Autor Thema: Auch in der Grossstadt bekommt man nicht überall Beifall in Rock oder Kleid.  (Gelesen 880 mal)

Online Timper

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Offline Lars

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Eine Propaganda-Veranstaltung wie diese ist kein Maßstab, glaube ich. Das hat mit Rocktragen, wie wir es uns hier vorstellen, nicht wirklich viel zu tun ...
Wissenschaft ist der letzte Stand des Irrtums

Online Timper

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Nun auf dieser „Propaganda Veranstaltung“ wie du sie nennst geht’s um Minderheiten. Also auch um diese Minderheit hier.
Ob du im Fall der Fälle erst gefragt wirst warum wieso bevor es zum Ärger kommt bezweifle ich.
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Offline Lars

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Ich glaube schon, daß diese "Minderheiten" vor Beginn der geballten Propaganda ein wesentlich friedlicheres Leben hatten ...
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Online high4all

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Weil diese Minderheiten früher alle Anwürfe schweigend erduldet haben. Jetzt allerdings nicht mehr.

Und das geht manchen Mitgliedern der Mehrheits-Komfortzone auf die Nerven. Denn sie können nicht mehr so ganz ohne Widerspruch weiter machen wie bisher. Dumm gelaufen...
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Wir sind doch auch kleine Propagandisten. Oder Selbstdarsteller. Oder nicht?  :D
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Online Timper

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Ich denke jede Minderheit sitzt mit anderen Minderheiten im gleichen Boot. Alle haben eins gemeinsam — sie müssen für ihre Akzeptanz arbeiten/ kämpfen. Alle hier die Röcke, Kleider oder sonst was tragen sind eine Minderheit. Da zu sagen „ ich gehöre trotzdem nicht zur Regenbogenfraktion“ hilft wenig. Im übrigen ging’s auch nicht um die Veranstaltung  sondern um die rückwärts gewandten Reaktionen die befremdlich sind.
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Offline Skirtedman

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Nun, Lars hat irgendwo Recht, diese Veranstaltung hat nicht soooo viel mit uns zu tun.

Allerdings sind "wir" hier ja auch nicht alle so wie Lars, so wie ich, oder so wie sonst einer, sondern auch ein recht bunter Haufen.

Und egal, ob wir uns damit identifizieren oder nicht, wir können durchaus auch für Mitglieder der Regenbogenfraktion gehalten werden.

Insofern überschneiden sich deren Ziele (oder soll ich sagen: Bedürfnisse) mit unseren Zielen (Bedürfnissen), sollten wir noch so sehr Interesse haben, uns von der Regenbogenfraktion zu distanzieren.

Wir entsprechen deutlich nicht der Erwartungshaltung der genormten Gesellschaft. Darum ecken wir an - oder können anecken. Ja, irgendwo sitzen wir allen in einem ähnlichen Boot, jedenfalls auf dem selben Fluss. Und da ist ein Blick über den eigenen Tellerrand hilfreich, vor allem, wenn da die Rede von Anfeindungen ist.

Ich kenne diese Art von Anfeindungen praktisch seit Jahren/Jahrzehnten nicht mehr. Ich halte das und die damit verbundene Angst für überzogen. Aber: ja, in dem Bericht geht es um Gruppen und Situationen, die den meisten von uns wohl fremd sein dürften. Vor allem wird ja auch eine sehr spezielle Sozialstruktur erwähnt, die da eine wesentliche Rolle zu spielen scheint.

Diese Gemengelage haben die meisten von uns wahrscheinlich nicht vor der Haustür.

Danke für den Blick über den eigenen Tellerrand. Aber ich mache mich nicht verrückt: Ich brauche vor Sorge mich nicht erst nach der Bahnfahrt in meine Lieblingsklamotten einzuhüllen. Ich zieh das schon zuhause an, den ganzen Tag durch, und abends zuhause wieder aus. Falls ich mal nach Marzahn komme, dann werde ich das auch nicht anders handhaben.

Offline MAS

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Ich glaube schon, daß diese "Minderheiten" vor Beginn der geballten Propaganda ein wesentlich friedlicheres Leben hatten ...

