Autor Thema: Interreligiöser Dialog  (Gelesen 227031 mal)

Offline chris-s

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #30 am: 06.01.2015 23:01 »
Lieber Michael,

dieser Satz ist sicher für manche etwas provokativ. Andererseits begleitet er mich doch nun schon etwa zwei Jahrzehnte. Und das aus sehr persönlichen Erlebnissen heraus, die ich jetzt hier nicht alle aufzählen kann und möchte. Die Flasche Wein steht hier und vielleicht verschlägt es mich ja auch mal ins Rheinland, wo ich dann einen guten Württemberger mitbringen werde und bei der Gelegenheit gerne erzähle. Da ich seit Oktober Fast-Rentner bin, habe ich etwas mehr Zeit.

Zur Sache selbst. Ich habe mich sehr viel mit den verschiedensten Mythologien beschäftigt, sowohl den vorderasiatischen (Judentum und Ableger / Assyrer) als auch mit Edda, Naturreligionen und natürlich dem griechisch-römischen Götterhimmel und bin dabei auf verbindende und trennende Elemente gestoßen. Die trennenden Elemente finden sich leider im Monotheismus (trotz Lessing!) immer stärker, während die synkretistischen Weltanschauungen m.M. eine lebensbejahendere, positive Haltung verkörpern und nicht ständig eine Drohbotschaft vermitteln.

Als mitteleuropäisch aufgezogener Mensch ist man zunächst vom ethnischen Monotheismus geprägt, den ich seit nun gut 20 Jahren ‚überwunden‘ habe – das Kantzitat ist ein persönlicher Ausdruck dessen. Mythologisch ‚geprägt‘ bin ich sicher von David Campbell und Mircea Eliade, aber auch durch die Originaltexte (Bibel, Sagen des klassischen Altertums, germanische und keltische Mythen, Kalevala, indianische Mythen u.a.).
Das Feld, was sich dabei auftut ist so vielfältig und schön, dass es einfach nur schade ist, wie wenig die Menschen (hier) über andere Menschen, andere Ansichten wissen. Dieses Nichtwissen und Nachschwätzen, was andere sagen (und glauben zu wissen) führt zu Abgrenzung und letztendlich zu Drohungen und Verletzungen. (Weiteres dann doch in einem anderen Rahmen)

Hallo Rock-Aktiv,
ein Problem bei Aufnahmen mit Selbstauslöser ist wohl, dass man dabei nicht immer unbedingt ein intelligentes Gesicht macht. Ob ich fotogen bin, müssen andere entscheiden. Evtl. kann man das ja mal auf einem Rockertreffen klären. ;D

Und, nein ich gehe so nicht raus und ganz sicher jetzt bei diesem Wetter nicht mit kurzem Rock – es wäre mir viel zu kalt. Nachdem ich heute von einem langen Spaziergang heimkam, habe ich es mir so wie auf dem Foto zu sehen ist bequem gemacht und dann die Forumbeiträge alle nochmal gelesen. Dabei kam mir die Idee mit dem T-Shirt.
Im letzten Sommer war ich mit dem T-Shirt allerdings draussen. Einige haben es sicher gelesen; ich hatte jedoch keine Reaktionen.

Schöne Grüße an Alle aus dem
wilden Süden
Chris


Eines kann der Fall sein oder nicht der Fall sein und alles übrige gleich bleiben.
Sapere aude !

Offline MAS

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #31 am: 06.01.2015 23:37 »
Lieber Chris,

ja, das hört sich soweit plausibel an. Polytheistische Religionen waren oft religiös toleranter als monotheistische. Jan Assmann schrieb einiges darüber. Ich sehe es aber ähnlich wie manche Hindus, nämlich dass die verschiedenen Götter Erscheinungsformen des einen Gottes im menschlichen Bewusstsein sind und dieser eine Gott für das menschliche Bewusstsein personale Form annimmt, aber für sich transpersonal ist. Dieser Gott ist aber nicht fassbar und nur im Glauben erlebbar. Wissenschaftlich ein Rätsel, religiös ein Geheimnis.

So, ich muss morgen früh raus, da es wieder nach Bielefeld geht.

Guats Nächtle, wie Ihr in Württemberg sagt! Das wünsche ich auch allen Mitlesenden!

LG, Michael

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Offline Ce_Jäger

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #32 am: 07.01.2015 19:33 »
Hallo Michael und alle anderen :)

[...] Kritikfähigkeit will erlernt sein. In den ersten Jahrhunderten des Islam waren die Muslime viel offener und brachten eine blühene Wissenschaftskultur hervor, viel wissenschaftlicher als zur gleichen Zeit die Christen in Europa.
>> beliebtes Vorurteil. Ersichtlich dass indische Erungenschaften gerne als Zeichen für diese Behauptung gebraucht werden.
(Leider war auch ein großer Teil unserer Aufklährungs-Epoche auf Lügen über das Mittelalter aufgebaut. Beispiel der Gestalt der Erde; die Lehrbücher des Mittelalters beschreiben die Kugelgestalt - nur die Aufklärung beansprucht von "sich" dies den 'doofen Mittelaltern' gezeigt zu haben...)
Leider gibt es viele Romane über die bösen Christen - und manche können Fiktion nicht unterscheiden.


