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Röcke und mehr... => Erfahrungsberichte => Thema gestartet von: Günter am 07.02.2026 23:19
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Hallo, letztens bei unserem Hausarzt, sagte dieser: Ich habe sie Gestern beim Einkaufen gesehen mit dem grauen Kilt.... Kam ziemlich verschüchtert von ihm. Der graue Kilt war ein grauer fast bodenlanger Rock.
Verunsichert ein Rock am Mann unsere Mitmenschen , dass sie zum Rock Kilt sagen ? Ist mir übrigens in ähnlicherweise öfter passiert.
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Ja, haha,
das ist doch etwas ungeheuerliches, ein Rock an einem Mann!!
Menschen Männer, welche es gewohnt sind, vorsichtig zu formulieren, legen immer erstmals eine Pause ein von ein bis zwei Sekunden, um das nächste Wort im Satz "Rock" oder "Kleid" nicht auszusprechen und erst einmal ein anderes Wort dafür suchen, weil das ja ungeheurlich ist an einem "normalen" Mann. Oder ist es am Ende doch kein "normaler" Mann? Dann wäre "Rock" oder "Kleid" in diesem Zusammenhang gar schmuddelig.
Raus kommt dann statt Rock zum Beispiel "Kilt", oder statt Kleid "Gewand" oder "Gewandung". Ja, manchmal hört man die Sprecher (nahezu ausschließlich Männer) noch deutlich schlucken, ehe das Ersatzwort gefunden ist.
Es ist lustig, welche Ersatzworte sich die völlig überforderten Männer da dann einfallen lassen. Schon öfters wurde es dann als "Hose" bezeichnet. Geht natürlich fast nur in einer Livesituation. In der Vergangenheit, also nicht mit dem lebenden corpus delicti vor Augen, geht dann solch eine total verquerte Umschreibung ("Hose" für Rock) praktisch nicht mehr.
Ich glaube, ich hab das noch von kaum einer Frau jemals erlebt, dass sie bei der Wortwahl rumgedruckst hat. Das kenne ich nur von Männern, die eben eine teufliche Berührungsangst haben, das Kleidungsstück Rock am Mann auch nur ansatzweise zu verbalisieren.
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Ja, solche Irritation ist relativ normal. Und je höher ein Mann im gesellschaftlichen System steht, desto enger sind seine Schranken.
Denn je höher man aufsteigen will, desto angepasster und gleichförmiger, teils unterwürfiger muss man sein. Was andere Verhaltensweisen (nach unten) aber nicht ausschließt.
Medizinstudium und vergleichbare Abschlüsse werden echte Freigeister oder Freidenker nicht anstreben, weil die dort vermittelten denk- und Handelsweisen nicht ihrem Ideal entsprechen.
Das ist nicht erst seit 2020 so, sondern seit Jahrzehnten. Deshalb erneut die Erinnerung an das Buch "furchtbare Juristen" von etwa 1950, wo die Zusammenhänge gut dargestellt sind. Oder die Psychologen, die versuchen, alles in die Schablonen ihres Lehrbuchwissens einzuordnen und nicht akzeptieren, dass jemand einfach so etwas macht, was Spaß macht. Vielleicht gehören sie selbst behandelt...
Umso mehr bin ich überzeugt, dass die "einfachen Leute", die noch geerdet sind, insgesamt deutlich weniger durch Vorurteile beschränkt sind und den Spaß an der Kleidung leichter nachvollziehen und teilen können.
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Ja, bei Pychologen kann das sehr markant sein, meiner Erfahrung nach ;D
Ich treffe immer wieder ein Exemplar, das ich vermutlich durch meine Kleidung fast zum Wahnsinn treibe, ich merke dass es ihn innerlich fast zerreißt, aber er kann nicht nachfragen, zumindest nicht über das Maß hinaus, das Smalltalk zulässt, weil unser Kontakt nichts mit seinem Beruf zu tun hat. Ich achte natürlich auch darauf bei Begegnungen IMMER etwas zu tragen was für Männer untypisch ist ;)
Im Übrigen kommt mir das mit der Begriffsvermeidung sehr bekannt vor:
In meiner Selbstbewustseinsfindungsphas e kam es mir auch komisch vor, von meinen Röcken oder Kleidern gegenüber meiner Frau zu reden. Als ich meine Sicherheit und mein Selbstverständnis hatte, konnte ich auch von Röcken reden und damit vor die Türe gehen.
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Noch weiter wird ein Gegenüber verunsichert, wenn man nicht anfängt, sich zu rechtfertigen, sondern einen Moment schweigt und dann ganz sachlich weiter spricht oder Fragen stellt.
Denn sich rechtfertigen wird als Schuldeingeständnis bewertet, also, dass man etwas Falsches getan hätte.