Stimmt, da hatten sie das Maul gehalten, gekuscht und sich versteckt.
Genau wie wir.

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Offline MAS

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Ich denke jede Minderheit sitzt mit anderen Minderheiten im gleichen Boot. Alle haben eins gemeinsam — sie müssen für ihre Akzeptanz arbeiten/ kämpfen. Alle hier die Röcke, Kleider oder sonst was tragen sind eine Minderheit. Da zu sagen „ ich gehöre trotzdem nicht zur Regenbogenfraktion“ hilft wenig. Im übrigen ging’s auch nicht um die Veranstaltung  sondern um die rückwärts gewandten Reaktionen die befremdlich sind.

Das sehe ich genau so. Aber manche biedern sich lieber der Mehrheit an und treten mit ihr nach anderen Minderheiten.

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Offline MAS

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Nun, Lars hat irgendwo Recht, diese Veranstaltung hat nicht soooo viel mit uns zu tun.

Allerdings sind "wir" hier ja auch nicht alle so wie Lars, so wie ich, oder so wie sonst einer, sondern auch ein recht bunter Haufen.

Und egal, ob wir uns damit identifizieren oder nicht, wir können durchaus auch für Mitglieder der Regenbogenfraktion gehalten werden.

Insofern überschneiden sich deren Ziele (oder soll ich sagen: Bedürfnisse) mit unseren Zielen (Bedürfnissen), sollten wir noch so sehr Interesse haben, uns von der Regenbogenfraktion zu distanzieren.

Wir entsprechen deutlich nicht der Erwartungshaltung der genormten Gesellschaft. Darum ecken wir an - oder können anecken. Ja, irgendwo sitzen wir allen in einem ähnlichen Boot, jedenfalls auf dem selben Fluss. Und da ist ein Blick über den eigenen Tellerrand hilfreich, vor allem, wenn da die Rede von Anfeindungen ist.

Ich kenne diese Art von Anfeindungen praktisch seit Jahren/Jahrzehnten nicht mehr. Ich halte das und die damit verbundene Angst für überzogen. Aber: ja, in dem Bericht geht es um Gruppen und Situationen, die den meisten von uns wohl fremd sein dürften. Vor allem wird ja auch eine sehr spezielle Sozialstruktur erwähnt, die da eine wesentliche Rolle zu spielen scheint.

Diese Gemengelage haben die meisten von uns wahrscheinlich nicht vor der Haustür.

Danke für den Blick über den eigenen Tellerrand. Aber ich mache mich nicht verrückt: Ich brauche vor Sorge mich nicht erst nach der Bahnfahrt in meine Lieblingsklamotten einzuhüllen. Ich zieh das schon zuhause an, den ganzen Tag durch, und abends zuhause wieder aus. Falls ich mal nach Marzahn komme, dann werde ich das auch nicht anders handhaben.

Ich kenne es auch kaum noch, lieber Wolfgang. Als ich aber neulich von einem Besoffenen als Schwuchtel angemacht wurde, wurde ich wütend, nicht weil er mich für homosexuell hielt, sondern weil er dieses Wort verwendete, das zur Beleidigung für Homosexuelle dient.

Ich kenne auch das Gefühl der Peinlichkeit, in diese Schublade gesteckt zu werden und schäme mich dieses Gefühls. Lieber geselle ich mich zur LGBTQ-Szene als zu Mitrockern, die sich von dieser distanzieren, um von einer immer noch starken homo- und transphoben Gruppe der Gesellschaft nicht falsch eingeordnet zu werden.

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Offline Lars

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Hmmm .... da wurden meine Worte mal wieder ordentlich verdreht. An welcher Stelle genau habe ich mich denn konkret distanziert?
Mit dem Begriff "Minderheiten" tue ich mich immer etwas schwer, der kann auch ganz schnell anmaßend wirken.
 
