Rockmode.de
Röcke und mehr... => Erfahrungsberichte => Thema gestartet von: cephalus am 29.06.2026 16:34
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In letzter Zeit bin ich seltener hier im Forum, zumindest gefühlt.
Vielleicht merkt man es auch?
Warum? Das Thema hat für mich in den letzten Wochen deutlich an Bedeutung verloren.
Es ist nicht uninteressant geworden, weil ich nix Einröhriges mehr tragen würde, sondern weil es für mich, schlicht normal geworden ist, Röcke oder Kleider, mehrheitlich eigentlich Kleider, zu tragen.
Eigentlich immer, wenn es sehr warm ist und keine Tätigkeit dagegenspricht, bei der Rock oder Kleid hinderlich wären.
Es ist für mich normal geworden und ich nehme kaum noch mal eine Reaktion in der Umgebung von mir Unbekannten wahr.
Ein paar Mal wurde ich angesprochen, dass es schön und komfortabel (vor allem bei den derzeitigen Temperaturen) sei, oft im Zusammenhang mit dem getragenen Schmuck.
Bei keinem der Gespräche mit Frauen war der Fakt, dass ein Mann ein Kleid trägt ein Thema.
Es ging ausschließlich um das Kleid oder den Schmuck.
Es hat mich in meinem Normalitätsgefühl absolut bestätigt, auch wenn es nicht unwahrscheinlich ist,
dass die jeweilige Kleidung, an einem Mann, die Wahrscheinlichkeit für ein Gespräch erhöht hat.
Zwei Männer in den vergangenen Wochen haben den Fakt Mann vs. Kleid angesprochen und eingeräumt, dass sie sich nicht trauen würden, dafür waren hier nicht die Kleider an sich ein Thema.
Auch auf der Hochzeit am Samstag und einem festlichen 50. wurde ich, so gekleidet als selbstverständlich behandelt.
Ich fühle und fühlte mich so sauwohl:
So ein Bisschen positive Aufmerksamkeit, aber sonst Normalität - das hatte ich früher als meine Utopie gesehen.
https://youtu.be/cFods1KSWsQ?si=8vl40yrlW-oe7BI5
Das denke ich mir – wenn ich das früher gewusst hätte (wenn es früher auch schon so gewesen war)
:o ;D
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Danke für diese Worte, denen ich mich voll anschließen kann, denn auch ich bin fast 100% im Rock/Kleid unterwegs, so auch jetzt beim Abiball der Enkelin war ich im langen Kleid gewandet und keinen hatte es interessiert, was ich trug, es ist kein Thema mehr, denn man kennt mich im Rock/Kleid. LG Ludwig
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Beim Ball hatte ich schwarze Strümpfe und Schuhe getragen!
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Auch von mir drei Äußerungen von lieben Mitmenschen:
1. Ein Schulkamerad bei der Begrüßung bei einem Treffen mit Blick auf mein Kleid: "Das ist genau die richtige Kleidung bei diesem Wetter!"
2. Ein Wald- oder Gartenarbeiter mit Schnittschutzhose, als ich im Kleid an ihm vorbei ging: "So ein Männerkleid ziehe ich demnächst auch bei der Arbeit an!" Ich meinte allerdings, wenn man die Beine vor Motorsägen u. dgl. schützen wolle, sei das nicht so geeignet.
3. Eine Kollegin in der Uni, deren Kleid ich lobte: "Und Du hast auch immer so schöne Kleider an!" Dabei trug ich in der Uni bisher zwar Röcke und keine Kleider, aber mit "Kleider" kann man ja auch "Kleidung" meinen. Sie meinte aber, ich trüge sie wohl aus anderen Gründen als sie. Sie trage das Kleid wegen der Hitze. Ja, ich auch, meinte ich, aber im Winter auch ohne Hitze, weil ich mich darin wohl fühlte. Sie meinte, ihr gefielen auch die Kaftane oder Gallabiyas, die Männer in der arabischen Welt trügen. Das sollten Männer hier auch mal machen.
LG, Micha
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Ich finde das immer wieder total spannend:
Wenn wir "Blut geleckt haben" und den tollen Tragekomfort von Röcken und Kleidern erlebt haben, die Welt nicht untergegangen ist, dann wollen wir irgendwann am liebsten jeden Tag diesen Komfort genießen.
Das ist doch der beste Beweis dafür, dass Röcke und Kleider für uns richtig und normal sind. Wenn das nur für Frauen gelten bzw. unmännlich wäre, würden wir doch mit der Zeit die Lust daran verlieren.
Ja, und die Hitzewelle hilft uns auch.
Mir haben gestern und heute jeweils einer bestätigt, wie sinnvoll so ein Kleid doch wäre.
Ich habe den Eindruck, da werden nun welche neidisch ;) und einer meinte etwas von Vorreiter sein ...
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(von mir gefärbt) (https://www.cecil.de/p/seersucker-kleid/B14436326661//)
VG
Jens
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Schön, was ihr schreibt und ich fühle es teilweise ähnlich
Da scheibe ich auch mal paar Sätze dazu.
Alltag:
In Freizeit trage ich ständig Rock der Kleid, seit dem recht abruptem Wetterwechsel im Mai von kühl nach warm auch wieder bei der Arbeit. Reaktionen auf meine Röcke und Kleider gibt es kaum oder ich nehme sie nicht wahr.
In den letzten zwei Wochen habe ich meist nur noch Hängerchen getragen, aus Viskose, schön locker und luftig.
Meine Forumaktivität seit Anfang des Jahres ist auch deutlich gesunken einen kompletten Detox wie Lars schaffe ich nicht, doch bin ich auch weniger und kürzer im Forum und im gesamten Internet umterwegs.
Im Forum vermisse ich auch viele Leute, die bei den Treffen in Heidelberg, Mainz usw. dabei waren
und es gibt kaum noch Interesse für Treffen, außer einer kleinen Gruppe weit weg im Ruhrgebiet.
Das Tragen von Röcken oder Kleidern ist mir inzwischen deutlich einfacher, als darüber zu schreiben. Gefühlt ist mir, als wäre das alles schon hundertfach geschrieben worden.
Die Hitze macht es nicht besser, da hab ich noch weniger Lust, mich an den heimischen PC zu setzen, es reicht vielleicht mal für paar 1 bis 2 kurze Sätze mit dem Smartphone und ein gesendetes Bild von unterwegs.
