Autor Thema: Film "Billy Elliot - I will dance"  (Gelesen 5612 mal)

Offline MAS

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Antw:Film "Billy Elliot - I will dance"
« Antwort #30 am: 10.01.2021 13:11 »
Das ist ganz gut geschrieben, Jule. Bis Ende des 18. Jh. waren in Europa lange Haare bei Männern eine Vorrecht des Adels, zuletzt in Form von Perücken. Dan änderte sich das in Folge der Franz. Revolution. Ab da wurden sie zum Vorrecht und auch zur Pflicht der Frauen, die das schmückende Beiwerk erfolgreicher Männer wurden.

In den 1960ern waren die Menschen daran gewöhnt, dass ein ordentlicher Mann kurze Haare zu tragen hatte. Das war auch zum Teil des männlichen Sexappeals geworden. Die Hippies opponierten dagegen wie überhaupt gegen das Establishment. Konservative nahmen das als ungepflegt, verlottern, gammlig wahr und deren Träger überhaupt als unordentliche Leute, also nicht nur ästhetisch, sondern auch moralisch.

Das hat sich allerdings weithin auch geändert. Viele Männer tragen ihr Haar inzwischen, lang, aber oft auch so, dass es von vorne wie kurz und zurückgekämmt aussieht. Erst von der Seite sieht man dann den Pferdeschwanz. So trage ich es auch. Trüge ich sie offen, würden sie mir ins Gesicht hängen, es sei denn, ich verwendete Haarspray oder Gel, was ich nicht will.

Die Zeiten, in denen ein junger Mann mit langen Haaren als "junges Fräulein" angsprochen wurde, sind wohl vorbei, aber einem Mann im Rock oder Kleid kann das immer noch so passieren. Und wenn dann einer sieht, dass das ein Mann drin steckt, kann sich tatsächlich ein Widerwillen entwickeln. Der hängt vielleicht auch damit zusammen, dass der Mann, der das vermeintliche Fräulein für sexy hielt und dann den Kerl im Kleid entdeckte, Angst hat, homosexduell zu sein, wenn er sich beim Anblick des Typs im Kleid erotisch angesprochen fühlt. Und so schließt sich der Kreis dieses Threads.

LG, Micha 
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Offline MickyBlueEyes

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Antw:Film "Billy Elliot - I will dance"
« Antwort #31 am: 10.01.2021 15:00 »
@culturesk:

Ist es wirklich so schwierig, "MickyBlueEyes" auszuschreiben? Anscheinend.

Und dann habe ich mit Absicht den Teil mit den Hosen für Männer und für Frauen weggelassen und das darf ich auch - denn genau da, wo ich sagte, dass es meiner Meinung nach passend gewesen wäre, einzuhaken (nach dem "Ja und?") sollte man dann auch einhaken, sprich: den anderen unterbrechen (das bedeutet nämlich "einhaken" in so einem Fall).

Und nun für Euch beide, also auch für MAS:

Mir war das schon klar, wer das "Ja und?" gesagt hatte - daran ist nix erklärungsbedürftig.

Und eben genau das dort Einhaken mit dem im selben Sinne wiederholten "Ja und?" zum Ausdruck bringen, dass er eben (irgendwelche!) Hosen tragen kann und andere (irgendwelche!) Röcke - denn es ist ja nix dabei.

Übrigens könnte man einfach behaupten, dass der Rock, den man gerade trägt, für Männer gemacht ist, also ein Herrenrock ist - einfach so, um dem Gegenüber den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und wenn's nur für einen Moment ist
Wenn er's nicht glaubt, isses sein Problem und das Gegenteil müsste er erst einmal "beweisen" können.

Wie auch immer, ich weiß, ob und, wenn ja, wie ich grundsätzlich auf "Anmachen" wegen eines Rockes reagieren werde.

Kann und soll ja ein jeder so machen, wie er es für richtig hält.