Deswegen ist mein Ziel, meine Kleidung ganz selbstverständlich zu tragen und weder entschuldigend noch ironisch auf Kommentare zu reagieren. Die Person kann dann selbst entscheiden, ob sie an einem ruhigen Gespräch unter Erwachsenen teilnehmen will oder es enden zu lassen.
Wurde eigentlich schon mal eine Frau drauf angesprochen, dass die Knöpfe an ihrer Bluse auf der "falschen" Seite seien, ihre Hosen zu eng oder zu weit seien oder die Farbe zu unweiblich sei? Ist mir nicht bewusst.
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Interessanter Aspekt, der mir bislang nicht bewusst war. Aber wenn ich darüber nachdenke, hatte ich bestimmt auch schonmal ein Gegenüber, das nicht "Rock" sagen wollte. An eine konkrete Situation erinnere ich mich jedoch nicht.
So amüsant dieses Phänomen auch aus unserer Sicht sein mag, in meinen Augen schadet es uns mehr als es nützen könnte. Ganz einfach weil die Verunsicherung auf der anderen Seite eher dazu führt, dass uns die andere Seite misstraut.
@doppelrock: Ich widerspreche Deiner These, dass alle, die hoch genug aufgestiegen sind, auch im Kopf angepasst und unterwürfig sind. Ich denke, sie sind schlau genug, äußerlich nicht mehr Aufsehen zu erregen, als ihnen gut tun würde. Dennoch können sie Freigeister sein, die außerhalb der Arbeit ihre Freiheit genießen usw. In Bezug auf die ganz hohe Prominenz mag Deine These zutreffen, da diese armen Menschen ggf. auf Schritt und Tritt von den Medien verfolgt werden.
LG, Albis
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@doppelrock: Ich widerspreche Deiner These, dass alle, die hoch genug aufgestiegen sind, auch im Kopf angepasst und unterwürfig sind. Ich denke, sie sind schlau genug, äußerlich nicht mehr Aufsehen zu erregen, als ihnen gut tun würde. Dennoch können sie Freigeister sein, die außerhalb der Arbeit ihre Freiheit genießen usw. In Bezug auf die ganz hohe Prominenz mag Deine These zutreffen, da diese armen Menschen ggf. auf Schritt und Tritt von den Medien verfolgt werden.
LG, Albis
Da darf ich dir zustimmen Albis. Ich war beruflich ständig in der Beratung von Vortandsmitgliedern , Geschäftsführern und dem Inhaber eines Unternehmens beschäftigt. Da ging mir der berufliche und nicht zuletzt der finanzeiel Erfolg deutlich vor der Befriedigung meiner Kleidungswünsche. Jetzt als Rentner überlege ich gerade wann ich zuletzt eine Hose trug. Allerdings würde ich, wenn ich zu einer offiziellen Veranstaltung geladen würde eine Hose bevorzugen.
Gruß
Günter
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Erstaunlich, war bei meinem Hausarzt schon im
Minirock (und hohen Schuhen), habe keine Verunsicherung bemerkt…
Ich bin ja wirklich meistens so unterwegs und erlebe eigentlich sehr selten größere Verunsicherung, klar manchmal etwas Verwunderung, aber das ist ja Ok….
Ach so, ja, ich bin Geschäftsführer in einem großen Konzern, na und?
BTW: Kennt Ihr Caroline Farberger?
https://en.wikipedia.org/wiki/Caroline_Farberger
Habe ich vor zwei Jahren mal kennen gelernt, sehr beeindruckend…
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Und trägst Du (@Slothorpe) Rock auch mal beruflich als Geschäftsführer oder eher privat?
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Das ist auch meine Erfahrung - für andere Männer ist es schwierig das auszusprechen und zu formulieren - der Gedanke ist ihnen einfach zu fremd .
... und Frauen reden bei dem Thema begeistert wie ein "Wasserfall" ;)
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Danke für eure Rückmeldungen. Natürlich sind nicht 100% in den oberen Etagen zu 100% linientreu, aber es zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab. Je höher, desto mehr. Das haben schon genügend Experimente bewiesen.
Und mir geht es nicht um das Tragen eines ungewöhnlichen Kleidungsstücks, sondern auch um das selbstbewusste Äußern eines fachlichen, politischen oder gesellschaftlichen Standpunktes. Da wird man oft schon ausgegrenzt, WEIL man etwas sagt, unabhängig davon, was. Denn da geht es nicht mehr um dekorative Individualität, sondern um echtes Selbst Denken und möglicherweise das Erkennen von Fehlern im System, was andere stören kann, die nicht ausschließlich durch Eigenleistung dort hingekommen sind, wo sie sind.
