Autor Thema: Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)  (Gelesen 9092 mal)

Offline Skirtedman

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Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« am: 10.04.2024 12:13 »
Hallo, ich habe vorgestern in einem Film reingezappt. Leider habe ich gut das erste Drittel verpasst.

Ich fand aber den Film sehr ansprechend. Zum Inhalt hatte er zwar etwas, womit ich mich nicht identifiziere, andererseits hätte es sich einige Jahrzehnte später vielleicht so abspielen können, das weit mehr in meine eigene Identifikation hineingereicht hätte. Wie sagte eine 80-jährige vor kurzem über ihren verstorbenen Mann zu mir? "Er hatte ein paar Jahrzehnte zu früh gelebt!" (Ihr Mann trug gerne Kleider und sie fand es toll; aber er traute sich nicht.)

Was ich aber in diesem Dokumentarfilm so bewegend fand: Auch wenn die Ausprägungen nicht exakt deckungsgleich zu meiner Ausprägung sind, so deckt sich doch ganz vieles von Emotionen, Gedanken und Schicksalen mit meiner eigenen Lebenserfahrung.

Und wahrscheinlich auch mit Euren, jedenfalls bei vielen von Euch. Gleich noch ein Schlusswort von mir, jetzt aber zu den Fakten:

Film: "Anima - Die Kleider meines Vaters"
von Uli Decker
herausgegeben: Oktober 2022
zwei Max-Ophüls-Preise: Publikumspreis, bester Dokumentarfilm
(Video zur Preis-Verleihung mit Kurzinterview der Regisseurin)

"In ihren intimen Innenansichten der eigenen Familie macht sich die Regisseurin Uli Decker auf die Suche nach den Spuren eines Familiengeheimnisses, von dem sie erst auf dem Sterbebett des Vaters erfuhr."

"Eine wahre Geschichte über Familiengeheimnisse, Geschlechterrollen, Liebe und eine Kindheit in der bayerischen Provinz."

Eine der "Hauptrollen" spielt das detaillierte Tagebuch des verstorbenen Vaters.

Film verfügbar in der ZDFmediathek in D, A, CH, nur für kurze Zeit:
https://www.zdf.de/filme/das-kleine-fernsehspiel/anima---die-kleider-meines-vaters-100.html

Meiner Meinung nach erzählt dieser Film über tiefsitzende Gewissensnöte sehr eindrücklich, dass das Verbergen eigener Bedürfnisse niemandem hilft. Im Gegenteil, das Verbergen der Bedürfnisse belastet die Anderen in der eigenen Familie, ohne dass diese wissen, dass es so ist. Die "Rücksicht auf die Anderen" kippt schnell zur "Belastung für Alle".

Offline Zwurg

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #1 am: 10.04.2024 16:42 »
Ich habe mir den Film gerade angesehen, und entdecke viele Paralellen zu meinem Leben.

Auch wenn ich mich nie als Transvestit gesehen habe. Ich wollte einen modischen Mittelweg finden, zwischen den historischen Abenteuer und Kostümfilmen im Fernsehen, und dem was die Damen und Mädechen meiner Jugend tragen konnten. Meine ersten Versuche waren als Junge, auch mit Kleidungsstücken meiner Mutter. Und auch ich fürchtete auch stets entdeckt und als abartig entlarvt zu werden.

Ich bin auch in einem kleinen Bayrischen Dorf aufgewachsen und lebe dort noch immer). Mit all den Zwängen und Normen, die mich bedrückten, weil ich eben nicht so war, wie die anderen Jungs.
Mit 15-16 gab es ein Nachbarsmädchen, in die ich verliebt war, aber sie interresierte sich stets für  ältere sehr große eindeutige Kerle. Es gab ein Sweatkleid, das mir an ihr gut gefiel, da wir ungefähr gleich groß waren, habe ich es mir ausgeliehen, dazu Pumps Strumpfhose und an Fasching 1984 getragen, meine Mutte drehte mir die Haare mit Lockenwickler ein. Ich hab da noch ein Foto, hm vielleicht lade ich es in die Galerie hoch und verlinke hier.

