Autor Thema: Der Drang, sich immer und immer wieder rechtfertigen zu müssen  (Gelesen 4663 mal)

Offline MAS

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Der Drang zur Rechtfertigung wird auch verursacht durch einen ZWANG zur Rechtfertigung
....
Verstehe ich das richtig, dass ein "Drang" von innen kommt, während ein "Zwang" von außen aufgezwungen wird?
Diesen äußeren Zwang kann ich auch im Rest deines Beitrags nicht erkennen. Du hast ein anderes Weltbild als ich. OK. Und wer MUSS sich jetzt rechtfertigen?

Liebe Grüße
Michael

Lieber Namensvetter,

ja, der Autor der zitierten Zeilen hat nicht nur eine anderes Weltbild, sondern auch eine andere Agenda, wie mir seit langem scheint. "Anders" im Vergleich zu denen, die er in seinem selben Beitrag "Systemlinge" nennt. Was für ein Wort!

Es gibt ja politische Kräfte, die das derzeitige System - das zumindest ansatzweise demokratische  - ersetzen wollen durch ein populistisches gemäß dem alten römischen Motto "panem et circenses". Sie nennen das dann "demokratisch", "Volkes Wille" und so weiter, definieren "Demos", also "Volk" dann aber sehr exklusiv. Da gehören dann nur Menschen mit bestimmten Merkmalen dazu. Und das bestimmt dann eine neue Elite, die das neue Deutschland in eine glänzende Zukunft zu führen behauptet. 

"Unwichtige Leute kann man auch einfach ziehen lassen."

Wer ist unwichtig, möchte ich da fragen. Also so generell und überhaupt. Mit unwichtigen Leuten kann man auch sonst was anstellen. Vor allem, wenn sie kein Mitspracherecht haben.

Also ich rechtfertige micht lieber, als dass ich einen Menschen als unwichtig einstufe. Ich möchte ja von ihm auch nicht als unwichtig eingestuft werden, auch wenn ich es für seine Interessen vielleicht bin.

Und wenn ich bestimmten Moralvorstellungen widerspreche, dann nicht aus Verachtung für die Moral, sondern weil ich meine, selbige konsequenter zu denken. Auch Jesus hat sich nicht über die jüdische Moral gestellt, sondern sie konsequenter realisiert als die "Systemlinge". Ha, jetzt verwende ich dieses Wort auch selbst. Aber es hat sich leicht geändet.

LG, Micha

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Offline GregorM

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Aus irgendwelchen Gründen schwebt bei ihr die latente Angst mit das ich irgendwann ganz eine Frau sein möchte.
Ich habe ihr dazu nie einen Grund geliefert und ich sage ihr auch immer wieder das es mir darum nicht geht.

Ja, aber nur DU weißt mit Sicherheit, dass du nicht Frau sein möchtest.

Vielleicht weiß deine Frau, dass du dich mit Crossdresser Foren beschäftigt hast? Und dass sich dort Männer mit Mädchennamen schmücken? Die Annahme, dass du dann lieber Frau wärest, liegt doch auf der Hand, auch wenn sich Crossdresser selbst es anders sehen möchten.

Gruß
Gregor
Gruß
Gregor

Offline SW Michl

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...
Der erste Teil war wohl an jemand anderen gerichtet.  :)

Zitat
"Unwichtige Leute kann man auch einfach ziehen lassen."

Wer ist unwichtig, möchte ich da fragen. Also so generell und überhaupt. Mit unwichtigen Leuten kann man auch sonst was anstellen. Vor allem, wenn sie kein Mitspracherecht haben.

Also ich rechtfertige micht lieber, als dass ich einen Menschen als unwichtig einstufe. Ich möchte ja von ihm auch nicht als unwichtig eingestuft werden, auch wenn ich es für seine Interessen vielleicht bin.

Auch ich halte niemanden für unwichtig, nur kann ich gut damit leben, wenn jemand ein (IMO) unzutreffendes Bild von der Welt hat. Ich traf mich gerade heute Vormittag mit ein paar sehr angenehmen Zeitgenossen, deren grundlegendes Weltbild mit unserem nicht im Ansatz in Einklang zu bringen ist. Auch sie wissen das. Sie sind mir sehr wichtig. Bald treffen wir uns wieder. Aber das ist ja auch nicht die Situation für die Frage 'Rechtfertigung oder nicht'.

Rechtfertigungen kommen dann ins Spiel wenn Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung nicht zusammenpassen:

Einen Rechtfertigungsdrang verspüre ich nur dann, wenn jemand ein IMO unzutreffendes Bild von mir hat - z.B. wenn ich aufgrund nonkonformer Kleidung für GBTQ...(ohne L) gehalten werde. Aber ich versuche dem Drang teilweise zu widerstehen, denn alles, was über eine kurze Darstellung meiner Sichtweise hinausgeht, bringt keinen weitergehenden Nutzen.

Das Bild, das andere von mir zeichnen, kann ich nur durch meine Haltung als Model beeinflussen, nicht indem ich dem Zeichnenden sage, wie er den Stift führen soll.

Zitat
Und wenn ich bestimmten Moralvorstellungen widerspreche, dann nicht aus Verachtung für die Moral, sondern weil ich meine, selbige konsequenter zu denken.

