Autor Thema: Klimawandel  (Gelesen 10269 mal)

Offline MAS

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Klimawandel
« am: 04.08.2021 16:07 »
Gude!

Ich setzte hier mal das hier https://www.rockmode.de/index.php?topic=8571.msg148029#msg148029 aufgekommene Thema "Klimawandel" fort.

Meiner Kenntnis nach erwärmt sich derzeit die Erdatmospähre aufgrund des zu hohen Eintrags bislang fossil gebundenen Kohenstoffs aus Kohle-, Öl- und Gasverbrennung, sowie von Methan aus Rindermägen, sowie sekundär von Methan, das im Permafrostboden gefroren war und durch das Auftauen freigesetzt wird.

Jule behauptet, wir Menschen hätten damit nichts zu tun, sondern das sei ein ganz normales natürliches Vorgehen, da sich das Klima immer wieder, auch in so kurzen Abständen, verändert habe. Dazu will er einen Artikel als Beleg vorlegen.

Meines Wissens könnten erhöhrte Sonnenaktivität oder eine Änderung der Stellung der Erde zur Sonne zu solchen Veränderungen führen. Beides liegt meines Wissens derzeit nicht vor. Oder Erdwärme könnte verstärkt austreten, was aber so viel ich weiß derzeit auch nicht vorliegt. Welche Gründe könnte es noch geben und welche davon liegen derzeit vor?

Dass wir Menschen erst seit der industriellen Revolution in immer höherem Maße fossilen Kohlenstoff freisetzen ist dagegen belegt. Dass diesen Kohlenstoff zu binden länger dauerte als ihn nun feizusetzen ebenfalls. Ebenfalls, dass die Wälder auf der Erde immer mehr gerodet werden und die Wüsten sich immer mehr ausdehnen, wobei ersteres eie Ursache für zweiteres ist. Das Verschwinden von Bäumen ist zudem auch ein direkter Grund für die Erwärmung der Atmosphäre.

Und nein, Jule, ich will Dir kein schlechtes Gewissen machen, da Du so viel Du geschrieben hast, kein Auto hast, sondern Fahrrad fährst, und keine Flugreisen machst. Abe wir alle in den reichen Ländern verbrauchzen überdurchschnittlich viel Energie. D.H. die Gewissensbisse müssten wir alle haben.
Und auch nein, ich meine auch nicht, dass Elektroautos DIE Lösung des Problems sind.

LG, Micha
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Antw:Klimawandel
« Antwort #1 am: 04.08.2021 17:42 »
German Angst halt, vor dem Klima, dem Atom, dem Gen, dem Virus, dem hydraulic fracturing, der Chemie. Die Snowflakes sind offended.

Der  Gesamtanteil an Co²  in der Luft beträgt 0,04% . Der Mensch ist nur für 3% des Co² Ausstoßes verantwortlich.
Den eigentlichen Artikel muss ich nochmal suchen, wie die Erde durch geologische Erosionen selber gewisse Gase freisetzt und den Golfstrom beeinflusst, da mir das immer beiläufig in die Hände fällt und das meiste auf englisch ist.

Zitat
Die Beziehung zwischen der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration und der globalen Temperatur in den letzten 425 Millionen Jahren

Die CO 2 -Konzentration in der Atmosphäre ist jedoch ein weniger direktes Maß für seinen Einfluss auf die globale Temperatur als der marginale Strahlungsantrieb, der jedoch auch im Allgemeinen nicht mit der Temperatur im Phanerozoikum korreliert. Die vorliegenden Erkenntnisse aus dem Phanerozoikum bieten mögliche Einblicke in die Rolle von atmosphärischem CO 2 im neueren Gletscherkreislauf und für die aktuelle Klimawissenschaft und Kohlenstoffpolitik. Schließlich berichte ich, dass die Konzentration des atmosphärischen CO 2oszillierte regelmäßig während des Phanerozoikums und die Peaks der CO 2 -Konzentration stimmen eng mit den Peaks von Massenaussterben überein, die von früheren Forschern identifiziert wurden. Dieser Befund legt einen dringenden Forschungsbedarf nahe, der darauf abzielt, den Zusammenhang zwischen der atmosphärischen CO 2 -Konzentration und vergangenen Massenaussterben zu quantifizieren . Ich schließe daraus, dass die Begrenzung der anthropogenen CO 2 -Emissionen möglicherweise nicht hilfreich ist, um eine schädliche globale Erwärmung zu verhindern, aber für den Erhalt der biologischen Vielfalt unerlässlich sein kann.

https://www.mdpi.com/2225-1154/5/4/76/htm?fbclid=IwAR3Q9XZtho5pJF2uqyNcMdP8e1KrgXK5ZjcWGqH3vTCvtx2pXG-W_J4Pjjw
https://kaltesonne.de/klimamodelle-in-bedrangnis-sulfat-aerosole-kuhlen-das-klima-weniger-als-gedacht/

Ich hätte gern ein Auto wie alle anderen und würde mal in den Urlaub fliegen. Kanne es mir aber aufgrund meines Gehalts und den immer höher steigenden Abgaben nicht leisten. Gewissensbisse hätte ich deswegen nicht, wenn ich ein Auto hätte. Mich nervt die ganze Bus und Bahnkutscherei. Für lächerliche 40 km braucht man mehrere Stunden bis in manche Gegenden und dann hat man netto gerade mal noch 4 Stunden von dem tag, weil man heimzu wieder an die Zeiten gebunden ist um noch nachhause zu kommen. Ich werde als einzelne Person ganz sicher nicht den Fußabdruck auf der Erde beeinflussen.

