Rockmode.de
Röcke und mehr... => Artikel und Presseberichte => Thema gestartet von: Skirtedman am 20.01.2026 14:17
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Hier geht es darum, eine potenzielle aktive Öffentlichkeitsarbeit für das Thema "Rock am Mann" zu diskutieren.
Klar ist, dass jeder, der sich im Rock vor die Haustür traut, auf seine individuelle Weise Öffentlichkeitsarbeit leistet.
Hier in der Diskussion soll es darum gehen, ob man das aus unserer Kraft noch unterstützend mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit forcieren.
Das Forum alleine ist bereits eine Art Öffentlichkeitsarbeit.
Man könnte es aber auch durch weitere gezielte Maßnahmen intensivieren, zum Beispiel durch Treffen, Aktionen oder Pressearbeit.
- individuell oder gebündelt durch Teilnehmer dieses Forums -
Das soll hier diskutiert werden.
Über Sinn, Nutzen, Formen, Ideen, Inhalte, Notwendigkeiten
Dafür möchte ich mit diesem Thread einen wieder auffindbaren Raum schaffen.
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Ich beginne hier mal mit dem Schwerpunkt Pressearbeit, hauseigen sozusagen, das heisst mehr oder weniger aus dem Forum heraus.
Den neuen Impuls dazu gab SW Michl da in jenem Thread (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10313.msg205974#msg205974). Daraufhin gab es einige Anmerkungen dazu, u.a. auch von mir. Ich denke, es lohnt auf jeden Fall, dort auch die paar folgenden Beiträge zu lesen.
Hier jetzt versuche ich, ein bisschen das zusammenzufassen, und mit weiteren Anmerkungen dazu ggf. eine Diskussion in Gang zu bringen mit offenem Ausgang, ggf. auch mit Schlummer-Charakter bis die Zeit dafür ggf. mal wieder reif sein könnte:
Ich wage die Prognose, dass wir uns nicht auf einen gemeinsamen Pressetext einigen können. Fängt vermutlich schon damit an, dass einige sagen: Pressetext, wozu? Und andere: Pressetext ja, aber nicht mit diesem Inhalt.
Vielleicht aber gibt es ja einen genialen Menschen unter uns im Forum, der alle Interessen irgendwie unter einen Hut kriegt.
Ist ein gemeinsamer Text erforderlich?
Wir haben keine feste Struktur, schon garnicht rechtlich, sondern sind ein loser Haufen, den meist nur ein gemeinsames Thema verbindet.
Kann dann nicht ein Einzelner, der sich berufen fühlt, sowas generieren?
Sollte dann Interesse oder Nachfragen aufkommen, können Interessierte noch ins Boot geholt werden, was dann sicher einfacher ist, als von vorneherein viele unter einen Hut zu bekommen.
Ich denke wer will, kann einfach mal machen - warten wir es ab.
Vielleicht macht das jemand, der einen Bezug zu Medien und Journalismus hat und gewandt schreibt?
Vorab: egal, was geschieht - falls was geschehen sollte -, es kann immer auch der Verweis mit auf rockmode.de gegeben werden.
Bei der Frage "braucht es einen gemeinsamen Text?" kommt es darauf an, was das Kernziel des Pressetextes ist:
1. Geht es um "Rock am Mann" (braucht es keinen gemeinsamen Text)
2. Geht es um die Bekanntmachung von rockmode.de
braucht es entweder die Inhalte von den Forumsbetreibern, die mit Unterstützung von ein, zwei oder mehr Freiwilligen
daraus einen Text erstellen und ggf. aktive Initiativen anleiern (kein gemeinsamer Text)
oder die Forumsbetreiber delegieren das an die Teilnehmer vom Forum und es wird ausdiskutiert
mit dem Ziel eines gemeinsamen Textes und ggf. das Ausdiskutieren der darauf folgenden Initiativen
(also gemeinsamer Text)
Bei den Fällen unter Punkt 2 liegt das primär in der Entscheidung der Forumsleitung.
Ausserhalb der Saurengurkenzeit ist in den Medien es am einfachsten anlassbezogen zu agieren. Das können besondere Tage sein oder Themen, die gerade durch die Medien gehen.
Bei anlassbezogener Pressearbeit gibt es diese Möglichkeiten:
- im Vorfeld des Anlasses
- genau zum Anlass
- direkt nach dem Anlass, wenn man selbst am Anlass beteiligt war
- nach der Berichterstattung nach dem Anlass, um zu der Medienaufmerksamkeit sein eigenes Statement zu plazieren.
Je nach Anlass kann alles Sinn machen oder aber nur das eine oder andere.
Und je nach Anlass muss der Bezug entsprechend formuliert werden und unser Pressetext inhaltlich ggf. auf Einzelaspekte unserer Interessen fokussiert werden.
Anlässe könnten sein z.B.:
- Rethink Masculinity Day (8. April) (breites Themenspektrum)
- Internat. Frauentag (8. April) (z.B. mit Fokus auf 'sichtbarster Sexismus in unserer Gesellschaft: alle Männer in Hosen!')
- Christopher Street Day(s) = CSDs (z.B. 'nicht-queer, trotzdem anders' oder 'nur ein bisschen queer' oder so)
- Karneval (z.B. 'Mann im Rock ist keine Verkleidung')
Hängt man sich an externe Anlässe an, so wäre bei der Nachverfolgung des Anlasses eben besonders wichtig, die Medien zu beliefern, die über den Anlass berichtet hatten, weil eben dort schon einmal mediale Präsenz des Anlasses stattgefunden hat (z.B. beim 8. April wohl z.B. die Zeitung für Lüneburg, Zeitungen in der Schweiz)
Natürlich kann man auch alles passiver gestalten und nicht auf die Medien zugehen, aber leicht auffindbar im öffentlichen Teil des Forums unter dem Menüpunkt "Pressetext" einen vorformulierten Text anbieten für Rechercheure aus den Medien.
Soweit meine näheren Anmerkungen zu der Idee, Pressearbeit im Sinne von "Mann am Rock" oder im Sinne vom Forum zu entwickeln, um eventuell einer aufkommenden Diskussion etwas Orientierungsstruktur zu bieten.
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Danke Wolfgang fürs Threaderöffnen :)
1. Geht es um "Rock am Mann" (braucht es keinen gemeinsamen Text)
2. Geht es um die Bekanntmachung von rockmode.de ...
Hauptsächlich geht es uns doch um 1. würd ich mal schätzen.
Rockmode.de als Medium, dem wir die Existenz unserer Community verdanken, können und sollten wir oft mit erwähnen.
...
Anlässe könnten sein z.B.:
- Rethink Masculinity Day (8. April) (breites Themenspektrum)
...
- Karneval (z.B. 'Mann im Rock ist keine Verkleidung')
Ersteres finde ich naheliegend und damit unterstützenswert, letzteres eine originelle und deshalb verfolgenswerte Idee.
...
Natürlich kann man auch alles passiver gestalten und nicht auf die Medien zugehen, aber leicht auffindbar im öffentlichen Teil des Forums unter dem Menüpunkt "Pressetext" einen vorformulierten Text anbieten für Rechercheure aus den Medien.
Das sähe ich als positives Nebenprodukt.
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Ich nehm das mal hier rüber:
...
Manches liegt 20 Jahre zurück :o
...
Ich meine mich dumpf zu erinnern, dass manche Möglichkeit ungenutzt blieb, weil sich niemand fand, der sich für die Medien entsprechend öffentlich positionieren wollte.
Das könnte immer noch eine Schwierigkeit sein.
Eine andere war die, dass keiner die damit verbundene Arbeit auf sich nehmen wollte.
Also lieber nicht ganz glücklich mit dem was öffentlich erzählt wird, als viel Arbeit reinhängen, und sich dabei doch nicht sicher sein zu können, dass wirklich genau das Gewünschte aus dem Input generiert wird.
Das waren also begrenzende Knackpunkte bisher. Danke. Finde ich nachvollziehbar.
Na, mal schauen, ob wir sie diesmal überwinden können.
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Ich persönlich verzichte auf aktive Öffentlichkeitsarbeit, weil ich nicht auf der Bühne stehen muss, weil ich nicht Teil eines (kleinen) Trends sein muss und weil selbst diese klitzekleine Gruppe so inhomogen und stellenweise intolerant ist, dass die Darstellung einer persönlichen Motivation sofort die Kritiker aktiviert, warum nicht auch deren Motivation mindestens gleichwertig dargestellt wird.
Beispiel: Wenn ich erzähle, dass ich als Mann einfach mehr Vielfalt bei der Kleidung haben möchte, wird jemand um die Ecke kommen und fordern, dass es um Gleichberechtigung (Soviel Kleidung wie Frauen) oder diverse Geschlechtsidentitäten gehen müsse.
Für die Klientel, die nur in Schubladen und Parteizugehörigkeiten denkt und jedem eine solche unterstellt, bin ich sowieso raus. Also stehe ich einfach für mich selbst, mache, das, was ich angemessen finde und sehe grob drüber hinweg, wenn ich das Gefühl habe, dass in der Werbung für die Sache manchmal auch der Bock zum Gärtner wird.
Es hat ja eine gewisse Tradition: Was tun 3 alte Männer, wenn sie nichts zu sagen haben? Sie gründen einen Verein (Achtung Ironie)
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Das war aus Versehen im anderen Thread gelandet: https://dress2kilt.eu/s0123.htm (https://dress2kilt.eu/s0123.htm),
Der Text diente ja der PR für unsere Sache. Ferdi hatte ihn auf seine Website gestellt, und Gregor hatte ihn nach Ferdis Tod auf seine Site gerettet. Der Text ist von 1999.
Aber auch 2013 hatte ich einiges an PR gemacht, verbunden mit Beiträgen über mich im Siegburg aktuell Newsletter, in der Zeitung "Express" und im Fernsehen im WDR und Sat1. Danach ließ das Interesse der Medien wieder nach.
LG, Micha
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Danke, Micha, für Deinen Impuls.
Als erste unqualifizierte Anmerkung dazu möchte anmerken,
dass nicht jeder sich mit dem Ausdruck Hosenzwang (aus Deiner Überschrift) identifizieren kann.
Nur mal zwei Beispiele hierfür: Link 1 (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10144.msg200703#msg200703:~:text=Es%20gibt%20keinen%20Hosenzwang.%20Oder%20steht%20jemand%20mit%20geladener%20Knarre%20hinter%20dir%20und%20zwingt%20dich%2C%20eine%20Hose%20zu%20tragen%3F), Link 2 (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10144.msg200705#msg200705:~:text=Gut%20auf%20den%20Punkt%20gebracht.)
Beiden verlinkten Aussagen muss ich zwar widersprechen,
dem ersten generell, dem zweiten Link nur in Teilen.
Denn in Verlautbarungen, Pressetexten oder Pressemitteilungen kann man, je nach Situation, durchaus auch mit Emotionen agieren.
Ich wollte nur kurz aufzeigen, dass bei so mancher verbreiteten Sichtweise längst nicht jeder dahintersteht.
Mehr zu Deinem Impuls irgendwann später von mir in diesem Theater.
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Lieber Wolfgang,
wir haben ja oft sehr verschiedene Sichtweisen in diesem Forum.
Von Zwang nur zu reden, wenn mit Waffengewalt gedroht wird, ist indes schlichtweg Unsinn.
Dann das Wort "Zwang" unter Umständen nicht willkommen ist, ist aber klar.
Meine Überschrift von damals sollte aber auch mal provozieren, denn das unhinterfragte, geradezu selbstverständliche Hosentragen ohne Alternativen, kann dann als Zwang empfunden werden, wenn man anfängt, es zu hinterfragen und ihm die Selbstverständlichkeit nimmt. Dazu sollte die Überschrift anregen, so wie der ganze Text.
LG, Micha
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Danke für die neue Initiative, Wolfgang. Wir hatten ja vor einiger Zeit mal über eine Vereinsgründung diskutiert, damals ohne Ergebnis. Insofern kann die Konzentration auf Öffentlichkeitsarbeit möglicherweise das niedrigschwelligere und daher erfolgsversprechendere Format sein. Dennoch steht die Frage: Wer sind wir bzw. wer wird Urheber dieser Öffentlichkeitsarbeit? Damals hatte ich das so verstanden, dass gerade die Öffentlichkeitsarbeit das Hauptziel eines Vereins sein sollte.
Grundsätzlich sehe ich sowohl unser schönes Forum hier wie auch eine potenzielle Öffentlichkeitsarbeit in erster Linie als Mittel zum Zweck, um das Thema Rock am Mann zu verbreiten. Unbenommen davon ist es natürlich ein soziales Netzwerk, über das ich einige liebe und ähnlichgesinnte Menschen kennengelernt habe, einige davon ja auch bereits persönlich.
Inhaltlich würde ich als Schwerpunkt schon das Thema Kleidungsfreiheit sehen und die Parallele zur Befreiung der Frau aus dem Rock vor 100 Jahren sehen, deren Pendant, die Befreiung des Mannes aus der Hose, ja noch aussteht. Und ja, doppelrock, diese Freiheit ist noch eingeschränkt, wenn zwar nicht juristisch, so doch gesellschaftlich. Im Übrigen bin ich immer noch dafür, positiv besetzte Begriffe zu verwenden, also nicht Hosenzwang sondern eher Kleidungsfreiheit.
Zu den Anlässen:
- Der Rethink Masculinity Day ist sicherlich thematisch am besten geeignet, jedoch wohl noch recht unbekannt, oder?
- Der Internationale Frauentag, der am 8. März (nicht April) in Berlin sogar Feiertag ist, bedarf einer ausführlichen Erklärung, wieso wir als Männer uns da dranhängen wollen. Ich habe Zweifel, dass das funktioniert.
- Christopher Street Day(s) = CSDs (z.B. 'nicht-queer, trotzdem anders' oder 'nur ein bisschen queer' oder so). Ja und Nein. Es würde m.E. nur funktionieren, wenn uns die queere Szene als Teil von sich sieht. Am plakativsten wäre, wenn wir dem LGBT.... einen weiteren Buchstaben, der für uns steht, hinzufügen könnten. Ich sehe jedoch, dass viele unter uns auch ihre Männlichkeit betonen und sich bewusst von der queeren Szene abgrenzen.
- Karneval (z.B. 'Mann im Rock ist keine Verkleidung'): Nein. Karneval ist Verkleidung. Wir verkleiden uns jedoch nicht. Die Verneinung ("...ist keine Verkleidung") wird wahrscheinlich nicht so wie gewollt verstanden. Karneval kann m.E. lediglich Anlass für diejenigen, die noch Hemmungen haben, sich im Rock in der Öffentlichkeit zu zeigen, sein, es erstmals zu wagen.
Ich würde mich freuen, wenn wir dieses Mal was zustande bringen würden.
LG, Albis
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Ich habe im ursprünglichen Thread davon berichtet, was ich an die Redaktion des WDR5 geschrieben und was ich als Antwort bekommen habe:
https://www.rockmode.de/index.php?topic=10313.msg206041#msg206041
Ich denke, auch solche Schreiben an Radio- oder Zeitungsredaktionen können ein wichtiger Teil von Öffentlichkeitsarbeit sein.
Daneben betrachte ich auch mein Instagram-Profil als Teil meiner regelmäßigen Öffentlichkeitsarbeit: https://www.instagram.com/berndjj/
Dort habe ich vor allem mein Story-Highlight "Kleider" mit vielen Bildern von mir im Kleid (oder Rock). Ansonsten poste ich gelegentlich zwischen anderen Bildern und Nachrichten Beiträge, in denen ich im Kleid zu sehen bin. Mein persönliches Ziel ist es, meinen immerhin 185 Instagram-Followern (von denen die meisten mir nicht wegen meiner Kleidung folgen, sondern weil sie anderweitig mit mir zu tun haben) und weiteren, die dort auf meine Beiträge stoßen, einen ganz normalen Mann zu präsentieren, der verschiedene Engagements und Interessen hat und nebenbei halt auch Kleider und Röcke trägt, als sei es das Normalste der Welt.
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Zu den Anlässen:
- Der Rethink Masculinity Day ist sicherlich thematisch am besten geeignet, jedoch wohl noch recht unbekannt, oder?
- Der Internationale Frauentag, der am 8. März (nicht April) in Berlin sogar Feiertag ist, bedarf einer ausführlichen Erklärung, wieso wir als Männer uns da dranhängen wollen. Ich habe Zweifel, dass das funktioniert.
