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Andere interessante Themen => Zeitgeschehen => Thema gestartet von: Matthias am 08.03.2022 00:22

Titel: Mittelalter
Beitrag von: Matthias am 08.03.2022 00:22
Hallo allerseits,

das Thema schreibe ich mal hier im Board Zeitgeschehen.

Irgendwie habe ich den Eindruck bekommen, dass viele Männer die gerne Rock oder Kleid und auch Strumpfhosen tragen sich gerne auf frühere Zeiten beziehen. Da wird gerne das Mittelalter hergenommen, weil zu dieser Zeit auch Männer eine Art Kleider getragen haben. Ich bin damit aber ein bisschen im Zwiespalt. Ich meine damit ob es gut ist sich auf diese Zeit zu beziehen. Immerhin verbinden sehr viele Leute damit eher eine dunkle, derbe Zeit.
Ich vermute, die Meisten Leute verbinden das dann mit einem "Freak", der die Lebensweise oder was auch immer aus dieser Zeit gerne mag. Das ist auch völlig in Ordnung.

Mit der heutigen Zeit als Mann Rock zu tragen hat es aber nichts zu tun, wie ich finde. Es ist in meinen Augen sogar eher kontraproduktiv, weil es an eine aus heutiger Sicht eher dunklere Zeit erinnert.

Aus meiner Sicht ist es viel besser nach vorne zu schauen und sich nicht zu rechtfertigen:
Ja, aber früher haben Männer doch auch Röcke und Kleider getragen...
Wir machen das nicht "früher", sondern jetzt und sollten das auch so nach außen tragen, wie ich finde.

Grüße
Matthias
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: ChrisBB am 08.03.2022 08:53
Hallo,

ab 15.3., also in meiner Reha in St. Wendel, will ich Rock tragen, wo immer es möglich ist. Ok, beim Radfahren eben nur als Hüft- und Lendenwärmer über dem Fahrradanzug, aber sonst auch ohne Hose.

Wer gerne mal in die Gegend kommen will, ich erinnere hiermit an das ins Auge gefaßte Treffen am Schaumberg am 03.04.2022 ab Mittags inklusive Führung in der Mühle in Theley.

Gruß,
ChrisBB
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 08.03.2022 10:36
Lieber Cephalus,

ich liebe Mittelaltermärkte und die Musik der Zeit und auch einiges der Kleidung, aber das bedeutet ja nicht, dass ich mich in diese Zeit sehne oder sie ins Heute übertragen will. Es gibt eben in andern Zeiten und an anderen Orten Elemente, die ich in unserer heutigen und hiesigen Gesellschaft gerne hätte, aber nicht das ganze Paket.

Diese Mittelalterszene ist eh ein Mischung aus Historie und Fantasy. Das mag ich ab und zu gerne.

LG, Micha 
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: cephalus am 08.03.2022 12:13
Da hast du uns wohl verwechselt, Michael  ;)
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 08.03.2022 12:17
Da hast du uns wohl verwechselt, Michael  ;)

Oh ja, lieber Cephalus, sorry!

Also, lieber Matthias, meine Antwort galt Dir. Oder naturlich auch allen hier.

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Thomas57 am 13.03.2022 17:58
Das Thema "Mittelalter" treibt mich mehr und mehr um. Meine bei Jena ansässige Tochter und die ganze Schwiegerfamilie sind Mittelalter-Fans,die kaum einen der einschlägigen Märkte auslassen. Ich überlege jetzt, ob ich mit meinem langen schwarzen Lederrock und einem Leinenkittel passend gekleidet wäre. Ich selbst denke schon, daß das so o.k. wäre.
"Problembär" ist  meine Frau, die mit allen Mitteln verhindern will, daß mich irgendjemand, der/die sie kennt, mich im Rock sieht und sie sich dann Kommentare und Fragen anhören müßte. Sie glaubt daß andere dem Rock-Thema genau so ultra-negativ gegenüberstehen wie sie...
Ich habe keine Idee wie ich mich verhalten soll / werde.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: doppelrock am 13.03.2022 22:29
Das Thema Mittelalter lässt mich gänzlich kalt. Die Märkte wirken eher wie ein sehr kommerzialisierter Wanderzirkus, der Mythen fernab der Wirklichkeit bedient. Real dürfte das Mittelalter brutal und ungesund gewesen sein, auch fern der Bildung und Gerechtigkeit.
Wissen war nur was für Kirche und Könige, das Volk wurde für sie im Krieg verschlissen oder es wurde ihnen das Nötigste genommen, dass es gerade so zum Überleben reichte. Sauberkeit war ein Fremdwort.
Ich möchte auch nicht freiwillig dorthin kommen, wenn ich den Trend vom Wissen zum Glauben betrachte, von Meinungsfreiheit zum Monopol oder "Hungern und Frieren für Freiheit" (Wessen eigentlich?), auch Kriege und weitere Machtkonzentration mit Entrechtung und Enteignung der Bürger möchte ich nicht mittragen.
Es gibt in der Jetztzeit genug schöne Dinge, an denen sich Mensch erfreuen kann. Etwa Demokratie, Bildung und Gesundheit. Dinge, die sich unsere Vorfahren in den letzten 150 Jahren hart erkämpft haben und die wir gerade aktiv zerstören..
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: culture skirt am 13.03.2022 23:03
Hallo Thomas,

als erstes muss man verstehen, dass es der Frau nicht darum geht, ob du unangenehme Fragen bekommen könntest oder die Entscheidung Rock zu tragen auf dich zurückfällt, sondern dass die Frau denkt, dass andere glauben, sie hat nicht mehr Kontrolle über ihre Familie und ihrem Ehemann ihn in anständigen Sachen vor die Tür zu schicken und dass es auf sie zurück fällt (ebenso wie mit ihren Kindern, die sie in die Schule schickt), dich so vor die Tür zu lassen. Daher ist so ein Mindset bei Frauen schwer aufzulösen. Und wenn es mal geschafft ist, kann es 14 Tage später durch irgendeine Kleinigkeit wieder einstürzen und die Frau sieht es plötzlich total anders als noch vor einer Woche. Die einzige Möglichkeit ist, dass du positive Kommentare oder neutral "warum nicht?" von Leuten bekommst, die euch mehr oder weniger kennen. Alles andere ist für die Frau zu viel Interpretationsraum, wenn du sagst, dass sich niemand dafür interessiert oder gar Kommentare ausbleiben. Die Blicke bleiben nämlich nicht aus, auch wenn man sie selber ignoriert. Angehörige gucken da in dem Moment sehr genau auf jede Bewegung Anderer.
Als ich mal mit meiner Mutter unterwegs war, hat sie die Aufmerksamkeit auf sich gezogen als sie wie ein Huhn überall ständig rum guckte, wer so guckt und hat es dann auf mich geschoben, das ich  ganz schön viel Aufmerksamkeit erregen würde.

