Autor Thema: SWR2 Podcast  (Gelesen 735 mal)

Offline rockfreund

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Offline Holger Haehle

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« Antwort #1 am: 28.08.2022 05:57 »
Ja, so ist es. Wieder ein Beispiel für gesellschaftlichen Wandel, der von den Zoomern ausgeht.
Wieder kommt der Hinweis von einem Institut, das im Rahmen von Marktforschung Trendanalysen macht.

Und auch Im DLF gab es einen Beitrag auf queere Impulse, der aber auch daraufhinweist, dass der Weg in den Einzelhandel noch ein weiter ist.
https://www.deutschlandfunk.de/queerness-in-der-mode-bei-den-grossen-labels-gibt-es-wenig-100.html


Offline Skirtedman

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Antw:SWR2 Podcast
« Antwort #2 am: 21.09.2022 12:03 »
Danke, Rockfreund für den Tipp.

Die Sendung habe ich mir bislang noch nicht angehört.

Aber das Stichwort 'Perlenketten' hat mich getriggert.

Mit ist nämlich in den letzten Monaten mehrfach aufgefallen, dass Perlenketten (ob echt oder unecht, das weiss ich nicht) von Männern getragen werden. Und zwar oft von solchen Männern, wo man glaubt, sie würden kräftig lachen, wenn sie einen Mann mit Perlenketten sehen würden. Also auffallend oft getragen von jungen Männern leicht erkennbarer nordafrikanischer Herkunft. Und das dann oft ein, zwei Männer innerhalb eines kleineren Männergrüppchens gleicher Herkunft oder mit augenscheinlicher Herkunftsdurchmischung (auch hiesige Herkunft mit eingeschlossen).

Mit welcher Aussage das Statement dieser Perlenkette verknüpft ist, kann ich nicht erkennen. Vielleicht wirklich nur ein modisches Detail ohne weitere allgemeingültige Aussagekraft.

Ich habe auch noch zwei Perlenketten aus dem Nachlass, allerdings mit rosa Perlen. Mal schaun, ob und wann ich die mal aktiviere... ;)

Nebenbei spielt eine Perlenkette bei einer Weinbar in meiner Stadt eine Rolle. "Onkel Oskar" hat im Logo eine Perlenkette, dazu krauses Perückenhaar mittendrin das stilisierte Antlitz von eben Onkel Oskar. Auf der Website gibt es dann auch ein Originalbild von Onkel Oskar aus früheren Zeiten - auch wenn da im fotografischen Vorbild die Perlenkette sich als eine Borte am Kleid erweist. Die Bar 'Onkel Oskar' nimmt Bezug auf die Vorliebe eines altvorderen Verwandten, der immer gerne als Frauengestalt sich gekleidet hat - ein historischer Crossdresser (im klassischen Sinne) eben. Ich hatte vor Jahren mal mehr darüber gelesen, aber die Fakten weitestgehend wieder vergessen.

Offline Modernfashion

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« Antwort #3 am: 21.09.2022 18:35 »
Gefällt mir gut.

Zu den Perlenketten habe ich an anderer Stelle schon was geschrieben und ein paar Links gepostet, die ich auch hier nochmals anführen will:
https://www.rockmode.de/index.php?topic=9106.msg163433#msg163433

Man sollte auch sehen, dass es nicht nur von der westlichen Welt geprägte Schönheitsideale gibt.
Gerade die Asiaten haben ganz andere Vorstellungen als wir. Bei den Chinesen geht es z.B. weitaus farbenfreudiger zu als bei uns. Auch was Schmuck angeht, tragen dort Männer z.B. Ketten aus Jade. Der Jade werden dort meines Wissens nach mystische Eigenschaften nachgesagt, sie soll Glück und Gesundheit für ihren Träger bringen.

Bestimmt kann Holger (Hähle) da mehr dazu sagen.


Offline culture skirt

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« Antwort #4 am: 21.09.2022 21:58 »
Jade ist von der IMA kein eigenständiges anerkanntes Mineral. Das sind nur monokline SiO Varietäten der Mischkristallgruppe Nephrit, Aktinolith und das zur Gruppe der Na-Pyroxene gehörende Mineral Jadeit. Oft werden als Jade billigere, mehr oder weniger ähnlich aussehende Mineralien bezeichnet. In China wird Klinochrysotil als Jade bezeichnet.