[...] Ich habe es jetzt auch nicht mehr im Kopf, was dazu dadrin stand. Generell heißt es aber im islamischen Rechtsverständnis, dass Selbstmord eine schwere Sünde ist und dass man auch im Kriegsfall keine Zivilisten töten darf. Dagegen verstoßen viele Selbstmordattentäter. Nun, dann definieren sie einfach die Zivilisten zu Soldaten und den Selbstmord als Märytertod, dann passt es für sie oder ihre Auftraggeber wieder. Man kann sich alles zurechbiegen, wenn man will. Das wird aber innerislamisch auch scharf kritisiert.
wird das wirklich kritisiert? Ein "damit hab ich nichts zu tun" (vgl. 'hat mit dem Islam nichts zu tun') wenn man gerade beim Stehlen erwischt wird hat mit "scharf kritisieren" mE. nichts zu tun.
Wer Rushdie tötet bekommt Lebenslanges Asyl und Straffeiheit in mehreren moslemischen Ländern. Zusätzlich zu den über 3Millionen Kopfgeld. (Hier zeigt sich die Perversion auch im Detail: offiziell lehnen es die mehrheit ab, der Fatwa-ersteller ist tot [deswegen kann sie "leider" nicht zurückgenommen werden] aber der Betrag schon zweimal erhöht...



[...] Zusätzlich kommt dann noch ein religiöser Grund im engeren Sinne dazu: Wenn Du glaubst, dass ein Buch von Gott geoffenbart wurde und daher fehlerfrei ist, reagierst Du auf Kritik an dem Buch, die zugleich eine Kritik an Gott ist, sehr empfindlich. Du hast nämlich Angst, dass Dein eigener Glaube verletzt werden könnte und damit alles, was Deinem Leben Sinn gibt.
also ich kann es nur auf meinen Glauben beziehen; ich weiss dass mein Glauben bestimmt nicht perfekt ist - aber DER an den ich glaube, DER ist es.
Die frage ist also folgende:
warum gibt es bei BIBELKRITIK lediglich die richtigstellung von christlicher Seite (die meist pöse fundamentalistisch ist)
und bei Korankritik als Antwort Blutvergiessen?


[...] Und klar gibt es auch noch machtpolitische Gründe, jede Kritik als Beleidigung auzunehmen und sozusagen von Berufs wegen die beleidigte Leberwurst zu spielen. Das können manche muslimische Funktionsträger und Politiker ganz gut.
und dazu wird solchen Leuten auch noch der rote Teppich dafür ausgelegt, sprich viel Sendezeit, wenig investigative Fragen, usw.



_____________________________ _________



Was war der ursprungsgrund von diesem Thread?
PEGIDA,


POSITIONSPAPIER der PEGIDA
1. PEGIDA ist FÜR die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten. Das ist Menschenpflicht!
2. PEGIDA ist FÜR die Aufnahme des Rechtes auf und die Pflicht zur Integration ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (bis jetzt ist da nur ein Recht auf Asyl verankert)!
3. PEGIDA ist FÜR dezentrale Unterbringung der Kriegsflüchtlinge und Verfolgten, anstatt in teilweise menschenunwürdigen Heimen!
4. PEGIDA ist FÜR einen gesamteuropäischen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge und eine gerechte Verteilung auf die Schultern aller EU-Mitgliedsstaaten! (Zentrale Erfassungsbehörde für Flüchtlinge, welche dann ähnlich dem innerdeutschen, Königsteiner Schlüssel die Flüchtlinge auf die EU-Mitgliedsstaaten verteilt)
5. PEGIDA ist FÜR eine Senkung des Betreuungsschlüssels für Asylsuchende (Anzahl Flüchtlinge je Sozialarbeiter/Betreuer – derzeit ca.200:1, faktisch keine Betreuung der teils traumatisierten Menschen)
6. PEGIDA ist FÜR ein Asylantragsverfahren in Anlehnung an das holländische bzw. Schweizer Modell und bis zur Einführung dessen, FÜR eine Aufstockung der Mittel für das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) um die Verfahrensdauer der Antragstellung und Bearbeitung massiv zu kürzen und eine schnellere Integration zu ermöglichen!
7. PEGIDA ist FÜR die Aufstockung der Mittel für die Polizei und GEGEN den Stellenabbau bei selbiger!
8. PEGIDA ist FÜR die Ausschöpfung und Umsetzung der vorhandenen Gesetze zum Thema Asyl und Abschiebung!
9. PEGIDA ist FÜR eine Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern und Migranten!
10. PEGIDA ist FÜR den Widerstand gegen eine frauenfeindliche, gewaltbetonte politische Ideologie aber nicht gegen hier lebende, sich integrierende Muslime!
11. PEGIDA ist FÜR eine Zuwanderung nach dem Vorbild der Schweiz, Australiens, Kanadas oder Südafrikas!
12. PEGIDA ist FÜR sexuelle Selbstbestimmung!
13. PEGIDA ist FÜR die Erhaltung und den Schutz unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur!
14. PEGIDA ist FÜR die Einführung von Bürgerentscheidungen nach dem Vorbild der Schweiz!
15. PEGIDA ist GEGEN Waffenlieferungen an verfassungsfeindliche, verbotene Organisationen wie z.B. PKK
16. PEGIDA ist GEGEN das Zulassen von Parallelgesellschaften/Parallelgerichte in unserer Mitte, wie Sharia-Gerichte, Sharia-Polizei, Friedensrichter usw.
17. PEGIDA ist GEGEN dieses wahnwitzige "Gender Mainstreaming", auch oft "Genderisierung" genannt, die nahezu schon zwanghafte, politisch korrekte Geschlechtsneutralisierung unserer Sprache!
18. PEGIDA ist GEGEN Radikalismus egal ob religiös oder politisch motiviert!
19. PEGIDA ist GEGEN Hassprediger, egal welcher Religion zugehörig!

