Autor Thema: Mann (39) mit Kleid im Stadtpark vergewaltigt - Täter flüchtig  (Gelesen 1251 mal)

Offline Barefoot-Joe

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Offline Skirtedman

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Danke für den Hinweis.

Wieder mal eine jener effektiv negativen Schlagzeilen wie "Mann im Rock wirft Farbbeutel" (und verletzt Joschka Fischer am Ohr) bzw. "Mann im Rock besudelt Joschka Fischer".

Wenngleich hier das Opfer-Täter-
Verhältnis gerade umgekehrt ist, knabbert solch eine Meldung am Selbstverständlichkeits-Nimbus eine hosenalternativ bekleideten Mannes.

Aber ja, ein Mann zu sein schützt nicht vor mitmännlicher Ungemach.

Einen Rock oder ein Kleid zu tragen, kann manchmal der Ausköset sein, manchmal einfach nur am falschen Ort zur falschen Zeit - ebenso.

Offline vortex

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Hm, also was immer da genau vorgefallen ist, ist natürlich tragisch.

Trotzdem würde mich mal was technisches interessieren:

Wenn man von solchen Vergewaltigungen liest (egal ob jetzt Frau, Mann, Mann im Rock, Kleid oder Außerirdische), frage ich mich immer wie das funktioniert.
Also unter "Vergewaltigung" verstehe ich nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Oder hab ich da was falsch verstanden?
Ist das dann eine Form der Penetration in irgendwelche Körperöffnungen? Das würde eine Erektion voraussetzen.
Wie bitte um alles in der Welt kann man in so einer Situation eine Erektion bekommen?

Ich meine jemand verprügeln, weil man Hass hat, ist eine Sache, aber wie krank muss man sein um davon nen Ständer zu bekommen?

Ok, es gibt nichts was es nicht gibt, aber so selten scheint das ja gar nicht vor zu kommen.
Mir ist das völlig unbegreiflich.


Offline Skirtedman

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Tja, sowas scheint es wohl zu geben.

Möglicherweise machen sich solche Täter bereits vor der Tat oder dann eben während der Gelegenheit 'heiß'.

Wer seine Sexualität im Einvernehmen mit anderen Personen oder mit sich selbst ausleben kann, der wird wohl solche Ventile nicht brauchen. Leider schafft das nicht jeder. Dann wird es wohl auch klappen in Situationen, die für uns undenkbar sind.


Online Silkman

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Hallo Vortex,
ja, mir ist das auch unbegreiflich und ich kann es - als sehr harmoniebedürftiger Mensch - auch einfach nicht nachfühlen.

Aber leider gibt es sie, die Sadisten denen das Leiden anderer ein Quell der Lust ist, bei denen die Erektion erst durch den Wiederstand und das schreien der Opfer einsetzt. Das gibt ihnen Macht!
Sehr viele Frauen in den Frauenhäusern können ein Lied davon singen...

In diesem Fall ist aus den Zeilen nicht herauszulesen ob dem Täter bewussst war dass er einen Mann vor sich hatte oder ob es ihm eigentlich irgendwann völlig egal war, überwen er jetzt seine "Macht" ausüben konnte, Hauptsache er war befriedigt...

Was ich daran übel finde ist die Headline der Zeitung, die wieder den Fokus auf das Opferlegt :
Mann (39) mit Kleid im Stadtpark vergewaltigt

anstatt zu sagen "Perverse Sau macht Stadtpark unsicher, bitte meidet diesn Bereich.

findet
Jürgen"

Online JJSW

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Für mich einer der Hauptgründe, weswegen ich lieber tagsüber unterwegs bin und dunkle Ecken und einsame Orte in der Nacht meide.
Wenn man schon nächtliche Spaziergänge machen will, am Besten mindestens zu zweit.

Ich hoffe, das der Täter geschnappt wird.

@Baefoot Joe
Schön das Du mal wieder hier geschrieben hast, gerne auch mal wieder mit angenehmeren Themen.