Wollte noch bisschen was zu meinem Leipzigurlaub und WGT schreiben und paar Bilder reinstellen, doch zu heiß, zu anstrengend , keine Zeit, keine Lust...
Wenn ich im Zug sitze, haben gefühlt 90% der Leute ein Smartphone in der Hand, gucken da drauf, fingern darüber und nehmen ihre Umgebung kaum noch wahr. Direkte Kommunikation zwischen den Leuten findet kaum noch statt, es sei denn jemand reist mit Partner oder Familie.
Inzwischen bleibt mein Smartphone häufiger in der Tasche, dann schau ich aus dem Fenster oder döse vor mich hin. Anstatt Langeweile empfinde ich dabei inzwischen eher Ruhe und Entspannung.
Feiern, Hochzeiten:
Da kann ich so gut wie nicht mitreden, findet quasi nicht statt. Eltern, Schwiegereltern leben nicht mehr, übrige Verwandschaft lebt weit verstreut, eigene Kinder hab ich nicht, leider habe ich meine Frau nicht 20 Jahre früher kennengelernt...
Die letzte Hochzeit bei der ich war, war meine eigene ;)
Grüße
Jürgen
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Sie meinte, ihr gefielen auch die Kaftane oder Gallabiyas, die Männer in der arabischen Welt trügen. Das sollten Männer hier auch mal machen.
Das höre ich auch immer mal wieder.
Und tatsächlich, in den letzten Tagen und so zwei Wochen, sehe ich das verstärkt auf den Straßen. Zugegeben, nach mutmaßlichem Augenschein scheinen das Männer zu sein, die zumindest familiär einen gewissen Hintergrund aus den dazugehörigen Weltregionen haben. Aber, wie ich auch schon sah, durchaus auch in Gruppen, die unterschiedlich zusammengesetzt waren, und die anderen Teilnehmer der Gruppe man nicht mit einer Herkunft in solche Weltregionen verorten würde - die dann halt in Hosen, aber einer eben in Kaftan.
Warum auch nicht? Zum einen haben einige solche Kleidungsstücke in ihrem Kleidungsschrank, zum anderen sind sie gerade in solchen Witterungslagen schon hochgradig erprobt und haben ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt.
Ein paar Mal in den letzten Tagen musste ich mich aber noch kurz besinnen, dass es ja gerade Freitag war. Da tragen dann aus religiösen Gründen einige Männer gezielt wegen dem Gang zur Moschee diese Art Kleidung. Oft aber fragte ich mich, ob denn gerade wieder Freitag sei - und es war kein Freitag! Also: im Moment gibt es tatsächlich einige Männer, die das tragen, weil es eben sehr viel sinnvoller ist als der hosenbasierte Standard hierzulande.
Ich erlaube mir noch anzumerken, dass ich allerdings in der Regel jene Kaftane und dergleichen oftmals optisch nicht als "schön" empfinde - da erinnert mich das Gesamtbild eher an ein zu lang geratenes Hemd oder gar Nachthemd. In meinen Augen gäbe es schöneres, wie man ähnlich einen Männerkörper zieren könnte - das ist aber eine reine Geschmacksfrage.
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Ja, und die Hitzewelle hilft uns auch.
Mir haben gestern und heute jeweils einer bestätigt, wie sinnvoll so ein Kleid doch wäre.
Absolut.
Deine Worte lassen in mir aber auch wieder sehr harrsche Worte in den Sinn kommen.
Wie kann es nur sein, dass der Mann im allgemeinen sich so sehr an die Hose klammert? Wo doch anderes so viel mehr Sinn machen würde??
Wir haben die Gründe dafür schon etliche Male auch ganz unterschiedlich hoch- und runter dekliniert und uns zu erklären versucht, warum das denn so ist, wie es ist.
Aber letztlich ist es doch hirrnverbrannt, sich nicht einfach mehr Freiheiten zu gönnen - vor allem dann, wenn es richtig Sinn macht!!!
Okay, wenn man ständig zwei Meter oder mehr auf der Leiter steht, oder wenn man sich durch ein verholztes Buschwerk zwängen muss, dann macht ein Rock oder ein Kleid keinen gesteigerten Sinn. Aber diese Tätigkeiten führt nicht jeder Mann ständig und immer durch. Für die meisten ist es absehbar, dass sie das genau nicht tun, bis sie das nächste Mal wieder ihre Hose ausziehen. Also, hätte ein Kleid oder ein Rock da auch Sinn gemacht. Gerade bei dieser Hitze.
Ich finde es leider noch immer hochgradig unfassbar, dass da die Männer zu blöde sind, von dieser anerzogenen Hose wegzukommen!
Die Frauen waren damals auch nicht erzogen, Hosen zu tragen. Dennoch haben sie es irgendwann gemacht. Egal ob es nun Sinn macht. Oder ob sie es halt einfach nur wollen.
Dass Männer das nicht auch hinbekommen, lässt mich ernsthaft an der Intelligenz der Männer zweifeln. Ja, harrsche Worte!
Ich habe den Eindruck, da werden nun welche neidisch ;) und einer meinte etwas von Vorreiter sein ...
Das ist schön, wenn welche neidisch werden. Haben mir auch schon einige immer mal wieder gesagt.
Und "Vorreiter". Ja, das haben auch schon einige zu mir gesagt.
Vorreiter. Als einen solchen angesehen zu werden, ist eigentlich nichts schlechtes.
Denn derjenige, der Dich als Vorreiter tituliert, scheint ja die Sache, die Du betreibst, für nützlich oder erstrebenswert zu halten. Wäre es anders, würde er Dich als "Spinner" oder "Idiot" bezeichnen.
Doch bei der Wortwahl "Vorreiter" schwingt auch immer etwas anderes mit: "Du hast aber Mut!"
Schön wäre, wenn jemand, der Dich Vorreiter nennt, sich Dein Vorbild zum Herzen nimmt, und sich Deinem Beispiel annimmt - also nun berufen fühlt, ähnliches anzuziehen.
Praktisch ausnahmslos aber schwingt bei "Vorreiter" und "Du hast aber Mut!" auch noch mit:
"Ich würde mich niemals trauen, ohne irgendein Vorbild das in die Tat umzusetzen." Und mehr noch: "Ich werde mich niemals trauen, ohne etliche Vorbilder das in die Tat umzusetzen."
Ja, in der Wortwahl "Vorreiter" steckt ein ganzes dickes Buch von Hoffnungen im ersten Kapitel, gefolgt von vielen Kapiteln, die ausführen, warum der Sprecher des Wortes "Vorreiter" trotzdem die nächsten 7 Jahre Deinem Beispiel nicht folgen wird.