- Christopher Street Day(s) = CSDs (z.B. 'nicht-queer, trotzdem anders' oder 'nur ein bisschen queer' oder so). Ja und Nein. Es würde m.E. nur funktionieren, wenn uns die queere Szene als Teil von sich sieht. Am plakativsten wäre, wenn wir dem LGBT.... einen weiteren Buchstaben, der für uns steht, hinzufügen könnten. Ich sehe jedoch, dass viele unter uns auch ihre Männlichkeit betonen und sich bewusst von der queeren Szene abgrenzen.
- Karneval (z.B. 'Mann im Rock ist keine Verkleidung'): Nein. Karneval ist Verkleidung. Wir verkleiden uns jedoch nicht. Die Verneinung ("...ist keine Verkleidung") wird wahrscheinlich nicht so wie gewollt verstanden. Karneval kann m.E. lediglich Anlass für diejenigen, die noch Hemmungen haben, sich im Rock in der Öffentlichkeit zu zeigen, sein, es erstmals zu wagen.
Ich bin bei Dir, dass der RMD am besten geeignet scheint, weil die Aktion auf den größten Kern hier zutreffen dürfte. Finde es aber erstmal wichtig, dass es nicht zu viele Veranstaltungen werden, weil eine größere Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit erregt, als viele zu kleine Gruppen.
Für die Nordlichter liegt Lüneburg glaube ich schon sehr gut. Also werde ich mich daran beteiligen.
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in den vergangenen 25 Jahren gab es verschiedene Bestrebungen den Rock am Mann mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.
Aus meiner Sicht erlebte ich die Zeit von 2000 - 2005 am intensivsten. Danach wurde es zunehmend ruhiger.
Es gab viele Männerrockstammtischgründunge n in den verschiedenen Städten Deutschlands. Ich erinnere mich an Stammtischtreffen in monatlichen teils sogar 2 wöchigen Rythmus in München, teilweise mit über 20 Teilnehmern, Männer im Rock mit ihren Partnerinnen. Es gab viele Veröffentlichungen und in Illustrierten und auch im Fernsehen. Ferdi reiste von Stammtisch zu Stammtisch und trat auch im Fernsehen auf. (Irgendwo hab ich glaube ich noch eine CD von seinem Auftritt bei Jürgen von der Lippe.
Damals waren die meisten Outfits weniger spektakulär und tageslichttauglicher, Und die ganze Sache war noch nicht politisch aufgeladen. Es war auch noch nicht von Gender und dem LGBTQ die Rede.
Heute trifft sich der Münchner Stammtisch wenns hochkommt noch einmal im Jahr, mit einer überschaubaren Anzahl an Männern.
Das ganze hat sich verändert. Sozusagen aufgefächert oder zerfasert.Da geht es nicht mehr um Mann sein im Rock. Da schwingt noch der ganze politische Rattenschwanz mit, mit dem ich persönlich gar nichts zu tun habe/haben will. Mein Stil ist unverändert, wahrscheinlich wegen zurückweichendem Haupthaar und vorgerücktem Alter sogar muskuliner erscheinend als früher,
Nach wie vor interessiert mich nur die Erweiterung der Mode für den Mann. Nicht verbunden mit, Klimawandel, Gender, verschiedenen sozialen Geschlechtern, Weiblichkeit, Homosexualität, und allem was man da sonst noch so dranhängen möchte.
Und natürlich fehlt mir heute die Aufbruchsstimmung des jungen Mannes von damals.
Und deshalb laufen die Bemühungen ins Leere.
Der Rock am Mann geht einfach unter in diesem Begleitlärm, mit dem eine immer breitere Menge von Menschen nichts zu tun haben will.
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Also bei mir war es eher so, lieber Zwurg, dass es mir nie nur um das Mannsein im Rock ging, wenngleich meine damaligen Texte, das vielleicht so erscheinen lassen. Aber ich denke, es war eher ein Anpassung an das sozial Erwartete. Ich brauchte einige Jahre, um mich mehr zu trauen. Uns so scheint es hier vielen oder zumindest einigen zu gehen.
Die von Dir angesprochenen politischen Themen sind in der gesamten Gesellschaft stärker geworden. Sie tauchten so aus dem Untergrund auf, weil sich Betroffene endlich trauen, sich zu äußern (Gender, LGBTQ) oder weil sie leider deutlich merkbar werden (Klima). Und dann gibt es Gegenbewegungen von Menschen, die das alles nicht wahrhaben wollen, weil es für sie unangenehm ist. Daher dann der Lärm.
Was das dann alles zu tun hat mit dem Rocktragen von Männern, Frauen und Diversen ... Ich weiß es nicht.
Vielleicht haben viele Männer aufgegeben, weil es ihnen nicht schnell genug ging, und ihnen der lange Atem und/oder die Leidenschaft fehlt. Oder es ist ihnen langweilig geworden. Oder sie haben Angst vor dem Gegenwind, woher sie auch immer ihn wehen sehen.
LG, Micha
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Ich persönlich verzichte auf aktive Öffentlichkeitsarbeit, weil ich nicht auf der Bühne stehen muss, weil ich nicht Teil eines (kleinen) Trends sein muss und weil selbst diese klitzekleine Gruppe so inhomogen und stellenweise intolerant ist, dass die Darstellung einer persönlichen Motivation sofort die Kritiker aktiviert, warum nicht auch deren Motivation mindestens gleichwertig dargestellt wird.
Beispiel: Wenn ich erzähle, dass ich als Mann einfach mehr Vielfalt bei der Kleidung haben möchte, wird jemand um die Ecke kommen und fordern, dass es um Gleichberechtigung (Soviel Kleidung wie Frauen) oder diverse Geschlechtsidentitäten gehen müsse.
Für die Klientel, die nur in Schubladen und Parteizugehörigkeiten denkt und jedem eine solche unterstellt, bin ich sowieso raus. Also stehe ich einfach für mich selbst, mache, das, was ich angemessen finde und sehe grob drüber hinweg, wenn ich das Gefühl habe, dass in der Werbung für die Sache manchmal auch der Bock zum Gärtner wird.
Es hat ja eine gewisse Tradition: Was tun 3 alte Männer, wenn sie nichts zu sagen haben? Sie gründen einen Verein (Achtung Ironie)
Danke, @Doppelrock... - You made my Day !! ;D
Sehe ich genauso!!
Ich denke, wir müssen hier keine riesigen Steine bewegen... - NÖ!!
Wir müssen einfach nur wir selbst sein.... - so rausgehen, wie wir uns wohl fühlen...
Und vor allem: Wir dürfen nicht scheu sein, wenn jemand Fragen hat!! Sei es aktiv auf uns zugehend, oder auch passiv durch fragende Blicke....
Wir müssen da evtl auch mal pro-aktiv erklären.... - "Wieso, wehalb, warum..."
Das ist genau die Schiene, mit der ich seit Jahren hier im Umfeld (Privat, Dorf, Arbeit,....) sehr gut fahre....
Und außer meiner verbohrten Mutter hat das mittlerweile auch jeder gleich akzeptiert....
Geiler Typ.... - Wie immer.... - nur jetzt mit anderer Garderobe.... - So what...
Sei einfach du selbst.... - tu was du liebst und dir gefällt... - und mach dabei ne gute Figur....
DAS ist die BESTE Öffentlichkeitsarbeit....
Einfach so tun, als wäre es das normalste der Welt...
Jm2c,
CES
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Einfach so tun, als wäre es das normalste der Welt...
Wenn ich meine ganze Rocklaufbahn, die lange in Teilen recht zögerlich war, zurückdenke:
Leichter gesagt als getan!
Aber:
Genau so isses!
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Wobei ich das genau so mache, jeden Tag, wie Doppelrock und Chris es hier propagieren. Aber das eine - das private Rocktragen im Alltag - muss das andere - die PR für ein Umdenken in der Gesellschaft - nicht ausschließen. Das hat nichts mit Schubladendenken zu tun, sondern mit einer Hoffnung auf Fortschritt.
LG, Micha
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Im Grunde drhet sich das Thema ständig im Kreis, es gab ja auch schon mal einen Strang zwecks Vereinsgründung, Auch da war der persönliche Richtungsstreit schon ausgeprägt.
In einer Gesellschaft, in der Individualität nur in harmloser dekorativer Form oder als Gratismut geduldet wird, bedeutet echte Individualität erstmal im eigenen Inneren aufräumen, wieder Bauchgefühl spüren und auf den Hausverstand hören. Und das dann entsprechend zu leben.
Dagegen wird es Interessenten abschrecken, wenn jemand, der nur Nachrichten nachspricht, ohne sie zu verstehen, aber ständig belehrt und moralisiert. Selbst hier im Forum kann jeder den Unmut darüber wahrnehmen, wenn er denn möchte.
Also die eigene Mitte finden, ausgeglichen und positiv gestimmt leben, dann gibt es auch interessierte Kontakte oder Nachahmer. Ganz ohne Druck, nur mit Freude und Sympathie.
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Vielleicht haben viele Männer aufgegeben, weil es ihnen nicht schnell genug ging, und ihnen der lange Atem und/oder die Leidenschaft fehlt. Oder es ist ihnen langweilig geworden. Oder sie haben Angst vor dem Gegenwind, woher sie auch immer ihn wehen sehen.
Oder das Gegenteil ist der Fall.
Ich fühle den gesellschaftlichen Druck nicht mehr wie vor 20 Jahren.
Ich brauche keine Unterstützung, keine Besätigung mehr, ich kann viel einfacher machen, was ich will.
Damals waren die meisten Outfits weniger spektakulär und tageslichttauglicher,
(...)
Mein Stil ist unverändert, wahrscheinlich wegen zurückweichendem Haupthaar und vorgerücktem Alter sogar muskuliner erscheinend als früher,
Nach wie vor interessiert mich nur die Erweiterung der Mode für den Mann.
Ich empfinde die meisten Outfits die man hier sieht nicht als spektakulär oder nicht tageslichttauglich, eher als modischer, abgestimmter und vielfältiger.
Früher hatte ich das Gefühl, Hauptsache Rock, egal zu was und ob irgendwie abgestimmt oder nicht. (*)
Das war kaum eine Erweiterung der Mode, sondern ein Kleidungsstück Stück dazu, aber eben kein modisches Neuland.
(*) Die besonders ausgefallenen Kreationen die üblicherweise auch Frauen nicht im Alltag tragen, haben für mich auch ihre Berechtigung:
Ich verstehe sie als Kunstform, nicht als normale Kleidung.
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Vielleicht haben viele Männer aufgegeben, weil es ihnen nicht schnell genug ging, und ihnen der lange Atem und/oder die Leidenschaft fehlt. Oder es ist ihnen langweilig geworden. Oder sie haben Angst vor dem Gegenwind, woher sie auch immer ihn wehen sehen.
Oder das Gegenteil ist der Fall.
Ich fühle den gesellschaftlichen Druck nicht mehr wie vor 20 Jahren.
Ich brauche keine Unterstützung, keine Besätigung mehr, ich kann viel einfacher machen, was ich will.
Ja, natürlich, so geht es mir auch, lieber Cephalus. Aber nicht jeder hat diese positive Erfahrung.
LG, Micha
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Dagegen wird es Interessenten abschrecken, wenn jemand, der nur Nachrichten nachspricht, ohne sie zu verstehen, aber ständig belehrt und moralisiert. Selbst hier im Forum kann jeder den Unmut darüber wahrnehmen, wenn er denn möchte.
Du spürst den Unmut über mich, weil ich nicht Deiner Ideologie anhänge, Doppelrock, sondern mein eigenes Werteverständnis habe.
Also die eigene Mitte finden, ausgeglichen und positiv gestimmt leben, dann gibt es auch interessierte Kontakte oder Nachahmer. Ganz ohne Druck, nur mit Freude und Sympathie.
Danke für die Belehrung und Moralisierung!
Im Grunde sehe ich letzteres ja genau so. Aber wenn ich es so mache, ist es für Dich schlimm, weil ich es in wichtigen Details anders mache als Du. Und dann möchtest Du die, die es anders machen, lieber diffamieren als Leute, die nichts verstanden haben. Ganz schön überheblich!
Gru, Micha
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@Chris Schumann und z.T. doppelrock: Ja, natürlich ist das selbstbewusste Tragen von Röcken auch ein wichtiges Mittel, um unser Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Aber die Reichweite ist begrenzt. Es gibt mit Sicherheit noch eine erhebliche Zahl an Männern, die gern Rock tragen wollen würden, sich aber nicht trauen. Und eine weitere Zahl, denen das Thema noch vollkommen unbekannt ist, deren Interesse man wecken könnte.
Man kann mit sich selbst zufrieden sein, selbstbewusst Rock tragen, und alle anderen Menschen können einem egal sein. Oder man hilft eben denjenigen, die noch nicht soweit sind.
LG, Albis
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Der Rock am Mann geht einfach unter in diesem Begleitlärm, mit dem eine immer breitere Menge von Menschen nichts zu tun haben will.
So sieht es aus.
Deswegen braucht es keine Öffentlichkeitsarbeit in dieser Form, wie es einige hier gerne hätten. Erst recht nicht im Zusammenhang mit Karneval, CSD oder sonstigen Absonderlichkeiten ...
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Der Rock am Mann geht einfach unter in diesem Begleitlärm, mit dem eine immer breitere Menge von Menschen nichts zu tun haben will.
So sieht es aus.
Deswegen braucht es keine Öffentlichkeitsarbeit in dieser Form, wie es einige hier gerne hätten. Erst recht nicht im Zusammenhang mit Karneval, CSD oder sonstigen Absonderlichkeiten ...
Tja, was soll man zu so viel Ignoranz noch sagen?
Wer keine Lust auf PR hat, soll es bleiben lassen. Es zwingt einen niemand dazu. Deswegen muss man aber nicht denen es verbieten zu wollen, die es gerne machen möchten.
Und wenn es nur um die Form geht, kann man auch gerne andere Formen wählen. Es müssen ja nicht alle dasselbe machen.
LG, Micha
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Der Rock am Mann geht einfach unter in diesem Begleitlärm, mit dem eine immer breitere Menge von Menschen nichts zu tun haben will.
So sieht es aus.
Deswegen braucht es keine Öffentlichkeitsarbeit in dieser Form, wie es einige hier gerne hätten. Erst recht nicht im Zusammenhang mit Karneval, CSD oder sonstigen Absonderlichkeiten ...
Tja, was soll man zu so viel Ignoranz noch sagen?
Wer keine Lust auf PR hat, soll es bleiben lassen. Es zwingt einen niemand dazu. Deswegen muss man aber nicht denen es verbieten zu wollen, die es gerne machen möchten.
Und wenn es nur um die Form geht, kann man auch gerne andere Formen wählen. Es müssen ja nicht alle dasselbe machen.
LG, Micha
Wassoll das mit Ignoranz zu tun?
Wenn man mutwillig Mann im Rock mit Karneval oder CSD verbindet, denken die Schauer, es ist ein Teil davon. Also Mann im Rock ist ein Karnevalskostüm, schließlich treten die Leute ja mit dieser Intention auf. Im Sommer ist es dann Teil einer politischen Ideologie und wieder nichts für Männer, die einfach mehr verschiedene Kleidung tragen wollen.
Dagegen wird es Interessenten abschrecken, wenn jemand, der nur Nachrichten nachspricht, ohne sie zu verstehen, aber ständig belehrt und moralisiert. Selbst hier im Forum kann jeder den Unmut darüber wahrnehmen, wenn er denn möchte.
Du spürst den Unmut über mich, weil ich nicht Deiner Ideologie anhänge, Doppelrock, sondern mein eigenes Werteverständnis habe.
Also die eigene Mitte finden, ausgeglichen und positiv gestimmt leben, dann gibt es auch interessierte Kontakte oder Nachahmer. Ganz ohne Druck, nur mit Freude und Sympathie.
Danke für die Belehrung und Moralisierung!
Im Grunde sehe ich letzteres ja genau so. Aber wenn ich es so mache, ist es für Dich schlimm, weil ich es in wichtigen Details anders mache als Du. Und dann möchtest Du die, die es anders machen, lieber diffamieren als Leute, die nichts verstanden haben. Ganz schön überheblich!
Gru, Micha
Was soll ich sagen, du hast es wieder nicht verstanden, worum es geht und fühlst dich auf der persönlichen Ebene einfach nur angegriffen. Meinetwegen kannst du es so nachen, wie du es tust, aber sei nicht überrascht, wenn sich Männer vom erhobenen Zeigefinger weder zum Rock moch zu LGBT erziehen lassen. Um meine Einstellung oder Ideologie geht es garnicht.
