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Zeitgeschehen / Antw:Iss was Dir schmeckt
« Letzter Beitrag von doppelrock am Gestern um 20:18 »
Es gibt schon einige Leute, die ihren veganen Lifestyle sehr moralisierend vertreten.. Allesesser und Vegetarier und diverse Mischformen wirken da wesentlich entspannter.
Und leider bewegen sich einige dieser moralisierenden Leute auf dünnem Eis, wenn sie ihr als gesund oder "moralisch rein" vermarkteten Produkte mit fast religiösem Eifer vertreten.
Beim M-Wort würde ich unterscheiden zwischen der Moral als allgemein in einer Gesellschaft anerkanntem Wertesystem und dem -ismus als Extremform mit Umerziehung, Belehrung, Intoleranz und ohne Empathie. Was nützt mir Hafermilch, wenn sie wie die bekannteste Trendmarke mit Emulgator Polysorbat80 (krebserregend und die Blut-Hirn-Schranke überwindend) sowie ungesunden hochverarbeiteten Pflanzenölen produziert werden? Da würde ich meinem Körper mit einem Becher Rohmilch von einer artgerecht gehaltenen Kuh einen größeren Gefallen tun.

Letztendlich muss aber jeder selbst entscheiden, nach welchen Werten er seine Lebensmittel auswählt. Eine Werbung "iss, was dir schmeckt" (und um den Rest kümmern wir uns) ist eine typische Methode, die Verantwortung an fremde, anonyme Firmen abzugeben, in einem Gefühl von Sicherheit. Real ist es das Gegenteil, man liefert sich freiwillig aus, zum eigenen Schaden und finanziellen Gewinn anderer.
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Zeitgeschehen / Antw:Iss was Dir schmeckt
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 18:52 »
Ich opponiere gegen die Werte die dahinter stehen, nämlich dass man Geschmack höher bewertet als Ethik.

Übrigens bekam ich eine Antwort, die ich hier ohne Erlaubnis des Absenders nicht wörtlich zitieren will, aber zusammengefasst besagt die Antwort, dass die Motivation darin liege, dem zunehmend intoleranten Ton in Ernährungsdiskussionen einen Aufruf zur gegenseitigen Toleranz zwischen Fleischessern und Nichtfleischessern entgegen zu stellen. Er verlinkte auch auf ein Nationalgereicht für Deutschland, dass sie sich ausgedacht haben: https://initiative-fleisch.de/presse/pressemitteilungen/deutschland-hat-jetzt-ein-nationalgericht/
In dem Text dazu heißt es: "die Diskussion ist laut, der Ton oft moralisierend". Das ist das einzige Mal, sofern ich die Website gelesen habe, dass das Wort "moral[...]" auftaucht, wobei es etwas schlechtes zu sein scheint, wenn man seine Ernährung an einer Moral ausrichtet, statt nur nach dem Geschmack. 

Es geht mir also nicht nur um ein Geschäftsmodell, sondern um eine Wertefrage.

Ich werde da auch nochmal antworten, aber nicht sofort.

LG, Micha
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Zeitgeschehen / Antw:Iss was Dir schmeckt
« Letzter Beitrag von doppelrock am Gestern um 18:43 »
Das ist eine ganz normale Werbeseite, mit der jemand ein ganz normales Geschäft betreiben will und auch Aufmachung oder Methoden sind alles andere als ungewöhnlich.
Wie sowas viele Leute anspricht, können wir von der Tabakindustrie lernen, etwa seit Philpp Morris Kraft und andere Marken gekauft hat.
Im Vordergrund solcher Kampagnen stehen immer hochverarbeitete nährstoffarme Produkte mit einer abhängig machenden Menge an Zucker, Fett und Salz, oft auch Geschmacksverstärker.
Sehr markantes Beispiel sind die "lunchables" in den USA, die durch ihre Geschenk-ähnliche Aufmachung, Spielzeugfunktion durch selber mischen und schichten noch ein Gefühl besonderer Wertschätzung vermitteln.
Gesundheitsmäßig eine absolute Katastrophe.