Viele Grüße
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Albis am 14.03.2022 19:59
Mittelaltermärkte sind grundsätzlich eine gute Gelegenheit, sich mit dem Rock in die Öffentlichkeit zu wagen, für diejenigen, die bislang Bedenken haben. Insofern kann ich Thomas gut verstehen, dass er die Gelegenheit nutzen möchte. Und zweifelsohne haben heutige Mittelaltermärkte kaum mehr etwas mit dem zu tun, was sie darstellen wollen.

@Matthias: Das Mittelalter war meines Wissens nicht komplett dunkel. Im 12. und 13. Jahrhundert wurden viele Städte gegründet und das Handwerk erlebte einen spürbaren Aufschwung. In Bezug auf Kleidung nehme ich wahr, dass viele versuchen, die historischen Vorbilder möglichst genau nachzuahmen. Das ist auch nicht meine Welt und da stimme ich Dir zu: Rocktragen heute ist anders als damals.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Ufty am 15.03.2022 07:36
Die Märkte sind doch in erster Linie als Spaß für die Besucher gedacht, da ist viel Show  und Kommerz mit bei.

Richtig abgehen tuts in den Mittelalterlagern, da ist man mehr unter sich.
Rockträger trifft man bei der Gelegenheit öfter, meist als Kilt, Kleider sind in Form einer Tunika verbreitet.
So ein Lager ist außerdem eine schöne Abwechslung vom Alltag, quasi ein Urlaub in der Vergangenheit ohne Handy, Feuerzeug,  Unterhosen, Mikrowellenherd, Internet …
Die Kleidung und das alltägliche Geraffel wird natürlich selbst angefertigt und nicht im Versandhandel gekauft,
Handwerk in jeglicher Form ganz normal.
Wenn man erst mal selbst Garn gesponnen und gewebt hat, geschmiedet und gefilzt hat um sich seinen Kilt selbst angefertigt hat weiß den Wert erst richtig zu schätzen!
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 15.03.2022 10:32
Die Kleidung und das alltägliche Geraffel wird natürlich selbst angefertigt und nicht im Versandhandel gekauft,

Nicht unbedingt. Wir haben in Siegburg z.B. diesen Laden: https://www.rheingold-shop.de/home.html (https://www.rheingold-shop.de/home.html)
Da sind auch immer männliche Schaufensterpuppen im Rock zu sehen.
Ich habe da aber noch nie was gekauft.

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zwurg am 15.03.2022 15:15
Ich bin seit 12 Jahren in einem Mittelalterverein tätig, wir treten dort im Sommer regelmäßig mit Schaukämpfen und Lagerleben auf.
Und ich liebe es ein Wochenende im Kostüm zu verbringen. Meist trage ich Tuniken und Leggins zu Stiefeln, auch die Kombination Kilt und Mittelalterhemd habe ich schon getragen.Bitte einloggen oder registrieren um das Bild zu sehen.
Bitte einloggen oder registrieren um das Bild zu sehen.


Mir ist öfter aufgefallen dass oft junge Männer die als Gast of solche Feste gehen, T-Shirt und Kilt tragen.

Für Mittelaltergewänder gibt es viele Versandhändler Mytholon oder Burgschneider um nur zwei zu nennen

 
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Ufty am 15.03.2022 17:09
Ich bin seit 12 Jahren in einem Mittelalterverein tätig, wir treten dort im Sommer regelmäßig mit Schaukämpfen und Lagerleben auf.

Grüße vom Castrum Everstein  ;)
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 15.03.2022 22:07
Schönes Hobby!

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 15.03.2022 23:06
Hallo,

ab 15.3., also in meiner Reha in St. Wendel, will ich Rock tragen, wo immer es möglich ist. Ok, beim Radfahren eben nur als Hüft- und Lendenwärmer über dem Fahrradanzug, aber sonst auch ohne Hose.

Wer gerne mal in die Gegend kommen will, ich erinnere hiermit an das ins Auge gefaßte Treffen am Schaumberg am 03.04.2022 ab Mittags inklusive Führung in der Mühle in Theley.

Gruß,
ChrisBB

Hallo ChrisBB, auf meiner letzten Reha 2019 bin ich im Rock angereist und habe die ganze Zeit nur Röcke getragen. Ist überall gut angekommen. Und im Schwimmbad Badeanzug.
Also nur Mut!
Guten Erfolg dort.
Zareen
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 15.03.2022 23:41
Zitat
Ich vermute, die Meisten Leute verbinden das dann mit einem "Freak", der die Lebensweise oder was auch immer aus dieser Zeit gerne mag. Das ist auch völlig in Ordnung.

Mit der heutigen Zeit als Mann Rock zu tragen hat es aber nichts zu tun, wie ich finde. Es ist in meinen Augen sogar eher kontraproduktiv, weil es an eine aus heutiger Sicht eher dunklere Zeit erinnert.

Welche dunkle Zeit?
Die Zeit, in der man Genozide mit industriell hergestelltem Rattengift durchführte?
Die Zeit, in der man das Volk immer noch belog und betrog?
Die Zeit, in der man ganze Städte mit einer einzigen Explosion auslöschte?
Die Zeit, in der man Billiarden für Rüstung ausgab, die die Welt 7 x vernichtet und Milliarden Menschen hungerten?
Die Zeit, in der man die ganze Welt mit Pflanzenschtzmitteln und Viren vergiftete?
Die Zeit, in der man Fische mit Plastikabfällen tötete?
Die Zeit, in der man Strom erzeugte und den Nachfahren auf 100.000de Jahre strahlenden Abfall hinterließ?

Ja, in der Tat, das war eine sehr dunkle Zeit.