Ich stelle meinen Standpunkt klar und deutlich dar. Ich überlasse es den Lesern, sich damit zu befassen, zuzustimmen oder eine eigene, ablehnende Meinung zu bilden. Warum auch nicht? Haltungsempörung überlasse ich lieber dem Mainstream und seinen Followern.
Es ist nur langsam langweilig, lästig, tragisch, wenn DER Moralist diese Eigenschaft ausgerechnet anderen unterstellt, ohne den Unterschied zu erkennen.
Wann erkennt der Elefant im Porzellanladen, warum kein Ladeninhaber ihn füttern will?
Gruß und schönen Sonntag euch allen
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Der Rock am Mann geht einfach unter in diesem Begleitlärm, mit dem eine immer breitere Menge von Menschen nichts zu tun haben will.
So sieht es aus.
Deswegen braucht es keine Öffentlichkeitsarbeit in dieser Form, wie es einige hier gerne hätten. Erst recht nicht im Zusammenhang mit Karneval, CSD oder sonstigen Absonderlichkeiten ...
Tja, um mal bei der Wortwahl "Absonderlichkeiten" zu bleiben...
Gerade deswegen ist eine Öffentlichkeit für die Fraktion der rocktragenden Männer so sinnvoll, die sich mit solchen "Absonderlichkeiten" nicht in die Nähe bringen wollen, weil eben in der öffentlichen Wahrnehmung der rocktragende Mann ohne Bezug zu "Absonderlichkeiten" nicht in den Köpfen vorkommt.
Wer nicht für "absonderlich" gehalten werden möchte - man kann dies auch netter ausdrücken -, dem tut genau solch eine Öffentlichkeitsarbeit gut.
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Genau diese Bezeichnung "Absonderlichkeit" hat mich zu dem Begriff "ignorant" bewegt.
Wenn CSD und Karneval absonderlich sind, bin ich auch gerne absonderlich.
Wobei, wenn man es wörtlich nimmt, heißt "absonderlich" ja so viel wie "ungewöhnlich". Und das wollen die meisten hier ja gerne sein, Lars ganz vorneweg.
LG, Micha
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Nein, absonderlich hat was mit absondern zu tun. Etwas, was man eher gerne weghaben möchte, also von der normalen Gesellschaft absondern möchte.
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Inhaltlich würde ich als Schwerpunkt schon das Thema Kleidungsfreiheit sehen und die Parallele zur Befreiung der Frau aus dem Rock vor 100 Jahren sehen, deren Pendant, die Befreiung des Mannes aus der Hose, ja noch aussteht. Und ja, doppelrock, diese Freiheit ist noch eingeschränkt, wenn zwar nicht juristisch, so doch gesellschaftlich. Im Übrigen bin ich immer noch dafür, positiv besetzte Begriffe zu verwenden, also nicht Hosenzwang sondern eher Kleidungsfreiheit.
Zu den Anlässen:
- Der Rethink Masculinity Day ist sicherlich thematisch am besten geeignet, jedoch wohl noch recht unbekannt, oder?
- Der Internationale Frauentag, der am 8. März (nicht April) in Berlin sogar Feiertag ist, bedarf einer ausführlichen Erklärung, wieso wir als Männer uns da dranhängen wollen. Ich habe Zweifel, dass das funktioniert.
- Christopher Street Day(s) = CSDs (z.B. 'nicht-queer, trotzdem anders' oder 'nur ein bisschen queer' oder so). Ja und Nein. Es würde m.E. nur funktionieren, wenn uns die queere Szene als Teil von sich sieht. Am plakativsten wäre, wenn wir dem LGBT.... einen weiteren Buchstaben, der für uns steht, hinzufügen könnten. Ich sehe jedoch, dass viele unter uns auch ihre Männlichkeit betonen und sich bewusst von der queeren Szene abgrenzen.
- Karneval (z.B. 'Mann im Rock ist keine Verkleidung'): Nein. Karneval ist Verkleidung. Wir verkleiden uns jedoch nicht. Die Verneinung ("...ist keine Verkleidung") wird wahrscheinlich nicht so wie gewollt verstanden. Karneval kann m.E. lediglich Anlass für diejenigen, die noch Hemmungen haben, sich im Rock in der Öffentlichkeit zu zeigen, sein, es erstmals zu wagen.
Ich würde mich freuen, wenn wir dieses Mal was zustande bringen würden.
LG, Albis
Ja, Albis, das stimmt, was Du schreibst. Auch der Int. Frauentag ist am 8. März, da hatte ich mich verschrieben.
Inhaltlich meinte ich es jedoch überwiegend etwas anders. Außer beim Rethink Masculinity Day (RMD) hatte ich die ggf. von uns kommunizierten Inhalte eher als eine Art "Kontrapunkt" angesehen, oder als eine dazu passende Anmerkung mit einem anderen - unserem - Blickwinkel.
Ich möchte dies kurz zu den Anlässen näher erläutern (denn z.B. war von mir nicht gedacht, uns der queeren Szene anzugliedern):
- Internationaler Frauentag (8. März)
Zum Anlass dieses medial breit vertretenden Anlasses könnte man unseren Inhalt (quasi ergänzend, oder als Kontrapunkt) mit diesem Fokus publizieren:
Der öffentlich am stärksten ausgelebte Sexismus, der den meisten noch nicht einmal auffällt: Männer in Hosen.
(spricht den Männern aus der Seele, die sich und andere Männer davon betroffen sehen könnten)
Man könnte das freilich auch weniger scharf formulieren.
Oder Fokus auf: Parallele Hosen für die Frau versus Röcke für den Mann
- Christopher Street Day
inhaltlicher Fokus auf: nicht alle Männer, die Röcke oder Kleider tragen müssen
- Sympathisanten mit der Bedeutung des CDSs sein
- sich selbst zu einer der Gruppe zählen, die sich vom CDS angesprochen fühlen
Wenn die Gruppen, die sich mit den CSDs identifizieren können, um Sichtbarkeit - auch in den Medien - bemüht,
dann kann zeitgleich eine Gruppe, die leicht dazu gezählt wird, sich ebenso um Sichtbarkeit (Aufmerksamkeit) bemühen, um eben nicht in der starken Präsenz der CSD-Gruppen unterzugehen. Also quasi ein Kontrapunkt, nämlich die Info, dass es auch noch andere Männer gibt, die gerne Röcke oder Kleider tragen.
Vorteil einer solchen Kampagne wäre, da es ein längerer Zeitraum ist (ein, zwei Monate), über den hinweg an versch. Orten CSDs abgehalten werden, kann man in den entsprechenden regionalen Medien "unser" Thema über einen längeren Zeitraum mehrfach einsetzen.
- Karneval
Gerade zu Aschermittwoch, -donnerstag oder in den darauffolgenden Wochenendausgaben könnte man jenen Inhalt transportieren:
"Männer in Röcken verkleiden sich nicht."
Früher wurde mir das bis in den Herbst zugerufen: "Ey, Fastnacht ist vorbei"! Hat zwar nachgelassen, manche Leute werden das aber immer noch so in den Köpfen denken.
Ich habe bis heute es sehr oft vermieden, gerade an Aschermittwoch unter die Leute zu gehen.
Nicht, dass die am Ende noch denken, ich wäre am Fastnachtsdienstag ungeplant nicht mehr in mein eigenen Bett gekommen und jetzt nach ausgeschlafenem Rausch oder hochaktiver Nacht nun auf dem Heimweg in Verkleidung.
Das wäre der Anknüpfungspunkt, den man vor allem nach Fastnacht (aber auch im Vorfeld) inhaltlich formulieren könnte.
Nach der Fastnacht eben auch dann, wenn die lokale Berichterstattung über die Fastnacht medial nachlässt und an nun das Thema "Fastnacht" und vor allem die Nichtverkleidung anknüpft und auf den nun eröffneten normalen Jahresabschnitt hin überleitet.
- Rethink Masculity Day
sicherlich thematisch an nächsten an uns dran, da könnte man sich nicht nur auf den Anlass beziehen, sondern auch an den Anlass dranhängen. Das ergibt folgende Möglichkeiten:
- Kontaktaufnahme zu den Ausrichtern der RMDs, um unsere Botschaften und ggf. das Forum denen bekannt zu machen und uns bei deren deren Presseaktivitäten mit zu bedenken (also z.B. von denen ein Hinweis auf rockmode.de an die Presse)
- von uns eigenverantwortlich an die Presse herangetreten mit Bezug auf diesen Anlass:
wie bereits erwähnt, könnte das im Vorfeld sein, oder am Tag selbst oder Vortag, oder in den Tagen der Nachberichterstattung über den RMD. Hier dann ähnlicher Bezug auf den Anlass RMD, aber mit dem eigenen Standpunkt und Schwerpunkt. Wir könnten die Medien ansprechen, die sowieso über den RMD berichten (also eher regional). Entweder verwursten diese unser e Info zusammen in die Berichterstattung über den RMD oder sie räumen uns einen eigenen Artikel ein. Was nicht weiter schlimm sein muss, denn bspw. der Internationale Frauentag kommt auch mehr als nur in einem Artikel innerhalb eines Mediums vor.
Freilich könnten wir auch hier durch unsere Erwähnung des RMD diesen auch in anderen, ggf. überregionalen Medien helfen, populärer zu machen. Vielleicht entschließen sich nächstes Jahr andere Städte, einen solchen ebenfalls durchzuführen.
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Übrigens können wir zu eigenen Anlässen auch mit Öffentlichkeitsarbeit an die Medien herantreten.
Einen möglichen eigenen Anlass, hatte ich bei Eröffnung des Thread vergessen zu erwähnen:
Wir können den "Internationalen Rockmode-Tag" ausrufen!
Das wäre der 24.06.
Denn am 24.06.2023 wurde das Rockmode-Forum in dieser Form erschaffen. Und "international" können wir uns zu Recht nennen, denn wir haben oder hatten hier schon Mitwirkende aus D, A, CH, BE, NL, LUX, F, DK, SE, CZ, IRL, USA, Taiwan.
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Ha, am Geburtstag meiner Liebsten den Internationalen Rockmode-Tag begehen! Es ist auch zugleich unser Verlobungstag.
Aber ist das nicht eine Angelegenheit der der UN, solche internationale Tage auszurufen?
An Karneval ziehe ich seit ein paar Jahren mein rotes Kleid mit weißen Polkadots an, dazu blau-weiß geringelte Leggins und einen roten Dreispitz. Meistens werde ich so dann als Pirat angesprochen, obwohl ich beim Kauf des Dreispitzes einfach nur ans 18. Jh. dachte. Jedenfalls ziehe ich diese Kombination nur zu Karneval an und nicht mehr am Aschermittwoch. Da kann dann also keine Verwechslung passieren.
Da mir mal von einer feministischen Kommilitonin gesagt wurde, mein Rocktragen sei gut für den Feminismus, halte ich den internationalen Frauentag auch für sehr geeignet für uns.
Da wir auch Genderklischees in Frage stellen, ist auch der CSD geeignet.
Aber der RMD ist meines Erachtens am besten geeignet, sofern ich verstanden habe, worum es da geht, nämlich Männlichkeitsklischees in Frage zu stellen. Oder?
LG, Micha
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Erst recht nicht im Zusammenhang mit Karneval, CSD oder sonstigen Absonderlichkeiten ...
Sich selber als Mann im Rock/Kleid für "normal" zu halten, aber dann "Karneval, CSD, ..." absonderlich zu nennen!
Mit welcher Definition auch immer, die Bezeichnung "Absonderlichkeiten" ist klar negativ konnotiert und wertet "Karneval, CSD, ..." damit ab. Da gehe ich nicht mit und möchte mich auch gar nicht mit Diskussionen dazu aufhalten. So etwas hier zu lesen, schreckt mich (und bestimmt auch andere) ab.
Ich habe es schon mehrfach geschrieben: Die beste (und vielleicht einzige) Chance für gesellschaftliche Akzeptanz für uns ist es, dafür gemeinsam mit Gruppen zu kämpfen, die ebenfalls aufgrund ihrer Erscheinung Ablehnung erfahren, und dazu gehört die auf CSDs aktive queere Community definitiv dazu. Lasst uns gemeinsam für eine Gesellschaft werben, in der Vielfalt (in Kleidung wie in Geschlechteridentitäten und sexuellen Präferenzen) als Gewinn anerkannt und nicht bekämpft wird! Die Alternative ist, sich untereinander abzulehnen und jede Community für sich in ihrem Kampf um Akzeptanz zu scheitern.
Im übrigen: Ich bin auch kein Karneval-Fan, aber Karneval ist nun mal - regional unterschiedlich - gesellschaftlich akzeptiert, im Gegensatz zu unserer Praxis.
Im Gespräch mit Leuten, die mich auf mein Kleid-Tragen ansprechen, grenze ich mich schon von transidenten Personen und von Karnevalist*innen ab. Aber nicht, indem ich diese Gruppen abwerte, sondern nur, indem ich erkläre, dass ich selbst nicht zu diesen Gruppen gehöre.
In einem anderen Thread (Schaut mal hier (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10313.0)) wurde mir von mehreren Personen angetragen, als "Pressesprecher" für rockmode.de zu fungieren, weil ich offenbar eine gut formulierte Rückmeldung an die Redaktion des WDR5 geschrieben hatte.
Aber ein Pressesprecher-Amt ist hier, glaube ich, nicht möglich: Zu divers sind unsere Meinungen darüber, wie und mit welchen Zielen wir in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden wollen.
Letztlich bleibt m.E. nur, dass jeder hier selbst dort an die Öffentlichkeit geht, wo er es für sinnvoll hält, und damit für seine Variante unserer gemeinsamen Ziele wirbt.
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Du sprichst mir aus der Seele, Bernd!
Hier gibt es aber einige, die sich lieber der Mehrheit der Gesellschaft einschleimen wollen, um mit ihr zusammen auf andere Minderheiten runterzutreten. Na, ja, die ändern wir nicht, aber gehen dann doch lieber den Weg, den Du hier skizzierst hast. Gemeinsam mit anderen Minderheiten und dann nicht gegen die Gesellschaft, sondern für sie, denn wir alle Minderheiten zusammen sind ja eine Bereicherung der Gesellschaft.
Ich bin auch kein leidenschaftlicher Karnevalist, aber auch kein Ablehner, sondern feiere ein bisschen mit. Das dann aber gerne mit Freund:innen.
LG, Micha
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Ich habe es schon mehrfach geschrieben: Die beste (und vielleicht einzige) Chance für gesellschaftliche Akzeptanz für uns ist es, dafür gemeinsam mit Gruppen zu kämpfen, die ebenfalls aufgrund ihrer Erscheinung Ablehnung erfahren, und dazu gehört die auf CSDs aktive queere Community definitiv dazu. Lasst uns gemeinsam für eine Gesellschaft werben, in der Vielfalt (in Kleidung wie in Geschlechteridentitäten und sexuellen Präferenzen) als Gewinn anerkannt und nicht bekämpft wird!
Gemeinsam für Vielfalt werben, ist ja ein hohes moralisches Gut.
Aber genau da wird es für viele scheitern. Schon alleine in dem Punkt, sich seiner zweifelnden Frau zu offenbaren.
Genau diese so gestaltete Vielfalt hält ja etliche Männer m.M.n. ab, sich vollends diese Bekleidungsfreiheiten zu erlauben.
Und da muss ich Zwurg trotz seiner skeptischen Analyse wiederum recht geben: würden "wir" uns an die queere Vielfalt dranhängen, würde "unser" Vielfaltsanspruch mit "unserer" eigenen Auffassung im Vielfaltsrauschen untergehen.
Für einen wirklichen Durchbruch für männliche Bekleidungsfreiheiten muss genau die Nähe zu queeren Identitätsentwürfen gemieden werden. Und das Konzept "Mann und Rock und trotzdem nicht queer" braucht genauso viel Beachtung wie queere Menschen das zu Recht für sich brauchen.
Und ja, Bernd, Du hast es nochmals erwähnt: alleine die Vielfalt "unserer" Interessen. Drum zitiere ich hier nochmals erneut mich selbst:
Hallo SW Michl, ... ... ... ...
...
Vielleicht aber gibt es ja einen genialen Menschen unter uns im Forum, der alle Interessen irgendwie unter einen Hut kriegt. Vielleicht schlummert ja in Dir sogar dieses Talent?
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Übrigens:
Der Rock am Mann geht einfach unter in diesem Begleitlärm, mit dem eine immer breitere Menge von Menschen nichts zu tun haben will.
So sieht es aus.
