Autor Thema: philosophische Gedanken zu Rock vs. Partnerin  (Gelesen 2188 mal)

Offline cephalus

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Hallo Leute,
ich hab gerade ein bisschen im stillen Kämmerlein philosophiert und dabei ist mir aufgefallen, dass das Verhalten, sprich die Ablehnung gegenüber dem Männerrock, das manche Partnerin zeigt, durchaus dem gleichen Muster entspricht, das z.B. meine Eltern gegenüber langen Haaren zeigten:

Für meine Eltern waren meine Haare schlimm, nicht die meiner Freunde – bei denen sah das ja irgendwie besser aus (deren Eltern sahen das natürlich genauso).

Äquivalent verhält sich oft der Rock, eigentlich als grundsätzlich für kleidsam für einen Mann befunden avanciert er zum Stein des Anstoßes beim eigenen Partner.

Angesichts dieser divergierenden Sichtweisen drängt sich doch die Frage auf, ob sich die teilweise sehr emotionalen Konflikte, inhaltlich lediglich um den Rock drehen, oder ob er nicht mehr als Symbol und Stellvertreter für tiefer liegende Differenzen dient.
Wäre dem nämlich nicht so, würde kaum ein Rocker seinen Rock so vehement verteidigen, und ebenso vehement dafür angegriffen werden.
Man ersetze einfach gedanklich mal den Rock gegen ein graues T-Shirt… Diskussionen unter Partnern liefen bestenfalls auf einem Niveau: „gefällt mir (nicht)“ ab.

Was also kann ein Rock symbolisieren?

Da wäre wohl an oberster Stelle die Auflehnung gegen gesellschaftliche Konventionen, bzw. deren Ablehnung zu nennen. Wenigstens eine mangelnde Bereitschaft zu kompletten Unterordnung ist wohl sicher.
Hinzu kommt das Durchsetzen eines eigenen Lebensplans, etwas selbst, für sich und ohne große Beteiligung von andern, z.B. der Partnerin zu tun und zu entscheiden. Ein solches Verhalten ist geeignet, latent zu verunsichern, der Rockträger könnte plötzlich auch sonst Individualentscheidungen innerhalb einer Beziehung treffen.
Nicht zu übersehen ist schlussendlich der Wille aufzufallen, oder zumindest die Akzeptanz des selbigen – auf einmal steht der Partner im Blick der Öffentlichkeit (zumindest wird derartiges befürchte) und man selbst evtl. auch. Hier macht sich u.U. eine gewisse Angst vor der eigenen Unsicherheit breit.

Es wäre mal interessant zu untersuchen, wie Beziehungen in denen Röcke ein Problem darstellen im Gegensatz zu solchen bei denen sie unproblematisch sind, funktionieren, bzw. welche Lebenseinstellungen sich jeweils zueinander gesellt haben.

Ich denke bei den wenigsten aktiven Rockträgern derzeit handelt sich der Rock ausschließlich um einen Modegag, und bei denjenigen wo es tatsächlich so ist, werden sich kaum Probleme ergeben, eil kaum eine Seite besonders stur sein wird.

Vielleicht müsste mancher potentielle Rocker erst ein paar Eckdaten von Beziehung und Lebenseinstellung mit seiner Partnerin klären, bevor der Rock eingeführt wird – wenn dadurch nicht sogar der Rock, außer als modisches Accessoire, obsolet würde.

Cephalus

 

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