Aber jede Epoche hat auch ihre guten Seiten... wenn man die Augen öffnet und sie sieht, und das Gute sammelt und vermehrt und es nicht unterdrückt.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 16.03.2022 00:35
Ich bin auch gerade dabei, die Bewertungen der Geschichtsepochen neu zu überdenken. Die oft so hochgelobte Aufklärung hatte auch ihre Schattenseiten. Vielleicht ist es auch so wie auf meinem Foto hier: https://siegburg.de/stadtleben-aktuelles/newsletter/020648/index.html (https://siegburg.de/stadtleben-aktuelles/newsletter/020648/index.html) (2. Beitrag von oben): Wo viel Licht ist, ist auch ein deutlicher Schatten.

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 16.03.2022 15:37
Danke Micha,

Das für mich wichtigste in dem Bericht:
Zitat
Und gleichzeitig eine Mahnung, das Land und seine Bewohner nicht mit dem machthungrigen Despoten gleichzusetzen.
Ich assoziiere: die für viele gern getragene und vielleicht auch außergewöhnliche Kleidung des Mittelalters, die einen ganz besonderen Charme hat, nicht gleichzusetzen mit rauhen und rohen Sitten, mit der Geringschätzung menschlichen Lebens.

Die Gefahr des Gleichsetzens ist in beiden Fällen groß, aber jeder sollte sich davor in acht nehmen.

LG
Zareen
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 16.03.2022 17:31
Ja, genau. Es gab ja auch die Sitte der Minne und der ritterlichen Tugenden. Mittelalter, das sind auch Walther von der Vogelweide und Meister Eckhart, Gotik und gregorianischer Gesang. Und vieles mehr an wunderbaren Kulturleistungen.

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zwurg am 16.03.2022 18:32
Das heutzutage gelebte Mittelalter auf den Mittelalterfesten, reicht von Wikinger, Germanen oder Barbarenkriegern bis zu den Landsknechten des 16. Jahrhunderts. Dazu kommen vermehrt Fantasyfiguren aus modernen Filmen und Serien. Zum Beispiel habe ich einmal sehr schöne Orks gesehen. Wie aus dem Film entsprungen, nur an den regelmäßigen Zähnen konnte man noch die Menschen erkennen.
Dazu habe ich auch schon mit einem jungen Herren nach einem Schaukampf gesprochen, der die Idee hatte einen Piratenverein 17.-18. Jahrhundert zu gründen. Da erinnerte ich mich, dass ich als Kind im Fasching auch gerne als Pirat gegangen bin.
Bei der Gelegenheit erinnere ich mich auch an eine Kochsendung in der ein älterer Herr den Piratenstyle mit Röcken verbunden hat.

Der Verein bei dem ich bin, orientiert sich grob am 13. Jahrhundert. Sehr authentisch sind wir wahrscheinlich nicht. Wir kaufen unsere Gewänder meist auf dem Markt oder bei Internethändlern, wie Mytholon, Burgschneider, Ritterladen, Outfit4events usw. Wenn geschneidert wird dann auch mal mit schön warmen Fleecestoffen.

Ja, das europäische Mittelalter war grausam und dunkel. Und dennoch entstanden auch ritterliche Tugenden und Philosophien , sowie Erfindungen die unser heutiges Leben erst möglich machten.
Ich habe zu Weihnachten von meiner Nichte ein kleines Buch bekommen: "Regeln für einen Ritter", von Ethan Hawke, abgeblich hat es den Ursprung bei einem Vorfahren Hawkes (Sir Thomas Hawke) der in Wales Ritter war und 1483 in einer Schlacht gefallen ist.  In Briefform erzählt Sir Thomas seinen Kindern, nahezu buddhistische Weisheiten, über das Leben als Ritter.

Was fasziniert mich daran. Die Vorstellung vom ritterlichen Zweikampf (Auch wenn wir nur Schaukampf machen), das einfache Leben, draußen im Zelt, kochen auf dem Lagerfeuer. Die Klamotten. Die trage ich wirklich gerne. Usw. Na klar, es ist nur ein Theater für ein Wochenende. Meist haben wir sogar Strom in unserem Küchenzelt, für Kühlschrank(für kaltes Bier und das Grillfleisch), Kochplatte und Licht am Spülbecken und die Handyladegeräte. 8)
Aber es macht immer noch Spaß.

Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 16.03.2022 19:32
Ja, das europäische Mittelalter war grausam und dunkel.

Sagen wir es so: Mit meinen Bedürfnissen von heute - nicht nur Komfort und Technik betreffend, sondsrn auch Freiheit und Mit- und Selbsbestimmung - möchte ich nicht im Mittelalter leben. Meine Vorfahren zu der Zeit waren sicher unfreie Bauern oder vielleicht auch mal freie Handwerker in irgendwelchen engen Städten, aber sicher keine Ritter. Obwohl ich auch in einer der münsterländischen Adelsfamilien irgendwie Vorfahren haben soll. Aber auch so ein Adeliger war ja nicht frei, sondern engen Standesgesetzen verpflichtet.

Auch muss man mal bedenken, dass im Mittelalter die Stadtmauern nicht der Romantik wegen gebaut wurden.

Aber so einem Verein angehören, der einfach Freude am Mittelalter- und Fantasyspielen hat, da stelle ich mir schön vor. Ich trete trotzdem keinem bei, weil ich andere Schwerpunkte im Leben habe, aber ab und an kann ich ja auch als Gast eines Marktes oder Festes ein wenig in die Atmosphäre eintauchen.

LG, Micha alias Widukind, Freiher von Runenstein
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zwurg am 16.03.2022 23:17
Ich lebe auch gerne im 21. Jahrhundert, schon wegen der medizinischen Versorgung. Aber natürlich auch wegen der vielen Annehmlichkeiten unserer Zeit. Wahrscheinlich waren auch meine Vorfahren arme, leibeigene Bauern. Die wenigsten von ihnen werden wohl meine Alter erreicht haben.

Die Menschheit hat sich in den letzten 1000 Jahren nicht verändert. Es gibt immer noch Einzelne Menschen die wegen ihrer Eitelkeiten Kriege anzetteln, unter denen viele andere Menschen zu leiden haben.