Auch wenn es hier vor allem um Kleidung geht, lasse ich die anderen wichtigen Punkte nicht außen vor.
Es hat auch nicht unbedingt mit "schlau" zu tun, aufzufallen oder nicht. Es kann genau so gut die Linientreue sein.
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BTW: Kennt Ihr Caroline Farberger?
https://en.wikipedia.org/wiki/Caroline_Farberger
Falls legal, ist in Schweden fast alles möglich, so wie es auch sein sollte.
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Ich hatte auch mal einen Arzt, der mich aufforderte, "die Hose" etwas runter zu ziehen, obwohl es ein Jeansrock war.
Ansonsten merke ich keinen Unterschied zwischen Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten, was die Reaktion auf mein Rocktragen angeht. Zurechtweisen musste ich mal ein paar Möbelpacker. Da ich selbst schon als Möbelpacker gejobbt habe, weiß ich, wie ich mit den Männern zu sprechen habe. Das ist aber beides auch schon lange her.
Von meinen ausnahmslos positiven Erfahrungen als Rockträger in akademisch-beruflichen Kreisen habe ich schon oft berichtet. Ich wüsste nicht, da mal jemanden verunsichert zu haben.
LG, Micha
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Hallo,
ich habe das, glaub ich vor vielen Jahren schon mal geschrieben:
Ich war in Tübingen in der Blutbank zum Spenden. Da fragt mich die Spendeärztin doch tatsächlich, ob ich das richtig angekreuzt hätte, dass ich mit anderen Männern keinen Verkehr gehabt hätte. Passiert ist mir das allerdings seither nie wieder, dass mich dort jemand in die homoerotische Ecke gestellt hat, wenn ich im Rock auftrat.
Aber anscheinend hatte ich die Ärztin doch verunsichert.
Gruß,
ChrisBB
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Dazu passende Küchenpsychologie:
https://www.instagram.com/reel/DUgX2RxCCyR/?igsh=Y2U2dm92NDZsc3F2
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Ich hatte das auch schon mal beim Masseur, der in unserer Firma alle paar Wochen für uns Dienst tat. Ein recht witziges und gesprächiges Männchen war das.
Einmal trug ich zur Massage Rock. Da sagte er gar nichts dazu
Beim nächsten Mal fragte er mich allerdings, wo ich heute meine "Spezialhose" hätte.
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Beim Blutspenden verstehe ich sogar, warum jemand lieber nochmal nachfragt, auch wenn es wie ein Vorurteil scheint. Denn da geht es um Gesundheit und um Vermeidung übertragbarer Krankheiten. Und bei den zahlreichen Kunden aller Schichten und aller Vorlieben wird einfach jeder gefragt, der aus der Reihe tanzt.
Wer sich da persönlich angegriffen fühlt, sollte 3x tief durchatmen und überlegen, welchen Sinn die frage hat.
Die Situation ist deutlich anders als beim Beitrag des Küchenpsychologen. Wer beides nicht auseinanderhalten kann, ist bei letzterem besser aufgehoben.
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Servus, bei meinem letzten Blutspenden war die Ärztin von meinem Rock begeistert...sie trug selber einen, weil so bequem!
Grüße Rolf
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Servus, bei meinem letzten Blutspenden war die Ärztin von meinem Rock begeistert...sie trug selber einen, weil so bequem!
Grüße Rolf
Das hört sich doch gut an, leider darf ich nicht mehr Blut - und Organspenden 😞
LG Peter
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Ja, bei Psychologen kann das sehr markant sein, meiner Erfahrung nach ;D
Nicht nur deiner Erfahrung nach.
Ich war vor über 10 Jahren mal bei einer Psychologin in Behandlung. Irgendwann habe ich für eine Sitzung in voller Absicht einen Rock angezogen. Einen ziemlich schlichten, nix spektakuläres ...
Ich wollte wissen, ob sie irgendwas dazu sagt, eventuell sogar etwas, was mir weitergeholfen hätte. Aber es kam nix, sie war genauso überfordert damit, wie sie mit mir insgesamt überfordert war. Sie hat den Rock zur Kenntnis genommen und es mit einem herumgedrucksten Satz kundgetan. Was sie genau gesagt hat, weiß ich schon gar nicht mehr. Ich glaube, für sie war sowas grundsätzlich neu und sie konnte rein gar nix damit anfangen ... außer perplex gucken ...
Ich hatte das auch schon mal beim Masseur, der in unserer Firma alle paar Wochen für uns Dienst tat. Ein recht witziges und gesprächiges Männchen war das.
Ich hoffe, er ist nicht so gesprächig, während er massiert ;D
Ich mache genau diesen Job und rede nur, wenn ich merke, daß mein vor mir liegender Kunde reden will.
