Autor Thema: Transfrau  (Gelesen 2079 mal)

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Antw:Transfrau
« Antwort #60 am: 24.10.2022 14:22 »

Und ich halte die momentane Entwicklung für sehr besorgniserregend, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich diesem gesellschafllichen Druck nicht wiedersetzen und lieber lebenslang Medikamente einnehmen wollen.

Es ist schwierig, sich diese Gedanken anmaßen zu können, dennoch denke ich seit gut 20 Jahren darüber sehr ähnlich wie Du, man_in_time.

Und ich kenne Fälle, insbesondere einen, wo das Anpassen an den gesellschaftlichen Druck genau die einzige Rolle gespielt haben.

Ich kenne aber auch einige Fälle, wo es nicht zu diesem Schritt der Umwandlung geführt hat bzw. wo egal welche Entfaltung (auch weit jenseits von trans) aufgrund des gesellschaftlichen Drucks wieder zurückgenommen wurde nur aus Gründen der unauffälligen Anpassung.

Offline Rockermatze

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Antw:Transfrau
« Antwort #61 am: 24.10.2022 19:58 »
Dem Wunsch, einen weiblichen Körperbau zu haben, liegt kein gesellschaftlicher Druck zugrunde, sondern eine Dysphorie mit dem von der Natur vorgegebenen Körper.
In meinem Fall geht es mir um einige Eigenschaften des männlichen Körpers, die seit der Pubertät vorhanden sind und mit denen ich mehrere Jahrzehnte klarkommen musste, das möchte ich jetzt ändern (lassen), damit ich auch äußerlich so bin, wie ich mich fühle.
Irgendwie muss ich mal unbewusst weibliches Verhalten nach außen gezeigt haben, so dass mich ein (Ex)Kollege irgendwann "Matzina" genannt hat und das zu einer Zeit, als ich noch gar nicht an das Tragen von Röcken gedacht habe.
Durch das Thema Trans* in den Medien ist unsere Gesellschaft (weitgehend) so weit, dass ich den für mich richtigen Weg beschreiten kann, ohne mich verstecken zu müssen.
Allein für das Tragen von femininer Kleidung brauche ich keine Veränderung meines Körpers, denn das tue ich heute schon.
LG,
Mara (Matze/Ramona)

Offline man_in_time

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Antw:Transfrau
« Antwort #62 am: 24.10.2022 21:01 »
Dem Wunsch, einen weiblichen Körperbau zu haben, liegt kein gesellschaftlicher Druck zugrunde, sondern eine Dysphorie mit dem von der Natur vorgegebenen Körper.
In meinem Fall geht es mir um einige Eigenschaften des männlichen Körpers, die seit der Pubertät vorhanden sind und mit denen ich mehrere Jahrzehnte klarkommen musste, das möchte ich jetzt ändern (lassen), damit ich auch äußerlich so bin, wie ich mich fühle.
Irgendwie muss ich mal unbewusst weibliches Verhalten nach außen gezeigt haben, so dass mich ein (Ex)Kollege irgendwann "Matzina" genannt hat und das zu einer Zeit, als ich noch gar nicht an das Tragen von Röcken gedacht habe.
Durch das Thema Trans* in den Medien ist unsere Gesellschaft (weitgehend) so weit, dass ich den für mich richtigen Weg beschreiten kann, ohne mich verstecken zu müssen.
Allein für das Tragen von femininer Kleidung brauche ich keine Veränderung meines Körpers, denn das tue ich heute schon.

Doch dem ganzen geht meiner Meinung nach schon ein gesellschaftlicher Druck voraus, wenn Männer sich mit ihrer eingschränkten gesellschaftlichen Rolle nicht indentifizieren wollen/können, sich in der weiblichen Rolle viel wohler fühlen würden, und dies nur dadurch erreichen können, indem sie von ihrer Umwelt als Frau wahrgenommen werden.
Letztendlich kann man sich dem weiblichen Erscheinungsbild nur nähern, zum XX wird XY nie.

Wie würdest Du denn Weiblichkeit für Dich definieren? Ist es der Wunsch, Kinder gebären zu können? Denn Kindergebären ist in meinen Augen das Weiblichste überhaupt, und der hauptsächliche Unterschied zum Mann.
Die anderen Unterschiede sind meist gesellschaftlich.