Trotzdem ist es schön für ein Wochenende einen Ritter zu spielen. Und ich bin ja dann kein leibeigener Bauer sondern eben ein Ritter und Freiherr.

Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Ufty am 17.03.2022 00:56
Unsere Gruppe orientiert sich am Grafen Everstein und wir legen Wert auf Handwerks- und Adelsdarstellung zum mitmachen.
Feuer wird mit Stein und Stahl gemacht, es wird geschmiedet, gefilzt, gekocht, getöpfert,gesponnen, gewebt, Metall- und Wachsguß, Holz- und Lederarbeiten usw.
Habe auch mal eine Zeit lang den Lagerkoch gemacht, das war lustig!
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 17.03.2022 01:03
Es gibt alos verschiedene Grade des Mittelalterspielens:
- in heutiger Gewandung Märkte besuchen
- in stolistisch etwas mittelalterlich angehauchter Gewandung Märkte besuchen
- in Gewandung von Mittelalterhändlern Märkte besuchen
- in Gewandung von Mittelalterhändliern sich aktiv einbringen mit Rollen und Dienstleistungen
- in selbst gemachter Gewandung sich aktiv einbringen mit Rollen und Dienstleistungen
- in selbst gemachter Gewandung ganze Wochenenden oder länge im Lager leben, so mittelalterlich wie möglich

Mit Zwischenstufen.

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: doppelrock am 17.03.2022 07:36
Zitat

Welche dunkle Zeit?
Die Zeit, in der man Genozide mit industriell hergestelltem Rattengift durchführte?
Die Zeit, in der man das Volk immer noch belog und betrog?
Die Zeit, in der man ganze Städte mit einer einzigen Explosion auslöschte?
Die Zeit, in der man Billiarden für Rüstung ausgab, die die Welt 7 x vernichtet und Milliarden Menschen hungerten?
Die Zeit, in der man die ganze Welt mit Pflanzenschtzmitteln und Viren vergiftete?
Die Zeit, in der man Fische mit Plastikabfällen tötete?
Die Zeit, in der man Strom erzeugte und den Nachfahren auf 100.000de Jahre strahlenden Abfall hinterließ?


@Zareen: Leider wahr, dass wir wieder mitten drin sind, in einer solchen dunklen Zeit. Der Unterschied zum Mittelalter ist, dass heute viele Leute akademische Abschlüsse haben und trotzdem/deshalb den Irrsinn unterstützen und sogar mitmachen. Bei den Vorfahren vor 500 Jahren vermute ich, dass ihnen der Zugang zu Bildung und Wissen verwehrt wurde.

Auch in dieser wirren und gefühlskalten Zeit setze ich mich für Frieden, Gesundheit, Wissensvermittlung, Meinungsfreiheit, Menschlichkeit und viele andere Dinge ein.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: hirti am 17.03.2022 10:43
Klingt nach einem schönen Hobby.
Auch wenn das Mittelalter eine düstere und schlimme Zeit für viele Menschen gewesen sein mag, so spricht ja doch nichts dagegen sich die schönen Dinge herauszupicken und fröhlich schöne Feste zu feiern.

Was diejenigen hier schreiben die sowas gelegentlich machen klingt jedenfalls richtig toll!
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 17.03.2022 11:11
Wäre das nicht ein zu setzendes Ziel?
Von allem das Schöne und Gute und Beste nehmen und es weiter fortführen?
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 17.03.2022 11:32
Gestern hörte ich bei "Soko Wismar" den Spruch: Man soll die Liebe (kann man hier auch durch "das Leben" ersetzen) genießen, wie einen Fisch: ohne die Gräten.

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: culture skirt am 18.03.2022 20:36
Welche dunkle Zeit?
Die Zeit, in der man Genozide mit industriell hergestelltem Rattengift durchführte?
Die Zeit, in der man das Volk immer noch belog und betrog?
Die Zeit, in der man ganze Städte mit einer einzigen Explosion auslöschte?
Die Zeit, in der man Billiarden für Rüstung ausgab, die die Welt 7 x vernichtet und Milliarden Menschen hungerten?
Die Zeit, in der man die ganze Welt mit Pflanzenschtzmitteln und Viren vergiftete?
Die Zeit, in der man Fische mit Plastikabfällen tötete?
Die Zeit, in der man Strom erzeugte und den Nachfahren auf 100.000de Jahre strahlenden Abfall hinterließ?


@Zareen: Leider wahr, dass wir wieder mitten drin sind, in einer solchen dunklen Zeit. Der Unterschied zum Mittelalter ist, dass heute viele Leute akademische Abschlüsse haben und trotzdem/deshalb den Irrsinn unterstützen und sogar mitmachen.
Die aufgezählten Dinge sind eh nur Wohlstandsprobleme, die nur wir uns im dekadenten Westen leisten können. Vor allem die chronische Phobie beim letzten Anstrich.

Es ist überhaupt kein Problem, radioaktive Zerfallsprodukte in geologisch stabilen Regionen entsprechend tief zu vergraben. Davon abgesehen, dass es durch den radioaktiven Zerfall über diese Zeitspannen immer weniger bis kaum mehr messbar wird. Glaubst du nicht, dass die Menschen in Zentralafrika schon heute liebend gerne eine verlässliche Trinkwasserversorgung akzeptieren würden, auch wenn im Wasser ein paar millionstel Quecksilber oder Plutonium wären? Selbst wenn es so viel ist, dass es die Menschen im Mittel zehn Lebensjahre ihrer Lebenserwartung kostet, im Moment sind sie nach ein paar Tagen bis Wochen tot, weil sie gar kein Wasser haben. Was glaubst du, für was sich diese Menschen entscheiden würden, wenn sie die Wahl hätten? Du sagst jetzt wahrscheinlich: Ja, das ist ja in Afrika und weit weg! Aber nicht mehr lange. Und auch heute schon auf beliebig viele Gebiete in verschiedenen Stadien erweiterbar. Es wird auch bei uns so kommen, dass Trinkwasser zum Luxusgut wird, nur dauert es halt aufgrund klimatischer Umstände noch ein wenig. Das Müllproblem ist technisch lösbar. Ob es politisch gewollt ist, hängt davon ab, welche Risikoabwägung sich eine Gesellschaft leisten kann oder will.

Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: hirti am 29.03.2022 09:21
Heute morgen habe ich im Radio einen Beitrag über die Harnische der Ritter gehört.
Die Mittelalterfreude im Forum werden hier vermutlich besser Bescheid wissen, ich allein fand es interessant dass die Harnische damals nicht nur Schutz im Kampf waren, sondern auch ein schönes schmückendes Kleidungsstück das (auf heutige Maßstäbe umgerechnet) auch in der Preisklasse eines Ferrari gelegen hat.

Dazu wurden zum Teil auch Röckchen getragen, und der Kurator einer Ausstellung erzählte dass sie sogar welche zeigen die an heutige Ballettröckchen erinnern.
Außerdem erklärte er dass die Ritter sich teilweise auch als Frauen verkleidet haben.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Skirtedman am 29.03.2022 10:02

Außerdem erklärte er dass die Ritter sich teilweise auch als Frauen verkleidet haben.

Hm. Ich hoffe, er meint damit nicht das 'Friedenskleid', dass die Ritter außerhalb ihres Einsatzes getragen haben. Ja, diese Friedenskleider der Ritter ähnelten den Damenkleidern, diente aber nicht dazu, sich als Frau zu verkleiden, auch wenn das aus heutiger Sicht für manch einem so vorkommen kann. Forscher bzw. Kuratoren sollten das aber richtig deuten können.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: cephalus am 29.03.2022 10:41
Ohne dafür belastbare Fakten zu haben, habe ich das Gefühl, dass in manchen anderen Zeiten und auch Kulturen weniger strenge gesellschaftliche Normen herrschen und herrschten, was geschlechtskonforme Kleidung und Rollenverhalten betrifft, als in der derzeitigen westlichen Kultur.

Vermutlich hatte man im Mittelalter auch andere Sorgen ;)
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 29.03.2022 11:31
Nun, das, was ich bisher in Büchern und dem Internet gelesen habe, erweckt in mir den Eindruck, daß im Mittelalter sehr zwischen Adel und Bauernvolk unterschieden wurde.
Rock- oder kleidartige Kleidung schien zumindest bei den Bauern noch sehr lange getragen worden zu sein. Der männliche Adel hatte schon länger so etwas, wie 2-röhrige Beinkleider, oder zumindest eine Röhre, die in der Mitte hodenartig hochgebunden werden konnte. Das schien auch wohl der Grund dafür, daß das männliche Bauernvolk danach trachtete, Hosen haben zu wollen, um sich dem Adel gleichgestellt zu fühlen.

Heute trägt keiner der etwas besser gestellten Personen in Indien einen Lunghi (genähte Stoffröhre mit 1,5 - 2m Umfang, die am Bauch geknotet und umgeschlagen wird), den tägt nur das arme Volk, das sich andere Kleidung nicht leisten kann - so sagte es mir ein Inder.

In so fern machte es zwischen langen und kürzeren Hemden wohl eher wenig Unterschied.

Eines sollte nicht vergessen werden: das Selbstwertgefühl.
Ich male es mal sehr schwarz/weiß:
Das "ich bin wer" behaupte ich, ist bei Männern ausgeprägter, als bei Frauen.
Frauen wurden seit Alters von Männern 'nur' als Zweck zur Fortpflanzung und als Gehilfin (Genesis 1 und 2) angesehen. Ich behaupte, in diese Rolle wurden Frauen in fast allen Kulturen hineinerzogen.
Damit war auch die Kleidung für Frauen sichtbares Merkmal 'du bist hier nicht Herr' und die des Mannes, 'ich bin der Herr'.
Gerade das sogenannt 'christliche Abendland' wurde durch die Verbreitung des AT und NT sehr stark geprägt, die den Frauen klare Rollen zuwiesen - und das zudem nicht widersprechbar, weil von 'Gott' so festgelegt.

Erst wenn Menschen eine Entwicklungsstufe erreichen, in der Rollenverständnisse überflüssig werden, wird auch geschlechterspezifische Kleidung hinfällig (siehe die Bibel, Offenbarung, die Geretteten stehen alle, gleichgültig, ob Männer oder Frauen, vor Gottes Thron und tragen alle lange weiße Gewänder.

Ich mutmaße mal, daß die strenge Trennung der geschlechterspezifischen Kleidung ein Zeichen dafür ist, wie weit die kulturelle Entwicklung einer Kultur gediehen ist. Mal ganz davon abgesehen, die Entwicklung einer Kultur muss nicht nur vorwärts gehen, sie kann auch wieder rückläufig werden.

Trage ich heute als Mann einen Rock, ebne ich das Gefälle Mann/Frau aktiv, zumindest optisch.
Das verwirrt zumindest die 'Hard-liner', weil sie aufgrund ihrer Prägung ihr Gegenüber zumindest optisch nicht mehr zu Ihresgleichen einordnen können. Sie erhalten das Gefühl, man säge ihnen als Rockträger an ihrem Herrschaftsthron.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 29.03.2022 12:09

Es ist überhaupt kein Problem, radioaktive Zerfallsprodukte in geologisch stabilen Regionen entsprechend tief zu vergraben. Davon abgesehen, dass es durch den radioaktiven Zerfall über diese Zeitspannen immer weniger bis kaum mehr messbar wird.
Das Thema hatten wir schon mal woanders. Nur soviel dazu: es erinnert mich an Carl von Weizsäckers unrealistische Träumerei, man könne den bis 2000 anfalkenden Atommüll in einem Würfel mit 20m Kantenlänge in einem Bergwerk vergraben und dann sei das Problem gelöst.
Zitat
Glaubst du nicht, dass die Menschen in Zentralafrika schon heute liebend gerne eine verlässliche Trinkwasserversorgung akzeptieren würden, auch wenn im Wasser ein paar millionstel Quecksilber oder Plutonium wären? Selbst wenn es so viel ist, dass es die Menschen im Mittel zehn Lebensjahre ihrer Lebenserwartung kostet, im Moment sind sie nach ein paar Tagen bis Wochen tot, weil sie gar kein Wasser haben. Was glaubst du, für was sich diese Menschen entscheiden würden, wenn sie die Wahl hätten?
Über das Problem Wasser in Afrika empfehle ich Dir Filme die teilweise auch in YouTube zu sehen sind.
Schau Dir die "Großzügigkeit" eines des größten Lebensmittelkonzerns an, in der Nähe von durch Diamanten und Goldminen vergiftetes Leitungswasser Wasserfabriken zu erstellen, in denen Wasser aus Tiefbrunnen in Plastikflaschen abgefüllt wird und den Menschen für umgerechnet 1$ pro Liter verkauft wird. Was sollen die Menschen tun, wenn sie nur 10$/Woche verdienen?

