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Andere interessante Themen => Gender => Thema gestartet von: MAS am 30.12.2025 20:04
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Gude zusammen,
neulich bin ich auf eine Reihe von Videos auf Youtube gestoßen, die die Themen Crossdressing und Transgender miteinander verbinden. Besonders die einer Sissy Tanya. Sie sind KI-generiert, sehen teilweise auch, als zeigten sie echte Menschen, aber dann gibt es so unlogische Veränderungen der Figuren. Sie beginnen meistens so, dass ein Junge in die Situation gerät, Mädchenkleidung anzuziehen und damit in eine Mädchenrolle zu schlüpfen, wodurch er sich dann tatsächlich in ein Mädchen zu verwandeln scheint. Erkennt man ihn anfangs als Jungen, so sieht er am Schluss wie ein Mädchen aus.
Mich bewegt zweierlei beim Anschauen:
Einerseits phantasiere ich mich in die Rolle der Hauptfigur hinein, stelle mir also vor, mir würde das passieren.
Andererseits denke ich darüber nach, dass da die Frage der Kleidung mit der der Geschlechtsidentität so verbunden wird, wie wir es eigentlich ja nicht wollen. Wir wollen ja, dass Jungs genauso Röcke und Kleider tragen können wir Mädchen, ohne dass sie deshalb zu Mädchen werden. Dieser Absicht wird in diesen Videos entgegen gearbeitet.
Aber schaut Euch die Videos selbst mal an:
'https://www.youtube.com/watch?v=Seou26cBINM (http://'https://www.youtube.com/watch?v=Seou26cBINM)
https://www.youtube.com/watch?v=bRo6OtVTfh0 (https://www.youtube.com/watch?v=bRo6OtVTfh0)
https://www.youtube.com/watch?v=qmD0BGBP-kE (https://www.youtube.com/watch?v=qmD0BGBP-kE)
https://www.youtube.com/watch?v=qFFKniQY_HI (https://www.youtube.com/watch?v=qFFKniQY_HI)
https://www.youtube.com/watch?v=LnDftB26F6E (https://www.youtube.com/watch?v=LnDftB26F6E)
In diesem letzten Video gibt es am Ende eine Szene, in der die zwei Mädchen in ihren Kleidern über eine Wiese hüpfen und das Kleid Tanyas loben. Das stelle ich mir auch so schön vor, das so zu erleben. Und zugleich weiß ich, dass ich genau diesen Kleidgenuss kenne, ohne mich transformieren zu müssen, denn auch als Mann kann ich luftige Sommerkleider tragen.
Ich denke, dass diese Phantasien der Leute, die solche Videos herstellen und der, die sie angucken, daher kommt, dass man sich in der herkömmlichen männlichen Rolle unwohl fühlt und meint, als Mädchen oder Frau würde man sich wohler fühlen, weil man hübscher, zärtlicher, weicher, liebevoller sei, wobei die Kleidung eine große Rolle spielt.
Aber ich weiß, wenn auch nicht auf die selbe Weise hübsch, kann ich mich genau so wohl fühlen in meiner Haut und Kleidung. Ich finde, dass das doch wunderbar ist, was wir da erreicht haben.
LG, Micha
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Tja, so richtig weiß ich nicht, was ich von den Videos halten soll. In einem Video heißt es sinngemäß, wenn Mädchen folgsam sind, seien sie glücklicher. Das ist schon etwas fragwürdig. Und dass sich Söhne in Töchter verwandelten, wenn sie sich nur entsprechend kleiden, schminken usw., sendet falsche Informationen, denn für Transmenschen gehört ja noch etwas mehr dazu. Gleichzeitig ist es schwierig für uns, wenn suggeriert wird, dass sobald Jungs Kleider anziehen sie zu Mädchen würden.
Positiv ist dennoch, dass allgemein Bilder von Jungs in Mädchenklamotten gezeigt werden. Das ändert, denke ich, die Sehgewohnheiten auf gleiche Weise, wie wir das versuchen. Das könnte Jungs ermutigen, es auch mal zu probieren und dazu führen, dass ihr Umfeld das auch aspektiert.
LG, Albis
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Hm, nein,
das ändert keine Sehgewohnheiten in gleicher Weise, das zementiert die Sehgewohnheiten nur noch mehr: um sich nett anzuziehen muss man ein optisches Mädchen werden, so die Botschaft. Das ist nicht das, wonach die meisten von uns sich sehnen.
Wir wollen anziehen, was wir wollen, ohne uns verleugnen zu müssen. Und die meisten von uns haben nun mal akzeptiert, dass sie keine Mädchen bzw. Frauen sind, und wollen daran auch nichts ändern. Wir wollen uns lediglich vielseitiger anziehen. Und diese Sehgewohnheiten müssen die Menschen halt erst noch lernen. Da helfen diese Videos null.
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Ja, es sind Projektionen der eigenen Sehnsüchte auf das andere Geschlecht. Und diese Projektionen sind auch voller Klischees.
Trotzdem schaue ich sie mir gerne mal an. Und bin froh, dass das Tragen schöner und angenehmer Kleidung für mich und für uns keine Projektion auf das andere Geschlecht geblieben ist, sondern ich das auch real und ohne das Geschlecht zu wechseln, ausleben kann. Und ich kann auch die Anteile an mir ausleben, die in diesen Projektionen als weiblich gelten, sofern ich sie habe.
LG, Micha
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Gehe sogar noch etwas weiter und behaupte mal, dass die meisten lieber den Kompletten Weg gehen.
Ist ja für die Gesellschaft besser einzusortieren und entspricht, gut gestylt, eher den Sehgewohnheiten.
Unser Weg ist manchmal mit Hindernissen gespickt und für die anderen schwieriger zu verstehen.
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Das stimmt wohl. Kleidung geschlechtsspezifisch zu interpretieren liegt den meisten näher, als sie geschlechtsunabhängig zu sehen. Aber auch das gelingt immer mehr Menschen, wie mir scheint.
LG, Micha
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Hallo Micha,
ich habe mich gerade durch die verlinkten Filme gezapt.
Ich habe ganz ehrlich an X Stellen ein grundsätzliches Problem damit.
Es geht an vielen Stellen um Dominanz (forced feminization), eine an der Kleidung hängende Geschlechtsidentität und steriotype Zuordnungen selbiger zu bestimmten Wünschen und Verhaltensweisen.
Das stellt sich für mich als ein Kontrapunkt zu allem dar, wofür in meinen Augen die Intention dieses Forums steht.
Ich will aus freien Stücken meine modischen Möglichkeiten erweitern, dadurch nicht meine Geschlechtsidentität in Frage gestellt sehen und auch keine Wünsche und Verhaltensweisen mit dieser verknüpft sehen.
Unabhängig davon sind die Filmchen optisch ansprechend gestaltet.
Liebe Grüße
Cephalus
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Lieber cephalus, ich denke, die gezwungene feminisierung ist eher ein Trick, um nicht zugeben zu müssen, dass man es selbst wünscht. Es gibt aber auch Videos, in denen die Intention von dem Jungen ausgeht.
Schreiben mit dem Smartphone ist mir aber zu mühsam. Bin unterwegs.
Lg, Micha
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Ich habe mir die Filme auch angesehen, leider wird plötzlich nicht mehr der Männliche Darsteller gezeigt, sondern durch eine ähnlich aussehende Weibliche Schauspielerin ersetzt, schade eigentlich.
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Ich denke, das soll die Phantasie in die Richtung einer vollständigen feminisierung lenken.
LG Micha
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Lieber cephalus, ich denke, die gezwungene feminisierung ist eher ein Trick, um nicht zugeben zu müssen, dass man es selbst wünscht. Es gibt aber auch Videos, in denen die Intention von dem Jungen ausgeht.
Schreiben mit dem Smartphone ist mir aber zu mühsam. Bin unterwegs.
Lg, Micha
Man kann sich bei diesen Filmen auch wirklich etwas bei einbilden. "ein Trick", ich fasse es nicht. Sowas kann und wird dem Bedürfnis des "Rock am Mann" nicht gerecht.
Die Filme geben eigentlich ein sexuelles Bedürfnis wieder. Genau das wollen wir alle hier. Darauf angesprochen werden, welchen "Fetisch" wir hier befriedigen wollen.
"Schreiben mit dem Smartphone ist mir aber zu mühsam. Bin unterwegs."
Ich diktiere die Texte und eine KI versucht da in Buchstaben zumalen. Es geht auch unterwegs, ohne dass es mühsam ist.
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Gehe sogar noch etwas weiter und behaupte mal, dass die meisten lieber den Kompletten Weg gehen.
Ist ja für die Gesellschaft besser einzusortieren und entspricht, gut gestylt, eher den Sehgewohnheiten.
Unser Weg ist manchmal mit Hindernissen gespickt und für die anderen schwieriger zu verstehen.
Das kann ich bestätigen.
Aus meiner Verwandtschaft kam damals die fassungslose Rückmeldung, dass es ihnen leichter fallen würde, wenn ich schwul wäre oder mich als Frau fühlen würde oder eine werden wollte.
Als Mann, ohne eines der vorgenannten Klischees zu erfüllen, sich selbst "so etwas anzutun" (und den Verwandten) stieß auf völliges Unverständnis.
Und ja, dass andere dann eher einen anderen Weg wählen, ist nicht nur auch mein Verdacht, ich kenne zumindest einen solchen Fall und bin vorhin auf genau solch eine Schilderung gestoßen:
In Männerkleidung sehe ich aus wie ein Landstreicher, während mir Frauenkleidung sehr gut passt und viel bequemer ist. Da ich die Fragen und Blicke der Leute satt hatte, wenn ich Frauenkleidung trug, habe ich mich entschieden, mich endgültig als Frau zu präsentieren, weil es viel einfacher ist.
Quelle: ein User bei Quora (https://www.quora.com/Why-are-guys-so-reluctant-to-wear-skirts-and-dresses-in-public?no_redirect=1#:~:text=I%20look%20like%20a%20tramp%20in%20men%E2%80%99s%20clothes%2C%20while%20women%E2%80%99s%20clothes%20fit%20me%20very%20well%20and%20are%20much%20more%20comfortable.%20Being%20tired%20of%20the%20questions%20and%20strange%20looks%20of%20people%20when%20wearing%20women%E2%80%99s%20clothes%2C%20I%20decided%20to%20present%20definitively%20as%20a%20woman%20because%20it%E2%80%99s%20much%20more%20easy.)
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Die meisten Männer hier auf Rockmode scheinen ja - wie ich - Kleider und Röcke zu tragen, ohne sich dabei als Frauen zu verstehen.
Wie viele dabei wie Frauen aussehen wollen, weiß ich nicht. Mir scheint, die meisten wollen auch im Rock oder Kleid trotzdem männlich wirken. Das geht mir auch so, auch wenn das mir nicht so wichtig ist und ich gerne auch Kleidung trage, bei der es für Betrachter*innen nicht mehr unbedingt klar ist, ob ich mich als Mann oder Frau verstehe.
Haben wir hier auf rockmode.de eigentlich schon einen Thread, in dem dezidiert (ohne anderen Anlass) über "Crossdressing" diskutiert wird? Also darüber, was wir unter diesem Begriff überhaupt verstehen, und darüber, wer von uns sich als Crossdresser bezeichnen würde und wer nicht?
Ich würde mich ja nicht als Crossdresser bezeichnen, weil meine Kleidung nicht beabsichtigt, damit als Frau zu wirken. Im Gegensatz zu Crossdressern, die sich so kleiden, damit sie abweichend von ihrem eigentlichen oder zugewiesenen Geschlecht wahrgenommen werden (manchmal auch als erster Schritt zu einer Transition).
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Haben wir hier auf rockmode.de eigentlich schon einen Thread, in dem dezidiert (ohne anderen Anlass) über "Crossdressing" diskutiert wird? Also darüber, was wir unter diesem Begriff überhaupt verstehen, und darüber, wer von uns sich als Crossdresser bezeichnen würde und wer nicht?
Darüber ist schon häufiger diskutiert worden. Bisweilen inklusive "hauen und stechen".
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Lieber cephalus, ich denke, die gezwungene feminisierung ist eher ein Trick, um nicht zugeben zu müssen, dass man es selbst wünscht. Es gibt aber auch Videos, in denen die Intention von dem Jungen ausgeht.
Schreiben mit dem Smartphone ist mir aber zu mühsam. Bin unterwegs.
Lg, Micha
Man kann sich bei diesen Filmen auch wirklich etwas bei einbilden. "ein Trick", ich fasse es nicht. Sowas kann und wird dem Bedürfnis des "Rock am Mann" nicht gerecht.
Die Filme geben eigentlich ein sexuelles Bedürfnis wieder. Genau das wollen wir alle hier. Darauf angesprochen werden, welchen "Fetisch" wir hier befriedigen wollen.
"Schreiben mit dem Smartphone ist mir aber zu mühsam. Bin unterwegs."
Ich diktiere die Texte und eine KI versucht da in Buchstaben zumalen. Es geht auch unterwegs, ohne dass es mühsam ist.
