Rockmode.de
Röcke und mehr... => Erfahrungsberichte => Thema gestartet von: cephalus am 16.05.2026 11:27
-
Seit ein paar Wochen trage ich, außer aus zweckmäßigen Gründen und in der Arbeit, überwiegend Röcke und Kleider.
Einfach weil es mir Spaß macht und immer noch einiges Ungetragenes im Kleiderschrank ist.
Heute Nachmittag sind wir zu einer Konfirmation eingeladen und die korrekte, langweilige Hose, dem männlichen Minimalstandard entsprechend, mit weißem Hemd liegt bereit.
Ja, ernste förmliche Veranstaltung, kirchlicher Rahmen usw...
Irgendwas sträubt sich in mir, ich will keine Hose.
Aber kann/will ich wirklichdavon abweichen?
Neue Leute, neue Situation? Welche Kombi, welches Kleid ist angemessen für den Anlass, welches Outfit für einen Mann?
Ist ein Kleid zu viel, ist mein Favoritenkleid zu viel (für einen Mann)?
Ein paar Outfittestfotos habe ich geschossen, aber mit den stimmigsten und in meinen Augen schönsten Outfits, habe ich doch wieder ein Problem:
Sie erscheinen mir zu feminin.
Das könnte ich natürlich ignorieren, aber…
Von einer Frau habe ich irgendwann mal gehört, Männer hätten es leicht.
In Wirklichkeit ist es aber aufwändiger:
Die Kleidung muss passen, auch zum Anlass und dann muss es noch irgendwie an einem Mann vertretbar sein.
Scheinbar habe ich das Thema zu oft bei meiner Frau thematisiert (eigentlich nicht wirklich, oder vielleicht doch ::) :-\))
Jedenfalls habe ich gerade, für meine Frau ungewohnt rüde, von ihr die Aussage erhalten, ich solle doch einfach anziehen was ich will und die Klappe halten.
Wenn es so einfach wäre ::). So unter Abwägung aller physischen, psychischn und sozialen Faktoren...
Wüsste ich selbst genau, was ich wollte, würde ich das machen.
So, das musste jetzt raus, weil mich zuhause keiner versteht - auch die Kinder reagieren mit Achselzucken:
"Trag halt was du willst!" ::)
Ja, ich werde Euch berichten, ob es das „schwarze Hose, weißes Hemd, Protest- und Frustoutfit“ geworden ist oder etwas anderes.
-
Es ist so einfach oder so schwer, wie man es sich macht, lieber Cephalus.
LG, Micha
-
...
Jedenfalls habe ich gerade, für meine Frau ungewohnt rüde, von ihr die Aussage erhalten, ich solle doch einfach anziehen was ich will und die Klappe halten.
...
auch die Kinder reagieren mit Achselzucken:
"Trag halt was du willst!" ::)
Ich kann verstehen, dass dir dieser Satz in deiner Zweifelsituation nicht direkt weiterhilft:
Wüsste ich selbst genau, was ich wollte, würde ich das machen.
Aber dennoch: Zeugt dieser weise Rat ("Trage was du willst") nicht von einer inneren Haltung, die wir uns von den Menschen in unserer Umwelt viel häufiger wünschen?
Du fragtest nach einer Entscheidungshilfe und bekamst statt dessen eine Ermutigung. Ich kann das als eine eindeutige Antwort verstehen.
Ich hoffe, du hast auf deine Familie gehört...? ;)
-
Deiner Frau ist es OK, dass du deinem Herz folgst. Wie dann mit den Leuten, die dich eingeladen haben? Wäre es auch ihnen in Ordnung? Wenn die Antwort Ja ist, oder du es vermutest, trage den Rock oder das Kleid.
-
Meine Meinung geht in eine ähnliche Richtung.
Ich würde meine Gewandung auch von meiner Rolle bei der Konfirmation abhängig machen. Wenn du gar der Firmpate warst, dann sollte es natürlich für den Firmling passen, der ja die Hauptperson ist. Wenn er nachher gehänselt wird, weil sein Pate in Frauenkleidung hinter ihm steht, dann wär das glaub ich am Ziel vorbeigeschossen.
Wenn du ein Gast von vielen bist, der einfach mit seiner geschätzten Anwesenheit und einem schönen Outfit zum festlichen Rahmen der Veranstaltung beiträgt, dann wäre die modische Freiheit sicher viel weiter zu genießen. Ich würde vielleicht trotzdem nicht das Paillettenkleid mit den 12cm Pumps wählen, du aber vermutlich auch nicht, wie ich dich kenne.