"Vorreiter" - ein Wort, in dem der Sprecher ganz viel Hoffnung legt, die aber total begraben sind von einer schweren Last scheinbar unverrückbarer Sachverhalte.
So sehr der Titel "Vorreiter" einen ehren könnte, so sehr stimmt dieser ganze Zusammenhang aber wieder extremst traurig.
Und dabei ist es doch nur ein Schritt vor die Haustür, und ein neues Kapitel Freiheit beginnt!
Und Eure Geschichten sind hierfür hervorragende Beispiele!
Es gibt keinen Grund, sich weiter zurückzuhalten. Der Mann kann sich selbst befreien. Der Mann muss sich selbst befreien. Es macht kein anderer für ihn.
Und die Hitze ist das allerbeste Argument dafür. Denn: es macht Sinn!!!
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Hallo Wolfgang, mich würde mal interessieren wieviele Männer du in deinem Bekanntenkreis schon vom Rock, oder Kleid überzeugen konntest. Ist dein Rock, oder Kleid tragen immer noch ein Gesprächsthema, oder wird es nicht mehr angesprochen, weil man dich ja nicht anders kennt.
In München sehe ich nach wie vor sehr sehr selten einen Mann im Rock, oder Kleid, obwohl es in einer Großstadt bestimmt einfacher ist, als in einer Dorfgemeinschaft.
Ich werde das Rock tragen weiterhin an manchen Tagen genießen, auch wenn es für mich bestimmt nicht alltäglich werden wird, so wie für einige andere hier inzwischen .
Liebe Grüße Peter
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Hallo Peter, ich kann dir da nur beipflichten. Ich kann meine eigenen Sichtungen eines männlichen Rock- oder Kleidträgers an einer Hand abzählen. So normal ist es (leider) offensichtlich nicht. Selber trage ich auch nur selten Rock oder Kleid öffentlich und erlebe dabei 80% Gleichgültigkeit und 20% Erstaunen bzw. erhöhte Sichtbarkeit. Man braucht schon ein dickes Fell, um das zu ignorieren.
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Ja, und die Hitzewelle hilft uns auch.
Mir haben gestern und heute jeweils einer bestätigt, wie sinnvoll so ein Kleid doch wäre.
Ich habe den Eindruck, da werden nun welche neidisch ;) und einer meinte etwas von Vorreiter sein ...
Als Neuling bzw. wieder-sich-mit-dem-Thema-beschäftigender kann ich nur sagen, dass das Forum insgesamt eine Art von Vorreiterrolle einnimmt. Ich bin damals über Google hierher gekommen und hatte trotz Abstinenz den Link immer noch parat :).
Und ja, die Hitzewelle müsste eigentlich die beste Voraussetzung dazu sein, den Rock/das Kleid und Ähnliches positiv verargumentieren zu können. Leider erlebe ich bspw. auf der Arbeit, dass uns Männern nicht mal kurze Hosen zugestanden werden, während die Kollegin nebendran ein Minikleid anhat. Leider habe ich aktuell noch nicht den Mumm dazu, dass ich einfach mal sage, dass ich statt dessen einen Rock anziehen werde :). Ist ja keine kurze Hose ;) Aber es juckt mich immer mehr.
Und ja, einen gewissen Neid auf die Damenwelt habe ich tatsächlich. Frage mich, ob das dem einen oder anderen Kollegen insgeheim nicht auch so geht. Und aktuell ist Leoprint gefühlt trendig. Zwei Kolleginnen hatten das die letzten Tage als Rock an.
Und ja, wie schon an anderer Stelle mal geschrieben kann ich die Sichtungen von Rock und/oder Kleidträgern in den letzten Jahrzehnten in meiner Region (Raum Karlsruhe) wahrscheinlich an zwei Händen abzählen.
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Als ich 1999 damit anfing, in unserer Öffentlichkeit Röcke zu tragen, dachte ich, in 25 Jahren, also einem Viertel Jahrhundert (!) sei das für Männer ganz normal und niemand bräuchte mehr Mut, in einem Rock auszugehen. Und das ist inzwischen 27 Jahre her!
Ich brauche dazu keinen Mut mehr. Aber ... Tja ... ???
LG, Micha
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Ja, ich trage Röcke bzw. Kleider tagtäglich. Sie sind für mich die bedingungslose Alternative zu Hosen in meinem Alltag.
In meinen frühen 20er Jahren kämpfte ein ehemaliger Schulkamerad mit Chemotherapien gegen seinen Hodenkrebs. Das war für mich der Moment zu sagen, dass Röcke nicht nur nett und angenehm sind zu tragen, sondern dass sie fester Bestandteil in meinem Alltag werden sollen. In Hosen fühle ich mich einfach nicht wohl. Und was sich unwohl anfühlt, wird auch nicht zwingend gesund sein. In Hosen fühle ich mich eingeengt und körperlich gemaßregelt, um nicht den Ausdruck von körperlicher Folter verwenden zu müssen.
Ich brauchte von diesem festen Entschluss noch 10, 15 Jahre, bis ich diesen auch völlig umsetzen konnte, um ganz selbstverständlich Röcke statt Hosen in meinem Alltag zu tragen. Ich hab da also lange dran rumgeknabbert, bis ich soweit war, wovon ich lange zuvor nur geträumt hatte. Hosen lehne ich an meinem Körper völlig ab.
Hallo Wolfgang, mich würde mal interessieren wieviele Männer du in deinem Bekanntenkreis schon vom Rock, oder Kleid überzeugen konntest. Ist dein Rock, oder Kleid tragen immer noch ein Gesprächsthema, oder wird es nicht mehr angesprochen, weil man dich ja nicht anders kennt?
Deine Fragen lösen in mir vielschichtige Gedanken aus.
Und die Antworten darauf können auch nur sehr vielschichtig sein.
Immer mal wieder drücken Männer mir aus, dass sie mich beneiden. Darunter auch Fremde. Aber auch manchmal aus meinem Bekanntenkreis. Die Momente, zu denen das passiert, haben oft mit hochsommerlicher Witterung zu tun, aber nicht nur.
Einer sagte mir auch neulich wieder, dass er im Sommer zuhause oft Spaghettiträgerkleider von seiner Frau trägt - wohl auch im Einverständnis von seiner Frau. Ich weiß zwar nicht wie ideal das ist, da seine Frau deutlich kleiner ist als er selbst. Aber: es sei so angenehm, sagt er. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn dazu inspiriert habe. Er sagte mir das erst zwei, drei Jahre, nachdem ich ihn kennengelernt hatte.