Ich hab auch noch andere Facetten, vielleicht steckt aber auch das bayrische Dorf mit seinen Konventionen, viel zu sehr in mir drin, weshalb ich bis heute uneins mit mir selbst bin, obwohl ich seit über 20 Jahren mit Rock und Strumpfhose in der Öffentlichkeit unterwegs bin.

Allerdings ist Rock nie Alltagskleidung geworden, wie jetzt vielleicht bei Skirtedman oder Cephalus, (Cephalus hab ich damals in Hose kennengelernt. Damals war ich noch mutiger)Vielleicht liegt es daran das die beiden in Großstädten leben?

De Zeit ist allzu schnell vergangen, ganz deutlich merke ich, dass sich mein Körper und meine Lust daran, sich anders zu Kleiden verändert hat.

Ganz plötzlich fällt mir mein Vater (*1935 - 2019)  er war auch immer eher ein stiller zurückhaltender Mann, in seinen, letzten Jahren erkrankte er an Demenz und versuchte sich manchmal in Kleidungsstücke meiner Mutter zu zwängen, was aber nicht gelang, weil er viel zu groß und breit dafür war. Versuchte er da noch seinen Sehnsüchten nachzukommen, weil er die Kontrolle über sich verloren hatte?
Er hat mich bei ein zwei Gelegenheiten im Rock gesehen, aber nie ein Wort darüber verloren, anders als meine Mutter, der es gar nicht recht war und meinte ich soll das bleiben lassen, und alle feminien Kleidungsstücke in die Mülltonne stopfen. Die Leute würeden mich auslachen.
Wer weiß welche unausgesprochenen Sehnsüchte mein Vater mit ins Grab genommen hat? Nah waren wir uns auch nie, irgendwie geb es da immer eine Distanz.

Auf jeden Fall hat mich der Film sehr berührt.

Ich bin mir sehr sicher, dass es unzählige Männer in Deutschland gibt, die ihre Sehnsüchte im Verborgenen in sich tragen und sich selbst trotzdem nie erlauben der Freiheit ihrer Seele Ausdruck zu geben.
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Offline JoHa

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #2 am: 10.04.2024 18:34 »
So geht es wohl viel zu vielen. Warum musste ich erst ins Rentenalter kommen, um mich zu trauen?
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Offline Timper

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #3 am: 10.04.2024 19:20 »
Sehr interessanter Film über ein kompliziertes Leben und einen tragischen Tod. Die Zeit der 60,70,80er Jahre mag konservativer, als heute sein, aber am Ende des Weges, den anderen so zu akzeptieren wie er sich fühlt und sein möchte, sind wir noch lange nicht. Dieses Coming Out ist auch heute noch eine sehr hohe Hürde. Die Probleme, die da dran hängen, sind auch heute schwer zu lösen.
Aber wie soll man auch was erklären was man selbst nicht lösen kann oder sich nicht eingesteht.
Zumindest ergeben sich heute viele Möglichkeiten und Freiräume sich zeitweise jenseits der allgemeinen," normalen" Gegenwart, Gesellschaft so zugeben, wie  man es sich wünscht.
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Offline cephalus

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #4 am: 10.04.2024 19:45 »
Allerdings ist Rock nie Alltagskleidung geworden, wie jetzt vielleicht bei Skirtedman oder Cephalus, (Cephalus hab ich damals in Hose kennengelernt. Damals war ich noch mutiger)Vielleicht liegt es daran das die beiden in Großstädten leben?

Bei mir hat sich tatsachlich in den letzten 2-3 Jahren radikal etwas verändert.
Was und warum? Den Grund dafür kann ich nicht greifen, der Ort ist es sich nicht, ich lebe schon immer in München und sei fast 30Jahren genau am selben Ort.

