Autor Thema: nicht binär, queer oder was?  (Gelesen 4608 mal)

Offline Asterix

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #45 am: 08.02.2021 16:58 »
Michael, mach es nicht wieder kompliziert...
Auf Selbstwahrnehmung hab ich viel Einfluss, auf Fremdwahrnehmung eben wenig, selbst wenn ich noch so nachdrücklich darauf bestehe, dass ich mich beispielsweise als "deutsche Frau mit aramäischem Hintergrund" sehe. Oder als was auch immer.
Gruß
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Offline GregorM

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #46 am: 08.02.2021 17:00 »

Auf Selbstwahrnehmung hab ich viel Einfluss, auf Fremdwahrnehmung eben wenig, selbst wenn ich noch so nachdrücklich darauf bestehe, dass ich mich beispielsweise als "deutsche Frau mit aramäischem Hintergrund" sehe. Oder als was auch immer.


Hallo Asterix,

hier kann ich dir sehr gut folgen.

Gruß
Gregor
https://www.dress2kilt.eu/de00.htm
https://blog-de.dress2kilt.

Jeder Mann kann einen Rock tragen. Im Rock erregst du viel weniger Aufmerksamkeit, als du hoffst oder befürchtest.

Offline Skirtedman

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #47 am: 08.02.2021 17:04 »


Hallo Micha,

ich bin ein großer Anhänger von parallelen Vergleichen.

Und ein Abtun à la dem wenig wertschätzenden "Das ist doch was ganz anderes" empfinde ich als wenig feinfhlig, vor allem, wenn ich diese Parallelen ausfindig gemacht habe und formuliert habe.
Darum möchte ich auch Dir aus Fairness nicht diesen Affront zuteil werden lassen, auch wenn es mir schwerfällt mein "Das ist doch was ganz anderes" zu Deiner Parallelen zurückzuhalten. Mir fällt es vor allem dadurch schwer, weil ich die Gefahr sehe, dass Dein als Parallele angeführter Vergleich, neue Empfindungsebenen bei vielen Menschen ansprechen könnte, die (die Empfindungsebenen) nicht wirklich etwas mit dem ursprünglichen Thema und dessen Empfindungsebenen direkt zu tun haben.

Drum lass mich einen anderen genialen parallelen Vergleich in unsere Diskussion einwerfen.

Zuvor muss ich aber die durchaus erkenntnisgeladene Unterscheidung von den Begriffen "Antarktis" und "Antarktika" ansprechen (was durchaus aus sich selbst heraus bereits schon eine Parallele zu den von Zwurg ins Spiel gebrachten Begriffen aufweisen könnte). Gestattet mir, den Begriff "Antarktis" nun als Bezeichnung eines Kontinents zu verwenden.

Angelehnt an Dein Denkmuster, Micha, hier nun meine Parallele mit einem geringeren mitschwingenden Emotionspotential:

Lasst uns die Menschen einordnen in drei Gruppen:
Die "N"-Menschen von den Kontinenten, die in der deutschen Sprache mit einem -n enden
Die "A"-Menschen von den Kontinenten, die in der deutschen Sprache mit einem -a enden
Die "S"-Menschen von den Kontinenten, die in der deutschen Sprache mit einem -s enden

Ist es nun wichtiger zu wissen, dass jemand nun sich in (sagen wir) Paraguay verortet, oder reicht es, dass die Person ein "A"-Mensch ist, wohlwissend, dass sie aus Paraguay, Honduras oder Andorra stammen könnte?
Könnte die Verortung "Paraguay" zwar ein interessanter weiterer Aspekt sein, aber nicht der entscheidende Aspekt?
Könnte es nicht hilfreich sein, dass "A"-Menschen sich manchmal "N"-Menschen mehr ähneln als "A"-Menschen untereinander, aber es nichts daran ändert, dass "A"-Menschen zunächst "A"-Menschen sind, aber alles andere sowie die Details eben nicht ausgeschlossen sind?

So bräuchte man im Umgang miteinander nicht unbedingt alle 250plus globale Verortungsmöglichkeiten  will heißen "Staaten" in meinem Bild) bedenken, wenn man sich gegenseitig zuordnen will, sondern grob in die 3 Menschen-"Arten", wobei die Differenzierung innerhalb dieser Arten und Verquickungen über die Artengrenzen hinweg durchaus gängig sein können.

Ich hoffe, zu meinem idiotischen parallelen Vergleich sagt niemand "Das ist ja was völlig anderes". Sondern nimmt ihn wertschätzend an und sagt, "drei Geschlechter sind doch ausreichend, und alle weiteren Feinheiten sind interessant, aber nicht entscheidend", außer dann, wenn´s mal tiefer gehen soll.

Bitte nehmt auf meinen Beitrag keinen Bezug, damit sich die Diskussion nicht wieder verrennt!!!

