Es ist eigentlich egal, was in diesen Fall ich schreibe, du spulst immer nur deine Wissenschaftlichen Erkenntnisse ab, ohne auf den Menschen einzugehen, denk mal bitte darüber nach. Da hätte ich mir schon mehr erhofft.
Lieber Peter,
das tut mir leid, dass mein Beitrag so bei Dir ankam. Ich bin nun mal auch beruflich damit befasst und schreibe manchmal in dem dort normalen Jargon. Es gibt auch auch Kolleg:innen, denen es dabei an Wissenschaftlichkeit mangelt.
Aber erkläre mir bitte, was Dir fehlt an meiner Art, auf die Menschen einzugehen? Ich lerne gerne dazu und lasse mich gerne belehren, von Menschen, die mehr wissen und können. Und davon gibt es viele. Das ist ernst gemeint, nicht ironisch.
LG, Micha
Sorry, wenn ich mich auch hier in eine offenbar zwischen Euch offene Frage einklinke.
Meinen letzten Beitrag begann ich nicht ganz grundlos, dass das Wort "Ambiguitätstoleranz" in meinem persönlichen Umfeld noch nicht zu einem Modewort geworden ist.
Micha, ich halte es für möglich, dass genau dieses Wort auch in dem Umfeld von Peter noch keine allgemeine Verwendung findet und vermutlich auch nicht von jedem auf Anhieb geläufig ist. Es klingt - naja - wissenschaftlich, oder irgendwie abgehoben.
Sich in nicht sehr geläufige Worte hineinzudenken, ist nicht jedermanns Sache, dies auf Anhieb nachzuholen. Auch sind Beispiele, die Du aus Deiner geisteswissenschaftlichen Betätigung - oftmals zwar passend - anführst, auch nicht so leicht auf normale Lebenslagen anzuwenden, vor allem wenn sie aus Begegnungen stammen, deren Inhalt den meisten von uns auch nicht so geläufig sind.
Drum kommen vermutlich Deine - wenn auch vielleicht passenden - Beispiele oft nicht bei jedem an und stoßen eventuell sogar auf eine Hemmschwelle, sich Deiner gutgemeinten Botschaften anzunehmen. Eventuell müsstest Du versuchen, Micha, Deine Inhalte so runterzubrechen, damit sie für die allgemeinen Menschen außerhalb Deiner geisteswissenschaftlichen Tätigkeiten leichter verständlich sind.
@Peter
In meinem letzten Beitrag habe ich das Wort "Ambiguitätstoleranz" ja gewissermaßen auch angemosert. Ich hatte ja in meinem Beitrag dieses Wort umschrieben in etwa mit "andere Meinungen, andere Interessen, andere Menschen aushalten zu können".
Insofern war Michas Anmerkung in meinen Augen schon recht gut passend, was Du in Deinen Sätzen zum Ausdruck gebracht hattest. In meinem erwähnten Beitrag steckte auch ganz viel Reaktion auf Deine Sätze. Denn ich glaube, das durchzieht uns alle mehr oder weniger, diese diffuse Ahnung, dass unser gewohntes Leben so in dieser Weise nicht mehr genauso weiter laufen wird. Du schriebst:
Das passt alles irgendwie zu meiner aktuellen Stimmung, was unsere Zukunft betrifft .
Ich würde mich selbst als eigentlich lebenslustigen, offenen freundlichen Menschen bezeichnen, leider haben diese Eigenschaften in letzter Zeit sehr nachgelassen und ich erwische mich dabei, dass ich immer mehr die Gesellschaft von anderen Menschen meide und stille und Ruhe bevorzuge.
Woran mag das wohl liegen, am Alter, an den täglichen Negativnachrichten von den Medien, ich weis es nicht.
Ja, die allgemeine Weltlage, vor unserer Haustür, aber auch an anderen Ecken dieser Welt, ist eine mit vielen Fragezeichen. Wenn man sich die aktuellen Konflikte anschaut, so sieht man, dass die bisherige Weltordnung auf den Kopf gestellt wird. Viele versuchen, ihren Keil irgendwo reinzutreiben, um andere zu schwächen, und sich zu stärken. Vieles davon ist uns gar nicht bewusst. Auch vor unserer Haustür versuchen Mächte aus anderen Ecken der Welt, Keile in unseren inneren Frieden hineinzurammen. Und man sieht es, wie es gelingt. Viele unterschiedliche Mächte erhoffen sich, dass Deutschland und Europa destabilisert wird. Und der Plan haut hin. Wir merken es bishin zu unseren erbitterten Diskussionen und gegenseitigen Demütigungen hier im Forum.
Sich vor diesen Strömungen zurückzuziehen, mag ein vorübergehender Schutz für einen persönlich sein, gibt aber denen Recht, die uns verunsichern wollen. Darum halte ich es für besser, sich nicht daraus zurückzuziehen, nicht aus dem Forum, nicht aus der Gesellschaft, um immer noch als handelnder und wahrnehmbarer Teil des Forums, der Gesellschaft zu bleiben.
Und genau hier hat Micha eigentlich seine sehr wissenschaftlich dreinschauende Botschaft angesiedelt. Mit der Bitte, mehr Widersprüche, mehr andere Sichtweisen auszuhalten, auch die, die wir nicht gut finden.