Vor allem meine eigene Einstellung hat sich verändert:
Von ich mache etwas "Verbotenes", es soll keiner wissen über "ich muss jetzt einen Rock tragen, ich ziehe das durch und es ist mir egal, was die anderen denken" zu: Ich trage wonach mir im Moment ist, ich habe Spaß daran mir etwas zu überlegen und es zu stylen durchaus ach Hosen ;)
Ich bin mittlerweile fast immer an dem Punkt, dass ich mir keine Gedanken mehr zu der Tatsache Rock oder Kleid mache, sondern nur noch zu Optik und Zweckmäßigkeit.

Genau diese Selbstverständlichkeit spiegelt mir auch meine Umgebung wieder, meine Kleidung ist auch praktisch nie Thema.
Und ja, die, für mich, bis vor Kurzem undenkbare, höchste Herausforderung habe ich vor ein paar Tagen "gemeistert" ohne wirklich besonders darüber nachzudenken: Ich bin im Rock geflogen.

Den Film habe ich mir nur ausschnittsweise angesehen, mir war die zugrundeliegende Stimmung etwas zu schwermütig und finster. Ich habe mir dabei vor allem zwei Dinge gedacht: Der Mann ist deutlich zu früh geboren worden, was die Gesellschaft betrifft, aber mit etwas mehr Mut, Fatalismus und Offenheit hätte er vermutlich auch ein lebendigeres, glücklicheres Leben führen können.
Ich könnte mir vorstellen, dass es unter den Voraussetzungen seine Umfeldes evtl. einen großen Knall gegeben hätte, hätte er mit offenen Karten gespielt, aber vielleicht wäre er danach glücklicher gewesen.

Offline Yoshi

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #5 am: 10.04.2024 20:43 »
Ich wollte Röcke zwar schon seit Kindesalter tragen, mit immer mal wieder Phasen, wo der Drang mal stärker, mal schwächer war, aber die Zeit schien mir erst letztes Jahr reif. Bei mir waren es mehrere Gründe.

1. Positive Resonanz in den Medien: Für mich eigentlich der Stein des Anstoßes. Nachdem mehrere Promis auf den roten Teppich oder auf der Showbühne Röcke trugen und es fast ausschließlich gut aufgenommen wurde, gab mir das Mut, es auch mal zu probieren.
2. Mein Umfeld: Bei meiner damaligen Arbeitsstelle waren sehr weltoffene und tolerante Kolleg*innen. Ich wusste, dass das nicht zu Problemen in meinem Team führen würde und ich wurde damals ziemlich gefeiert. Das gab mir einen unglaublichen Boost für das Selbstbewusstsein. Wäre es eine andere Arbeitsstelle gewesen, beispielsweise meine nachfolgende, dann hätte ich vielleicht nie wieder einen Rock anziehen wollen. Ich war halt damals zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
3. Mein Wohnort: Ich bin bewusst in die Großstadt gezogen, weil ich glaubte, dass die Toleranz und Offenheit größer ist. Das mag in der Tendenz vielleicht stimmen, aber lässt sich nicht verallgemeinern, wie meine letzte Arbeitsstelle mir zeigte. Allerdings ist bei meinem neuen Wohnort eher die räumliche Distanz zu meiner Verwandtschaft entscheidend. Würde ich noch in der Kleinstadt meiner Eltern wohnen, würde ich definitiv keine Röcke tragen, weil das zu familiären Konflikten führen würde.
4. Mein Alter: Mit Anfang 20 hatte ich noch nicht das Selbstbewusstsein, das ich heute habe. Je älter ich bisher wurde, desto gelassener wurde ich auch. Früher war ich viel zu schüchtern, unsicher und war viele Jahre depressiv. Es gab in jungen Jahren viel zu viel Angst vor Ablehnung und Verachtung, die ja leider auch eintreten kann, wie ich bei meiner letzten Arbeitsstelle bitterlich erfahren durfte. Ich glaube, so einen Shitstorm hätte mich damals kaputt gemacht und mich noch tiefer in meine Depression gestürzt, die so schon alles andere als einfach war.
5. Die Offenheit der Gesellschaft: Insbesondere durch die Aufklärung von LGBT-Themen nehme ich die Gesellschaft toleranter und empathischer war als noch vor wenigen Jahren. Dadurch waren meine Hemmungen erheblich niedriger als früher. Die Gesellschaft lernt und entwickelt sich weiter. Ich sagte mir: "Die Gesellschaft scheint nun reif zu sein für heterosexuelle Männer in Röcken und ich möchte einer davon sein."