Ein anderes Mal fällt mir ein, wo Heinz (hier aus dem Forum) bei einem Treffen mich bat, ihn zu seinem Auto auf ein Parkdeck zu begleiten. Alleine würde er sich es nicht trauen. Also lief ich die 10 Minuten mit ihm rüber zu seinem Auto, dort zog er sich um, und das erste Mal traute er sich, im Rock durch die Öffentlichkeit zu laufen. Später hatte er als Lehrer auch immer wieder Röcke bei seiner Arbeit getragen. Zugegeben, das war bei einem Rocktreffen. Und vermutlich hätte auch Ferdi oder Daniel (PTR) zum Beispiel ihn begleiten können mit sicherlich demselben Ergebnis.
Auch hier im Forum erreichen mich gelegentlich Rückmeldungen, dass ich mit daran beteiligt war, dass sich jemand mit Rock unter die Leute traute. Das - und die Rockertreffen - kann ich durchaus auch zu meinem Bekanntenkreis zählen.
So im echten alltäglichen Leben im Kreise meiner Bekannten habe ich aber nicht das Gefühl, dass ich jemanden schon einmal derart überzeugen konnte, Rock oder Kleid für sich als Mann als Option zu sehen und das auch durchzuführen. Leider. Das stimmt mich schon sehr traurig, um nicht zu sagen grimmig und weckt in mir wieder jene Gedanken im Kopf, die dann mich zu harrschen Worten verleiten, wie in meinem Beitrag vorher geschehen.
Von einem direkten Erfolg kann ich dennoch nahezu stolz berichten, da ein Kumpel extra zu einem der letzten anstehenden Mainz-Treffen mit Leuten aus diesem Forum sich einen Rock im Internet bestellt hat. Frei aus sich heraus. Es war die Zeit, wo wir in einem engeren Freundeskreis immer mal wieder Spaß dran hatten, ein besonderes Farb- oder Muster-Motto für eine Unternehmung auszuloben, und er, der Kumpel, sich da auch oft extra etwas dafür bestellte. Mein Stolz auf Kumpel Dietmar lässt in Bezug auf Rock etwas nach, denn der Rock war im Grunde nur eine Radlerhose mit einem kurzen Überrock als Sichtverblendung. Gefühlsmäßig ist das noch immer eine Hose, nur halt in Rockoptik. Ihm kam es auf die Optik an. Mir kommt es auf den echten körperlichen Vorteil an.
Zudem am Abend des damaligen Treffens radelte er nachts mit diesem Rock noch 30 km nach Hause, nicht mehr völlig nüchtern. Und die letzten 6 km musste er das Rad schieben, weil kaputt. Kaputt auch einiges an Knien, Schultern und so, weil er beim kurzen Abstieg an einer Barrikade zum Radweg mit seinem Rock an der Sattelnase hängengeblieben ist und Mann und Gerät zu Boden gingen.
Er hat vor Ort "das Ding" ausgezogen, schob den Rest in Unterhose das Rad, und hat vermutlich "das Ding" nie wieder angefasst. Vielleicht ist es auch nicht mal mehr mit umgezogen bei seinem zwischenzeitlichen Umzug. So genau wollte ich das bisher noch nicht wissen.
Ja, es ist ziemlich traurig, andere Männer durch mein eigenes Rocktragen zu inspirieren. Schön wäre es. Aber der Mann als solches steckt seit gut 2 Jahrhunderten in seiner Hose fest. Ein Symptom von wahrscheinlich vielen anderen. Es wird Zeit, dass sich da was ändert.
Mein Bekanntenkreis - worunter ich auch Verwandte und Freunde zähle - ist durchaus komplex. Ob und wie es thematisiert wird (mein Rocktragen) ist auch ziemlich komplex. Erwähnter Dietmar z.B. nennt mich in einem engeren Freundeskreis "es Röcksche", was manche inzwischen manchmal übernehmen. Okay, irgendwie hat jeder unter uns so seine zwei, drei Rufnamen, die ihm/ihr irgendwie dauerhaft anlasten. Bei mir ist es eben ein durchgängiges Kleidungsmerkmal.
Besagter Kumpel thematisiert auch immer mal wieder meine Kleidung, auf ganz unterschiedliche Art und mit ganz unterschiedlichen Absichten. Es ist also kein Thema, das einfach unerwähnt bleibt. Es drängt sich immer mal wieder auf, es nicht unerwähnt zu lassen. Auch im besagten Freundeskreis durchaus, zumal da die Mädels (Frauen) überwiegen, und da dann der Fokus oft auf anderen Aspekten liegt, z.B. auf Form, Farbe, Muster, Komfort etc.
Und mein sonstiger Bekanntenkreis ist sehr komplex. Es gibt Abende, da verbringe ich ein Drittel der Zeit, irgendwelchen Frauen um den Hals zu fallen (die Initiative geht meistens von den Frauen aus, auch gestern wieder, obwohl verschwitzt). Und oft weiß ich gar nicht, warum wir uns jetzt um den Hals fallen, oder woher ich sie kenne, wie sie heißt und so weiter. Mit Männern geht es mir oft genauso - da ist die Begrüßung zwar anders, aber auch da begrüßt man sich nicht selten mit Umarmung und gegenseitig auf den Rücken klopfen. Mein Bekanntenkreis besteht aus sehr unterschiedlichen Intensitäten. Zudem kommen da automatisch auch immer wieder neue Leute hinzu. Und so gibt es auch ganz unterschiedliche Bedarfe von Neugier oder Hemmnissen, irgendetwas zur Sprache zu bringen.
Insofern gibt es welche, die meine Kleidung überhaupt nicht (nicht mehr, vielleicht aber auch noch nie) thematisieren. Andere, die die Sprache darauf nicht scheuen. Andere, die sich endlich mal trauen, mit mir darüber zu sprechen. An einem Abend, wo ich geschätzt mindestens 70 Leuten begegne, die ich zu meinem Bekanntenkreis zählen würde, bleibt das Thema 'meine Kleidung' also nie völlig unangesprochen.