Ja, das geht mir auch manchmal so.  :-\

Liebe Grüße
Der Micha mit dem -el hinten dran  ;)

Offline Chris

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Vielleicht weiß deine Frau, dass du dich mit Crossdresser Foren beschäftigt hast? Und dass sich dort Männer mit Mädchennamen schmücken? Die Annahme, dass du dann lieber Frau wärest, liegt doch auf der Hand, auch wenn sich Crossdresser selbst es anders sehen möchten.

Hallo Gregor

Ja das weiß sie weil ich es ihr erzählt habe. Ebenfalls habe ich ihr aber mehr als einmal gesag, das ich niemals eine Frau sein möchte sondern sich mein Interesse nur auf die Kleidung bezieht. Mir ist natürlich auch klar das wahrscheinlich schon einige Männer das ihren Frauen erzählt haben und sich dann doch in die zuvor abgelehnte Richtung entwickelt haben.
Nachdem das bei mir aber nun schon seit vielen Jahren nicht passiert ist und ich auch keine Anstalten diesbezüglich entwickelt habe, könnte ich doch vielleicht erwarten das sie mir glaubt, oder?
Aber ich verstehe deinen Einwand und versuche auch immer mich in meine bessere Hälfte hineinzuversetzen. Schön wäre eben wenn sie das auch mal umgekehrt tun würde.

Kleine Randnotiz: Aus dem CD-Forum bin ich übrigens rausgeflogen weil ich zu lange inaktiv war. Als ich dort noch aktiv war hatte ich eigentlich nur Kontakt zu denjenigen die wie wir nur an Kleidung interessiert sind aber nicht das Bedürfnis haben eine Frau zu werden.

VG, Chris
... bei der Kleidung hört die vielgepredigte Gleichberechtigung dann wohl allem Anschein nach auf...


Offline Silkman

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Hallo Chris,
vielleicht täusche ich mich ja, aber mir klingt das Beschriebene so, als ob deine Kollegen Deinen wunden Punkt entdeckt haben und bei jeder Gelegenheit ausnutzen um zu sticheln.

Hallo Cephalus,
da hast du mit ziemlicher Sicherheit recht und was das Sticheln angeht haben meine Kollegen das mehr als perfektioniert.
Ich habe schon ein einigermaßen dickes Fell aber irgendwann geht mir dann doch auch mal der Hut hoch.
Passt den lieben Kollegen dann auch wieder nicht und dient als Anlass für weitere (meist blöde) Kommentare. :-\

Hallo Chris,
das erinnert mich sehr an meine Schulzeit, wo es gereicht hat dass meine Turnschuhe nur 2 Deichmann-Streifen hatten, statt deren dreien derer von Adi... oder vergleichbar.

Diese Strukturen geistiger Weitsicht (noch nicht mal bis zum Tellerrand) gibt es in genügenden Hirnen halt immer noch, und wenn Du in einer Firma gelandet bist wo sich diese anhäufen, gilt leider: You just can't win - mal verlierst Du, mal gewinnen die anderen.

Beste Grüße,
Jürgen

Offline Silkman

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Hallo Chris,
das sollte jetzt kein abtörner sein,

als ich in meiner jetzigen Firma angefangen hab, hätte ich es nie gewagt auch nur über Röcke während der Arbeit nachzudenken, es war ein neidzerfressenes Unternehmen mit einem Betriebsklima fast wie beiden Nürnberger Prozessen... Da wär ich niiemals im Rock...

Und jetzt, 14 Jahre später?

Eine Belegschaft die sich gegenseitig respektiert, und vielmals auch zu Freunden geworden ist (oder auch vorher schon war), wo offenheit und Toleranz gepredigt wird - werde ich demnächst auch rausfinden, ob das auch für Rockträger gilt  ;)

Also kann sich auch Dein Umfeld - mit ein bisschen Glück - positiv ändern.

Achja, und der damalige Betriebsleiter, den ich sehr schätzte, hat uns auf seine Finca in Spanien eingeladen - falls  es uns nicht stören würde dass sie jetzt Nudisken seien

Offline Chris

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das erinnert mich sehr an meine Schulzeit, wo es gereicht hat dass meine Turnschuhe nur 2 Deichmann-Streifen hatten, statt deren dreien derer von Adi... oder vergleichbar.
Diese Strukturen geistiger Weitsicht (noch nicht mal bis zum Tellerrand) gibt es in genügenden Hirnen halt immer noch, und wenn Du in einer Firma gelandet bist wo sich diese anhäufen, gilt leider: You just can't win - mal verlierst Du, mal gewinnen die anderen.

Hallo Jürgen
Das mit der Weitsicht ist wahrlich ein Punkt und wenn dann noch genügend geistig Kurzsichtige zusammen sind, dann verliert man tatsächlich.
Das mit den Marken kenne ich auch noch zu gut und selbst wenn es dann mal Markenschuhe waren, dann waren es die falschen oder sie waren nicht "cool" genug waren.

das sollte jetzt kein abtörner sein

Also kann sich auch Dein Umfeld - mit ein bisschen Glück - positiv ändern.


Als Abtörner habe ich es auch nicht verstanden, das passt schon.  ;)

Steter Tropfen höhlt den Stein und irgendwann in gar nicht so weiter Zukunft verabschieden sich die Nörgler in den Ruhestand, was dann vielleicht das bisschen Glück ist welches du meintest.

Viele Grüße
Chris
... bei der Kleidung hört die vielgepredigte Gleichberechtigung dann wohl allem Anschein nach auf...


 

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