Seitdem habe ich Höhen und Tiefen erlebt und bin stolz, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Meine Lebensqualität hat sich stark verbessert. Ich bin viel zufriedener, was sich auf alle Lebensbereiche bei mir auswirkt. Röcke würde ich vermissen, wenn ich sie nicht mehr tragen würde und es würde mich wahrscheinlich sehr unglücklich machen. Deswegen trage ich viel häufiger Röcke als Hosen, wobei ich auch nach wie vor gerne Hosen trage, die jetzt aber verstärkt aus der Damenabteilung kommen.

Offline Timper

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #6 am: 10.04.2024 20:52 »
Cephalus:
Das sehe ich anders. Ja in der falschen Zeit geboren, nur kann man sich die Zeit aussuchen in die man geboren wird? Wohl kaum. Und aus dieser Zeit resultiert dann auch der Umgang mit den Problemen!
Wünscht sich nicht jeder in eine bessere Zeit geboren zu werden?
Wenn man davon ausgeht das der Fortschritt einer Gesellschaft linear ist dann wäre es doch toll in einer einfacheren, besseren, offeneren, toleranteren Welt zu leben. Nur dumm das das nicht geht und man gerade mit 2024 fertig werden muss.   
Würde es 2075 sein würde es ggf dieses Forum nicht geben und es wäre völlig egal wie du rumläufst. Ist aber nicht so. Es ist halt 2024.
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Offline Zwurg

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #7 am: 10.04.2024 21:45 »
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So nun hab ich das Bild gefunden und hochgeladen.
Es war im Fasching 1982 und ich war 15 Jahre alt.
Ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, obwohl es nun schon 42 Jahre her ist.
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Offline Ein de Waf

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #8 am: 10.04.2024 22:56 »
Danke an Skirtedman für den Hinweis! Habe ihn mir auch angesehen. Sensibel und interessant.

Kern für mich ist die Aussage - wortwörtlich aus dem Film: "Ich frage mich warum die Grenze zwischen
männlich und weiblich so stark bewacht wird."

Und das beginnt schon bei Röcken.

LG. Peter.
 

Offline JoHa

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #9 am: 10.04.2024 23:22 »
"Kern für mich ist die Aussage - wortwörtlich aus dem Film: "Ich frage mich warum die Grenze zwischen
männlich und weiblich so stark bewacht wird."
Jedem, der sich mit dem Alltag bewusst auseinandersetzt, drängt sich die Antwort auf:
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Offline cephalus

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #10 am: 11.04.2024 00:16 »
Cephalus:
Das sehe ich anders. Ja in der falschen Zeit geboren, nur kann man sich die Zeit aussuchen in die man geboren wird? Wohl kaum. Und aus dieser Zeit resultiert dann auch .

Natürlich hast Du Recht.  Er hatte Pech, nicht so viel wie noch früher, aber mehr wie jetzt geboren.  Was die Zukunft bringt wird man sehen.

Offline MAS

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #11 am: 11.04.2024 00:18 »
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So nun hab ich das Bild gefunden und hochgeladen.
Es war im Fasching 1982 und ich war 15 Jahre alt.
Ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, obwohl es nun schon 42 Jahre her ist.

Das Bild sieht für mich so normal aus! Es könnte ja auch so voll normal sein!