Offline MAS

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Antw:Klimawandel
« Antwort #2 am: 04.08.2021 19:46 »
Danke Jule. Was mir aber fehlt (habe noch nicht hinerm Link gelesen) ist eine plausible Begrüdung für den derzeitigen Temperaturanstieg.

Wichtig scheint mir dieser Satz zu sein:
Zitat
Ich schließe daraus, dass die Begrenzung der anthropogenen CO 2 -Emissionen möglicherweise nicht hilfreich ist, um eine schädliche globale Erwärmung zu verhindern, aber für den Erhalt der biologischen Vielfalt unerlässlich sein kann.

Ich verstehe ihn so: Unsere Bemühungen, den Temperaturansteig zu drosseln, reichen nicht aus, sind aber unerlässlich, wenn wir die Biodiversität erhaten wollen.
Das ist kein Widerspruch zu dem, was ich oft schon hier geschrieben habe.

Und ja, unser ÖPNV ist suboptimal. Na ja, die Verkehrsbetriebe begründen das mit zu wenig Nachfrage. In Ägypten z.B., wo viel weniger Menschen Autos haben, funktioniert der besser mit privaten Minibussen. Die bringen einen fast überall hin. Dir Fahrer warten aber, bis das Busschen voll ist, damit es sich lohnt.

Ich hatte 20 Jahre lang ein Auto, Nee, 5 Autos hintereinander. Wurde mir auch zu teuer. Jetzt habe ich weniger Freiheiten. Aber man kann nicht alles haben: Unendliche Freiheit im Energieverbrauch und einen gesunden Planeten bzw. eine gesunde Biosphäre.

Billigfliegen kann sich doch in D fast jeder leisten. Neulich sagte ein Kolege, er habe von Ankara nach Hannover 40 € bezahlt. Also, da ist Geld nicht das Problem. Ich halte es für ein Verbrechen, so verschwenderisch mit Erdöl umzugehen und es in die Atmosphäre zu pusten, nur um billig wohin zu kommen. Habe ich aber auch einmal gemacht.

LG, Micha


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Antw:Klimawandel
« Antwort #3 am: 04.08.2021 20:52 »
Ich sagte ja, dass ich den anderen Artikel gerade nicht mehr gefunden habe.
Du musst den Artikel schon komplett lesen und dich der Grafiken bemühen. Das ist halt harter Science Stoff und kein Psychologengequatsche. Da stehen auch an einer Stelle die Ursachen für den Temperaturanstieg, der aber ironischerweise seit 1988 nicht weiter angestiegen ist. Und dens schon vor dem Phanerozoikum gab. Fotscher sind sich uneinig, ob eine Erderwärmung den Anstieg des Co² begünstigt oder das Co² eine Erderwärmung begünstigt.
Viel zu wenig bis gar nicht  wird auf die Anpassung an den beobachteten Klimawandel geachtet. Schließlich werden wir (bzw. unsere Nachfahren) mit dem natürlichen Anteil an der Erderwärmung (den es ja auch gibt) leben müssen, mit dem Einfluss der Natur, den kein Kohleausstieg neutralisieren kann. Wir werden uns anpassen müssen.

Es ist nicht die fehlende Anbindung, sondern dass man mit dem Auto innerhalb von 30 Minuten sein Ziel erreicht hat, wo man mit dem Bus oder Zug 1h 15 min dafür braucht.
Zudem bist du mit den öffentlichen eingeschränkt und kannst im Bus nichts einladen und mitnehmen wie mit einem Auto. 50kg große Steine samt Werkzeug kann man nicht einfach mal 4km bis zur nächsten Haltestelle wuchten und dann in die öffentlichen packen. Und bei schlechten Wetter ist man von oben bis unten auch mal voller Pampe.

Aber man kann nicht alles haben: Unendliche Freiheit im Energieverbrauch und einen gesunden Planeten bzw. eine gesunde Biosphäre.
Natürlich könnte ich das mit mehr Geld. Andere machen und haben es ja auch. Alle in meiner Familie und Verwandtschaft haben ein Auto, ohne sich eine Platte zu machen was in 9 Mio Jahren sein könnte. Ich lebe maximal 90 Jahre wenns hoch kommt. Da sind mir ehrlich gesagt die anderen 100.000 Jahre völlig egal. Du kannst rein praktisch volle Kanne dich austoben, ohne dass es einen nachhaltigen Einfluss auf die nächsten Jahrhunderte hätte. Soviel Co² kannst du mit deinem Auto nie im Leben in die Atmosphäre ballern. Zumal die Autos seit Jahrzehnten einen Kat haben. Und du weißt auch nicht was in 200 oder 2000 Jahren ist. Da besiedeln Menschen vielleicht schon andere Planeten und die Erde wird nur noch als Förderation oder Abbauplanet genutzt, um auf anderen Planeten mit den Rohstoffen aus der Erde Städte zu errichten. Du beschränkst dich, was keinerlei effektiven Effekt in dieser kurzen Lebenszeit auf die Erde auswirkt. Wir werden den Untergang der Erde, wenn er soweit ist, nicht erleben und viele Generationen nach uns auch nicht. Daher kanns einem praktisch egal sein, ob wir jetzt auf großen Fuß leben. Und ich glaube kaum, dass die nachfolgende Generation sich einschränken wird. Eher lachen sie noch wie blöd wir waren und uns alles gefallen lassen haben. Lass die erst mal aus dem Schulalter kommen und ihr eigenes Geld verdienen. Dann sieht die Welt völlig anders aus. Es müssen schon die großen Industriestaaten wie China und die USA etwas ändern. Der kleine Bürger hat keinen Einfluss mit seinem kleinen Auto auf die Klimabilanz. Und Deutschland auch nicht wenn nicht China und die USA und alle anderen damit auch anfangen. Und ich kann dir jetzt schon sagen, dass das nicht passieren wird!

