
Wolfgang

Offline culture skirt

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Antw:Meine Erfahrungen
« Antwort #5 am: 15.04.2021 19:17 »
und schon geht das nichtssagende Gesabbel weiter.

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LG, Micha

Offline culture skirt

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« Antwort #6 am: 15.04.2021 19:22 »

Und das wichtigste ist: Deine, meine, unsere Mitmenschen haben am meisten Lebensqualität, wenn wir uns wohlfühlen!

Gruß,
Wolfgang
Das halte ich für goßen Unsinn. Eher gelten wir für fast alle, immer noch als visuelle Umweltverschmutzung, obwohl andere selber draußen wie Penner rumlaufen..

Offline Skirtedman

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Antw:Meine Erfahrungen
« Antwort #7 am: 15.04.2021 19:39 »
Eher gelten wir für fast alle, immer noch als visuelle Umweltverschmutzung, obwohl andere selber draußen wie Penner rumlaufen..

Schön, Jule, dass Du das im Thread "Meine Erfahrungen" postest. Das sind dann wohl Deine Erfahrungen.

Meine Erfahrungen sind glücklicherweise andere.


und schon geht das nichtssagende Gesabbel weiter.

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LG, Micha

Zum einen konnte Vortex ganz offensichtlich etwas damit anfangen, zum anderen kann ich damit etwas anfangen.
Es tut mir leid, wenn Du damit nichts anfangen kannst, Jule, aber deswegen musst Du niemand anderen beleidigen!

Offline MAS

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« Antwort #8 am: 15.04.2021 20:31 »
Ja, wem es nichts sagt, fehlt einfach die Passung.

LG, Micha
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Offline culture skirt

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« Antwort #9 am: 15.04.2021 20:33 »
Dann erklär mir mal wie und wieso sich die Lebensqualität der Mitmenschen verbessern sollte, wenn du dich wohlfühlt?
Füllt sich dadurch deren Konto, wenn die an chronischen Geldmangel leiden? Können die sich wegen dir ein größeres Haus leisten, für eine bessere Lebensqualität oder ein besseres Auto? Was?

Offline MAS

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« Antwort #10 am: 15.04.2021 20:39 »
Wenn ich gesunde und gut gelaunte Menschen um mich herum habe, geht es mir besser, als wenn ich kranke und schlecht gelaunte Menschen um mich herum habe.
Wenn ich also gesund bin, vor allem auch seelisch, und eine gut gelaunte, positive Ausstrahlung habe, geht es den andern Menschen auch besser. Vorausgesetzt natürlich, sie sind empathiefähig/mitfühlend. Wer nicht empfänglich ist für die Signale anderer Menschen oder autistisch nur in sich selbst verschlossen ist, mag das anders empfinden.

Ich gucke jetzt "Mare-TV" über die Ionischen Inseln, habe ein Hook-Norton Flagship India Pale Ale im Glas, mir geht es gut, ich fühle mich wohl. Spürt das jemand?

LG, Micha
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Offline culture skirt

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« Antwort #11 am: 15.04.2021 20:48 »
Wenn ich gesunde und gut gelaunte Menschen um mich herum habe, geht es mir besser, als wenn ich kranke und schlecht gelaunte Menschen um mich herum habe.
Wenn ich also gesund bin, vor allem auch seelisch, und eine gut gelaunte, positive Ausstrahlung habe, geht es den andern Menschen auch besser.
schon klar... Die sind dann alle plötzlich schmerzfrei und quick vitel. Ich glaubs auch. Komisch, dass viele ne Schnauze ziehen, wenn man fröhlich im Rock durch die Stadt läuft, bis die einen selber mit ihrer Laune runtergerisse haben.

Spürt das jemand?

LG, Micha
Nein.

Offline Skirtedman

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« Antwort #12 am: 15.04.2021 20:52 »
Danke für Deine Nachfrage, Jule.

Ja, alles, was Du anführst, kann das Ergebnis sein.

Indirekt natürlich.

Jule, Du kannst Dir doch sicherlich leicht vorstellen, wenn Du unter einem Dach (will heißen in der selben Wohnung) mit jemandem zusammenwohnst, der/die /das ein wahrer Quälgeist ist, dann schlägt Dir das irgendwann bestimmt auf die Psyche.

Du wirst weniger entspannt, Dein Blutdruck steigt, Du fühlst Dich gereizt, Du schläfst schlecht, Du ärgerst Dich ständig aufs Neue, Du wirst fast wahnsinnig, selbst Deine Kollegen merken das, vielleicht auch der Chef, Du wirst nicht befördert, Du laufst griesgrämig draussen rum, die Welt gefällt Dir nicht.

So. Jetzt nimm an, Dein/e Mitbewohner*in wird von einem Mal von einem fortwährenden Quälgeist plötzlich und dauerhaft zu einem gut verträglichen Menschen. Mit einem Mal schläfst Du besser, Du bist längst nicht mehr so angespannt, Du musst Dich nicht mehr fortwährend ärgern, das Schöne in der Welt gefällt Dir auf einmal usw. usf. Kurzum: Deine Lebensqualität verbessert sich ungemein!

Jetzt stell Dir alles wie oben vor, nur mit vertauschten Rollen: Also, Du bist der Mitbewohner*in. Du bist also der immerwährende Quälgeist. Auf einmal entdeckst Du, dass Du endlich was für Dich tun kannst, dass es Dir innerlich besser geht. In unserem Fall also: Du ziehst Dir Kleidung an, die Dich schon immer angesprochen hat. Du hast es aber nicht getan, weil Du dachtest, das ginge nicht. Jetzt siehst Du, dass es doch geht und nimmst Dir einfach das Recht heraus, das zu tun, was Dir endlich guttut.