Die Veranstaltung ist inzwischen ja schon gelaufen.
Wie hast du dich nun entschieden... und war's trotzdem schön? ;)
-
Cephalius,
ich meine, du fühlst dich in Hosen unwohl. Und vielleicht fühlst du dich auch zur Konfirmation im Rock oder im Kleid unwohl, je nachdem, wie die Gäste reagieren.
Aber wenn man unwohl ist, ist es dann nicht besser im Rock oder im Kleid als in Hosen?
-
Denke ich auch.
Zudem sind solche Anlässe immer ganz gut dazu geeignet, im Verwandschaftsumfeld oder im Freundesumfeld auf Menschen zu treffen, die trotz Überraschung oder (bei vorherigem Wissen, dass Du gelegentlich solche Kleidung trägst) trotz Ablehnung die Chance bekommen, vielleicht doch Dich als ganz sympathischen Menschen zu erleben - trotz Rock / Kleid. Ja, wenn Du Dich in Deiner Haut (Kleidung) wohlfühlst, dass Du eventuell sogar noch sympathischer bist, als man Dich sonst wahrgenommen hat.
Und solche Anlässe sind auch immer ganz gut, dass man mit Dir reden kann, anstatt nur über Dich.
Ich finde es besser, bei solchen Anlässen immer noch eine gewisse individuelle Note sichtbar bleiben zu lassen, anstelle sich einem scheinbaren Erwartungsdruck anzupassen und sich dann in eine erwartungs-konforme 'Uniform' zu zwängen, die man vom Herzen eher ablehnt. Letzteres wirkt dann oft wie Verkleidung oder wie ungemochter Zwang, einfach unauthentisch.
Was gibt es schöneres als eine gemeinsame Feier mit authentischen Menschen?
-
Ich hatte jedenfalls bei derartigen Anlässen noch keine negativen Rückmeldungen, abgesehen von einem homophoben Onkel, der aber leider nicht mehr lebt. Ich mochte ihn trotz dieser Einstellung.
LG, Micha
-
Man könnte statt der schwarzen Hose auch einen schwarzen Rock tragen. Möglichst passend zum Jackett
Obwohl es da ja schon wahrschenlich wieder viele gibt.
Auch ein Kilt wäre eine Lösung.
So würde ich denken.
Komisch, sobald man eien Rock anzieht, müssen auf einmal 100 andere Parameter auch stimmen. Welche Strumpfhose dazu? Welche Schuhe?
Ist das weiße Hemd jetzt wirklich das passende? Ma könnte ja da so ein Langarmshirt tragen, oder ein buntes Hemd. Welches Jackett?
Eine Krawatte dazu oder doch nicht?
Was sagen die anderen Gäste dazu.
Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.
-
Ich hoffe, du hast auf deine Familie gehört...? ;)
Natürlich, ich habe gemacht was ich wollte ;)
Ich habe mich für die Hosenvariante entschieden und es bei genauer Betrachtung der anderen Anwesenden, dann auch für die richtige Entscheidung gehalten.
Alle waren sehr konservativ korrekt gekleidet, auf jeden Fall mehr als ich das von vergleichbaren Anlässen in meiner katholischen Gemeinde kenne.
Ich wäre mir wie ein Paradisvogel vorgekommen, aufgrund meines Geschlechts - das Kleid welches ich erwogen hatte, hätte sich an einer Frau perfekt in das Setting eingefügt.
Wie sehr ich wirklich aufgefallen wäre, kann ich nicht sagen, wohl gefühlt hätte ich mich nicht.
Damit war die Entscheidung richtig, auch wenn es schade ist - andere Gelegenheiten könnten ja noch kommen.
-
Man könnte statt der schwarzen Hose auch einen schwarzen Rock tragen. Möglichst passend zum Jackett
Obwohl es da ja schon wahrschenlich wieder viele gibt.
Auch ein Kilt wäre eine Lösung.
Ein entsprechender Kilt ist immer und zu jedem Anlass eine Lösung.
Ein Kilt ist ein komplett anderes Statement als ein Rock - Geschmackssache.
Komisch, sobald man eien Rock anzieht, müssen auf einmal 100 andere Parameter auch stimmen. Welche Strumpfhose dazu? Welche Schuhe?