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Offline Zwurg

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #12 am: 11.04.2024 00:29 »
In einer anderen Welt hätte es normal sein können, so war es nur ein Abend auf einem Fasching der Landjugend.
Das Kleid hat mir ja gepasst, es war auch angenehm zu tragen, hatte auch keine Abnäher, und Kleider dieser Art waren zu dieser Zeit auch In, aber eben nur für Mädchen oder junge Frauen.
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Offline MAS

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Antw:Die Kleider meines Vaters (Dokumentarfilm)
« Antwort #13 am: 11.04.2024 00:34 »
In einer anderen Welt hätte es normal sein können, so war es nur ein Abend auf einem Fasching der Landjugend.
Das Kleid hat mir ja gepasst, es war auch angenehm zu tragen, hatte auch keine Abnäher, und Kleider dieser Art waren zu dieser Zeit auch In, aber eben nur für Mädchen oder junge Frauen.

Ich sage ja "könnte". Aber es steht Dir wirklich gut!

Aber so geht es uns doch allen, dass wir die Jungs beneiden, die, wie Cephalus' Söhne, ganz selbstverständlich Röcke und Kleider tragen. Andererseit ist es auch heute für die meisten Jungs immer noch nicht normal. Und nochmal andererseits macht die Pionierleistung, die wir da durchmachen, auch einen guten Teil des Reizes aus. Hätte ich mich heute in Rock und Strumpfhose so wohl gefühlt, es so genossen, wenn es für mich von klein auf ganz normal gewesen wäre wir für Mädchen?

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Offline Zwurg

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« Antwort #14 am: 11.04.2024 07:58 »
Ich sage ja "könnte". Aber es steht Dir wirklich gut!
Das Kleid stand mir gut, vor 42 Jahren war ich ein anderer Mensch. Ein Junge am Anfang seines Lebens. Ein anderer Körper, ungefähr 55 Kilo, volles Haar, keine Falten.
Aber so geht es uns doch allen, dass wir die Jungs beneiden, die, wie Cephalus' Söhne, ganz selbstverständlich Röcke und Kleider tragen. Andererseit ist es auch heute für die meisten Jungs immer noch nicht normal. Und nochmal andererseits macht die Pionierleistung, die wir da durchmachen, auch einen guten Teil des Reizes aus. Hätte ich mich heute in Rock und Strumpfhose so wohl gefühlt, es so genossen, wenn es für mich von klein auf ganz normal gewesen wäre wir für Mädchen?

in dem Film wird ja auch klar, dass die Mädchen die Sache mit der Kleidung und der Lebensrolle anders gesehen haben. Die Autorin wollte lieber frei und "männlich" sein und all die Sachen tun, für die man einen Bart benötigt.
Sie hasst die "süßen" Kleider, Strumpfhosen, Röcke, die ihrer Rolle entsprochen hätten, während sie ihrer Schwester gefielen.

Ich bin mir ziemlich sicher dass wir Männer in diesem Forum auch als Kinder nicht gegen die "feminine" Kleidung aufbegehrt hätten und uns trotz allem immer noch gerne so kleiden würden.

Ich kenne ziemlich viele Frauen, aus meiner Generation (aus den nachfolgenden Generationen ohnehin), die diese "süße" Mädchenrolle als Kinder hassten und auch heute meist in Hosen unterwegs sind. Vom Klamottenstil kann man sie von irgendwelchen Kerls gar nicht unterscheiden. (Holzfällerhemden usw.) Die Frau eines der besten Freunde meines Bruders trug nur Hosen und heiratete in de 80igern sogar in einer Hose. Es ist aber ok und ist auch seit 40 Jahren ok. Andersherum kenne ich es nur aus unserm Forum.
Ich kenne aber auch Frauen die gerne Kleider, Röcke und Strumpfhosen tragen, einfach weil es ihnen so gefällt. Und trotzdem auch Hosen, wenn es von der Funktionalität besser so ist.

Vielleicht ist es einfach nur die Rolle, in die wir hieneingepresst werden...und die zumindest mir so zu eigen geworden ist dass ich selten daraus ausbreche. Zumindest seltener als ich eigentlich möchte.

Cephalus Söhne sind freier, weil er als Vater ihnen die Wahlmöglichkeit vorlebt.
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