Autor Thema: Interreligiöser Dialog  (Gelesen 338893 mal)

Offline MAS

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« Antwort #660 am: 15.02.2023 22:03 »
Ja, interessant klingt er.

Notker Wolf ist ja auch ein kluger Mann.

Und Corinna Wolf ist eine Frau, die ich so allmählich zu verstehen beginne.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Offline MAS

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« Antwort #661 am: 16.05.2023 00:29 »
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Offline Yoshi

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Antw:Interreligiöser Dialog
« Antwort #662 am: 22.10.2023 22:37 »
Podiumsdiskussion „Religionen - Krieg und Frieden“ beleuchtet Rolle des Glaubens in Konflikten
Veranstalter: Rat der Religionen Frankfurt am Main

Bin heute durch diesen Thread auf die Podiumsdiskussion aufmerksam geworden. Durch den aktuellen Krieg in Israel hat es in der Zwischenzeit an weiterer Brisanz erhalten. Der Israel-Palästina-Konflikt wird ja oft als "Religionskrieg" wahrgenommen, was natürlich nur eine eindimensionale und monokausale Betrachtung der schrecklichen Geschehnisse ist.

Der Veranstalter meinte, ich hätte aber ein interessantes Gewand an, sicher sehr angenehm bei der Hitze. Er beneide oft die weiblichen Kolleginnen um ihre luftigen Röcke und Kleider. Ich gab ihm den Rat, sich zu emanzieren.

Ich nehme an, dass damit Prof. Dr. Joachim Valentin gemeint ist. Wirklich interessant, dass er sich so zu deinem Rock geäußert hat. Ich kenne ihn von einem Seminar, an dem ich vor einigen Jahren an der Goethe-Uni in Frankfurt teilnahm. Es ging natürlich um interreligiösen Dialog und er stellte da auch den Frankfurter Rat der Religionen vor. Wir hatten auch einige Gastredner*innen bei uns. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die Vertreter der Ahmadiyya und des Sikhismus.
Prof. Valentin schätze ich wirklich sehr, weil er ein sehr inklusives und offenes Weltbild hat. Er betont aber auch immer, was er selbst aus theologischer Sicht glaubt, aber ebenso aus religionswissenschaftlicher und interreligiöser Sicht vertritt. Diese Meinungen können dann auch diametral entgegengesetzt sein. Beispielsweise spricht er aus seinem katholischen Verständnis den Mormonen und Zeugen Jehovahs das Christsein ab, kann aber aus wissenschaftlicher Sicht deren Selbstverständnis als Christen nachvollziehen.
Ich finde den Rat der Religionen eine gute Sache, aber durch die Podiumsdiskussion habe ich auch eine Kritik an ihm. Prof. Valentin beschreibt, dass bei den Aufnahmekriterien "Sekten", wie die von ihm beschriebene koreanische Christengemeinde, ausgeschlossen sind. Ich finde allerdings, dass man gerade solche religiöse Gruppierungen zum Dialog einladen muss, denn so kann man einer weiteren Radikalisierung eher entgegenwirken als bei einem Ausschluss. Hat nicht der interreligiöse Dialog das Ziel Frieden zu schaffen? Da müsste es doch umso wichtiger sein, dass man auch Glaubensgemeinschaften einlädt, von denen man denkt, sie widersprächen unserem Friedensverständnisses. Das ist die ewige Diskussion: Soll man mit Extremisten reden oder nicht? Da sehe ich es so wie mit der AfD: Man muss Radikalisten einladen, denn nur im Dialog und Streitgespräch mit ihnen kann man sie kritisch hinterfragen, argumentativ demaskieren und aktiv gegen Radikalisierung vorgehen.

Offline MAS

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« Antwort #663 am: 23.10.2023 00:55 »
Lieber Yoshi,

ja, Joachim Valentin war es. Ich kannte ihn vorher nicht, habe jetzt aber auch über das Interreligiöse Netzwerk Deutschland mit ihm zu tun.

Das hier:
Zitat
Beispielsweise spricht er aus seinem katholischen Verständnis den Mormonen und Zeugen Jehovahs das Christsein ab, kann aber aus wissenschaftlicher Sicht deren Selbstverständnis als Christen nachvollziehen.
zeigt eigentlich wunderbares Perspektivebewusstsein, also dass aus zwei verschiedenen Perspektiven, eine Frage ganz verschieden beantwortet werden kann.