So, werter Ingo, jetzt habe ich wieder eine ordentliche Tastatur und kann auch ohne KI Texte verfassen. Kostet dann auch weniger Energie, und überdies war es ja nicht so dringend. Außerdem kenne ich mich mit KI noch nicht so gut aus.
Und mache Dir keine Vorwürfe, wenn Du nicht alles fassen kannst. Niemand kann das, dazu sind wir Menschen zu beschränkt und das Leben zu komplex. Die Komplexität zu reduzieren ist da ganz normal, aber sollten uns dafür hüten, das so reduzierte Bild für die Wirklichkeit selbst zu halten.
LG, Micha
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Lieber Bernd,
ja, darüber haben wir schon oft diskutiert.
Bei mir, muss ich sagen, kommt es darauf an, wer mich als Crossdresser bezeichnet. Tut es jemand, der mich mit diesem Wort diffamieren möchte, fühle ich mich damit nicht wohl, tut es jemand, für den das was normales und keineswegs schlimmes ist, kann ich gut damit leben.
Ich verkleide mich auch nicht als Frau, selbst dann nicht, wenn ich mal 100% Kleidung aus der Damenabteilung trage, was schon mal vorkommt. Es ist aber eher selten, denn meisten kreuze ich Kleidung aus beiden Abteilungen miteinander. So gesehen wäre das dann Crossdressing.
Hirti meinte schon mehr als einmal, ich sähe sogar in femininer Kleidung sehr männlich und dennoch in dieser Kleidung stimmig aus. Ich denke, sollte ich mich tatsächlich als Frau verkleiden wollen, müsste ich mehr machen, als Kleidung aus der Damenabteilung zu tragen, wenn es stimmig aussehen sollte. Das wäre mir viel zu aufwändig. Es gibt wenige Männer, die gut als Frauen durchgehen. Wahrscheinlich ist auch das der Grund, warum in diesen Videos dann echte Mädchen/Frauen genommen werden bzw. KI-generierte "echte" Mädchen/Frauen. Das ist dann interessanter für die Phantasie der Betrachter.
LG, Micha
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Es ist aber eher selten, denn meisten kreuze ich Kleidung aus beiden Abteilungen miteinander. So gesehen wäre das dann Crossdressing.
Nein, Micha, das wäre noch mal eine zwar ähnlichartige, aber dennoch andere Interpretation des Wortgebildes.
Ein Bügeleisen hängt man ja auch nicht an die Kleiderstange.
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Es ist aber eher selten, denn meisten kreuze ich Kleidung aus beiden Abteilungen miteinander. So gesehen wäre das dann Crossdressing.
Nein, Micha, das wäre noch mal eine zwar ähnlichartige, aber dennoch andere Interpretation des Wortgebildes.
Ein Bügeleisen hängt man ja auch nicht an die Kleiderstange.
Ich weiß, lieber Wolfgang, aber so hatte ich es von "Transvestismus" unterschieden, bevor ich wusste, dass man beide Begriffe auch gleichsetzen kann, dass also "cross" und "trans" hier gleichbedeutend verstanden werden können.
Aber man kann ja auch Begriffe neu interpretieren. Beispielsweise bedeutet "vegetarisch" auf Deutsch "pflanzlich" und dennoch werden auch tierische Produkte außer Fleisch als "vegetarisch" bezeichnet, weswegen dann das Wort "vegan" eingeführt wurde, um rein pflanzliche Nahrung zu bezeichnen.
Sprache verändert sich durch gebrauch, aber man muss nicht jede Veränderung mitmachen.
LG, Micha
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Jetzt habe ich doch tatsächlich mal in den einen oder anderen der Youtube Clips reingeschaut. Finde es schon ganz schön gruselig was mittels KI da zusammengedengelt wurde. Zum Einen ist das genagelt voll mit Stereotypen und zum Anderen erschließt sich mir der ganze Plot nicht.
Damit ein Wechsel von Mann zu Frau einen Absieg darstellt, muss erstmal eine Hierarchie verinnerlicht sein die Männer über Frauen stellt. Meine Oma war noch auf dem Stand aber schon meine Eltern nicht mehr.
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Ich weiß, lieber Wolfgang, aber so hatte ich es von "Transvestismus" unterschieden, bevor ich wusste, dass man beide Begriffe auch gleichsetzen kann, dass also "cross" und "trans" hier gleichbedeutend verstanden werden können.
Nein, nein, nein!
Kann man, wenn man auf diesem Gebiet unwissend ist, aber der Hintergrund ist doch der, dass der Begriff "Crossdresser" tatsächlich ursprünglich von Betroffenen gewählt wurde, um sich bewusst vom Begriff "Transvestismus" abzusetzen, weil das T-Wort mit einer Erkrankung gleichgesetzt wurde. Dass die Soziologie diesen Begriff aufnahm, um alles zu beschreiben, was nicht zwingend pathologisch sein muss, rückt das C-Wort wieder sehr viel näher an das T-Wort. Von den Betroffenen war das so nicht beabsichtigt.
Noch ein anderer Aspekt war mit am Wirken: Die Menschen, die sich mit dem C identifizierten, wollten auch nicht automatisch mit der Verbindung zur Homosexualität gleichgesetzt werden, die dem T sehr anhaftete. Das entfernt die ursprüngliche Intention vom C noch einmal vom T.
Darum sind die Gleichsetzungen mit Vorsicht zu genießen. Und je näher man selbst an den Randbereich dieser Begriffe heranrückt, desto sinnvoller halte ich es, auf diese Unterscheidungen zu achten und nicht zu lapidarisieren.
Darum setze ich mich auch immer wieder dafür ein, dass wir, die wir schnell mit C oder T in Verbindung gebracht werden können, und wir uns selbst jedenfalls im grauen Umgebungsbereich bewegen, uns an den Selbstzuschreibungen der Crossdresser orientieren, wenn wir diesen Begriff verwenden.
Es ist für uns sehr hilfreich, wenn wir, die wir so nahe da dran sind, den Begriff Crossdresser auch im Sinne der Crossdresser-Szene verwenden. Es hilft uns ebenso untereinander hier in unserem Austausch, weil wir nicht jedesmal die Intentionen mit vielen Worten umschreiben müssen, sondern klarer abgegrenzte Begrifflichkeiten verwenden können.
Es gibt eben noch keinen Begriff, jene Männer, die sich als Mann fühlen und einfach mehr Kleidungsfreiheit haben wollen, zu beschreiben. Frauen, die Hosen tragen wollten, hatten auch keinen Begriff für sich benötigt. Es hilft aber, das, was man nicht ist, zumindest klarer beschreiben zu können.
Und die Ziele von Crossdressern aus der Crossdresser-Szene decken sich nun einmal nicht mit den Zielen von den meisten hier. Crossdresser aus der Crossdresser-Szene wollen, wenn sie in Aktion sind, möglichst als Frau aufgefasst werden.
Viele von uns hier wollen genau das nicht.
@Slothorpe
Du kannst Dich gerne weiterhin als Crossdresser fühlen und bezeichnen. Für mich lehne ich diese Bezeichnung aus vorgenannten Gründen ab. Manche Crossdresser (auch da sind nicht alle ganz sicher, wo fängt Crossdressing an, wo hört es auf) haben auch nicht immer Lust, sich stundenlang für einen Frauenauftritt vorzubereiten, um dann "en femme" in die Öffentlichkeit einzutauchen. Manche gehen dann auch schon mal gelegentlich als Crossdresser "en homme" unter die Leute.
Dann bist Du ein Crossdresser "en homme", Slothorpe. Vielleicht ist es sogar die bessere Eigenbezeichnung für Dich, da Du ja fast schon schade findest, wenn Männer die ganz selbstverständliche Kleidungsfreiheit genießen würden, wie sie Frauen zugestanden wird.
Du schreibst selbst, dass es kaum noch Kleidung gibt, die als typisch männlich zu deklarieren ist, weil den Frauen eben die ganze Kleidungsvielfalt zugestanden wird (weil sie sich einfach diese genommen haben). Wo bleibt die Gerechtigkeit, Männern, die Mann sein wollen, das nicht zuzugestehen? Mir geht dabei allerdings die Hutschnur auf, weil das der ausgeprägteste Sexismus heutiger Tage in unserer Kultur ist, der so offensichtlich zur Schau getragen wird, dass es kaum einen aufregt. Und der, der sich aufregt, wird gleich gerne in die pathologische Ecke gestellt.
Und hier nochmal den zu den Links bezgl. der lebensnahen Verwendung des Begriffes "Crossdresser": klick! (https://www.rockmode.de/index.php?action=profile;u=3288;area=showposts;start=15#:~:text=Interessant%20finde%20ich,warum%2Dcross%2Ddressing/)
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Lieber Wolfgang,
es gibt immer wieder verschiedene Motivationen, Begriffe zu prägen, z.B. den Wunsch, wissenschaftlich exakt zu sein mit genauer Trennschärfe, weil Begriffe Werkzeuge sind, z.B. den Wunsch, sich selbst von anderen abzugrenzen, weil mal in einem bestimmten Begriff irgendwas negatives sieht, was man nicht auf sich bezogen haben möchte, z.B. den Wunsch, etwas auf eine Weise zu bezeichnen, mit der man sich mit anderen darüber unterhalten kann, also einen verständliche Code zu verwenden oder auch den Wunsch, sich mit den Menschen, die einen Begriff schon verwenden, zusammengehörig zu sehen.
Einfach nur "nein, nein, nein" zu rufen, weil andere Menschen bestimmte Begriffe anders verwenden, hilft da auch nicht weiter. In wissenschaftlichen Beiträgen liest man immer wieder Begriff xy im Sinne von R.O. und nicht im Sinne von K.R., weil man weiß, dass verschiedene Leute das selbe Wort, anders besetzen. Damit kann ich inzwischen ganz gut leben.
LG, Micha
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Ich fasse nochmal kurz zusammen:
Es gibt eine Crossdresser-Szene, die die Bezeichnung "Crossdresser" historisch bedingt für sich übernommen hat.
In den Augen szenefremder Menschen, die sich auch mit Männern in Röcken nicht mehr auseinandergesetzt hat als mit Margarine, erscheinen wir sehr ähnlich zu denen, die sich Crossdresser nennen. Da die szenefremden Menschen aber den Begriff Crossdresser nicht auf der Zungenspitze liegen haben, ist es für uns sinnvoll, wenn wir das Wort in dem Sinne verwenden, wie es die uns optisch nahestehenden Menschen aus der Crossdresser-Szene tun.
Wir brauchen dieses Wort nicht, um uns den Menschen zu erklären, die sich für uns so viel wie für Margarine interessieren. Wir brauchen das Wort aber, um uns untereinander besser zu verstehen. Da wir uns nahe an der Crossdresser-Szene befinden, macht es keinen Sinn, wenn wir deren Eigenbezeichnung für uns anders deuten. Das würde damit nur Verwirrung stiften.
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::) ::)
Oh, was bin ich diese Diskussion leid.
Wie oft, wie ausgiebig wurden die Begriffe, in gewissen Abständen, hier immer wieder beackert, zerlegt und analysiert.
Wirklich zufrieden mit der Definition waren immer nur die, die ihre eigene erstellt hatten.
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Lieber Wolfgang,
Du gehörst also zu denen die "den Wunsch [verspüren], sich selbst von anderen abzugrenzen, weil mal in einem bestimmten Begriff irgendwas negatives sieht, was man nicht auf sich bezogen haben möchte".
Oder?
LG, Micha
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Bla, blo, Blub.
Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Nennt Euch wie ihr wollt, wenn kümmerts?
Leider sind hier einige Leute so unglaublich mit sich selbst beschäftigt und so wenig in der Lage mal locker zu abstrahieren, dass ich wirklich die Lust verliere das zu lesen oder zu antworten.
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Sorry, Leute, dass ich durch meine Nachfrage diese nervige Diskussion um Crossdressing-Begrifflichkeiten aufgewärmt habe, die hier offenbar häufiger geführt wird. Das führt so glaube ich nicht weiter.
Interessant finde ich einen Punkt, der oben am Rande erwähnt wurde:
Wer hindert uns denn eigentlich daran, dass wir als Männer Röcke oder Kleider tragen?
Wenn erwähnt wird, dass Frauen sich das Recht, Hosen zu tragen, erkämpft haben, und Männern dieses Recht angeblich nicht zugestanden wird, dann möchte ich ergänzen: Es sind nicht in erster Linie die Frauen, die uns daran hindern würden, die gleiche Kleidung wie sie zu tragen. Im Gegenteil: Wenn ich positiv auf mein Kleid angesprochen werde, dann meistens von Frauen, während offene Ablehnung eher von Männern ausgeht. Es sind die Beharrungskräfte einer konservativ und patriarchal geprägten Gesellschaft, die versuchen, von der Norm abweichende Kleidung zu diskreditieren. Den größeren Anteil an dieser Ablehnung haben männlich dominierte Machtstrukturen, die im übrigen auch heutzutage noch Frauen etliche Schwierigkeiten aufbürden.