Deswegen braucht es keine Öffentlichkeitsarbeit in dieser Form, wie es einige hier gerne hätten. Erst recht nicht im Zusammenhang mit Karneval, CSD oder sonstigen Absonderlichkeiten ...
... schreibt jemand, der schon medial im Fernsehen und in Zeitungen in Erscheinung trat...
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Wenn ich nach dieser Definition gehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Queer (https://de.wikipedia.org/wiki/Queer), dann ist es ganz klar, dass das auf mich und die meisten hier nicht zutrifft, denn ich bin und die meisten hier sind heterosexuell. Ich denke aber, dass Wikipedia hier Unsinn schreibt, denn queere Menschen können durchaus heterosexuell sein. Zumindest sind ja z.B. Transfrauen, die auf Männer stehen, heterosexuell, es sei denn, man spricht ihnen ihre weibliche Identität ab. Wenn man das tut, ist man aber transfeindlich.
Weiter unten steht da aber auch, dass es keine einheitliche Definition gibt. Also ...
Ich sehe es eher so, dass "queer" eine Einstellung bezeichnet, die übliche Genderklischees in Frage stellt. Und das tun wir ja auch.
LG, Micha
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Wenn ich nach dieser Definition gehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Queer (https://de.wikipedia.org/wiki/Queer), dann ist es ganz klar, dass das auf mich und die meisten hier nicht zutrifft, denn ich bin und die meisten hier sind heterosexuell. Ich denke aber, dass Wikipedia hier Unsinn schreibt, denn queere Menschen können durchaus heterosexuell sein.
Wikipedia behauptet ja nicht, dass queer = nicht-heterosexuell sei. Das ist auch nach Wikpedia nur eine Möglichkeit, um queer zu sein:
Queer ['kwɪə(ɹ)] ist heute eine Sammelbezeichnung für sexuelle Orientierungen, die nicht heterosexuell sind, für Geschlechtsidentitäten, die nichtbinär oder nicht-cisgender sind, sowie Lebens- und Liebesformen, die nicht heteronormativ sind.
Queer sind also nach Wikipedia
- 1. alle, deren sexuelle Orientierung nicht heterosexuell ist,
- und 2. alle, deren Geschlechtsidentität nicht binär oder nicht cisgender ist,
- und 3. alle, deren Lebens- oder Liebesform nicht heteronormativ ist.
Sind also heterosexuelle cisgender Männer von uns, die Kleid oder Rock tragen, queer?
Unter 3. könnte ich mich durchaus verorten, zumindest wenn mein Kleidungsstil nicht nur nebensächlich für mich ist, sondern meine "Lebensform" ausmacht, die dann nicht mehr dem heteronormativen Ideal des gesellschaftlichen Mainstreams entspricht.
Ich persönlich maße mir - gerade gegenüber der queeren Community - nicht an, selbst queer zu sein und damit quasi Zugehörigkeit zu beanspruchen. Ich empfinde "queer" in diesem modernen Sinn, wie Wikipedia es beschreibt, aber nicht als negativ und habe daher auch kein Problem damit, wenn jemand mich als queer bezeichnet.
Weiter unten steht da aber auch, dass es keine einheitliche Definition gibt. Also ...
Ich sehe es eher so, dass "queer" eine Einstellung bezeichnet, die übliche Genderklischees in Frage stellt. Und das tun wir ja auch.
Dem stimme ich zu.
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Danke für die Differenzierung, Bernd. Ich habe das "oder" wohl so interpretiert, dass das alles zutreffen muss, also als einschließendes "oder". Es kann aber auch Alternativen bezeichnen, das stimmt.
Ich sehe es auch so, dass ich herkömmliche Genderklischees in Bezug auf Kleidung in Frage stelle und mich nicht nach ihnen richte. Und das tun doch alle hier, sofern sie sich nicht auf explizite Männerröcke wir Kilts usw. beschränken oder zumindest sofern sie abgesehen vom Rock alles nur aus der Herrenabteilung tragen.
LG, Micha
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Weiter unten steht da aber auch, dass es keine einheitliche Definition gibt. Also ...
Ich sehe es eher so, dass "queer" eine Einstellung bezeichnet, die übliche Genderklischees in Frage stellt. Und das tun wir ja auch.
Dem stimme ich zu.
Dem (und vielem anderen vorgenanntem der letzten Beiträge) stimme ich nicht ganz zu.
Ich erinnere an die Parallele, als Frauen anfingen, auf breiter Basis Hosen zu tragen.
Sie haben weder ihre sexuelle Orientierung noch ihre geschlechtliche Identität in Frage gestellt,
einzig haben sie die Erwartung gekippt, dass von ihnen verlangt wurde, Röcke oder Kleider zu tragen.
Insofern müssen Männer, die etwas anderes als Hosen tragen wollen, ebenso
einfach nur die Erwartung, dass sie Hosen tragen, kippen. Mehr nicht.
Und die meisten Männer wollen nicht sich mit Begriffen wie "cis", heteronormativ, 'Gender' oder non-binär auseinandersetzen. Ist ja nicht falsch, wenn man das macht und sich da in diese Konzepte hineindenken will. Es ist aber keine Voraussetzung, um als Mann sich was anderes als Hosen anzuziehen.
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Weiter unten steht da aber auch, dass es keine einheitliche Definition gibt. Also ...
Ich sehe es eher so, dass "queer" eine Einstellung bezeichnet, die übliche Genderklischees in Frage stellt. Und das tun wir ja auch.
Dem stimme ich zu.
Dem (und vielem anderen vorgenanntem der letzten Beiträge) stimme ich nicht ganz zu.
Ich erinnere an die Parallele, als Frauen anfingen, auf breiter Basis Hosen zu tragen.
Sie haben weder ihre sexuelle Orientierung noch ihre geschlechtliche Identität in Frage gestellt,
einzig haben sie die Erwartung gekippt, dass von ihnen verlangt wurde, Röcke oder Kleider zu tragen.
Insofern müssen Männer, die etwas anderes als Hosen tragen wollen, ebenso
einfach nur die Erwartung, dass sie Hosen tragen, kippen. Mehr nicht.
Und die meisten Männer wollen nicht sich mit Begriffen wie "cis", heteronormativ, 'Gender' oder non-binär auseinandersetzen. Ist ja nicht falsch, wenn man das macht und sich da in diese Konzepte hineindenken will. Es ist aber keine Voraussetzung, um als Mann sich was anderes als Hosen anzuziehen.
Danke Skirtedman, da stimme ich zu.
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Insofern müssen Männer, die etwas anderes als Hosen tragen wollen, ebenso
einfach nur die Erwartung, dass sie Hosen tragen, kippen. Mehr nicht.
Ja, das sind eben Genderklischees, die wir kippen wollen.
Und die meisten Männer wollen nicht sich mit Begriffen wie "cis", heteronormativ, 'Gender' oder non-binär auseinandersetzen. Ist ja nicht falsch, wenn man das macht und sich da in diese Konzepte hineindenken will. Es ist aber keine Voraussetzung, um als Mann sich was anderes als Hosen anzuziehen.
Das ist schon ein Problem, wenn man bestimmte Wörter ablehnt. Aber man kann auch etwas tun, ohne die damit üblicherweise verwendeten Wörter mit zu verwenden.
Es gibt ja auch Leute, die reden vom Wandern, wo andere nur vom Spaziergang reden. Und umgekehrt.
Ich denke, zu meiner männlichen Genderrolle passt das Rocktragen so gut wie das Hosentragen. Damit stimme ich aber noch nicht mit dem Mainstream überein. Mein Ziel ist es, den Mainstream zu ändern.
Aber ich denke auch, dass ich nicht immer männlichen Genderrollen entsprechen muss. Ich kann auch abgesehen vom Rocktragen Gendergrenzen überschreiten, zu, Beispiel durch das Tragen von Kleidung aus der Damenabteilung, auch abseits vom Rock.
Und ich darf auch weinen, schwach sein, mich nicht für Fußball interessieren, ich darf mich auch schminken und Schmuck tragen und beim Sex gerne unten liegen. (Jetzt treibt es mich schon wieder, zu betonen, dass das nicht alles auf mich zutrifft, aber warum eigentlich? Weil ich Angst habe, nicht als richtig männlich angesehen zu werden. Aber muss ich denn immer als richtig männlich angesehen werden?)
Ich wünsche mir einfach mehr Diversität darin, Mann, Frau oder divers sein zu können.
LG, Micha
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Es darf ja jeder divers sein, der sich als solches fühlt, oder queer oder oder.
Es muss auch nicht jeder Mann durch und durch männlich sein in dem, was er so alles macht.
Man muss aber auch nicht der Gesellschaft einreden, dass ein Mann, der Röcke trägt, unmännlich ist.
Das Gegenteil ist wichtiger: der Gesellschaft die Idee näherzubringen, dass ein Mann im Rock genauso männlich sein kann wie in einer Hose. Diese Möglichkeit ist eben gesellschaftlich noch nicht breit in den Köpfen. Und genau hier tut Öffentlichkeitsarbeit gut.
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Ja, klar, lieber Wolfgang, kann ja, aber nicht muss. Mir scheint aber durch die starke Betonung aus dem "kann" ein "muss" zu werden, will man dieser Mann-im-Rock-Gruppe angehören. Ich finde, diese Betonung drück zu wenig die Diversität der Möglichkeiten, als Mann einen Rock zu tragen, aus. Ich finde, wenn man dieses "kann" betont, dann auch andere Formen, denen man auch angehören kann.
LG, Micha
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O.K., ... ich sehe schon, die Gender*Sternchen und :Doppelpunkt-Fraktion hat das Ruder übernommen ... damit ist es quasi schon zum Scheitern verurteilt ...
Aber macht mal ...
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Mit destruktiven Beiträgen bist Du meistens schnell dabei, Lars.
Gruß, Micha
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Man kann natürlich auch verschiedene PR-Aktionen durchführen, darunter auch eine für Männer, die Angst um ihre Männlichkeit oder ihr männliches Image haben. Da wäre dann die starke Betonung dessen, dass man auch im Rock ein richtiger Mann sein kann, angebracht.
Andere Aktionen hätten dann z.B. als Zielgruppe die Männer, die eher darunter leiden, dass von ihnen immer "richtige" Männlichkeit erwartet und verlangt wird.
LG, Micha
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Scheinbar läuft die Diskussion qualitativ in die gleiche Richtung wie bei den Thema Crossdresser, Transvestit, Mann im Rock, ...
Jetzt ist es queer, cis, heteronormativ usw.
In beiden Fällen hängt die Bezeichnung, die Selbstverortung und der Begriffswunsch vor allem davon ab, wie der einzelne für sich die Begriffe emotional belegt und verortet.
Daraus resultierend auch, wie er denkt, dass sein Gegenüber das tut und ihm darauf basierend, vermutlich begegnen wird.
Valide ist ausschleißlich das Selbstverständnis.
Der Rest, die Fremdeinschätungen, die "Definitionen" und die Reaktionen eines Individuums darauf sind Vermutungen und höchst unterschiedlich.
Wenn ein Mann, der einfach einen Rock trägt, sich als queerer Transvestit, als nicht heteronormativer Mann, als modemutiger Macho oder als was auch immer sieht, dann stimmt das.
Für ihn.
Was eine Beobachtung von aussen ergibt, hängt vom Beobachter ab und hat der Träger nicht in seinem Einfluß.
Für den einen hat er eine Wette verloren, für den Nächsten steht Homosexualität oder Transgenderismus im Raum und für einen weiteren etwas an das wir noch nicht mal gedacht haben. Am wahrscheinlichsten bleibt immer, dass sich das Gegenüber keine nennenswerten Gedanken überhaupt macht.
Die Eigendefinition ist für die Umwelt unerheblich.
Ich persönlich maße mir - gerade gegenüber der queeren Community - nicht an, selbst queer zu sein und damit quasi Zugehörigkeit zu beanspruchen. Ich empfinde "queer" in diesem modernen Sinn, wie Wikipedia es beschreibt, aber nicht als negativ und habe daher auch kein Problem damit, wenn jemand mich als queer bezeichnet.
Ich verstehe nicht in wie weit es eine Anmaßung wäre, sich als queer zu bezeichnen.
Ich betrachte es als wertfreien Begriff, der einen weder heraushebt, noch niedriger macht. Die Verwendung nimmt mMn keinem etwas weg, noch nützt sie.
Ich würde den Begriff für mich selbst zwar nicht verwenden, sähe es aber neutral, würde mich jemand so bezeichnen.
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Ein guter Beitrag, lieber Cephalus!
Eine mögliche Vermutung eines Menschen, der einen Mann im Rock sieht, hast Du vergessen:
Er hat eine Wette gewonnen! ;)
LG, Micha
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Das war immer meine Antwort, schon vor 40 Jahren, wenn ich gefragt wurde, ob ich eine Wette verloren habe
(kam damals sehr oft vor):
"Nein, ich habe eine Wetter gewonnen!" ;D ;D
cephalus,
es macht aber schon einen gewaltigen Unterschied, wenn irgendwelche dahergelaufenen Menschen in der Stadt oder am besten in einer weit entfernten Stadt mich sehen und mir egal ist, was diese Leute von mir denken.
Wenn aber Nachbarn, Freunde, Bekannte, meine Verwandten, die eigene Frau denken, was sie wollen, ist es mir immer noch so völlig egal? Wahrscheinlich nicht. Am Ende beeinflusst das, was die nahestehenden Menschen denken, wie sie mit Dir umgehen. Und was die über Dich sprechen. Einige werden beginnen, Dich zu meiden. Ob "berechtigt" oder "unberechtigt", ganz egal, es wird einem Mann nicht ganz egal sein können, was diese Menschen denken.
Es mag zwar Ehefrauen geben, für die es egal ist, wenn ihr Mann plötzlich schwul, non-binär, queer oder trans wird - soll es alles geben. Ich wage aber die Prognose, dass den meisten Ehefrauen das absolut nicht egal ist, schon gar nicht, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist oder die gemeinsamen Kinder noch nicht aus dem gröbsten raus sind. Auch wird den meisten Ehefrauen nicht egal sein, was andere Leute über Dich sprechen, egal ob Verwandte, Nachbarn, Freunde oder fremde dahergelaufene. Denn wenn sie über Dich reden, reden sie gleichzeitig auch über sie selbst, die Ehefrau nämlich. Und mindestens den eigenen Kindern, wenn sie jünger sind, und den eigenen Eltern wird es sehr ähnlich gehen.
Die Aussage "ist mir doch egal, was andere Leute von mir denken" lässt halt eklatant die Frage außen vor, was meine Leute von mir denken. Und das ist der gewaltige Unterschied.
Wir alten Hasen, die wir seit Jahren Röcke tragen, haben das mit "meinen Leuten" wohl recht gut gemanaget. Was aber mit all den anderen, die nur heimlich oder gar nicht Röcke tragen, weil sie sich es eben nicht trauen, und weil sie Ausgrenzung und andere Konsequenzen befürchten?
Da täte Aufklärung gut! Und Rückendeckung jenseits der Gruppen, die die meisten Leute automatisch im Sinn haben, wenn ein Mann einen Rock anziehen möchte.
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Man kann natürlich auch verschiedene PR-Aktionen durchführen, darunter auch eine für Männer, die Angst um ihre Männlichkeit oder ihr männliches Image haben. Da wäre dann die starke Betonung dessen, dass man auch im Rock ein richtiger Mann sein kann, angebracht.
Genau letzteres ist am angebrachtesten.
Es gibt doch schon genug Strömungen, die Männern versuchen einzureden, an sich "mehr weibliches" zuzulassen, manchmal auch verbunden mit einem Blick auf die Kleidung. Nicht zuletzt buhlt auch LGBTQ+ darum, Männern dieses Konzept mehr schmackhaft zu machen. Das alles aber ruft Widerstände in der Gesellschaft hervor. Manche befürchten die "Verweiblichung der Männer" und fordern, dass "Männer wieder ganze Männer" werden sollen.
Wenn auch wir nach "mehr Weiblichkeit an Männern" rufen, dann verhindern wir, dass der "Rock am Mann" normalisiert wird. Denn dann beladen wir das Kleidungsstück Rock auch weiterhin mit "Weiblichkeit".
Kaum eine Frau aber, wenn sie morgens in eine Hose schlüpft, wird sich Gedanken darüber machen, dass sie heute "mehr Männlichkeit" ausstrahlen möchte. Die Hose war früher "binär", weil sie nur für Männer vorgesehen war. Die Hose ist inzwischen "non-binär", weil sie bei beiden binären Geschlechtern (und dazwischen und außerhalb) zugelassen ist.