Zitat
Billigfliegen kann sich doch in D fast jeder leisten. Neulich sagte ein Kolege, er habe von Ankara nach Hannover 40 € bezahlt. Also, da ist Geld nicht das Problem.
Und das Hotel und alles? Wenn ich in Reisebüros gucke geht unter 700 Euro nichts.
Übrigens hat mir meine Tante mal erzählt dass vor längerem als es losging, an den Impfstationen nur jungen Leute standen, damit sie wieder fliegen und Verreisen können. Alte hat sie kaum welche gesehen.

Ich halte es für ein Verbrechen, so verschwenderisch mit Erdöl umzugehen und es in die Atmosphäre zu pusten, nur um billig wohin zu kommen. Habe ich aber auch einmal gemacht.
Erdöl soll noch in Massen in den Tiefen der Meere vorhanden sein.
Wir werden aber bald ein ganz ernsteres Problem haben.Den Deutschen geht die Energie aus, wenn wir so weitermachen. Der Strombedarf für die mittelfristige Zukunft war bisher völlig falsch berechnet worden. Eine Lücke in der Größenordnung von einem Fünftel tut sich auf. Dabei ist es seit nun mehr als einen Jahrzehnt klar, wenn die gesamte Industrie, der gesamte Verkehr, die gesamten privaten Haushalte durch elektrischen Strom in Bewegung gehalten werden sollen, wird man das Land entweder vor lauter Windrädern nicht mehr sehen können und holzt noch mehr Naturschutzgebiete ab, denn die KKW Meiler hat Merkel abschalten lassen. Oder die Wirtschaft und der Verkehr müssen schrumpfen, wegen zu geringer Energiezufuhr. Der Blackout, den die Klimaleugner oft schon vorhrgesagt haben, rückt nun noch näher. Und dann wird es nichts mit der Klimarettung. Auch die Warnsysteme für Extremwetterlagen laufen übrigens mit Strom.


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Antw:Klimawandel
« Antwort #4 am: 04.08.2021 23:08 »
Viele Unterthemen, Jule.

Ja, klar sollte ich die ganze Studie lesen und alle andern Studien zum Thema auch und am besten alle Wissenschaften studieren, die sich mit der Erforschung dieser vielen Wechselwirkungen beschäftigen inklusive der Psychologie, um zu verstehen, was mich antreibt, dieses zu tun und jenes zu lassen. Aber nein, das kann ich ja alles nicht, denn ich bin nicht vollkommen. Ich werde mir die Studie aber ansehen. 

Es mag also sein, dass es auch andere Gründe für den Klimawandel gibt. Also weiterleben wie bisher und nach uns die Sintflut! ?

Ein Mensch kann so richtig die Sau raus lassen, ohne das sich das bemerkbar macht. Das stimmt. Wir sind aber fast sieben Milliarden. Das sieht dann schon anders aus. Ein Borkenkäfer legt noch nicht mal eine Fichte lahm. Aber in Massen - wer Augen hat, sieht was sie anrichten können. Das nennt man dann "Kalamität". Krebszellen scheren sich da nicht drum, sondern fressen, was sie fressen können, auch wenn sie damit ihren Wirt töten. Ich will aber keine Krebszelle sein. 

Ja, ich weiß, dass man mit einem Auto mehr transportieren kann als ohne und abgesehen von den Hauptbahnstrecken schneller von A nach B kommt. Mit einem Hubschrauber geht manches noch schneller. Ha, ich sah neulich im Fernsehen ein Gluggerät, das wie ein Hubschrauber startet, aber dann die sich nur im Gegenwind drehenden Rotorblätter wie Flügel benutzt und sich mit einem Propeller hinten antreibt, dabei mehr Sprit als ein Auto verbraucht, aber weniger als ein Hubschrauber. Dadurch, dass die Flugstrecke kürzer ist als die Fahrstrecke eines Autos, mag es sogar weniger als ein Auto verbrauchen. Eine Idee für den Indivdualverkehr der Zukunft? Na ja, die Menge an Autos statt dessen an Fluggeräten zu haben stelle ich mir gefähtlicher vor.

Im Übrigen erscheint mir Deine ethische Argumentation rein egoistisch zu sein. Was meinst Du dazu?

LG, Micha



 
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Antw:Klimawandel
« Antwort #5 am: 05.08.2021 10:59 »
Es mag also sein, dass es auch andere Gründe für den Klimawandel gibt. Also weiterleben wie bisher und nach uns die Sintflut! ?
Meine Oma sagt das immer. Realistisch gesehen kann es dir egal sein, weil du eh nicht weißt wie es kommen wird.

Ein Mensch kann so richtig die Sau raus lassen, ohne das sich das bemerkbar macht. Das stimmt.
Indem er im stillen Kämmerlein ohne Licht sitzt?  ::)

Wir sind aber fast sieben Milliarden. Das sieht dann schon anders aus.
Von dem du einen großen Teil abziehen kannst, die kein Auto besitzen. Es besitzt nur ein kleiner Teil der Menschheit ein Auto. Afrika hat zudem eine größere Bevölkerungsdichte als Deutschland.