Wir sollten also nicht neidisch auf die vermeintliche Ungerechtigkeit schauen, dass wir Männer in Kleidungsfragen nicht so frei wären wie Frauen, sondern eher Frauen als unsere Verbündeten und Vorbilder ansehen im Kampf um Gleichberechtigung jeglicher Art. Ich denke, wenn Frauen uns mit ihrem Kampf fürs Hosen-Tragen in den vergangenen Jahrzehnten nicht den Weg gebahnt hätten, hätten wir es heute als Röcke und Kleider tragende Männer viel schwerer.
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Wer hindert uns denn eigentlich daran, dass wir als Männer Röcke oder Kleider tragen?
Wenn erwähnt wird, dass Frauen sich das Recht, Hosen zu tragen, erkämpft haben, und Männern dieses Recht angeblich nicht zugestanden wird, dann möchte ich ergänzen: Es sind nicht in erster Linie die Frauen, die uns daran hindern würden, die gleiche Kleidung wie sie zu tragen. Im Gegenteil: Wenn ich positiv auf mein Kleid angesprochen werde, dann meistens von Frauen, während offene Ablehnung eher von Männern ausgeht. Es sind die Beharrungskräfte einer konservativ und patriarchal geprägten Gesellschaft, die versuchen, von der Norm abweichende Kleidung zu diskreditieren. Den größeren Anteil an dieser Ablehnung haben männlich dominierte Machtstrukturen, die im übrigen auch heutzutage noch Frauen etliche Schwierigkeiten aufbürden.
Wir sollten also nicht neidisch auf die vermeintliche Ungerechtigkeit schauen, dass wir Männer in Kleidungsfragen nicht so frei wären wie Frauen, sondern eher Frauen als unsere Verbündeten und Vorbilder ansehen im Kampf um Gleichberechtigung jeglicher Art. Ich denke, wenn Frauen uns mit ihrem Kampf fürs Hosen-Tragen in den vergangenen Jahrzehnten nicht den Weg gebahnt hätten, hätten wir es heute als Röcke und Kleider tragende Männer viel schwerer.
Sehr gut formuliert. Die Frauen sind nicht unsere Gegner.
Übrigens haben auch die wenigsten Frauen gewünscht, Hosen zu tragen. Die Möglichkeit wurden ihnen von den Modeschöpfern gegeben; die Frauen fanden dann die Idee gut und nahmen Hosen zu sich.
Alles stille und friedlich.
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Lieber Slothorp,
sorry, ich bin es gewohnt, über die Definition von Begriffen zu diskutieren. Das ist Teil meines Berufes. Und ich bin eigentlich der Meinung, dass es echte Definitionen nicht gibt, sondern Verabredungen zwischen Gesprächspartnern über die Bedeutung von Wörtern. Und die Diskussion darüber ist nicht ganz unwichtig, will man so verstanden werden, wie man es meint.
Und lieber Bernd,
ich danke Dir. Das gehört auch zu den Punkten, die ich hier seit Jahren predige, weil sie auch meinen Erfahrungen entsprechen. Wobei es auch Ausnahmen gibt, die hier im Forum mal die Ehefrauen, mal die Schwestern oder andere mit den Foristen verbundene Frauen sind.
LG, Micha
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Wer hindert uns denn eigentlich daran, dass wir als Männer Röcke oder Kleider tragen?
Wenn erwähnt wird, dass Frauen sich das Recht, Hosen zu tragen, erkämpft haben, und Männern dieses Recht angeblich nicht zugestanden wird, dann möchte ich ergänzen: Es sind nicht in erster Linie die Frauen, die uns daran hindern würden, die gleiche Kleidung wie sie zu tragen. Im Gegenteil: Wenn ich positiv auf mein Kleid angesprochen werde, dann meistens von Frauen, während offene Ablehnung eher von Männern ausgeht. Es sind die Beharrungskräfte einer konservativ und patriarchal geprägten Gesellschaft, die versuchen, von der Norm abweichende Kleidung zu diskreditieren. Den größeren Anteil an dieser Ablehnung haben männlich dominierte Machtstrukturen, die im übrigen auch heutzutage noch Frauen etliche Schwierigkeiten aufbürden.
Wir sollten also nicht neidisch auf die vermeintliche Ungerechtigkeit schauen, dass wir Männer in Kleidungsfragen nicht so frei wären wie Frauen, sondern eher Frauen als unsere Verbündeten und Vorbilder ansehen im Kampf um Gleichberechtigung jeglicher Art. Ich denke, wenn Frauen uns mit ihrem Kampf fürs Hosen-Tragen in den vergangenen Jahrzehnten nicht den Weg gebahnt hätten, hätten wir es heute als Röcke und Kleider tragende Männer viel schwerer.
Sehr gut formuliert. Die Frauen sind nicht unsere Gegner.
Übrigens haben auch die wenigsten Frauen gewünscht, Hosen zu tragen. Die Möglichkeit wurden ihnen von den Modeschöpfern gegeben; die Frauen fanden dann die Idee gut und nahmen Hosen zu sich.
Alles stille und friedlich.
Also fehlen uns die Modeschöpferinnen, die Röcke für uns kreieren?
Aber ja, die Frauen sind nicht unsere Gegnerinnen!
LG, Micha
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Wobei es auch Ausnahmen gibt, die hier im Forum mal die Ehefrauen, mal die Schwestern oder andere mit den Foristen verbundene Frauen sind.
Das liegt vielleicht daran, dass unsere Partner*innen, wenn sie konservative Vorbehalte gegenüber unserer Kleidung haben, eher Frauen in unseren heterosexuellen Beziehungen sind, während homosexuelle Männer-Partner selber zu einer Minderheit gehören, die sich Anerkennung und Individualität erkämpfen musste, und darum tendenziell auch gegenüber unseren Kleidungsvorlieben weniger Vorbehalte haben dürften.
Und ich wage die These, dass die Ablehnung unserer Kleidung durch unsere Partnerinnen und anderen weiblichen Bezugspersonen in vielen Fällen auf Ängsten gegenüber Reaktionen der von mir erwähnten patriarchalen männer-dominierten Gesellschaft beruht und nicht darauf, dass Frauen uns keine gleichberechtigten Kleidungsfreiheiten zugestehen wollten.
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Das liegt vielleicht daran, dass unsere Partner*innen, wenn sie konservative Vorbehalte gegenüber unserer Kleidung haben, eher Frauen in unseren heterosexuellen Beziehungen sind, während homosexuelle Männer-Partner selber zu einer Minderheit gehören, die sich Anerkennung und Individualität erkämpfen musste, und darum tendenziell auch gegenüber unseren Kleidungsvorlieben weniger Vorbehalte haben dürften.
Und ich wage die These, dass die Ablehnung unserer Kleidung durch unsere Partnerinnen und anderen weiblichen Bezugspersonen in vielen Fällen auf Ängsten gegenüber Reaktionen der von mir erwähnten patriarchalen männer-dominierten Gesellschaft beruht und nicht darauf, dass Frauen uns keine gleichberechtigten Kleidungsfreiheiten zugestehen wollten.
Danke Bernd für diesen Beitrag!
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Und ich wage die These, dass die Ablehnung unserer Kleidung durch unsere Partnerinnen und anderen weiblichen Bezugspersonen in vielen Fällen auf Ängsten gegenüber Reaktionen der von mir erwähnten patriarchalen männer-dominierten Gesellschaft beruht und nicht darauf, dass Frauen uns keine gleichberechtigten Kleidungsfreiheiten zugestehen wollten.
Dieser These stimme ich uneingeschränkt zu, lieber Bernd, abgesehen wiederum von Ausnahmen, da Frauen genau so wenig alle gleich sind wie Männer.
LG, Micha
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Übrigens haben auch die wenigsten Frauen gewünscht, Hosen zu tragen. Die Möglichkeit wurden ihnen von den Modeschöpfern gegeben; die Frauen fanden dann die Idee gut und nahmen Hosen zu sich.
Also fehlen uns die Modeschöpferinnen, die Röcke für uns kreieren?
Ist das wirklich so?
Klar gab es Hosen für Frauen, bevor Frauen diese überall anstelle von Kleidern und Röcken tragen konnten. Aber ich würde doch denken, dass es mutige Frauen waren, die Hosen dort angezogen haben, wo es verpönt war (bei gesellschaftlichen Anlässen, in Parlamenten, ...) und so die Verbreitung gefördert haben, so dass die Herstellung von Hosen für Frauen zum Mainstream wurde und es heute Hosen für Frauen in größerer Vielfalt gibt als für Männer.
Und auch umgekehrt: Es gibt doch Modeschöpfer*innen, die Kleider und Röcke für Männer herstellen und auf Laufstegen vorführen. Und es gibt (im Internet) Bezugsquellen für Kleider und Röcke für Männer. Das sind alles noch Randerscheinungen, aber das existiert bereits. Was fehlt, sind die Massen an Männern, die Kleider und Röcke im Alltag tragen wollen. Gesellschaftlich akzeptiert werden solche Phänomene (genau wie Piercings, Tattoos, lange Männerhaare) immer erst dann, wenn Viele es machen.
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Eine meiner vier Urgroßmütter war in den 1920ern eine der ersten in ihrem direkten Umfeld, die als Frau Hosen trug, weil sie gerne fahrradfuhr und die damals üblichen langen Kleider und Röcke dazu sehr unpraktisch waren. So nähte sie sich Hosenröcke. Was die Nachbarn darüber sagte, focht sie nicht an. So hat es mir meine Mutter erzählt.
Gesellschaftlich akzeptiert werden solche Phänomene (genau wie Piercings, Tattoos, lange Männerhaare) immer erst dann, wenn Viele es machen.
Akzeptiert mag sein, aber toleriert werden Männer in Röcken auch heute schon, oft sogar respektiert. So ist meine Erfahrung.
LG, Micha
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Ist das wirklich so?
Klar gab es Hosen für Frauen, bevor Frauen diese überall anstelle von Kleidern und Röcken tragen konnten. Aber ich würde doch denken, dass es mutige Frauen waren, die Hosen dort angezogen haben, wo es verpönt war (bei gesellschaftlichen Anlässen, in Parlamenten, ...) und so die Verbreitung gefördert haben, so dass die Herstellung von Hosen für Frauen zum Mainstream wurde und es heute Hosen für Frauen in größerer Vielfalt gibt als für Männer.
Hallo Bernd,
ja, es gab sie, die Frauen, die, aus welchem Grund auch immer, Hosen trugen oder sich bei Events in Hosen zeigten (anders sein, aufmerksamkeitssuchend, lesbisch, mit dem angeborenen Geschlecht unzufrieden etc.). Beispiele: die Schauspielerinnen Catherine Hepburn und Greta Garbo.
Während des 2. Weltkrieges, als man (Männer) Frauen in der Produktion brauchte(n), und nach dem Krieg, insbesondere in Deutschland bei den Aufräumungen, trugen zwar einige Frauen Hosen als Arbeitskleidung, aber sonst nicht.
Zweifellos gab es Frauen, die Hosen wollten, wie Männer, die nun aus denselben Gründen Röcke bevorzugen, aber Beispiele zum Nachahmen waren sie in der Praxis kaum.
Ich habe damals auch nie gehört oder gelesen, dass sich generell Frauen sich Hosen wünschten. Ich habe mal in einem großen Medienhaus gearbeitet, in dem auch Mode- und Frauenzeitschriften im Sortiment waren. Dort habe ich alle relevanten Jahrgänge durchgestöbert, zwar nicht mit wissenschaftlicher Akkuratesse, aber doch gründlich, und nie etwas finden können, das auch nur im Geringsten indizierte, dass Hosen für Frauen ein Thema waren.
Demonstrationen gab es auch keine. Und sonst gab es damals keine Möglichkeit, ans Wort zu kommen.
Doch die Modehäuser in Paris, Rom und London spielten Anfang der 70er-Jahre eine große Rolle. Ihre Meinung galt noch weithin als Diktat, nicht als „Du darfst“. Und die Modeindustrie hat die Idee schnell zu sich genommen, denn welche Absatzmöglichkeiten gab es ja nicht, wenn man plötzlich etwas ganz Neues an die Hälfte der Bevölkerung verkaufen könnte?
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Die kritische Phase ist der Übergang von der Einführung, von Pionieren und Mutigen getrieben, zur Wachstumsphase, für die Nachahmer nötig sind. Es half, glaube ich, dass Röcke seit 1964 immer kürzer geworden waren, und einigen Frauen waren sie nun einfach zu kurz oder unpraktisch (und die Freiheit zur individuellen Rocksaumlänge existierte noch nicht). Das hat den Prozess beschleunigt. Heute, nach all diesen Jahren, hat das Wachstum wohl fast aufgehört, weil der Markt mit einer fast 100-prozentigen Deckung eher stabil sein muss.
Röcke bei Frauen befinden sich dafür in der Rückgangsphase, und wir Männer haben uns nicht aus der Einführungsphase bewegt, falls überhaupt von einem Anfang bzw. einer Einführung geredet werden kann.
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Ja, es gab sowas wie ein "Pariser Modediktat", davon hat man sich die letzten 40 Jahre gelöst.
Aber die Hose für Frauen kam erst aus den Modehäusern, als Frauen anfingen Hosen zu tragen.
Man kann vielfach die Geschichte der Frauenhose nachlesen. Nicht selten ist sie aber unvollständig.