Lasst uns auch den Rock "non-binär" machen. Nach 100 Jahren ist es an der Zeit. Dann müssen wir aber aufhören, den Rock mit Weiblichkeit in Verbindung zu bringen. Die meisten Menschen da draussen bringen den Rock auch noch mit Weiblichkeit in Verbindung. Das aber muss aufhören, wenn Männer eine freie Kleidungswahl erhalten sollen.
Nicht die Menschen sollen "non-binär" werden, sondern die Kleidung soll "non-binär" werden. Auch Rock und Kleid.
Darum ist Aufklärung gut, genau diesen Aspekt in den Vordergrund zu stellen ("Männliche Männer können auch Röcke tragen").
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Das (aus dem Beitrag vorher) ist der eine Inhalt einer möglichen PR-Aktion.
Soll es vor allem um unser Forum gehen, publik zu machen, dann müssen wir allerdings die PR-Aktion inhaltlich breiter Aufstellen,
da wir hier im Forum nicht nur "männliche Männer mit Rockwunsch" versammeln, sondern siehe da (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10316.30#:~:text=Und%20ja%2C%20Bernd%2C%20Du%20hast%20es%20nochmals%20erw%C3%A4hnt%3A%20alleine%20die%20Vielfalt%20%22unserer%22%20Interessen.%20Drum%20zitiere%20ich%20hier%20nochmals%20erneut%20mich%20selbst%3A).
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Es gibt doch schon genug Strömungen, die Männern versuchen einzureden, an sich "mehr weibliches" zuzulassen, manchmal auch verbunden mit einem Blick auf die Kleidung. Nicht zuletzt buhlt auch LGBTQ+ darum, Männern dieses Konzept mehr schmackhaft zu machen. Das alles aber ruft Widerstände in der Gesellschaft hervor. Manche befürchten die "Verweiblichung der Männer" und fordern, dass "Männer wieder ganze Männer" werden sollen.
Dazu fällt mir spontan das hier ein: https://www.youtube.com/watch?v=dvFJiPv93gc (https://www.youtube.com/watch?v=dvFJiPv93gc).
Ja, wenn wir dieses Klientel erreichen wollen, hast Du bestimmt recht, lieber Wolfgang.
LG, Micha
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Nicht die Menschen sollen "non-binär" werden, sondern die Kleidung soll "non-binär" werden. Auch Rock und Kleid.
So allein stehend würde ich mich diesem Satz nicht anschließen wollen. Wohl gemerkt: Mir geht es um Genderklischees, nicht um biologische Merkmale.
LG, Micha
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Mit "Genderklischees" erreichst Du nicht die breite Masse von Männern.
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Warum nicht einfach mit freude vielfältige Kleidung tragen, ohne eine Ideologie oder Belehrung damit zu verbinden?
Einfach so, weil es Freude bereitet, individuelle Kleidung zu tragen...
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Ja, doppelrock, genau, ganz einfach.
Warum aber machen so viele Männer sich in die Hose, wenn sie gerne einen Rock tragen würden??
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Mit "Genderklischees" erreichst Du nicht die breite Masse von Männern.
Wahrscheinlich erreiche ich damit gerade die nicht, die diese Klischees pflegen und für Naturgesetze halten.
Auf jeden Fall möchte ich keinem Männlichkeitskult wie er in dem verlinkten Video propagiert wird, huldigen. Auch nicht, wenn ich damit die breite Masse erreichen sollte, was ich so auch gar nicht glaube, dass das der Fall ist. Aber vielleicht dennoch einen Teil der breiten Masse. (Wobei "breite Masse" eher unappetitlich klingt.)
LG, Micha
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Das, was Du, Doppelrock, da vorschlägst, mache ich ja jeden Tag.
Aber wie gesagt: Freude am Alltag im Rock und PR für die Aufklärung der Menschen müssen sich einander nicht widersprechen.
Ich bin übrigens froh, dass ich schon oft belehrt worden bin. Ohne Lehrer:innen wäre ich sicher ungebildeter.
LG, Micha
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Mit "Genderklischees" erreichst Du nicht die breite Masse von Männern.
Wahrscheinlich erreiche ich damit gerade die nicht, die diese Klischees pflegen und für Naturgesetze halten.
Auf jeden Fall möchte ich keinem Männlichkeitskult wie er in dem verlinkten Video propagiert wird, huldigen.
Hat keiner von Dir verlangt, dass Du dem huldigen musst!
Mit "Genderklischees" wirst Du nur Männer erreichen, die sich auf breiter Basis als Mann unbehaglich finden,
oder jene, die in der Lage sind, für vorgenannte Männer Verständnis aufzubringen, weil sie sich selbst ihrem Umfeld nicht mehr erklären müssen.
Du wirst aber keinen erreichen, der sich seinem Umfeld noch erklären muss.
Mit Worten wie "Genderklischees" drängst Du Männer dazu, ihren Seelenfrieden bei zwischengeschlechtlichen Konzepten zu suchen,
Du ermutigst aber sie nicht dazu,
einfach einen Rock statt einer Hose zu tragen.
So wird ein Rock für immer etwas weibliches bleiben.
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So wird ein Rock für immer etwas weibliches bleiben.
Nein, denn das ist ja auch ein Genderklischee.
LG, Micha
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Mag durch Deine Gelehrtenbrille gesehen ja zutreffend sein,
das wirst Du dem Mann auf der Straße aber nicht vermitteln können, ohne dass er Dir davon läuft.
Und somit bleibt für ihn der Rock was weibliches.
Chance vertan.
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Ja, ja, der Mann auf der Straße. Auch der hat nicht mehr dasselbe Weltbild wie vor 100 Jahren. Auch ist es ja nicht nur einer, sondern deren sind es viele und die sind nicht alle gleich.
Aber gehen wir von den ungebildetsten Männern auf der Straße aus: Würdest Du sie gerne in ihrer Unbildung belassen, nur damit sie Röcke tragen?
Ist es Dir so wichtig, dass alle Männer Röcke tragen, auch wenn das zulasten einer geistigen Weiterentwicklung ginge?
Und meinst Du nicht, dass Sätze wie "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen" auch für sie verständlich wären? Musst Du unbedingt betonen, dass sie "richtige Männer" sein dürfen, was auch immer "richtige Männer" sind, auch wenn die Männer, die Du erreichen willst, damit Machismo meinen?
Ich meine, ich bin ein Mann, aber ein "richtiger Mann" in dem Sinne, wie BH und andere Machos es verstehen, will ich gar nicht sein. Und dennoch bin ich nicht LGBTQ+. Aber lieber verbünde ich mich mit letzteren als mit ersteren.
Aber gut, wenn Du eine PR für diese "richtigen Männer" machen willst, mach nur. Aber ohne mich. Ich mache dann die PR für die, die Genderklischees bereit sind, in Frage zu stellen.
Aber eigentlich ist ja Bernd unser PR-Beauftragter. Nee, ist er nicht, will er nicht sein, denn er hat erkannt, dass wir zu heterogen für eine gemeinsame PR sind. Also machen einige, die es wollen, PR für eine Zielgruppe und andere für eine andere.
LG, Micha
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"Röcke sind für alle da, genau wie Hosen", ist vielleicht sogar ein genialer Spruch, den alle einigermaßen verstehen.
Jedenfalls haut man nicht mit Begriffen um sich, die einige nicht mehr hören wollen, oder in die sich etliche nicht hineindenken wollen. Mit Worten wie "Genderklischees" kannst Du in einer Fachpublikation hantieren, oder in einem so erlesenen Kreis, wie wir das sind. In der allgemeinen Gesellschaft verlierst Du damit die Aufmerksamkeit von genau denen, die am notwendigsten zu erreichen wären.
Die Botschaft, ein Mann muss nicht nach Gründen ringen, um einen Rock zu tragen (verkürzt und plakativ: "darf ein richtiger Mann sein"), soll ja nicht nur potenzielle und schlummernde Rockmänner ansprechen,
sondern auch Frauen, Kinder, Senioren, die alle in irgendeiner nahestehenden Funktion sich zu Männern sich befinden, die man bislang nur in Hosen kennt.
Der Gedanke: "Du kannst auch nichts von all dem sein, woran ich als erstes denken musste" soll sich in der Gesellschaft verbreiten, der aber bislang als ziemlich utopisch angesehen wird, weil eben alle anderen Möglichkeiten medial präsent sind, der "Mann im Rock ohne Nebenbedingungen" aber ist es noch nicht.
Die Ehefrau kann noch so sehr aufgeschlossen sein, dass X oder Y queer oder trans sind, wenn sie das aber von ihrem eigenen Mann denkt, wird es kritisch. Drum nutzt es nichts, mit weiterhin verständnisvollen Fähnchen zu schwenken, wenn es darum geht, dass sie ihren Mann im Rock akzeptieren soll. Es kann ihr nur gelingen, wenn sie die Möglichkeit kennt, dass ein Mann auch ganz ohne Nebenbedingungen Rock tragen kann. Und wenn das auch die Nachbarin weiß, und ihre Eltern.
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Na siehst Du, da haben wir vielleicht doch einen gemeinsamen Slogan:
"Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!"
Mir geht es auch nicht um das Wort "Genderklischees", sondern um deren Inhalt: "überkommende Vorstellungen von Geschlechterrollen und -merkmalen, denen viele Menschen nicht entsprechen möchten, wenn sie die freie Wahl haben". Das ist jetzt zwar viel länger, aber ohne Fremdwörter.
Und wenn wir "richtige Männer" in "normale Männer" oder "Durchschnittsmänner" ändern, klingt das schon viel weniger nach Machismo.
"Ich bin ein ganz normaler Mann und trage ein ganz normales Kleidungsstück", wäre so eine Aussage, die ich äußern könnte.
Aber immer natürlich ein "auch" dabei: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen, auch für ganz normale Männer".
Mit so einem Satz kann ich sehr gut leben und PR machen.
Es war mir eine Freude, mit Dir so konstruktiv zu diskutieren, lieber Wolfgang!
LG, Micha
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Warum das Wort "normal"? "Mann" genügt.
Und wenn wir "richtige Männer" in "normale Männer" oder "Durchschnittsmänner" ändern, klingt das schon viel weniger nach Machismo.
"Ich bin ein ganz normaler Mann und trage ein ganz normales Kleidungsstück", wäre so eine Aussage, die ich äußern könnte.
Aber immer natürlich ein "auch" dabei: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen, auch für ganz normale Männer".
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Selbstverständlich, lieber Hajo. Ich habe mich nur der Sorge von Wolfgang angepasst, Männer, die sich als normal empfinden, wollten nicht als nicht normal gelten.
Davon abgesehen ganz klar: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen, auch für Männer."
Und hier könnten wir noch ein "normal" weglassen:
"Ich bin ein Mann und trage ein Kleidungsstück."
Aber für mich geht es auch jeweils mit "normal". Obwohl ich mal einen Aufkleber auf meinem Auto hatte, auf dem zu lesen war: "Warum normal sein?" Was einen Kollegen dazu brachte, sich zu ducken, wenn er mit mir in meinem Auto durch sein Dorf fuhr, weil er nicht wollte, dass er von den anderen Dorfbewohnen für unnormal gehalten wurde. Für solche Männer mag das Wort "normal" sehr wichtig sein. So sagte er mal zu mir, der ich zu Karneval unten einen Faltenrock und oben Hemd, Jaket und Krawatte trug, dass ich oben rum richtig gut aussähe.
Wir hatten aber auch mal eine Diskussion über das Wort "normal", wobei herauskam, dass es für ihn "der Norm (also einem Sollwert) entsprechend" bedeutete und für mich "durchschnittlich" (also einen Istwert beschreibend). Klar, dass man normal sein will, wenn man darunter verstehet, dass man so sein soll.
LG, Micha
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Wir verlieren uns mal wieder in Grundsatzdiskussionen und die beiden Seiten erklären sich mal wieder gegenseitig ihr Weltbild. So wird das nichts. Entweder wir diskutieren zielgerichtet verschiedene Varianten einer Öffentlichkeitsarbeit und kommen dann zu Entscheidungen, die wir dann umsetzen, oder wir lassen es. Diejenigen, die mit Entscheidungen nicht einverstanden sind, müssen ja nicht mitmachen.
Der Rethink Masculinity Day scheint mir nach wie vor am geeignetsten. Wenn er als noch zu klein und unbedeutend empfunden wird, können wir ja mithelfen, dass er größer wird.
Der Slogan "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!" ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber leicht verständlich. Und es geht darum, leicht verständliche Botschaften zu finden, die die große Menge der Menschen versteht.
Also schlage ich vor, diesen Slogan auf dem RMD zu positionieren. Gibt es eine Mindestanzahl an Mitgliedern, die dem zustimmt?
LG, Albis
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Der Slogan "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!" ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber leicht verständlich. Und es geht darum, leicht verständliche Botschaften zu finden, die die große Menge der Menschen versteht.
Also schlage ich vor, diesen Slogan auf dem RMD zu positionieren. Gibt es eine Mindestanzahl an Mitgliedern, die dem zustimmt?
LG, Albis
Da siehst Du mal, lieber Albis, wozu so eine Grundsatzdiskussion gut ist: Wir haben einen Slogan gefunden, der zumindest schon mal dreien von uns zusagt.
Zudem haben Wolfgang und ich eine andere Art von Demokratie geübt, nicht die von Mehrheiten und Minderheiten - das ginge bei zwei Diskutanten eh nicht - sondern eine Konsensfindung.
Aber wenn Du schon abstimmen möchtest: Ich bin dafür, diesen Slogan zu verwenden.
LG, Micha
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Nun, einem Entschluss schon auf Seite 5 der Diskussion zustimmen zu müssen,
überrumpelt mich schon fast ein bisschen ;D ;D
Jedenfalls finde ich auf den ersten Blick die Kurzversion knackiger, griffiger als die von Hajo vorgeschlagene Erweiterung.
Eigentlich steckt in der Kurzversion alles drin,
mit dem Potential, ein kleines Nachdenken bei den Empfängern dieses Slogans anzustoßen.
...und sich diesen noch einmal später unverfälscht zu erinnern.
Also, mich vor die Wahl gestellt zu sehen, stimme ich spontan zu, zu:
"Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!"
@MAS: "normale Männer" war ja auch eher als inhaltlicher Platzhalter gemeint. Inwieweit der bei einer PR-Aktion so mit verwendet werden würde oder inhaltlich anders ausgedrückt wird, ist ja dann eher Frage der konkreten Konstellation der Aktion.
(Ich hatte es ja z.B. auch schon mal mit "Männer im Rock ohne Nebenbedingung" kurz umschrieben oder auch so: klick (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10316.msg206177#msg206177:~:text=ein%20Mann%20muss%20nicht%20nach%20Gr%C3%BCnden%20ringen%2C%20um%20einen%20Rock%20zu%20tragen))
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Hajo hat den Slogan nicht erweitert, sondern das "normale" gestrichen.
Aber gut, so kurz und knackig enthält der Slogan alles Notwendige.
LG, Micha
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Der Rethink Masculinity Day scheint mir nach wie vor am geeignetsten. Wenn er als noch zu klein und unbedeutend empfunden wird, können wir ja mithelfen, dass er größer wird.
Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, wie gut dieses Event zu uns passt. Ich wollte an das Feministische Kollektiv Karlsruhe schreiben, ob sie glauben, dass wir hier zum 8.4. auch noch einen RMD organisiert bekommen.
Mir fiel dann aber beim Schreiben auf, dass es beim RMD ja eigentlich eben doch vor Allem um das Hinterfragen von Genderklischees geht. Daher auch der Name. ;)
Unser Anliegen, Röcke für alle zu normalisieten, erschien mir dann plötzlich als eine Art Trittbrettfahrerei.
So hab ich mein Vorhaben wieder fallen gelassen.
Der Slogan "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!" ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber leicht verständlich. Und es geht darum, leicht verständliche Botschaften zu finden, die die große Menge der Menschen versteht.
Also schlage ich vor, diesen Slogan auf dem RMD zu positionieren. Gibt es eine Mindestanzahl an Mitgliedern, die dem zustimmt?
Den Slogan kann ich unterschreiben.
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Ah, prima!
Zum ersten Teil Deines Beitrags habe ich in dem RMD-Thread eine Anmerkung geschrieben:
https://www.rockmode.de/index.php?topic=9385.msg206186#msg206186
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Trotz meiner Antwort "drüben" im Thread, ziehe ich noch einmal das wesentliche Extrakt heraus, was hier in dieser Diskussion besonders von Tragweite ist:
Schau Dir / schaut Euch die Seiten der Initiativen in Lüneburg und der Schweiz an:
Lüneburg (https://www.rethinkmasculinityday.org/)
Zitat: "Wir Männer gehen an diesem Tag im Rock oder Kleid aus dem Haus und versammeln uns morgens. Danach gehen wir – wer möchte – im Rock/Kleid zur Arbeit."