Zitat
Du sagst jetzt wahrscheinlich: Ja, das ist ja in Afrika und weit weg!
Soweit solltest Du mich aus mei en Kommentaren kennen, daß ich die Meinung vertrete, daß die Erde ein großes zusammenhängendes System ist, wo keiner sagen kann "geht mich nichts an".

Zitat
Aber nicht mehr lange. Und auch heute schon auf beliebig viele Gebiete in verschiedenen Stadien erweiterbar. Es wird auch bei uns so kommen, dass Trinkwasser zum Luxusgut wird, nur dauert es halt aufgrund klimatischer Umstände noch ein wenig. Das Müllproblem ist technisch lösbar. Ob es politisch gewollt ist, hängt davon ab, welche Risikoabwägung sich eine Gesellschaft leisten kann oder will.
Und da sage ich, daß der Preis des Wassers von Multis diktiert wird, die irgendwelche wertlosen Ländereien beizeiten kaufen und irgendwann eine Tiefbohrung starten um das Wasser teuer zu verhökern.
Neulich im öffentlich-rechtlichen ein Film über den weltgrößten Getränkehersteller, der dei Lüneburg einen dritren Tiefbrunnen gegraben hat und ihn nur stillgelegt hat, nicht zurückgebaut. Wenn Trinkwasser knapp wird, sind die die ersten, die es teuer verkaufen.

Müll ist kein politisches Problem, sondern ein Problem der Gier des Menschen nach Wohlstand.
Gestern Abend ein Film über Mikroplastik. SEHR interessant.

In einem ausgewogenen, oder ausbalancierten System gibt es keine Gewinner - und auch keine Verlierer!
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: hirti am 29.03.2022 14:05
Hm. Ich hoffe, er meint damit nicht das 'Friedenskleid', dass die Ritter außerhalb ihres Einsatzes getragen haben. Ja, diese Friedenskleider der Ritter ähnelten den Damenkleidern, diente aber nicht dazu, sich als Frau zu verkleiden, auch wenn das aus heutiger Sicht für manch einem so vorkommen kann. Forscher bzw. Kuratoren sollten das aber richtig deuten können.

Ja, war ein Experte auf dem Gebiet der den Unterschied sicher erkennt.
Auf der einen Seite finde ich diese Tatsache spannend, auf der anderen Seite erscheint es mir eigentlich logisch. An dieser meiner Sehnsucht nach dem weiblichen ist ja nichts das die Technologie des 21. Jahrhunderts erfordert - vor 1.000 Jahren hätte es mir vermutlich genau so viel Spaß gemacht, ein schönes Frauenkleid zu tragen. (vorausgesetzt es wäre möglich)

Und genau so wie es mir Freude macht ein schönes Bild davon zu haben oder es aufzuschreiben, haben's die Leute damals vielleicht dokumentiert und so für uns erhalten.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: culture skirt am 30.03.2022 14:10
Nur soviel dazu: es erinnert mich an Carl von Weizsäckers unrealistische Träumerei, man könne den bis 2000 anfalkenden Atommüll in einem Würfel mit 20m Kantenlänge in einem Bergwerk vergraben und dann sei das Problem gelöst.
Nuja.. Weizsäcker war Physiker und der wird es am besten gewusst haben als unsere Clownpolitiker. Damals waren die Menschen noch nicht so überempfindlich wie heute und von sämtlichen Angststörungen geplagt. Heute haben wir einen Grünen Spinner als Aufseher im Bundesamt für Strahlenschutz sitzen, der schon Hysterie wegen bissl Hintergrundstrahlung schiebt und die für Krebserkrankungen verantwortlich macht. Wenn ich von Leuten höre, dass in Schulen Uraninitproben im Physikraum standen und auf Börsen Uranmineralien frei rumlagen,, wo jedes Kind und jeder Vater reingefasst hat und heute verboten ist anzubieten, frage ich mich, wie die Menschheit damals so alt werden konnte und überlebt hat. Die gleichen Idioten, die schiss wegen paar Castoren haben, ziehen sich täglich zwei Schachteln Kippen rein und inhalieren das vielfache an Polonium 210 in die Lunge und essen irgendwelches ungesundes krebserregendes Zeug, als was sie jemals an Strahlung durch Castoren abbekommen werden.

Schau Dir die "Großzügigkeit" eines des größten Lebensmittelkonzerns an, in der Nähe von durch Diamanten und Goldminen vergiftetes Leitungswasser Wasserfabriken zu erstellen, in denen Wasser aus Tiefbrunnen in Plastikflaschen abgefüllt wird und den Menschen für umgerechnet 1$ pro Liter verkauft wird. Was sollen die Menschen tun, wenn sie nur 10$/Woche verdienen?
Darum gings nicht. Es ging um den Vergleich, dass Uran für Jahrmillionen Jahre die Erde verseuchen würde, obwohl niemand weiß, was in 1000 Jahren ist. Und ob Menschen in armen Ländern in mikogramm verunreinigtes Wasser trinken würden, was sie 10 Jahre ihrer Lebenserwartung einbüßt oder innerhalb von Tagen zu verdursten. Wenn Alphastrahler in das Grundwasser einsickern, ist auch das Lüneburg Wasser im Mikrobereich kontaminiert. Dann stellt sich nämlich genau die Frage, ob sich die Menschen um Luxusprobleme kümmern, kein Trinkwasser zu trinken, nur weil in homöopathischen Dosen Uran enthalten sein könnte, oder ob sie das Wasser trinken, um weiter zu leben.

Neulich im öffentlich-rechtlichen ein Film über den weltgrößten Getränkehersteller
Du solltest weniger den EU Propagandamist gucken. Aber der Wessi nickt ja noch brav ab, wenn ihm die GEZ fürs brainwashing aus der Tasche gezockt wird.

