Autor Thema: LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten  (Gelesen 4535 mal)

Offline Skirtedman

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #15 am: 21.02.2022 11:13 »
Ja, Cephalus, das ist vereinfacht gesagt.

-Edit: Ah, Hajo kam mir zuvor und hat wohl detaillierte Zahlen bereits geschrieben, die ich hier nicht hatte-

'Man kann ... wählen und ... Stimme geben' klingt so direkt aktiv. Sowas ist in meinem Bundesland bei Kommunalwahlen der Fall, da habe ich manchmal über 70 Stimmen, die ich frei verteilen kann, wenn ich wollte, oder im vereinfachten Verfahren automatisch mit einem oder nur wenigen Kreuzen verteilen kann.

Bei der Bundestagswahl ist das eher passiv. Bei der Bundestagswahl gibt es nur 2 Stimmen, die ich ausschließlich Parteien (bzw. deren jeweiligen Kandidaten aus meinem Gebiet) geben kann, verkürzt gesagt.

...einer Partei die Stimme geben, die dann entscheidet, in welcher Reihenfolg ihre Kandidaten zum Zug kommen.

Genau genommen ist das falsch: 'dann'. Denn die Parteien legen meines Wissens vor der Wahl fest, in welcher Reihenfolge die Kandidaten zum Zug kommen, sofern sie über die Reihenfolge überhaupt zum Zug kommen.

Im Grunde zieht jemand in den Bundestag ein, wer in dem Gebiet, wo der kandidierende ;) Mensch die meisten Stimmen kriegt, den seine Partei aus diesem Gebiet für den Bundestag einziehen lassen will. Das ist das Direktmandat.

Wer in seinem Gebiet nicht die meisten Stimmen gekriegt hat, hat anschließend noch die Chance, nach einem komplizierten Rechenverfahren dennoch über die Reihenfolge in der Liste seiner Partei in den Bundestag zu kommen. Dabei handelt es sich um die sogenannten Überhangmandate. Diese sind dafür gedacht, der Zusammensetzung im Bundestag dem Stimmenverhältnis auf gesamter Bundesebene gerecht zu werden, weil alleine durch die Direktmandate dieses Stimmenverhältnis nicht vollständig zu erreichen ist.

Welches dieser beiden Mandate nun auf Ganserer zutrifft, steht nicht mal explizit mit allen Daten in Wikipedia. Und welche Rangfolgen die Parteien festlegen, ist deren eigene, jeweils interne Sache und nicht Sache anderer Parteien.

Ich denke, eigentlich ist es gar nicht die Tatsache, dass Ganserer im Bundestag ist, Gegenstand der Diskussion, obwohl das gemeine Volk, das bekannterweise sich schon ein Urteil bildet, bevor es alle Tatsachen weiss oder wissen will, genau die Wahl in den Bundestag kritisiert. Ich glaube gelesen zu haben, dass der Auslöser der Diskussionen eigentlich eher darum ging, welches Mitglied im Bundestag welche Aufgaben in zum Teil parteiübergreifenden Gremien übernimmt - da gibt es ja etliche Gremien, die zu besetzen sind. Möglicherweise geht es hier um irgendeinen Ausschuss zur Gleichstellung der Frau oder so (oder in irgendeinem anderen Ausschuss), wo dann vielleicht mit Frauenquoten versucht wird, die Zusammensetzung zu beeinflussen.

Ausschüsse der Parlamentarier sind sowas wie Arbeitsgruppen, die bestimmte Sachthemen abarbeiten, ohne diese in allen Einzelfragen in den großen Versammlungen des Bundestags durchkauen zu müssen. Ausschüsse sollten zusammen also auch dann arbeiten, wenn nicht gerade der Bundestag zusammenkommt.

culture skirt

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #16 am: 21.02.2022 14:26 »
(1) "Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Politik ist ein politisches Ziel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Von dem Begriff „Frauen“ werden alle erfasst, sie sich selbst so definieren. Frauen sind Personen, die sich als solche definieren
Das heißt also, dass Männer und Politiker, deren Quotenplatz normalerweise an eine Frau vergeben wird, sich morgen spontan als Frau definieren können, um den Platz den Politikerinnen streitig zu machen. Und danach definieren sich wieder als Mann.

culture skirt

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #17 am: 21.02.2022 14:37 »
Welches dieser beiden Mandate nun auf Ganserer zutrifft, steht nicht mal explizit mit allen Daten in Wikipedia.
Soll ichs nachtragen?

Ich denke, eigentlich ist es gar nicht die Tatsache,
Denkst du oder nur eigentlich?

Möglicherweise geht es hier um irgendeinen Ausschuss zur Gleichstellung der Frau oder so (oder in irgendeinem anderen Ausschuss), wo dann vielleicht mit Frauenquoten versucht wird, die Zusammensetzung zu beeinflussen.
In der Rede von Storch ist doch alles erwähnt, um was es geht. Es geht um die Erfüllung der Frauenquote, die durch einen Mann (nach Transsexuellengesetz ist er es noch) besetzt wird. Und die Grünen fühlten sich ertappt.

Und das ganze führt auch die Ziele hier im Forum adsurdum, wenn ein Kleid und hohe Schuhe ausreicht, um sich als Frau zu definieren. Dann wird das nie was werden mit Röcken oder Kleidern an Männern.

Gruß

Offline doppelrock

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #18 am: 21.02.2022 19:59 »
Markus Ganserer ist immer noch ein Mann, der einen Frauenplatz besetzt, weil er sich als Frau fühlt.
Die "gleichberechtigte Teilhabe der Frau" widerspricht anderen Regeln der Grünen. Oder ist es gleichberechtigt, wenn Frauen grundsätzlich alle ungeraden Listenplätze bekommen, die geraden Nummern aber zwischen Mann und Frau aufgeteilt werden? Sie machen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt.