Das ist definitiv so.
Ich hatte über ein elegantes sehr körpernahes Kleid nachgedacht, da bleibt weniger was angepasst werden könnte, was man bedenken müsste.
Konkret war es in meinem Fall:
Hat sich mein Bauchumfang wieder soweit reduziert, dass Taile stat Äquator zu sehen ist?
Schmuck, ja oder nein? Welchen?
Schuhe, welche passen dazu und sehen gut aus?
Perfekt stimmig waren weiße Sneakers und Pumps mit deutlich Absatz.
Sneakers haben das Bild unmittelbar ins sportlich legere verschoben, die Pumps ganz weit ins Feminine - schön, aber irgendwie kann ich mich damit nicht anfreunden . evt. meine Frau auch nicht.
Was sagen die anderen Gäste dazu.
Ganz einfach: Nix
Das kommt meiner Erfahrung nach nicht vor.
Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.
Egal ob Rock ider Hose, Vorschriften finde ich unangebracht - oder will man Dich nur unterstützen, damit Du dich traust?
Auf jeden Fall bist Du damit komplett frei. Alles geht.
Sie dich um auf Hochzeiten oder im Internet, was Frauen zu solchen Anlässen tragen.
Das mögliche Spektrum ist gigantisch, Du muss dich nur noch entscheiden was Dir gefällt
-
Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.
Egal ob Rock oder Hose, Vorschriften finde ich unangebracht - oder will man Dich nur unterstützen, damit Du dich traust?
Auf jeden Fall bist Du damit komplett frei. Alles geht.
Ich denke, das mit der Unterstützung wird der Fall sein.
Ich kenne sogar wiederholt Fälle, in denen ich zu Partys, Geburtstagen oder Anlässen explizit deswegen eingeladen worden bin, weil ich Röcke trage. Die einladenden waren überwiegend Frauen. Grund war, dass ich so eine coole Socke sei, oder diese Frauen sogar stolz waren, mich nun zu kennen und sie mich (nicht nur wegen mir, sondern vor allem) wegen meines Rocks eingeladen haben, und dies stolz ihren Gästen "zumuten" wollten.
Gelegentlich freue ich mich auch heute noch, dass ich trotz meines Rocks eingeladen werden. Aber wegen meines Rocks eingeladen zu werden, freut mich ebenso.
Zwurg, ich würde dieses explizite Angebot nicht ungenutzt lassen. Und ich persönlich würde diese Gelegenheit auch noch aus einem weiteren Grund nutzen, auf den ich gleich in meinem nächsten Beitrag hier eingehen werde.
-
Damit war die Entscheidung richtig, auch wenn es schade ist - andere Gelegenheiten könnten ja noch kommen.
Als ich früher - während des langen Prozesses meines Outings - mich oftmals meinem persönlichen Nahfeld erklären musste, kam mir auf Bitten, Betteln oder zumindest bohrenden Fragen, ob es nicht auch mal eine Hose (an mir) sein könnte, dieser Gedanke:
Jeder Tag ohne Rock ist ein verlorener Tag.
Oder anders ausgedrückt: jede verpasste Gelegenheit ist eine verpatzte Gelegenheit.
Hintergrund zu diesem Gedanken ist, was ich inzwischen mit zwei Begründungen untermauere:
1. (neu) Menschen die Gelegenheit zu geben, kennenzulernen, dass Männer auch Röcke tragen können, ohne dass sie damit das beabsichtigen, was die Menschen sich darunter normalerweise vorstellen (oder kurz, dass auch Männer, die sich als Mann fühlen, Röcke tragen wollen und können).
1. 1/2 (halbneu) an 1. anknüpfend, Unterpunkt "können": Menschen die Gelegenheit zu geben, dass Männer in Röcken sowohl nicht ihren Klischees entsprechen müssen und dass sie nicht massenhaft ausgelacht und ausgesondert werden, sondern ähnlich wie andere Männer recht normal sozial eingebunden sein können, so wie als wenn sie Hosen getragen hätten.
2. (mein alter Urgrund) Menschen zu zeigen, dass es einigermaßen gut aussehen kann und die Idee zu geben, dass andere Männer sich mit der Wahrnehmung eines sozial eingebundenen Manns im Rock selbst diese Möglichkeit für sich in Betracht ziehen. Sie also zur Nachahmung anzuregen.
