Autor Thema: Wirksamkeit in der Öffentlichkeit  (Gelesen 4783 mal)

Offline Lars

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #30 am: 14.12.2021 14:04 »
Erstmal danke für die Blumen, mit vielen Rock-"Promis" in einem Satz genannt zu werden.  8) :D
 
Problematisch sehe ich es, wenn die "Promis" nicht ausgewogen gemischt, sondern überwiegend aus der Homo-, oder Transszene stammen, mit denen viele Heteros nicht in Verbindung gebracht werden wollen.

Ich habe nichts geben die genannten Gruppen. Es sind Menschen wie alle anderen auch.
Das heißt allerdings NICHT, daß ich mit diesen Gruppen in einen Topf geworfen werden möchte oder auf eine Party gehen möchte.
Dort gibt es andere Umgangsformen und Erscheinungsweisen als ich sie an den Tag lege. Und das kann ich absolut so stehen lassen.
Sofern ich selbst entscheiden kann, ob und wie weit ich damit eine Verbindung eingehe ...
 
Wenn man in seinem Auftreten authentisch und echt ist, kommen die Leute gar nicht erst auf die Idee, eine passende Schublade zu suchen. Unabhängig davon, was sie im Fernsehen gesehen haben. Klar denkende Menschen können da sehr gut differenzieren. Das ist das Schöne daran.
 
Viele Grüße,
Lars
Wissenschaft ist der letzte Stand des Irrtums

Offline Hanna

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #31 am: 14.12.2021 14:47 »
Das heißt allerdings NICHT, daß ich mit diesen Gruppen in einen Topf geworfen werden möchte oder auf eine Party gehen möchte.       
Du musst keine bedenken haben mit der einstellung gehen sie mit dir an keine party.
Es ist unglaublich was ich da lesen muss.

Vielen dank so weiss ich endgültig bescheid :P

Offline sentinel

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #32 am: 14.12.2021 15:07 »
Wenn du hier solche ansichten über homosexuelle und transmenschen vertritts habe ich auf diesem forum nichts mehr verloren.

Iss aber auch hinterhältig diese verfluchte Meinnungsfreiheit! pfui!
S2VpbiBCb2NrIGF1ZiBlZ29pc3Rpc 2NoZSBTZWxic3RkYXJzdGVsbGVyIH VuZCBJZGlvdGVuIQ==

Offline Skirtedman

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #33 am: 14.12.2021 16:04 »
Haha, Sentinel, Du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht!

Problematisch sehe ich es, wenn die "Promis" nicht ausgewogen gemischt, sondern überwiegend aus der Homo-, oder Transszene stammen, mit denen viele Heteros nicht in Verbindung gebracht werden wollen.

Wer schon wenig Mut hat, mit Rock in die Öffentlichkeit zu gehen, der sollte wenigstens in öffentlichen Berichten auch sein Pendant finden und von Passanten und Nachbarn nicht aufgrund einseitiger Berichterstattung Gefahr laufen müssen in eine falsche "Schublade" gesteckt zu werden.

Gruß Z.

Ich habe noch mal bewusst den kompletten Aussagezusammenhang hier zitiert.

Diese Aussage kann man sich noch mal langsam auf der Zunge zergehen lassen.

Der eine empfindet eher einen Geschmack von Abscheu, dem anderen ruft der Geschmackscocktail vertraute Erinnerungen hervor.

Der eine fühlt sich getroffen. Der andere eher abgeholt in seinen Gedanken.

Ja, die Meinungsvielfalt ist bunt. Die Empfindungen sind ebenso vielfältig. Und wir hier im Forum sind genauso bunt. Es gibt so ein gemeinsamer Kernbereich, in dem viele sich überschneiden, aber eben auch die erkennbaren, schillernden Unterschiede, die das Potential haben sich voneinander zu differenzieren.

Was Zareen anspricht, ist das heute fast unaussprechliche Grundproblem, was den allgemeinen Mann - uns überwiegend und recht viele Ausnahmen nicht mit eingeschlossen - eben davon abhält, zu Hosenalternativen zu greifen.