Und wenn ich nicht reden mag, kriegt der Kunde das auch ganz schnell mit ;D
Auf einem Massagekurs im Hochsommer hatte ich mal ein Kleid an. Das war sogar extrem praktisch und sehr luftig und die anderen Teilnehmer fanden es cool.
Beim Kunden habe ich das noch nicht gemacht. Aber in einer Firma, wo ich seit Jahren jede Woche hinfahre und immer so 10 - 12 Leute massiere, könnte ich das wohl bringen. Mal kieken, vielleicht diesen Sommer ...
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@doppelrock: Ich widerspreche Deiner These, dass alle, die hoch genug aufgestiegen sind, auch im Kopf angepasst und unterwürfig sind. Ich denke, sie sind schlau genug, äußerlich nicht mehr Aufsehen zu erregen, als ihnen gut tun würde. Dennoch können sie Freigeister sein, die außerhalb der Arbeit ihre Freiheit genießen usw. In Bezug auf die ganz hohe Prominenz mag Deine These zutreffen, da diese armen Menschen ggf. auf Schritt und Tritt von den Medien verfolgt werden.
Je höher man in der Hierarchie steht, je größer kann der mögliche Imageverlust sein.
Also ist an Doppelrocks Aussage schon was wahres dran.
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@doppelrock: Ich widerspreche Deiner These, dass alle, die hoch genug aufgestiegen sind, auch im Kopf angepasst und unterwürfig sind. Ich denke, sie sind schlau genug, äußerlich nicht mehr Aufsehen zu erregen, als ihnen gut tun würde. Dennoch können sie Freigeister sein, die außerhalb der Arbeit ihre Freiheit genießen usw. In Bezug auf die ganz hohe Prominenz mag Deine These zutreffen, da diese armen Menschen ggf. auf Schritt und Tritt von den Medien verfolgt werden.
Je höher man in der Hierarchie steht, je größer kann der mögliche Imageverlust sein.
Also ist an Doppelrocks Aussage schon was wahres dran.
Das ist dann die Fallhöhe!
Andererseits kann man auch so hoch aufsteigen, dass man kein Image mehr braucht.
LG, Micha
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... oder Mann steigt gleich im Rock die Karriereleiter rauf. Dann gehört der Rock als Besonderheit dazu - z.B. beim Rapper Joost.
https://www.spiegel.de/kultur/musik/joost-klein-friesenjung-rapper-vertritt-niederlande-beim-esc-a-fa6abaf7-3528-4044-9883-bdcb62310374 (https://www.spiegel.de/kultur/musik/joost-klein-friesenjung-rapper-vertritt-niederlande-beim-esc-a-fa6abaf7-3528-4044-9883-bdcb62310374)
Ansonsten: "Ist der Ruf erst ruiniert,
Lebt es sich ganz ungeniert." - also dann steht dem Rock tragen nichts mehr im Weg. ;)
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Kennt Ihr Caroline Farberger?
Ich habe Sie tatsächlich mal auf einer Veranstaltung kennengelernt…
Man muss nur wirklich zu sich stehen, dann ist Hierarchie kein Grund nicht zu tun was man will…
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Kennt Ihr Caroline Farberger?
Ich habe Sie tatsächlich mal auf einer Veranstaltung kennengelernt…
Man muss nur wirklich zu sich stehen, dann ist Hierarchie kein Grund nicht zu tun was man will…
Nein, die kenne ich nicht. Was hat sie gemacht, lieber Slothorpe?
Aber ja, zu sich stehen ist wichtiger als ein Image bzw. kann auch der Grund für ein gutes Image sein. "Image" hat aber auch was mit "Schein" zu tun. Am besten, Schein und Sein passen zueinander!
LG, Micha
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Kennt Ihr Caroline Farberger?
Nein, die kenne ich nicht. Was hat sie gemacht, lieber Slothorpe?
Farberger is known for being the first Swedish top CEO coming out as transgender
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Farberger is known for being the first Swedish top CEO coming out as transgender
Genau, Sie war männlicher CEO einer großen Schwedischen Versicherung (und Reserve-Offizier in der Schwedischen Armee und Vater mehrerer Kinder), hat mit Ende 40 Ihre Transsexualität öffentlich gemacht und die Transition begonnen, Ist „trotzdem“ CEO geblieben und dann den Job als Frau weiter gemacht (und ist auch noch mit Ihrer Frau zusammen).
Hält auch sehr eindrucksvolle Vorträge, habe Sie mal auf einer Veranstaltung der leitenden Angestellten kennengelernt, wo Sie vorgetragen hat…
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Ah so. Danke für die Infos!
LG, Micha