Ja, jede Gelegenheit, die man verstreichen lässt, für den Mann im Rock zu werben, ist eine verlorene Gelegenheit.
Die obenstehenden Begründungen, die ich inzwischen so breit aufgefächert habe, und soeben im letzten Satz zusammengefasst habe, möchte ich quasi als Meme (oder sagen wir zwei bis drei Meme) ansehen.
Das inzwischen auch deutsche Wort 'Meme' in bekanntere deutschen Worten ausgedrückt steht - speziell hier - für 'Idee', 'Gedanke', 'Assoziationsmuster'. Eine Meme ist quasi eine Informationseinheit, die weitergegeben werden kann, ähnlich wie Gene, entweder identisch als Kopie oder als Kopie mit leichten Abweichungen von der Ursprungs-Meme.
Also die Meme "Mann, der sich als Mann fühlt, nicht schwul sein muss, kann auch Röcke tragen" soll sich in den Köpfen der Menschen verbreiten. Je mehr dieser Gedanke, diese Meme, sich verbreitet, desto leichter fällt es uns, Röcke in der Gesellschaft zu tragen. Und desto leichter fällt es anderen, Röcke in der Gesellschaft zu tragen. Desto eher wird sich der Traum von uns meisten einer Realität nähern, dass wir nicht die einsamen, durchgeknallten Spinner sind, über die hinter vorgehaltener Hand gelacht wird.
Aus diesem Grund ist jede Gelegenheit ohne Rock eine vertane Gelegenheit.
Und deswegen ist es schade, dass Du, cephalus, diesen Tag nicht genutzt hast.
Und deswegen wäre es schade, wenn Zwurg wegen unnötiger Zurückhaltung sich für Hosen zu der anstehenden Hochzeitseinladung entscheiden würde.
-
Komisch, sobald man einen Rock anzieht, müssen auf einmal 100 andere Parameter auch stimmen. Welche Strumpfhose dazu? Welche Schuhe?
Ist das weiße Hemd jetzt wirklich das passende? Ma könnte ja da so ein Langarmshirt tragen, oder ein buntes Hemd. Welches Jackett?
Eine Krawatte dazu oder doch nicht?
Was sagen die anderen Gäste dazu.
Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.
Dass plötzlich "100 andere Parameter" auch stimmen müssen, ist sicherlich ein Ergebnis von Sehgewohnheiten. Würden viele Männer mit typisch männlich klobigen Schuhen, haarigen Beinen und flatternden Midi-Sommerröcken umher gehen, wären die Sehgewohnheiten andere.
In der Tat, laut unseren Sehgewohnheiten passen nicht alle Männerschuhe aus unserem Schuhregal zum einem Rock.
Bei der Gelegenheit Hochzeitsgast hast Du, Zwurg, ja schon scheinbar auch das Erwartungsmuster "Jackett am männlichen Hochzeitsgast" bereits in Frage gestellt. Ich begrüße es, aus diesem Erwartungsmuster gekonnt auszubrechen.
Meiner Meinung nach sollte man zu solch einem Anlass als Mann im Rock von einem Erwartungsmuster nicht allzu weit abweichen: die Schuhe. Mein Tipp: suche Dir die Schuhe aus, die Du zu einem konventionellen Hochzeitsgastoutfit Dir vorstellen kannst (leider hat man da ja zwei oder drei Paar griffbereit; leider, weil ein einziges Paar würde die Entscheidung vereinfachen). Und mit diesen Schuhen an den Füßen gehst Du an Deinen Schrank und testest die Röcke, die dazu passen können. Oder ins Geschäft, falls Du Dir extra einen passenden Rock hierzu kaufen möchtest. Zu bedenken ist, dass von Rock zu Rock eventuell das passende Strumpfwerk variieren kann. Ich in meinem Fall trage - egal ob mit Strumpfhose oder nicht - ohnehin immer noch zusätzlich Socken in den Schuhen.
Und ich in meinem Fall habe die unterschiedlichsten (schwarzen) Socken parat, mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen (z.B. gröbere, feinere), unterschiedlichen Sockenbündchen und verschiedenen Längen. Zudem kann ich diese Socken bei Bedarf auch noch durch geschicktes Umschlagen (mal mehr, mal weniger) auch noch in Feinheiten variieren. Diese kleinen Feinheiten können u.U. den finalen Ausschlag geben, ob ein Rock zu den gewählten Schuhen passt oder nicht.