Der Appell, mit anderen abgrenzbaren Gruppen nicht so hart umzugehen und sie auszugrenzen, bewirkt zwar in der allgemeinen gesellschaftlichen Grundstimmung eine langsam sich öffnende Geisteshaltung, bei der man für sich selber leichter in Anspruch nehmen kann, nicht streng nach genormten Richtschnuren sich in die vorgegebenen Rollen einfügen zu müssen. Andererseits lassen sich Vorbehalte gegen abweichend erscheinende Gruppen auch nicht sofort und vollständig auf die Seite wischen.

Lars drückt es vielleicht nicht ganz so empathisch aus in dem isolierten Satz:
Ich habe nichts geben die genannten Gruppen. Es sind Menschen wie alle anderen auch.
Das heißt allerdings NICHT, daß ich mit diesen Gruppen in einen Topf geworfen werden möchte oder auf eine Party gehen möchte.
(Ich habe ihn dann doch nicht ganz so isoliert zitiert.)

Aber natürlich hat jeder Mensch das Recht, sich so zu definieren, gewisse Gemeinsamkeiten zu Gruppen zu finden, und ewisse Differenzen zu anderen Gruppen eben nicht zu finden. Und dies auch demonstrativ nach aussen tragen, oder weniger demonstrativ. Und auch den Menschen mitzuteilen, bei denen es wichtig erscheint, sie mit dieser Definition zu erreichen.

Auch Frauen, die nun inzwischen ganz selbstverständlich Hosen tragen, trennen sich, und seien sie noch so feministisch, in der Regel von den Männern ab und berufen sich darauf, Frauen zu sein.

Männer, die sich nicht ganz klar, aus welcher Definition heraus auch immer, als Männer sehen, dürfen sich doch auch abgrenzen und auf ihre trennenden Besonderheiten pochen.

Das darf Zareen in seiner Haltung auch. Lars ebenso. Skortsandtights natürlich auch. Jeder darf sich seine Schublade suchen, in der er sich am wohlsten fühlt und muss sie nicht anderen gegenüber verheimlichen. Und wie wohl man sich mit Gruppen oder einzelnen aus anderen Schubladen fühlt, bleibt ebenso jedem frei gestellt, und darf dies auch von Fall zu Fall selbst frei entscheiden.

Ich kann mir auch Begegnungen vorstellen, wo es überhaupt nicht relevant ist, ob und welche Schubladen in Frage kämen.

Das Schöne ist, dass in den letzten Jahrzehnten ja mehr Offenheit entstanden ist - die Schubladen bleiben nicht so strikt geschlossen und ja, vielleicht kommen ja auch mehrere Schubladen in Frage, und ja, vielleicht ist die geeignete Schublade noch gar nicht definiert.

Das hilft natürlich letztlich auch jedem, der vor der Herausforderung steht, seine eigene Schublade zu offenbaren. Und alle, die noch verängstigt ganz hinten in ihrer Schublade kauern, dürfen wohl sich noch auf die wunderbare Erkenntnis hoffen, dass keine Schublade mehr wert ist als irgendeine andere.

Und spätestens hier sind wir doch alle wieder gleich. Und hier im Forum ja noch gleicher, sonst wären wir hier im Forum nicht zusammen!


Online Asterix

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #34 am: 14.12.2021 16:18 »
Manche sehen mich als Mann, andere als Frau, und selbst sag ich, ich bin vom dritten Geschlecht  :laugh:
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Offline high4all

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #35 am: 14.12.2021 17:23 »

Wer schon wenig Mut hat, mit Rock in die Öffentlichkeit zu gehen, der sollte wenigstens in öffentlichen Berichten auch sein Pendant finden und von Passanten und Nachbarn nicht aufgrund einseitiger Berichterstattung Gefahr laufen müssen in eine falsche "Schublade" gesteckt zu werden.

