Autor Thema: GQ-Magazin: Die 10 Modetrends für Männer, die im Frühjahr/Sommer 2022 angesagt  (Gelesen 1277 mal)

Offline Lars

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... dass die Chefeinkäufer sehen, dass wirklich auch Röcke von Männern getragen werden. Vielleicht landen dann auch mal bezahlbare Röcke tatsächlich in die Herrenabteilungen.

Diese Illusion ist in die Köpfe einiger Forumsmitglieder quasi einbetoniert ...  ;D
 
Aber wartet ruhig weiter ... gottseidank sind wir ja unabhängig von der Versorgung durch irgendwelche großen Modeketten ...
Wissenschaft ist der letzte Stand des Irrtums

Offline Holger Haehle

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Ich sag es nochmal mit Marketingdeutsch:
Trends beginnen, wenn die Marktanteile branchenspezifisch ca. 10-15% übersteigen.

Alles davor (also wir hier) sind Early Innovators. Gaultier und Co. konnten in den 90ern nur die Early Innovators begeistern. Deswegen wurde es kein Trend.
Nun hat sich das Männerbild seitdem weiterentwickelt. Deswegen kommen das Zukunftsinstitut und andere Agenturen der Marktforschung zu neuen Prognosen. Ob es wirklich in dieser Saison so weit sein wird, wünschen sich die Modemacher aus ganz praktischen und ökonomischen Gründen, aber der Rock am Mann kann natürlich auch erst in ein paar Jahren kommen. Das ist absolut im Rahmen der Daten der Marktexploration.

Dies noch zur Frage, warum die Modeindustrie am Männerrock interessiert ist.
Das Interesse junger Männer an Mode und damit an vielfältigen Bekleidungsmöglichkeiten wächst stetig. Immer mehr Männer dieser Generation kaufen bereits Kleidung aus den Damenkollektionen. Ein Rock würde die Bekleidungsmöglichkeiten erheblich erweitern. Wenn die Männer darauf einsteigen, dann würde das den Umsatz und Marktanteil der Männermode erheblich erhöhen. Solche Szenarien kommen aktuell von den für die Geschäftsentwicklung verantwortlichen Managern. Die Ökonomen träumen noch etwas weiter. Sie denken an die Kosteneinsparungen, wenn Kollektionen zusammengelegt werden. Auch junge Frauen kaufen schon länger vermehrt in Herrenabteilungen. Selbst wenn unterschiedliche Größen für den gleichen Artikel produziert werden müssen, ist das Einsparpotenzial erheblich.

Offline hirti

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Ich finde es auf jeden Fall schön wenn kreative Modeideen auf den Markt kommen und von den kreativen Modemedien (und dazu zähle ich die GQ) publiziert werden.

Der Männerrock für die breite Masse wird es nicht werden weil die Hürde zu groß ist un das Publikum von dem wir uns mehr Akzeptanz wünschen sich für Mode nur beschränkt interessiert.

Ich muss aber auch nicht zwingend mit Rock und High Heels ins Büro um glücklich zu sein.
Ich habe ja auch an vielen anderen modischen Eskapaden Spaß die in solchen Modezeitschriften durchaus auftauchen. Es gibt ab und zu die Instyle und die Instyle Men im Doppelpack und da tauchen die gleichen Modetrends für Männer und Frauen auf. Wer Spaß an Frauenkleidern hat kann sie in der Damenabteilung kaufen, wer die sichere Männervariante wählt findet den einen oder anderen coolen Trend am Ende sogar im Herrenprogramm von H&M oder Zalando.
Man muss halt ein wenig suchen.

Und wie gesagt, Röckchen und Stöckelschuh müssen ja nicht unbedingt sein - einen bunten Anzug mit kurzen Hosen und lässigen Lederslippern kann auch niemand in unserer Firma so überzeugend tragen wie ich.

Offline culture skirt

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Solche Szenarien kommen aktuell von den für die Geschäftsentwicklung verantwortlichen Managern. Die Ökonomen träumen noch etwas weiter. Sie denken an die Kosteneinsparungen, wenn Kollektionen zusammengelegt werden.
Der Unterschied zu den methodische Modellen ist die reelle gelebte Praxis, die draußen anders aussieht als auf dem Papier von irgendwelchen Managern.

Ein großer Spielzeugkonzern hat auch Manager ins Boot geholt, die denen sagen wo es lang geht, aber die vom Tagesgeschäft keine Ahnung haben, was die Kinder tatsächlich anspricht. Und der Frust wird auf gewissen Kanälen von den Eltern abgelassen.
Das Einsparpotential ist noch viel größer, wenn es nur noch Hosen und Pullover gibt. Daher ist das Argument, dass Unisex Einsparpotential hätte, völliger mumpitz. Man produziert ja dann von jedem Artikel das dreifache oder mehr als bei nur einem Hosemodell von Größe 36 bis xxl.

Gruß


Offline Zareen

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Ich denke auch, daß jeder anziehen sollte, was er will, auch wenn es manchmal ein paar Eskarpaden sind.
Igh habe mir vor ein paar Jahren einen bodenlangen Leinenrock recht rustikal genäht, dazu heute eine Lederjacke mit Fell und eine rote übergroße Baskenmütze getragen. Dazu barfuß in Treckingsandalen.
Ein Nachbar meinte, so kennen sie mich. Das sei authentisch. Würde ich plötzlich in Jeans und Hemd mit Sakko herumlaufen, würden sie fragen, ob ich krank sei, oder etwas mit mir passiert sei.

Ich habe überhaupt nichts gegen ausgefallene Kleidung. Das, was in GQ gezeigt wird, reizt mich teils auch mal zu tragen. Mein Gemecker dagegen geht gegen die etwas unrealistische Präsentation die für mich nicht authentisch ist. Das sind Models, die das für Geld anziehen.

Wir haben Spaß daran, das macht die Sache anders. Authentischer.
Mann-sein hängt nicht vom Tragen einer Hose ab.
Warum dann nicht Rock tragen? Nur Mut....

Offline Skirtedman

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Ja, das stimmt absolut, das mit der Authentizität!

 

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