Offline Skirtedman

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #48 am: 08.02.2021 17:26 »
Michael, mach es nicht wieder kompliziert...
Auf Selbstwahrnehmung hab ich viel Einfluss, auf Fremdwahrnehmung eben wenig, selbst wenn ich noch so nachdrücklich darauf bestehe, dass ich mich beispielsweise als "deutsche Frau mit aramäischem Hintergrund" sehe. Oder als was auch immer.
Gruß

Asterix,

sehr guter Einwurf!

Ich glaube, die Selbstwahrnehmung ist vielen Menschen, die sich nicht den Mehrheitsströmen unterordnen (wollen oder lassen) sehr wichtig. Ebenso aber auch oft, die Fremdwahrnehmung an die Selbstwahrnehmung anzupassen. Das aber gelingt natürlich nur punktuell - man kann ja nicht jedem, dem man am Tag oder im Leben begegnet, sich offenbaren.

Dass es nicht gelingt, ist wohl die Herausforderung für viele Menschen, gerade wenn die Mehrheiten sich von einem selbst stark unterscheiden. Dies kann einen Leidensdruck erzeugen - könnte ich mir vorstellen -, der bei einigen ein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis weckt - bis hin zum Aktivismus.

Aktivismus musst nichts schlechtes sein. Aber als Mann was anderes als Hosen zu tragen, ist längst nicht automatisch irgendeine Form von Aktivismus. Aber - es liegt in der Sache - es ist eine Mitteilung an andere, zwangsläufig. Und da kommt wieder die Frage auf, was andere aus dieser Mitteilung heraus lesen (Fremdwahrnehmung).

Aber ich glaube, Zwurg zielte gar nicht auf die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung ab. Sondern appellierte an unsere eigene, innere Selbstwahrnehmung, um vielleicht eine gefühlte Gemeinsamkeit benennen zu können, die uns von einem "normalen" Menschen gemeinsam unterscheiden könnte.

Und beim Lesen von dem Artikel hab ich mich gefragt ob wir auch irgendwie nicht binär, queer, halb-, fast-, mitteltrans  oder irgendwie oder was sind?

Auf jeden Fall entsprechen wir nicht der Norm. Also muss doch an meinem Gedanken was daran sein. Oder?

Ich denke, wir waren im Diskussionsverlauf schon nahe dran an seinem fragenden Gedanken. Vielleicht findet Ihr noch was Spannendes dazu!


Offline MAS

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #49 am: 08.02.2021 17:33 »
Lieber Asterix, lieber Wolfgang und alle anderen,

mir geht es darum, auf Folgendes hinzuweisen:

Wie sich ein Mensch identifiziert, als Mann, als Armenierin, als biologischer Mann aber soziologische Frau, als Aremenierin mit türkischem Pass oder als Deutsche mit armenischer Volkszugehörigkeit und ehemals türkischem Pass oder wie auch immer, hängt von sehr vielen Faktoren ab.

Man kann da nicht einfach so eine Systematik erstellen. Das wäre schon sehr aufwendig, ließe sich also machen, aber eben mit viel Zeit und Fingerspitzengefühl.

Mir kommt es darauf an, auch wenn ich einen Menschen von außen betrachte, dessen Selbstwahrnehmung ernst zu nehmen.

Es gibt natürlich Grenzen: Wenn sich z.B. ein Gauner als seriöser Geschäftsmann versteht oder ein Nazi als Demokrat.

Aber welchen Stellenwert nun die geschlechtliche, nationale, ethnische, religiöse, regionale usw. Identität für jemanden hat (also soziologisch und psycholisch gesehen, nicht biologisch, geographisch usw. und auch nicht religionswissenschaftlich oder politikwissenschaftlich) das könnte man jedem Menschen selbst überlassen.
Ggf. scheinen sich subjektive Selbstkonzeption und wissenschaftliche Außenbeschreibung zu widersprechen, aber das scheinen sie nur, denn sie bewegen sich auf verschiedenen Ebenen.

Es ist aber gar nicht so einfach.

LG, Micha
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Offline Zwurg

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #50 am: 08.02.2021 17:42 »
Mit der Einteilung in zwei Geschlechtern in unserem Kulturkreis gehen ja auch Geschlechterrollen hervor. Also rein theoretisch verhält sich ein Mitglied eines Geschlechts, auch der entsprechenden Geschlechterrolle, inklusive des Geschlechterkostüms.
Also praktisch wie ein Schauspieler auf der Bühne. Stellt man beispielsweise Captain Hook dar, dann gehören die Verhaltensweisen und die entsprechende Kleidung dazu.
Wenn man davon Abweicht, stellt man dann noch Captain Hook dar?

Es gibt aber auf diesem Planeten noch andere Kulturkreise. Die indonesischen Insel Sulawesi hat traditionell fünf bezeichnete soziale Geschlechter, wo neben den biologischen (zwei) Geschlechtern drei soziale Gender-Identitäten nebeneinander existieren.
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Offline Skirtedman

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #51 am: 08.02.2021 17:52 »
Hm, Zwurg,

hast Du die Möglichkeit, uns die drei weiteren Gender-Geschlechter etwas zu erläutern?

Offline Skirtedman

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #52 am: 08.02.2021 18:02 »
Okay, Zwurg, sorry, bin Dir doch zuvorgekommen.