Gruß
MickyBlueEyes

Offline culture skirt

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Antw:Film "Billy Elliot - I will dance"
« Antwort #32 am: 10.01.2021 15:38 »
@culturesk:

Ist es wirklich so schwierig, "MickyBlueEyes" auszuschreiben? Anscheinend.

Und eben genau das dort Einhaken mit dem im selben Sinne wiederholten "Ja und?" zum Ausdruck bringen, dass er eben (irgendwelche!) Hosen tragen kann und andere (irgendwelche!) Röcke - denn es ist ja nix dabei.
Hallo Mickey Blue Eyes,

ich habe auf Antworten geklickt und nicht mehr deinen vollständigen Namen im Kopf gehabt. Entschuldige.

Naja, du kannst den wichtigen Teil eben nicht weglassen, weil er meine Antwort entkräftet und nicht mehr gültig stehen lässt. "Ja und? Es gibt Damen und Herrenhosen." heißt übersetzt " Wieso trägst du nicht auch Männerhosen wie jeder normale Mann?" so ähnlich in der Formulierung habe ich es auch mal von einer Frau gehört. Da waren es aber Schuhe.  "Echt dreist" ich: "Was ich?" Ja Sie. Du hast deine eigenen Schuhe bei den Männern und musst nicht unsere Frauenschuhe anziehen. Das will niemand sehen."

Für die beiden ist eben was dabei, weil man die Kleidung nicht trägt, die für das eigne Geschlecht gedacht ist.

Zitat
Übrigens könnte man einfach behaupten, dass der Rock, den man gerade trägt, für Männer gemacht ist, also ein Herrenrock ist - einfach so, um dem Gegenüber den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und wenn's nur für einen Moment ist
Wenn er's nicht glaubt, isses sein Problem und das Gegenteil müsste er erst einmal "beweisen" können.
hm hm schon klar. Kurzer Mini in pink oder mit Blumen oder Bordüre am Saum ist ein Männerrock. Die Leute lassen sich nicht so leicht verarschen, wie es hier immer weiß gemacht werden will.
Der schaut sich kurz um, und zeigt auf ein paar Mädels in Röcken und dann hat er seinen Beweis, dass du einen Rock für Frauen trägst. Röcke für Männer gibts nur als Kilts. Ds weiß auch der letzte der ganz hinten im Dorf wohnt. Aber davon mal ab, ob der es nun als solchen ansieht oder nicht, für die ist Rock Rock und an Männern tabu.

Zitat
Wie auch immer, ich weiß, ob und, wenn ja, wie ich grundsätzlich auf "Anmachen" wegen eines Rockes reagieren werde.
Dann lass uns mal bitte teilhaben. Ich habe keine effektive, die irgendjemanden den Wind aus den Segeln nehmen ließe, oder von seiner Meinung abbringen ließe.
Die antworten darauf immer mit kurzen logischen und sehr ehrlichen Gegenargumenten, die die eigene Antwort oder Frage entkräftet. Und je man sich neue Begründungen zusammenbaut um die andere zu entkärften, desto mehr wissen sie, dass sie im Recht sind, weil sie viel weniger Anstrengung aufbringen müssen ihren Standpukt zu vertreten, warum ein Mann nichts im Rock verloren hat als du, der begründet, dass es nicht so ist.

Viele Grüße
Jule



Offline MickyBlueEyes

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Antw:Film "Billy Elliot - I will dance"
« Antwort #33 am: 10.01.2021 20:01 »
Hallo.

Zitat
Zitat
Wie auch immer, ich weiß, ob und, wenn ja, wie ich grundsätzlich auf "Anmachen" wegen eines Rockes reagieren werde.
Dann lass uns mal bitte teilhaben.

Hab' ich schon alles gesagt:

...
Bei einer Entgegnung auf einen verbalen Angriff auf einen Rockträger geht es keinesfalls (!) darum, den Angreifer zu beleidigen oder zu schmähen!
Das setzt doch nur eine Hass-Spirale in Gang, aus der keiner 'rauskommt, ohne das Gesicht oder ein paar Zähne zu verlieren  ...