Ahnlich wäre es wie: Aus der Perspektive des Vereins "Männer in die Hosen" sind Röcke ganz klar keine Männerkleidung, aber aus wissenschaftlciher Sicht kann man das Selbstverständnis des Vereins "Männer in die Röcke" nachvollziehen.

Und ja, das ist eine schwierige Frage. Das Wort "Sekte" sollte man eh lieber vermeiden, aber bei den Religionsgemeinschaften, die von anderen so bezeichnet werden, gibt es solche und solche, genau wie bei politischen Parteien, die aus demokratischer Perspektive als radikal gelten. Da muss man immer von Fall zu Fall entscheiden, mit wem man in welchem Kontext über was spricht, und wen man lieber auf Abstand hält.
Ich bin in Bezug auf sog. "Sekten" viel offner als manche meiner Dialogkolleg:innen. Das hängt auch damit zusammen, dass ich auch REMID-Mitglied bin, und REMID sich ja von Anfang an gegen die Sektenhysterie eingesetzt hat.

LG, Micha
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Offline Yoshi

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Antw:Interreligiöser Dialog
« Antwort #664 am: 23.10.2023 02:14 »
Ich spreche generell immer von "Religionsgemeinschaften". Wenn ich so darüber nachdenke, nutze ich den Begriff "Sekte" eigentlich nur für Scientology.

Offline MAS

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« Antwort #665 am: 23.10.2023 08:20 »
Ich sage auch lieber "Religionsgemeinschaften" oder auch "Weltanschauungsgemeinschaften". "Sekte" benutze ich nur im Kontext, wenn es darum geht, wie eine Gemeinschaft aus einer bestimmten Perspektive genannt wird. Dagegen "sektiererisch" als Adjektiv benutze ich schon mal, um ein bestimmtes exklusivistisches und nach innen sehr kontrollierendes Verhalten einer Gemeinschaft zu benennen.

Für Scientology mache ich da keine ausnahme: Neognostische Religionsgemeinschaft mit sektiererischen Verhaltensweisen. Wobei sie die Selbstbezeichnung als "Religion" teils auch nur vorschiebt, wenn es gerade passt. Wenn es besser passt, bezeichnet sie sich auch schon mal als "Wissenschaft". Je nachdem, was ihr mehr Vorteile bringt.

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Offline cephalus

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Antw:Interreligiöser Dialog
« Antwort #666 am: 23.10.2023 10:04 »
Neognostische

Ist das ein Neologismus, oder ein so seltenes Wort, dass es Google auch nicht kennt?
Mir ist die Bedeutung jedenfalls unbekannt :-\

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« Antwort #667 am: 23.10.2023 12:25 »
Neognostische

Ist das ein Neologismus, oder ein so seltenes Wort, dass es Google auch nicht kennt?
Mir ist die Bedeutung jedenfalls unbekannt :-\

Ich müsste nachschauen, ob es das Wort vor meiner Verwendung gab. Die Gnosis ist jedenfalls eine antike dualistische Weltanaschauung, die immer wieder auch neuere Denker und Gemeinschaften inspiriert hat. Diese neueren kann man wohl als neo- oder neugnostisch bezeichnen.

Habe nachgeguckt, und das Wort gab es schon vom einer Verwendung: https://de.wikipedia.org/wiki/Gnosis#Gnostische_Kirchen_der_Neuzeit Scientology ist da aber (noch) nicht erwähnt.

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Offline Yoshi

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« Antwort #668 am: 23.10.2023 17:35 »
Bei Scientology wäre ich jetzt nicht auf (neo-)gnostisch gekommen, weil ich damit mehr die antiken griechisch-christlichen Gnostiker verbinde. Da fallen mir eher Begriffe wie (pseudo-)szientistisch oder esoterisch ein. Der Gründer L. Ron Hubbard war übrigens Science-Fiction-Autor und wollte zuerst Scientology als Wissenschaft anerkennen lassen. Als das in den 1950ern nicht funktionierte, probierte man es in den USA als Religionsgemeinschaft.
Zurück zu den Gnostikern: Ich habe da mal einige gnostische Apokryphen gelesen. Die Texte sind schon sehr mystisch und auch da konnte ich einige Parallelen zum Hinduismus/Buddhismus entdecken. Übrigens ist das griechische Wort Gnosis (=Wissen) sprachlich verwandt mit dem indischem Begriff jñana (gesprochen gyana) und dem englischen know. Das Wort Gnosis steckt auch in Ignoranz.