Online Silkman

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« Antwort #5 am: 22.09.2022 01:03 »
Mit ist nämlich in den letzten Monaten mehrfach aufgefallen, dass Perlenketten (ob echt oder unecht, das weiss ich nicht) von Männern getragen werden. Und zwar oft von solchen Männern, wo man glaubt, sie würden kräftig lachen, wenn sie einen Mann mit Perlenketten sehen würden. Also auffallend oft getragen von jungen Männern leicht erkennbarer nordafrikanischer Herkunft. Und das dann oft ein, zwei Männer innerhalb eines kleineren Männergrüppchens gleicher Herkunft oder mit augenscheinlicher Herkunftsdurchmischung (auch hiesige Herkunft mit eingeschlossen).

Mir ist neulich erstmals eine Perlenkette aneinem jungen Mann aufgefallen, ein Kellner mitten in einer Kleinstadt in der Nordpfalz - was mich erstmals etwas verwundert hat, da ich als unmodischer Mensch ü50 von  dem "Hype" noch nix gehört hatte...

Ich wollte meine Frau (die ihre ererbten Perlen liebt und gerne trägt - aber leider grad abwesend war) interessehalber noch fragen ob die Perlenecht wären oder nicht, aber irgendwie hatten wir dann ein anderes Thema und der Kellner einenanderen Tisch. Und Soooo spannend war dasja jetzt auch nicht für mich (der grad mal zwei Ketten besitzt und fast nie trägt - Hmmm - könnt jamal wieder..)



Aber ich hab mich dann doch gefragt, ob in meinem Kopf nicht erstmal dieselbeMechanik das Ruder übernommen hat, die im OttoNormalBürger losgeht, wenn einer wie wir vor ihm im Rockauftauchen...

fracht sich
Jürgen

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« Antwort #6 am: 22.09.2022 01:13 »
P.s.:
In dem selben Laden bin ich einige Wochen später durch Zufall im bodenlangen schwarzen Rock eingekehrt - und hätte gern sein Gesicht dazu gesehen, leider hatte er grad nicht Dienst...


Offline Holger Haehle

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« Antwort #7 am: 22.09.2022 03:32 »
Jade ist von der IMA kein eigenständiges anerkanntes Mineral. Das sind nur monokline SiO Varietäten der Mischkristallgruppe Nephrit, Aktinolith und das zur Gruppe der Na-Pyroxene gehörende Mineral Jadeit. Oft werden als Jade billigere, mehr oder weniger ähnlich aussehende Mineralien bezeichnet. In China wird Klinochrysotil als Jade bezeichnet.

Jule, da wurde nach den mystischen Eigenschaften gefragt und du antwortest mit Chemie.

Wegen der anorganischen Eigenschaften ohne Einschlüsse wie z. B. Uran, ist Jade allerdings sehr reaktionsarm, und hat daher keine biochemischen Wirkungen auf den Körper.

In den Volksreligionen des Taoismus dienen die um das Handgelenk getragenen Jadeperlenketten als eine Art Rosenkranz. Damit der wirkt, muss entsprechend meditiert und gebetet werden. Die Wirkung ist also immer geistig durch Selbstkonditionierung wie ein Psychologe sagen würde.

Offline culture skirt

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« Antwort #8 am: 25.09.2022 00:17 »
Jule, da wurde nach den mystischen Eigenschaften gefragt und du antwortest mit Chemie.
Ich habe damit gesagt, dass es sich in der Regel bei den grünen Steinen nicht um Jade handelt, sondern billige Imitate. Mineralien haben keine mystischen Eigenschaften.

Offline Modernfashion

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« Antwort #9 am: Heute um 17:57 »
Jade ist von der IMA kein eigenständiges anerkanntes Mineral. Das sind nur monokline SiO Varietäten der Mischkristallgruppe Nephrit, Aktinolith und das zur Gruppe der Na-Pyroxene gehörende Mineral Jadeit. Oft werden als Jade billigere, mehr oder weniger ähnlich aussehende Mineralien bezeichnet. In China wird Klinochrysotil als Jade bezeichnet.