ich frag mich einfach nur - wie kann man da dagegen sein?

Vermutungen meinerseits:
die die gegen pegida sind kennen diese 19 Punkte nicht.
falls Gegner diese 19 Punkte kennen sollten sie nicht lieber an der Umsetzung mitarbeiten anstatt generell zu bekämpfen und abwerten?


insbesondere punkt 10. PEGIDA ist FÜR den Widerstand gegen eine frauenfeindliche, gewaltbetonte politische Ideologie aber nicht gegen hier lebende, sich integrierende Muslime!
Da sehe ich absolut keine Differenzen gegebüber. Desweiteren ist DAS der Punkt, der etwa das Bindeglied ist zwischen der Diskussion von MAS und mir hier.

KEIN Mensch hat was gegen Ausländer die hier in Ruhe leben wollen und sich an der Gesellschaft konstruktiv beteiligen wollen!

ICH hab es nicht gerne wenn Menschen andere mit tötung drohen - und dies mit "Religionsfreiheit" unter die Decke gekehrt wird.
ich sehe es auch nicht gern, wenn sich extremisten gegen Gesetz auflehnen - und dies von "objektiven" Medien noch bejubelt wird und der Gesetzgeber beide Augen zudrückt.
ich habe es auch nicht gern, wenn manche über dem Gesetz stehen.


Aber zurück zur PEGIDA. Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.
Welchen Islamischen Staat sollte man sich zum Vorbild nehmen, wenn man diese Grundaussage der PEGIDA Bewegung grundsätzlich ablehnt - und somit eine Islamisierung fordert?
(Denkanstoss; wie viel Erdöl hat Europa?)

Was ich einfach vermisse:
eine objektive Diskussion über die Positionen der PEGIDA.
Lieber schmeisst man Böller auf alte Frauen (heute in der Zeitung, leider nur zwischen den Zeilen) und findet das toll...

----------

und was ist heute?
Islamisten verüben einen Mordanschlag auf einen Zeitungsverlag - doch welche Konsequenzen haben diese Handlungen von islamischer Seite?

was auch völlig ausser acht gelassen wird; was ist mit jenen Menschen, die vor dem gewalttätigen Islamismus geflohen sind?


(und was ich nicht verstehe, warum man da gleich wieder "nazi" ist; mE. ist der gesunde Menschenverstand gegen eine islamisierung. Das der Islam unter sich (Sunniten, Schiiten, Alewiten usw) friedfertig ist muss er auch erst noch zeigen.)

viele Fragen die wir wohl nie werden klären können;
aber es ist die ähnliche Geisteshaltung warum die Mehrheit der Männer nicht Röcke tragen werden: Da kann ich ja nicht mit dem Strom schwimmen...

gruß
Ce.


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Offline MAS

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #33 am: 07.01.2015 19:50 »
Lieber Ce,

danke für Deinen ausführlichen, wenn auch sehr aufgebrachten Beitrag!

Ich muss noch etwas arbeiten und hebe es mir für später auf, auf einige der Punkte einzugehen.

Danke für die 19 Punkte der PEGIDA. Einge davon hören sich für mich ganz gut an und einige weniger. Ich kannte sie nicht, war aber auch von vorn herein gegen eine verallgemeinernde Verurteilung der Bewegung. Werden denn diese Punkte auf den PEGIDA-Demos auch in Chören gerufen oder auf den Bandarolen und Schildern hochgehalten?