Gruß Z.
Wenn Du Befürchtungen hast, auf Grund Deiner Kleidung in eine falsche Schublade gesteckt zu werden, dann schiebe die Schuld nicht auf die einseitige Berichterstattung (die Formulierung weckt bei mir ungute Gefühle), sondern auf die gesellschaftliche Konditionierung der Leute, die so etwas machen.
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Offline Skirtedman

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #36 am: 14.12.2021 17:49 »
Ich lese heraus, dass Zareen sich wünscht, in den Medien mehr Beispiele zu finden, mit denen er sich selbst gut identifizieren kann.

Das wäre natürlich für jeden die beste Unterstützung, wenn Beispiele sichtbar sind, bei denen man nicht das Gefühl hat zu erklären, dass man selbst aber irgendwie anders ist als die sichtbaren Beispiele.

Das beste Beispiel ist allerdings, wenn man selbst sich in allen seinen eigenen Facetten so zeigt, zum Beispiel den Nachbarn. Nach zwei, drei lernen sie dann am besten die für sie passende Schublade zu ziehen.

Offline Skirtedman

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« Antwort #37 am: 14.12.2021 22:09 »
Korrektur:

Nach zwei, drei Malen der Begegnung lernen sie dann am besten, die für sie passende Schublade zu ziehen.

Offline MAS

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #38 am: 15.12.2021 08:39 »
Moin zusammen!

Ich denke, dass man meistens nicht mit den Menschen in eine Schublade gesteckt werden will, zu denen gerechnet zu werden, einem peinlich ist. Wenn ich z.B. sage, ich sei nicht homo oder trans oder ich sei keine Frau, dann doch deshalb, weil es mir unangenehm ist, zu einer dieser Gruppen gerechnet zu werden. Wenn mich dagegen jemand fälschlicherweise für einen Engländer hält oder für einen vom Mittelaltermarkteam oder für einen Biologen, dann werde ich das zwar auch eventuell korrigieren, aber es wäre da kein unangenehmes Gefühl dabei.

Von Gruppen, zu denen gerechnet zu werden uns peinlich ist, distanzieren wir uns anders, als von Gruppen, denen wir neutral gegenüber stehen oder gar von Gruppen, denen wir gerne angehören würden, auch wenn wir es nunmal nicht tun.

Und da sehe ich tatsächlich ein Problem des mitmenschlichen Respekts.

Wenn die Korrektur rein sachlich ist, ohne unangenehme Gefühle wegen der Falschzuordnung, halte ich die Distanzierung dagegen für problemlos.

LG, Micha
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Offline culture skirt

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #39 am: 18.12.2021 13:06 »
oder für einen vom Mittelaltermarkteam
Also das wäre mir peinlich...  ::)
Ein Kollege war mal auf einem Mittelalterweihnachtsmarkt und der sagte, "die tragen solche hässlichen alten Lumpen als ob die auf der Straße hausen würden. Was soll das?"

Offline Zareen

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Antw:Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
« Antwort #40 am: 28.12.2021 10:15 »
Das heißt allerdings NICHT, daß ich mit diesen Gruppen in einen Topf geworfen werden möchte oder auf eine Party gehen möchte.       
Du musst keine bedenken haben mit der einstellung gehen sie mit dir an keine party.
Es ist unglaublich was ich da lesen muss.

Vielen dank so weiss ich endgültig bescheid :P


Ich glaube da hast Du uns gründlich missverstanden. Viele Antworten auf meinen und den oben von Dir zitierten Post  beschreiben genau unsere Meinung.

Ich freue mich, wenn Du das noch mal liest.
1.) Es geht hier NICHT darum, Homo-, Trans-, oder Menschen mit anderen Gefühlen, Wünschen, oder Bedürfnisseb in diesem Forum abzulehnen.
2.) Weder Hetero-, noch Homo-, oder Transmenschen -oder zu welcher Gruppe sich ein Mensch auch immer zählen mag- sind der Mittelpunkt der Welt.
3.) Gegenseitiger Respekt zeichnet sich dadurch aus, daß man den anderen mit all seinen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen gelten lässt.
4.) Respekt heißt auch, die Gefühle des anderen nicht unangemessen den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen nach verbiegen zu wollen.
5.) Respekt bedeutet, den anderen so gelten zu lassen, wie man selbst gerne wahrgenommen werden möchte.
Das hat nichts damit zu tun, ob ich neu im Forum bin, oder ob ich, oder ein anderer sich auf die Meinungsfreiheit zurückziehen darf.
Fakt ist, jeder darf so leben, wie er möchte und es sollte ihm dabei ein Maximum an Respekt entgegengebracht werden.