Was ich eigentlich sagen will:
Die Menschen der genannten Szene waren früher kein Thema in der Öffentlichkeit. Wegen ihnen wurde kein Aufhebens gemacht, sie waren einfach da und haben ihr Ding gemacht. Ich glaube, SEHR viel unbehelligter als heute. Damals wurde auch niemand gezwungen, eine verpanschte Sprache, die auf alle Eventualitäten vermeintliche Rücksicht nimmt, zu ertragen. Letzteres nur als Beispiel. Diese ganze Regenbogen-Propaganda fühlt sich einfach falsch an. Das ist nicht das, was die "betroffenen" Menschen wirklich brauchen ....
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Offline MAS

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Lieber Lars,

das magst Du zwar glauben, aber meines Wissens waren die Queers (um mal einen zusammefassenden Begriff zu benutzen) über Jahrzehnte in der Schmuddelecke der Gesellschaft. Homosexualität war in Deutschland bis 1969/1994 noch ein Straftatbestand (https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/180263/1994-homosexualitaet-nicht-mehr-strafbar/) und ist es in manchen Ländern der Erde immer noch (https://www.stern.de/politik/ausland/laender--in-denen-homosexualitaet-unter-strafe-steht-7556128.html), wobei manche Länder die Homophobie erst im 19./20. Jh. unter europäischem Einlfuss in diesem Maße entwickelt haben. Jetzt dürfen sie offiziell leben wie sie wollen, aber es gibt immer noch eine große Homo- und Transfeindlichkeit. Patriarch Kyrill I. interpretiert Putins Krieg sogar als heiligen Krieg gegen die "postmoderne Beliebigkeit" (https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/russland-was-will-patriarch-kyrill-im-krieg,T2mCDwa).

Worin Du recht haben magst: Das öffentlich starke Auftreten der Queers bringt Homo- und Transphobe, die sich bisher im Bewusstsein, den Mainstream der Gesellschaft zu stellen, kaum laut geäußert haben, auf die Barrikaden, um gegen die Rechte von Menschen, die anders sind als sie selbst, zu kämpfen.

LG, Micha
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Offline cephalus

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Die Menschen der genannten Szene waren früher kein Thema in der Öffentlichkeit. Wegen ihnen wurde kein Aufhebens gemacht, sie waren einfach da und haben ihr Ding gemacht. Ich glaube, SEHR viel unbehelligter als heute.

Hallo Lars,
zu einem guten Teil sehe ich es wie Du:
Wir sind nicht am Ziel, so lange die LGBT* Themen irgendeiner Erwähnung bedürfen. Die Art und Intensität der Präsenz mit permanentem medialen Support nervt und polarisiert.
Ziel sollte es sein, dass in der Gesellschaft eine dermaßene Selbstverständlichkeit im Umgang mit diesem Themenkomplex existiert, dass keine besondere Würdigung, keine Flaggen oder ähnliches mehr erforderlich sind. Wenn es für Menschen den gleichen Stellenwert hat, zu sagen ich bin Modellbauer, schwul, Fußballfan oder Trans, dann ist das Ziel erreicht.

Dass die Genannten unbehelligt ihr Ding machen konnten, stimmt so leider nicht. Ich habe einen Onkel der schwul ist. Er lebt seit 60 Jahern mit einem Mann zusammen, aber erst seit ca. 15 Jahren öffentlich. Diesen Mann kenne ich, seit ich klein war, aber er wurde mir sehr plausibel als dies oder das verkauft, genauso wie die Homosexualität meines Onkels immer verschwiegen wurde. Ich habe auch keinen Kontakt und Bezug zu meinem Onkel, da man immer bemüht war, mich von ihm fernzuhalten.
Erst nach dem Tod meines Vaters, vor gut 10 Jahren ist mir bei einem Gespräch mit meiner Stiefmutter ein Licht aufgegangen, was wirklich läuft, so perfekt waren die Geschichten...
Soviel dazu, dass die Menschen ihr Ding machen konnten.

Was jetzt läuft mag manchen nerven und ist sicher oft eine überschießende Reaktion, ich bin mir aber sicher, dass in 20-50 Jahren kein Hahn mehr danach kräht und alles in der Selbstverständlichkeit versinkt wie Frauen in Hosen.

 

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