Momentan bin ich vor allem traurig wegen der Anschläge in Istanbul und Paris. David Cohn Bendit hat eben in einer Sondersendung den Terroranschlag in Paris als faschistich bezeichnet. Das tue ich schon lange: Islamismus in dieser Form ist Faschismus, also Islamo-Faschismus, eine rechtsradikale Art von Religion-Politik-Gewalt-Vermischung.

Lass uns lieber gegen jede Art von Fanatismus sein, egal ob religiös, national oder wie auch immer rechtfertigt!

LG, Michael
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androgyn

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #34 am: 07.01.2015 19:54 »
Das Positionspapier der Pegida ist erstmal wohlwollend geschrieben, dass man eigentlich gar nichts anstößiges findet oder dagegen sein könnte. In der Nazizeit wurde genauso positiv propagiert, obwohl man schon längst die die Idee der Endlösung verfolgte. Die Menschen, die dort mitlaufen sind normale Menschen die dazu missbraucht werden, ihren Frust freien Lauf zu lassen. Beide Seiten haben ihre Daseinberechtigung.

Offline MAS

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #35 am: 07.01.2015 22:51 »
Ja, Rock aktiv,

Parteiprogramme beleuchten ja meistens die eigene Partei positiv.

Und Ce,

das bringt mich zu er Erkenntnis, dass Du bei der PEGIDA dem positiven Selbstbild glaubst, auch wenn das eventuell nur Lippenbekenntnisse sind. Ob jeder, der da mitläuft, alle diese Punkte unterschreiben würden? Ob die alle wissen, was das BAMF ist? Und ob sie Muslime von Islamisten und wirtschaftliche von politischen Asylbewerbenr unterscheiden können? Und die politisch rechten Köpfe der Bewegung, die ja anscheinend vorhanden sind?

Wenn dagegen Muslime ein positives Selbstbild von sich geben, dann glaubst Du Ihnen nicht.

Und wenn ich eine Information nenne, die ich aus dem Studium der Religions- und der Islamwissenschaft habe, dann glaubst Du das auch nicht und meinst, ich hätte Romane gelesen. Ja, sicher habe ich auch Romane gelesen und Filme gesehen, z.B. letzten "Der Medicus" und natürlich "Der Name der Rose". Dass aber die Muslime der ersten Jahrhunderte die indischen, griechischen und persischen Wissenschaften pflegten, weiß ich nicht nur daher. Und dass die christlichen Kirchen viel zu viel Angst vor häretischen Lehren hatten, als dass sie diese Wissenschaften genau so intensiv betrieben hätten, weiß ich auch nicht nur aus Romanen und Filmen. Ja, das europäische Mittelalter war nicht so finster wie seit der Renaissance oft behauptet. Aber die muslimischen Gesellschaften zu der Zeit waren trotzdem wissenschaftlich weiter und wurden von den europäischen erst nach der Renaissance überholt.

Das ist aber eine ganz normale selektive Wahrnehmung, der jeder Mensch hat. Das, was zu den eigenen Vorannahmen passt, nimmt man als Bestätigung wahr, was nicht dazu passt, das fällt unter das Motto: Was nicht sein darf, das nicht sein kann. Ich spreche mich davon auch nicht frei, aber versuche es immer wieder zu durchbrechen.

Was momentan wichtig ist: Wir Bürger dürfen uns auf keinen Fall von irgendeiner extremen Seite radikalisieren oder instrumentalisieren lassen, weder von der islamistischen noch von der christianistischen (Wortschöpfung von mir) und auch nicht von irgendeiner nationalistischen. Das wollen meiner Einschätzung nach und auch von anderen so eingeschätz die Islamisten erreichen: Europäer wenden sich gegen die Muslime, und die laufen zu den Islamisten über.

Machen wir es doch wie der ägyptische Ministerpräsident heute, der in der Markuskathedrale einen koptisch-christlichen Weihnachtsgottesdienst besuchte mit der Botschaft, Ägypter müssten zusammenhalten, egal ob Muslime oder Christen.

Ich weite aus: Wir Demokraten und Friedlichen müssen zusammenhalten egal, welcher Religion oder Nation wir angehören!

LG, Michael

PS: Uner interreligiöser Dialog ist etwas sehr politisch geworden und auch eher eine Diskussion über Islam, Islamismus und PEGIDA, als ein echter Dialog. Aber da kann ja noch werden.  :)
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androgyn

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #36 am: 07.01.2015 23:33 »
Ich bezweifel dass, die meisten überhaupt Punkt 17, verstehen.
Von einer geschlechtsneutralen Sprache kann kaum die Rede sein. - und was wäre daran schlimm, wenn es Minderheiten hilft, in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und damit wahrgenommen zu werden? Pegida hält sihdoch für die Mitte der Gesellschaft.... - Für mich ist das der klägliche Versuch, während man eine radikale Männerwelt, also den Islam bekämpft, seine geprägte Männerwelt als Gutes empfindet und schützen möchte. Und was das mit dem Islam zu tun hat ist fraglich. Denn mit einem generischen maskulinum beruft man sich doch auf die Werte des Islam und von Männern geprägte Religionen.

