Autor Thema: Ist Mode sexistisch?  (Gelesen 3032 mal)

skortsandtights

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #60 am: 07.08.2022 18:26 »
Aber generell finde ich das die kostüme passen müssen.
Und wenn man Gladiator mit den guten alten sandalenfilmen vergleicht hat sich auch dort einiges getan.

Offline Zwurg

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #61 am: 08.08.2022 09:11 »
Um zum ursprünglichen Thema zurück zu kommen:

Über die Zeiten und Jahrhundert selbst in den Jaren die ich bereits lebe haben sich viele modische Veränderungen ergeben, nicht nur in der großen Modewelt.
Z.B meine 87 jährige Mutter trug noch in den 70iger Jahren hauptsächlich Kleider und Röcke, seit den 90igern eigentlich nur noch Hosen.
In den 70igern war die Mode viel verspielter, Frauen trugen noch viel Rüschen und Spitze, auch Männerhemden waren häufiger bunt gemustert und hatten weite Krägen usw. Die Hosen hatten weite "Schläge". Ich erinnnere mich, dass mein Mutter meinem älteren Bruder, die Hosen unten aufgeschnitten und Keile mit Blumenmuster eingenäht hatte. In den 80 igern wandelte sich das Bild, die Krägen wurden schmäler, mein modisches Vorbild bis mItter der 90iger war Don Johnson, mit hellen Sakkos und Bundfaltenhosen.
Iin den 90igern waren teils sehr bunte Trainingsanzüge aus Ballonseide in, aber gleichzeitig auch bunte Radlerhosen und Leggins. Ich hatte eine in Lindgrün, eine in Rot und eine wild, buntgemusterte Hose. Bis weit in die 90 iger habe ich auch weiße Tennissocken getragen.
Die jeans waren damals meist gebleicht, sehr hellblau, nach häufigem Waschen auch schon fast weiß. Heute sieht man die meisten Frauen nur in Hosen, Männer aber immer noch auch. Kilts sehe ich ab und zu bei Mittelaltermärkten an jungen Männern mit T-Shirts. Sonst nicht. Bei mir im Ort hab ich bisher nur einmal einen anderen Mann im Rock gesehen, es war ein schwarzer Lackrock. Und der Mann stand am Bahnhof und wartete auf den Zug nach München. Offensichtlich wollte er, was seinen Gesamteindruck betraf zu einer Gothic-Veranstaltung. Ist auch schon wieder fast 20 Jahre her. Zur gleichen Zeit gab es eine starke Männerrockbewegung, überall gab es Stammtische, ich erinner mich auch noch an den Laden und die Modenschau von Robert Landinger. Ab 2006 ebbte diese Bewegung stark ab und ist Meiner Meinung nach wieder verschwunden.
Täuscht es mich, aber ich habe den Eindruck, die Mode ist insgesamt ärmer und weniger verspielt und unbunter geworden?
Vor allem die der Herren?
Oder liegt das an meinem Alter?
Den größten Mut erfordert es den eigenen Weg zu gehen

Offline doppelrock

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #62 am: 08.08.2022 09:48 »
@ Zwurg:
Frauenmode ist gerade wieder verspielt und man kann vielfältige Dinge und Details auswählen. Von schlicht bis üppig.
Die Herrenkleidung, von Mode möchte ich nicht sprechen, ist weiterhin eher monoton und seit vielen Jahren ähnlich geblieben. Schwerpunkt scheint Unauffälligkeit und Gruppenzugehörigkeit zu sein. In der Freizeit auch Militärlook. Weit entfernt von den 70ern und genauso weit von der Damenmode entfernt.

Sexistisch wäre Mode, wenn ich den Punkt aus der Diskussion aufgreife, falls eine Absicht dahinter stünde, Männer oder Frauen gegenüber dem anderen Geschlecht besser oder schlechter darzustellen.
Wenn das Dirndl die Reize der Frau für den Mann betont, ist es dann nur eine nette Verpackung oder ist es schon sexistisch, weil es Geschlechtsmerkmale wie Brust und Taille der Frau betont, die Männer nicht besitzen, aber an Frauen von Männern als anziehend empfunden werden?
Ein identitätspolitisch motivierter Mann könnte sich also benachteiligt fühlen, weil das Dirndl etwas hervorhebt, was er nicht besitzt und eine identitätspolitisch bewegte Frau könnte sich auf "weibliche Erotik" reduziert fühlen, weil die Körperform durch das Kleidungsstück hervorgehoben wird, nicht aber ihre Intelligenz oder ihr Wesen.
Ist ein Mann im Dirndl sexistisch, weil er sich mit den Hilfsmitteln, die für Frauen üblich, allgemein anerkannt oder vorgesehen sind, attraktiver darstellen will und sich damit über andere Menschen stellt?