Ich bin halt gerne unterwegs. Ich bin gerne unter Leuten. Und ein bisschen hat das auch was damit zu tun, dass ich es für erstrebenswert halte, andere Männer zum Röcketragen zu inspirieren. Zum einen möchte ich nicht als der 'fehlgeleitete Exot' gelten - was ich dadurch untermauere, dass es Leute gibt, die gerne mit mir ihre Zeit verbringen. Zum anderen möchte ich auch optisch präsent sein, um eben quasi 'Beispiel abgegeben' zu können, eben als integriertes Mitglied der Gesellschaft, aber auch überhaupt durch meine Sichtbarkeit.
All das sind Folgen daraus, dass ich ganz bewusst das Röcketragen zu meiner Normalsache, zu meinem Alltag machen wollte. Daraus ergibt sich auch mein großer Bekanntenkreis. Und ja, für die einen ist es Normalität, dass sie es nicht thematisieren müssen, für andere ist es Normalität, dass sie es thematisieren können. :)
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Ich werde das Rock tragen weiterhin an manchen Tagen genießen, auch wenn es für mich bestimmt nicht alltäglich werden wird, so wie für einige andere hier inzwischen .
Tja, so dachte ich vor zwei Jahren auch. ;D
Aber auch wenn es für mich eine gewisse Normalität hat, bleibt es etwas Bewußteres den richtigen Rock auszuwählen, als einfach schnell in irgendeine Hose zu schlüpfen.
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Ich möchte noch etwas hierzu schreiben, zum
Spannungsfeld zwischen 'Inspiration' und 'Auffallen'
So ein großer Bekanntenkreis ist schon so irgendwie etwas wie zwischen Lust und Last. Ich kann sie mir schlicht nicht alle merken, die guten und vor allem die eher 'schlechteren' Bekannten. Es gibt einige, die können mir das Nachsehen. Sollte man eigentlich auch, aber dennoch ist es mir von Fall zu Fall immer wieder peinlich.
Verständnis demgegenüber haben aber viele nähere Bekannte für mich, weil sie eben meinen, ich bliebe den anderen Leuten besser in Erinnerung (und ich bin einer) als sie mir (und sie sind für mich viele), wegen meines auffälligen Erscheinungsbildes.
Ja, trotz der Normalität meines Rocktragens steche ich mit meiner Präsenz in der Menge aber dennoch hervor.
Mag ich noch so meine männlichen Bekannten gerne inspirieren wollen, so erleben diese aber dennoch, dass solch ein abweichendes Verhalten zu mehr Aufmerksamkeit führt.
Wenn ich hier berichte, dass es kaum jemanden interessiert, ob ich da in einer erwartungsgemäßen Hose durch die Stadt laufe oder im Rock, ist das die eine Wahrheit. Dennoch bleiben sicherlich manche Blicke von Leuten etwas länger, etwas aufmerksamer an mir kleben.
Man bräuchte ein dickes Fell, das zu ertragen, schrieb hier Forumskollege Dressfan. Ja, wahrscheinlich. Aber trägt man den Rock als genauso selbstverständliches Kleidungsstück wie eine Hose, dann fällt man auch tatsächlich weniger auf. Also: sooo ein dickes Fell braucht man dann doch auch wiederum nicht. Man sollte sich halt abgewöhnen, sich ängstlich durch die Straßen zu bewegen. Und abgewöhnen, alle Augen wären jetzt auf einem gerichtet. Und das Genick anzuspannen, weil gleich irgendein despektierlicher Zuruf oder ein solches Gelächter einen erreicht. Und auch aufhören darauf zu achten, ob und wie die Leute auf einen regieren.
Nunja, letzteres kann man durchaus machen, wenn man geübt darin ist, eine vorhandene Beachtung - egal welcher Natur - mit einem Lächeln oder einem anderen Ausdruck von Sympathie zu begegnen. Oder gezielt auf die Aufmerksamkeit von nett anzuschauenden Frauen zu achten, um ein herzenserwärmendes Lächeln oder vielleicht ein paar nette Worte zu ernten. Mit der Bereitschaft, Sympathie zu spiegeln, kann man durch die Straßen ziehen und versuchen, die Aufmerksamkeit der anderen abzufangen oder bewusst herbeizuführen. Ohne diese Bereitschaft: lieber nicht auf mögliche Reaktionen der Leute achten.
Hier mal ein Beispiel (ohne was mit Rock): S-Bahn-Steig Berufsverkehr. Viele Leute stehen rum, warten. Du auch. Jetzt fängst Du an - unauffällig gekleidet, in erwartungsgemäßen Hosen - einfach so, die Leute um Dich herum zu beobachten, ob und wie sie auf Dich reagieren. In den ersten zwei, drei Sekunden: keiner. Dann ändert das sich schnell. Denn die Leute, die Du mit Deinem Blick nach Reaktionen auf Dich prüfst, fangen an, auf Dich aufmerksam zu werden. Sie fühlen sich beobachtet. Das ist doch nicht normal, wie der guckt, denken die. Was geht in ihm vor, werden sie denken. Sie werden auf Dich aufmerksam! Zunächst hat irgendwie keiner auf Dich geachtet. Nur weil Du schaust, fangen die nun auch an, auf Dich zu schauen.
Und genau das ist der Punkt, wenn Du im Rock durch die Straßen läufst. Achtest Du auf die Reaktionen der Leute, werden sie Dich mehr beachten. Signalisierst Du, dass Dir egal ist, ob wer wie guckt, dann werden auch die Leute weniger auf Dich achten.
Und genau so ist es auch mit Deiner Begleitperson. Sei es die Frau / Partnerin, das Kind, der Freund, seien es die Bekannten. Je mehr die Begleitpersonen es interessiert, wie die Leute auf Dich im Rock reagieren, desto eher werden die Leute auf Dich und auf Deine Begleitperson(en) aufmerksam. Wenn dann Deine Begleitperson noch mit einem zerdepperten Gesicht reagiert, ruft dieses das Gerede und Gelächter der Leute hervor: Guck an, der/die fühlt sich nicht wohl neben dem da im Rock! Haha, Rock, haha... ... ...
