Insofern müssen Männer, die etwas anderes als Hosen tragen wollen, ebenso
einfach nur die Erwartung, dass sie Hosen tragen, kippen. Mehr nicht.
Ja, das sind eben Genderklischees, die wir kippen wollen.
Und die meisten Männer wollen nicht sich mit Begriffen wie "cis", heteronormativ, 'Gender' oder non-binär auseinandersetzen. Ist ja nicht falsch, wenn man das macht und sich da in diese Konzepte hineindenken will. Es ist aber keine Voraussetzung, um als Mann sich was anderes als Hosen anzuziehen.
Das ist schon ein Problem, wenn man bestimmte Wörter ablehnt. Aber man kann auch etwas tun, ohne die damit üblicherweise verwendeten Wörter mit zu verwenden.
Es gibt ja auch Leute, die reden vom Wandern, wo andere nur vom Spaziergang reden. Und umgekehrt.
Ich denke, zu meiner männlichen Genderrolle passt das Rocktragen so gut wie das Hosentragen. Damit stimme ich aber noch nicht mit dem Mainstream überein. Mein Ziel ist es, den Mainstream zu ändern.
Aber ich denke auch, dass ich nicht immer männlichen Genderrollen entsprechen muss. Ich kann auch abgesehen vom Rocktragen Gendergrenzen überschreiten, zu, Beispiel durch das Tragen von Kleidung aus der Damenabteilung, auch abseits vom Rock.
Und ich darf auch weinen, schwach sein, mich nicht für Fußball interessieren, ich darf mich auch schminken und Schmuck tragen und beim Sex gerne unten liegen. (Jetzt treibt es mich schon wieder, zu betonen, dass das nicht alles auf mich zutrifft, aber warum eigentlich? Weil ich Angst habe, nicht als richtig männlich angesehen zu werden. Aber muss ich denn immer als richtig männlich angesehen werden?)
Ich wünsche mir einfach mehr Diversität darin, Mann, Frau oder divers sein zu können.
LG, Micha