Ein Borkenkäfer legt noch nicht mal eine Fichte lahm. Aber in Massen - wer Augen hat, sieht was sie anrichten können.
Das kommt davon wenn man Monokulturen anpflanzt und die Wälder wegen Baumbesetzer nicht mehr ausgeholzt werden. Fichten gehören normalerweise nicht hierher. Du als einziger Borkenkäfer bewirkst daher nichts, was zig tausend andere Borkenkäfer machen,  indem du auf alles verzichtest und wie in 1325 lebst.

Zitat
Ich will aber keine Krebszelle sein.
Indem du auf Lebensqualität verzichtest?

Ja, ich weiß, dass man mit einem Auto mehr transportieren kann als ohne und abgesehen von den Hauptbahnstrecken schneller von A nach B kommt.
Man muss aber von der Hauptbahnstrecke auch dann noch zig Kilometer laufen oder mit dem Bus fahren, der nur aller paar Stunden fährt oder Abends gar nicht mehr. Letztes Wochenende bin ich 6 km bis zum Bahnhof gelaufen, weil kein Bus mehr nach 17 Uhr fuhr.

Mit einem Hubschrauber geht manches noch schneller.
Ein kleines Auto würde völlig ausreichen. die heutigen Autos verbrauchen viel weniger als noch in den 70ern. Ich weiß da ehrlich nicht, was da rumdiskutiert wird, dass Autos zuviel Benzin verbrauchen oder die Umwelt stark belasten würden. Und in Frankfurt siehst du so gut wie gar keine Benziner mehr, dort fahren so gut wie nur noch Elektro und Tesla Autos.


Gruß
Jule

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Antw:Klimawandel
« Antwort #6 am: 05.08.2021 11:31 »
Zitat
Und in Frankfurt siehst du so gut wie gar keine Benziner mehr, dort fahren so gut wie nur noch Elektro und Tesla Autos.
Das ist ja ein köstlicher Witz!

Es gibt in ganz Deutschland eine Million E

-Autos.

https://www.op-marburg.de/Mehr/Hessen/Wirtschaft/E-Autos-in-Grossstaedten-Frankfurt-fuehrend-vor-Wiesbaden
Zitat
In Hessen gibt es am meisten E-Pkw in Frankfurt (821).

https://www.wiwo.de/technologie/umwelt/ranking-in-diesen-staedten-fahren-die-meisten-autos/6909530.html

Zitat
Platz 12 - Frankfurt am Main
Anzahl der privat zugelassenen PKWs: 220476/quote]

Diese 0,004% E-Autos bevölkern also Frankfurts Straßen? Der schäbige Rest von 99,996% sind nur Verbrenner-Attrappen?

Korrektur:
Dein Beitrag ist leider doch kein Witz.
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

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Antw:Klimawandel
« Antwort #7 am: 05.08.2021 11:51 »
Zitat
Und in Frankfurt siehst du so gut wie gar keine Benziner mehr, dort fahren so gut wie nur noch Elektro und Tesla Autos.
Das ist ja ein köstlicher Witz!

Es gibt in ganz Deutschland eine Million E

-Autos.

https://www.op-marburg.de/Mehr/Hessen/Wirtschaft/E-Autos-in-Grossstaedten-Frankfurt-fuehrend-vor-Wiesbaden
Zitat
In Hessen gibt es am meisten E-Pkw in Frankfurt (821).

https://www.wiwo.de/technologie/umwelt/ranking-in-diesen-staedten-fahren-die-meisten-autos/6909530.html

Zitat
Platz 12 - Frankfurt am Main
Anzahl der privat zugelassenen PKWs: 220476/quote]

Diese 0,004% E-Autos bevölkern also Frankfurts Straßen? Der schäbige Rest von 99,996% sind nur Verbrenner-Attrappen?

Korrektur:
Dein Beitrag ist leider doch kein Witz.

Sind das nun 1 Mio echte E-Autos oder sind die meisten nur Mogelpackungen (=Hybrid)?
Wobei ich noch erwähnen möchte, dass Akku-Autos in keinster Weise die Lösung für das "Klimaproblem" sind.
Woher soll all der Strom kommen?
Umweltfreundlich sind Akku-Autos in keinster Weise...u.a. Akku ist Sondermüll, und Stichwort "Kobold", wie die Bärböckin immer sagt... usw.
Eine Verarsche ohne Ende....

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Antw:Klimawandel
« Antwort #8 am: 05.08.2021 12:10 »
Eine Verarsche ohne Ende....

So kann man das sehen.

Es verlagert die Emissionen und Folgeschäden eher woanders hin.

Der Vorteil ist, dass die Schadstoffbelastung in den Städten reduziert wird. Vorteil auch, dass die Energie, die nachher in kinetische Energie umgesetzt wird, man auch aus 'regenerativen' Energiegewinnungen erzeugen kann. Wobei energetisch betrachtet letztendlich immer die beste Variante ist, Energie dort zu erzeugen, wo sie auch verwendet wird.

Der beste Schlüssel wäre, die Mobilität und die dadurch ermöglichten Ansprüche zurückzuschrauben. Und das fängt schon alleine damit an, frische Erdbeeren auch nur dann zu essen, wenn sie bei uns gerade gereift sind. Oder Lust auf einzigartige Tamagotchis zu haben, die es nur in Übersee gibt, zu zügeln.