Kleidung, Schönheit, Schmücken, Verführen hat an sich mit Weiblichkeit nichts zu tun, ist von Kultur zu Kultur ganz unterschiedlich.
Deswegen weiß ich gar nicht wirklich, was mit "weiblicher Kleidung" gemeint ist, außer dass der Schnitt auf den weiblichen Körper angepasst ist. Klar, gesellschaftlich gesehen ist es die Kleidung, die meistens Frauen tragen, und an dessen Erscheinungsbild man sich mittlerweile gewöhnt hat.

Auch ich habe mich mit dem Thema Transsexualität lange beschäftigt. Ganz unausweichlich kommt man irgendwann zu dem Thema, wenn man als Mann merkt, dass man in die Geschlecherrolle nicht  so ganz passt.

Und zu dieser Sicht bin eben ich gekommen.
Und natürlich kann jeder es so sehen wie er möchte...




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Antw:Transfrau
« Antwort #63 am: 25.10.2022 00:19 »
Lieber Rockermatze (ich spreche Dich mit Deinem Nickname an, weil Deine weiteren Selbstbezeichnungen "Mara (Matze/Ramona)" nur in Deiner Signatur stehen, die aber eventuell nicht für die Ewigkeit dort erscheinen),

man_in_time und ich hatten ja, als wir das Stichwort 'gesellschaflticher Druck' aufgriffen, durchaus eingeräumt, dass das längst nicht in jedem Fall einer Transidentität bzw. in jedem Fall von Transsexuellen die maßgebliche treibende Kraft sein muss.

Demgegenüber erscheint es mir dennoch plausibel, dass es Fälle gibt, in denen eben dieser gesellschaftliche Druck - die Erwartung, dass der binäre Geschlechterausdruck erfüllt wird - der maßgebliche Faktor ist. Deren Fälle sind mit bekannt. Einen Fall kenne ich im Besonderen. Die betreffende Person hat fröhlicherweise als Mann ganz frank und frei Röcke getragen, hat aber den gesellschaftlichen Gegenwind auf Dauer nicht ertragen und sich deswegen zu einer Transformation entschieden, damit der Wunsch, Röcke zu tragen wieder ins gesellschaftliche Allgemeinbild passt.


Offline Janna

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Antw:Transfrau
« Antwort #64 am: 25.10.2022 05:34 »
Dem Wunsch, einen weiblichen Körperbau zu haben, liegt kein gesellschaftlicher Druck zugrunde, sondern eine Dysphorie mit dem von der Natur vorgegebenen Körper.
In meinem Fall geht es mir um einige Eigenschaften des männlichen Körpers, die seit der Pubertät vorhanden sind und mit denen ich mehrere Jahrzehnte klarkommen musste, das möchte ich jetzt ändern (lassen), damit ich auch äußerlich so bin, wie ich mich fühle.

Genau du bringst es auf dem punkt der körper passt schlicht und einfach nicht zum geschlecht.
Und es geht nicht darum gewissermassen eine rechtfertigung zu haben röcke oder andere "weibliche" sachen zu tragen.
So  was ist völlig absurd und hat mit der praxis nichts zu tun.

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« Antwort #65 am: 25.10.2022 09:19 »
Ich finde ja toll und verständlich, dass Ihr Eure eigene Situation erklärt, betont und verteidigt

Ich will Euch etwas anderes auch gar nicht unterstellen.

Trotzdem kenne ich einen Fall sehr umfassend von einer Geschlechtsanpassung von Mann zu Frau, wo - anders als offenbar bei Euch - der Kleidungswunsch eine Rolle, die einzige Rolle gespielt hat.

Bei Euch spielte das keine oder nicht die entscheidende Rolle, dennoch ist so etwas schon vorgekommen.

Es gibt also auch innerhalb Eurer Gruppe der Mann-zu-Frau-Menschen unterschiedlich gelagerte Gefühle und Motivationen - wie vermutlich in jeder Gruppe mit Schlagworten als Schubladenaufschrift.

Das gibt es ja auch in unserer eigens gezimmerten Schublade "Mann im Rock". Das sorgt immer für Verwunderung und Verwirrung, wenn innerhalb der Schublade Menschen mit Symptomen sind, die zu den eigenen passen, aber die Ursache/Motivation der Symptome so gar nicht zu der eigenen Ursache/Motivation passen und ausserhalb der eigenen Vorstellungskraft liegt.

 

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