Autor Thema: Wie wichtig ist Euch alles hier - angesichts von Leben und Tod?  (Gelesen 13430 mal)

Online Skirtedman

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Ich hoffe, mit dieser Rubrik einen Ort gefunden zu haben, der allen - und nicht nur ausreichend aktiven Mitgliedern - zugänglich ist.

Ich möchte mit diesem Thema versuchen,
kontroverse, abdriftende Diskussionen von einem anderen Ort - einem Ort des persönlichen Gedenkens - fernzuhalten.

Drum möchte ich die geäusserte Frage aus einem anderen Thread hier zur Diskussion anbieten, für alle, die hierzu ihre Gedanken weiterführen wollen:



Wie geht es Euch? Wie wichtig ist alles, was wir hier machen, angesichts von Leben und Tod?

LG, Micha

Online Skirtedman

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Dann möchte ich gleich mal selbst ein paar Gedanken und Haltungen dazu loswerden, lieber Micha.

Ansatzweise habe ich die ja schon geäussert, in meinem Ringen um Worte, als ich im Gedenken an Jean † hier in diesem Forum meinen Schock ausdrücken wollte.

Ich erlaube mir, meine Gedenk-Worte hier noch einmal alle zu wiederholen, um sie dann zu nutzen, einer Antwort auf Michas Frage - aus meiner Sicht - näherzukommen:

Lasst uns ... den Ort, wo wir Jean gedenken, nicht zum Ort werden,
an dem kontrovers diskutiert wird, über Dinge, die nicht direkt mit Jean zu tun haben.


Ganz unabhängig, was wir glauben und was wir uns nach unserem Leben erhoffen,
wir alle, wir wissen, dass wir in unserer Lebensspanne Dinge tun können,
und seien sie noch so unwichtig angesichts Allem in der Welt.

Lasst uns versuchen, in unserer Lebenszeit möglichst immer die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Und so hilft mir Michas eingeworfene Frage, meine Bestürzung, meinen Schock in Worte zu fassen:

Ich möchte nicht, dass nach meinem Tod gesagt wird, wie sehr sie mich vermissen.
Ich möchte, dass nach meinem Ableben möglichst viele denken, schön, dass es mich gegeben hat.

Und so bin ich auch Dir, Jean, dankbar, dass es Dich gegeben hat!
Du hast meinen Horizont erweitert.


Freilich waren diese Worte nicht nur ausschließlich an Jean † gerichtet.
Eigentlich muss ich in dieser Sekunde, wo ich das hier schreibe, diese obigen Worte nur an wenigen Punkten noch vertiefen.

Denn unabhängig von was wir glauben oder uns nach unserem Leben gerne hoffen,
so wissen wir doch alle als gemeinsame Basis, dass wir jetzt, in den Stunden unseres Lebens, wir aktiv handeln und agieren können.

Man könnte jetzt philosophisch über aktives Handeln, Agieren und freien Willen sich absolut kontrovers gegenseitig austauschen. Doch eines ist sicher:

Auch wenn im Vergleich zur gesamten Welt, im Vergleich zum ganzen Universum, der gesamten Welt- und Kosmosgeschichte unser Handeln sehr unbedeutend vorkommen mag, das aber ist das einzige, was wir gegenwärtig tun können: Leben!

Insofern ist meine direkte, uneingeschränkte Antwort auf Michas Frage
Zitat
Wie geht es Euch? Wie wichtig ist alles, was wir hier machen, angesichts von Leben und Tod?
meine für mich konsequent einzig richtige:

Wichtig!

Mein Tun, mein Handeln, meine Entscheidungen bestimmen, wie ich mit meinem Leben klarkomme. Also ist es mir angesichts der Tatsache, dass ich lebe, wichtig, so zu handeln, wie ich es für mich richtig empfinde.

Da gehört natürlich dazu, Röcke zu tragen. Oder Kleider. Und andere, die das auch gerne möchten, darin zu bestärken.

