Autor Thema: Harry Styles can get away with wearing a skirt. But can I?  (Gelesen 388 mal)

Offline Holger Haehle

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Wieder ein Artikel. Diesmal zum Rock im Alltag. Ein Journalist des Guardians hat den Alltagstest gemacht und sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es reicht von fassungslosem Anstarren bis hin zu Komplimenten.

https://www.theguardian.com/fashion/2022/jul/11/harry-styles-can-get-away-with-wearing-a-skirt-but-can-i?fbclid=IwAR30ajL-Xueqy1RuBgt5MTHV-iEtKHwjyPtcm2VRgAzAipOv6D_E5ZoW560

Offline eiskalteschatten

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Den Artikel fand ich sehr zutreffend. Die Erfahrungen, die ich bisher in der Öffentlichkeit gemacht habe, sind sehr ähnlich. Da wird man oft angestarrt und auch manchmal angesprochen, wenn man nur seine Ruhe haben will. Kommentare sind überwiegend positiv und bisher hatte ich nur ein schlechtes Erlebnis, aber es ist trotzdem sehr ermüdend, wenn man die ganze Zeit so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht...  :-\

Online Timper

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Guter Bericht. Ich habe mal den Schluss übersetzt und kopiert. Er fasst als Fazit das zusammen wie reagiert werden kann und das es anstrengend sein kann. Die Gesellschaft ist zwar liberal dennoch sind die alten Denkmuster eingebrannt. Das kann es anstrengend machen. Aber wenn ich für mich spreche kann ich sagen wenn man erst eine Hemmschwelle überwunden hat wird’s einfacher. Ich zähle zu denjenigen die nur zu gewissen Events mit Rock unterwegs sind. Die es regelmäßig sind haben da sicher einen Vorteil.


Während das Wetter die feindlichste Kraft ist, der ich begegne, würde ich nicht sagen, dass Männer in Röcken normalisiert sind. "Was zum Teufel ist das?" ist entmenschlichende Sprache, nicht gut für das alte Selbstwertgefühl. Zuerst schrumpfe ich. Dann stehe ich höher. Starre mich an und ich starre gleich zurück. Aber Trotz ist ermüdend, und es macht mich traurig, dass ein Mann kein schönes Kleidungsstück tragen kann, ohne sich in dieser kämpferischen Haltung zu wappnen. Dafür habe ich nicht jeden Tag die Kraft.
Sushi Rolls Not Gender Rols.

Wenn man etwas will finden sich Wege. Wenn man etwas nicht will finden sich Gründe.

Offline Skirtedman

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Naja, es muss ja auch nicht jeden Tag sein (auch wenn das für mich persönlich in dieser Form alternativlos ist).

Und ja, wer 'es' täglich macht, der gewöhnt auch sein immer mal wieder begegnendes Umfeld daran, dass die anfängliche Sensation überall abnimmt, und zwar eben durch die Gewöhnung.

Natürlich aber ist das Rocktragen für Männer noch nicht "normalisiert". Wer das erwartet, der muss trotz berühmter, potentieller Vorkämpfer wie Harry Styles, sich nicht wundern, wenn man mehr beachtet wird als nur durch einen flüchtigen Hingucker.

Natürlich muss man als Nichthosenträger abwägen, ob einem das persönliche Wohlbefinden von angenehmer oder schöner Kleidung insgesamt wichtiger ist als das gewöhnliche Nichtbeachtetwerden in der Durchschnittsmasse.

Andererseits gibt es jenseits vom alltäglichen Trott auch noch Möglichkeiten, den großen Aufmerksamkeitsstürmen zu entgehen, indem man 'das' eher im geschützten Rahmen tut, also auf Feldwegen, in Wäldern, wo die Passantendichte deutlich reduziert ist. Oder gänzlich entgehen kann man, wie viele das für sich bisher gelöst haben, indem man es eben nur zuhause in den eigenen vier Wänden tut. Inwieweit das die Erfüllung ist, dem Dilemma zwischen Wohlfühlen und Aufmerksamkeit zu entkommen, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich kann nur raten, sich zu zeigen. Das hilft, der allgemeinen Akzeptanz Vorschub zu leisten. Das hilft aber auch, vom Status des Neunten Weltwunders herunterzusteigen und integraler Bestandteil Deines Umfelds zu werden.


Offline Skirtedman

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Kommentare sind überwiegend positiv und bisher hatte ich nur ein schlechtes Erlebnis, aber es ist trotzdem sehr ermüdend, wenn man die ganze Zeit so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht...  :-\

Ich finde es manchmal ermüdend, wenn Leute mich ansprechen und mir erzählen, woher ich sie kennen müsste, und welche Gespräche wir geführt haben und sie erwarten, dass ich genauso ihren Namen noch weiss, wie sie meinen wohl noch wissen. Es ist zwar manchmal auch interessant, wenn es aber überhand nimmt, dann finde ich es - wie Du es zutreffend beschrieben hast - ermüdend.

Das allerdings liegt an meiner offenen Art und an meiner Neigung, gerne - auch über wenig tiefgehendes - ins Gespräch mit Leuten zu kommen. Wäre ich da weniger aufgeschlossen, dann hätte ich dieses bisweilen 'ermüdende' Problem nicht.

Allerdings habe ich mich manchmal auch schon gefragt, wenn ich nicht so gut drauf bin, ob es überhaupt einen Sinn macht, einen Rock / ein Kleid anzuziehen. Allerdings möchte ich auch nicht anhand meiner Bekleidungsform ablesen lassen, wie ich mich innerlich gerade fühle.

Ich kam dann immer zu dem Ergebnis: Auch ein Nichthosenträger darf mal mürrisch sein, darf mal auf Ansprache nicht reagieren. Darf einfach mal mies drauf sein! Allerdings hebt das Rocktragen dann oftmals recht bald wieder meine Laune. Und ich genieße die Freiheit, die ich mir gestatte, egal ob ich gerade in mich gekehrt sein möchte oder eher nicht.

 

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