Ich meine, ein wichtiger Punkt ist: wenn jemand Trans... ist und sich deswegen gerne so anzieht, um als Frau wahrgenommen zu werden, ist das völlig legitim.
Niemand hat deswegen das Recht, ihn zu diskriminieren.
Trotzdem hat jeder Mensch weiterhin die Freiheit, seine eigene Meinung darüber zu haben und diese auch wo immer er will, respektvoll zu äußern.

Ich nehme meine Umwelt so wahr, daß die meisten von denen hetero ausgerichtet sind (ich übrigens auch). Viele von denen respektieren mittlerweile Menschen, die "anders" als sie sind. Aber... viele eben auch nicht. Und leider lassen sich heute immer noch die meisten Menschen ihre Meinung vom TV machen.

Wenn nun im Laufe der Zeit einige Beiträge über rocktragende Männer erscheinen und der überwiegende Teil der Beiträge vermittelt dem Zuschauer "Wer als Mann Röcke trägt, ist schwul, transsexuell, oder sonst etwas, das nicht in das 'Normdenken' von Verfechtern bestimmter Meinungen passt," meine ich, daß damit sehr wohl eine respektlose Schieflage seitens der Medienmacher in die Köpfe der TV-Konsumenten impliziert wird.

Ich möchte als rocktragender Hetero wahrgenommen werden, der anderen Heteromenschen zeigt, "es ist nichts dabei, ihr behaltet Eure Männlichkeit, auch, wenn Ihr Rock tragt."
Ich glaube, die Gesellschaft im Allgemeinen ist noch lange nicht so weit, daß sie einfach etwas respektiert, was anders als das ist, was in ihren Köpfen als Schubladen existiert.

Beispiel aus meinem Umfeld. Wir hatten in der Nachbarschaft einen transsexuellen Mann wohnen (ich nenne ihn mal Jan). Ich kannte ihn noch als Mann. Irgendwann ließ er sich umoperieren. Für mich war das SEINE Angelegenheit. Ich habe kein Recht, darüber negativ zu urteilen. Und meine neue Nachbarin (sie nannte sich danach Lucy - ich gebe die realen Namen nicht wieder, weil sie noch lebt) begann, immer öfter Kleider und Röcke zu tragen. Darüber zerrissen sich die Leute das Maul. Da sie starke psychische Probleme hatte, lief sie eines Tages Nackt durch die Straßen und fuhr unter Androhung, sich das Leben nehmen zu wollen mit ihrem Auto Amok.
Es passierte nichts weiter Schlimmes, ein Großaufgebot Polizei fand sie dann irgendwann in einem Wald. Bei der Suche nach Hinweisen auf die Identität der Person brach die Polizei ihre Haustür auf, und fand eine Miniplantage Hanf.
Und zwei Jahre später beginne ich mit Röcken in der Öffentlichkeit herum zu laufen.

Kannst Du den Unterschied verstehen? Ich hatte überhaupt kein Interesse daran, bei meinen Nachbarn in die Schublade "drogenkonsumierender Transvestit" gesteckt zu werden. Obwohl ich einer der wenigen Menschen in der Nachbarschaft war, der Lucy so respektierte und akzeptierte, wie sie war und überhäupt keine Hemmungen hatte, mich mit ihr zu unterhalten, war das Tragen von Röcken bei mir etwas ganz anderes.

Ich meine, jeder Mensch hat das Recht, als das erkannt zu werden, was er sein möchte
Ebenso hat er das Recht, sich gegen das abzugrenzen was er nicht sein möchte.
Allerdings sollte er den Respekt, den er von anderen erwartet, ebenso anderen entgegenbringen.

