Rockmode.de
Röcke und mehr... => Artikel und Presseberichte => Thema gestartet von: Uckermärker am 05.02.2026 00:36
-
Heute haben wir uns die Dokumentation auf Arte über Gustav Klimt angeschaut. Er trug ein unkonventionelles Outfit: Oft - in der Freizeit - beim Malen trug er seinen dunkelblauen bequemen Malerkittel - ich würde sagen praktisch ein Kleid:
Bitte einloggen oder registrieren um das Bild zu sehen.
Hier ist der Link, wo der Schauspieler eine gute Nachbildung seines "Malerkittels" trägt:
https://www.arte.tv/de/videos/120469-001-A/gustav-klimt/ (https://www.arte.tv/de/videos/120469-001-A/gustav-klimt/)
So ein "Malerkittel" könnte mir auch gefallen :)
VG
Jens
-
Nun, da stellt sich mir als Hosenablehner die Frage:
Trägt er (Schauspieler), trug er (Klimt) den Kittel über einer Hose, oder dieses Gewand hosenlos?
Ich hab mal schnell in die Doku reingeschaut und bei 14'50" gesehen, wie der Klimt-Darsteller ganz zu sehen ist und er ein bodenlanges Malerkleid trägt, das auch die Schuhe bedeckt, das ist vermutlich ja auch die Intention des Gewandes. Wie mein Vater mit Öl oder Aquarell gemalt hat, trug er auch immer eine Schürze (eine blaue aus Südtirol), jedoch freilich mit Dahaamerumshose dazu.
Also, auf den ersten Blick in die Doku bekam ich meine Eingangsfrage nicht beantwortet.
-
...ach, ich hatte noch Acryl vergessen. Bei Bleistift aber benutzte er die Schürze eigentlich nicht.
-
An mehreren Stellen in der Dokumentation ist er barfuß zu sehen - z.B. ganz am Schluss.
Hier kann man das Gewand sogar kaufen:https://www.klimtvilla.at/produkt/malerkittel-gustav-klimt/ (https://www.klimtvilla.at/produkt/malerkittel-gustav-klimt/)
Er war einer der ersten Künstler, der von der Reformbewegung - den Reformkleidern begeistert war:
https://www.sister-mag.com/magazin/sistermag-no-49-juni-2019/gustav-klimt-in-mode-reformkleider/ (https://www.sister-mag.com/magazin/sistermag-no-49-juni-2019/gustav-klimt-in-mode-reformkleider/)
Ich glaube nicht, das er unter seinen Hemdkleidern Hosen trug.
-
Irgendwo stand in dem Artikel von SisterMag auch, dass er das durchaus auch in seiner Freizeit trug und er Besucher bei ihm zu Hause zu diesen Kitteln bewegen konnte.
Er selbst hat dann gelegentlich für besondere Events das auch für draussen getragen, nicht nur aus grobem Leinen, sondern auch aus feiner Seide.
Leider hat sich das damals nicht weiter durchgesetzt. Erwähnt war im Text, dass es bei der Reformkleidung ja um die Befreiung des Frauenkörpers gegangen sei. Aber genau da setzt wohl der Grund ein, weshalb da nicht auch an eine Befreiung des Männerkörpers gedacht wurde. Vermutlich hatte man das "Praktische" der Männerkleidung für einen rechtschaffenden Mann höher eingeschätzt, und der erste Weltkrieg gab dem wohl unangefochten auch noch eine aufdringliche Bestätigung.
Hinzukam, dass genau der erste Weltkrieg Frauen in die Hosen oder Overalls steckte, um die Arbeitsplätze der in den Krieg gezogenen Männer zu ersetzen. (Das wurde nach dem ersten Weltkrieg allerdings schnell wieder fallen gelassen, und die Hose spielte für die durchschnittliche Frau erst mal keine weitere Rolle mehr.) Diese Hosenepisode für Frauen hat vermutlich noch einmal mehr bestätigt, wie praktisch eine Hosenkleidung für Männer sei, weshalb wohl jeglicher Reformgedanke für die Männerkleidung in den Ansätzen wieder fundamental erstickt wurde.
Bei dem von Dir, Jens, verlinkten Artikel zu SisterMag fand ich unten auf der Seite übrigens einen Link zu einer SisterMag-Ausgabe von 2020, mit dem Titelthema "Wie die Frau zur Hose kam". Darin gibt es ein paar Einblicke in die Geschichte. Ebenso wird von Hosenrollen im Theater gesprochen (auch von Männern in Frauenrollen), erwähnt wird auch "Genderless" sei das neue "unisex". Und auf Seite 145 taucht auch die Wortkombination "Ein Rock für den Mann" auf.
Gleich mal den Link auf die Ausgabe zu dem Partnerthema 'Frauenhose':
https://www.sister-mag.com/magazin/sistermag-no-57-mai-2020/wie-die-hose-zur-frau-kam/