Einen Unterschied macht letztlich auch noch, ob Du Strumpfhosen dazu tragen möchtest oder nicht. Falls der Termin im Hochsommer ansteht, würde ich auf Strumpfhosen zunächst beim Austesten verzichten. Am Ende können hinzu genommene Strumpfhosen noch einen Rest Unstimmigkeit zwischen Schuhen und Rock deutlich mildern. Was bereits ohne Strumpfhosen aber schon ganz gut aussieht, wird in der Regel mit Strumpfhosen jedenfalls nicht unstimmiger.
Hast Du Schuhe und Rock dann irgendwann schon gefunden, dann finden sich auch die weiteren Kleidungsstücke. Und die Frage, Jackett oder nicht Jackett, Farbe des Oberteils, ggf. eine passende Umhängetasche dazu ist dann nicht mehr eine so große Herausforderung. Und lässt sich erfahrungsgemäß bei einem Sommerevent ohnehin erst wenige Tage im Voraus final entscheiden, je nach anstehender Witterung.
-
Jeder Tag ohne Rock ist ein verlorener Tag.
Oder anders ausgedrückt: jede verpasste Gelegenheit ist eine verpatzte Gelegenheit.
Ja, jede Gelegenheit, die man verstreichen lässt, für den Mann im Rock zu werben, ist eine verlorene Gelegenheit.
Ja, Wolfgang, manche Menschen sind und denken unterschiedlich, z.B. wir zwei ;)
Bekanntermaßen habe ich kein Bedürfnis für den Rock am Mann zu werben, sondern nur einen höchst egoistischen Grund, Röcke und Kleider zu tragen:
Mein Wohlbefinden.
Ich habe mich im "Tarnanzug" wohler gefühlt, als ich es einröhrig getan hätte, in diesem Umfeld.
Dass ich dann noch nichtmal die in meinem Empfinden perfekte Kleidung getragen/gefunden hätte, hätte ein kleines zusätzliches Unbehagen addiert.
Und das Kompliment das ich von einer alten Frau erhalten habe, hätte ich sicher nicht bekommen:
"Sie sind aber ein stattlicher Mann, schade, dass ich schon so alt bin."
Wobei ich offen zugebe, dass ich diese Art von Komplimenten noch nie leiden konnte.
-
Ich habe mich für die Hosenvariante entschieden und es bei genauer Betrachtung der anderen Anwesenden, dann auch für die richtige Entscheidung gehalten.
Das ist für mich keine Überraschung. Ausgehend von ähnlichen Fragestellungen, die Du gelegentlich einstreust, war das eine folgerichtige Entscheidung.
Deshalb habe ich mich aus dieser Diskussion inklusive Ratschlägen tunlichst heraus gehalten. Und ich schreibe auch nicht, wie ich es gehalten hätte. 8)
-
Zum Glück gibt es ja auch keinen Rockzwang für uns, lieber Cephalus.
Aber manchmal bist Du einfach zu vorsichtig.
LG, Micha
-
Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nichts anderes von dir erwartet, cephalus.
Vermutlich war es zwischen den Zeilen deines Eingangsbeitrags schon herauszulesen.
Ich für meinen Teil bin da auch oft zwiegespalten. Auf der einen Seite finde ich es auch oft schade, gerade die Gelegenheiten für ein besonderes Outfit sausen zu lassen, auf der anderen Seite muss ich aber auch keinem "Rockzwang" folgen und stelle mein Wohlbefinden bei der entsprechenden Gelegenheit meistens über das Bedürfnis, Rock zu tragen.
-
Gude zusammen!
Mein Wohlbefinden in Bezug auf Kleidung resultiert meistens aus dem gestillten Bedürfnis, einen Rock zu tragen. Aus dem Gefühl heraus, im Rock nicht richtig akzeptiert zu werden, eine Hose zu tragen, würde bei mit ein starkes Unwohlbefinden erzeugen.
LG, Micha
-
Guten Morgen, ist es bei dir Micha und auch Wolfgang nicht auch schon ein bisschen Zwang einen Rock oder Kleid tragen zu müssen, da ihr in eurem Umfeld nicht anders bekannt seid ?