Ich lese Deinen Einwand so: Du hast hier im Forum eine Plattform für das gefunden, wie Du gerne leben möchtest. Das ist OK und ich glaube, keiner will es Dir verwehren. Freie Meinungsäußerung heißt aber auch, daß andere Menschen dieses Forum ebenso als Plattform nutzen dürfen um sich darüber zu äußern wie sie gerne leben möchten. Und es heißt für alle, daß sie auch offen über ihre persönlichen Grenzen sprechen dürfen. Und das kann man sehr gut, auch ohne andere zu diskriminieren.

Und wenn ich empfinde, daß in TV-Beiträgen unausgewogen berichtet wird und daß das viele Bürger veranlassen wird, mich mit Menschen zu vergleichen, von denen ich mich abgrenze, ACHTUNG! FEINER WICHTIGER UNTERSCHIED: nicht, die ich ausgrenze!, dann darf ich das auch mit allem Respekt gegenüber Menschen mit anderen Lebenseinstellungen kundtun.

Zählten auch 50% meiner Freunde zu Schwulen, Lesben, und Transmenschen und würde ich mich mit diesen Menschen öffentlich sehen lassen, bedeutete dieses noch lange nicht, daß ich deswegen mein Heteroleben aufgeben würde. Ebensowenig wie ich mich überzeugen lassen wollte, ihr Leben zu übernehmen, würde ich versuchen, sie von meinem Leben zu überzeugen.

Schubladendenken ist nun mal eine notwendige Strategie unseres Gehirns. Aber es ist wichtig, diese Schubladen selbst zu definieren und sie sich nicht durch Medien vorgeben zu lassen.
Mann-sein hängt nicht vom Tragen einer Hose ab.
Warum dann nicht Rock tragen? Nur Mut....

Offline MAS

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« Antwort #41 am: 28.12.2021 10:34 »
Lieber Zareen,

das klingt nun aber nicht so, als würdest Du Dich weigern, zusammen mit Transgendern auf eine Party zu gehen, solange sie Dich als heterosexuellen Cismann akzepieren. Aber genau diese Weigerung hat Lars zum Ausdruck gebracht. Und darüber hat Johanna sich aufgeregt.

Die Presse, die das Rocktragen von Männern gerne mit transgender in verbindung bringt, bringt aber transgender nicnt unbedingt mit Drogenkonsum und Amoklauf in Verbindung. Das hast Du durch das Beispiel mit Deiner Nachbarin gemacht. Ich habe keine Ahnung was öfter vorkommt, dass ein Rockträger transgender ist oder dass ein Transgender Amok läuft. Ich nehme aber an, ersteres. Also die Verbindung vom Rocktragen zum Amoklauf ist schon lose. Sollten meine Nachbarn solche Verbindungen ziehen, würde ich sie nicht mehr ernst nehmen können.

LG, Micha
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Offline culture skirt

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« Antwort #42 am: 28.12.2021 11:28 »
Wenn in deiner Nachbarschaft 3 Rockträger leben, die psychische Probleme haben und  davon fahren 2 bekifft Amok um sich das Leben zu nehmen, werden die Leute das auch mit dir und jeden anderen Rockträger in Verbindung bringen wenn sie den nicht näher kennen. Dazu braucht es keine Presse. Die wahrscheinlichste Sorge der Leute ist Pädophilie die bei den Leuten bei Männern in Röcken mitschwingt in Verbindung mit Kindern.

Gruß

Offline Zareen

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« Antwort #43 am: 28.12.2021 23:20 »

Wer schon wenig Mut hat, mit Rock in die Öffentlichkeit zu gehen, der sollte wenigstens in öffentlichen Berichten auch sein Pendant finden und von Passanten und Nachbarn nicht aufgrund einseitiger Berichterstattung Gefahr laufen müssen in eine falsche "Schublade" gesteckt zu werden.

Gruß Z.
Wenn Du Befürchtungen hast, auf Grund Deiner Kleidung in eine falsche Schublade gesteckt zu werden, dann schiebe die Schuld nicht auf die einseitige Berichterstattung (die Formulierung weckt bei mir ungute Gefühle), sondern auf die gesellschaftliche Konditionierung der Leute, die so etwas machen.