Grüßle
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Online hirti

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Schlimme Sache!
Für uns die wir unserer Leidenschaft auch im Tageslicht frönen ist das einfacher, aber diejenigen Männer die sich nur bei Nacht und Nebel in ihren Frauenkleidern raus trauen, die leben sicher gefährlicher.

Offline Skirtedman

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Ha  ;D

Da muss ich von einer Begegnung vor drei Tagen am Abend berichten.

Fast wollte ich es hier nicht kundtun. Weil es den einen oder anderen in seinem Tun vielleicht verschrecken könnte.

Andererseits möchte ich die Geschichte nicht zurückhalten, um zu zeigen, wie man mit einer Situation eventuell auch umgehen kann. Aber vorweg: Von Fall zu Fall kann das natürlich ganz anders ablaufen.

In meinem Fall war ich so kurz nach 21 Uhr unterwegs - Ihr werdet mein Outfit noch im Sinn haben, bzw. da finden - weil fortgeschritten, noch mit einem Sportjäckchen ergänzt. Heimweg war angesagt. Ich bin aus dem Bus ausgestiegen und hatte noch ein gutes Stück zu laufen. Mit mir sind drei, vier andere Menschen ausgestiegen und grob auch in meine Richtung gelaufen.

Es war dunkel und im Halbdunkel der Laternen und Bäume sprach mich einer an. Keine Ahnung, ob er auch aus dem Bus kam oder ob er gerade sonstwo um die Ecke gebogen war. Er lief in meine Richtung und erkundigte sich nach einer Buslinie. Es ist ein kleiner ÖPNV-Knotenpunkt mit vier, fünf, sechs verschiedenen Buslinien, z.T. unterschiedliche Betriebszeiten und mehrere Einzelhaltenstellen über die Fläche und um die Ecken verteilt. Ich wies hinter mir auf die zwei in Frage kommenden Haltestellen hin, erwärtungsgemäß hätte der Fragende nun dorthin zurücklaufen müssen. Tat er aber nicht.

Irgendwas von er müsse später arbeiten, hätte aber noch Zeit murmelte er und lief munter weiter in meine Richtung und interessierte sich für mein Outfit. Freundlich, wie ich bin, gab ich Auskunft. An zwei entscheidenden Wegscheidepunkten hoffte ich, dass mein "Ich muss jetzt da lang" mich von meinem Begleiter befreien würde, "Ja, ich kann auch da lang!" war dann die wiederholte Enttäuschung.

Der Begleiter, schlechtes Deutsch, musste öfter nachfragen, was oder wie er es meint, keine Ahnung aus welcher Weltregion er entstammte, halber Kopf kleiner als ich, normal gebaut, machte einen durchschnittlich gepflegten Eindruck. Die Unterhaltung war aber wegen eingeschränkter Deutschkenntnisse schwierig und es wunderte mich nicht, dass er mehr oder weniger immer wieder die Fragen selben Inhalts stellte.

Mein Weg - pardon 'unser' Weg führte über einen in Dunkelheit gottverlassenen Spielplatz in einer Parkanlage. Und da fing er an verbal aufdringlich zu werden, ob ich nicht bi wäre oder es mal mit einem Mann versuchen wolle - also er wurde konkreter - die Frage nach der Buslinie war also nur Vorwand. Ich verneinte, verabschiedete mich freundlich, da stand er schon mit heraushängendem Piepmatz im Dunkeln neben mir, fast flehend. Ich ging nochmal drei Schritte auf ihn zu, sagte "Du bist bestimmt ein Lieber! Aber ich komme von der Seite!", ich umarmte ihn mit einem Arm von der Seite und ließ ihn stehen.