Offline culture skirt

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Antw:Klimawandel
« Antwort #9 am: 05.08.2021 13:59 »
Der beste Schlüssel wäre, die Mobilität und die dadurch ermöglichten Ansprüche zurückzuschrauben. Und das fängt schon alleine damit an, frische Erdbeeren auch nur dann zu essen, wenn sie bei uns gerade gereift sind. Oder Lust auf einzigartige Tamagotchis zu haben, die es nur in Übersee gibt, zu zügeln.
Am besten gehen wir gleich wieder zurück ins Mittelalter wie es die Grünen wollen. Oft sind es ja auch die, die den Umweltschützer spielen, auf ganz großen Fuß leben und die größten Hütte fahren. Ich habe kein begehbaren Kleiderschrank mit 70 Kleider aus China ;)

Zitat
Wobei energetisch betrachtet letztendlich immer die beste Variante ist, Energie dort zu erzeugen, wo sie auch verwendet wird.
Kernenergie Deutschland?  ;D Wir habe ja keine Meiler mehr, also müssen wir die Hauptlasten aus Frankreich und Tschechien importieren und machen uns so wieder abhängig, obwohl Kernenergie mit Flüssigsalzlreaktoren die klimafreundlichste Stromerzeugung ist. Hätte man lieber vorher Gelder in die Forschung und Wiederaufbereitung von Uran 238 und Thorium rein gesteckt, statt für irgendwelche "Umwelt Atomproteste". Schweden und Finnland bauen wieder ihre eigenen KKW und sind nicht vom Russen abhängig. Zumal das runterfahren von KKW teurer ist als das betreiben. Es ist halt grüne Augenwischerei was in Deutschland betrieben wird.

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Antw:Klimawandel
« Antwort #10 am: 05.08.2021 15:07 »

Zitat
Wobei energetisch betrachtet letztendlich immer die beste Variante ist, Energie dort zu erzeugen, wo sie auch verwendet wird.
Kernenergie Deutschland?

Nein, so war es nicht gemeint, wobei ich dachte, dass Du russenfreundlicher wärst. Das aber nur so nebenbei.

Gemeint war, die Energie dort zu erzeugen, wo sie auch in Nutzenergie verwandelt wird - z.B. Motor (welcher auch immer), der nicht auf Energie zurückgreift, die an einer anderen Stelle (15 Meter, 20 km, 2000 km) erzeugt wird; alleine vom Nutzungsgrad her betrachtet.

Wie aber immer nun mal alles nicht ganz einfach ist, so ist, um beim Motor-Beispiel zu bleiben, natürlich die Erzeugung der Energie - vor allem die Bereitstellung des energieliefernden Kraftstoffs auch nicht ganz trivial. Denn, nehmen wir beim Aspekt Kraftstoff das an, was wir gemeinhin unter Kraftstoff verstehen, also irgendeine Art von Öl oder Gas, so muss eben dieser Kraftstoff auch dezentral an Ort und Stelle bereitgestellt werden, wo die Energie in Nutzenergie umgewandelt wird. Auch das erfordert wieder einen Aufwand, der nicht ohne Energieaufwand zu bewältigen ist.

Am allerbesten wäre, es wäre möglich, seinen Energiebedarf vor Ort durch Sonnenenergie und ergänzende Maßnahmen wie Windenergie und Bioreaktoren zu erzeugen. Dann könnte man auf jegliche Infrastrukturen und deren Betrieb und Instandhaltung verzichten. Vermutlich sind war davon aber noch weit entfernt - jedenfalls was unsere Ansprüche an Nutzenergie angeht - oder anders ausgedrückt, was die Energien angeht, die erforderlich sind, um unseren Ansprüchen gerecht werden können.

Der beste Schlüssel wäre, die Mobilität und die dadurch ermöglichten Ansprüche zurückzuschrauben. Und das fängt schon alleine damit an, frische Erdbeeren auch nur dann zu essen, wenn sie bei uns gerade gereift sind. Oder Lust auf einzigartige Tamagotchis zu haben, die es nur in Übersee gibt, zu zügeln.
...Ich habe kein begehbaren Kleiderschrank mit 70 Kleider aus China ;)

Ich habe auch keine 70 Kleider aus China. Aber ja, Du spielst auf mich an. Vermutlich habe ich so etwa 20 Kleider aus China.

Ja, das war eine Phase, die ich zwar ehrlich gesagt, nicht missen möchte inclusive all die Erfahrungen, die ich damit gesammelt habe (inclusive einiger wirklich schöner Kleider, die ich dadurch ergattert habe - auch noch günstigst!). Dennoch hätte ich auch ohne dies ein zufriedenes Leben führen können. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich nochmals aus dieser oder ähnlicher Quelle mich mit Waren versorgen muss. Auch in Deutschland werden schöne Produkte respektive Kleider gefertigt, zwar teurer, aber dafür haltbarer - was allerdings unserem Zeitgeist ja so gar nicht entspricht. Wobei das meiste ohnehin von sonstwoher kommt. Aber ja, auch da ist, sich selbst und seine Ansprüche zu zügeln, ein guter Ratgeber!