Offline Ce_Jäger

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #37 am: 08.01.2015 00:23 »
Das Positionspapier der Pegida ist erstmal wohlwollend geschrieben, dass man eigentlich gar nichts anstößiges findet oder dagegen sein könnte. In der Nazizeit wurde genauso positiv propagiert, obwohl man schon längst die die Idee der Endlösung verfolgte. Die Menschen, die dort mitlaufen sind normale Menschen die dazu missbraucht werden, ihren Frust freien Lauf zu lassen. Beide Seiten haben ihre Daseinberechtigung.
irgendwie traurig lustig.
Also von Seiten der "Anti-PEGIDA-Bewegung" hab ich in der Tat noch nichts konstruktives gehört.
Dass die meisten der PEGIDA Teilnehmer sehr wohl ihre Thesen kennen davon ist auszugehen - denn die wollen diese NAZI Zeit eben nicht; aber ihnen wird mit NAZI-Methoden entgegengekommen.
Die Gegendemonstranten dürfen die Pegidler mit allerlei Zeugs beschmeissen, beleidigen und sogar schlagen.

Man muss sich mal vorstellen; zehntausend Menschen gehen völlig friedlich durch die Straßen niemand wird verletzt, nichts wird zerstört.
Und was wird daraus gemacht?
Es wird dazu aufgerufen sich denen in den Weg zu stellen, sie werden ihrer Menschenwürde beraubt und aufs übelste beleidigt.
Und dennoch raffen sie sich wieder auf und hoffen dass ihre Argumente gehört werden. Bleiben friedlich. ich find das sagenhaft.

Gerade wenn jetzt die Berufsschläger der Antifa wieder ungestört ihre Zerstörungswut ausleben darf - unter fröhlichen Applaus unserer "konservativen" Zeitungen...

rock aktiv, bitte überdenke nochmals deine in meinen Augen voreiligen Nazi-beschuldigungen.

----




Und wenn ich eine Information nenne, die ich aus dem Studium der Religions- und der Islamwissenschaft habe, dann glaubst Du das auch nicht und meinst, ich hätte Romane gelesen.
ist das so rübergekommen? dann bitte ich um entschuldigung;
ich meinte nicht, dass du, Michael, dein Wissen aus Romanen hättest, ich meinte dass oft und gerne Romane als Fakt genommen werden. Sei es Brown oder Deschner oder oder oder.
Du hast ja teilweise deine Quellen offengelegt, darauf hab ich nur ein paar, in meinen Augen notwendige, Zeilen dazu geschrieben.


Ja, sicher habe ich auch Romane gelesen und Filme gesehen, z.B. letzten "Der Medicus" und natürlich "Der Name der Rose". Dass aber die Muslime der ersten Jahrhunderte die indischen, griechischen und persischen Wissenschaften pflegten, weiß ich nicht nur daher. Und dass die christlichen Kirchen viel zu viel Angst vor häretischen Lehren hatten, als dass sie diese Wissenschaften genau so intensiv betrieben hätten, weiß ich auch nicht nur aus Romanen und Filmen. Ja, das europäische Mittelalter war nicht so finster wie seit der Renaissance oft behauptet. Aber die muslimischen Gesellschaften zu der Zeit waren trotzdem wissenschaftlich weiter und wurden von den europäischen erst nach der Renaissance überholt.

Das Problem ist denke ich woanders.
Ich würde sagen ohne Islam wäre das Morgenland uns technologisch womöglich haushoch überlegen. (gewagte These!?)
(nicht zuletzt in der Bibel steht etwas von den Weisen aus dem Morgendland)
Zu Zeiten Mohammeds waren die Morgenländer den Abendländern technologisch und Forschungsmässig vorraus. Es gab große Bibliotheken und so weiter. (auch große Kirchen und Synagogen u.a.)
Mohammed hat dann behauptet der Koran wäre der Weisheit letzter Schluss und kein anderes Buch würde mehr benötigt werden. Leider, für die fortschrittlichen Morgenländler, haben sich Mohammeds Ansichten durchgesetzt. Ab da ging es leider wieder zurück...