Jule, da wurde nach den mystischen Eigenschaften gefragt und du antwortest mit Chemie.

Wegen der anorganischen Eigenschaften ohne Einschlüsse wie z. B. Uran, ist Jade allerdings sehr reaktionsarm, und hat daher keine biochemischen Wirkungen auf den Körper.

In den Volksreligionen des Taoismus dienen die um das Handgelenk getragenen Jadeperlenketten als eine Art Rosenkranz. Damit der wirkt, muss entsprechend meditiert und gebetet werden. Die Wirkung ist also immer geistig durch Selbstkonditionierung wie ein Psychologe sagen würde.

Kein Problem, auch solche Infos schaden hier sicher nicht.
Von Reisen nach Südostasien weiß ich, dass die Jade aus Jadeit als die edelste und teuerste gilt.
Sie kommt vor allem aus Birma/Burma (auch häufig wird "Myanmar" als Bezeichnung für diesen Staat genannt). Und dort aus der Region Hpakant, wo unter menschenunwürdigsten Verhältnissen mit bloßen Händen geschürft wird und es immer wieder viele Todesopfer durch Erdrutsche gibt.
Was in Afrika die Blutdiamanten sind in Birma die Jademinen.


Aber zurück zum eigentlichen Thema:

Der SWR hat das Thema wie viele andere Medien in den letzten Wochen auch aufgegriffen und beteiligt sich somit an einer Diskussion, die weit über die Modeszene hinausreicht.
Auch Tageszeitungen wie Welt und FAZ haben das Thema „Röcke und Männer“ in den letzten Wochen thematisiert.

Die Position von Tillesen vom Deutschen Modeinstitut finde ich sehr gut nachvollziehbar.
Ob der bei der Gen Z zu beobachtende Trend auf Gen X und Y überspringt und sich auf breiter Basis durchsetzen wird (er ist da skeptisch), ist in der Tat offen und erst in der Rückschau sicher zu beurteilen.

Auch stimme ich Tillesen zu, dass Pitt den männlichen Stil mit dem gesellschaftlich als weiblich konnotierten Rock geschickt verbunden und somit quasi eine „Brücke“ für die Akzeptanz des Looks geschaffen hat.

Die Äußerungen der Professorin Söll sind für mich dagegen nicht recht nachvollziehbar.
Bei ihr schwingt mehr als nur im Unterton Kritik mit, dass Pitt quasi eine „männliche Version“ des Outfits geschaffen hat und dass Pitt, Styles und andere Prominente Rock, Kleid usw. für ihre Zwecke kommerzialisieren.
Auf welchem anderen Weg eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz für Röcke, Schmuck usw. an Männern erreichbar wäre, sagt Frau Prof. Söll leider nicht. Vielleicht möchte sie das auch nicht.
Letztlich spielen bei Prominenten in der Öffentlichkeit immer Überlegungen zu ihrer Wirkung eine, wenn nicht entscheidende Rolle.

Ob das Tragen eines Rocks somit die innere Überzeugung und Einstellung von Pitt widerspiegelt oder ob ihm das Management dazu wegen der als positiv eingeschätzten Wirkung im Hinblick auf die Vermarktung seines neuen Films geraten hat, werden wir nicht erfahren. Das ist aber auch nicht wirklich wichtig.

Tatsache ist für mich jedenfalls, dass die in letzter Zeit verstärkt geführte Genderdiskussion das Thema „männliche und weibliche Kleidung“ nicht ignorieren kann. Der Widerspruch zwischen von vielen gewünschter gesellschaftlicher Akzeptanz von Diversität im Hinblick auf Geschlecht und Lebensformen einerseits, das Beibehalten tradierter Gesellschaftsbilder beim Thema geschlechtskonformer Bekleidungsnormen andererseits lässt sich meines Erachtens nach nicht auf Dauer beibehalten.
Von daher sind Fragen, ob Bekleidung ein Geschlecht besitzt und ob Bekleidung die Rolle spielen sollte, eine Abgrenzung der Geschlechter zu betonen, mehr als berechtigt.
Das sehe ich übrigens als den tieferen Grund für geschlechterfluide Kleidung bei der Gen Z.  Ist aber nur meine Vermutung.

 

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