Schweiz (https://rethinkmasculinity.ch/)
Zitat für die Aktion in Zürich: "Morgens: Um 07:15 Uhr, Bahnhof Stadelhofen. Gemeinsamer Start in den Tag mit Kaffee, Gipfeli und Rock"
Der Rock ist überall zentrales Element für diesen Tag. Startet man eine eigene Aktion, dann wäre das auch keine Trittbrettfahrerei, sondern nah dran an unseren Träumen (oder unserem Tun) und übrigens ausdrücklich gewollt.
Hierzu auch noch einmal ein Zitat aus Lüneburg:
"Wir tragen den RMD nach Deutschland."
Und deren Internetseite ist geeignet und dafür vorgesehen, auch noch andere Aktionen in Deutschland mit aufzunehmen bzw. zu verlinken. Also keine Trittbrettfahrerei, sondern erwünscht.
Nach meiner Beurteilung passt dieses Event ziemlich gut zu uns. Ein paar weiterführende Gedanken hatte ich drüben im RMD-Thread noch angefügt. (Link dorthin siehe hier im Beitrag obendrüber)
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Ja, ja, der Mann auf der Straße. Auch der hat nicht mehr dasselbe Weltbild wie vor 100 Jahren. Auch ist es ja nicht nur einer, sondern deren sind es viele und die sind nicht alle gleich.
Aber gehen wir von den ungebildetsten Männern auf der Straße aus: Würdest Du sie gerne in ihrer Unbildung belassen, nur damit sie Röcke tragen?
Ist es Dir so wichtig, dass alle Männer Röcke tragen, auch wenn das zulasten einer geistigen Weiterentwicklung ginge?
Und meinst Du nicht, dass Sätze wie "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen" auch für sie verständlich wären? Musst Du unbedingt betonen, dass sie "richtige Männer" sein dürfen, was auch immer "richtige Männer" sind, auch wenn die Männer, die Du erreichen willst, damit Machismo meinen?
Ich meine, ich bin ein Mann, aber ein "richtiger Mann" in dem Sinne, wie BH und andere Machos es verstehen, will ich gar nicht sein. Und dennoch bin ich nicht LGBTQ+. Aber lieber verbünde ich mich mit letzteren als mit ersteren.
Aber gut, wenn Du eine PR für diese "richtigen Männer" machen willst, mach nur. Aber ohne mich. Ich mache dann die PR für die, die Genderklischees bereit sind, in Frage zu stellen.
Aber eigentlich ist ja Bernd unser PR-Beauftragter. Nee, ist er nicht, will er nicht sein, denn er hat erkannt, dass wir zu heterogen für eine gemeinsame PR sind. Also machen einige, die es wollen, PR für eine Zielgruppe und andere für eine andere.
LG, Micha
Auch wenn es mir wieder bösartig ausgelegt wird, bei diesen worten empfinde ich eine große Menge Überheblichkeit, Arroganz, Moralismus des Schreibers gegenüber den menschen, die (noch) keinen Rock tragen.
Natürlich sind auch außerhalb des Forums nicht alle Männer gleich, aber es gibt doch Eigenschaften, die die meisten teilen. Dazu gehört eben, dass Rocktragen für sie (noch) kein Thema ist, aus verschiedensten Gründen.
Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht.
Und immer dran denken, es gibt keine Pflicht, Rocktragen gut zu finden. Es ist freiwillig und hängt von Symapthie ab. Die man mit Belehrung und Druck verspielt. Das Thema braucht keine PR-Beauftragten und Missionare, sondern Sympathieträger und Vorbilder.
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Moin,
den Satz: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!" finde ich griffig, er ist kurz und einprägsam.
Ich werde mir den merken und gegebenenfalls im Gespräch gerne einsetzen.
(gibt es Copyrights auf diesen Satz?)
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Moin,
den Satz: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!" finde ich griffig, er ist kurz und einprägsam.
Ich werde mir den merken und gegebenenfalls im Gespräch gerne einsetzen.
(gibt es Copyrights auf diesen Satz?)
Liebe xtramper:in,
der Slogan ist ein Produkt unserer Grundsatzdiskussion und steht zur freien Verfügung. Möge er die Menschen inspirieren!
LG Micha
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Ja, ja, der Mann auf der Straße. Auch der hat nicht mehr dasselbe Weltbild wie vor 100 Jahren. Auch ist es ja nicht nur einer, sondern deren sind es viele und die sind nicht alle gleich.
Aber gehen wir von den ungebildetsten Männern auf der Straße aus: Würdest Du sie gerne in ihrer Unbildung belassen, nur damit sie Röcke tragen?
Ist es Dir so wichtig, dass alle Männer Röcke tragen, auch wenn das zulasten einer geistigen Weiterentwicklung ginge?
Und meinst Du nicht, dass Sätze wie "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen" auch für sie verständlich wären? Musst Du unbedingt betonen, dass sie "richtige Männer" sein dürfen, was auch immer "richtige Männer" sind, auch wenn die Männer, die Du erreichen willst, damit Machismo meinen?
Ich meine, ich bin ein Mann, aber ein "richtiger Mann" in dem Sinne, wie BH und andere Machos es verstehen, will ich gar nicht sein. Und dennoch bin ich nicht LGBTQ+. Aber lieber verbünde ich mich mit letzteren als mit ersteren.
Aber gut, wenn Du eine PR für diese "richtigen Männer" machen willst, mach nur. Aber ohne mich. Ich mache dann die PR für die, die Genderklischees bereit sind, in Frage zu stellen.
Aber eigentlich ist ja Bernd unser PR-Beauftragter. Nee, ist er nicht, will er nicht sein, denn er hat erkannt, dass wir zu heterogen für eine gemeinsame PR sind. Also machen einige, die es wollen, PR für eine Zielgruppe und andere für eine andere.
LG, Micha
Auch wenn es mir wieder bösartig ausgelegt wird, bei diesen worten empfinde ich eine große Menge Überheblichkeit, Arroganz, Moralismus des Schreibers gegenüber den menschen, die (noch) keinen Rock tragen.
Natürlich sind auch außerhalb des Forums nicht alle Männer gleich, aber es gibt doch Eigenschaften, die die meisten teilen. Dazu gehört eben, dass Rocktragen für sie (noch) kein Thema ist, aus verschiedensten Gründen.
Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht.
Und immer dran denken, es gibt keine Pflicht, Rocktragen gut zu finden. Es ist freiwillig und hängt von Symapthie ab. Die man mit Belehrung und Druck verspielt. Das Thema braucht keine PR-Beauftragten und Missionare, sondern Sympathieträger und Vorbilder.
Tja Wer meint, schon alles zu wissen, mag keine Belehrungen. Ich gehöre nicht dazu, und nehme Belehrungen gerne an. Und das freiwillig. Das nennt man dann "Weiterbildung".
LG Micha
Nachtrag mit ordentlicher Tastatur in einem Zug mir W-LAN:
Es kommt natürlich auch darauf an, was man unter "Belehrung" versteht. Ich verstehe darunter eine Weitergabe von Wissen. Natürlich muss man nicht alles Wissen, das man vermittelt bekommt, auch unhinterfragt übernehmen. Manchmal stellt es sich heraus, dass es kein Wissen, sondern ein Irrtum war oder einfach nur eine Meinung. Oder auch eine Lüge. Aber grundsätzlich gehe ich mal davon aus, dass, wer mir Wissen mitteilen möchte, auch an das glaubt, was er mir sagt. So eine Belehrung nehme ich dann gerne entgegen. Zumindest lerne ich davon etwas über das, was mein Gesprächspartner für Wissen hält. Das ist doch auch schon was.
Dann noch etwas dazu:
Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht.
Leider bekommen wir es durch die Schule und die Massenmedien nicht so oft und deutlich mit, dass Röcke nicht per se Frauenkleidung sind. Zwar ist der schottische Kilt als Ausnahme der Regel allgemein bekannt, aber darüber hinaus ist oft nicht viel Wissen da. Über Röcke in der Männergarderobe andere Kulturen geographisch oder historisch von unserer unterschieden, wissen sehr wenige Menschen in unserer Gesellschaft etwas. Das ist dann eben mangelnde Bildung. Und wir hier, die es wissen, können die Menschen darüber belehren, dass es das alles gab oder auch noch gibt. Dieses Wissen kann dann aber zu ganz neuen Gedanken inspirieren. Was vorher für undenkbar galt, wird dann denkbar. Das bedeutet noch lange nicht, dass dann jeder, der sich so weitergebildet hat, selbst einen Rock tragen möchte. Das bleibt jedem selbst überlassen. Wenn er es nicht möchte, liegt das dann aber nicht mehr daran, dass er nicht weiß, dass Röcke auch Männerkleidung sind.
Gut, dass Du - implizit in Deiner Erklärung, da keine Ahnung zu haben - nachgefragt hast. Jetzt weißt Du es, was Bildung und Rocktragen miteinander zu tun haben können, weil ich Dich darüber belehrt habe. Was Du damit jetzt anfängst, ist wiederum Deine Entscheidung. Da möchte ich Dir nichts vorschreiben.
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Ich greife mal zwei Punkte heraus, wo ich doppelrock ziemlich zustimmen kann:
(1) Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht.
(2)... Es [Rocktragen] ist freiwillig und hängt von Symapthie ab. Die man mit Belehrung und Druck verspielt. Das Thema braucht keine PR-Beauftragten und Missionare, sondern Sympathieträger und Vorbilder.
Zunächst zu Punkt (2):
Das klingt einleuchtend: Es braucht Sympathieträger. Und ja, mit Druck (nunja, es wird ja niemand mit Gewalt gezwungen) und Belehrung (das tauchte aber auf) verspielt man schnell Smpathien.
Insofern möchte ich zu Punkt (2) zwei Ranglisten aufstellen, die "es" braucht:
1. Sympathieträger
2. Vorbilder
3. PR (respektive PR-Beauftrage)
4. Missionare (auch die darf es geben, wenn sie von ihrer Sache überzeugt sind und deshalb für ihre Sache mit Respekt werben)
Vermutlich meinte doppelrock jedoch nicht vier verschiedene Gruppen, sondern nur zwei, dann also folgende Rangliste:
1. Sympathieträger und Vorbilder
2. PR-Beauftragte und Missionare
Nachteil: Sympathien werden von Mensch zu Mensch unterschiedlich verteilt. Vorbildfunktionen teilen das gleiche Schicksal: was dem einen ein Vorbild, ist dem anderen ein Gräuel.
Vorteil einer PR-Aktion: geschickt gemacht, kann man vorgenannte Nachteile etwas mildern, indem man mehr die Botschaft in den Vordergrund hebt als einzelne Personen. Oder indem man mehrere verschieden-artige Sympathieträger und verschiedene Vorbild-Konzepte mit einbindet. So betrachtet, könnte man die beiden Ranglisten von oben doch also auch wieder anders anordnen.
zu Punkt (1): Ich wiederhole die Worte von doppelrock:
"Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht."
Mir lag lange eine Antwort auf diesen von Micha ins Spiel gebrachten Zusammenhang auf der Zunge. Ich hatte meinen Kommentar dazu wieder verworfen. Aber ich muss doppelrock hier Recht geben und will das, wie ich es gerne mache, mit der Hose für die Frau vergleichen.
Frauen haben ohne einen allgemeinen Bildungszugewinn sich die Hosen erobert - oder bevor dieser Satz wieder anders ausgelegt wird, anders, platter formuliert: Auch bildungsferne Frauen trugen auf einmal Hosen.
Die Einführung des Rocks für den Mann muss man also ebenso nicht mit dem Bildungsstand eines jeden Mannes in Verbindung bringen.
Es macht beispielsweise auch keinen Sinn, den Männern zu erzählen: Du musst Dich gesund ernähren, wenn Du einen Rock tragen willst. Das eine hat mit dem anderen primär nichts zu tun!
Ausserdem: wenn man von bildungsfernen oder ungebildeten Menschen spricht, vergisst man gerne etwas, was wir alle eigentlich mit unserer Lebenserfahrung schon haben feststellen sollen:
"Ungebildete" Menschen können fast immer mit anderen Begabungen und Fähigkeiten glänzen und haben ihre Qualitäten auf anderen Schwerpunkten. "Ungebildete" Menschen haben auch ihren Wert, den man nicht vorschnell unterschätzen sollte.
So. Jetzt war ich belehrend. ;D
Es geht darum, möglichst alle zu erreichen. Männer, und alle anderen. Und nicht eine Vorabauswahl zu treffen: "Du darfst, Du darfst nicht weil ich Dich blöd finde".
Aber ich glaube, wir und besonders doppelrock und MAS müssen an diesem Punkt gar nicht weiter in diesem Thread diskutieren, weil wir diesen Schritt eigentlich schon recht erfolgreich abgeschlossen haben.
Ich hatte nämlich lange überlegt, auf diesen Bildungspunkt einzugehen. Ich habe es mit großer Überwindung mir letztlich verkniffen. Ich las den betreffenden Beitrag noch einmal intensiv durch, um statt mit einer Zurechtweisung von Micha mit einer Zustimmung für Micha antworten zu können.
Da fiel mir der darin enthaltene Slogan ins Auge. Und so hatte ich einen positiven Anknüpfungspunkt als Antwort auf Michas Beitrag gefunden. Und mein Gefühl sagt: Das war die richtige Reaktion.
Denn: es geht um den Rock. Es geht nicht um Belehrung in Dingen, die mit dem Rock nur begrenzt direkt zu tun haben. Einen Rock sich anzuziehen sollen auch Menschen machen dürfen, die in anderen grundlegenden Dingen nicht mit mir übereinstimmen müssen. Nur so besteht eine Chance, dass diese Rock-Idee sich unter den Menschen verbreitet.
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Lieber Wolfgang,
ich hatte in meinem vorherigen Beitrag noch was ergänzt, und als ich das abschickte, sah ich, dass Du auch wieder was geschrieben hast.
Kannst das ja auch noch lesen.
LG, Micha
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Ohne mehr als den ersten Satz Deiner Ergänzung mit ordentlicher Tastatur gelesen zu haben,
schicke ich gleich noch meinen Gedanken hinterher, den ich in Kürze hier auch noch formuliert hätte (leider umständehalber gerade im Einfingersystem, daher dauerts...)
Natürlich kann man jede Art von Information auch mit einer Art Bildungsauftrag belegen,
oder auf Empfängerseite betrachten, dass eine wahrgenommene Information auch gleichzeitig den Empfänger weiterbildet.
Oder statt mit 'Bildung' formuliert, so ausgedrückt:
Jede Information versucht, über etwas aufzuklären,
und jeder, den die Information erreicht, wurde darüber aufgeklärt (ganz gleich, was er aus dieser Information für sich macht).
Inhalt einer PR-Aktion von uns könnte sein, darüber aufzuklären, dass ein Mann ohne Wenn und Aber einen Rock anziehen kann (weil es welche gibt, die das auch schon so machen).
Und das ist schon Aufklärungsinhalt genug. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass diese Wenns und Abers jedoch gar nicht so schlimm wären. Das macht vor allem deswegen keinen Sinn, weil die Ehefrau an ihrem Ehemann diese Wenns und Abers trotzdem vehement nicht möchte. Damit erreichst Du nämlich nicht diese Ehefrau.
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Noch ein Blickwinkel, mit dem ich meine Argumentation von eben untermauern möchte, Micha.
Du schreibst es selbst:
Leider bekommen wir es durch die Schule und die Massenmedien nicht so oft und deutlich mit, dass Röcke nicht per se Frauenkleidung sind. Zwar ist der schottische Kilt als Ausnahme der Regel allgemein bekannt, aber darüber hinaus ist oft nicht viel Wissen da. ... [Durch PR vermitteltes Wissen:] Was vorher für undenkbar galt, wird dann denkbar.
Es fehlt allgemein an Vorstellungskraft, dass ein Mann im Rock damit nichts weiter von jenem verbindet, was den Leuten dabei als erstes in den Sinn kommt. Das liegt am mangelnden Wissen, dass ersteres sehr wohl der Fall sein kann. Es besteht also ein allgemeines Wissensdefizit darüber.
Die meisten von uns sind mehr oder weniger stark von diesem allgemeinen Wissensdefizit betroffen.