Im Abendland hat sich die katholische Kirche recht schnell die Bibel zu eigen gemacht und den Leuten mit dieser Angst gemacht. Dem gemeinen Volk war es nicht erlaubt bzw. nicht möglich die Bibel zu lesen. Das die Institution Kirche nicht das Lehrte was in der Bibel steht fiel so niemanden auf. Und denen es auffiel wurden als Ketzer beseitigt...
Dennoch haben die Klöster auch forschungen betrieben, Archiviert und Wissen gesammelt.
Martin Luther war ein ganz normaler katholischer Theologe. In seinem Bibelstudium stiess er im Römerbrief auf etwas sensationelles. Gottes Gnade für die Menschen. Er erkannte wie fehlgeleitet die katholische Kirche war und wollte diesen Kurs gerade rücken.
Er schaffte es, was vor ihm einige mit ihrem Leben bezahlten; er übersetzte die Bibel ins deutsche. Der Anfang vom Ende der dogmatischen katholischen Kirche. Leider waren die Menschen früher auch nicht besser und so verhinderten die Machthaber der kath. Kirche eine Kursberichtigung. Der Anfang der evangelischen Protestbewegung.
Was traurig ist, dass diese Bewegungen sich mehr bekämpft haben anstatt sich an der Bibel zu orientieren.

Abschliessend kombiniert: Mohammed sagt NUR der Koran und nichts anderes.
Die Bibel sagt das Evangelium sei Grundlage von allem weiteren.
Gäbe es kein Öl im nahen Osten würde der Islam heutzutage keine Rolle spielen. Womöglich gäbe es dann auch weniger Islamistische Anschläge?

Erstaunlich ist übrigens wenn man Boko Haram übersetzt. Noch erstaunlicher dass es hierzulande von dieser Organisation Moscheen gibt.


Das ist aber eine ganz normale selektive Wahrnehmung, der jeder Mensch hat. Das, was zu den eigenen Vorannahmen passt, nimmt man als Bestätigung wahr, was nicht dazu passt, das fällt unter das Motto: Was nicht sein darf, das nicht sein kann. Ich spreche mich davon auch nicht frei, aber versuche es immer wieder zu durchbrechen.

dieses Motto ist echt sehr verbreitet.
Etwa unvorstellbar, dass heutzutage sich Menschen gegen die Medien auflehnen.
Und mit Sicherheit hat keiner von uns die Weisheit mit Löffeln gegessen oder den totalen Durchblick im Weltgeschehen.

Aber ich lebe hier in diesem Land recht gerne. bin sehr dankbar über die Meinungsfreiheit, Menschenrechte und den vielen Grundsätzlichen Werten der Gesellschaft. Bin froh dass es die Polizei gibt. die Gewaltenteilung. Religionsfreiheit und so weiter und so fort.
Ich verstehe einfach nicht dass diese Grundwerte alle auf den Müll geworfen werden nur um sich als "Tolerant" und "bunt" und total völlig offen zu geben.
In diese leere drängt dann halt etwas anderes. in unserm Falle nunmal der Islam und seine Auswirkungen.
nicht umsonst heisst es, wer nach allen Seiten offen ist - ist nicht ganz dicht :)


Europa schlittert in eine große Kriese. Da ist der Islamismus nur beiwerk. Womöglich platzt bald die Euro-blase und wenn denen dann nichts anderes Einfällt als Krieg gegen Russland - dann wars das wohl gewesen mit unserer tollen Kultur. da hoffe ich dass ich mich grundsätzlich irre.


Pegida hält sihdoch für die Mitte der Gesellschaft....
nein. irgendwie hab ich den Eindruck du verwechselst was.
Pegida hält sich für patriotische Europäer.
Die anderen, die gegen-Pegida sind halten sich für so gut, dass sie sich sogar an keine Gesetze halten brauchen.

Pegida zeigt - völlig Gesetzeskonform - sie haben Nöte. Sie wollen nicht, dass in unserer Gesellschaft etwas wichtiges kaputtgeht. Pegida sagt sie haben Angst. Pegida sagt sie haben diese o.a. Positionen.
DU, rock aktiv, zeigst leider dass du völlig desinteressiert hohle phrasen wiederholst.
WAS macht die Pegida? - sie gehen friedlich durch die Städte.
ALLES weitere wird hineininterpretiert. Oder kennst du jemand der Pegida persönlich?

Klar, wenn morgen der Euro zusammenbrechen würde wäre halt die Pegida schuld. Sonst wären es halt die Juden oder Christen, so what? - so traurig...


gruß
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Offline high4all

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #38 am: 08.01.2015 07:20 »
Tja Michael,

leider ist der interreligiöse Dialog mit der PEGIDA-Soße überkleistert worden.  :'(

Schade, da bleibt wirklich nur ein persönlicher Austausch bei einem oder zwei Glas Wein. :)


Machen wir hier doch auch das Licht aus wie am Kölner Dom.

Gruß
Hajo
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

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Offline MAS

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #39 am: 08.01.2015 08:04 »
Guten Morgen zusammen!