Unser Freund Sebaldus darf derweil in der braunen Suppe rühren, denn "wenn der Feind bekannt ist, hat der Tag Struktur" (Volker Pispers). Klingt allerdings wieder intolerant und willkürlich, wenn er  nicht alle demokratisch gewählten Parteien als Spektrum der Demokratie bezeichnet. Die ihm unliebsame Partei ist wohl irgendwie mit dem 6beinigen Mondkalb ins Parlament gefallen. Entgegen seiner ständig wiederholten Lüge absichtlichen Falschaussage steht mir keine der von ihm genannten Parteien nahe. Demokratie im Sinne des GG ist mit keiner dieser Farben zu machen.



Offline high4all

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #19 am: 23.02.2022 12:43 »
Doppelrock war ja so nett, dieses Thema zu starten. Deshalb ein Interview mit Sven Lehmann, seines Zeichens Queer-Beauftragter.

Zitat
Deutschland zum Vorreiter für die Akzeptanz von Vielfalt zu machen – das ist das Ziel von Sven Lehmann,  Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium und erster Queer-Beauftragter der Bundesregierung. Im Interview erklärt er, wie er die Rechte von queeren Menschen stärken will, was er unter einem modernen Familienbegriff versteht und warum schon in Kitas und Schulen Vielfalt als Selbstverständlichkeit verstanden werden sollte. 

https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/queer-beauftragter-2006890
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Offline Olivier

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #20 am: 23.02.2022 13:02 »
Hallo Wolfgang,

Danke für die Zusammenfassung zum Wahlrecht. Allerdings hat sich da bei der Zweitstimme ein Fehler eingeschlichen. Bei der Zweitstimme werden die Sitze nach dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen verteilt (Verhältniswahlrecht). Die Erststimme hingegen ist ein reines Mehrheitswahlrecht.
Die Überhangmandate entstehen erst dann, wenn eine Partei mehr Direktmandate (Erststimme) erhält als ihr nach dem Anteil der Zweitstimmen zusteht. Dieser Überhang wird dann durch Überhangmandate an die anderen Parteien ausgeglichen.

Wer das im Detail wissen will kann sich ja gerne hier vertiefen
https://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahlrecht
oder gleich das Bundeswahlgesetz studieren.

LG, Olivier
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Offline MAS

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #21 am: 23.02.2022 21:33 »
Danke für all die Erklärungen. Ja, damit sollte ich mich auch mal beschäftigen. Habe ich bisher kaum gemacht.

LG, Micha
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Offline conne

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #22 am: 24.02.2022 19:47 »
Danke für all die Erklärungen. Ja, damit sollte ich mich auch mal beschäftigen. Habe ich bisher kaum gemacht.

LG, Micha

Mit dem Wahlrecht? Dann wird es aber wirklich Zeit.

Offline MAS

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Antw:LaLa Land bekommt Queer-Beauftragten
« Antwort #23 am: 24.02.2022 23:46 »
Ja mit diesen Feinheiten. Ich weiß, was Erst- und Zweitstimme bewirken, aber da hört es schon auf.

LG, Micha
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Offline doppelrock

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« Antwort #24 am: 25.02.2022 08:25 »
Skirtedman sagt:
"Ich denke, eigentlich ist es gar nicht die Tatsache, dass Ganserer im Bundestag ist, Gegenstand der Diskussion, obwohl das gemeine Volk, das bekannterweise sich schon ein Urteil bildet, bevor es alle Tatsachen weiss oder wissen will, genau die Wahl in den Bundestag kritisiert. Ich glaube gelesen zu haben, dass der Auslöser der Diskussionen eigentlich eher darum ging, welches Mitglied im Bundestag welche Aufgaben in zum Teil parteiübergreifenden Gremien übernimmt - da gibt es ja etliche Gremien, die zu besetzen sind. Möglicherweise geht es hier um irgendeinen Ausschuss zur Gleichstellung der Frau oder so (oder in irgendeinem anderen Ausschuss), wo dann vielleicht mit Frauenquoten versucht wird, die Zusammensetzung zu beeinflussen."

Genau darin liegt das Problem in dieser Diskussion. Jemand glaubt zu wissen, was andere denken, ohne sie zu fragen.

Es geht bei der Kritik darum, dass jemand als Mann mit eindeutigen körperlichen Merkmalen und Ausweis-Eintrag behauptet, eine Frau zu sein und einen Frauen-Quotenplatz besetzt. Als Mann.
Es gibt auch Kritik daran, dass dieses frauenfeindliche Verhalten von Herrn Ganserer durch Parteigenossen und andere Parteien unterstützt wird.
Eine weitere Kritik ist, dass dieses Verhalten außer frauenfeindlich noch betrügerisch ist. Denn der Mann ist ein Mann und daran ändert die Besetzung eines Frauen-Quotenplatz und die optische Verkleidung nichts.
Aufmerksame Leser finden weitere Kritikpunkte, die nicht mit "ich glaube", hätte, könnte... beginnen.

Ich persönlich finde den Standpunkt absurd, dass sich gegen diese Willkürliche Posse nur die direkt betroffenen Frauen erheben dürfen sollen. Mein Ansatz ist, jede Ungerechtigkeit oder Lüge, die ich entdecke, auf den Tisch zubringen, auch wenn ich nur mittelbar betroffen bin.
Es geht um das Verhindern von Willkür und Lüge, nicht um ein bequemes Ausleben des St.-Florian-Prinzips.


 

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