Aber es stimmt, es gab gewisse "Motoren", die die Frauenhose mehr verbreiteten:
Radfahren, 20er Jahre, in den USA kontinuierlich weiter, in Europa etwas während des letzten Kriegs, vor allem nach dem Krieg und die Minirock-Bewegung in den 60ern.
Aber es stimmt nicht, Gregor, dass die Frauen sich die Hose nicht wünschten. Darüber haben wir uns schon oft mit Dir ausgetauscht.
Mir erzählen seit den 80ern ältere Frauen, bis heute, wie sehr sie sich die Hose gewünscht haben und sie heimlich tragen mussten, weil Schule, Eltern, Dorf was dagegen hatten. Es gab ein Verlangen, das nicht erst durch Modezeitschriften geprägt wurde. Und alle meine Schwiegermütter haben davon berichtet (außer einer, weil sie noch zu jung war).
Meine Mutter hat mirs nicht erzählt, weil sie erst in den 70ern zaghaft anfing, Hosen zu tragen, im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihrer Schwester, die machten das schon sehr viel früher. Nochmals 15 Jahre später trug meine Mutter dann nur noch überwiegend Hosen.
Durch vielfache Lebensberichte muss ich Dir deshalb widersprechen, Gregor: Frauen hatte das Verlangen nach Hosen.
-
Lieber Gregor,
diese beiden Sätze oder Teilsätze von Dir finde ich besonders interessant:
Doch die Modehäuser in Paris, Rom und London spielten Anfang der 70er-Jahre eine große Rolle. Ihre Meinung galt noch weithin als Diktat, nicht als „Du darfst“. Und die Modeindustrie hat die Idee schnell zu sich genommen, denn welche Absatzmöglichkeiten gab es ja nicht, wenn man plötzlich etwas ganz Neues an die Hälfte der Bevölkerung verkaufen könnte?
[...]
(und die Freiheit zur individuellen Rocksaumlänge existierte noch nicht).
Demnach hat sich seit dem ein größerer Individualismus und eine Emanzipation vom Modediktat durchgesetzt.
LG, Micha
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Mir erzählte auch mal eine Frau, dass sie in den 1950ern in der Schule keine Hose tragen durfte, weshalb sie sich auf dem Schulweg umzog und auf dem Heimweg wieder umgekehrt.
LG, Micha
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@MAS: Das habe ich von Dutzenden von Frauen erzählt bekommen.
@Bernd:
Was fehlt, sind die Massen an Männern, die Kleider und Röcke im Alltag tragen wollen. Gesellschaftlich akzeptiert werden solche Phänomene (genau wie Piercings, Tattoos, lange Männerhaare) immer erst dann, wenn Viele es machen.
Richtig. Darum ist mir daran gelegen, dass mehr Männer sich trauen, Röcke zu tragen. Die meisten wollen keine Röcke tragen, weil sie sich nicht trauen. Und die meisten wollen nicht zugeben, dass sie Röcke tragen würden, weil sie sich auch nicht trauen, das zuzugeben.
Darum ist es wichtig, immer wieder zu betonen, dass es Männer gibt, die einfach nur Röcke tragen wollen und nichts weiter sonst dahintersteckt.
Und dafür braucht es dann so Wörter wie "Crossdresser", um unterscheiden zu können. Gerade im Austausch untereinander, unter uns.
Bernd, Du hast die erneute Diskussion darum nicht losgetreten. Die fing schon kurz zuvor an, bevor Du nachgefragt hast. Und wenn es so gewesen wäre: auch nicht schlimm.
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Micha: zum 27. Mal sage ich Dir:
#Crossdresser
Lieber Wolfgang,
Du gehörst also zu denen die "den Wunsch [verspüren], sich selbst von anderen abzugrenzen, weil mal in einem bestimmten Begriff irgendwas negatives sieht, was man nicht auf sich bezogen haben möchte".
Oder?
LG, Micha
Natürlich will ich das: mich abgrenzen!
Ich sage ja auch: "die Frauen". Es gibt bestimmte Worte, um bestimmte Menschen oder Dinge zu benennen.
Ich sage "Frauen", um mich von den Frauen abzugrenzen. Weil ich keine Frau bin. Und trotzdem mag ich Frauen, einige sogar sehr, sehr.
Ich sage auch "Wiesbadener", um mich abzugrenzen, weil ich kein Wiesbadener bin. Und ich mag auch Wiesbadener, manchmal.
Mir ist das oftmals nicht so wichtig, meistens sogar völlig egal. Aber, wenn es drauf ankommt, dann gibt es eben Worte, um Menschen oder Sachverhalte oder Dinge zu benennen. Und das sehe ich ganz locker. Punkt.
Edit: Deinen Satz nochmals genau durchgelesen: Bitte streichen:
Lieber Wolfgang,
Du gehörst also zu denen die "den Wunsch [verspüren], sich selbst von anderen abzugrenzen, weil mal in einem bestimmten Begriff irgendwas negatives sieht, was man nicht auf sich bezogen haben möchte".
Oder?
LG, Micha
Das durchgestrichene ist Quatsch. Kann mal sein, muss aber nicht. Und in puncto Crossdresser ist das völliger Quatsch.
Das einzig Negative ist, dass Crossdressing im Sinne der Crossdreasser-Szene keinen Deut weiterhilft, Röcke am Mann mehr zu verbreiten, sondern: im Gegenteil.
-
::) ::)
Oh, was bin ich diese Diskussion leid.
Wie oft, wie ausgiebig wurden die Begriffe, in gewissen Abständen, hier immer wieder beackert, zerlegt und analysiert.
Wirklich zufrieden mit der Definition waren immer nur die, die ihre eigene erstellt hatten.
Das fühle ich. Rockmode tendiert oft eher zur Rockwissenschaft. Vielleicht sollte man das Forum umbenennen. ;D
Ich bin auch immer sehr verwundert, dass Beteiligte dieselben Diskussionsstränge voller Inbrunst zum trölfhundertelfizgsten Mal nach etlichen Jahren weitläufig ausklamüsern müssen.
-
Wenn die Allgemeinheit der Männer ihre Schere im Kopf endlich mal rausholen würde, dann bräuchte man sich auch nicht mehr die Haare deswegen raufen.
Frauen haben es uns vorgemacht, wie das geht: ganz einfach gemacht. Ohne Forum.
Was machen wir, wir Männer? Uns ins Hemd.
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Ich würde die Mehrheit der Männer nicht als beschränkt ("Schere im Kopf") bezeichnen. Die meisten haben schlicht kein Interesse an Röcken. Da jetzt pathologische Hintergründe hineinzuinterpretieren halte ich für eine sehr gewagte These.
Was nützt es sich darüber aufzuregen, dass andere Männer Hosen tragen? Ist genauso sinnfrei wie sich über Röcke tragende Männer aufzuregen.
-
Yoshi, Missionare wollen einen vielleicht Gott gegeben Auftrag erfüllen und die Menschen zu vermeintlich besseren bekehren.
Stichwort religiöser Eifer.
Die Geschichte ist voll von der Scheisse!
Zum Glück geht es hier nur um lausige Röcke und niemand wird zu Schaden kommen.
Lass sie sich ihre Welt, ihre Blase zusammen basteln.
Sie schaden niemanden.
Immer nur lächeln..😉
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Ich sage auch "Wiesbadener", um mich abzugrenzen, weil ich kein Wiesbadener bin. Und ich mag auch Wiesbadener, manchmal.
Das durchgestrichene ist Quatsch. Kann mal sein, muss aber nicht. Und in puncto Crossdresser ist das völliger Quatsch.
Das einzig Negative ist, dass Crossdressing im Sinne der Crossdreasser-Szene keinen Deut weiterhilft, Röcke am Mann mehr zu verbreiten, sondern: im Gegenteil.
Als ob der Mainzer im Wiesbadener oder der Kölner im Düsseldorfer nicht etwas zumindest spaßeshalber negatives sehen würde!
Wozu muss ich immer betonen, dass ich nicht xy bin, wenn es mir nichts ausmachte, für xy gehalten zu werden?
Es könnte mir doch reichlich egal sein.
LG, Micha
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Was nützt es sich darüber aufzuregen, dass andere Männer Hosen tragen? Ist genauso sinnfrei wie sich über Röcke tragende Männer aufzuregen.
Jeder soll tragen, was er will. Aber jeder soll erstmal herausfinden, was er wirklich will und dann dazu stehen.
Und wenn jemand etwas will, was "alle" als normal empfinden, weil sie es als normal empfinden, dann soll er auch dazu stehen.
Aber niemand soll von anderen erwarten, das zu tun, was er als normal empfindet, nur weil er es als normal empfindet.
Es gibt indes Normen, an die man sich halten sollte. Die haben aber nichts mit Kleidung zu tun.
LG, Micha
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Aber es stimmt nicht, Gregor, dass die Frauen sich die Hose nicht wünschten. Darüber haben wir uns schon oft mit Dir ausgetauscht...
Durch vielfache Lebensberichte muss ich Dir deshalb widersprechen, Gregor: Frauen hatte das Verlangen nach Hosen.
Hallo Wolfgang,
Ich denke, es könnte auf nationale Unterschiede beruhen. Höchstwahrscheinlich haben Frauen in Ländern mit Schwerindustrie und höheren Berufsfrequenzen für Frauen sowie mit Beschäftigung mit dem Wiederaufbau des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg ein größeres Verlangen nach Hosen gehabt als zum Beispiel in Skandinavien.
Ich bin so alt, dass ich den Einzug der Hosen bei Frauen miterlebt habe, im Gegensatz zu so manchen, die ihr Wissen darüber nur von zweiter und dritter Hand haben können.
Dass Hosen Frauen praktischer waren/sind als Röcke und Kleider, liegt auf der Hand. Strumpfhosen waren in den 60er-Jahren des Typs FSH; sie gingen schnell kaputt und waren nicht warm. Kombiniert mit sehr kurzen Röcken und Kleidern wirkten sie suboptimal.
Aber nach einem direkten Verlangen seitens der Frauen nach Hosen, und die die Augen der Modeindustrie hätte öffnen können, war, meines besten Wissens, nicht die Rede. Wie hätte sie auch zum Vorschein kommen können? In den Medien wurde davon nicht berichtet. Die Frauen, die Hosen am meisten brauchten, wegen ihrer Arbeit, befanden sich nicht in einer sozialen Position, auf die die Gesellschaft damals Rücksicht nahm. Ich sah dann auch keine Frauen in den Straßen Hosen tragen. Nicht mal als Protest. Meine Frau, die damals noch ganz jung war, hat das auch nie gesehen. Auch erinnert sie sich nicht, je mit Freundinnen darüber diskutiert zu haben. Für sie und Freundinnen und Kolleginnen wurden Hosen erst aktuell, als es sie zu kaufen gab.
Doch ein latentes Verlangen hat es bestimmt gegeben – weil Hosen ihnen praktisch (und neu).
Denn, nachdem es zuerst, wie oft bei total neuen Produkten, sehr langsam gegangen hatte, trauten sich plötzlich immer mehr Frauen in die Hose - als sie erkannt hatten, dass unter den Pionieren viele ganz normale Frauen wie sie selbst waren. Die „Damenhose“ war Realität und lebensfähig.
Doch ohne Modedesigner: innen, gute Vorbilder und eine Modeindustrie, die es Frauen ermöglichte, Hosen zu tragen, wäre es meiner Meinung nach nicht gelungen, sie an die Frau zu bringen, jedenfalls nicht damals.
Rock am Mann? Nichts verbietet UNS, Röcke zu tragen. Die Gesellschaft ist viel toleranter als zuvor. Männerröcke (wie damals Damenhosen) sind zu kaufen. Die Medien schreiben über einen baldigen Durchbruch Männern im Rock. Berühmtheiten zeigen sich im Rock und ziehen Überschriften wie einst Marlene Dietrich oder Katharine Hepburn, als sie sich öffentlich in Hosen zeigten. Soziale Medien stehen uns zur Verfügung. Was fehlt uns?
Ich kann mir nur zwei Gründe für den ausbleibenden Erfolg vorstellen: mutige Männer und generell gute Vorbilder, mit denen sich Männer im Allgemeinen identifizieren können und wollen.
Betreffend Frauen: Auch sie würden den Ehemann im Rock akzeptieren, trauten sich nur die Männer ihrer Freundinnen und Kolleginnen.
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Dass Hosen Frauen praktischer waren/sind als Röcke und Kleider, liegt auf der Hand. Strumpfhosen waren in den 60er-Jahren des Typs FSH; sie gingen schnell kaputt und waren nicht warm. Kombiniert mit sehr kurzen Röcken und Kleidern wirkten sie suboptimal.
[...]
Rock am Mann? Nichts verbietet UNS, Röcke zu tragen. Die Gesellschaft ist viel toleranter als zuvor. Männerröcke (wie damals Damenhosen) sind zu kaufen. Die Medien schreiben über einen baldigen Durchbruch Männern im Rock. Berühmtheiten zeigen sich im Rock und ziehen Überschriften wie einst Marlene Dietrich oder Katharine Hepburn, als sie sich öffentlich in Hosen zeigten. Soziale Medien stehen uns zur Verfügung. Was fehlt uns?
