Autor Thema: Rote Rockmode für die männlichen Flugbegleiter bei Vergin Atlantic  (Gelesen 1763 mal)

Offline hirti

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Die Geschichte kam heute sogar im Radio, sogar im speziell bei jüngeren Menschen sehr reichweitenstarken Energy Wien!

Wenig überraschend war die Idee eines Piloten im Rock natürlich für den einen oder anderen Gag gut. Juckt mich aber nicht, wenn’s dazu gut ist dass jemand erfährt dass ein Mann auch einen Rock tragen kann, dann war’s eine gute Sache!

Online Skirtedman

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Natürlich wurde diese regelung, oder ich nehme es mal an, nicht primär für männer getroffen sondern wohl eher für transfrauen.
...
Also sehe ich da keine wermutstropfen ...

Aber genau das ist doch der Wermutstropfen!

Es gibt tatsächlich Männer, die wollen einfach nur Röcke tragen. Oder Kleider. Sie wollen keine Frauen werden. Und sie wollen sich nicht als trans- oder irgendwas ausgeben.

Und an die wird so gut wie nie gedacht!

Offline Modernfashion

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Ich denke, dass dies auf jeden Fall eine positive Entwicklung ist und würde nicht das Haar in der Suppe suchen.
Für wen die Regelung letztlich gemacht wurde, ist nicht wirklich wichtig.
Man muss sich ja gerade keiner "Gewissensprüfung" unterziehen, wenn man dieses oder jenes Outfit innerhalb der vorgegebenen Uniformen bei Virgin Atlantic tragen möchte. 
Klar, es könnten mehr Branchen, vor allem auch Banken, Versicherungen, usw. eine vergleichbare Aufgeschlossenheit zeigen wie Virgin Atlantic.
Aber jeder Tropfen höhlt den Stein.
Und auch in anderen Unternehmen (zumindest den großen) werden z.B. Betriebsräte und Gleichstellungsbeauftragte fragen, warum geht das bei denen und bei uns nicht?
Und wenn die Unternehmensführungen etwas nachdenken, sollten sie zum Ergebnis kommen, dass sie das genau so wie Virgin Atlantic machen.
Warum?
Ganz einfach: Zufriedene Mitarbeiter sind bessere Mitarbeiter. Und wenn jemand einen Rock bei der Arbeit tragen möchte und es problemlos machen kann (zumindest von der Unternehmenspolitik her, Reaktionen von Kollegen sind ein anderes Thema), ist das für die Firma positiv.
Und kostet die Chefs keinen Cent.

Hervorragend finde ich auch, dass von Washington Post über Radiosender in Wien bis zu Zeitungen in Taiwan darüber berichten.
Es erfährt also weltweite Aufmerksamkeit.
Das ist es, was es für einen Wandel braucht - verbunden mit positiven Bildern in großer Zahl und Vielfalt, die einen Mann im Rock als etwas Selbstverständliches erscheinen lassen.

Und noch am Rand: Ob der Pilot oder die Pilotin einen Rock trägt, ist doch nicht entscheidend.
Wenn ich im Flugzeug sitze, möchte ich heil ankommen...

Offline Janna

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Das ist in der tat nicht wichtig für wen die regelung getroffen wurde.
Alle haben ihren nutzen davon.
Und nicht zuletzt das unternehmen denn auf die länge wird man auch den männern keinen "hosenzwang" mehr auferlegen können.
Da gehts  nicht um gendersternchen sondern um das recht das auch ein mann die wahl zwischen rock und hose hat.
Was ja bei frauen kein thema ist wird auch für die männer kommen.
Da ist es doch am einfachsten man regelt das frühzeitig und erspart sich unnötigen ärger und aufwand.

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Offline cephalus

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Solche Regeln sind eigentlich nur bei Uniformen relevant und selbst da überholt.

Prinzipiell kann ein Arbeitgeber bei uns keinem Mitarbeiter nur aufgrund des Geschlechts bestimmte Gleidungsstücke untersagen,  wenn es für ein anderes Geschlecht erlaubt ist.

So dumm einem Mann eine Abmahnung zu formulieren weil er im Rock in die Arbeit kommt, während es bei Frauen erlaubt ist, wäre kaum ein Arbeitgeber.  Wenn laufen "Verbote" auf anderem Wege.

Hier würde mich interessieren wie es dann in der Praxis bei Virgin aussehen würde,  käme ein Typ wie ich, riesig, kräftig, bärtig und alt auf die Idee das rote Kostüm tragen zu wollen und sich dazu noch der "him/his" Anstecker ans Revers zu stecken.
Wäre ein sozialer Druck vorhanden? Würde sich der Job verschieben zu Tätigkeiten ohne Kundenkontakt?

