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Infothek => Treffen und Veranstaltungen => Thema gestartet von: Slothorpe am 31.12.2025 14:06
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Hallo,
wir, d.h. meine Frau und ich, waren gesten Abend im Musical Kinky Boots im Admiralspalast, Freunde hatte mir das zum 60ten geschenkt, weil sie es wohl recht passend fanden ;-)
Da ich High Heels sehr liebe und die Musik von Cindy Lauper geschrieben wurde, die ich sehr verehre, war ich auch wirklich gespannt, obwohl Musical sonst nicht mein Genre ist...
Standesgemäß bin ich im Lederrock und hohen Stiefeln, meine Frau im Kleid und hohen Stiefeln dort hin… natürlich mit den Öffentlichen…
Insgesamt sind wir da doch irgendwie ambivalent raus gegangen. Die Handlung ist zwar ganz Ok (will das hier nicht spoilern, falls Ihr da auch noch hin wollt) aber doch an vielen Stellen recht konventionell und klischeehaft. Der ganze Umgang mit dem Thema Crossdressing ist - naja klar, es ich ein Musical für die Massen - doch sehr auf die klassischen Travestie Bilder und Gags aufgebaut, wie wir sie auch aus vielen Filmen kennen. Die Hauptperson, Dargqueen Lola - die eigentlich eher Crossdresser ist -, muss sich natürlich meist sehr "campy" benehmen. Aber es gibt durchaus einige ganz gute und stimmige Momente und Dialoge, in denen das Klischeehafte etwas hinterfragt wird.
Die Musik ist halt auch typisch Musical, da hätte ich Cindy mehr zugetraut ;-) Aber immerhin sind die Gesangs- und Tanzszenen, gerade wenn die Bühne voller war, doch recht beeindruckend - ist ja auch ne Herausforderung für die Schauspielerinnen, gerade für die älteren, Singen und Tanzen gleichzeitig auf hohem Niveau sind schon zwei sehr unterschiedliche Dinge.
Das Publikum war das normale Musical Publikum, natürlich auch viele Touristen, jetzt über die Feiertage. Vorher, hinterher und in der Pause war ich eigentlich der einzige Crossdresser, den ich sah, außer mir noch ein Mann in Lederleggings und zum Musical passenden roten high Heels Boots.
Ist das Musical jetzt ein Beitrag um CD für "normalen" Menschen "normaler" zu machen oder einfach nur eine Form, sich zu amüsieren darüber, dass es Menschen gibt, die nicht in die Konventionen passen ? ich weiß es nicht.... Würde ich es empfehlen hinzugehen? Wer Musical ansich mag, macht da sicher nix falsch... aber ob ich persönlich fast 160€ - so viel hätten unsere 2 Karten gekostet und das waren nicht die besten Plätze - ausgeben würde? Eher nicht...
Btw: ich sehe gerade, dass es wohl Anfang Januar - vermutlich wegen schlechter Auslastung - Karten für 29€ geben soll...
Liebe Grüße
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Ich kenne nur den Film, auf dem dieses Musical beruht. Der kam vor gut zwanzig Jahren heraus und ich fand ihn damals zwar nicht besonders originell, aber ganz amüsant.
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Ich hab das Musical mit einigen anderen "Hochbeschuhten" bereits anfang 2018 in Hamburg besucht.
War ein toller abend. Aber die Handlung grundsätzlch, wie von Slothorpe beschrieben.
Überlege gerade trotzdem, in einigen Wochen nochmal hinzugehen, wenn Sie in Oberhausen aufschlagen...
Warte nur noch, ob der Preis evtl etwas fällt.... ;D
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Danke für den Bericht, slothorpe!
Ich denke, so ein Musical wird geschrieben, um dem Publikum nette, leichte Unterhaltung zu bieten, aber nicht um die Welt zu verbessern. Insofern war wohl auch kein Statement für unsere Themen zu erwarten. Der Film habe ich vor vielen Jahren mal gesehen und fand ihn nett.
Ich kann mir vorstellen, dass er sich gut als Gelegenheit eignet für Männer, die einmal Heels ausführen möchten. Vermutlich macht man damit sogar den anderen Besuchern eine Freude, weit man zum Rahmen des Musicals beiträgt.Vermutlich unterstützt man damit aber auch das gebotene Klischee, weil wohl niemand sich vorstellen kann, dass wir das auch in Alltag tragen.
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Keine Frage, es wird halt etwas vollmundig als
„ Die berührende Geschichte über Mut, Selbstentfaltung und Zusammenhalt …. eine Show, die Mut macht, inspiriert und die Individualität feiert“ beworben, dazu ist es dann doch zu sehr in den Klischees vergangener Tage gefangen…
Ich war überrascht, außer mir nur einen Mann (und außer meiner Frau auch nur wenig Frauen) in hohen Schuhen zu sehen….