Ich kann mir nur zwei Gründe für den ausbleibenden Erfolg vorstellen: mutige Männer und generell gute Vorbilder, mit denen sich Männer im Allgemeinen identifizieren können und wollen.
Betreffend Frauen: Auch sie würden den Ehemann im Rock akzeptieren, trauten sich nur die Männer ihrer Freundinnen und Kolleginnen.
Da stimme ich zu!
Ergänzend: Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Frauenbewegung damals und der Männerbewegung heute scheint mir zu sein:
- Für Frauen war das Tragen von Hosen neben neugewonnener Freiheit einfach praktisch. Und auch heute tragen viele Frauen Hosen statt Röcke/Kleider, weil sie das einfach im Alltag praktischer finden. Röcke/Kleider werden dann eher zu besonderen Anlässen getragen.
- Ich liebe das Tragen von Kleidern und Röcken und finde das auch praktisch. Es gibt sogar Gründe, warum ein Kleid/Rock manchmal praktischer ist als eine Hose (Luftzirkulation, vor allem im Sommer; Beine weniger beengt). Aber insgesamt sind die Meinungen doch gespalten, für welche Alltagstätigkeiten Hosen einerseits und Kleider/Röcke andererseits besser geeignet sind.
Fazit: Neben dem Mut, den es braucht, um pionierhaft gesellschaftliche Entwicklungen jenseits des Mainstreams anzustoßen, haben wir für Kleider/Röcke einfach nicht den durchschlagenden Grund, dass es offensichtlich praktischer ist als Hosen, so wie das umgekehrt bei den Hosen für Frauen der Fall war.
-
Bei der momentanen Kälte, würde ich mir im Rock komisch vorkommen, mehr als sonst.
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Wozu muss ich immer betonen, dass ich nicht xy bin, wenn es mir nichts ausmachte, für xy gehalten zu werden?
Es könnte mir doch reichlich egal sein.
Ich möchte mich hier von Schotten distanzieren, weil ich ein echter Deutscher im Kilt bin. Auch ein Deutscher kann Kilt tragen, aber die Schotten setzen es mit ihrer Identität gleich, was uns deutschen Kiltträgern schadet. Dann gibt es noch diese ganzen Schottland-Reportagen im Öffentlich-Rechtlichen, wodurch uns alle mit Schotten in Verbindung bringen. :'(
Wer dieses Statement nun absurd fand, kann ja einfach mal "Schotte" durch "Crossdresser" oder "LGBT" austauschen und "Deutscher im Kilt" durch "Mann im Rock". Wenn man keine kognitive Dissonanz hat, wird einem da was auffallen. ;)
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Yoshi, Missionare wollen einen vielleicht Gott gegeben Auftrag erfüllen und die Menschen zu vermeintlich besseren bekehren.
Stichwort religiöser Eifer.
Die Geschichte ist voll von der Scheisse!
Zum Glück geht es hier nur um lausige Röcke und niemand wird zu Schaden kommen.
Lass sie sich ihre Welt, ihre Blase zusammen basteln.
Sie schaden niemanden.
Immer nur lächeln..😉
Du sprichst mir so von der Seele, Timper.
Lächeln reicht bei mir aber oft nicht aus, lauthals lachen trifft es meistens eher. ;D
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Ich möchte mich hier von Schotten distanzieren, weil ich ein echter Deutscher im Kilt bin. ...
Wer dieses Statement nun absurd fand, ...
@Yoshi:
Natürlich will ich das: mich abgrenzen!
Ich sage ja auch: "die Frauen". Es gibt bestimmte Worte, um bestimmte Menschen oder Dinge zu benennen.
Ich sage "Frauen", um mich von den Frauen abzugrenzen. Weil ich keine Frau bin. Und trotzdem mag ich Frauen, einige sogar sehr, sehr.
Mir ist das oftmals nicht so wichtig, meistens sogar völlig egal. Aber, wenn es drauf ankommt, dann gibt es eben Worte, um Menschen oder Sachverhalte oder Dinge zu benennen. Und das sehe ich ganz locker. Punkt.
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Wozu muss ich immer betonen, dass ich nicht xy bin, wenn es mir nichts ausmachte, für xy gehalten zu werden?
Es könnte mir doch reichlich egal sein.
Ich möchte mich hier von Schotten distanzieren, weil ich ein echter Deutscher im Kilt bin. Auch ein Deutscher kann Kilt tragen, aber die Schotten setzen es mit ihrer Identität gleich, was uns deutschen Kiltträgern schadet. Dann gibt es noch diese ganzen Schottland-Reportagen im Öffentlich-Rechtlichen, wodurch uns alle mit Schotten in Verbindung bringen. :'(
Wer dieses Statement nun absurd fand, kann ja einfach mal "Schotte" durch "Crossdresser" oder "LGBT" austauschen und "Deutscher im Kilt" durch "Mann im Rock". Wenn man keine kognitive Dissonanz hat, wird einem da was auffallen. ;)
Der Unterschied ist der, lieber Yoshi, dass die meisten sich geehrt fühlen, wenn sie für einen Schotten gehalten werden. Deswegen ist der Wunsch, sich davon zu distanzieren, nicht so ausgeprägt.
LG, Micha
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Bei der momentanen Kälte, würde ich mir im Rock komisch vorkommen, mehr als sonst.
In meinem warmen Wollrock mit einer mittelstarken Leggings darunter bin ich auch bei der Kälte wunderbar warm eingepackt, evtl. wärmer als mit einer Jeanshose mit nackten Beinen darunter. Man kann aber auch Leggins oder Stumpfhosen unter einer Hose anziehen. Jeder wie er mag.
Neulich trug ich einen kurzen Wollrock und zwei Leggings in verschiedener Stärke übereinander darunter. Das war auch bei einer Schneewanderung im Thüringer Wald sehr angenehm.
LG, Micha
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Dass Hosen Frauen praktischer waren/sind als Röcke und Kleider, liegt auf der Hand. Strumpfhosen waren in den 60er-Jahren des Typs FSH; sie gingen schnell kaputt und waren nicht warm. Kombiniert mit sehr kurzen Röcken und Kleidern wirkten sie suboptimal.
[...]
Rock am Mann? Nichts verbietet UNS, Röcke zu tragen. Die Gesellschaft ist viel toleranter als zuvor. Männerröcke (wie damals Damenhosen) sind zu kaufen. Die Medien schreiben über einen baldigen Durchbruch Männern im Rock. Berühmtheiten zeigen sich im Rock und ziehen Überschriften wie einst Marlene Dietrich oder Katharine Hepburn, als sie sich öffentlich in Hosen zeigten. Soziale Medien stehen uns zur Verfügung. Was fehlt uns?
Ich kann mir nur zwei Gründe für den ausbleibenden Erfolg vorstellen: mutige Männer und generell gute Vorbilder, mit denen sich Männer im Allgemeinen identifizieren können und wollen.
Betreffend Frauen: Auch sie würden den Ehemann im Rock akzeptieren, trauten sich nur die Männer ihrer Freundinnen und Kolleginnen.
Da stimme ich zu!
Ergänzend: Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Frauenbewegung damals und der Männerbewegung heute scheint mir zu sein:
- Für Frauen war das Tragen von Hosen neben neugewonnener Freiheit einfach praktisch. Und auch heute tragen viele Frauen Hosen statt Röcke/Kleider, weil sie das einfach im Alltag praktischer finden. Röcke/Kleider werden dann eher zu besonderen Anlässen getragen.
- Ich liebe das Tragen von Kleidern und Röcken und finde das auch praktisch. Es gibt sogar Gründe, warum ein Kleid/Rock manchmal praktischer ist als eine Hose (Luftzirkulation, vor allem im Sommer; Beine weniger beengt). Aber insgesamt sind die Meinungen doch gespalten, für welche Alltagstätigkeiten Hosen einerseits und Kleider/Röcke andererseits besser geeignet sind.
Fazit: Neben dem Mut, den es braucht, um pionierhaft gesellschaftliche Entwicklungen jenseits des Mainstreams anzustoßen, haben wir für Kleider/Röcke einfach nicht den durchschlagenden Grund, dass es offensichtlich praktischer ist als Hosen, so wie das umgekehrt bei den Hosen für Frauen der Fall war.
Ja, das stimmt, es gibt Bewegungsabläufe, da sind Hosen praktischer als Röcke. Die kommen bei mir aber nicht so oft vor.
LG, Micha
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Ich kann mir nur zwei Gründe für den ausbleibenden Erfolg vorstellen: mutige Männer und generell gute Vorbilder, mit denen sich Männer im Allgemeinen identifizieren können und wollen.
Betreffend Frauen: Auch sie würden den Ehemann im Rock akzeptieren, trauten sich nur die Männer ihrer Freundinnen und Kolleginnen.
Dem kann ich voll zustimmen.
Und das passt gut zu dem allen, was ich heute in einem anderen Thread so von mir gegeben habe (ab da (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10301.msg205299#msg205299)).
Vor allem hierzu (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10301.msg205308#msg205308:~:text=Und%20manches%20ist,Imageverlust%20zu%20erleiden.):
Und manches ist ja auch nachzuvollziehen. Wenn eine Ehefrau (und evt. Mutter von gemeinsamen Kindern) vom "abweichenden Verhalten" ihres Mannes mitbekommt (selbst wenn sie in der Lage ist, es verständnisvoll einzusortieren), sieht sich konfrontiert davon, in ihrem Umfeld einen Imageverlust zu erleiden.
Edit: Da fallen mir noch solche hadernden Gedanken dazu ein: "Warum, warum", so eine davon betroffene Frau, "warum muss das ausgerechnet mir passieren!!!??!?"
Und oft nicht unbegleitet von ausuferndem Selbstzweifel (der Frau).
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Yoshi, Missionare wollen einen vielleicht Gott gegeben Auftrag erfüllen und die Menschen zu vermeintlich besseren bekehren.
Stichwort religiöser Eifer.
Die Geschichte ist voll von der Scheisse!
Zum Glück geht es hier nur um lausige Röcke und niemand wird zu Schaden kommen.
Lass sie sich ihre Welt, ihre Blase zusammen basteln.
Sie schaden niemanden.
Immer nur lächeln..😉
Du sprichst mir so von der Seele, Timper.
Lächeln reicht bei mir aber oft nicht aus, lauthals lachen trifft es meistens eher. ;D
Echt?
Oder meinst Du: Der Mensch dachte und Gott lachte! ?
LG, Micha
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Wozu muss ich immer betonen, dass ich nicht xy bin, wenn es mir nichts ausmachte, für xy gehalten zu werden?
Es könnte mir doch reichlich egal sein.
Ich möchte mich hier von Schotten distanzieren, weil ich ein echter Deutscher im Kilt bin. Auch ein Deutscher kann Kilt tragen, aber die Schotten setzen es mit ihrer Identität gleich, was uns deutschen Kiltträgern schadet. Dann gibt es noch diese ganzen Schottland-Reportagen im Öffentlich-Rechtlichen, wodurch uns alle mit Schotten in Verbindung bringen. :'(
Wer dieses Statement nun absurd fand, kann ja einfach mal "Schotte" durch "Crossdresser" oder "LGBT" austauschen und "Deutscher im Kilt" durch "Mann im Rock". Wenn man keine kognitive Dissonanz hat, wird einem da was auffallen. ;)
Der Unterschied ist der, lieber Yoshi, dass die meisten sich geehrt fühlen, wenn sie für einen Schotten gehalten werden. Deswegen ist der Wunsch, sich davon zu distanzieren, nicht so ausgeprägt.
LG, Micha
Wie du weißt, ist mein echter Name englischsprachig und mein englisch anmutender deutscher Nachname wird auch oft dahingehend missinterpretiert. Ich war in meinem Leben schon vieles: Engländer, Schotte, Ire, US-Amerikaner und Niederländer.
Bereits in der Schulzeit sprachen mich neue Lehrer auf Englisch an, obwohl ich das damals noch nicht beherrschte. In Bewerbungsgesprächen wurde mir schon angeboten auf Englisch zu wechseln, weil das für mich als "Muttersprachler" doch "angenehmer" wäre.
Während meiner Zeit als Erzieher war ich oft für internationale Familien zuständig, um mit ihnen Elterngespräche auf Englisch zu führen und redete mit neu eingewöhnten Kindern aus Kanada, den USA, Indien oder Ghana auf Englisch, weil sie noch kein Deutsch verstanden. Irgendwann trug ich dann Röcke auf der Arbeit und dadurch verfestigte sich bei manchen das Bild ich sei Schotte. Wenn ich mich dann als deutsch "outete", waren viele erstmal überrascht.
Ich könnte mich jetzt ständig davon abgrenzen, weil ich Deutscher bin. Als Kind nervte es mich mehr, wenn mich Erwachsene auf Englisch ansprachen und ich nichts verstand. Heutzutage spiele ich gerne mit diesem internationalen Flair, der mir fehlerweise angedichtet wird. Und wer weiß, vielleicht denken manche auch ich sei ein schwuler Schotte, aber das ist mir genauso egal. 8)
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Wozu muss ich immer betonen, dass ich nicht xy bin, wenn es mir nichts ausmachte, für xy gehalten zu werden?