Offline MAS

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« Antwort #669 am: 23.10.2023 17:45 »
Das ist alles richtig, lieber Yoshi, widerspricht meiner Bezeichnung aber auch nicht. Sowohl bei den antiken Gnostikern als auch bei Scientology geht es darum, einen im Körper gefangenen Seelenfunken oder Lichtfunken, durch Wissen und Erkenntnis zu befreien. Dafür muss man sich von schlechen Einflüssen (Engrammen) reinigen. Das soll dann Stufe für Stufe nach oben führen bis zu völligen Freiheit und damit Erlösung.

"Esoterik" bedeutet ja so viel wie "innere Lehre", also auch ggf. "Geheimlehre", im Gegensatz zur öffentlichen Exoterik. Ja, so gesehen ist Scientology auch esoterisch.

"Pseudoszientistisch" passt auch, wenn man unser Wissenschaftsverständnis als Maßstab nimmt.

Was mir die Scientology aber besonders verdächtig macht, ist, dass sie sich eben je nach Vorteil als "Wissenschaft" oder als "Religion" bezeichnen und ich nicht erkennen kann, wie ehrlich sie es mit ihrer Lehre meinen. Glaubte Hubbart seine Dianetik oder erfand er sie nur, um Macht über Menschen zu gewinnen? Ich weiß es nicht.

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« Antwort #670 am: 23.10.2023 18:48 »
Ich wollte auch damit nicht widersprechen, sondern eher meine Verwunderung ausdrücken, weil es mir in diesem Zusammenhang nicht geläufig war. Deine Erklärung wirkt auf mich sehr schlüssig.

Ja, es scheint irgendwie willkürlich, als was sie sich identifizieren. Ich glaube, dass sie sich aber mittlerweile eher als Religionsgemeinschaft verstehen, der sie eine "Wissenschaftlichkeit" zuschreiben. Durch diese "Wissenschaftsgläubigkeit", die "Wahrheiten" "verifiziert" ergibt sich wohl ihr "Absolutheitsanspruch". Ziemlich viele Gänsefüßchen, aber das geht in diesem Zusammenhang nicht anders.
Ich bin sehr liberal was Religionen anbelangt, aber bei Scientology fällt es mir schwer, sie als solche anzuerkennen. Da kann ich der (kritischen) Religionsparodie vom Fliegenden Spaghettimonster weitaus mehr den Status einer Religionsgemeinschaft zusprechen als den Scientologen.

Offline MAS

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« Antwort #671 am: 23.10.2023 18:52 »
Yep. Obwohl sich Wissenschaftlichkeit und Absolutheitsanspruch nach unserm Verständnis ja gegenseitig widersprechen.

Zum FSM ein ander Mal. Will jetzt in ein Konzert.

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« Antwort #672 am: 24.10.2023 08:51 »
Gude!

Jetzt ein paar Zeilen zum FSM, dem Fliegenden Spaghettimonster:

Die Kirche des FSM ist ja aus einem Protest entstanden, dagegen, dass Evangelikale in den USA den wörtlich verstandenen biblischen Schöpfungsbericht statt der biologischen Eveolutionstheorie in den Schulen gelehrt haben wollen. Bobby Henderson (ich bin immer versucht, "Jim Henson" zu schreiben ;D) dachte sich: "Wenn die Christen sich so einen Quatsch ausdenken können, kann ich das auch" und erfand das Fliegende Spaghettimonster, das die Welt geschaffen habe und mit seinen nudeligen Tentakeln die Menschen auf die Erde drücke, damit sie nicht wegschweben - so erklärt er die Schwerkraft - und dass es die Piraten zu sienem auserwählten Volk gemacht habe. Deswegen tragen viele Pastafaris, wie sie sich nennen, Dreispitze und Augenklappen. Andere tragen Nudelsiebe auf dem Kopf. Sowiel ich weiß, sind die mit den Dreispitzen und die mit den Nudelsieben schon zwei verschiedene Gruppen in der FSM-Kirche, erster in Deutschland mehr vertreten, letztere in Österreich. In Österreich hat diese Kirche es geschafft, eine anerkannte Religionsgesellschaft zu werden. In Deutschland wollen die Pastafaris gar keine Religions-, sondern eine Weltanschauungsgemeinschaft sein, als solche aber auch gerne eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes werden. Die deutsche Kirche des FSM sind sie vernetzt mit dem Humanistischen Verband und mit der Giordarno-Bruno-Stiftung, also mit dezidiert nicht nur kirchen-, sondern religionskritischen bis -ablehenden Vereinen.