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Antw:Klimawandel
« Antwort #11 am: 05.08.2021 15:26 »
Am allerbesten wäre, es wäre möglich, seinen Energiebedarf vor Ort durch Sonnenenergie und ergänzende Maßnahmen wie Windenergie und Bioreaktoren zu erzeugen.
Dann hast du ein Stromproblem wie ich oben beschrieben habe. Es reicht einfach nicht. Nicht überall scheint die Sonne. Nicht überall weht Wind, zudem die Windräder eine überholte Technologie mit schädlichen Korrosionsschutz drauf sind, die nicht recyclebar sind, nur 5 Jahre halten und haufen freie Fläche beanspruchen. Nicht aus Spaß greift Finnland auf Kernenergie zurück.

...Ich habe kein begehbaren Kleiderschrank mit 70 Kleider aus China ;)
Und das was du gerade für 29,90 trägst, kommt nicht irgendwo aus China, Taiwan der Indien?
Ob die deutschen Produktionen haltbarer sind bezweifle ich. Ich habe 250 Euro aus deutscher Produktion. Die Gewinnmarge ist einfach nur höher angesetzt. Bei hessnatur kann ich keinen große Unterschied erkennen zu gleichwertigen ausländischen Produkten. Im Gegenteil dort fehlt es an Pepp.

Aber ja, auch da ist, sich selbst und seine Ansprüche zu zügeln, ein guter Ratgeber!
Dann fang mal. An zieh zurück in eine 1 Rauwohnung, verkauf dein Auto und fahr deine Einkäufe und Getränkekisten nur noch mit Fahrrad und Netzbeutel am Lenker.

Ich seh auch nicht ein, warum immer wir jungen oder ich zurück stecken soll für andere, während die anderen vor allem die ältere Generation und insbesondere Türken und Araber weiter ihre dicken Benz und BMW und SUVs fahren. Meine Großtante hat sich mit ihren 70 Jahren nochmal einen neuen Audi gekauft und reist auch regelmäßig in andere Länder.

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Antw:Klimawandel
« Antwort #12 am: 06.08.2021 00:40 »
N'Abend zusammen!

Ihr habt ja eine Menge geschrieben.

Mit Zahlen sollte man wohl besser korrekt umgehen. Auf das Ranking der Städte Deutschlands mit den meisten E-Autos hat Hajo schon hingewiesen, wobei nach meiner Sichtung Frankfurt a.M. sogar nur auf Platz 14 steht. Und was die Bevölkerungsdichte Afrikas im Vergleich zu Deutschland angeht, so zeigt diese Liste https://geoplay.de/rankings/bevoelkerungsdichte.aspx Deutschland auf Platz 40 und nur zwei Länder in Afrika mit einer höheren Dichte, nämlich Ruanda und Burundi auf Platz 16 und 17. Alle anderen Länder Afrikas haben eine geringere Bevölkerungsdichte. Wenn man Mauritius im Indischen Ozean auf Platz 10 noch dazu zählt, dann sind es drei.

Die Autodichte ist zweifelsfrei noch viel geringer als in Deutschland oder generell Europa. Die Familie meines Neffen hat mit fünf Mitgliedern vier Autos. Wäre die Jüngste schon 18 und nicht erst 7 wäre, hätten sie vielleicht 5 Autos. Gut, sie wohnen auch auf dem Land, der ÖPNV ist dort auch suboptimal, die Arbeitsplätze sind damit schlecht erreichbar. Und sie leben getrennt, so dass jeder gegenseitige Besuch eine Autofahrt mit sich bringt. So geht es sicher vielen. Ich in der Stadt brauche kein Auto. Großeinkäufe mit vielen Getränkekisten gibt es so aber auch nicht, sondern dann eben mehr Kleineinkäufe. Die gab es aber auch schon, als ich noch ein Auto hatte, da ich das Auto nicht gerne im Kuzstreckenverkehr einsetzte. Zum nächsten Supermarkt habe ich ca. 20 Minuten Fußweg. Ich benutze dabei gerne ein Wägelchen (Hackenporsche). Geht alles. Zum Bahnhof mit ICE habe ich 5 Minuten Fußweg. Das ist optimal. Aber ich habe 20-30000 Autos täglich direkt vor der Haustür. Dafür hoffe ich auf mehr E-Autos, damit ich nicht den ganzen Dreck einatmen muss. Der Reifenabrieb bleibt aber dabei doch gleich. Wieviele von diesen 20-30000 Autofahrern auch ohne Auto gut an ihr Ziel kämen, kann ich nicht sagen. Da werden sicher aber auch Leute dabei sein, die wie mein Bruder auf dem Dorf in einer Straße mit unter 100 Autos am Tag leben, aber in ihrem Dorf kein Geschäft, keinen Arzt, keine Post und erst recht nicht ihre Arbeitsstelle haben. Das war früher mal anders. Da hatte man alles für den täglichen Bedarf im Dorf. Es ging ja auch gar nicht anders, da niemand ein Auto hatte. Wer in der Stadt seine Arbeit fand, musste in die Stadt umziehen. Wobei es auch Leute gab, die mit dem Bus oder der Bahn zur Arbeit fuhren. Das Bahnnetz war mal dichter als heute. Die Leute waren dann aber auch täglich 2-4 Stunden unterwegs, inkl. einer Stunde Fußweg zum nächsten Bahnhof. So erzählte es mir mal ein Waldarbeiter im Odenwald von seinem Weg zur Berufsschule in seiner Jugend. Die Bahnstrecke, die er damals nutzte, gibt es nicht mehr.