Das zeichnet leider auch die angeblich gesunden Fleisch-Ersatzprodukte aus. Aus meiner Sicht kann man die gelegentlich konsumieren, wenn man das Gefühl haben möchte, aber auf echtes Fleisch verzichten will. Dauerhaft sind sie aber der Gesundheit nicht zuträglich. Statt der Ersatzprodukte auf Tofu- oder Saitanbasis (oder Chemie wie Analogkäse) wäre es gesünder, gemüse und Obst zuzubereiten und mit frischen Kräutern abzuschmecken. Ein Hamburger mit Bratling aus Erbsen, Linsen, Bohnen, Zwiebeln ist zig-mal gesünder als so ein Chemie-Klotz aus dem Bioladen.

Beim Fleisch ist auch nicht das Fleisch an sich das Problem, sondern ebenfalls die Verarbeitung und die Menge. Wenn man gelegentlich gutes Fleisch von artgerecht aufgewachsenen Tieren isst, ist das für den Esser gesund. Problematisch sind Nitritpökelsalz, Millimeterfleisch und andere hochverarbeitete Produkte.

Religiöse und persönliche Gründe gegen Fleischessen betrachte ich ganz bewusst nicht an dieser Stelle, auch wenn sie ihre Berechtigung haben.

Mit meiner Ernährung aus Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, wenig aber gutem Fleisch oder Fisch  und selbstgebackenem Vollkornbrot scheine ich richtig zu liegen. Laborwerte und Gewicht im grünen Bereich, keine Schmerzen, keine chronischen Leiden, 30 Jahre nicht einmal ein Schnupfen spricht dafür, dass ich für mich den richtigen Weg gefunden habe. Ist zwar anstrengender als einfach konsumieren, das Ergebnis belohnt eindeutig mit einer Figur, die für individuelle Kleidung perfekt passt.

Deswegen würde ich mich auch garnicht über solche Werbung aufregen, sondern sie einfach kurz ansehen, lächeln, weg damit. Über empörte Zuschriften lachen sie eh nur, weil sie genau wissen, dass die Mehrheit drauf reinfällt.

Besser finde ich einfache Regeln, die meine Oma schon kannte:
Kaufe nichts, was im Rundfunk beworben wird. Es ist teuer und meist schlecht.
Gute Sachen brauchen keine Reklame.
Gutes Essen braucht meist nicht mehr als 5 Zutaten. Und die Zutaten SIND das Gericht. Also Kartoffeln, Tomaten, Pilze,...keine Chemikalien mit X und Y im Namen.

Wenn man sich wieder an ursprünglichen natürlichen Geschmack gewöhnt hat, statt an Suchtmittel Zucker-Fett-Salz,  findet man die überwürzten Kunstprodukte nur noch als eklig künstlich.

Alles, was man wissen muss, ist in Büchern und online verfügbar. Auch hier gilt: Wissen ist Holschuld
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Zeitgeschehen / Antw:Iss was Dir schmeckt
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 15:44 »
Naja, Du opponierst gegen deren Geschäftsmodell. Und zum Geschäftsmodell gehört auch, das am Laufen zu halten. Da baut das Marketing gerne auf Emotionen, die erweckt werden. Und dazu gehören markige Slogans. Und dass wir hier darüber reden, ist ein Zeichen davon, dass die Werbung ankommt. Alles richtig gemacht. Aber glaube nicht, dass man Dir huldigt, wenn Du mit dem Slogan etwas verbindest und Dir dabei etwas wünschst, was gegen das Geschäftziel arbeitet.
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Zeitgeschehen / Antw:Iss was Dir schmeckt
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 13:52 »
Ich glaube, lieber Wolfgang, ich habe nicht richtig erklärt, worum es mir geht.

Es geht mir darum, die Menschen dazu zu animieren, den Geschmack als alleiniges Kriterium der Nahrungswahl nehmen und Fragen des Ethik (Tierschutz, Mitweltschutz, Menschenschutz (Stichwort Tönjes), der Gesundheit oder der Religion völlig außen vor zu lassen. Mein Bruder meinte mal, als ich kein Fleisch essen wolle, das sei in Ordnung, es sei ja eine reine Geschmacksfrage. Nee, nach dem Geschmack würde ich viel mehr Fleisch essen als ich es tue. Dann könnte ich auch jeden Tag Fisch essen, der würde mir nicht über. Aber es gibt eben andere Gründe, warum ich es nicht tue.