Lieber Hajo,

ich bin eher der Meinung, man solle oder gar müsse miteinander reden, mit allen Seiten. Solange man im Gespräch ist, nimmt man sich wahr. Wenn man sich in den privaten Bereich zurückzieht, brodelt jede Seie in ihrem eigenen Saft.

Hajo und Ce,

Ihr seid doch beide überzeugte und gläubige bibeltreue Christen. Und doch kommt Ihr in Bezug auf PEGIDA zu ganz unterschiedlichen Auffassungen. Das ist meines Erachtens ein wichtiges Gesprächsthema.

Lieber Ce,

einigem kann ihc ja sogar zustimmen, aber Du solltest auch bedenken, dass es Muslime gibt, die den Islam, den Koran und Muhammad ganz anders interpretieren, als Du es tust. Ich glaube nicht, dass Muhammad an allem Schuld ist, sondern Muslime in entscheidenen Phasen der Geschichte falsch auf ebenso falsche Aktionen von europäischen Christen reagiert haben. Der Grund liegt im Schließen des Tores der freien Auslegung im 10./11. Jh. c.Z.

Wenn man Jan Assmann liest war schon Moses derjenige, auf den die ganze jüdisch-christlich-muslimische Intoleran zurückgeht. Auch damit wäre ich vorsichtig.

Sowohl Du als auch Jan Assmann erklären die Dinge zu monokausal, wobei Assmann als Wissenschaftler es schon auch wieder mehr differenziert. Aber die Welt und wir Menschen sind komplizierter.

Wir sollten uns jedenfalls vor Feindbilder hüten! Die verengen sie Blickwinkel. Wir Europäer haben jahundertelang andere Völker und Kulturen unterdrückt und ausgebeutet. Da brauchte es keine Muslime zu. Dass viele da jetzt selbstkritisch sind und einem europäischen Patriotismus skeptisch gegenüber stehen, ist doch verständlich. Wen ich mir so den amerikansichen Patriotismus ansehe, dann weiß ich, dass ich so etwas nicht will. Ich bin gerne Europäer, Deutscher, Rheinländer, aber vor allem bin ich Mensch und Erdenbürger. Unser Planet ist nicht mehr groß genug für solche Patriotismen.

Die Idee einer bunten und offenen Gesellschaft ist kein Grund, die von Dir genannten Werte über Bodr zu kippen, sondern sie ist der Grund, sie zu verteidigen. Ich war drei Jahre Soldat bei der Bundeswehr, bereit, die Demokratie und den Pluralismus zu verteidigen. Wenn wir uns aber von Angst leiten lassen, gefährden wir das alles. Dann kommt irgendwann eine Zensur und Regeln und Gesetze werden die Freiheit einschränken. Ein Patriotismus, der sich gegen das Ideal einer bunten und offenen Gesellschaft richtet ist nicht das, wofür ich die schwarz-rot-goldene Fahne auf dem Oberarm getragen habe.

Wenn die PEGIDA, die Front Nationale usw. so vorgehen wie bisher, machen sie genau das, was die Islamisten wollen und lässt sich von ihnen instrumentalisieren.

Habt alle einen schönen Tag!

LG, Michael

 

 



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Offline high4all

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #40 am: 08.01.2015 08:58 »
Soweit ich mich erinnere, hatten wir bereits einen PEGIDA-Thread, der mittlerweile geschlossen ist. Macht doch notfalls einen Neuen auf, statt diesen Thread hier dafür zu verwenden.

Denn die Pegidas demonstrieren nicht nur gegen die Islamisierung des Abendlandes, sondern auch gegen die Medien und die Politik.

Das freilich steht nicht im Positionspapier, sondern sind Aussagen von Plakaten, Teilnehmern und den Organisatoren.

Das hat nun mit Religion überhaupt nix zu tun.
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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #41 am: 08.01.2015 09:48 »
Lieber Hajo,

das könnten wir natürlich machen, einen PEGIDA-Thread aufmachen.

Noch lieber wäre es mir aber, hier im Thread die Kurve zu kriegen zu einem konstruktiven interrel. Dialog.

Wobei die Aussage "das hat nun mit Religion überhaupt nix zu tun" schon auch interreligiös diskutiert werden könnte, genau wie die Aussage, Islamismus habe mit Religion nichts zu tun.

Ich muss jetzt aber mal was arbeiten, da ich um 12 wieder Vorlesung habe, in der ich den Studierenden etwas über Religion im Paläolithikum erzählen will.

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Offline Jo 7353

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #42 am: 08.01.2015 21:42 »
Daß die Positionen von Pegida so harmlos aussehen überrascht mich trotz der vehementen Warnungen vor Pegida nicht. Es war schon auffällig, wie viel zu Pegida berichtet wurde, und wie wenig über deren Forderungen gesagt wurde. Statt dessen wurden alle möglichen Leute, die vor Pegida warnten, um die Äußerung ihrer Meinung gebeten. Nun weiß ich, wie leichtfertig manche mit dem Nazivorwurf umgehen. Man muß dann eben darauf achten , wie sie ihn begründen, und bei Pegida kam nicht viel mehr als das Schema: „Petrioten gegen Islam, also Ausländerfeindlich also Nazi.“ Somit wurde die Warnung von Michael:
Wir sollten uns jedenfalls vor Feindbilder hüten!
zugunsten des Lieblingsfeindbildes der Linken mißachtet.