Sicher, wenn wir Menschen vor Augen haben, die sich mehr leisten als wir uns leisten können, dann werden wir schnell neidisch. Dann wollen wir das auch haben. Ganz normal. Glücklich macht so ein Neid aber nicht. "Mine Fru de Ilsebill, will nich so als ik wohl will!"

Wenn man mal an die vielen Menschen z.B. in Afrika denkt, die sich noch viel weniger leisten können als wir, selbst wenn wir hier nicht zu den Reichen gehören, sieht es schon anders aus.

Vielleicht sind unsere Ansprüche auch viel zu hoch. Jedes Jahr in den Urlaub fliegen. Viele hierzlande tun das als sei es eine Fahrt im Linienbus. Wenn Du, Jule, das gerne tun würdest, aber Dir nicht leisten kannst, könnte es sein, dass Du von Deinem Arbeitgeber ausgebeutet wirst. Ich kenne Deine Arbeitsverhältnisse nicht.

Oder alles zu jeder Zeit verfügbar zu haben. Ja sicher sind volle Regale im Gechäft schön anzusehen, und ich wähle auch gerne aus einer Produktvielfalt aus. Nun muss aber jedes Produkt hergestellt und transportiert werden. Haben wir ein Recht darauf?

Und macht es wirklich glücklich? Ich las mal, bis zu einer bestimmten Summe Geldes mache Geld glücklich, danach nicht mehr. Von dieser Grenze bin ich weit entfernt. Aber ich versuche mir anzugewöhnen, nicht mehr alles vorrätig zu erwarten. Gut, dass ich in ganz Siegburg kein Altbier mehr kriege, nervt mich schon. Das liegt aber daran, dass es hier zu wenig getrunken wird, so dass es sich für die Händler nicht lohnt, es bereitzustellen. Unverkaufte Biere wieder zurückzugeben kostet unnütz Geld. Aber das ist doch eher ein Luxusproblem, während andere Menschen auf diesem Planeten kein sauberes Trinkwasser haben.

Eine Wirtin im Bayerischen Wald (Landgasthof Hacker in Gotteszell) meinte mal zu Petra und mir: "Sie sind so zufriedene Leute!" Das sagte sie mit Bewunderung oder Hochachtung oder so. Schön! Warum auch nicht? Uns geht es gut. Ständig nur daran zu denken, was man nicht hat oder nicht ist, macht doch nur unglücklich. "Gier, Hass und Verblendung" so heißt es im Buddhismus, "sind die drei Geistesgifte, die uns im Kreislauf des Leidens festhalten." Ich bin somit froh, um jedes bisschen Gier, Hass und Verblendung, das ich los werde und um jedes bisschen Zufriedenheit, das wächst. Deshalb bin ich noch lange kein Asket, sondern eher immer noch Hedonist, der der Leben genießen will. Nur mache ich die Erfahrung, dass der Genuss eher wächst, wenn ich bescheidener werde. So groß ist meine Bescheidenheit aber noch nicht, dass ich keine Wünsche, keine Gier mehr hätte.

Was die Verantwortung für die Zukunft angeht, bei der wir nicht garantieren können, ob die Anstrengungen oder der Verzicht, die wir üben, auch Erfolg haben, fällt mit eine Geschichte aus dem Islam ein: Ein Mann fragte Muhammad, ob er sein Kamel anbinden solle oder nicht, wenn es doch allein Gottes Entscheidung sei, ob das Kamel wegläuft oder nicht, egal ob es angebunden ist oder nicht. Muhammad antwortete: "Zuerst binde Dein Kamel an, dann vertraue auf Gott, dass es nicht wegläuft." Also gar nichts zu tun, nur weil man keine Garantie auf Erfolg hat, ist keine gute Entscheidung. Ich kann ein Haus bauen und ein Erdbeben zerstört es. Ich kann einen Baum planzen, und er verdorrt im Sommer. Ich kann ein Studium anfangen und kläglich scheitern. So ist das Leben. Soll ich deshalb gar nichts tun?

Heute sah ich einen mir bekannten Ex-Junkie mit einer Flasche Bier auf einem Mäuerchen sitzen. "Hi Uwe", sagte ich, "lass es Dir schmecken!" Er meinte: "Ja, man soll das Leben genießen, solange es geht. Wer weiß, ob mir morgen nicht eine Ader im Kopf platzt. Und wenn ich Dich sehe, macht es diesen Tag zu einem glücklichen Tag." "Geht mir umgekehrt auch so", sagte ich und ging meiner Wege. So eine kleine Begegnung, ein paar freundliche Worte, ein Lächeln und schon steigt der Genusswert des Lebens wieder ein wenig.

Ich weiß nicht, wie frei wir sind, unser Glück oder Unglück zu beeinflussen. Aber ich tue was ich kann und vertraue auf Gott, dass das Glück nicht wegläuft. Und zu diesem Versuchen gehört auch, bei meinem Verhalten auch an andere zu denken, auch an die kommenden Generationen, auch wenn ich da absolut nichts garantieren kann. Aber es macht einfach glücklich, auch an sie zu denken und dann auf dieses oder jenes zu verzichten. Ich leiste mir noch genug, z.B. diesen Rechner, auf dem ich jetzt schreibe. Hoffentlich hält er noch lange! Da stecken eine Menge Rohstoffe und Energie drin.

LG, Micha   
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Offline cephalus

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Antw:Klimawandel
« Antwort #13 am: 06.08.2021 07:10 »
Hier wie auch anderen Orts:

Die Fakten zu Klima und Klimawandel sind  zu einem guten Teil bekannt.