LG Peter
-
Ja, lieber Peter, gewissermaßen ein innerer Zwang. Ich habe die ersten 34 Jahre meines Lebens so sehr darunter gelitten, keine Röcke tragen zu dürfen (nicht ununterbrochen, aber immer wieder; und ich kannte das Rocktragen ja auch von klein auf, aber nur im geschützten Bereich des Kinderzimmers einer Freundin), dass ich darauf nicht mehr verzichten möchte. Wenn ich Hosen trage, dann, wenn sie mir praktischer oder wärmender sind. Das kommt aber an weniger als zehn Tagen im Jahr vor, zumindest an weniger als 20.
Ich kenne Frauen, die ich immer nur in Hosen sehe. Wer fragt sie, ob sie damit einem Zwang unterliegen?
LG, Micha
-
Ich kenne Frauen, die ich immer nur in Hosen sehe. Wer fragt sie, ob sie damit einem Zwang unterliegen?
Dieser Aussage bzw. Frage von Micha kann ich mich voll anschließen.
Auch dem meisten des anderen, was Micha da sagt.
Diese Frage, Peter, bekomme ich alle so ein, zwei Handvoll Monate hier im Forum immer mal wieder gestellt.
Natürlich besteht so eine Art Erwartungshaltung bei den Leuten, die mich kennen, dass ich auch das nächste Mal wieder im Rock oder im Kleid auftauche. Die Überraschung wäre enorm, käme ich auf einmal in Hosen.
Dennoch trage ich ganz freiwillig Rocke und Kleider, weil ich sie inzwischen nicht nur schöner und vielfältiger finde, sondern weil sie - und das war überhaupt meine Triebfeder - deutlich bequemer finde als jegliche Art von Hosen, die ich in meinem Leben bisher ausgetestet habe. Mein Entschluss von damals, möglichst immer keine Hosen zu tragen, untermauerte ich mit der Feststellung, dass ich in meinem Leben schon lange genug und viel zu oft Hosen getragen habe, obwohl ich es nicht wollte.
Freilich will ich, wenn ich unter Leuten bin, lieber ausstrahlen, dass ich mich wohl fühle. Mit meinem Anliegen, so auf diese Weise auch ein klein wenig non-verbal zu erklären bzw. zu erkennen zu geben, dass ich damit nicht beabsichtige, was andere zunächst denken könnten (ich weiß, das ist nur sehr subtil zu transportieren; sich normal und männlich zu geben, dürfte der beste Weg hierbei sein). Noch viel wichtiger aber ist mir zu transportieren, dass ich mich sowohl körperlich als auch vor allem sozial wohlfühle, dass ich dem Leben und den Leuten gegenüber positiv eingestellt bin, und dass ich mich trotz meiner abweichenden Kleidung nicht ausgegrenzt fühle.
Dieser Komplex bedeutete für mich lange Zeit, dass ich nur mit guter Laune und nur in positiven Situationen Röcke unter Menschen tragen konnte. An Tagen, an denen mir es nicht so freudig zumute war, hätte ich mich manchmal lieber in Hosen unter den Menschen versteckt. Nicht zuletzt, um eben nicht im Sinne des oben genannten Komplexes eine anders aufzufassende Ausstrahlung zu haben.
Inzwischen ist mir das egal. Ich kann auch an schlechten Tagen, an Tagen mit mieser Laune oder todtraurig in Rock oder Kleid unter Leuten sein. Ich muss nicht immer den Strahlemann abgeben, nur weil ich Rock oder Kleid trage.
Vermutlich sind da zwei Faktoren, weshalb es mir inzwischen gelingt, auch an schlechten Tagen auf Rock oder Kleid nicht zu verzichten:
1. Da mich viele Menschen kennen, auch die, die ich selbst nicht kenne, ist es mir gar nicht mehr möglich, dass ich in Hosen in der Menge untertauchen kann. Man erkennt mich auch in Hosen.
2. Ich brauche nicht mehr die Tarnkappe Hose, um mich vor möglichen Blicken, neugierigen Fragen, dummen Kommentaren zu schützen. Auch an schlechten Tagen kann ich damit adäquat umgehen. Aber diese möglichen Blicke, neugierigen Fragen, dummen Kommentare kommen nahezu fast gar nicht mehr vor. Weder an guten, noch an schlechten Tagen.
Also spielt es bei mir keine Rolle mehr, ob ich Hosen oder Röcke / Kleider trage in Bezug auf andere Menschen. Und da ich Hosen nicht mag, wähle ich mit Vorliebe Röcke oder Kleider. Es besteht also für mich überhaupt keine Veranlassung mehr, Hosen tragen zu wollen.