Ich habe inzwischen keine Probleme mehr damit, in eine falsche Schublade gesteckt zu werden - klar freut sich jeder Mensch über die "richtige" Schublade. Aber wie sagt ein Spruch: die einen kennen mich, die anderen können mich.

Die Frage ist doch: woher kommt die gesellschaftliche Konditionierung der Leute?
Wohl wenige sind doch bislang wohl bereit gewesen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und Menschen außerhalb ihres angestammten Denkmusters wirklich einmal kennen lernen zu wollen.

Vielleicht habe ich etwas mehr Erfahrung gesammelt weil ich im Kundendienst ein breites Spektrum Menschen kennenlernen durfte. Und sehr viele Klischees kann ich denn nun mal nicht bestätigen.

Vielleicht liegt es daran, daß viele Männer einfach keinen Mut zum Rocktragen haben. Das sagen mir jedenfalls viele - Männer!
Sind es aber nicht gerade die Klischees, die Männer davon abhalten, den Mut zum Rocktragen aufzubringen?
Und wer trägt maßgeblich zu den Klischees der Durchschnittsbevölkerung bei? Woher beziehen die meisten Menschen ihre Meinung?

Und genau deswegen wünsche ich mir von genau der Seite mehr ausgewogenere Berichterstattung.
Mann-sein hängt nicht vom Tragen einer Hose ab.
Warum dann nicht Rock tragen? Nur Mut....

Offline Zareen

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« Antwort #44 am: 28.12.2021 23:49 »
Lieber Zareen,

das klingt nun aber nicht so, als würdest Du Dich weigern, zusammen mit Transgendern auf eine Party zu gehen, solange sie Dich als heterosexuellen Cismann akzepieren. Aber genau diese Weigerung hat Lars zum Ausdruck gebracht. Und darüber hat Johanna sich aufgeregt.

Die Presse, die das Rocktragen von Männern gerne mit transgender in verbindung bringt, bringt aber transgender nicnt unbedingt mit Drogenkonsum und Amoklauf in Verbindung. Das hast Du durch das Beispiel mit Deiner Nachbarin gemacht. Ich habe keine Ahnung was öfter vorkommt, dass ein Rockträger transgender ist oder dass ein Transgender Amok läuft. Ich nehme aber an, ersteres. Also die Verbindung vom Rocktragen zum Amoklauf ist schon lose. Sollten meine Nachbarn solche Verbindungen ziehen, würde ich sie nicht mehr ernst nehmen können.

LG, Micha

Nein, ich würde zu einer solchen Party nicht unbedingt Hurra rufen, aber ich würde mich nicht strikt weigern.
Ich verstehe nicht, sich darüber so aufzuregen. Aber OK, das ist dann Johannas Sache. Ich lehne sie deswegen nicht ab.

Daß die Presse Rockträger eher mit Transgendern in Verbindung bringt als mit drogenkonsumierenden Amokläufern, (auch wenn diesesmal keine Gewalt gegen Menschen im Spiel war) ist vielleicht für die Allgemeinheit interessant, aber es hat hier in meinem Umfeld eine sehr hohe Bedeutung für mich.

Ich finde es wichtig, daß auch in meinem Umfeld die Menschen in erster Linie mich sehen und erst dann "ach, der trägt heute mal wieder Rock", statt "der trägt heute ja schon wieder Rock, was ist das nur für einer?"
Es geht mir dabei nicht ausschließlich nur darum, "meine Haut zu retten", sondern den Menschen zu zeigen, Kleidung - in diesem Fall Rock - hat -zumindest bei mir- nichts mit der Identifikation des Geschlechts zu tun.

Und genau da sind wir wieder bei den Klischees und vielleicht auch dabei, daß es irgend einen Punkt gibt, an dem man auf die Klischees der anderen einfach "verzichten" muss, um einfach "sein eigenes Ding" zu machen.
Mann-sein hängt nicht vom Tragen einer Hose ab.
Warum dann nicht Rock tragen? Nur Mut....

 

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