Ich möchte noch ein wenig direkter werden und meinen persönlichen Überzeugungen oder Ansichten, vielleicht Glauben, mehr Ausdruck geben:

Ich habe für mich erkannt, dass ich vor meinem Leben nicht in der Lage war zu handeln.
Ich habe für mich erkannt, dass ich nach meinem Leben ganz genauso ebenso nicht in der Lage sein werde zu handeln.

Also, wann soll ich handeln? Richtig: Jetzt, wo ich lebe.

Also bekommt alles, was ich tu, noch einmal einen deutlich höheren Stellenwert angesichts von Leben und Tod!

Und ja, ich schrieb es schon im Gedenken an Jean †,
ich erhoffe mir nach meinem Tod, dass möglichst viele Menschen denken werden, schön dass es den Wolfgang gegeben hat.

Offline Timper

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Ja. Aber was bleibt? Nichts.
Selbst der schlauste Nobelpreisträger steht am Ende nur noch in einem Buch.
Von ihm bleiben wenigstens noch seine Entdeckungen.
Oder glaubst du das dein Wirken in 100 Jahren noch jemand in Erinnerung hat?
Auch all deine persönlichen „ Errungenschaften“ nach denen du gestrebt hast sind irgendwann aufgelöst in Nichts.
Vergänglichkeit, darin liegt die Tragik.
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Rock tragen? Ich darf das!

Offline hirti

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Kürzlich habe ich mir auch zu diesem Thema Gedanken gemacht:
Der Anlass: Vor ein paar Wochen ist die Großmutter meiner Frau ins Altersheim übersiedelt.

Und als ich da so stand und die alten Menschen betrachtete, die gemeinsam zufrieden am Tisch saßen, kam mir der Gedanke dass das die letzte Station im Leben ist.
Wer hierher kommt, der hat den letzten Tanz schon getanzt und das letzte schöne Kleid schon getragen. Und genau das möchte ich tun: Die Dinge, die mir Freude bereiten, und von denen ich träume, in die Tat umsetzen.

Das was wir hier tun, ist ein Traum und es erfüllt mich mit Freude wenn ich ein besonderes Kleid oder einen schönen Rock, wunderbare Schuhe oder was auch immer tragen darf.
Insofern lautet die Antwort auf die Frage "Wie wichtig?" => Sehr wichtig!


Offline MAS

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Na ja, manche tanzen auch im Altenheim noch oder haben sonst wie Freude am Leben.

Mir kommen zu viele Gedanken, als dass ich sie mal eben hier aufschreiben könnte, während ich die Stunde jetzt noch für ein Gutachten nutzen muss und dann außer Haus muss.

Aber es eilt ja nicht. Sofern ich also dann noch lebe, schreibe ich hier später. Und wenn ich dann nicht mehr lebe, habe ich etwas anderes Wichtiges gemacht. Ja, tatsächlich: wenn ich sterbe, bevor ich das Gutachten geschrieben habe, muss jemand anders die Bachelorarbeit lesen und ein Gutachten schreiben. Das würde dann aber nicht mehr rechtzeitig für den Studenten geschehen können, damit er noch in diesem Semester in den Masterstudiengang wechseln kann. Also mache ich mich mal an die Arbeit.

LG und bis hoffentlich demnächst wieder!
Micha
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Offline doppelrock

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Direkt zur Frage und Überschrift:

Ich kenne die ernsten Zeiten noch von meinen Großeltern, die vor 1910 geboren waren, als Tagelöhner schwer für wenig Lohn arbeiten mussten und beide Weltkriege er- und überlebten. Schon deswegen überrascht mich, wie geschichtsvergessen viele Leute heute sind und sich das Gegenteil wahrer Geschehen leichtgläubig unterjubeln lassen.
Meine Eltern hatten ab den 70ern etwas Wohlstand erarbeiten können, so dass im Sommer auch mal ein Familienurlaub drin war. So richtig viel Taschengeld war nie da, um irgendwelche Sammelobjekte wie Bilder oder Modelle, die extra dafür produziert waren, zu horten. Auf dem Land war Mobilität wichtig, bis 18 per Fahrrad. Mofa und Führerschein wär nicht drin gewesen. Es war nicht immer bequem, dennoch eine schöne Zeit.
Und es ist sicher nicht verkehrt, die Früchte der Natur zu kennen, statt sie im Laden kaufen zu müssen. Teuer und in minderer Qualität.
So habe ich auch nie jede Mode mitgemacht, sondern meist zeitlose Kleidung lange getragen. Das trendy Teil gleich in allen Farben kaufen gab es nicht.
Und auch das "Ich muss aber unbedingt in der Firma Rock oder Kleid tragen" gab es nie. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Punkt.
Dass ich die Zeit ab 2020 sehr intensiv erleben durfte, habe ich nie verheimlicht und nebenbei sind im Umfeld sehr viele liebe Menschen gestorben. Allerdings keiner "an oder mit".