Bisweilen frage ich meine männlichen Bekannten, wenn sie ausgedrückt haben, dass sie mich wegen meiner Kleidung beneiden, ob es denn auch etwas für sie sei. Ehrlicherweise sagen manche: "Ich traue mich nicht". Nicht so ehrlich ist dann eine Antwort wie "Nein, das ist nichts für mich" - nicht so ganz ehrlich, weil eigentlich nur die befürchteten Begleitsymptome abgelehnt werden, man aber ja sonst schon ganz gerne diese Freiheiten genießen würde. Wenn die Partnerin dabei ist, übernimmt sie oftmals dann schon die Antwort wie "Nein, das ist nichts für meinen Thomas" (eine wortwörtliche Bevormundung!). Neben all den bekannten, von uns oft besprochenen gesellschaftlichen Zwängen aus dem engen privaten Umfeld z.B. ist aber auch noch der Aspekt mit der "Aufmerksamkeit" in der Öffentlichkeit am Wirken, weshalb der ausgesprochene Neid nicht zum Inspirieren und Nachahmen führt - bin ich überzeugt.
Ziehe ich nochmals meinen erwähnten Kumpel Dietmar heran. Weil recht oft und lange gemeinsam unterwegs, thematisiert er bisweilen meine Kleidung z.B. so: "Du fällst wieder auf!"
Bekannte, die mich beneiden und die ich inspirieren könnte, werden sich sicherlich auch für die Reaktionen der anderen Leute auf mich interessieren. Und wenn sie anfangen, in meiner Nähe die Leute dahingehend auszuforschen, werden sie genau den oben genannten Effekt hervorrufen: erhöhte Aufmerksamkeit.
Das ist meiner Meinung nach mit ein nicht unwesentlicher Baustein, weshalb es schwierig ist, seinen Bekanntenkreis zu inspirieren. Die meisten wollen einfach nicht auffallen. Und dass man nicht auffallen muss, werden sie nur schwer erkennen, denn: sie beobachten ja was anderes... ... ...
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Hallo Wolfgang, vielen Lieben Dank für deine sehr ausführliche Schilderung, wie dir dein großer Freundeskreis begegnet und dich im Rock wahrnimmt.
Ich denke es wäre für viele Männer sehr viel leichter einen Rock zu tragen, wenn sie wie zum Beispiel bei Cephalus von ihrer Frau unterstützt und ermutigt werden würden.
Ich bin mir sicher, dass die meisten Frauen, die dich für deinen Mut und deine Röcke feiern, es aber beim eigenen Partner nicht so toll finden würden. Wie du schon schreibst, würde man nicht selten hören, „dir steht das ja super, aber für meinen Robert wäre das nichts“.
Und schon ist der liebe Ehemann wieder ausgebremst.
LG Peter
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Ich denke, da ist was dran lieber Wolfgang, wenngleich Petra auch schon mal wahrnimmt, dass mir jemand nachguckt, was ich nicht wahrgenommen habe.
Zudem muss man aber auch bedenken, dass Auffallen per se ja nichts Negatives ist. Negativ auffallen ist negativ, aber positiv auffallen ist doch positiv, oder nicht? Und für das positive Auffallen braucht man doch kein dickes Fell, oder?
Man kann auch neutral auffallen, also schon auffallen, weil man anders ist als die Masse, aber dann als neutral bewertet werden. Um das auszuhalten braucht man auch kein dickes Fell.
Kontraproduktiv ist es m:E., wenn ich anderen unterstelle, mich negativ zu beurteilen wenn sie mich im Rock sehen. Aber warum sollte das tun? Vielleicht weil ich ihnen keinen weiten Horizont zubillige? Aber wenn ich sie für so engstirnig halte, mich negativ zu bewerten, bewerte ich sie dann nicht meinerseits auch negativ? Und ist es nicht so, dass ich negativ auf Menschen wirke, wenn ich sie a priori negativ bewerte? Und strahlt dann dieses Negativ-auf-andere-Wirken nicht auch wiederum negativ auf meine Erscheinung und Wirkung auf andere zurück? Und wenn das so ist: Will ich das? Nee, will ich nicht. Also mute ich den Menschen lieber zu, fähig zu sein, den Anblick eines rocktragenden Mannes sinnvoll in ihre Weltbilder zu integrieren. Dann spreche ich ihnen Kompetenzen zu. Das wiederum wirkt positiv auf sie. Und das strahlt dann auf mich zurück und auf ihre Meinungen über mich.
LG, Micha
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Ja, Micha, Du hast schon recht!
Auch, wenn sich Deine Gedanken ziemlich schräg lesen. Wenn man mal aber aufmerksam mitdenkt beim Lesen Deiner Worte, dann trifft das voll zu.
Ich bin mir sicher, dass die meisten Frauen, die dich für deinen Mut und deine Röcke feiern, es aber beim eigenen Partner nicht so toll finden würden. Wie du schon schreibst, würde man nicht selten hören, „dir steht das ja super, aber für meinen Robert wäre das nichts“.
Und schon ist der liebe Ehemann wieder ausgebremst.
LG Peter
Ganz genau, Peter.
Und dabei müsste der Mann einfach mal die Kraft aufbringen, auch Entscheidungen gegen den Willen seiner Frau zu treffen. Woanders sind Männer darin doch auch mutig? Wie oft treffen Männer eine Kaufentscheidung, obwohl ihre Frau das nicht gut findet? Beim Auto kommt das sicherlich sehr häufig vor. Diese Kraft, diesen Mut müssten Männer einfach mal ebenso aufbringen bei der Wahl ihrer Kleidung.
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Alltag, Feiern, Hochzeiten...
Ja, man versucht schon, oft sich auch ein wenig dem Anlass entsprechend anzupassen.
Im Sommer z.B. ist bei mir großes Thema, das nicht nur dem Anlass, sondern auch der Witterung anzupassen.
Zu meinen längeren Ausführungen zu Peters Fragen (da (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10403.msg208884#msg208884) und da (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10403.msg208881#msg208881)) möchte ich noch etwas hinzufügen:
Dort zählte ich zu "meinem Bekanntenkreis" (Wortwahl von Peter) auch Freunde und Verwandte.
Ich habe lange Zeit versucht, möglichst diese Kreise voneinander fernzuhalten.
Da hatte ich hier und dort meine Bekanntenkreise.
Da zwei, drei, vier Freundeskreise.
Und dann noch meine Verwandtschaft.
Und je nachdem, in welchem dieser Kreise ich mich bewegt habe, habe ich mich tendenziell auch schon unterschiedlich gekleidet.
Gerade, was die Verwandtschaft angeht oder bestimmte Freundeskreise, habe ich versucht, mich "konservativer" zu kleiden. In anderen bestimmten Freundeskreisen durfte es etwas "gewagter" sein. Und in den meisten Bekanntenkreisen durfte es dann durchaus auch "experimenteller" werden bis hin zu sehr experimentell.