Es könnte mir doch reichlich egal sein.
Ich möchte mich hier von Schotten distanzieren, weil ich ein echter Deutscher im Kilt bin. Auch ein Deutscher kann Kilt tragen, aber die Schotten setzen es mit ihrer Identität gleich, was uns deutschen Kiltträgern schadet. Dann gibt es noch diese ganzen Schottland-Reportagen im Öffentlich-Rechtlichen, wodurch uns alle mit Schotten in Verbindung bringen. :'(
Wer dieses Statement nun absurd fand, kann ja einfach mal "Schotte" durch "Crossdresser" oder "LGBT" austauschen und "Deutscher im Kilt" durch "Mann im Rock". Wenn man keine kognitive Dissonanz hat, wird einem da was auffallen. ;)
Der Unterschied ist der, lieber Yoshi, dass die meisten sich geehrt fühlen, wenn sie für einen Schotten gehalten werden. Deswegen ist der Wunsch, sich davon zu distanzieren, nicht so ausgeprägt.
LG, Micha
Wie du weißt, ist mein echter Name englischsprachig und mein englisch anmutender deutscher Nachname wird auch oft dahingehend missinterpretiert. Ich war in meinem Leben schon vieles: Engländer, Schotte, Ire, US-Amerikaner und Niederländer.
Bereits in der Schulzeit sprachen mich neue Lehrer auf Englisch an, obwohl ich das damals noch nicht beherrschte. In Bewerbungsgesprächen wurde mir schon angeboten auf Englisch zu wechseln, weil das für mich als "Muttersprachler" doch "angenehmer" wäre.
Während meiner Zeit als Erzieher war ich oft für internationale Familien zuständig, um mit ihnen Elterngespräche auf Englisch zu führen und redete mit neu eingewöhnten Kindern aus Kanada, den USA, Indien oder Ghana auf Englisch, weil sie noch kein Deutsch verstanden. Irgendwann trug ich dann Röcke auf der Arbeit und dadurch verfestigte sich bei manchen das Bild ich sei Schotte. Wenn ich mich dann als deutsch "outete", waren viele erstmal überrascht.
Ich könnte mich jetzt ständig davon abgrenzen, weil ich Deutscher bin. Als Kind nervte es mich mehr, wenn mich Erwachsene auf Englisch ansprachen und ich nichts verstand. Heutzutage spiele ich gerne mit diesem internationalen Flair, der mir fehlerweise angedichtet wird. Und wer weiß, vielleicht denken manche auch ich sei ein schwuler Schotte, aber das ist mir genauso egal. 8)
Genau, so ist es richtig. Du stehst einfach da drüber!
LG, Micha
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Ich möchte mich hier von Schotten distanzieren, weil ich ein echter Deutscher im Kilt bin. Auch ein Deutscher kann Kilt tragen, aber die Schotten setzen es mit ihrer Identität gleich, was uns deutschen Kiltträgern schadet.
Ja, auch ich habe ein Kilt. Das Tartan, oder die Bedeutung des Tartan ist mir nicht bekannt. Die Grundfarbe ist Gelb, ist aber auch egal.
Warum trage bzw. habe ich ein Kilt? Ich finde das Gewicht interessant. Anders als ein Rock von der Stange. Würde ich mit dem Kilt was
anders tragen, was Schotten auch tragen würden. Hier sind die Strümpfe, oder der Sack gemeint? NEIN! Warum? Ich verkleide mich nicht.
@ Yoshi
Könntest du mir den letzten Teil deines Satzes "...aber die Schotten setzen es mit ihrer Identität gleich, was uns deutschen Kiltträgern schadet" erklären?
Warum schadet es den deutschen Kiltträger, wenn die Schotten den Kilt mit ihrer Identität gleichsetzen?
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@ Yoshi
Könntest du mir den letzten Teil deines Satzes "...aber die Schotten setzen es mit ihrer Identität gleich, was uns deutschen Kiltträgern schadet" erklären?
Warum schadet es den deutschen Kiltträger, wenn die Schotten den Kilt mit ihrer Identität gleichsetzen?
Als kleine Hilfestellung: Nochmal den zweiten Absatz vom Beitrag lesen. Der verrät wie der erste Absatz gemeint war ;)
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Ich möchte mich hier von Schotten distanzieren, weil ich ein echter Deutscher im Kilt bin. Auch ein Deutscher kann Kilt tragen, aber die Schotten setzen es mit ihrer Identität gleich, was uns deutschen Kiltträgern schadet. Dann gibt es noch diese ganzen Schottland-Reportagen im Öffentlich-Rechtlichen, wodurch uns alle mit Schotten in Verbindung bringen. :'(
Wer dieses Statement nun absurd fand, kann ja einfach mal "Schotte" durch "Crossdresser" oder "LGBT" austauschen und "Deutscher im Kilt" durch "Mann im Rock". Wenn man keine kognitive Dissonanz hat, wird einem da was auffallen. ;)
Die Tatsache, im Kilt für einen Schotten gehalten zu werden bzw. darauf angesprochen zu werden, nervt mit der Zeit und hat dazu geführt, dass ich seltener Kilt(artige Röcke) trage. Für einen Crossdresser werde ich eher nicht gehalten, wohl weil ich noch viele männlich gelesene äußere Attribute behalte. Ob mich das stören würde, kann ich nicht sagen. Aber ich kann verstehen, wenn Dich, Yoshi, oder andere das stört.
LG, Albis
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Aber ich kann verstehen, wenn Dich, Yoshi, oder andere das stört.
Ich kann es den Leuten nicht verübeln, weil ich immer einen Dudelsack dazu trage :D
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Deshalb hatte mal ein Dudelsackspieler in Köln ein Schild aufgestellt, auf dem stand, dass der Dudelsack nicht aus Schottland, sondern aus Galizien sei. Als Kiltträger könnte man sich ja auch ein Schild umhängen. ;D
In Siegburg auf dem Weihnachtsmarkt hatten wir über vier Wochen Dudelsackmusik ohne einen einzigen Schotten. Aber auch ohne Schild. Siegburger brauchen kein Schild mehr dafür.
Ach je, ein Schotte was doch zwischen durch mal da bzw. ein schottisch Gewandeter im vollen Highland-Outfit.
LG, Micha
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Ich, der ich fast immer im Kilt unterwegs bin, werde sehr, sehr selten gefragt, ob ich Schottland-Beziehungen habe. Ich denke, der Grund ist, dass ich auf das meiste Zubehör, das man mit Schottland verbindet, verzichte.
Im Ausland doch mehr als in DK.
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Ich, der ich fast immer im Kilt unterwegs bin, werde sehr, sehr selten gefragt, ob ich Schottland-Beziehungen habe. Ich denke, der Grund ist, dass ich auf das meiste Zubehör, das man mit Schottland verbindet, verzichte.
Im Ausland doch mehr als in DK.
Alles andere währe Verkleidung.
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Alles andere währe Verkleidung.
Mit der Meinung macht man sich in Schottland sehr beliebt. ;D
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Alles andere währe Verkleidung.
Mit der Meinung macht man sich in Schottland sehr beliebt. ;D
Lieber Yoshi,
ich denke Ingo meint, wenn man als Nichtschotte eine volle schottische Tracht trüge, wäre das Verkleidung.
Als ich vor vielen Jahren (2003) mal in Schottland war, habe ich dort ganz auf das Rocktragen verzichtet, denn einen Kilt besaß ich nicht, und mit einem anderen Rock dachte ich, würden sich die Schotten vielleicht missverstanden fühlen. Inzwischen habe ich ja einen Kilt, wenn auch made in PRC, aber ich weiß nicht, ob ich ihn in Schottland tragen würde. Lieber eigentlich einen ohne Tartan, also familienneutral. Habe ich aber wiederum nicht.
LG, Micha
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ich denke Ingo meint, wenn man als Nichtschotte eine volle schottische Tracht trüge, wäre das Verkleidung.
Achso, verstehe. Dann sieht er es eher kritisch, weil er es als kulturelle Aneignung interpretiert.
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Inzwischen habe ich ja einen Kilt, wenn auch made in PRC, aber ich weiß nicht, ob ich ihn in Schottland tragen würde. Lieber eigentlich einen ohne Tartan, also familienneutral. Habe ich aber wiederum nicht.
LG, Micha
Hältst Du die Schotten für so intolerant, dass sie einen Ausländer, der einen Kilt trägt, nicht aushalten? Zumal die wenigsten Schotten im Alltag einen Kilt tragen.
Als es im Jahr 2015 bei uns im Ort eine große Abschiedsparade anlässlich des Abzugs der britischen Truppen gab (ein schottisches Regiment war dabei), habe ich als Zuschauer einen kiltähnlichen Rock getragen und bin zum Fotomotiv für einige britische Zuschauer geworden. Mit wohlwollenden Kommentaren.
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Inzwischen habe ich ja einen Kilt, wenn auch made in PRC, aber ich weiß nicht, ob ich ihn in Schottland tragen würde. Lieber eigentlich einen ohne Tartan, also familienneutral. Habe ich aber wiederum nicht.
Lieber Micha,
nicht alle Tartans sind Clan-Tartans, und selbst wenn, ist es nicht verboten, sie zu tragen.
Aber es gibt sogenannte Fashion- und District-Tartans, die ohne Vorbehalt von allen getragen werden dürfen.
Beispiele:
Caledonia: https://www.dress2kilt.eu/ps_caledonia.htm
Holyrood: https://www.dress2kilt.eu/ps_holyrood.htm
Isle of Skye: https://www.dress2kilt.eu/ps_isle_of_skye.htm
Stewart Royal: https://www.dress2kilt.eu/ps_stewart_royal.htm - der vermutlich bekannteste aller Tartans. Und er wird mit Garantie bemerkt.
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Schon interessant, wie man hier von Genderswap-Videos auf die (vermeintlichen) Befindlichkeiten von Schotten kommt :)
Ich bin erstaunt, wie viele MTF-Genderswap-Videos auf YouTube unterwegs sind. Was mich allerdings abstößt, ist diese Aussage in zahlreichen Clips "als Mann siehst Du langweilig aus und bist langweilig" - "Als Frau/Mädchen kannst und darfst Du alles". Oder noch schlimmer: "Wenn Du zur Frau wirst, sind Deine Probleme weg." Das geht dann bis zur offenen Trans-Propaganda.
Es gibt aber auch mindestens einen Kanal, den offenbar eine Frau betreibt, und der sich auch über die männlichen Vorstellungen lustig macht: High-Heels die unangehm sind, zu enge Klamotten, die zwicken und kratzen etc. Und die Betroffenen, die von ihrem neuen Äußeren bisweilen richtig angenervt sind. Oder in denen geswappte Kerle mit dem unangenehmen Verhalten ihrer Geschlechtsgenossen konfrontiert werden. Sogar recht launig gemacht.
Was ich allerdings noch nicht gefunden habe sind Videos, die Männern einfach nur einräumen, ebenfalls Röcke und Kleider zu tragen. Obwohl es durchaus Kleider gibt, die ich ohne Einschränkungen als Unisex bezeichnen würde.
Ich habe ein solches auf Etsy gefunden, es mir (in Dunkelrot) auf Maß anfertigen lassen - und liebe es 8) :
https://www.etsy.com/de/listing/1095087339/maxi-sweatshirt-hoodie-kleid-warmes?ref=related-4&pro=1&sts=1&variation1=2273389531&logging_key=2fd4234bab562c15df65315ffae147d9cb5acb72%3A1095087339
Mal sehen, ob ich noch dazu komme, mal ein Foto zu machen.
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Inzwischen habe ich ja einen Kilt, wenn auch made in PRC, aber ich weiß nicht, ob ich ihn in Schottland tragen würde. Lieber eigentlich einen ohne Tartan, also familienneutral. Habe ich aber wiederum nicht.
Lieber Micha,
nicht alle Tartans sind Clan-Tartans, und selbst wenn, ist es nicht verboten, sie zu tragen.
Aber es gibt sogenannte Fashion- und District-Tartans, die ohne Vorbehalt von allen getragen werden dürfen.
Beispiele:
Caledonia: https://www.dress2kilt.eu/ps_caledonia.htm
Holyrood: https://www.dress2kilt.eu/ps_holyrood.htm
Isle of Skye: https://www.dress2kilt.eu/ps_isle_of_skye.htm
Stewart Royal: https://www.dress2kilt.eu/ps_stewart_royal.htm - der vermutlich bekannteste aller Tartans. Und er wird mit Garantie bemerkt.
Ja, lieber Gregor, das weiß ich, dass es freie Tartans gibt. Aber ich fühlte mich unwohl bei dem Gedanken, Schotten könnten sich nachgeäfft fühlen.
Vielleicht würde ich es beim nächsten Schottlandbesuch - wann immer der sein wird - anders machen.
LG, Micha
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Schon interessant, wie man hier von Genderswap-Videos auf die (vermeintlichen) Befindlichkeiten von Schotten kommt :)
Ich bin erstaunt, wie viele MTF-Genderswap-Videos auf YouTube unterwegs sind. Was mich allerdings abstößt, ist diese Aussage in zahlreichen Clips "als Mann siehst Du langweilig aus und bist langweilig" - "Als Frau/Mädchen kannst und darfst Du alles". Oder noch schlimmer: "Wenn Du zur Frau wirst, sind Deine Probleme weg." Das geht dann bis zur offenen Trans-Propaganda.