Zudem kann ich mich de facto schon gar nicht mehr erinnern, wann zuletzt ich in einer Hose steckte. Vor zwei Jahren sagte ich in einem kurzen Interview für ein Stadtblättchen, ich würde nur noch Hosen zum Heckenschneiden tragen. Kaum gesagt, Hecke geschnitten, da aber tatsächlich im Kleid und seitdem ebenfalls immer nicht in Hosen. Also, es könnte schon drei Jahre her sein, vielleicht vier - die Zeit fliegt -, als ich zuletzt in einer Hose steckte. Und das alles ganz ohne Zwang.
-
Ah so, die Frage nach dem Zwang könnte auch einen Zwang durch die Erwartungshaltung anderer Menschen meinen. Daran habe ich gar nicht gedacht.
Ich kann mich an zwei Situationen erinnern, dass jeweils eine Frau sich enttäuscht zeigte, mich in Hosen zu sehen.
Einmal war es vor vielen Jahren, jedenfalls vor 2013, dass eine Kollegin, die mich im Sommer im Rock kennengelernt hat und auch selbst fast immer Rock trug, mich im Herbst erstmals in Hosen sah und das als ungewohnt bezeichnete. Ich meinte, wenn ich auch im Herbst und Winter Rock tragen wollte, müsste ich es machen wie sie, und eine Strumpfhose darunter tragen, was ich bis dahin höchst selten tat. Sie bejahte das und ermunterte mich, es zu tun. Was ich dann auch tat, wenn auch nicht jeder Tag.
Das zweite Mal war auch in dieser Zeit, als eine junge Frau, die ich nur vom Sehen kannte, im Vorrübergehen sagte, sie fände es schade, dass ich keinen Rock anhätte. Da war ich aber krank, mir war kalt und ich fühlte mich sehr unwohl. Es mag sogar vor dem o.g. Erlebnis gewesen sein, aber das weiß ich gerade nicht mehr.
Ansonsten habe ich so etwas nicht mehr erlebt, aber in Bezug auf mein Rocktragen positive und negative Reaktionen geerntet. Hosen trage ich ja seit 2014 nur noch in den in meinem vorherigen Beitrag genannten Ausnahmefällen.
LG, Micha
-
Ja, das mit den Ausnahmen in Hosen provoziert Verwunderung.
Und die Macht der Gewohnheit betrifft auch die Macht der Sehgewohnheiten. Denn früher hatte ich eine Zeitlang gelegentlich eine "Nothose" dabei für Situationen, die nicht adäquat erschienen für einen Mann im Rock. Und da bekam ich von etlichen Kollegen, es waren aber überwiegend Kolleginnen, die Aussage: "Ah, Hosen stehen Dir aber nicht!" - Ja, die Macht der Sehgewohnheiten. Das zeigt aber auch, wie sehr man die Sehgewohnheiten anderer Leute trainieren kann.
Hierbei fällt mir noch ein, dass ich - allerdings ohne mitgelieferter Bewertung - von meinem damaligen Oberbürgermeister Jockel Fuchs bei einer Veranstaltung auch kommentiert wurde: "Ah, heute in Hosen!?" Und genau diese Worte, vielleicht ohne das "Ah!", rief mir lautstark auch mein damaliger Ministerpräsident Kurt Beck zu, als er mir zufälligerweise flotten Schritts mit einer größeren Delegation auf der Frankfurter Buchmesse begegnete und an mir vorüber lief.
-
Das Trainieren der Sehgewohnheiten ist glaube ich der Schlüssel zu unserer Öffentlichkeitsarbeit,, so dass ich dort lieber dieses Thema fortsetze: https://www.rockmode.de/index.php?topic=10316.msg208311#msg208311 (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10316.msg208311#msg208311).
LG, Micha
-
Auch ein Kilt wäre eine Lösung.
Ein entsprechender Kilt ist immer und zu jedem Anlass eine Lösung.
Ein Kilt ist ein komplett anderes Statement als ein Rock - Geschmackssache.
Meine Kilts sind ja meist günstige Kilts von Amazon, mit einem echten schottischen Kit haben die ja kaum etwas gemeinsam, ausser dass sie Falten und Karomuster haben. Ein Schottischer KIlt wäre mir viel zu viel Stoff.
