Autor Thema: Mister Matthew, Zalando & Co.  (Gelesen 2121 mal)


Offline Holger Haehle

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Antw:Mister Matthew, Zalando & Co.
« Antwort #1 am: 12.03.2023 13:18 »
Da hast du drei schöne Artikel rausgesucht.

Der erste gefällt mir auch wegen der vielen Bilder, die den Mann im Kleid sehr geschmackvoll abbilden.

Der zweite fasst sehr gut zusammen was wir hier an anderer Stelle dikutiert haben, nämlich, ob der Rock Trendpotenzial hat.
Immer mehr Händler und Labels entdecken den Markt für Mode für alle, gerade auch wegen der Vertreter der jungen Generation Z, die einfach anders ticken als ihre Väter. Die Dynamik nimmt zu graduell zu. Der Tipping Point scheint deutlich nähergerückt zu sein.

Der dritte fragt: Lässt die Mode die Genderfrage gerade hinter sich?
Eine gute Frage, denn wenn Mode nicht mehr geschlechtlich markieren sollte, dann brauchts auch kein Gender mehr, denn das ist ja eine eingeführte kulturelle Konstruktion eben zur Markierung der geschlechtlichen Ungleichheit.

Offline Skirtedman

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Antw:Mister Matthew, Zalando & Co.
« Antwort #2 am: 12.03.2023 13:23 »
Danke, cephalus!

Den Mister Matthew kenne ich, auch dieses Alter (wenn auch schon 20 Jahre her), diese Bilder.

Manche Artikel kann man gar nicht oft genug anpreisen!

Der GQ-Artikel offenbart einen Fact, den ich so noch nie im Zusammenhang gesehen habe:
"Bis ins späte Mittelalter war im Abendland die Kleidung der Geschlechter sehr ähnlich. Erst durch die Spannungen zwischen Christen- und Heidentum wurde den christlichen Frauen untersagt, Hosen zu tragen. Denn im Orient trugen die Männer Kleidgewänder und die Frauen Hosen."

Und der Artikel von 20minuten (mittlerer Link) offenbart mit seiner Umfrage (Stand jetzt: 1301 Abstimmungen) einen interessanten Einblick:

66 % sagen: "Das ist nix für mich!"
7 % "Noch nicht, aber offen dafür"
18 % "Ja, klar, das gefällt mir sehr"
(auf die Frage: "Trägst du Kleider des anderen Geschlechts oder Unisex?")

Also ein Viertel lässt sich davon erreichen (wieviel Frauen da mit abgestimmt haben, bleibt natürlich unklar).

Wenn ein Viertel aufgeschlossen ist, dann sollte sich daraus ein Trend ableiten lassen, der wirtschaftlich nicht ins Leere läuft!

Offline Holger Haehle

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Antw:Mister Matthew, Zalando & Co.
« Antwort #3 am: 12.03.2023 16:24 »
Wolfgang, ich weiß nicht ob das so ganz korrekt ist, denn Männer und Frauen trugen den Sirwal (Haremshose), und auch Hemdgewänder trugen beide Geschlechter. Bei den ottomanischen Kriegern gehörte der Sirwal zur Reituniform. So stehts bei Karl May. Die Saudis tragen den Sirwal als Oberbekleidung in den eigenen vier Wänden und als Unterhose, wenn sie auf die Straße gehen.

Der Annahme, dass die Germaninnen Hosen trugen, liegen Interpretationen von Figuren auf der Trajanssäule zu grunde, die Kampfszenen zeigt. Bei den sogenannten Hosen soll es sich um eine knielange Bruoch handeln. Bei Grabfunden sind aber bisher ausschließlich Damen in Röcken und Mädchen in Schnurröcken gefunden worden.

Ja, die Kleidung war im Mittelalter noch ähnlich. Mann und Frau trugen Hemdgewänder wie die Cotte, Bliaut und Tunika. Die Hose bestand damals aus zwei Beinlingen (Hose heißt nämlich übersetzt Schlauch), die mit Strapsen an die Bruoch, die damals eine Unterhose war, genestelt wurden. Die Bruoch wurde bei schwerer körperlicher Arbeit im Sommer als Oberbekleidung getragen - im Mittelalter nur von Männern.

Genauere Quellen wären hilfreich, bevor wir annehmen was uns ideologisch in den Kram passt.





Offline Timper

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Antw:Mister Matthew, Zalando & Co.
« Antwort #4 am: 12.03.2023 16:40 »
Ist ja schön das die Mode Szene und die dranhängenden Medien aufgeschlossen, fortschrittlich sind und experimentieren. Aber das muss in die normalen Geschäfte und dort nicht in die hinterste Ecke. Und dann muss es noch gekauft werden. Und da liegt das Problem. Das steht auch im zweiten Artikel. Und das dauert. Aber das dauert dem Handel zu lange. Die wollen verdienen!
Und dann bleibt noch die Hürde in den Köpfen wenn es um Gender u Klischees geht.
Im Mai mache ich den Test mit Zettel und werde zählen wie viele Männer mit Rock auf dem besten Boulevard in der City unterwegs sind. Ich wette maximal drei innerhalb von drei bis fünf Stunden. Wenn überhaupt.
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Offline cephalus

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Antw:Mister Matthew, Zalando & Co.
« Antwort #5 am: 12.03.2023 19:11 »
Timper Du bist ein Optimist ;D

Ich sehe In München meist so ca. 5 Exemplare.
Im ganzen Sommerhalbjahr. Im Winter ist mir noch keiner begegnet.