Müll ist kein politisches Problem, sondern ein Problem der Gier des Menschen nach Wohlstand.
Gestern Abend ein Film über Mikroplastik. SEHR interessant.
Lass mich raten. Auch wieder Staatsfernsehen.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: hirti am 30.03.2022 14:44
Thema "Mittelalter"?
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zwurg am 02.04.2022 13:20
Vor 1000 Jahren war die Mode viel Vielfältiger als heute.
Wie heißt es im Mittelalter war ein Bettler Stilvoller gekleidet als heute ein Bänker.
Warum?
Weil die Kleider meist selbst gemacht waren.

Mit all der Vielfalt an modernen Stoffen., wenn jeder seine Kleidung selbst machen würde. Und sich nur daran orientieren würde was ihm gefällt. Wow, das wäre ein Fortschritt.

Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: cephalus am 02.04.2022 13:57
Mit all der Vielfalt an modernen Stoffen., wenn jeder seine Kleidung selbst machen würde. Und sich nur daran orientieren würde was ihm gefällt. Wow, das wäre ein Fortschritt.

Dann wäre die Welt bunter ;D
Allerdings neigen Menschen dazu das schön zu finden, was sie schon öfter gesehen haben. Modetrends gehen schon immer von den Leuten aus, dass manche nicht so kleinzellig bleiben wie im Mittelalter, das fördert gezielt die Industrie.

Besonders die Eintönigkeit bei uns: Mir ist z.B. aufgefallen, dass die Menschen in Wellington viel kreativer, abwechslungsreicher und bunter gekleidet sind als hierzulande . Dort ist oft der Markt zu klein für manche Ketten, viel Marketing und ähnliches.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 02.04.2022 14:57
Vor 1000 Jahren war die Mode viel Vielfältiger als heute.
Wie heißt es im Mittelalter war ein Bettler Stilvoller gekleidet als heute ein Bänker.
Warum?
Weil die Kleider meist selbst gemacht waren.

Mit all der Vielfalt an modernen Stoffen., wenn jeder seine Kleidung selbst machen würde. Und sich nur daran orientieren würde was ihm gefällt. Wow, das wäre ein Fortschritt.

Lieber Zwurg,

meines Wissens trugen die armen Leute damals fast nur braune Kleider und die Bettler Lumpen. Daran orientierten sich dann die Minderbrüder, die Franziskaner, mti ihren Roben.

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Thomas57 am 02.05.2022 17:47
@ Zwurg:
Sieht man Dich dann heuer in Kaltenberg?
Oder ist das schon zu weit weg...?
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: JJSW am 02.05.2022 20:08
Nach Kaltenberg hab ich es noch nicht geschafft. Irgendwann mal.

Aber hierhin vorletzte Woche.

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Hat mir gut gefallen, die stattliche Burg. Sicher dem einem oder anderem bekannt.
Schön, das es nun wieder Mittelaltermärkte und Feste gibt. Auf dem Bild mit langem Rock, eher Fantasy.
auf folgendem Bild ein etwas mehr authentisches Outfit ;)

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Grüßle
Jürgen


Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zwurg am 06.05.2022 19:08
In Kaltenberg war ich noch nie. Wir sind meist auf kleineren Märkten. Letztes Wochende waren wir nach 2,5 jähriger Abstinenz auf dem ersten Mittelaltermarkt mit Schaukampf und Lager, in Bernau am Chiemsee. (inklusive meinem ersten Nähprojekt: Einem Gugel aus Kunstleder) Nächstes Lager ist in Stein an der Traun. Bei der berühmten Höhlenburg, des "Heinz vom Stein".
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Holger Haehle am 07.05.2022 15:01
Eigentlich bedienen Mittelaltermärkte auch jüngere Epochen meist bis ins 16. Jahrhundert. Modisch ist da 'ne Menge drin.

Ich denke da auch an Kleider wie Cotte, Surcot, Suckenie oder Giornea, die damals in den kurzen Varianten nur von Männern getragen wurden. Wie findet ihr z. B. den Bliaut im Bild? Sieht doch sehr männermäßig aus mit 'nem Schwert.

Und zu einem Pourpoint oder Wams könnte man wie die Edelmänner der Renaissance auch perfekt Strumpfhosen und "Schnabelheels" tragen.

Es gibt also auch das Gute, trotz unbestreitbarer Unmenschlichkeiten. Immerhin hat die Renaissance den Humanismus begründet. Zum ersten Mal wurden im 14. Jahrhundert Menschen und Persönlichkeitsrechte diskutiert.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Hanna am 08.05.2022 17:51
Also mir hat es modisch vor allem die renaissance angetan.
Ich finde vor allem die kombination vom wams, kurzer hose und strumpfhose (http://4.bp.blogspot.com/-958Hf-cRCFU/VeyXugakNlI/AAAAAAAAAtE/Xupn5WafuLs/s1600/Full%2BOutfit%2Bcloser.jpg) besonders chic.
Auf jedenfall war die herrenmode früher vielseitiger und optisch auch ansprechender  :)
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Holger Haehle am 09.05.2022 06:26
Und liebe Hanna, würdest du auch zu Wams und Strumpfhosen passende Schnabelschuhe wählen?
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Hanna am 09.05.2022 23:42
Nein, weil sie mir erstens nicht gefallen und zweitens meines wissens nicht in die zeit passen aus dem diese 16th Century Men's Wear (http://www.handmaidstrade.com/2015/09/elizabethan-envy-black-doublet-project.html) stammt.
Und wenn sie auch noch passen würden ich liebe die kombination mit den modernen strumpfhosen und den schnürboots.
Wichtig ist mir das outfit an sich und ich würde liebend gern mal so etwas tragen  :)
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: sharpals am 20.05.2022 10:28
@Ufty  generell teilen sich die gewandeten in zwei gruppen auf:

Larp und reenactment , bei letzteren muß alles stimmen.
Da darf es noch nichteinmal ein moderner stoff sein, der verwendet wird. Nur bei den betten machen sie ein ausnahme ( was verständlich ist ).

Larps bevölkern immer mehr die märkte, sei dem man als gewandeter nicht mehr kostenlos drauf kommt. Und ehrlich , für den eintritt und dann den preisen , sind mir die märkerte inzwischen zuwieder.
Es existieren zu viele und die werden von ein paar bewchickern veranstaltet.