Was liegt für uns also näher, als genau gegen dieses größte Wissensdefizit aus dem gesamten Themenkomplex, der damit verbunden wird, zu informieren?
Die Möglichkeit, sich als Mann z.B. als divers zu fühlen, müssen wir nicht mehr publik machen, das ist schon hinreichend publik.
Die Möglichkeit, als Mann sich einen Rock anzuziehen und sich trotzdem nicht divers oder als Frau oder als sonstwas anderes zu fühlen, die ist noch längst nicht so publik. Hier liegt das größte Wissensdefizit.
Was also sollte für uns näher liegen, als genau gegen dieses größte Wissensdefizit aus dem gesamten Themenkomplex zu informieren?
Und ich möchte dies auch noch mal mit Zahlen aus unserem Forum untermauern. Aus zwei Umfragen, die vor zwei, drei Jahren hier im Forum liefen. Zwei unterschiedliche Fragestellungen, die auf den ersten Blick recht identisch aussehen. Beide Umfrage-Ergebnisse spiegeln aber wider, dass bei einer PR-Aktion selbst mit Hauptfokus auf unser Forum, mit dem obengenannten Inhalt ziemlich allen im Forum am meisten gedient wäre, wenn man genau dieses größte Wissensdefizit abbauen lönnte:
Bitte einloggen oder registrieren um das Bild zu sehen.
Bitte einloggen oder registrieren um das Bild zu sehen.
Die feine Unterscheidung der beiden Fragen ist etwas tricky.
Ich möchte einmal folgende grobe Einordnung der beiden Fragen so vornehmen:
Die "Wünschenswert"-Antwort lehnt sich eher an den eigenen persönlichen Interessen an, inwieweit Rock und Kleid im Männeralltag sich mit den eigenen Interessen deckt.
Die "Hilfreich"-Antwort lehnt sich eher daran an, wie sehr es den eigenen persönlichen Interessen von Vorteil ist, wenn Rock oder Kleid zum Männeralltag werden, auch wenn dieses Ziel sich nicht unbedingt mit den eigenen persönlichen Interessen deckt.
So betrachtet zeigt die "Wünschenswert"-Umfrage, dass die Teilnehmer überwiegend sich mit dem Ziel für die Alltagskleidung identifizieren können. Und weiter so betrachtet zeigt sich, dass auch Teilnehmer mit anderen persönlichen Interessen für sich daraus einen Mehrwert ableiten können.
Was also sollte uns davon abhalten, mit unserer PR-Maßnahme genau gegen dieses größte Wissensdefizit zu informieren?
Die anderen Wissensdefizite sind kleiner und werden von Gruppen beliefert, denen andere Inhalte wichtiger sind.
Und diese anderen Gruppen denken nicht daran, zeitgleich auch für "Männer ohne Nebenbedingungen" aufzuklären. Das ist kein Vorwurf von mir an die anderen Gruppen. Aber zum einen ist es für sie genauso unvorstellbar wie für die ganze Gesellschaft. Oder es ist einfach eben nicht ihre Baustelle.
Und wir haben unsere größte Baustelle eben am größten Wissensdefizit, das uns alle trotz unterschiedlicher Einzel-Interessen ziemlich betrifft.
Zu den Umfragen:
Wie wünschenswert für mich: Rock am Mann genauso wie Hose an Frau? (https://www.rockmode.de/index.php?topic=9188.msg166175#msg166175)
Wie hilfreich ist mir persönlich das: Rock am Mann genauso wie Hose an Frau? (https://www.rockmode.de/index.php?topic=9187.msg166174#msg166174)
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Ganz grob, ohne auf Einzelheiten einzugehen: Ja, sehe ich auch so. Und man muss auch kein Schotte sein, auch wenn das vielen Menschen als erstes in den Sinn kommt, wenn sie einen Mann im Rock sehen.
LG, Micha
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Ja, das erinnert mich an eine der ersten PR-Aktionen zum Männerrock, die sich wie gleich folgt in einem Medium so niederschlug:
"Man muss nicht mehr Schotte sein, um als Mann einen Rock tragen zu dürfen. Kenzo machts möglich. Auf den Modeschauen (in Paris, Mailand, wurde überhaupt was genannt?) flatterten die Männer fast weiblich über den Laufsteg." Dann kam noch irgendwie sowas: "Man stelle sich vor: Christian in Stöckelschuhen in Größe 48!", Musik.
Ja, dieses Zitat ist fast wörtlich, vor allem der erste Satz, aus einer Zwischenmoderation im Radiosender Radio Brenner oder (ich glaube eher:) Südtirol 1. Irgendwann zwischen 1982 und 1984, vielleicht auch 86. Mehr dazu schrieb ich schon einmal dort (https://www.rockmode.de/index.php?topic=948.msg147585#msg147585:~:text=%22Man%20muss%20kein%20Schotte%20mehr%20sein%2C%20um%20einen%20Rock%20tragen%20zu%20k%C3%B6nnen!%22%20Dieses%20Zitat%20hab%20ich%20noch%20in%20den%20Ohren%20als%20w%C3%A4r%27s%20grade%20eben%20gewesen.) oder (besser) 2019 dort (https://www.rockmode.de/index.php?topic=7434.msg114812#msg114812).
Christian war übrigens der sprechende Moderator - also, er sprach bei den Stöckelschuhen von sich selbst. Und auch mit einem Unterton: "unvorstellbar".
An das erinnerte mich Dein Kommentar gerade. Ja, das ist schon über 30 Jahre her...
Aber merke: "fast weiblich" und "flattern" ist schon wieder geeignet, Gegenabwehr bei den wichtigsten Informations-Empfängern hervorzurufen. Soll eine Botschaft was bringen, muss man das vermeiden.
Man kann das alles ansprechen, wenn man die Zeit hat, das ausreichend darzulegen. Aber nicht jede PR-Aktion bekommt überall drei Illustriertenseiten eingeräumt.
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Dazu (mein letzter Satz, '3 Illustriertenseiten...') fällt mir noch etwas ein, was ich gerade noch loswerden muss.
Man muss mehr vermeiden, als es einem eigentlich lieb ist. Denn in aller Regel wird der begleitende Redakteur das noch einmal nachbearbeiten, vor allem, um es in die verfügbare Länge seines Mediums zu bringen. Da kommt natürlich recht viel Eigeninterpretation des Redakteurs noch hinzu, wenn es darum geht, Dinge zusammenzufassen. Oder auszuschmücken. Drum darf man ihm nicht zu viele Anknüpfungspunkte bieten, seine eigenen Schwerpunkte auf anderes als auf die Kernbotschaft zu legen.
Ideal wäre es also, drei oder vier vorgefertigte Pressetexte anzubieten, alle nach unserem Dafürhalten druckfertig, in unterschiedlichen Längen und damit auch in unterschiedlichem Tiefgang. So kann man am ehesten sicherstellen, dass das publizierte Endprodukt noch die wesentlichen Botschaften aus unserer Sicht recht unverfälscht wiedergibt.
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Zumindest mir geht es nicht um das Diskutieren, sondern darum, dass Männer, die bisher nicht ans Rocktragen dachten oder es eher negativ finden, auf positive, "zielgruppengerechte" Weise begeistert. Aus meiner Sicht geht das eben am besten mit einer starken angenehmen Ausstrahlung und nicht plakativ oder mit Druck oder Ideologie.
Bildung im Sinne eines "hohen" Schulabschlusses heißt aus meiner Lebenserfahrung, dass man lediglich sich dem system angepasst hat, auswendig lernen kann und keine Fragen stellt. Und schon garnicht auf Bauch oder Herz hört, weil durch die Beschulung verkopft. Ich sagte ja schon öfter, dass Menschen, die eben mit Herz und Hand arbeiten, näher an der Wirklichkeit sind als viele Akademiker. Als ich an der Garderobe auf Veranstaltungen mein Taschengeld verdient habe, konnte ich im ersten Moment den Menschen ansehen, welche Berufsgruppe sie hatten. Bei Lehrern und Beamten lag die Trefferquote nahe 100%.
Vielleicht würden wir uns wieder mehr zu Intuition und Instinkt bewegen, wenn wir statt Erziehung gute BEziehung bekämen.
Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.
Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.
@skirtedman: Danke, dass du das Thema "ungebildet" auch noch einmal aufnimmst. Da stimme ich dir zu.
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Lieber Wolfgang,
je mehr man schreibt, desto Anknüpfungspunkte hat ein:e Journalist:in, aber auch desto weniger Raum für Eigeninterpretationen. Oder?
LG, Micha
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Nein.
Je weniger der die das Redaktionsmensch abzuändern hat, desto weniger Raum bleibt für Eigeninterpretationen bzw. -bewertungen.
Und das fängt ganz entschieden schon einmal mit der Länge an.
Kriegt man im Medium nur einen Einspalter (oder im Radio sieben Sätze) und man liefert drei DIN-A4-Seiten, so muss ganz viel zusammengefasst werden. Und da wirkt ganz viel Persönlichkeit des der des Redaktionsmenschen mit.
Ist ja auch immer so, wenn z.B. wissenschaftliche Themen für eine natürlich verkürzte Version fürs Volk runtergebrochen werden müssen. Da wird vor allem das zusammengefasst, wozu der Bearbeiter einen Zugang dazu findet und sich einen Reim auf den Rest machen kann. Hätte man ihm schon ein passend kurzes Schreiben in die Hand gedrückt, müsste er da gar nicht mehr so viel selbst herumdoktorn.
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Nein.
Je weniger der die das Redaktionsmensch abzuändern hat, desto weniger Raum bleibt für Eigeninterpretationen bzw. -bewertungen.
Und das fängt ganz entschieden schon einmal mit der Länge an.
Kriegt man im Medium nur einen Einspalter (oder im Radio sieben Sätze) und man liefert drei DIN-A4-Seiten, so muss ganz viel zusammengefasst werden. Und da wirkt ganz viel Persönlichkeit des der des Redaktionsmenschen mit.
Ist ja auch immer so, wenn z.B. wissenschaftliche Themen für eine natürlich verkürzte Version fürs Volk runtergebrochen werden müssen. Da wird vor allem das zusammengefasst, wozu der Bearbeiter einen Zugang dazu findet und sich einen Reim auf den Rest machen kann. Hätte man ihm schon ein passend kurzes Schreiben in die Hand gedrückt, müsste er da gar nicht mehr so viel selbst herumdoktorn.
Also soll man versuchen, dem Journalisten die Arbeit abzunehmen?
LG, Micha
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Zunächst einmal ja.
Was er dann draus macht, hängt nur begrenzt von Dir ab. Aber man sollte es versuchen, das Ergebnis im eigenen Sinne zu optimieren.
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Na ja, wenn ich als Journalist so einen "fertigen Text" bekäme, würde ich ihn an die Anzeigen-Abteilung weiterleiten und dem Autor eine Rechnung schicken. ;D
Oder ihn als Leserbrief behandeln.
Was ich meine, ist, dass ein Journalist kein PR-Agent ist. Also idealerweise zumindest nicht.
LG, Micha
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@Doppelrock:
Genau meine Meinung.... - auf den Punkt...
DANKE! :)
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Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.
Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.
Na, das Thema Belehrung, wie man es weithin versteht, haben wir ja eigentlich schon fallen lassen.
Es besteht also somit kaum noch die Gefahr, dass der Adressat unserer PR-Botschaft "untergeordnet und runtergeputzt" wird.
Mit dieser Übertreibung brauchen wir uns gar nicht weiter auseinander setzen, weil die Gefahr dafür schon längst vom Tisch ist.
Aber, doppelrock, Du sprichst ein gutes Thema an. Mit Deinem letzten Satz drückst Du aus, dass Dir lieb wäre, Männer mit dem Thema zu erreichen, für die der Rock bisher noch kein Thema war.
Natürlich liegt es auf der Hand, das zu wollen, vor allem auf der Grundlage, wenn man das nach betriebswirtschaftlichen Kriterien angeht: "die Erschließung neuer Kunden" sozusagen.
Ich stelle jedoch hier die Frage, ob das wirklich das Kernziel unserer PR-Maßnahme sein soll?
Ich wage es, andere Kernziele als die wichtigeren vorzuschlagen:
3. Männer zu erreichen, die mit dem Rock sympathisieren, aber sich zuwenig oder gar nicht trauen, ihn so zu tragen, wie sie es sich wünschen.
1. Menschen zu erreichen, die sich bereits aktiv gegen den Wunsch stellen eines nahestehenden Mannes, z.B. ihres Ehemannes, einen Rock tragen zu wollen.
2. Menschen zu erreichen, die noch nicht mit dem Wunsch eines nahestehenden Mannes, z.B. ihres Ehemannes, erreicht wurden, einen Rock zu tragen.
4. Männer, die bereits gegen die Widerstände ihres nahen Umfelds Rock tragen, Rückendeckung zu geben.
5. Menschen zu erreichen, die für die Gruppen aus den Rangfolgen 1 und 2 sowie 3 und 4 eine tragende Bedeutung haben, also Nachbarn, Freunde, Bekannte, weitere Verwandte, Bankberater, Chefs, Kollegen, Sportkameraden, bzw. die potenzielle neue Freundin der Rangfolgen 3 und 4.
Erst dann, ggf. auf 6. Position, sehe ich die Wichtigkeit, "neue Kundenkreise" zu erschließen.
(man beachte oben die ungewohnte Verteilung der Rangfolge. Die Reihenfolge (also die Abfolge, nicht die Rangfolge) war aber notwendig, um besser die gemeinten Personenkreise verorten zu können)
Ich glaube mit dieser konkreten Zielgruppendefinition und ihrer Wertigkeit lässt sich besser einschätzen, wer wie mit Information versorgt werden soll.
Jedenfalls ist die Absicht, neue Rockmänner zu inspirieren, den anderen Absichten m.M.n. eher untergeordnet. Und die Gefahr, neu zu gewinnende Rockmänner mit Zwang oder mit Belehrungen zu konfrontieren, eher gering.
Viel eher sind vor allem die Personengruppen aus meiner Rangfolge 1 und 2 mit Informationen zu versorgen. Und diese Art von Information könnte man als Aufklärung über etwas bezeichnen, spitzfindig könnte man das auch als beabsichtigte Belehrung bezeichnen.
Aber was anderes soll Information sonst beabsichtigen, als über etwas in seinem Sinne / nach seinem Kenntnisstand aufzuklären? Wenn keine Absicht zu einer Art Aufklärung besteht, dann braucht man diese Information auch nicht publizieren.
Kurzum, eine PR-Aktion bzw. Öffentlichkeitsarbeit will schon auf verschiedenen Ebenen gründlich durchdacht werden, wenn sie eine Chance haben soll, etwas zu bewirken. Und Danke, doppelrock, dass Du mich auf das Thema "Kernzielgruppen" aufmerksam gemacht hast.
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Kaum hat man mal ein paar Tage weniger Zeit zum Lesen und Antworten, ist die Diskussion schon seitenweise weiter...
Kurze Rückmeldung meinerseits: Den Satz
Röcke sind für alle da, genau wie Hosen
finde ich sehr gut, das können wir gerne als Slogan verwenden.
Da ich persönlich mehr Kleider als Röcke trage, würde ich selber wohl eher formulieren "Kleider und Röcke sind für alle da, genau wie Hosen", aber diese Unterscheidung ist nicht so wichtig. Wenn ich gefragt werde, warum ich ein Kleid trage, dann antworte ich oft mit "Kleidung hat kein Geschlecht", was in eine ähnlich Richtung geht.
Besonders gefällt mir an obigem Slogan "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen", dass hier "alle" steht. Das drückt für mich die Vielfalt aus, die mir wichtig ist, und schließt eben alle ein, nicht nur Männer und Frauen, sondern auch alle (Männer), egal warum sie Röcke tragen, also ob sie etablieren wollen, dass das für Männer ganz normal ist, oder ob sie damit weiblicher wirken wollen.
Ich finde diese ganz verschiedenen Beweggründe, warum Männer Röcke und Kleider tragen, alle legitim, auch wenn manche davon nicht zu meinen Beweggründen gehören. Lasst uns das in Vielfalt leben und propagieren, dass Röcke eben für alle da sind, und uns nicht gegenseitig Vorwürfe machen, dass unsere Motivationen dafür nicht in Übereinstimmung zu kriegen sind. Jeder und jede soll die Kleidung tragen dürfen, die ihm oder ihr gefällt, und sich nicht dafür rechtfertigen müssen. Für dieses Ziel lohnt es sich doch, Öffentlichkeitsarbeit zu machen. (Und dieses Ziel schließt auch ein, dass es selbst in einer Zukunft, in der ein Mann im Kleid oder Rock nichts Besonderes mehr ist, viele Männer geben wird und auch geben darf, die weiterhin lieber Hosen tragen möchten.)