Nun stellten die Pegidademonstranten fest, daß so in einer Weise über sie berichtet wurde, die mit ihrer Selbstsicht in keiner Weise übereinstimmte. Daher kann ich deren Vorwurf der „Lügenpresse“ gut nachvollziehen.

Man kann auch fragen, welche Angst zu so einer vehementen Abwehr von Pegida geführt hat, daß man deren Forderungen gar nicht wahrgenommen hat.
Wenn wir uns aber von Angst leiten lassen, gefährden wir das alles.
Warum gleich diese Panikreaktion, als stünden da lauter Harkenkreuzträger?

einigem kann ihc ja sogar zustimmen, aber Du solltest auch bedenken, dass es Muslime gibt, die den Islam, den Koran und Muhammad ganz anders interpretieren, als Du es tust.
Wenn nur 99,9% der Muslime den Koran friedlich interpretieren, ist mir das bei 4 Millionen Muslimen in Deutschland zu wenig.
Ich glaube nicht, dass Muhammad an allem Schuld ist, sondern Muslime in entscheidenen Phasen der Geschichte falsch auf ebenso falsche Aktionen von europäischen Christen reagiert haben.
Nein Micheal, nicht alle Übel der Welt gingen von Europa aus. Das Christentum ist halt nicht erst seit Marx ein beliebtes linkes Feindbild.

Eines muß ich den muslimischen Leitpersonen zugestehen. Sie offensichtlich gelernt und reagieren jetzt vernünftiger als zur Zeit der Muhamedkarrikaturen in Julandsposten.


Gruß,
Jo
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Offline MAS

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #43 am: 08.01.2015 22:18 »
Lieber Jo,

ich bitte Dich doch darum, meine Forderungen, z.B. keine Feindbilder zu haben, nicht damit widerlegen zu wollen, das die Linken Feindbilder haben. Bin ich verantwortlich für "die Linken", wer auch immer das sein mag?

Ich halte es mit Will Quadflieg sen., der seine politsche Position beschrieb mit: "Überzeuge Mitte mit einem entschiedenen Ruck nach links".

Die Islamisten übrigens bezeichne ich als rechtsradikal, nur dass es bei Ihnen nicht ihre nationale, sondern ihre religöse Zugehörigkeit ist, die sie für eine politische Ideologie instrumentalisieren. Und Dummköpfe von Heimatverteidigern erkennen das nicht und werfen alles in einen Topf.

Und eine Frage: Reichen Dir als 0,1% nicht friedlicher Muslime aus, um 99,9% der Muslime zu verurteilen?

Und willst Du die Verantwortung auf Dich nehmen, den Anteil von 0,1% zu erhöhen, weil Du die anderen 99,9% nicht als Muslime und Mitbürger akzeptieren willst?

Ich habe übrigens auch nicht geschrieben, dass ALLES Unheil von Europa ausging. Aber ein Grund für das Schließen des Tores des Idschtihad war die Erfahrung mit den Kreuzrittern.
Nicht ALLES Unheil ging von Europa aus, aber SEHR VIEL. Genozide in Amerika, in Afrika, in Australien wurden nicht von Muslimen begangen, sondern von Christen.

Das bedeutet NICHT, dass das Christentum eine schlechte Religion ist, genau so wenig wie irgend eine andere, z.B. der Islam, aber es liegt doch eine gewaltige historische Schuld auf real existierenden Christen der letzten 2000 Jahre. Und es waren nicht NUR die Katholiken, sondern auch Protestanten, Anglikaner und andere, die sich da schuldig machten.

Aber macht nur weiter so, DEN ISLAM für das Böse schlechthin zu handeln. Die allierten Sieger des I. Weltkrieges haben das mit Deutschland gemacht. Wie wissen, wen der Versailler Vertrag in Deutschland in Deutschland anschließend stark machte.

Ich mache einen anderen Vorschlag: Lasst uns uns mit den Muslimen solidarisieren, die sich genau so gegen den Islamismus und vor allem den Terrorismus aussprechen, wie wir das tun. Zusammen sind wir stark. Getrennt voneinander sind wir Spielbälle der Extremisten.

LG, Michael

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androgyn

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #44 am: 09.01.2015 00:23 »
Mir waren die Streiterein über Röcke, Männeröcke, Kilts und zuuu hohe Schuhe rgendwie angenehmer. Die scheinen gerade tot zu sein.   :P

 

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