Es gibt aber auch mindestens einen Kanal, den offenbar eine Frau betreibt, und der sich auch über die männlichen Vorstellungen lustig macht: High-Heels die unangehm sind, zu enge Klamotten, die zwicken und kratzen etc. Und die Betroffenen, die von ihrem neuen Äußeren bisweilen richtig angenervt sind. Oder in denen geswappte Kerle mit dem unangenehmen Verhalten ihrer Geschlechtsgenossen konfrontiert werden. Sogar recht launig gemacht.
Was ich allerdings noch nicht gefunden habe sind Videos, die Männern einfach nur einräumen, ebenfalls Röcke und Kleider zu tragen. Obwohl es durchaus Kleider gibt, die ich ohne Einschränkungen als Unisex bezeichnen würde.
Ich habe ein solches auf Etsy gefunden, es mir (in Dunkelrot) auf Maß anfertigen lassen - und liebe es 8) :
https://www.etsy.com/de/listing/1095087339/maxi-sweatshirt-hoodie-kleid-warmes?ref=related-4&pro=1&sts=1&variation1=2273389531&logging_key=2fd4234bab562c15df65315ffae147d9cb5acb72%3A1095087339
Mal sehen, ob ich noch dazu komme, mal ein Foto zu machen.
Ja, das Thema ist kompliziert.
LG, Micha
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Was ich allerdings noch nicht gefunden habe sind Videos, die Männern einfach nur einräumen, ebenfalls Röcke und Kleider zu tragen. Obwohl es durchaus Kleider gibt, die ich ohne Einschränkungen als Unisex bezeichnen würde.
Die gibt es schon, aber die sind großteils englischsprachig. Ich hatte da schon einige ganz interessante "How to style"-Videos gesehen, sowohl für einen maskulineren als auch einen feminineren bzw. androgyneren Look. Das waren übrigens keine KI-generierten Menschen, sondern echte Influencer. Für den Einstieg sind solche Videos eigentlich ganz gut und es mag für Anfänger sicherlich inspirierend sein.
Kann mich aber auch noch an einen deutschen Fashion-YouTuber erinnern, der ein Video den Röcken widmete. Neben Stylingtipps und Fotoshooting, gab es auch eine "Nacken-Challenge": Wie viele Leute drehen beim Vorbeilaufen ihren Nacken um, um sich zu vergewissern, dass er wirklich einen Rock trug. Im Video sieht man dann den Counter, wie viele es waren. War ganz witzig anzusehen.
Längere Videos zu dem Thema findet man eher auf YouTube. Wenn man kurze Clips sucht, findet man einiges auf Instagram oder TikTok. Da ist die Flut halt deutlich mehr und man wird regelrecht erschlagen, wenn der Algorithmus erstmal gecheckt hat, dass man sich dafür interessiert. Solche 30-Sekunden-Clip gehen aber eher in die Richtung einer kurzen "Outfit of the Day"-Präsentation.
Ich persönlich bin halt auch viel auf Discord und Reddit unterwegs. Es gibt online schon viel zu entdecken. Man muss nur ein bisschen danach suchen, sonst entgeht das einem leider. Ist man erstmal drin, spamt dich der Algorithmus allerdings damit schnell zu.
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Nun, die Filme, die Micha uns im Startbeitrag verlinkt hatte, stammen alle von demselben Youtube-User mit dem Account-Namen SissyTania18.
Schau ich mir vier dieser Videos an, fängt es an, tierisch zu langweilen.
Ausserdem gehen mir diese KI-optimierten oder KI-generierten Bilderwelten schnell auf den Keks,
abgesehen von den vielfach vorhandenen Schnittfehlern, Kontinuitätsfehlern, Tonfehlern, ja Fehlern auf allen Ebenen.
Aber es scheint einen Markt zu geben für diese Inhalte trotz eklatant schlechter Qualität.
SissyTania18 hat knapp 50.000 Abonnenten für diesen Youtube-Kanal. Dieser existiert knapp 3 Jahre, umfasst inzwischen über 12.000 eigene Videos und kann 55 Mio Klicks verbuchen.
Das ist ein Geschäftsmodell.
Rechnet man 87 ct pro 1000 Klicks, dann sind das rund 150 T€ Umsatz pro Jahr alleine aufgrund der Klicks. Und dann gibt es ja noch Lockangebote für eine Mitgliedschaft für 4,99 € im Monat. Wieviele da zahlende Mitglieder sind, lässt sich nicht rauskriegen. Aber unter den 50.000 Abonnenten werden sich ein paar finden, die bereit sind, dafür ein paar Euro monatlich abzudrücken.
Bei solch einem Umsatz lohnt es sich, ein paar teure Softwarepakete zu kaufen und Tag und Nacht im Akkord solche Filme zu generieren, bei denen es wohl noch nicht mal auf nennenswerte Qualitätsstandards ankommt. Vermutlich werden diese Filme sogar ohne Endkontrolle rausgehauen.
Wie groß muss für die Konsumenten dieser Filme das Verlangen nach diesen Mann-zu-Frau-Phantasien sein, sich mit diesen Filmen berieseln zu lassen? Selbst wenn die Klicks zu den Videos nur vielleicht zu einem Drittel bewusst und gezielt aktiviert wurden. Was sagt das über das Klientel aus? Was über unsere Gesellschaft?
Und wir sprechen ja nur über ein einziges Angebot von wahrscheinlich Hunderten dieser Art im Netz.
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Etwas ausgeschlafener, stelle ich fest, dass ich mich wohl verrechnet habe, vermutlich um den Faktor 6. Das ist schon ein nennenswerter Unterschied. Dennoch bleibe ich dabei, dass es für jemanden ein lohnendes Geschäftsmodell ist, entweder als Nebeneinkommen oder als einziges Einkommen, dann vermutlich gepaart mit noch ein paar weiteren Ausspielkanälen auf anderen Plattformen.
Edit: Oh, ja, auf der ersten Google-Findeseite habe ich insgesamt 7 verschiedene Plattformen gefunden (mehr hätten da überhaupt keinen Platz, so wie mir Google das anzeigt). Dort lassen sich ja auch Gelder generieren.
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Wie groß muss für die Konsumenten dieser Filme das Verlangen nach diesen Mann-zu-Frau-Phantasien sein, sich mit diesen Filmen berieseln zu lassen? Selbst wenn die Klicks zu den Videos nur vielleicht zu einem Drittel bewusst und gezielt aktiviert wurden. Was sagt das über das Klientel aus? Was über unsere Gesellschaft?
Und wir sprechen ja nur über ein einziges Angebot von wahrscheinlich Hunderten dieser Art im Netz.
Interessant finde ich auch die Frage: Warum gibt es sie (fast) nur als Mann-zu-Frau-Phantasien und nicht oder viel weniger auch umgekehrt?
LG, Micha
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Wie groß muss für die Konsumenten dieser Filme das Verlangen nach diesen Mann-zu-Frau-Phantasien sein, sich mit diesen Filmen berieseln zu lassen? Selbst wenn die Klicks zu den Videos nur vielleicht zu einem Drittel bewusst und gezielt aktiviert wurden. Was sagt das über das Klientel aus? Was über unsere Gesellschaft?
Und wir sprechen ja nur über ein einziges Angebot von wahrscheinlich Hunderten dieser Art im Netz.
Interessant finde ich auch die Frage: Warum gibt es sie (fast) nur als Mann-zu-Frau-Phantasien und nicht oder viel weniger auch umgekehrt?
LG, Micha
Weil Frauen wenig/kein Interesse daran haben.
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Interessant finde ich auch die Frage: Warum gibt es sie (fast) nur als Mann-zu-Frau-Phantasien und nicht oder viel weniger auch umgekehrt?
LG, Micha
Weil Frauen wenig/kein Interesse daran haben.
Naja, eigentlich wissen wir so ziemlich alle die Antworten.
Frauen haben wenig, eher kein Interesse daran, weil ihnen kaum bis keine Lebensbereiche mehr vorenthalten werden.
Männern schon.
Das erzählt dieses Phänomen über unsere Gesellschaft.
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In Bezug auf gendertypische Themen stimme ich Dir zu, Wolfgang. Und darum geht es ja bei diesen Phantasien: Sich vorzustellen, mal die Seite zu wechseln, um dadurch andere Möglichkeiten zu haben, z.B. in einem leichten Sommerkleid über eine Wiese zu tanzen. Das ist tatsächlich meine Lieblingsszene in einem der Videos. Vor allem weil ich weiß, dass ich es kann, auch ohne Geschlechtswechsel.
LG, Micha
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Frauen haben wenig, eher kein Interesse daran, weil ihnen kaum bis keine Lebensbereiche mehr vorenthalten werden.
Männern schon.
Puh, ziemlich harter Tobak, wenn ich mir den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen ansehe, die häusliche Gewalt gegenüber Frauen, das erhöhte Risiko für Frauen nachts raus zu gehen, und und und... die Liste der Benachteiligungen ließe sich ewig fortführen.
Aber die Männer sind ja die wahren Benachteiligten, weil ihre Röckchen nicht von jedem bejubelt werden.
Realsatire at it's best! ;D
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Bevor es hier wieder Richtung Stammtisch oder Büttenreden geht:
In großen Unternehmen gibt es schon sehr viele Frauen in Führungspositionen. Teils wegen Qualifikation, teils wegen Quote.
Bevor wieder Gleichmacherei für Gleichstellung gehalten wird: Wieviele Frauen wollen überhaupt diesen Job machen? Wieviele wollen die Ausbildung, das Studium machen?
Und wo ist die Männerquote in Medizin, Lehramt und Psychologie?
Wieviele Frauen wollen denn Müll entsorgen und wieviele wollen Grünflächen pflegen? Wo sind da die Quoten?
Nebenbei liegt es auch nicht an "den Männern" bei körperlicher oder häuslicher Gewalt gegen Frauen. Da gibt es schon Gruppen mit unterschiedlichen Verhaltensmustern. Diese müssen dabei auch klar benannt werden.
Immer schön die Rosinen rauspicken und Hintergründe oder echte Ursachen ausblenden. Große Klasse.
Aber dafür müsste man nicht nur alles ansprechen dürfen, sondern auch vorbehaltfrei aufklären und verfolgen wollen. Daran hapert es ganz extrem und man hält lieber an Vorurteilen und Allgemeinplätzen fest.
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Aber die Männer sind ja die wahren Benachteiligten, weil ihre Röckchen nicht von jedem bejubelt werden.
Endlich wird es hier ausgesprochen: Männer sind die wahren Opfer! Nicht nur die paar Rockträger, sondern besonders die Hosenträger.
Die möchten, wie Frauen, im Internet mit sexistischen und verachtenden Kommentaren bedacht werden. Aber es passiert viel zu selten. Auch sehnen sie sich danach, für die gleiche Arbeit weniger Gehalt als die Frauen zu bekommen. Und was passiert? Aus lauter Gemeinheit bekommen sie mehr! Skandalös! Und obendrein drängeln sich die Frauen bei der unbezahlten Care-Arbeit in der Familie vor. Und keiner fragt die Männer, ob sie Beruf und Familie miteinander vereinbaren können und stellt beide Alternativen an den Pranger (karrieregeil bzw. Heimchen am Herd).
Schon klar, dass Mann in der Fantasie gerne mal Frau sein möchte. In der Wirklichkeit jedoch beharrt Mann auf seinem sehr vorteilhaften Status. Ein gewisser F.M. aus dem Sauerland hat den Begriff "Pascha" verwendet. Zwar gemünzt auf junge Ausländer, aber wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst. 8)
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Frauen haben wenig, eher kein Interesse daran, weil ihnen kaum bis keine Lebensbereiche mehr vorenthalten werden.
Männern schon.
Puh, ziemlich harter Tobak, wenn ich mir den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen ansehe, die häusliche Gewalt gegenüber Frauen, das erhöhte Risiko für Frauen nachts raus zu gehen, und und und... die Liste der Benachteiligungen ließe sich ewig fortführen.
Aber die Männer sind ja die wahren Benachteiligten, weil ihre Röckchen nicht von jedem bejubelt werden.
Realsatire at it's best! ;D
Lieber Yoshi,
ich denke, es geht hier um Kleidungsvor- und -nachteile. Phantasien, gesellschaftlich aufzusteigen, werden seit Jahren nicht in Youtube-Videos, sondern im realen beruflichen Leben zu realisieren versucht.
LG, Micha
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Eben.
Frauen sind die Lebensbereiche nicht verwehrt. Manche sind vielleicht noch immer schwerer zu erreichen.
Männern ist in puncto Lifestyle, gerade Kleidung, es "gesellschaftlich" verwehrt. Das zu erreichen, fällt den meisten absolut schwer. Das beflügelt Befreiungsphantasien auf unterschiedliche Weise.
Einige von uns haben sich davon real befreit. Trotzdem hängen wir hier im Forum ab.
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Ja, so sehe ich es auch, lieber Wolfgang.