Offline Timper

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« Antwort #6 am: 12.03.2023 20:03 »
😂😂😂😂😂😂😂😂😂

Fünf  im ganzen Sommer ….. was für Aussichten 😂🙈

An den We in Clubs sehe ich schon hin und wieder männliche Gäste mit Rock.
Das sind aber andere Umstände.
Meist mit Kilt. Mehr trauen sind die Typen nicht. NIE sehe ich jemand mit Lederbleistiftrock, zu feminin 😂. Da fällt den Pumpern was ab 😂. Harte Kerle.  😂🙈 Weicheier!!!!
Ich bin regelmäßig das Unikat mit femininen Lederrock. Ich habe wirklich noch nie jemand anders gesehen. Obwohl dort ALLES außer Streetwear erlaubt ist.


Na wenn das alles sooo dünne ist dann sind die erhofften Durchbrüche wohl kaum mehr als ein Luftnummer.
Da wird die PR der Modezeitungen nur wenig ändern.
Wir sind und bleiben eine modische Randerscheinung.
Auch egal. Wir müssen nur selbst ein bisschen mehr Arsch im Rock zeigen und die Schranken im Kopf überwinden.
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Offline hirti

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Antw:Mister Matthew, Zalando & Co.
« Antwort #7 am: 12.03.2023 21:05 »
Schöne Berichte, Dankeschön!

Der erste Artikel macht auch Freude weil ich mir denke „wow, was ich schon alles erreicht habe!“

Ich erwarte jetzt keine neue modische Revolution. Und wenn in einem derartigen Artikel von tollen Prozentsätzen berichtet wird wie viele Männer mal einen Rock probieren könnten, relativiert sich das natürlich. Wer sich nicht für Mode interessiert, wird weder den Artikel lesen, noch an der Umfrage teilnehmen.

Trotzdem frage ich mich:
Wann, wenn nicht jetzt?
Wer, wenn nicht wir?

Auch wenn uns vermutlich auch in den nächsten Jahren keine Heerscharen von Männern im Rock begegnen werden, so machen diese Artikel doch Mut und die Zuversicht dass ich nicht komplett am Holzweg bin.

Offline Skirtedman

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« Antwort #8 am: 13.03.2023 03:53 »
Im Mai mache ich den Test mit Zettel und werde zählen wie viele Männer mit Rock auf dem besten Boulevard in der City unterwegs sind. Ich wette maximal drei innerhalb von drei bis fünf Stunden. Wenn überhaupt.

Wie mir so durch den Kopf geht, was ich darauf antworten könnte, läuft mir doch glatt ein etwa 20-jähriger Mann mit langem, weiteren schwarzen Rock - ziemlich identisch zu meinem Outfit grade - entgegen.

Und sitzt gleich auch noch just vier Stühle weiter in der selben Reihe!

Und nun wage ich es nicht mehr, Deine Prognose als zu optimistisch darzulegen...
Ja, ich glaube, im Mai wirst Du gute Chancen haben, dass Du nicht nur für Dich einen Strich auf Deine Liste machen musst!

Offline Skirtedman

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« Antwort #9 am: 13.03.2023 03:56 »
Ich erwarte jetzt keine neue modische Revolution.

Doch. Da ich als Realist Optimist bin, glaube ich dran...!  ;D

Offline Lars

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Antw:Mister Matthew, Zalando & Co.
« Antwort #10 am: 13.03.2023 10:17 »
Im Mai mache ich den Test mit Zettel und werde zählen wie viele Männer mit Rock auf dem besten Boulevard in der City unterwegs sind. Ich wette maximal drei innerhalb von drei bis fünf Stunden. Wenn überhaupt.

Sag Bescheid, dann werde ich an dem gegebenen Tag da langlaufen  ;D
Ich habe übrigens auf dem Ku´damm außer mir noch nie einen Mann mit Rock gesehen.
Schützen die Grünen die Natur?
Oder müssen wir die Natur vor den Grünen schützen?

Offline Holger Haehle

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« Antwort #11 am: 13.03.2023 12:46 »
Na, wenn selbst der Ku'damm Männerrockdiaspora ist, dann sehe schwarz für jede andere Großstadtmeile.

Wichtiger als die Zahl der Rockträger scheint mir im Moment zu sein, dass die Toleranz ihnen gegenüber gewaltig angewachsen ist. Beschimpfungen und Rempeleien wie in den 80er und auch noch 90er Jahren, habe ich lange nicht mehr erlebt.

Auch wenn uns nur wenige nacheifern, so werden es immer mehr, die es akzeptieren oder sogar gut finden - aber sich selbst nicht trauen. Es gibt halt viele Feiglinge unter den sonst so toughen Männern.

Offline Skirtedman

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« Antwort #12 am: 13.03.2023 12:56 »
Das hast Du gut ausgedrückt!

Offline Timper

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« Antwort #13 am: 13.03.2023 13:04 »
Ich sage ja alles nur Wunschträume. Kann ich ja verstehen, wünsche mir ja auch vieles. Nur leider sieht die Realität dann zumindest auf dem bekanntesten Boulevard Deutschlands leider anders aus.
Und das sich Toleranz und Offenheit verbreitet ist dann wohl der beste Minimal Fortschritt. Die Straße ist eben kein Hochglanzmagazin mit Träumereien.
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Offline Timper

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« Antwort #14 am: 13.03.2023 13:06 »
Im Mai mache ich den Test mit Zettel und werde zählen wie viele Männer mit Rock auf dem besten Boulevard in der City unterwegs sind. Ich wette maximal drei innerhalb von drei bis fünf Stunden. Wenn überhaupt.

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Ja mache ich.  Gibt wenigstens ein Strich 😂
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