Kein Wunder also, dass Du zuvor, weil Du unzufrieden mit Dir warst, auch nicht ein allzu angenehmer Mensch im Umgang mit anderen, und auch mit Deiner/m Mitbewohner*in/Partner*in sein konntest, da Du ja innerlich und körperlich mit Dir im Unreinen warst. Das aber hast Du jetzt behoben (bzw. bist im Prozess, das zu beheben) und folglich kannst Du auch viel netter, liebevoller, offener zu Deinen Mitmenschen sein. Deine Wandlung nutzt nicht nur Dir etwas, diese Wandlung nutzt auch Deinen Mitmenschen. Ergo, wie wir oben auch schon in der ursprünglichen Rollenverteilung auch gesehen haben, steigt die Lebensqualität Deiner Mitmenschen, da Du sie nicht mehr runterziehst, da es Dir ja jetzt besser geht als zuvor.

Ich dachte, dieser Zusammenhang wäre allgemeinverständlich offensichtlich und bekannt. Ich habe Dir diesen Zusammenhang aber gerne noch einmal ausführlich sabbelnderweise erklärt - auch wenn es Mühe machte. Vielleicht war das aber auch längst nicht jedem anderen Mitlesenden hier auf diese Weise klar.

Gruß
Wolfgang

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Antw:Meine Erfahrungen
« Antwort #13 am: 15.04.2021 22:15 »
och mensch, kannst du dich kürzer fassen. Dieses Gesabbel.

Du wirst weniger entspannt, Dein Blutdruck steigt, Du fühlst Dich gereizt, Du schläfst schlecht, Du ärgerst Dich ständig aufs Neue, Du wirst fast wahnsinnig, selbst Deine Kollegen merken das, vielleicht auch der Chef, Du wirst nicht befördert, Du laufst griesgrämig draussen rum, die Welt gefällt Dir nicht.
Befördert werde ich so und so nicht. Auf welche Position? Ich arbeite in einem privaten Betrieb und nicht in einer steuerfinanzierten Staatsbude wie du vielleicht. Und derzeit nervt mich mein Chef mit seinen erstellen von Konzepten.

So. Jetzt nimm an, Dein/e Mitbewohner*in wird von einem Mal von einem fortwährenden Quälgeist plötzlich und dauerhaft zu einem gut verträglichen Menschen. Mit einem Mal schläfst Du besser, Du bist längst nicht mehr so angespannt, Du musst Dich nicht mehr fortwährend ärgern, das Schöne in der Welt gefällt Dir auf einmal usw. usf. Kurzum: Deine Lebensqualität verbessert sich ungemein!
Wo ist der Unterschied, zu dem, wenn ich alleine bin? Nichts ist anstrengender als unter Menschen, denen man sogar als 5 mal erklären muss, wie meinem Chef derzeit, weil er wie Michael jetzt genauso irgendwelche Wörter doppelt interpretiert.
Da steht im Konzept um was es geht, dann folgt der Punkt Anforderungen und er fragt, Anforderungen von was? Eh....

Jetzt stell Dir alles wie oben vor, nur mit vertauschten Rollen: Also, Du bist der Mitbewohner*in. Du bist also der immerwährende Quälgeist. Auf einmal entdeckst Du, dass Du endlich was für Dich tun kannst, dass es Dir innerlich besser geht. In unserem Fall also: Du ziehst Dir Kleidung an, die Dich schon immer angesprochen hat. Du hast es aber nicht getan, weil Du dachtest, das ginge nicht. Jetzt siehst Du, dass es doch geht und nimmst Dir einfach das Recht heraus, das zu tun, was Dir endlich guttut.

Kein Wunder also, dass Du zuvor, weil Du unzufrieden mit Dir warst, auch nicht ein allzu angenehmer Mensch im Umgang mit anderen, und auch mit Deiner/m Mitbewohner*in/Partner*in sein konntest, da Du ja innerlich und körperlich mit Dir im Unreinen warst. Das aber hast Du jetzt behoben (bzw. bist im Prozess, das zu beheben) und folglich kannst Du auch viel netter, liebevoller, offener zu Deinen Mitmenschen sein. Deine Wandlung nutzt nicht nur Dir etwas, diese Wandlung nutzt auch Deinen Mitmenschen. Ergo, wie wir oben auch schon in der ursprünglichen Rollenverteilung auch gesehen haben, steigt die Lebensqualität Deiner Mitmenschen, da Du sie nicht mehr runterziehst, da es Dir ja jetzt besser geht als zuvor.
Ich krieg den Boge nicht. Wieso sollte jemand, der auf der Straße nervig und mit sich unzufrieden ist, plötzlich was angenehmes für sich  entdecken, nur weil er mich sieht?
Ja genau, ein Nazi wird natürlich sehr nett und liebevoll zu einem sein.

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« Antwort #14 am: 15.04.2021 23:24 »
Es gibt ein altes Sprichwort, liebe Jule:

Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.

Da steckt viel erfahrungsbezogene Weisheit drin.

Ich frage mich dann: Will ich der Wakd sein oder der Rufer? Oder moderner ausgedrückt: Will ich ein Thermometer sein oder ein Thermostat?
Oder für Leute, die Metaphern nicht so sehr mögen, sondern lieber wortwörtliche Rede: Will ich reagieren oder agieren?

Was willst Du sein, Jule?

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