Was getan werden könnte auch.
Emotionen sind dazu reichlich vorhanden.

Konkret umsetzbare Vorschläge fehlen mir aber.
Flugreisen verbieten?
Nicht Lebensnotwendiges, Umweltschädiches verbieten oder hoch besteuern?
Mittelfristige Reduktion der Menschheit durch Geburtenkontrolle?
Privater Verkehr nur mit Sondererlaubnis?

Oder einfach warten und hoffen.

Oder Aktionismus wie in München:
Umbau zentraler Hauptstraßen zu Radwegen, die fast leer wirken, was aber zu einer Verlängerung der Staus bei den Autos geführt hat.
Auto unattraktiv machen,  durch Reduktion der Parkplätze, was dazu führt, dass ich jetzt für eine Zentrale Lage mehrfach keine Handwerker bekommen habe. Begründung: kein Parkplatz, Zeitaufwand  für Anfahrt zu hoch.


Offline MAS

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Antw:Klimawandel
« Antwort #14 am: 06.08.2021 08:12 »
Lieber Cephalus,

Verbote sind m.E. da notwendig, wo Menschen nicht aus eigener Einsicht das not-wendige tun. So ist Mord verboten und auch Diebstahl, weil es zu viele Menschen gibt, die andere Menschen töten oder bestehlen. Allerdings gibt es trotz Verbot auch weiterhin Mord und Diebstahl. Aber eventuell weniger als wenn es nicht verboten wäre.

Eines Tages wird es drastische Verbote geben, was den Rohstoffverbrauch angeht und die damit einhergehende Mitweltverschmutzung. Es gibt ja auch schon längst Emissionsgesetze, Die werden halt an Umfang und Härte zunehmen. Es geht ja wie bei Mord und Diebstahl um Taten, die letztlich Menschen schädigen, wenn auch meist nocht so direkt und eindeutig auf den einzelnen Täter zurückführbar, weil eben ein einzelner Autofahrer nicht viel anrichtet. Da macht es echt die Masse.

Will man den Verboten zuvorkommen, macht man freiwillig, ohne Verbot, was man als not-wendig (ich schreibe das gerne so auseinander, weil dadruch deutlich wird, dass es um die Wende einer Not geht) erkannt hat. Um diese Erkenntnis zu fördern braucht es Aufklärung.

Dass es Menschen gibt, die die Fakten leugnen und gerne beim gewohnten Lebenstil bleiben möchten, ist normal. Das ist auch in andern Bereichen so. Denken wir nur mal an die Diskussion um eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA. Da sehen viele ihre Grundrechte in Gefahr, wenn sie nicht einfach so Waffen kaufen und mit sich rumtragen dürfen. Das ist in den USA tatsächich - historisch bedingt - in der Verfassung verankert. Ein Recht auf Autofahren oder Fliegen ist dagegen weder dort noch hier in der Verfassung verankert. Aber es ist so schön, bequem, ein Gefühl von Freiheit vermittelnd.

Ich halte es für asozial, es über den Preis zu regeln. Lieber durch Kontingente: Jedem Menschen stehen soundsoviele Fahrt- und Flugkilometer zu. Vieviele verträglich sind, müsste man errechnen. Man müsste die Infrastruktur in den Stadtteilen und Dörfern so verbessern, dass alles, was zum täglichen Bedarf gehört, fußläufig erreichbar ist. Dazu gibt es Experimente, ich meine sogar in München, aber jedenfalls in einigen Städten. Da werden Viertel für den Durchgangsverkehr gesperrt. Und die Bewohner des Viertels brauchen im Viertel kein Auto. Die im Lockdown erprobte Arbeit im Homeoffice müsste standardisiert werden, denn dadurch wird viel Verkehr und auch letztlich Bürofläche gespart. Das geht natürlich nicht bei allen Arbeiten, aber bei recht vielen. Die digitalen Nomaden machen es seit Jahren, wo auch immer sie ihr Homeoffice dann haben. Nur sollten sie eben nicht so viel reisen, sondern mehr wirklich zu Hause bleiben. Oder eben mitweltfreundlich reisen. Auch dazu gibt es Vorbilder. Es geht dann eben langsamer.

Dass die Technik weiter fortschreiten muss, erscheint mir auch wichtig. Idealfall: Fahr- und Flugzeuge, die ihre eigenen Solar- oder anderen Kraftwerke an Bord haben. Daran wird gearbeitet. Viele kleine Windräder, nicht viel größer als Ventilaroren, in die Gebäude integriert, statt dieser Megarotortürme, die die Landschaft verschandeln. Noch Utopie, aber vielleicht eines Tages Realität.

Und mehr Achtsamkeit auf das tägliche Handeln einüben. Mehr Mitgefühl mit allen, auf die unser Handeln Einfluss hat. Mehr Weisheit, die richtigen Lösungen zu finden. Mehr Bescheidenheit bei den eigenen Ansprüchen. Das kann man aber nicht befehlen oder durch Verbote regeln.

Das sind so meine Überlegungen zu Deinen Fragen.

Ach ja: In Antwerpen haben wir erlebt, wie eine Stadtautobahn zu Fuß- und Fahrradwegen mit Grünanlagen und Gewässern umgebaut wird. Jürgen weiß von Parkplätzen in einer Außenzone zu berichten, von denen aus Straßenbahnen die Menschen in die Innenstadt bringen. Da gibt es keine Staus und keine Parkplatznot, so viel ich weiß.

LG, Micha

 

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