Andersrum: Ist es nicht sexistisch, wenn keine Höherpositionierung erzielt werden soll, sondern einfach nur "Spaß" die Motivation ist? Aber wären dann nicht auch sexistische Witze, wenn sie nur der Unterhaltung dienen, garnicht mehr sexistisch?

Das Leben kann ganz schön kompliziert sein!

skortsandtights

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #63 am: 08.08.2022 13:31 »
Hallo Zwurg

Mein fokus liegt auf der damenmode und da muss ich auch sagen so langweilig fand ich sie noch nie.

In sachen mode liebe ich die 70 er jahre mit den vielen farben und verrückten mustern

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Anttila tavaraluettelo no2 1972 027 by kapitalismiskanneri, auf Flickr

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Nun das ist mein geschmack und wahrscheinlich bin ich auch so geprägt.
Das hat sicher auch was mit dem alter zu tun das ich  das mit einer eher romantischen rosaroten brille sehe.















Offline Skirtedman

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #64 am: 08.08.2022 13:51 »
Na, soo weit entfernt ist die heutige Damenmode doch gar nicht von den Bildern, die Du uns zeigst.

Und Zwurgs Empfinden, dass die Männermode sehr viel unbunter geworden ist, ist auf jeden Fall richtig, wenn man die 70er Jahre zum Vergleich heranzieht.

Doch auch hier gibt es in den letzten 20 Jahren eine Strömung, wo gerade in der klassischen Herrenmode allmählich Farbe eingezogen ist. Es muss nicht mehr das bordeaux-rote Poloshirt sein, es darf auch mal das quietschorange Poloshirt sein. Oder Rosa, Lila, Flieder.
Buntgescheckt von oben bis unten ist halt bei den Herren eher eine Ausnahme. Gerade, was Hosen angeht, da geht es über ein feines Karo meist nicht hinaus. Obenrum darfs dann schon mal wilder sein, aber auch da geht es meist über ein Karo- oder Streifenmuster nicht hinaus.

Wobei es schon Hemden gibt mit meist kleinen dezenten Mustern, manchmal auch auffälliger.

Ich hatte doch Anfang letzten Jahres bei "Anprobiert, aber nichts gekauft" ein ganzes Bündel von Herrenhemden mit Blümchenmuster mit in die Anprobe genommen. So wirklich gesehen auf der Straße habe ich solche aber seltenst.

Ich finde fast, die nahezu einzigen Männer, die mal eher zu auffälligen Mustern neigen - von den bedruckten T-Shirts mal abgesehen -, sind zugewanderte Menschen aus der orientalischen Weltregion, und zwar so im Alter um die 30 bis knapp 40. Das fällt mir immer mal wieder bei vereinzelten auf. Dann durchaus auch mit auffälligen Blumen - manchmal einheitlich oben und unten als Zweiteiler.

Offline Holger Haehle

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #65 am: 08.08.2022 18:03 »
Nur mal so als Zwischenbilanz welche Wirkung ein Artikel oder Post haben kann.

Der Spiegel hat zu meinem Interview einen Instagram Post gemacht:
https://www.instagram.com/p/Cg9frB4ISqS/

Der wurde bis gerade über 3.000mal geliked und 99mal kommentiert.

Offline MAS

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #66 am: 08.08.2022 18:10 »
Prima, lieber Holger!

Was die Leute in der Masse so wahrnehmen. Spiegel-Artikel und Instagramm-Posts. Ohne Deinen Hinweis hier im Forum hätte ich beides nicht wahrgenommen. Aber dank Deines Hinweises las ich noch andere interessante Artikel im Spiegel, wie ich ja schon schrieb. So hat jeder seinen begrenzten Wahrnehmungsradius.

Die Kommentare kann man anscheinend nur lesen, wenn man sich anmeldet. Oder?

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skortsandtights

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #67 am: 08.08.2022 18:47 »
Tja Holger

Da muss ich den artikel wohl auch lesen.
Nein ich bin wirklich gespannt ich habe auch deine bücher verschlungen.

Offline culture skirt

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #68 am: 08.08.2022 21:28 »
Ich finde fast, die nahezu einzigen Männer, die mal eher zu auffälligen Mustern neigen - von den bedruckten T-Shirts mal abgesehen -, sind zugewanderte Menschen aus der orientalischen Weltregion, und zwar so im Alter um die 30 bis knapp 40. Das fällt mir immer mal wieder bei vereinzelten auf. Dann durchaus auch mit auffälligen Blumen - manchmal einheitlich oben und unten als Zweiteiler.
Quatsch. Die laufen in schwarzen Adidas Jogginganzügen rum. Alles komplett schwarz.


Offline MAS

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #70 am: 09.08.2022 14:04 »
Das ist anscheinend nur für Abonnent*innen.

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Online Timper

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #71 am: 09.08.2022 14:20 »
Nur mal so als Zwischenbilanz welche Wirkung ein Artikel oder Post haben kann.