Das und noch was sehe ich als Ähnlichkeit zur Scientology: Je nachdem, was ihr Vorteile bringt, will die FSM-Kirche Religionsgemeinschaft oder Weltanschauungsgemeinschaft sein. Sie lehrt die Existenz eines göttlichen Wesens - des FSM - vernetzt sich aber intensiv mit Vereinen, die jeden Glauben an ein göttliches Wesen ablehnen. Und jetzt noch was:

Die Kirche des FSM in Deutschland bzw. ihr Vorsitzender Bruder Mayo polemisiert immer gerne gegen Kirchentage. Vor allem wiederholt er immer wieder: "Zahlt Euren Kirchentag selbst!" Damit will er, dass der Staat die Kirchentage nicht mitfinanziert. Und dennoch hatten sie in Nürnberg auf dem Evangelischen Kirchentag einen Stand auf dem Markt der Möglichkeiten, und als ich zu ihrem Stand kam, fand ich Bruder Mayo sogar in der Marktleitung vor. Er meinte, er habe nicht demit gerechnet, dass seine Kandidatur angenommen würde. Aber nun hätten sie ihn gewählt, und so mache er das auch. Und er machte es gerne.

Ich erlebe diese Kirche als eine sehr fröhliche, humorvolle und auch ironische Gemeinschaft. Es sind alles sympathische Menschen. Aber ich weiß eben nicht, wie ernst sie sich selbst und ihre Religion nehmen. Wahrscheinlich vor allem letzteres eher gar nicht.

Und da sehe ich dann einen wichtigen Unterschied zur Scientology: Die FSM-Kirche will niemanden bevormunden oder hirnwaschen, sondern respektiert die Freiheit der Menschen. Und auch den Glauben anderer Menschen respektiert sie, und lehnt bloß Privilegien von Religionsgemeinschaften ab.

Das nur mal so auf die Schnelle.

Hier ist ihre Website: https://www.pastafari.eu/

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Antw:Interreligiöser Dialog
« Antwort #673 am: 24.10.2023 18:17 »
Ich verstehe sie so, dass sie Religionen kritisch gegenüber stehen und in parodistischer Form damit umgehen. Die Glaubensinhalte sind teilweise so absurd und sollen verdeutlichen, wie absurd auch die bestehenden Glaubensinhalte der "etablierten" Religionen sind. Dass sie sich als Religionsgemeinschaft in Österreich anerkennen ließen, führt dieses Konstrukt "Religion" ad absurdum. Nichtsdestotrotz vertreten sie ja auch Werte in Form ihrer "Mir wär's lieber, du würdest nicht tun...".
Ich finde, dass man sie ein wenig mit "Die Partei" im Politikbetrieb vergleichen kann. Die parodieren ja auch Politik, führen diese Wahlkämpfe ad absurdum in humoristischer Weise, vertreten aber trotzdem eine politische Grundhaltung.

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« Antwort #674 am: 24.10.2023 18:36 »
Ja, Yoshi, der Vergleich mit DIE PARTEI passt ganz gut.

Ich selbst bin da hin- und hergerissen zwischen einer Sympathie für die Ironie und dem Gefühl, sie schütten das Kind mit dem Bade aus. Grundwerte vertreten sie, die mit denen liberaler Religiosität konform gehen und mit denen unseres Grundgesetzes und der Menschenrechte,

Die Giordarno-Bruno-Stiftung, der die FSM-Kirche ja nahesteht, geht da rabiater vor, stellt z.B. eine Figur des nackten Martin Luther als "die nackte Wahrheit" an den Rand des Kirchentagsgeschehens und reduziert Luther auf seine Judenfeindlichkeit. Das ist eine viel rabiatere Kritik als die ironische der FSM-Kirche.


LG, Micha
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