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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Vorstellung
« Letzter Beitrag von Albis am Gestern um 21:07 »Herzlich Willkommen Matthias!
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Lieber Zwurg,
ich frage aber mal zurück:
Meinst Du, in Frieden leben zu können, wenn die Rahmenbedingungen das nicht zulassen?
Und wer meinst Du, ist für die Schaffung und Pflege von Rahmenbedingungen, die ein friedliches Leben ermöglichen, zuständig?
Leider hat unsere Arbeit damals scheinbar nicht viel gebracht
Ich glaube schon, dass es etwas bringen kann, nur muss man die Erwartungen anpassen, wenn es punktuell für einen kurzen Zeitraum passiert.
Die Erfolge von feministischen Bestrebungen oder homosexuellen Initiativen sind auf die letzten Jahrzehnte betrachtet, beachtlich und trotzdem nicht am Ziel.
Initiativen von Millionen über ein halbes Jahrhundert bewirken was - entsprechend weniger kann man im Kleinen erreichen, aber das beutet nicht, dass es umsonst war.

Leider hat unsere Arbeit damals scheinbar nicht viel gebracht
wer einen Rock trage, sei wahrscheinlich mit seiner männlichen Rolle unzufrieden, was sie für sich selbst nicht so sehen.
Ist das nicht doch so?
Natürlich nicht in jedem Punkt, aber selbst Transfrauen dürften nicht in jeder Beziehung mit ihrer Rolle bei Ursprungsgeschlecht unzufrieden sein.
Teil einer idealtypischen Männerrolle in unserem Kulturkreis ist:
- Ausschließlich Hosen zu tragen
- Bier zu mögen
- Interesse für Fußball zu haben
- Die Hauptverantwortung für Kinder an Frauen zu delegieren
- Karriere über Familie zu stellen
- Stark und präsent aufzutreten, öffentlich wie privat
- Latent immer die Konkurrenz zu anderen Männern suchen
- Usw…
Diese Liste könnte ich fast beliebig erweitern.
Jedenfalls sind die gerade genannten Rollenverpflichtungen, ein Teil derjenigen, denen ich mich nicht füge, mit denen ich unzufrieden bin.
Ja, in jüngeren Jahren habe ich mich oft widerwillig den Erwartungen gefügt und z.B. gelangweilt in Gesellschaft Fußball geschaut, mit einem Bier in der Hand.
Und ja, dass ich Röcke und Kleider trage ist auch ein Ausdruck davon, dass mir dies Rollenklischees mittlerweile egal sind, wie auch vice versa.
Ja, so ist es wohl. Und wenn dann noch die Angst dazu kommt, doch noch für nicht eindeutig cisgender und heterosexuell gehalten zu werden, weil man der Toleranz der Mehrheitsgesellschaft doch nicht so recht traut, ist die Hürde, selbst einen Rock anzuziehen, riesig groß.
Es ist schon zum Mäusemelken!
Aber auch, wenn Mann es sich für sich selbst schlecht vorstellen können sollte, kann er doch einsehen, dass es grundsätzlich Gleichberechtigung bedeutet, wenn Männer genau so gut die freie Wahl zwischen Rock und Hose haben wie Frauen. Das müsste doch in alle Birnen passen!
LG, Micha