Autor Thema: Antwort erhalten  (Gelesen 2287 mal)

Offline Jürgen64

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Antwort erhalten
« am: 12.07.2008 13:44 »
Hallo Leute,

neulich schrieb ich, daß ich an verschiedene Adressen eine Mail zum Thema 50 Jahre Gleichberechtigung geschickt habe. Hier die erste Antwort:

Sehr geehrter Herr B..,

vielen Dank für Ihr Interesse an "hart aber fair" und ihre
interessanten Impulse zur Frage der Gleichberechtigung in Deutschland.
Herr Plasberg hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Die Reaktionen unserer Zuschauer haben gezeigt, dass das Thema
Gleichstellung der Geschlechter viele Menschen in Deutschland bewegt.
Zahlreiche Zuschriften schildern sehr eindrücklich persönliche
Erfahrungen mit diesem Thema und zeigen - wie Sie - mögliche Lösungswege
auf. Dabei lassen sich viele von der Frage leiten, auf welchem Weg eine
echte gesellschaftliche Akzeptanz der Gleichberechtigung von Frauen und
Männern erreicht werden kann.

Ihr Vorschlag, Männer sollten sich bewusst von gesellschaftlichen
Konventionen im Bezug auf Kleidung verabschieden und damit ein nach
außen sichtbares Zeichen für die Wertschätzung von Frauen setzen, ist
bedenkenswert. Dieser Schritt wäre zugleich ein echter Prüfstein dafür,
inwieweit die gesellschaftliche Prägekraft von Geschlechtsvorstellungen
Platz lässt für neue, unkonventionelle Wege.

Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Zuschauerreaktionen werden wir
auch in Zukunft das Thema Gleichberechtigung und Geschlechterrollen in
Deutschland aufmerksam und kritisch verfolgen und unter verschiedenen
Aspekten erneut thematisieren. Dabei werden auch Ihre Anregung mit in
die redaktionelle Vorbereitung einer solchen Sendung einfließen.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir den Erfolg von "hart aber
fair" nicht zuletzt den vielen inhaltlichen Vorschlägen, Kommentaren und
Hinweisen unserer Zuschauer verdanken - vielen Dank auch Ihnen dafür.
Bewahren Sie sich Ihr Engagement und bleiben Sie unserer Sendung treu!

Mit freundlichen Grüßen
(Name bekannt)
WDR-Redaktionsleiter
"hart aber fair"



Und hier zur Ergänzung nochmal meine Ausgangsmail:

Sehr geehrter Herr Plasberg,

bei der Suche nach dem Schlagwort "50 Jahre Gleichberechtigung" stieß
ich bei Google als einen der ersten Einträge auf Ihre Seite - meine
Hochachtung! Allerdings habe ich zu dieser Thematik auch meine eigene
Meinung, die ich Ihnen gerne kundtun möchte:

Die Gleichberechtigung per Gesetz haben wir meines Wissens erreicht,
die Gleichberechtigung in den Köpfen der Menschen meines Ermessens bei
weitem noch nicht. Stellen Sie sich den Arbeitsplatz einer Politikerin
im Bundestag vor ... daß die im schwarzen Anzug erscheint ist normal,
nicht mehr der Rede Wert. Was aber wäre, wenn Herr Köhler dort im
rosefarbenen Kostüm erscheinen würde?

Ich persönlich erkenne darin eine Abwertung des weiblichen, weil der
Rock in unserer heutigen Gesellschaft weiblich besetzt ist, die Hose
immer noch männlich. Die Frau wertet sich im Ansehen vieler Menschen auf
mit dem schwarzen Anzug, während Ihr männlicher Kollege sich durch die
Annahme weiblicher besetzter Eigenschaften oder Kleidungsstücke abwerten
würde. Genauso verhält es sich mit dem gesetzlich erwünschten
Erziehungsurlaub und mit vielen anderen plastischen Beispielen.

Die aber sind nicht so werbewirksam. Ein Outfit ist sofort und von
jeder/m sichtbar. Deswegen wünsche ich mir von den Männern den Mut, ihr
Machogehabe abzulegen und zu zeigen, daß sie unabhängig von solchen
Äußerlichkeiten immer noch die gleiche Leistung erbringen können.
Und von Frauen wünsche ich mir, daß Sie Leistung erkennbar als Frau
erbringen!

Mein Vorschlag wäre also, daß Männer den Mut zu scheinbar weiblichem
(nein, nicht zum Kinder kriegen, nur zu diesem nicht wirklich
weiblichen) an den Tag legen und so dokumentieren, daß sie die Frau und
ihre Eigenschaften achten; Politiker im Bundestag sehe ich dazu genauso
in erster Pflicht wie Prominente mit ausgeprägter Medienpräsenz; selber
gehe ich auch mit gutem Beispiel voran! Glauben Sie auch, daß auf diesem
Wege der Gleichberechtigung in den Köpfen Vorschub geleistet werden
könnte? Oder haben Sie gar eine bessere Idee? Dann freue ich mich auf
Ihre Antwort und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Jürgen ...
Sei Du selbst. Von den anderen gibt es schon genug!

 

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