Das war das vierte Mal in vier Jahrzehnten in Rock und Kleid, dass ich von heißgemachten Männern ein eindeutiges Angebot bekam - das zweite Mal mit Piepmatz, wobei das erste Mal in einem Park hellichtentags einer war, der von Ferne dachte, es käme eine Frau ihm entgegen. Und die anderen zwei Mal ohne Piepmatz waren es nur Versuche verbaler Art. Diesmal halt schon irgendwie mehr.

Freilich hätte ich auch anders reagieren können. Ihn zum Teufel jagen. Oder die Polizei rufen. Meiner Einschätzung nach geht von ihm aber keine ernsthafte Gefahr aus - auch wenn der Ort des Geschehens (bestimmt eher zufällig) ein Spielplatz war (das war einige hundert Meter zuvor für ihn keineswegs absehbar, dass der Weg dorthin führen würde).

Ich weiß nicht, ob ich in jeder anderen Situation so souverän damit hätte umgehen können. Für mich ist es aber kein Anlass, einsame Straßen, Parkanlagen oder dunkle Stunden zu meiden. Ein bißchen Abenteuer, ein bißchen Erfahrung, ein bißchen Unangenehmes gehört mit zum Leben dazu.

Bis jetzt bin ich immer gut aus allen Situationen herausgekommen. Mit diesem Selbstvertrauen bin ich überall unterwegs, wann und wo ich möchte, in welcher Bekleidung ich auch immer möchte. Das lasse ich mir auch nicht nehmen.

Offline ChrisBB

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@Wolfgang,
du hast natürlich auch von deiner Körperlänge profitiert.
Danke, dass du ihn nicht gleich verteufelt hast, sondern ihn in seiner Not wie einen Menschen behandelt hast.
Gruß
ChrisBB

Offline cephalus

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Hallo Wolfgang,
manche Situationen könnten trotzdem eskalieren, auch wenn man sich als Mann weniger bzw. keine Gedanken dazu macht.

In dieser Form bedrohliche oder sehr unangenehme Situationen hatte ich noch nicht, und zumindest vor Einzelpersonen habe ich wenig Angst, zumindest solange ich nicht zu alt und gebrechlich bin.

VG
Cephalus

Offline Stupolew

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Dazu fällt mir die etwas von mir abgeänderte Frage an Radio Erewan ein: Kann man jemanden im Rock beim Gehen vergewaltigen? Antwort: Im Prinzip ja, doch der im hochgeschobenen Rock kann in der Regel besser laufen, als der mit heruntergelassenen Hosen.     

Offline Skirtedman

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Wenn das, worüber wir hier reden, nicht so dramatisch für einige wäre, würde ich sagen: Haha!!!

Mein ungebetener Begleiter hatte mit einem Ritsch die Hose aufgezippt und seinen Piepemann draussen.

Da kann die Zugriffszeit unter einem lang wallenden Rock erheblich größer ausfallen!

Online hirti

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Deine Geschichte klingt mehr als unlustig, Skirtedman!
Danke dass du sie mit uns teilst.

Ich für meinen Teil bin bis dato glücklicherweise noch nie in eine wirklich gefährliche Lage gekommen. Die dunklen Gassen und speziell Parks versuche ich bei Nacht schon zu vermeiden, aber natürlich klappt das nicht immer wenn man nachts zum Auto zurück gehen muss.

Offline high4all

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Wenn das, worüber wir hier reden, nicht so dramatisch für einige wäre, würde ich sagen: Haha!!!

Mein ungebetener Begleiter hatte mit einem Ritsch die Hose aufgezippt und seinen Piepemann draussen.

Da kann die Zugriffszeit unter einem lang wallenden Rock erheblich größer ausfallen!
Das lädt zu einem Präventivschlag ein. Mit einem kräftigen Tiefschlag. Am besten verstärkt durch Stöckelschuhe...
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

Offline Skirtedman

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Kann man dann machen.

So bedrohlich war ja meine Situation nicht. Das war ja alles relativ harmlos. Ich verbuche das lächelnd als Erfahrungserweiterung.  ;)

 

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