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Ja, Bernd, besonders Deiner abschließenden Klammer am Beitragsende muss ich voll stimmen!
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Na ja, wenn ich als Journalist so einen "fertigen Text" bekäme, würde ich ihn an die Anzeigen-Abteilung weiterleiten und dem Autor eine Rechnung schicken. ;D
Oder ihn als Leserbrief behandeln.
Was ich meine, ist, dass ein Journalist kein PR-Agent ist. Also idealerweise zumindest nicht.
LG, Micha
Naja, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig.
Zunächst ist es davon abhängig, welchen Stellenwert Dein Anliegen beim 'Eingangs-Redakteur' zugewiesen bekommt.
Dann ist es abhängig davon, welchen Stellenwert Dein Anliegen bei dem nächsten Redakteur bekommt, der Dein Anliegen auf den Schreibtisch hingelegt bekommt.
Dann muss die Redaktionssitzung entscheiden, ob der betreffende Redakteur für dieses Thema überhaupt grünes Licht erhält und wieviel Stellenwert diesem Thema von der Redaktion eingeräumt wird. (Ich überspringe manche Feinheiten.)
Dann ist die Frage, wieviel Raum das Medium für das Thema (und überhaupt die Themen der betreffenden Redaktion) einräumt. Und was sonst noch alles an wichtigen oder unwichtigen Themen anliegen.
In einer regionalen Zeitung dürften diese Prozesse relativ schlank sein. Am Ende entscheidet dort ggf. sogar der 'Eingangs-Redakteur' ganz alleine über Stellenwert, Art und Umfang, was er mit dem Posteingang von Dir bis hin zum möglichen Endprodukt macht. Und vor allem hier, nachdem die Redaktionen alle zusammengeschmolzen sind, besteht die größte Chance, dass Deine 'Eingabe' relativ 1:1 publiziert wird.
Andere Betrachtungsweise:
Es hängt davon ab, was der betreuende Redakteur daraus machen will. Will (kann) er das journalistisch aufbereiten?
Dann wird er sich zumindest mit dem Absender einmal in Verbindung setzen. Eventuell wird er ein Telefoninterview führen. Eventuell wird er sich mit Dir (oder jemandem, den wir schicken / sich bereit erklärt / unserem Pressebeauftragtem o.ä.) treffen, ggf. auch Bilder machen (falls er sich nicht mit unseren Pressebildern begnügt, falls wir welche mitgeschickt haben).
Er wird eventuell noch andere Männer suchen, die das betreffen könnte - jenseits von uns.
Er wird evt. versuchen, Fürsprecher für uns zu finden, Gegner von uns zu finden, diese zu Wort kommen lassen - vielleicht eine Einordnung eines Wissenschaftlers oder "Mode-Experten" suchen.
Er wird vielleicht eine Straßenumfrage unter dahergelaufenen machen.
Er wird vielleicht Beratungsstellen aufsuchen, ob es Fälle von Beratungsbedarf gibt.
usw. usf.
Dann kommt da vielleicht was völlig anderes heraus, als Du Dir vorgestellt hast.
Oder ein wunderbar aufbereitetes Thema, das Dir vielleicht sogar gefällt.
Das weiß man alles nicht.
Die Erwartung, dass es so umfangreich aufgearbeitet wird - also journalistisch -, muss ich allerdings deutlich dämpfen. Doch, man sollte es nicht unversucht lassen.
Die Realität ist aber eher so, dass es mehr in Verlautbarungs-Journalismus tendiert, vor allem in der Druck- / Online-Presse:
Man wendet sich in Text-Form an das Medium, das Endprodukt (sollte es eines geben) kommt in Text-Form heraus.
Die Verdienstmöglichkeiten in diesen Medien sind begrenzt. Da liegt es nahe, um Zeit zu sparen, dass man sich sehr nahe an der 'Eingabe' - Deinem Pressetext - orientiert, wenn er passend genug vorliegt.
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Die Chance, dass Dein Thema journalistisch aufbereitet wird, steigt, wenn die Trägerbasis des Mediums sich ändert.
Also: Dein Pressetext: Schrift- / Bild-Form
Endprodukt: Sprach- / Film-Form.
Oder anders ausgedrückt: wenn das Endprodukt in Bewegtbild erfolgt (Filmclip eines Zeitungsverlags, Fernseh-Beitrag, Influencer-Kanal in Social Media).
Hier ist zu beachten, dass die mediale Umsetzung bis zur Publikation zeitaufwändig sein kann. Das heisst, eine Pressemitteilung rund um den RMD, der fünf Tage später in den direkten Medien vergessen ist, wird so vermutlich nicht aufbereitet werden. Bis das Endprodukt fertig gestellt wird, ist der mediale Anlass wieder abgeklungen.
Kann man ändern durch:
- frühzeitig anleiern
- ein eigenes Event veranstalten (tagesnahe Event-Berichterstattung)
- Zeitpunkt Sauregurkenzeit wählen
- eine Fachredaktion direkt ansprechen (z.B. 'Gesellschaft und Soziales')
Oder man spricht die Fachredaktion direkt ohne äußeren Anlass wie den RMD an, dann ist man zeitunabhängiger.
Gleichzeitig steigt aber auch der Aufwand, den man selbst betreiben muss, damit z.B. die entsprechenden Bilder (Filmsequenzen) erstellt werden können.
Diesen Aufwand kann man u.U. reduzieren, wenn man sich zu Gesprächsrunden / Talk-Shows einladen lässt.
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Zumindest mir geht es nicht um das Diskutieren, sondern darum, dass Männer, die bisher nicht ans Rocktragen dachten oder es eher negativ finden, auf positive, "zielgruppengerechte" Weise begeistert. Aus meiner Sicht geht das eben am besten mit einer starken angenehmen Ausstrahlung und nicht plakativ oder mit Druck oder Ideologie.
Bildung im Sinne eines "hohen" Schulabschlusses heißt aus meiner Lebenserfahrung, dass man lediglich sich dem system angepasst hat, auswendig lernen kann und keine Fragen stellt. Und schon garnicht auf Bauch oder Herz hört, weil durch die Beschulung verkopft. Ich sagte ja schon öfter, dass Menschen, die eben mit Herz und Hand arbeiten, näher an der Wirklichkeit sind als viele Akademiker. Als ich an der Garderobe auf Veranstaltungen mein Taschengeld verdient habe, konnte ich im ersten Moment den Menschen ansehen, welche Berufsgruppe sie hatten. Bei Lehrern und Beamten lag die Trefferquote nahe 100%.
Vielleicht würden wir uns wieder mehr zu Intuition und Instinkt bewegen, wenn wir statt Erziehung gute BEziehung bekämen.
Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.
Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.
@skirtedman: Danke, dass du das Thema "ungebildet" auch noch einmal aufnimmst. Da stimme ich dir zu.
Diese Gelehrten-Bashing ist aber auch ziemlich einseitig. Wenn wir keine Gelehrten hätten, wären wir nicht da wo wir heute sind. Als Gesellschaft braucht man Leute, die Zeit haben auf neue Ideen zu kommen, etwas neues zu entwickeln. Ich kenne das z.Z. von Bauhandwerkern, ja sie haben mehr Erfahrung und schimpfen auf die Architekten und Bauingenieure. Aber ohne die würde nur 0815 gebaut werden, weil das haben wir schon immer so gemacht und viel hilft viel.
Das gleiche gilt für aller Bereiche, wir brauchen Menschen, die einfach mal Ideen entwickeln können, das kostet Geld, aber es bringt uns als Gesellschaft weiter, auch wenn man es nicht immer sofort messen kann.
Ich kann für meinen Bereich sagen, dass die Ausbildung, die wir an den Hochschulen erfahren haben, deutlich besser ist, als was in vielen anderen Teilen der Welt ist. Wir lernen halt nicht nur den Stoff, sondern auch selbst zu denken, mal Sachen aus einem anderen Blickwinkel sehen und zu hinterfragen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Indischen Ingenieuren zusammen und den meisten fehlt das Denken ausserhalb des erlernten.
Die von dir bemängelte Arroganz hab ich genauso schon in anderer Richtung erlebt. Es ist auch völlig egal welches Gewerk.
Noch was, es brauch auch nicht immer ein formale Ausbildung um neue Erfindungen zumachen, aber es braucht Freiheit und Kreativität dafür (Geld, Zeit, ...).
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Na ja, wenn ich als Journalist so einen "fertigen Text" bekäme, würde ich ihn an die Anzeigen-Abteilung weiterleiten und dem Autor eine Rechnung schicken. ;D
Oder ihn als Leserbrief behandeln.
Was ich meine, ist, dass ein Journalist kein PR-Agent ist. Also idealerweise zumindest nicht.
LG, Micha
Naja, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig.
Zunächst ist es davon abhängig, welchen Stellenwert Dein Anliegen beim 'Eingangs-Redakteur' zugewiesen bekommt.
Dann ist es abhängig davon, welchen Stellenwert Dein Anliegen bei dem nächsten Redakteur bekommt, der Dein Anliegen auf den Schreibtisch hingelegt bekommt.
Dann muss die Redaktionssitzung entscheiden, ob der betreffende Redakteur für dieses Thema überhaupt grünes Licht erhält und wieviel Stellenwert diesem Thema von der Redaktion eingeräumt wird. (Ich überspringe manche Feinheiten.)
Dann ist die Frage, wieviel Raum das Medium für das Thema (und überhaupt die Themen der betreffenden Redaktion) einräumt. Und was sonst noch alles an wichtigen oder unwichtigen Themen anliegen.
In einer regionalen Zeitung dürften diese Prozesse relativ schlank sein. Am Ende entscheidet dort ggf. sogar der 'Eingangs-Redakteur' ganz alleine über Stellenwert, Art und Umfang, was er mit dem Posteingang von Dir bis hin zum möglichen Endprodukt macht. Und vor allem hier, nachdem die Redaktionen alle zusammengeschmolzen sind, besteht die größte Chance, dass Deine 'Eingabe' relativ 1:1 publiziert wird.
Andere Betrachtungsweise:
Es hängt davon ab, was der betreuende Redakteur daraus machen will. Will (kann) er das journalistisch aufbereiten?
Dann wird er sich zumindest mit dem Absender einmal in Verbindung setzen. Eventuell wird er ein Telefoninterview führen. Eventuell wird er sich mit Dir (oder jemandem, den wir schicken / sich bereit erklärt / unserem Pressebeauftragtem o.ä.) treffen, ggf. auch Bilder machen (falls er sich nicht mit unseren Pressebildern begnügt, falls wir welche mitgeschickt haben).
Er wird eventuell noch andere Männer suchen, die das betreffen könnte - jenseits von uns.
Er wird evt. versuchen, Fürsprecher für uns zu finden, Gegner von uns zu finden, diese zu Wort kommen lassen - vielleicht eine Einordnung eines Wissenschaftlers oder "Mode-Experten" suchen.
Er wird vielleicht eine Straßenumfrage unter dahergelaufenen machen.
Er wird vielleicht Beratungsstellen aufsuchen, ob es Fälle von Beratungsbedarf gibt.
usw. usf.
Dann kommt da vielleicht was völlig anderes heraus, als Du Dir vorgestellt hast.
Oder ein wunderbar aufbereitetes Thema, das Dir vielleicht sogar gefällt.
Das weiß man alles nicht.
Die Erwartung, dass es so umfangreich aufgearbeitet wird - also journalistisch -, muss ich allerdings deutlich dämpfen. Doch, man sollte es nicht unversucht lassen.
Die Realität ist aber eher so, dass es mehr in Verlautbarungs-Journalismus tendiert, vor allem in der Druck- / Online-Presse:
Man wendet sich in Text-Form an das Medium, das Endprodukt (sollte es eines geben) kommt in Text-Form heraus.
Die Verdienstmöglichkeiten in diesen Medien sind begrenzt. Da liegt es nahe, um Zeit zu sparen, dass man sich sehr nahe an der 'Eingabe' - Deinem Pressetext - orientiert, wenn er passend genug vorliegt.
Ja, genau, so komplex kann der Vorgang sein, lieber Wolfgang.
Die letztgenannte Möglichkeit ist dabei die unjournalistischste, weil die Unabhängigkeit der Journalistin:des Journalisten da nur noch Makulatur ist. Ich will aber nicht bestreiten, dass das in der Realitiät vorkommt.
LG, Micha
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Zumindest mir geht es nicht um das Diskutieren, sondern darum, dass Männer, die bisher nicht ans Rocktragen dachten oder es eher negativ finden, auf positive, "zielgruppengerechte" Weise begeistert. Aus meiner Sicht geht das eben am besten mit einer starken angenehmen Ausstrahlung und nicht plakativ oder mit Druck oder Ideologie.
Bildung im Sinne eines "hohen" Schulabschlusses heißt aus meiner Lebenserfahrung, dass man lediglich sich dem system angepasst hat, auswendig lernen kann und keine Fragen stellt. Und schon garnicht auf Bauch oder Herz hört, weil durch die Beschulung verkopft. Ich sagte ja schon öfter, dass Menschen, die eben mit Herz und Hand arbeiten, näher an der Wirklichkeit sind als viele Akademiker. Als ich an der Garderobe auf Veranstaltungen mein Taschengeld verdient habe, konnte ich im ersten Moment den Menschen ansehen, welche Berufsgruppe sie hatten. Bei Lehrern und Beamten lag die Trefferquote nahe 100%.
Vielleicht würden wir uns wieder mehr zu Intuition und Instinkt bewegen, wenn wir statt Erziehung gute BEziehung bekämen.
Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.
Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.
@skirtedman: Danke, dass du das Thema "ungebildet" auch noch einmal aufnimmst. Da stimme ich dir zu.
Diese Gelehrten-Bashing ist aber auch ziemlich einseitig. Wenn wir keine Gelehrten hätten, wären wir nicht da wo wir heute sind. Als Gesellschaft braucht man Leute, die Zeit haben auf neue Ideen zu kommen, etwas neues zu entwickeln. Ich kenne das z.Z. von Bauhandwerkern, ja sie haben mehr Erfahrung und schimpfen auf die Architekten und Bauingenieure. Aber ohne die würde nur 0815 gebaut werden, weil das haben wir schon immer so gemacht und viel hilft viel.
Das gleiche gilt für aller Bereiche, wir brauchen Menschen, die einfach mal Ideen entwickeln können, das kostet Geld, aber es bringt uns als Gesellschaft weiter, auch wenn man es nicht immer sofort messen kann.
Ich kann für meinen Bereich sagen, dass die Ausbildung, die wir an den Hochschulen erfahren haben, deutlich besser ist, als was in vielen anderen Teilen der Welt ist. Wir lernen halt nicht nur den Stoff, sondern auch selbst zu denken, mal Sachen aus einem anderen Blickwinkel sehen und zu hinterfragen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Indischen Ingenieuren zusammen und den meisten fehlt das Denken ausserhalb des erlernten.
Die von dir bemängelte Arroganz hab ich genauso schon in anderer Richtung erlebt. Es ist auch völlig egal welches Gewerk.
Noch was, es brauch auch nicht immer ein formale Ausbildung um neue Erfindungen zumachen, aber es braucht Freiheit und Kreativität dafür (Geld, Zeit, ...).
Vielen Dank, lieber Experimental.
Zumal ich mit keinem Wort von Bildung im Sinne von Schulabschlüssen oder dergleichen geschrieben habe, sondern von Bildung in Sachen "Rock als Männerkleidung". Da war ich auch ungebildet, bis ich Bilder von Männern in Röcken in anderen historischen Zeiten oder geographisch anderen Kulturen gesehen und in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift was darüber gelesen habe. Weder meine Schul- noch meine Hochschulbildung haben mich das gelehrt. Geschichte in der Schule war immer nur Politikgeschichte. Kultur- und Alltagsgeschichte standen nicht auf dem Programm.
Und gegen das Hören auf Bauch und Herz habe ich auch kein Wort geschrieben.
Aber bestimmte politische Richtungen lieben das, was Du hier "Gelehrten-Bashing" nennst. Und keineswegs nur "rechte" Parteien, sondern auch "linke". Die Roten Khmer haben sogar Leute erschossen, nur weil sie eine Brille trugen. Und nein, ich behaupte nicht, dass Doppelrock ein Roter Khmer ist.
Aber ich denke, Doppelrock versteht sehr wohl, was ich schreibe. Er will es aber lieber anders darstellen, als ich es meine.
LG, Micha