Eine eher harmlose, zum Nachdenken anregende Entgegnung wäre das Beste, fällt einem aber in einer solchen Situation vielleicht nicht spontan ein. ....


Und mehr zu sagen braucht's auch meiner Meinung nach nicht - kommt letztendlich auf die Situation und das Gegenüber an. Aber auch ganz besonders auf das Gegenüber des Gegenübers, scheint mir  ...

Gruß
MickyBlueEyes


Offline MAS

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« Antwort #34 am: 10.01.2021 20:04 »
Tja so ist, das: da fragt einer nach und bekommt zur Antwort, dass alles gesagt sei. Da bestimmt der Sender, was der Empfänger verstanden zu haben hat.

LG, Micha
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Offline MickyBlueEyes

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Antw:Film "Billy Elliot - I will dance"
« Antwort #35 am: 10.01.2021 20:07 »
Wie gerade Du am Besten weißt, ist es mit meiner Geduld, mich immer und immer wieder zu erklären - und das immer wieder denselben - nicht gerade zum Besten bestellt.

Ja, Überraschung! Was / wann und wieviel ich schreibe, bestimme genau ich und niemand anderer!

...

Offline MAS

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Antw:Film "Billy Elliot - I will dance"
« Antwort #36 am: 10.01.2021 20:25 »
Solange Du das Recht anderen auch zugestehst, habe ich dagegen nichts einzuwenden.

LG, Micha
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Offline Skirtedman

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Antw:Film "Billy Elliot - I will dance"
« Antwort #37 am: 11.01.2021 04:10 »
Und wenn dann einer sieht, dass das ein Mann drin steckt, kann sich tatsächlich ein Widerwillen entwickeln. Der hängt vielleicht auch damit zusammen, dass der Mann, der das vermeintliche Fräulein für sexy hielt und dann den Kerl im Kleid entdeckte, Angst hat, homosexuell zu sein, wenn er sich beim Anblick des Typs im Kleid erotisch angesprochen fühlt.

Ach was, Micha. Ja, könnte sein.

Ich denke, der entstehende Groll wird vor allem darin liegen, dass der beschriebene Gucker sich wegen der Sichtung des Kleides hat hinreissen lassen, eine womöglich ansehnliche Frau zu erwarten. Beim genaueren Hinsehen stellt er fest, dass er sich getäuscht hat. Diesen Irrtum schreibt der Gucker aber womöglich nicht sich selbst zu, sondern dem Kleidträger, der ihn dann angeblich hinterlistig getäuscht hat.

Das hat primär vielleicht noch nicht mal was mit Homophobie zu tun, wird dann indem die Verantwortung des Irrtums auf den Kleidträger übertragen wird, dann erst womöglich mit homophoben Inhalten gespickt und der Groll/Ärger entlädt sich.

Dabei ist die Hauptursache ja die, dass der Gucker wohl eine Frau erwartet hatte. Wäre er aufgeklärter, dass heutzutage ein Kleid nicht unbedingt bedeutet, dass es von einer Frau getragen wird - so wie bei Hosen umgedreht -, dann müsste er auch gar nicht über sich ärgern und diesen Ärger auf den Kleidträger abwälzen.

Offline MAS

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« Antwort #38 am: 11.01.2021 08:47 »
D'accord, lieber Wolfgang!

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Offline culture skirt

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« Antwort #39 am: 01.06.2022 16:22 »
Kurzum:
Ich hab' im richtigen Leben noch nie einen Homosexuellen im Rock oder Kleid gesehen - Du etwa?
Viele der sogenannten "DWTs", "TVs" (mit teils homosexueller Neigung) verkleiden sich heimlich in ihren eigenen Wänden als Frau, so dass du und andere das nie zu Gesicht bekommen werden. Am besten noch im Unwissen mit der Kleidung von ihrer Frau, die gerade auf Arbeit ist. ;)

 

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