Der Spiegel hat zu meinem Interview einen Instagram Post gemacht:
https://www.instagram.com/p/Cg9frB4ISqS/

Der wurde bis gerade über 3.000mal geliked und 99mal kommentiert.

Schön das so viel gelikt wird. Nur ob das wirklich Aussagekräftig ist?
Die Kommentare unten drunter teilen sich in Pro und Kontra. War klar.
Das Männer sich gegenseitig im Weg stehen ist auch nicht neu.
Was mich aber doch etwas ärgert sind blöde , ja wirklich dumm-dämliche Kommentar von einigen  Frauen. Ich bin jetzt mal gemein ( ja das kann ich gut) und vordere für diese Personen einen 50er Jahre Dresscode und K,K,K. Was das war kann jeder im Internet suchen. Das war die Zeit als die Frau noch den Mann anbetteln musste wenn sie arbeiten wollte ( neben diversen anderen Dingen.) Und wenn sie eine Hose trug war sie eine Schlampe...( überspitzt)
Ob diese Frauen bei solch einer Zeitreise dann immer noch eine große Lippe haben?
Fazit es bewegt sich nur wenig. Nur wenn Mann es selber in die Hand nimmt ( wie, wann, wo ist unerheblich) wird sich in Minischritte was bewegen. Ich bin ohnehin der Ansicht das es auch eine männliche Emanzipation der Männer geben sollte. Dh eine Loslösung aus dem klassischen Wechselspiel Mann - Frau was hauptsächlich darauf basiert dem anderen „ gefallen zu müssen „. Erst dann kann von Selbstständig und Unabhängig, von Individuell geredet  werden. Wird es aber kaum geben da die meisten sich selbst als unvollständig sehen wenn kein Anhang vorhanden ist. Die Menschen hängen in ihren Mann -Frau Klischees fest. Also geht der Kreislauf weiter. ( Etwas abgeschweift)
Schade das man den Spiegelbericht nur mit bezahlen lesen kann.
Hätte mich interessiert.
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Offline Skirtedman

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #72 am: 09.08.2022 14:41 »
Dh eine Loslösung aus dem klassischen Wechselspiel Mann - Frau was hauptsächlich darauf basiert dem anderen „ gefallen zu müssen „.

Hm... letztlich ist da ja aber auch eine biologische Komponente dabei. Biologisch deshalb: würde jeder den Fortpflanzungstrieb abstellen, dann würde die Gesellschaft allmählich vergreisen und irgendwann wäre sie völlig weg.

Erst dann kann von Selbstständig und Unabhängig, von Individuell geredet  werden.

Naja, es gäbe auch noch den Weg, anzuerkennen, dass der jeweils andere (also der Mann bzw. die Frau im Paar) einfach so ist, wie er ist, ohne irgendwelche Messlatten anzulegen, ohne irgendwelche gegenseitige Erziehungsmassnahmen durchzusetzen. Mehr Wertschätzung, dass der jeweils andere der bessere Mensch ist, wenn so sein sein darf, wie er sich fühlt.

Aber das ist wohl Utopie. Etwas dran arbeiten wäre aber hilfreich.

Wenn jetzt öfters Röcke am Mann zu sehen sind, z.B. in den Medien, dann gewöhnt sich Mann aber auch allmählich an den Anblick, Frau auch. Dann klappt das auch allmählich mit der Paarbildung. Bei einigen von uns hat es ja schon manchmal geklappt.

Online Timper

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Antw:Ist Mode sexistisch?
« Antwort #73 am: 09.08.2022 14:55 »
Ja sicher biologische Komponente.
Nur wird die ja nicht außer Kraft gesetzt wenn er , sie , es Rock oder Hose tragen.
Ich glaube es steckt mehr dahinter. Es ist das Gefallen um jeden Preis bis zur Selbstaufgabe weil er oder sie nicht mit sich selbst klar kommen. Was man wenn sich umschaut immer wieder erleben kann. Fehlt das Anhängsel fühlen sich nicht wenige geradezu verkrüppelt , amputiert.
Also verbiegt man sich.
Wer würde zum ersten Date mit Rock gehen wenn es ggf die Traumfrau sein könnte?
Also geht es um das sich den Klischees entsprechende „ gut verkaufen „.

Ginge es es nach Biologie bei Rock und Hose wäre die Deutschen schon ausgestorben. Wie viele Frauen haben denn noch Röcke an? Selbst bei 35 grad manche nicht.

Es ist ausschließlich sozial und Klischee.
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Offline MAS

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« Antwort #74 am: 09.08.2022 15:25 »
Na ja, der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen und läuft gerne mit der Herde. Selbstaufgabe ist es für die, die eigentlich gerne anders würden. Aber für die, deren Wesen es ist, ist es Selbsterfüllung.

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