LG, Micha
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Es gibt natürlich viele Gründe für solche Videos und gerade deswegen gibt es so viele Klicks darauf.
Feminisation
Crossdressing
Drag Queen
Transsexuelle
usw.
Keines davon betrifft das Gesamtziel in diesem Forum.
Vielleicht vereinzelt einige Personen.
Frauen betrifft nur eines dieser Bereiche und da brauchen sie nix für machen, weil viele schon wie Männer rumlaufen.
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Lieber Micha,
Wolfgangs Begriff "Lebensbereiche" deutet vielmehr auf eine gesellschaftspolitische und soziologische Dimension hin, als dass es sich nur auf den modischen Aspekt beschränken ließe. Seine weitere Ausführung bestätigt meine vermutete Lesart.
Ich würde euch beiden widersprechen: Die Hürde als Mann einen Rock in seinen Alltag zu etablieren halte ich für bedeutend geringer als sich als Frau in den Männer dominierten Lebensbereichen durchzusetzen. Ihr vergleicht fehlenden Mut und mangelndes Durchsetzungsvermögen von vereinzelten Männern mit struktureller Diskriminierung der meisten Frauen.
Abgesehen davon halte ich deine Trennung von beruflicher und virtueller Welt für nicht mehr zeitgemäß. Diese Welten verschwimmen längst und beeinflussen sich gegenseitig in unserer alltäglichen Wahrnehmung.
Liebe Grüße
Yoshi
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Lieber Yoshi,
klar, sind die beiden Arten der Ungleichberechtigung nicht gleichzusetzen. Eher ist es ja auch so, dass die Diskriminierung rocktragender Männer deswegen erfolgt, weil hosentragende Männer ihre Hose als Statussymbol sehen. Es sind also in beiden Fällen Männer, die eine Hegemonie verteidigen.
Aber es ändert sich vieles, manches zum Guten, manches zum Schlechten.
LG, Micha
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Hallo Yoshi,
Ich würde euch beiden widersprechen: Die Hürde als Mann einen Rock in seinen Alltag zu etablieren halte ich für bedeutend geringer als sich als Frau in den Männer dominierten Lebensbereichen durchzusetzen. Ihr vergleicht fehlenden Mut und mangelndes Durchsetzungsvermögen von vereinzelten Männern mit struktureller Diskriminierung der meisten Frauen.
Abgesehen davon halte ich deine Trennung von beruflicher und virtueller Welt für nicht mehr zeitgemäß. Diese Welten verschwimmen längst und beeinflussen sich gegenseitig in unserer alltäglichen Wahrnehmung.
der allgemeine Vergleich ist so einfach, in meinen Augen nicht möglich.
Für manche Männer ist es, wenn sie selbst, für sich dazu bereit sind, keinerlei Herausforderung einen Rock zu tragen.
Es ist schlicht eine Abängigkeit von deren Lebenssituaton, und ihren sozialen Kontakten. Zu diesen Glücklichen kann ich mich zählen.
Ich kann nicht sagen, ob es sich um eine Mehrheit oder Minderheit handelt, aber ich befürchte, dass die Mehrheit nichtmal den Gedanken daran zulässt, aufgrund der zu erwartenden Probleme.
Welche strukturelle Diskriminierung Frauen winderfährt kann ich als Mann natürlich kaum beurteilen, das dürfte aber ebenso von den Lebensumständen abhängig sein.
Betrachte ich die Frauen in meinem Umfeld, egal ob beruflich oder privat, kann ich nichts Negatives beobachten, auch die Wahrnemung der Frauen selbst ist tatsächlich nicht so.
Insofern weichen in beiden Fällen, Mann oder Frau, meine persönlichen Erfahrungen, deutlich von dem ab, was mir in verscheidenen Medien als Fakt angeboten wird.
Ich möchte beides nicht als falsch deklarieren, jedoch sollte man immer im Auge behalten, dass ALLES immer auf subjektiven Wahrheiten und Lebensumständen beruht.
Die Trennung virtueller und beruflicher/realer Welt ist wohl ein vor allem ein Generationen-Thema.
Davon ist mMn abhängig, was man als zeitgemäß empfindet.
Ich trenne strickt.
Auch wenn Du alle realen Informationen über mich hast, wirst Du im Netz nichts über meine Person finden.
Kein Zufall, sondern IT-ler der alten Generation.
Und immer wenn ich kurz darüber nachgedacht habe, offener zu sein, kamen immer wieder neue Systeme und Techniken auf, die mich wieder davon abhielten, in jüngerer Zeit z.B. Plantir.
Überspitzt würde ich es so formulieren:
Jüngere Menschen werden nur als real wahrgenommen, wenn sie sich ständig posten und online präsent sind.
Ältere sind für ihr Umfeld auch valide durch Existenz, Anruf oder Postkarte.
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Danke Cephalus für deine differenzierte Antwort. Vielem aus deinem Beitrag kann ich vorbehaltlos zustimmen. Nur eines möchte ich ergänzen:
Ich möchte beides nicht als falsch deklarieren, jedoch sollte man immer im Auge behalten, dass ALLES immer auf subjektiven Wahrheiten und Lebensumständen beruht.
Ja, auch das stimmt. Allerdings soll es nicht so wirken, dass alles "subjektive Wahrnehmung" ist. Es gibt wissenschaftliche Studien, die objektiv belegen, in welchen Bereichen Frauen statistisch stärker benachteiligt sind oder sie statistisch häufiger Opfer werden. Inwiefern jede einzelne Frau betroffen ist, hängt wiederum von ihren Lebensumständen und ihrer subjektiven Wahrnehmung ab. Insofern behältst du jedenfalls Recht. :)
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Gibt es auch Studien zur kleidungsmäßigen Benachteiligung von Männern?
Oder müssen wir uns da auf Äußerungen subjektiven Empfindens beschränken?
Ja, natürlich die Studie von Barbara Vinken. Und sonst? Das Buch vom Holger. Und sonst?
LG, Micha
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Wieviele Frauen wollen überhaupt diesen Job machen? Wieviele wollen die Ausbildung, das Studium machen?
In vielen Studienfächern sitzen meist mehr Frauen und machen oft sogar die besseren Abschlüsse. Am Interesse mangelt es den Frauen jedenfalls nicht. Ich denke, jede Frau kommt irgendwann an den Punkt, wo sie sich die Frage stellt: Karriere oder Familie? Viele entscheiden sich für die Familie und Hausfrau/Mutter ist auch ein harter Full-time Job, was viele Männer unterschätzen.
Und wo ist die Männerquote in Medizin, Lehramt und Psychologie?
Ich halte nicht viel von solchen Quoten. Der Job sollte an die bessere Fachkraft gehen, unabhängig davon was zwischen den Beinen ist. Es gibt ja Werbekampagnen und staatlich-geförderte Programme, wo gezielt Männer angeworben werden, zumindest ist das bei uns im Erzieherberuf so und beim Grundschullehramt ist das ähnlich. Halte ich jedenfalls für sinnvoller als Quoten.
Wieviele Frauen wollen denn Müll entsorgen und wieviele wollen Grünflächen pflegen? Wo sind da die Quoten?
Die Arbeit wollen auch die meisten Männer nicht machen. Ich würde sie, ehrlich gesagt, auch nicht machen wollen. Ich will die Berufe keineswegs abwerten und habe großen Respekt davor, aber es sind echte Knochenjobs, die sich die wenigsten antun wollen.
Nebenbei liegt es auch nicht an "den Männern" bei körperlicher oder häuslicher Gewalt gegen Frauen. Da gibt es schon Gruppen mit unterschiedlichen Verhaltensmustern. Diese müssen dabei auch klar benannt werden.
Ich bin mal so frei: Die eine Gruppe sind liebenswerte Ehemänner, die andere Gruppe sind toxische Arschlöcher.
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Gibt es auch Studien zur kleidungsmäßigen Benachteiligung von Männern?
Oder müssen wir uns da auf Äußerungen subjektiven Empfindens beschränken?
Ja, natürlich die Studie von Barbara Vinken. Und sonst? Das Buch vom Holger. Und sonst?
LG, Micha
Habe ich dir da etwa einen Impuls geliefert für ein neues Buchprojekt? ;)
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Gibt es auch Studien zur kleidungsmäßigen Benachteiligung von Männern?
Oder müssen wir uns da auf Äußerungen subjektiven Empfindens beschränken?
Ja, natürlich die Studie von Barbara Vinken. Und sonst? Das Buch vom Holger. Und sonst?
LG, Micha
Habe ich dir da etwa einen Impuls geliefert für ein neues Buchprojekt? ;)
Nee nee, das überlasse ich lieber Soziolog:innen.
LG, Micha
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In vielen Studienfächern sitzen meist mehr Frauen und machen oft sogar die besseren Abschlüsse. Am Interesse mangelt es den Frauen jedenfalls nicht. Ich denke, jede Frau kommt irgendwann an den Punkt, wo sie sich die Frage stellt: Karriere oder Familie? Viele entscheiden sich für die Familie und Hausfrau/Mutter ist auch ein harter Full-time Job, was viele Männer unterschätzen.
Ohje ....
In den MINT-Berufen (das sind die mit den extrem guten Jobaussichten und mit richtig hohen Löhnen und Gehältern) sind Frauen nach wie vor die absolute Ausnahme. Elektrotechnik hat einen Frauenanteil von unter 2%, im Maschinenbau sieht es nicht wesentlich besser aus. Diese Berufe sind sehr wohl auch in Teilzeit zu machen und Homeoffice ist da in den meisten Fällen auch kein Problem.
Und dafür gibt es keinerlei biologische Gründe, außer eben dem tradierten Verdacht, dass Frauen eben anders "verdrahtet" sind, und zumindest teilweise so ihre Probleme mit Logik haben könnten [man beachte den Konditionalis].
Mein Verdacht ist eher, dass die in Deutschland vorherrschende Erziehung Frauen systematisch von solchen Jobs abhält. Jedenfalls findet man in den "neuen Bundesländern" und anderen Ländern mit einer traditionell "polytechnischen" Erziehung immer noch sehr deutlich viel mehr Frauen in solchen Berufen.
Jedenfalls bekomme ich immer Fußpilz, wenn auf Plakaten "Frauen können es", Models zu sehen sind, die den Lötkolben an der Heizpatrone festhalten (schon mehr als einmal gesehen). Wäre jemandem mit (schulischem) Technikunterricht niemals passiert.
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In vielen Studienfächern sitzen meist mehr Frauen und machen oft sogar die besseren Abschlüsse. Am Interesse mangelt es den Frauen jedenfalls nicht. Ich denke, jede Frau kommt irgendwann an den Punkt, wo sie sich die Frage stellt: Karriere oder Familie? Viele entscheiden sich für die Familie und Hausfrau/Mutter ist auch ein harter Full-time Job, was viele Männer unterschätzen.
Ohje ....
In den MINT-Berufen (das sind die mit den extrem guten Jobaussichten und mit richtig hohen Löhnen und Gehältern) sind Frauen nach wie vor die absolute Ausnahme. Elektrotechnik hat einen Frauenanteil von unter 2%, im Maschinenbau sieht es nicht wesentlich besser aus. Diese Berufe sind sehr wohl auch in Teilzeit zu machen und Homeoffice ist da in den meisten Fällen auch kein Problem.
Das stimmt. In diesen Fächern sind die Frauen unterrepräsentiert. Deine Prozentangaben scheinen aber etwas veraltet zu sein. Mir kam das etwas zu niedrig vor, deswegen habe ich mal aus Interesse kurz gegoogelt.
Bei Elektrotechnik sind es um die 20% Studentinnen (siehe vgl. VDE (https://www.vde.com/de/presse/pressemitteilungen/studie-frauen-image-elektrotechnik), 2024) und bei Maschinenbau immerhin um die 10% (siehe vgl. Studie am MIT (https://www.ingenieur.de/karriere/bildung/hochschule/die-wahren-gruende-fuer-den-geringen-frauenanteil-im-maschinenbau/), 2020).
Da gibt es wohl auch eine Entwicklung in den letzten Jahren.
Aber das ist in klassischen Frauenberufen nicht anders. In meiner Erzieherausbildung waren wir ca. 20% Männer. Wenige Jahr davor wäre ich wahrscheinlich noch der Einzige gewesen.
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Bei Elektrotechnik sind es um die 20% Studentinnen (siehe vgl. VDE (https://www.vde.com/de/presse/pressemitteilungen/studie-frauen-image-elektrotechnik), 2024) und bei Maschinenbau immerhin um die 10% (siehe vgl. Studie am MIT (https://www.ingenieur.de/karriere/bildung/hochschule/die-wahren-gruende-fuer-den-geringen-frauenanteil-im-maschinenbau/), 2020).
Da gibt es wohl auch eine Entwicklung in den letzten Jahren.
Das ist schon eine krasse Entwicklung:
Auch wenn ich keine belastbaren Statistischen Zahlen zur Hand Habe, erinnere ich mich noch gut an mei E-Technikstudium an der TU. Im Audimax (Fassungsvermögen 1000 Personen) saßen immer exakt 3 Frauen für die E-Technik-relevanten Vorlesungen.