Wobei "konservativ" und "experimentell" jetzt am ehesten in den Sprachgebrauch des Forums zu übersetzen wäre mit "männlich" und "feminin".
Ja, lange Zeit konnte ich das so handhaben. Nicht zuletzt eben, weil ich versuchte, diese verschiedenen Kreise strikt auseinanderzuhalten - voneinander fernzuhalten.
Mit zunehmender Zeit ist es mir aber schlicht nicht mehr möglich, diese Kreise räumlich wie zeitlich usw. zu trennen. Diese Kreise verwischen sich zusehends. Da hatte ich einen "experimentellen" Bekanntenkreis außerhalb meiner Stadt auf der einen Seite, und einen anderen "experimentellen" Freundes-/Bekanntenkreis weit jenseits meiner Stadt auf der anderen Seite der Stadt. Auf einmal ergab es sich, dass diese Kreise, obwohl räumlich gut 40 km voneinander getrennt (und dazwischen noch der Rhein), mehrfach Verbindungen zueinander und zu anderen Kreisen von mir haben - nur als Beispiel.
Inzwischen laufen auch meine Geschwister mir immer häufiger über den Weg, vor allem das eine. Inzwischen haben sich Freunde von mir mit ihr schon vernetzt. Ein eher "konservativ" ausgerichteter Freundeskreis, obwohl überwiegend 30 km von mir verortet, überschneidet sich mit Bekanntschaften und Verwandtschaften inzwischen auch mit meinen "experimentelleren" Freundeskreisen.
Es macht schlichtweg keinen Sinn mehr, wegen Gruppe X von Menschen sich zurückhaltender zu geben als mit Gruppe Y von Menschen. Diese frühere Trennung, die ich willentlich versucht hatte, aufrecht zu erhalten, bot mir damals gewisse Schutzräume, in denen ich mich frei, ungehindert, also "experimentell" entwickeln konnte. Diese Schutzräume sind zerbröselt.
Jetzt brauche ich mich nicht mehr, oder kaum, darum scheren, mit welcher Gruppe ich nun zu tun habe. Im Grunde kann ich jetzt in jeder Situation ziemlich frei entscheiden, was ich tragen möchte - einmal vor die Tür getreten, spricht sich es ja sowieso irgendwie rum - überspitzt gesagt.
Ja, eigentlich ist dieser Zustand der wirkliche Grad von Freiheit. Sich nicht mehr zurückzuhalten, nur weil es irgendjemandem nicht gefallen könnte. Mein selbstbestimmtes Kleidungsverhalten ist somit wirklich im wahren Alltag angekommen!!!
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Hallo Wolfgang, mich würde jetzt schon noch interessieren, wie deine Schwester auf das Kleid reagiert hat.
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Ah, Du meinst, was ich in einem anderen Forumsteil geschrieben habe:
Aber ohne den Katalysator Hitze würde ich dieses Kleid so nicht bei 22 Grad tragen!
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Dann lief ich ausgerechnet noch so meiner Schwester in die Arme. Hätte ich diese Begegnung geahnt, ich hätte dieses Kleid dann doch nicht angezogen...
(Für alle noch-nicht-Vollmitglieder: dieses Zitat ist nur ein kleiner Ausschnitt des zitierten Beitrags. Dort schreibe und zeige ich auch noch mehr, was es mit diesem Kleid auf sich hat.)
Nun, sie saß da im Terrassenbereich einer Gaststätte. Ich hatte sie im Vorbeigehen nur zufällig gesehen und musste noch ein paar Schritte zu ihr rüber machen.
Wie sie reagiert hat? Normal. Ich habe auch nicht wahrgenommen, dass sie ungläubig oder verwundert an mir hoch- und runter geguckt hätte. Es scheint ihr also nicht "peinlich" gewesen zu sein, was in früheren Jahren sehr viel mehr der Fall gewesen ist. Dem mir nicht geläufige Mann, der bei ihr saß, mag das vielleicht anders gewesen sein. Denn er nutzte unsere Worte, um mal kurz die Toilette aufzusuchen. Das hatte er aber wohl schon zuvor angekündigt. Er kam jedenfalls wieder. Aber bezahlt hatten sie schon und wir alle hatten es aus dem gleichen Grund eilig, denn wir wollten alle zur gleichen Uhrzeit jeweils zuhause sein.
Aber wie gesagt: keine Anzeichen von Überraschung oder etwas, was nicht auch sonstigen normalen Zusammentreffen entsprechen würde. Hinterher, als wir auseinandergingen, wurde mir erst richtig bewusst, dass ich nun ausgerechnet in diesem Kleid ihr begegnet bin. Vielleicht besser so. Wäre mir das schon vorher eingefallen, hätte ich mich vielleicht zurückhaltend verhalten und dann wäre die Begegnung vielleicht genau deshalb nicht normal gewesen... Bitte einloggen oder registrieren um das Bild zu sehen.
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Das Abstimmen der Kleidung auf den Personenkreis ist/war schon ein Thema, aber an mehr oder weniger feminin habe ich es nie festgemacht.
Mehr daran, wie gewohnt, mir die Kleidung war und wie selbstsicher ich jeweils darin war.
Abgesehen davon könnte ich jetzt auch nicht sagen, was femininer ist - wer will kann ja mal gerne meine Bilder durchsehen und die Femininität des Gezeigten beurteilen - das fände ich hoch spannend und interresant.
Praktisch jeder weiß, dass ich Röcke trage, von ein paar neuen Menschen und einigen im Berufsumfeld mal abgesehen.
Trotzdem gibt es ein paar die ich damit nicht belästigen will - nicht mal wegen ihnen, dondern weil ich mich nicht wohlfühlen würde mit Rock in deren Gegenwart.
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Trotzdem gibt es ein paar die ich damit nicht belästigen will - nicht mal wegen ihnen, sondern weil ich mich nicht wohlfühlen würde mit Rock in deren Gegenwart.
Ich kenne das so ein bisschen.