Das Erlebte hat meinen Forscherdrang gestärkt und die Neugier weiter belebt. Während ich in vielen Dingen sensibler wurde, bemerkte ich nach und nach, dass viele Menschen oberflächlicher, stumpfer, gehorsam wurden, so dass man ihnen wirklich alles verkaufen konnte und kann. Gleichzeitig sind sie sehr dünnhäutig und reizbar geworden. Aggressiv gegenüber allen, die es wagten eine eigene Meinung zu haben und diese auszusprechen.

Leider auch hier im Forum. Der Standpunkt anderer muss einem ja nicht gefallen, aber Teilnehmer sperren oder ausblenden, weil man nicht in der Lage ist, sich mit den Inhalten zu konfrontieren, finde ich vorsichtig gesagt bestenfalls erbärmlich.
Manche streiten sich untereinander wegen Nichtigkeiten und Wortklaubereien, obwohl sie prinzipiell ihre Ansichten teilen. Und schießen immer wieder Themen komplett ins OT.

Da ich nie Bedarf hatte, als Oberlehrer aufzutreten, wo auch genau ein Insasse hier widerspricht (selber ein Oberlehrer), sind mir zustimmende Aussagen nicht besonders wichtig. Genauso freuen würde ich mich, wenn Leute anderer Meinung einfach ihren Standpunkt plausibel begründen können, so dass man die Möglichkeit hätte, Argumente auszutauschen und sich vielleicht sogar inhaltlich anzunähern.

Das Thema Zensur und Meinungshoheit wurde ja schon mehrfach angesprochen. Wenn selbst höfliche und gut argumentierte Beiträge nach Tagen, Wochen oder nie veröffentlicht werden, sehe ich das natürlich nach einem Lernprozess als Hinweis, jetzt im 3. Lebensdrittel andere Dinge wichtiger zu erachten.
Wenn Moderatoren meinen Standpunkt nicht zeigen oder an Diskussionen teilnehmen lassen wollen und andere sich weigern, die wenigen Beiträge, die durchkommen, zu lesen, ist die Träne recht klein, wenn es die Gruppe, das Forum, den Männerrock nicht mehr gibt.

Wenn ich die Wahl habe, Gedanken zu formulieren, die dann doch im Nirwana landen oder mich in die Sonne zu setzen und Löcher in den blauen Himmel zu glotzen, während ich diversen Gedanken nachhänge, bleibt ganz sicher der Rechner aus.

Offline JoHa

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Kennt jemand noch Ernest Bornemann? Er befasste sich mit der sexuellen Liebe.
Bornemann sagte, sich beobachtend, das Alter sei nicht schön. Das meinte er wörtlich, denn die körperlichen Veränderungen des Alters lassen vieles schwinden, was Junge attraktiv macht.
Kennt jemand mich? Im Kopf bin ich immer noch der kleine Junge, der junge Mann, der ältere, aber kernige Kerl. Im Spiegel sieht das anders aus, leider.
Aus hoher Warte ist vieles unwichtig, was uns umtreibt, da wir nur vergänglich und schwach sind.
Aber für mich, für euch, da wird doch hoffentlich euer Er-Leben angesichts von Leben und Tod etwas zu bedeuten haben?
Nicht Johannes. Joachim!

Offline MAS

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Ich habe keine endgültige Antwort darauf.