Offline Olivier

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Hmmm. Vermute mal, dass du da an eine ganz einfache Grenze stoßen dürfest - das Kostüm gibt es nur bis Größe 38.
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Offline Janna

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Interessante fragen in der tat.
An der grösse würde es kaum liegen denn auch nicht alle frauen haben höchstens grösse 38 und für einen mann müssten sie die uniform wegen den proportionen sowieso speziell machen lassen.
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Offline Modernfashion

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Solche Regeln sind eigentlich nur bei Uniformen relevant und selbst da überholt.

Prinzipiell kann ein Arbeitgeber bei uns keinem Mitarbeiter nur aufgrund des Geschlechts bestimmte Gleidungsstücke untersagen,  wenn es für ein anderes Geschlecht erlaubt ist.

So dumm einem Mann eine Abmahnung zu formulieren weil er im Rock in die Arbeit kommt, während es bei Frauen erlaubt ist, wäre kaum ein Arbeitgeber.  Wenn laufen "Verbote" auf anderem Wege.

Hier würde mich interessieren wie es dann in der Praxis bei Virgin aussehen würde,  käme ein Typ wie ich, riesig, kräftig, bärtig und alt auf die Idee das rote Kostüm tragen zu wollen und sich dazu noch der "him/his" Anstecker ans Revers zu stecken.
Wäre ein sozialer Druck vorhanden? Würde sich der Job verschieben zu Tätigkeiten ohne Kundenkontakt?

Genau. Bei Uniformen ist das relevant.
Und nicht nur in der Luftfahrtbranche.
Ich denke da auch z.B. an Mietwagenfirmen, große Hotelketten, Systemgastronomie, usw.
Auch bei Schuluniformen im Vereinigten Königreich Großbritannien war das immer wieder ein Thema, zuletzt im letzten heißen Sommer mit Temperaturen über 40°C.
Es ging durch die Medien, dass auch Jungs in Röcken in die Schule gegangen sind - das Recht haben sie aufgrund der genderneutralen Kleidungsbestimmungen.

Ich finde es wie gesagt positiv wenn in den Medien positive Bilder vom Mann im Rock gezeigt werden.
Denn das verändert das Bewusstsein nach und nach.
So hat es letztlich auch für Männer mit langen Haaren, Tätowierungen, Ohrsteckern und Piercings funktioniert.

Ich gebe Dir recht, dass es dort am schwierigsten ist, wo es subtile Dresscodes gibt und Außenseiter von Kollegen geschnitten, gehänselt und gemobbt werden.
Es kommt nicht nur auf die formalen Bestimmungen zur Kleidung an, sondern wie der Umgang untereinander tatsächlich aussieht.

Offline Asterix

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Kommt 15 bis 20 Jahre zu spät für mich. Damals hatte für mich dieser Beruf noch einen gewissen Reiz...

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Offline Chris Schumann

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Was Virgin Atlantic kann, kann die Deutsche Bahn schon lange...

Grad vorhin auf Instagram gesehen...
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Offline cephalus

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Das ist mehr, als bei Virgin:

"Unabhängig von dem Geschlecht, geschlechtlichen Identität und Geschlechtsausdruck"

Virgin möchte mit den neuen Uniformstandards den eigenen Geschlechtsausdruck passend zur Identität ermöglichen.

Man kann sagen das wäre spitzfindig, es stellt für mich aber schon einen Unterschied dar:

Will Mann Kleid tragen sagt er bei Virgin automatisch, dass er mindestens nicht genderkonform o.ä. wäre.

Nicht jedoch bei dem Bahnanbieter, der es explizit davon unabhängig, nach Wohlfühlprinzip ermöglicht.

Online Skirtedman

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Richtig!

Das macht auch für mich den alles entscheidenden Unterschied aus!

War da nicht mal vor gefühlt zwei Jahren ein Presseartikel, der einen männlichen Zugbegleiter im Uniform-Rock vorstellte? Ich meine irgendwo im Württembergischen sei er im Regionalverkehr beschäftigt.

Offline Chris Schumann

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...so detailiert hatte ich die Virgin-Story jetzt nicht im Kopf... - umso besser!
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Offline Modernfashion

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Donnerwetter, das hätte ich der Deutschen Bahn nicht zugetraut!
Dafür möchte ich den Laden ganz ausdrücklich loben, auch wenn ich schon oft wg. Verspätungen und Zugausfällen geflucht habe.
Seit wann ist diese Uniformrichtlinie denn in Kraft? Stand im Instagram Posting leider nicht drin.
Vielleicht lohnt sich ja mal öfter Bahn fahren, jedenfalls ist mir bislang noch nie ein männlicher Mitarbeiter im Rock oder anderer bislang weiblich konnotierter Kleidung aufgefallen.

Offline cephalus

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Bahn fahren, jedenfalls ist mir bislang noch nie ein männlicher Mitarbeiter im Rock oder anderer bislang weiblich konnotierter Kleidung aufgefallen.

Naja, ganz so oft ;) wie in der freien Wildbahn wird man keinen Mann im Kleid im Bahnpersonal sehen, weil da vermutlich noch ein wenig mehr Hemmungen bestehen.

 

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