Und wenn jemand sagt, er esse aus ethischen Gründen kein oder wenig Fleisch und sieht, dass sich viele andere um solche Fragen gar nicht scheren und dann ein Fleischerzeugerverbund dazu animieren will, sich nicht um solche Fragen zu kümmern, dann sieht dieser Nicht- oder Wenigfleischesser, dass seine Bemühungen, Tiere, Ökosysteme usw. zu schonen, keinen Erfolg haben, denn dazu bräuchte es viel mehr Menschen, die kein oder wenig Fleisch essen.

Aber wer solche Argumente bringt, wird dort als Konfliktschürer gebranntmarkt.

LG, Micha
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Zeitgeschehen / Antw:Iss was Dir schmeckt
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 12:40 »
Natürlich versucht gute Werbung, Emotionen zu wecken...

Übrigens, ich hatte die Modebranche vergessen.

Deren Werbung will doch auch vermitteln:

"Zieh an, was ich verkaufe!"

Ich habe bewusst überall, wo es geht, die personalisierte Werbung zugelassen. Ich klicke am liebsten Modeanzeigen an. Vor allem, wenn ich einen interessant aussehenden Rock oder ein solches Kleid angezeigt bekomme, dann schaue ich mir das gerne mal ein bisschen näher an. Vielleicht gehe ich dann sogar auch mal gezielt in den betreffenden Laden und schaue es mir mal in natura, vielleicht sogar an mir dran an.

Mit personalisierter Werbung kriege ich eben überwiegend Werbung angezeigt, die Sachen mir zeigt, die mich interessieren. Und wenn mal kein Rock oder Kleid mir angezeigt wird, sondern ggf. Damenunterwäsche oder -bademode, was mich zum Kauf eigentlich nicht die Bohne interessiert, so schau ich mir eben die Menschen an, die darin stecken. Das finde ich ebenfalls einen reizenden Gewinn. Drum lasse ich personalisierte Werbung bewusst zu. Die merkt sich, was ich gerne sehe.  :)

Übrigens begegnete mir im Bereich Bekleidung auch folgende Plakat-Botschaft:

"Sei wer Du bist!" (grammatikalisch müsste da ja noch ein Komma rein, theoretisch)

Freilich geht es da auch um das Bekleidungsangebot des betreffenden Karnevals- und Partyausstatters.
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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Wir begrüßen alle neuen Mitglieder
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 12:29 »
Danke!  :)

LG, Micha
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Zeitgeschehen / Antw:Iss was Dir schmeckt
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 12:28 »
Das ist richtig, lieber Wolfgang,

Diese Website erscheint vordergründig aber nicht als Werbung, sondern als eine Art Friedensseite, die die Nichtfleischesser:nnen dazu bringen will, das Fleischessen nicht zu kritisieren, sondern tolerant zu sein. Denn über Geschmack solle man ja nicht streiten.

Und um das zu erreichen, stellt sie den Geschmack als alleiniges Kriterium der Nahrungswahl hin und verneint andere Motivationen. Konsequent zu Ede gedacht, dürfte man dann auch Menschenfleisch essen oder Fleisch von bedrohten Tierarten, solange es einem schmeckt.

Zugleich werden Fleischessende als besser dargestellt, z.B. wenn von einem "selbstbewussten Bekenntnis zur Generation Steak"  einer Tochter gegenüber der sich vegetarisch ernährenden Mutter gesprochen wird.

Die Seite tut also so, als sei der soziale Frieden ihr Hauptanliegen, aber in Wahrheit geht es um Werbung für Fleischkonsum und eine Minderbewertung von Motivationen, die nicht am Geschmack orientiert sind.

LG, Micha
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Zeitgeschehen / Antw:Iss was Dir schmeckt
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 11:53 »
Nun, eine höchst investigative Feststellung, die Du der Fleischindustrie mitteilst!

Schau Dir die Werbung an, die Reiseziele bewirbt:
Fahr da hin, wo wir Geld verdienen.
Fliege mit X, weil wir Geld verdienen.

Also ganz uneigennützige Werbung gibt es höchst selten.

Selbst 'Brot für die Welt' verdient mit ihren karitativen Spendenaufrufen Geld. Wäre das nicht der Fall, wäre 'Brot für die Welt' eine rein ehrenamtliche Organisation.
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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Wir begrüßen Rocktraeger1955
« Letzter Beitrag von Peter58Muc am Gestern um 11:44 »
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