Hermann Hesse hat mal gedichtet:

Nichts ist wirklich, nichts ist unwirklich,
das Leben ist ein Schattenspiel.
Aber die Spiegelbilder der Dinge in unseren Seelen
haben eine tiefe, unheimliche Realität.

(So in etwa.)

Ich sehe oft zwei Dimensionen:
Die Realität meines Ichs und die Illusion meines Ichs.
Den Eigenwert meines Ichs und den Wert meines vorläufigen Ichs in der Eingebundenheit in das große Netzwerk des Daseins.
Den Eigenwert gegenwärtiger Erlebnisse und ihre Vergänglichkeit.
Den Wunsch nach ewigem, individuellen Leben und die Ruhe im Aufgehen im Absoluten, das ich eigentlich auch nie verlassen habe.

Ich sitze gerne einfach da und beabachte meinen Atem, meine Gefühle, meine Gedanken, meine Empfindungen, achtsam und konzentriert und gelassen und gleichmütig. Ich merke, wie alles kommt und geht, kommt und geht, kommt und geht. Begrüßung und Abschied in einem.

Ich sehe mich als Spielart des Lebens, des Daseins, der Existenz. Alles im Fluss, nichts bleibt, aber fließend bin ich verbunden mit allem.

Und manchmal breite stehend die Arme leicht aus und spüre eine Kraft. Nicht meine Kraft. Sie kommt über mich und überwältigt mich. Sie fordert mich heraus. Sie sagt: Habe keine Angst, Du kannst nicht verloren gehen, aber klammere Dich nicht an Dein Ich. Ich klammere aber. Ich verbeuge mich und ziehe mich aus der Affäre. Die Kraft kann warten, aber mein Leben nähert sich seinem Ende. Und dann? 

Unsere Nachbarin trauert um ihren Bruder, ihren Vater, ihren Kater. Alle weg. Nur sie und ihre Mutter sind noch da. Sind alle weg? Wann sind wir wirklich da?

Röcke. Klamotten. Freiheit. Selbstbestimmung. Eitelkeit. Genusssucht. Weiterentwicklung. Ablenkung. Flucht. Alles das in seiner Widersprüchlichkeit. Hoffnung auf Sinn. Dankbarkeit.

LG, Micha
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Online Albis

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Im Kopf bin ich immer noch der kleine Junge, der junge Mann, der ältere, aber kernige Kerl.
Das Kind in sich zu bewahren, also die Unbedarftheit, Neugier, Spinnerei und den Spieltrieb, halte ich für sehr wichtig, auch wenn mir das auch nicht immer gelingt.

Was ist mir wichtig? Ich denke, da gibt es die altruistische und die egoistische Seite der Medaille.

Auf der einen Seite möchte ich möglichst alles tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Frei nach den Ärzten: "Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt." Ob und wie gut mir das gelingt, mögen andere bzw. die nach mir kommen, beurteilen.

Und für mich möchte ich natürlich auch so viel wie möglich erleben, kennen lernen und verstehen, d.h. die unstillbare Neugier des Kindes in mir versuchen zu befriedigen. Mir ist es wichtig, im Alter mir nicht eingestehen zu müssen, "ach hättest Du damals mal..." Diese Einstellung macht mir auch manchmal Mut, Dinge zu tun, die kurz zuvor noch unvorstellbar schienen. Doch letzten Endes gehört den Mutigen die Welt.

Das alles kann man auch aufs Rocktragen übertragen. Die altruistische Seite ist eben, denjenigen, die das zwar auch gern machen würden, sich aber nicht trauen, ein Vorbild zu sein, selbst wenn diejenigen mich nur mal auf der Straße sehen, ohne dass man ein Wort miteinander wechselt. Und die egoistische Seite ist eben die Eroberung der Kleidungsfreiheit, über die wir in anderen Threads schon ausführlich geschrieben haben.