Lange Zeit war es mir unangenehm, in einer reinen Männerrunde im Rock anwesend zu sein. Diesen inneren Widerstand - und auch das Gefühl, als Exot unter dieser Gruppe zu sein, und somit auch sich deshalb irgendwie unwohl zu fühlen - habe ich zunehmend abgebaut. Aber manchmal kommt mir dieses unterschwellige Unbehagen noch einmal ins Bewusstsein, wenn ich z.B. nur unter Männern an einer Bushaltestelle oder in einem überschaubaren Bus- oder Eisenbahnabschnitt bin. Daran gewöhnt man sich allmählich. Insgeheim mache ich mir dann lächelnd bewusst, dass ich mir eben diese Freiheit erkämpft habe. Mir wird aber auch bewusst, dass sie diese Freiheiten sich auch erlauben könnten. Was bei diesen Männern dann aber in Bezug auf mich in ihren Köpfen abgeht - vielleicht will ich es besser nicht wissen... ;D
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Ich brauche mir da wenig Gedanken machen. Habe nur noch ein Anzug für Notfälle im Schrank. Sonst reihen sich da nur noch Kleider und Röcke auf.
Also egal. Ich trage Kleid/Rock, egal wer dabei ist oder wo es hin geht.
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Ich glaube das Problem liegt auch in unserem Aufwachsen. Frauen wollen gesehen werden - lieben ehrliche Komplimente und ein Mann möchte modisch lieber nicht auffallen. Deshalb schaut er was anderes tragen und passt sich an.
Tja, Mann kann eben nicht beides haben - Rock Tragen und nicht auffallen.
Wobei ich mich mehr und mehr frage, was denn so schlimm am auffallen sein soll? Frauen finden modisch mutige Männer in der Regel sehr attraktiv.
Mittlerweile genieße ich es richtig, dass ich auf falle mit meiner Kleid-ung.
Letztes Wochenende waren wir zu einer Silberhochzeit in Sachsen. Es hat mir richtig Spaß gemacht dort meinen Rock von LABA zu tragen - gefertigt in der Lausitz (Sachsen) für Alle - konnte ich stolz erzählen.
VG
Jens
P.S. Ein Problem hat natürlich die Partnerin - sie teilt sich nun die Aufmerksamkeit mit ihrem Rock tragenden Partner. Und oft nicht halbe halbe. Sondern ein Mann im Rock ist meistens viel spannender, als eine Frau im Rock - wobei das mittlerweile auch selten geworden ist. Und wenn die Partnerin gerne Hosen trägt, ist sie oft in "Erklärungsnot" warum sie nicht auch Rock trägt. Vielleicht auch daher "das ist nichts für meinen ... ".
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P.S. Ein Problem hat natürlich die Partnerin - sie teilt sich nun die Aufmerksamkeit mit ihrem Rock tragenden Partner. Und oft nicht halbe halbe. Sondern ein Mann im Rock ist meistens viel spannender, als eine Frau im Rock - wobei das mittlerweile auch selten geworden ist. Und wenn die Partnerin gerne Hosen trägt, ist sie oft in "Erklärungsnot" warum sie nicht auch Rock trägt. Vielleicht auch daher "das ist nichts für meinen ... ".
Hier erwähne ich etwas spaßhaft/ironisch, das meine Frau die Hosen anhat. LG Ludwig
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Oh, ein oft gehörter Kommentar.
Wenn man als Paar allein unterwegs ist, so kommt man unter fremden Leuten oft am ehesten mit anderen Paaren ins Gespräch. Und da kam dann von dem anderen Paar recht oft genau diese Feststellung: Meine Freundin habe ja die Hosen an.
Und in der Tat, es hatten meine Freundinnen bisher immer überwiegend Hosen getragen. Eine habe ich ausschliesslich in Hosen gesehen. Also, sofern sie was anhatte.
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AUs Versehen hier einen Beitrag reingeschrieben, der wo anders hin gehört.
Noch in der Änder-Phase abgeändert.
Das Bild lass ich aber mal hier drin.
Bitte einloggen oder registrieren um das Bild zu sehen.
(https://up.picr.de/51083717uq.jpg)
Aber irgendwie hat es ja auch was mit diesem Thread zu tun.
Wer es wissen will, kann dorthin schauen, wo der Beitrag besser hingehört:
https://www.rockmode.de/index.php?topic=4676.msg209017#msg209017
(Für alle Nicht- und Wenigschreiber: Pech gehabt! ;D ;D )
Einzig eine Bildunterschrift spendiere ich hier noch:
In zwei von diesen Röcken steckte ich mittlerweile schon mal drin.. :D
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Ich denke es wäre für viele Männer sehr viel leichter einen Rock zu tragen, wenn sie wie zum Beispiel bei Cephalus von ihrer Frau unterstützt und ermutigt werden würden.
Ich bin mir sicher, dass die meisten Frauen, die dich für deinen Mut und deine Röcke feiern, es aber beim eigenen Partner nicht so toll finden würden. Wie du schon schreibst, würde man nicht selten hören, „dir steht das ja super, aber für meinen Robert wäre das nichts“.
Und schon ist der liebe Ehemann wieder ausgebremst.
LG Peter
Damit hast Du recht.
Habe ich in Gesprächen auch schon des Öfteren mitbekommen.
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Abe auch die öffentliche Toleranz und das allmählich häufiger werdende Sehen von rocktragenden Männern kann die Meinung der je eigenen Partnerin und Familie fördern. Ich denke, dass die Ablehnung beim eigenen Mann, Bruder, Vater, Sohn vor allem damit zu tun hat, dass man Angst um das öffentliche Ansehen hat. Je weniger dieses aber Anstoß nimmt an Rockträgern, desto unbegründeter ist die Angst.
Das setzt natürlich voraus, dass man sich in entsprechenden Teilen der Gesellschaft bewegt. Je mehr man generell mit verschiedenen Menschen zu tun hat, desto größer ist die Chance, unter ihnen auch Rockträger zu treffen. Und umgekehrt.
LG, Micha
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Ich orientiere mich schon daran, wohin die Reise geht.
Es gibt Freunde, wo ich mich schonmal etwas experimentaler anziehen kann, weil die mich so nehmen wie ich bin.
Es gibt Veranstaltungen, da bin ich dann noch experimentaler unterwegs.
Ansonsten Versuche ich schon zur Sache passend rumzulaufen.
Auf Familienfeiern oder zum Einkaufen halt etwas dezenter oder Alltagstauglich.
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Ich richte mich in erster Linie nach dem Wetter.
Dann kann es auch sein, dass ich entweder echt jemandem zu Liebe oder aber aus Angst vor Intoleranz meine
Gewandung ein wenig in dessen Geschmacksrichtung bewege.
Und es kann auch sein, dass ich mich ein wenig nach einer Corporate Indentity richte.
Ansonsten ist mein Geschmack meine Richtschnur, in die ich mich so wenig hineinreden lasse, wie ich anderen in ihre Richtschnur reinrede.
LG, Micha