Komisch, sobald man eien Rock anzieht, müssen auf einmal 100 andere Parameter auch stimmen. Welche Strumpfhose dazu? Welche Schuhe?
Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.
Egal ob Rock ider Hose, Vorschriften finde ich unangebracht - oder will man Dich nur unterstützen, damit Du dich traust?
Auf jeden Fall bist Du damit komplett frei. Alles geht.
Sie dich um auf Hochzeiten oder im Internet, was Frauen zu solchen Anlässen tragen.
Das mögliche Spektrum ist gigantisch, Du muss dich nur noch entscheiden was Dir gefällt
Eigentlich hieß es von ihr: Du darfst auch Rock tragen.
Wir kennen uns schon ewig und das Paar ist in unserem Alter. Ich nehme jetzt nicht an, dass die Hochzeit sehr konventionell wird. Das wird eher so Standesamt mit etwas feinerer Gartenparty, nehme ich an.
Jetzt weiß ich noch nicht was ich trage, das wird sich je nach Witterung ergeben. Irgend ein Teil finde ich bestimmt. Der Bericht kommt dann noch, wenn es war.
Wenn der Termin näher rückt werde ich wohl etwas aufgeregter und dann beginnt das Übelegen, zum Rock welches Hemd, Shirt, Schuhe? Man kennt das ja.
-
Wenn der Termin näher rückt werde ich wohl etwas aufgeregter und dann beginnt das Übelegen, zum Rock welches Hemd, Shirt, Schuhe? Man kennt das ja.
Ja, das Überlegen und probieren beginnt, manchmal schon lange im Voraus.
Mir jedenfalls macht das ausgesprochen Spaß ;D
Bei mir steht auch Ende Juni eine Hochzeit an, und da werde ich nicht, wie bei anderen Terminen mit einröhrigem hadern.
Lediglich das Wetter wird entscheiden ob es das leicht edle Sommerkleid wird, das ich schon lange mal tragen wollte, oder ein etwas schwererer Rock.
Publikum, Ort und Setting werden mir auch mit höchster Wahrscheinlichkeit kurz vorher keine Zweifel einjagen, eher im Gegenteil.
-
Komisch, ich kenne diese Aufregung gar nicht. Bei mir kommt es ehr vor, dass ich mich zu spät darum kümmere und dann nicht finde, was ich gerne anziehen würde.
LG, Micha
-
Hi Micha,
da hat wohl die Motivation Röcke zu tragen einen Einfluss.
Ein guter Teil davon ist bei mir Spaß an Abwechslung, Mode, Gestaltung. Ich liebe es Neues zu versuchen und zu gestalten, was mit üblicher Männerkleidung nicht im selben Rahmen geht.
Du hast eine andere Motivation ;)
-
Unsere Motivationen, lieber Cephalus, überschneiden sich sicher, aber bei mir würde ich hinzufügen:
- angenehmes Tragegefühl
- Ausdruck von Gleichberechtigung mit den Frauen
- Ausdruck von Emanzipation von gängigen männlichen Rollenverständnissen
LG, Micha
-
Ja, das ist ja auch mein Motivationsschema, ausgehend vom ersten Punkt.
Und ausgehend von dem ersten Punkt - angenehmes Tragegefühl - hab ich nach und nach ganz behutsam neue Dinge kennengelernt, die mir noch mehr angenehmes Tragegefühl beschert haben. Gekannt hatte ich es ja schon rein optisch, als ich es aber nach und nach an mir anfing zuzulassen, entdeckte ich auch die Vorteile, die mir das bietet. Ein Paradebeispiel von diesen Sachen sind meine Teile mit Spaghettiträger.
So trieb mich meine Ur-Motivation allmählich auch zu Neuem. Neues = Bereicherung der Möglichkeiten.
Und da ich vorher undenkbares an mir zugelassen habe, entdeckte ich auch die Freude, unübliches Neues bewusst zu forcieren, auszuprobieren, was dann nur noch mit dem frechen Hintergedanken verbunden ist, den Männern zu zeigen, dass es nicht unerreichbar ist. Beispiel: rosa Schuhe.
Und die Kombination von neuem Angenehmen und freudigem Abweichen ergibt dann das Salz in der Suppe = macht besonders viel Spaß.
Also, die Motivationen von MAS und die von cephalus treffen sich alle bei mir. :)