EInes der schönsten war in golle (Nl) anlässlich einer schlacht ( vor ca 400 jahren ), das war ein unikum. Eigendlich sollte es 10e wegegeld kosten ( dafür war dann alles ander recht moderat ) , abel als geselle kommt man auch so rein ( in der regel ).

Dort war dann nur reenactment zugelassen. 
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 20.05.2022 13:37
Mir widerstrebt der Kommerz. Am schönsten sind sie Märkte, die keinen Eintritt verlangen, und wo man für sein Geld noch Handwerkskunst bekommt. Wenn dann zwischendurch Crepes-Buden und Trinkhallen zum Ausschank moderner Getränke wohlmöglich noch in Plastikbechern stehen, stellt sich mir auch die Frage warum und für was ich zahle.
Schmiede, Schreiner, Tischler, Drechsler usw. die vor Ort traditionell HANDwerklich tätig sind, und das gegen Faires Entgelt an den Mann, oder die Frau bringen, gibt's äußerst selten. Aber dort ist die Stimmung auch anders, ruhiger, gelassener. Gruselig wird's, wenn die erstandenen Teile in einer Plastiktüte mitgegeben werden.

Für mich ist die Kleidung mit Phantasie (mein weißer Leinenrock hat unten herum auch eine Reflektorborte) am schönsten. Wenn Stile und eigenwillige Kreationen bunt gemixt getragen werden und kein Zwang auf Authentizität gelegt wird.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 20.05.2022 14:11
Mir widerstrebt der Kommerz. Am schönsten sind sie Märkte, die keinen Eintritt verlangen, und wo man für sein Geld noch Handwerkskunst bekommt. Wenn dann zwischendurch Crepes-Buden und Trinkhallen zum Ausschank moderner Getränke wohlmöglich noch in Plastikbechern stehen, stellt sich mir auch die Frage warum und für was ich zahle.
Schmiede, Schreiner, Tischler, Drechsler usw. die vor Ort traditionell HANDwerklich tätig sind, und das gegen Faires Entgelt an den Mann, oder die Frau bringen, gibt's äußerst selten. Aber dort ist die Stimmung auch anders, ruhiger, gelassener. Gruselig wird's, wenn die erstandenen Teile in einer Plastiktüte mitgegeben werden.

Für mich ist die Kleidung mit Phantasie (mein weißer Leinenrock hat unten herum auch eine Reflektorborte) am schönsten. Wenn Stile und eigenwillige Kreationen bunt gemixt getragen werden und kein Zwang auf Authentizität gelegt wird.

Dann komm mal im Advent nach Siegburg!

LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Albis am 23.05.2022 21:40
Für mich ist die Kleidung mit Phantasie (mein weißer Leinenrock hat unten herum auch eine Reflektorborte) am schönsten. Wenn Stile und eigenwillige Kreationen bunt gemixt getragen werden und kein Zwang auf Authentizität gelegt wird.

Ja, das geht mir auch so. Viele, nicht nur in der Mittelalterszene bemühen sich um eine Authentizität, also die Nachahmung des Vergangen. Viel spannender finde ich dagegen, etwas neues zu kreieren. Das erfordert bzw. zeugt von viel mehr Phantasie.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 26.05.2022 13:13
Für alle die im Norden Niedersachsens wohnen
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: high4all am 26.05.2022 14:08
Für mich sind es rund 39 Kilometer bis dort.

Mit dem 9-Euro-Ticket 2 1/2 bis 3 Stunden. Mit dem Fahrrad 2 Stunden. Mit dem Auto eine 3/4 Stunde. So ist das mit Öffis auf dem Lande... :o
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: MAS am 27.05.2022 00:01
Für mich sind es rund 39 Kilometer bis dort.

Mit dem 9-Euro-Ticket 2 1/2 bis 3 Stunden. Mit dem Fahrrad 2 Stunden. Mit dem Auto eine 3/4 Stunde. So ist das mit Öffis auf dem Lande... :o

Fast wie im Mittelalter!  ;D

Da gingen die meisten zu Fuß, wenn sie überhaupt ihren Wohnort verließen.


LG, Micha
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: doppelrock am 27.05.2022 10:05
Da das 9 EURO-Ticket nur für Züge der DB Regio AG gilt und nicht für DB Fernverkehr AG als Betreiber, ungeachtet der Art des Zuges, würde ich noch mehr Zeit einplanen und genau auf das Display sehen, ob der gewünschte Zug genutzt werden darf. Ansonsten drohen 60 EUR Strafe für "Schwarzfahren". Fahrrad oder Fahrgemeinschaft im Auto sind dann wohl die bessere Wahl.

Die Veranstaltung trifft meinen Geschmack nicht, aber allen Anwesenden einen schönen Tag dort.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: sharpals am 28.05.2022 16:00
naja ist ja ein nahverkehrsticket. Aber einfach auf der bahnseite den hacken bei fernverkehr rausnehmen, dann bekommt man alle zulässigen verbindungen.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Zareen am 17.06.2022 17:50
Nun, da sehen wir mal, wie gut es uns geht. Wir dürfen uns kleiden, wie wir wollen und essen, was wir wollen. Das sah vor ein paar Jahrhunderten noch ganz anders aus:
Da gab es Gesetze, wer was essen und wer welche Kleidung tragen durfte, nur, damit die reichen "Ärsche" auf ihren Plüschkissen weiter sitzen konnten.
https://rosaliegilbert.com/sumptuarylaws.html
Also: genießen wir unsere Freiheit und niemand grüße sich mit "Servus", welches ursprünglich Sklave, oder Diener bedeutete. Wir sind freie Menschen! Nur sollten wir die Freiheit recht zu nutzen wissen und sie niemals zum Nachtheile des Nächsten ausnutzen.
Titel: Antw:Mittelalter
Beitrag von: Skirtedman am 17.06.2022 18:01
Hatte gedacht, 'Servus' bedeutete 'Ihnen zu Diensten' - und zwar nicht als Sklave, sondern als Angebot, seinem Gegenüber keinen Schaden zufügen zu wollen. Also ein reines Höflichkeits-Signal. Ich kann aber auch falsch liegen. Letztlich tut das aber nicht so wirklich was zur Sache dieses Threads...  ;)