Allerdings fällt es mir schwer, abzuschätzen, wir wichtig mir das alles tatsächlich ist. Als unschönes Beispiel könnte ich mir vorstellen, dass eines Tages die dann Mächtigen viele Freiheiten einschränken. So ist es ja im Iran geschehen. Dann wäre mir das Rocktragen nicht so wichtig, dass ich dafür mein Leben oder meine körperliche Unversehrtheit aufs Spiel setzen würde. Aber ich würde eine Unterdrückung verspüren, unter ich wohl leiden würde. Hoffen wir, dass es dazu nicht kommen wird.

Offline JoHa

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::"Allerdings fällt es mir schwer, abzuschätzen, wir wichtig mir das alles tatsächlich ist. Als unschönes Beispiel könnte ich mir vorstellen, dass eines Tages die dann Mächtigen viele Freiheiten einschränken. So ist es ja im Iran geschehen. Dann wäre mir das Rocktragen nicht so wichtig, dass ich dafür mein Leben oder meine körperliche Unversehrtheit aufs Spiel setzen würde. Aber ich würde eine Unterdrückung verspüren, unter ich wohl leiden würde. Hoffen wir, dass es dazu nicht kommen wird."

So sieht es im Moment aus.
Lasst uns dafür sorgen, dass nicht Ideologen und Dogmatiker an die Macht kommen!
Nicht Johannes. Joachim!

Offline MAS

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Lasst uns dafür sorgen, dass nicht Ideologen und Dogmatiker an die Macht kommen!

Und die sagen ja nicht: "Glaubt meiner Ideoligie und meinem Dogma!", sondern: "Fang endlich selbständig an zu denken und gehorcht nicht den Medien und Regierungen!" und führen so die Leute hinters Licht.

LG, Micha
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Offline Yoshi

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Ich möchte einfach nur mein Leben genießen, denn es ist aller Voraussicht nach das Einzige, das ich habe und das kann schnell vorbei sein. An ein Jenseits oder Paradies glaube ich nicht. Ich lege meinen Fokus eher auf das Diesseits. Mir ist es wichtig, dass ich ich selbst bin und mich nicht für Andere verbiege. Das ist natürlich nicht immer einfach, wie ich es beispielsweise im Berufsleben immer wieder erlebe, aber es macht mich glücklicher, als eine Lüge zu leben. Sehr viele Menschen sind unglücklich, weil sie nur von vielem träumen. Ich versuche hingegen meine Träume zu leben.

Röcke lassen mich natürlich auch über Tod oder Gewalt nachdenken. Es kann für einen Mann gefährlich werden, wenn er Röcke trägt und auf queerfeindliche Menschen trifft. Als queere oder queer gelesene Person ist das Risiko für Übergriffe erhöht. Dadurch bin ich schon wachsamer. Ich habe jetzt nicht ständig Angst, aber es gibt schon Situationen, in denen mir etwas mulmig ist, wenn ich mich in der Öffentlichkeit bewege.

Ich las mal eine Studie, dass 0,5 % der Befragten Gewalt an queeren Menschen gerechtfertigt finden. Das erscheint wenig, aber wenn man es umrechnet, dann ist es jede 200. Person, der man begegnet. Ich laufe also ständig Leuten über den Weg, die mir potentiell eine auf's Maul geben könnten, weil sie mich für schwul halten.

Offline Peter55Muc

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Hallo Yoshi, ich komme auf 400 bei 80000000 Menschen in Deutschland.
Bleib bitte so wie du bist, wie schon gesagt hätte ich gerne mal so einen modernen Erzieher, für meinen Enkel im Kindergarten.

Offline cephalus

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Ich komme bei dieser Rechnung auf 400.000...
Aber unabhängig davon begeht beileibe nicht jeder eine Straft, die er für gerechtfertigt hält.

Selbst hatte ich noch nie das Gefühl bedroht oder gefährdet zu sein durch meinen Kleidungsstil.
Aber ich scheine auch in einer anderen Welt zu leben - ich erhalte ja in der Regel nichtmal Feedback zu meiner Kleidung.

Offline Rockie

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Das Leben ist endlich und ich möchte es so leben wie es mir gefällt und ohne Anderen zu schaden. Leider kam die Erkenntnis erst spät und ich habe viele Jahre so gelebt wie Andere es erwarten.


 

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