Habe mal kurz bei Wiki reingeschaut.

Ohne, dass dies all meine auftauchenden Fragen beantwortet, hatte ich jedoch schon mal ins grobe Schema der fünf Geschlechter reingeschnuppert.

Im Grunde ermöglicht dieses System der fünf Geschlechter schon einen größeren Spielraum, den sich einige unserer Mitmenschen hierzulande wohl träumen dürften.

Uns Röcke tragenden Männer - so wie es in unserer Gesellschaft (im Groben) einzuordnen ist -, dürfte das Geschlechtersystem von Sulawesi aber trotzdem nicht ausreichend abdecken. Auch, wenn dort in unserer Hosenlosigkeit vielleicht weniger auf uns "gedeutet" werden dürfte.

Offline Zwurg

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #53 am: 08.02.2021 18:43 »
Ist es nicht so, dass wir uns mit der uns vorgegebenen Geschlechterrolle nicht zufrieden geben.
Also dass wir unserer Rolle etwas hinzufügen wollen oder aus unserem Rollenkostüm fliehen, und sich praktsich Captain Hook als Peter Pan kostümiert, weil ihm dessen Rolle besser gefällt,
doch trotz seines neuen Kostüms spielt er weiter auf der Bühne (des Lebens) den Captain Hook.
Jetzt ist die Frage: Spielt man immer noch Captain Hook oder eine andere neue Rolle. Und um sich von den traditionellen Captain Hooks abzugrenzen müßte man dem neuen Captain nicht einen anderen Namen geben?
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Offline vortex

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #54 am: 15.04.2021 12:10 »
Michael, mach es nicht wieder kompliziert...
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Gruß

Hm, aber die Fremdwahrnehmung ist doch oft ein Resultat der Selbstdarstellung? In so fern hat man schon einen Einfluss darauf.
Aber vermutlich hängt das Resultat der Wahrnehmung auch von der Interpretation des Betrachters ab. Darauf hat man in der Tat erstmal keinen Einfluss.

Hm.


Offline Skirtedman

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #55 am: 15.04.2021 12:20 »
Ja, vortex,

da hast Du recht.

Freilich ist es ein Wechselspiel. Die Fremdwahrnehmung wäre eine andere, wenn man gar nicht da wäre. Also ist man an der Fremdwahrnehmung beteiligt. Jede einzelne Entscheidung, ob ich das graue oder das gelbe T-Shirt anziehe, z.B., jede einzelne Haarsträhne (sofern vorhanden) kann die Fremdwahrnehmung mit bestimmen. Selbst die Selbstwahrnehmung bestimmt, wie wir uns verhalten und von anderen wahrgenommen werden.

Insofern kann man einen guten Teil der Fremdwahrnehmung schon mitsteuern, schon alleine, indem man positiv und fröhlich ist und das Wohlsein auch ausstrahlt. Bishin zu den eigenen Reaktionen darauf, dass man fremd wahrgenommen wird. Man kann freundlich zunicken, man kann aber auch genervt weggucken. Alles das wirkt.

manfred58

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #56 am: 16.04.2021 08:18 »
Hallo

Ich würde mich zuerst einmal als Mensch bezeichnen , ohne mich jetzt auf eine andere Begrifflichkeit festzulegen. Crossdresser wir es wohl  in meinem Falle  am besten treffen, da ich Kleidungsstücke aus den verschiedenen Abteilungen miteinander mische.
Oberbekleidung , keine Unterwäsche. :) 
Mir persönlich sind die Farben und Styles in der Männerabteilung ein Graus . Zu dem ist mir männliches Machogehabe zuwider.
Mag sein , das ich dadurch als Softie rüberkomme , oder neudeutsch  " Opfer "  aber ich bin auch in der Lage jedem blöden Spruch und  einem Mobbingversuch entgegen zu  treten .
Gerade in der heutigen  Zeit , wo Freiheiten eingeschränkt werden , ist es wichtig sich diese Modefreiheiten zu erhalten sonst geht man vor die Hunde.

Gruß
Manfred

Offline culture skirt

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #57 am: 16.04.2021 11:57 »
Mir persönlich sind die Farben und Styles in der Männerabteilung ein Graus .
hm

oder neudeutsch  " Opfer "
hm

Gerade in der heutigen  Zeit , wo Freiheiten eingeschränkt werden , ist es wichtig sich diese Modefreiheiten zu erhalten sonst geht man vor die Hunde.
hm

manfred58

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #58 am: 18.04.2021 06:48 »
Mir persönlich sind die Farben und Styles in der Männerabteilung ein Graus .
hm

oder neudeutsch  " Opfer "
hm

Gerade in der heutigen  Zeit , wo Freiheiten eingeschränkt werden , ist es wichtig sich diese Modefreiheiten zu erhalten sonst geht man vor die Hunde.
hm

hm .......alles was Dir dazu einfällt ??

Offline culture skirt

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Antw:nicht binär, queer oder was?
« Antwort #59 am: 18.04.2021 12:08 »
Hm hm

 

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