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Umfragen / Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 14:45 »
Lieber Wolfgang,

die genaue Formulierung der Antwortmöglichkeiten ist das eine, aber noch kritikwürdiger ist m.E. die normative Tendenz der Fragestellung.
Du fragst nur, ob man damit Probleme hat, mit der Menschengruppe identifiziert zu werden, mit der Du selbst nicht identifiziert werden willst. Du möchtest quasi gerne beweisen, dass Du mit Deinem Wunsch nach Distanz zu LGBTQ+ und Queer nicht in der Minderheit bist.
Entsprechend wäre auch meine Fragestellung als Reaktion darauf tendenziös.
Und so schnell ist Deine Fragestellung nicht vergessen, als dass sie die Beantwortung einer zweiten Runde nicht beeinflussen würde.
Vor allem beeinflussen unsere Diskussionen die Antworten der Leser.

Die Konsequenzen aus vielen Antworten, die eine Distanz zu LGBTQ+ und Queer wünschen fielen bei uns beiden auch ganz unterschiedlich aus.
Ich würde denken: Oh, so schlimm ist das? Da müssen wir dran arbeiten, dass sich das ändert!
Du würdest denken: Oh, da sieht man mal, wie die Leute denken. Daher müssen wir unsere Rocktragewerbung nach den Wertungen dieser Menschen richten, um die Massen zu erreichen!

Meine Option wäre für Dich uninteressant, Deine Option wäre für mich ein Verrat an meinen Werten (so wie manche Politker:innen ihre Werte verraten, um mehr Wählerstimmen zu bekommen.)   

Ergo: Ich bin eher der Meinung, dass so eine Umfrage nach der Nähe oder Distanz zum Richtiger-Mann-Konzept nicht sehr sinnvoll ist.

Gut wäre es gewesen, wenn jemand ganz Neutrales beide Konzepte in einem gemeinsamen Fragebogen abgefragt hätte.
Hätte, hätte, Fahrradkette.

LG, Micha
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Umfragen / Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 14:30 »
Meine Empfehlung, Micha,
warte noch 1, 2 Wochen bis hier bei den meisten Usern diese Umfrage vergessen ist,
und starte Deine Umfrage mit Deinen Fragen an die Gemeinde!

Dann hast Du auch noch ein bisschen Vorbereitungszeit und kannst Deine Antwortmöglichkeiten ausgeklügelt und gut durchdacht formulieren.

Auch wenn Deine Umfrage potenziell grob in die gleiche Richtung gehen sollte wie meine, manchmal liegt die Erkenntnis in einem kleinen, feinen Unterschied.





Den kritischen Stimmen hier im Thread gebe ich ja zumindest soweit Recht, als dass meine Antwortmöglichkeiten ein paar Lücken im Spektrum offenlassen, insofern ist das Design der Umfrage fehlerhaft und lässt Fragen offen.

Mir fällt das immer mal auch wieder bei anderen Umfragen auf, aber immerhin treten wir mit Fragen an die Gemeinde heran und versuchen uns einen Eindruck zu verschaffen, was die Menschen, die sich hier versammeln, so bewegt oder dazu meinen. Wir sind halt keine Experten auf dem Fachgebiet, wozu wir fragen. Wir sind auch keine Demoskopen, die das Handwerk von Umfragen gut beherrschen.

Insofern dürfen Laien-Umfragen Fehler aufweisen. Und Fragen, die jemandem offen bleiben, darf derjenige mit einer eigenen Umfrage versuchen, beantwortet zu bekommen.

Schön ist bei Umfragen, dass da auch User teilnehmen, die kaum oder noch gar keine Beiträge ins Forum verfasst haben.





Ich selbst hätte bei dieser Umfrage beinahe den Rückzieher gemacht und den Start auf einige Zeit später vertagt, weil ich dachte, ich müsse die Antwortoptionen noch besser designen.

Aus einem Bündel von Gründen entschied ich mich, die Umfrage doch zu jenem Zeitpunkt zu starten, wenn auch die Antwortoptionen weniger ausgegoren sind. Ich hätte sogar in den ersten Minuten nach der Veröffentlichung (eine Vorschau hatte ich nicht entdeckt) noch Feinjustagen in den Texten vorgenommen, aber ich fand keine Möglichkeit, den Umfragenblock nochmal zu editieren.

Später entdeckte ich diese Möglichkeit, aber da waren schon Abstimmungen vorhanden (7 an der Zahl), da wollte ich keine Veränderungen mehr an den Antworten vornehmen, weil vielleicht dann die 7 Stimmen sich anders verteilt hätten. Und so habe ich selbst noch nicht mal eine grammatikalische Korrektur in Nachhinein vorgenommen.
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@ skirt-man

Moin, dann wären wir mit 3 Mann vertreten....... ABER im Heidekreis wohnen noch mehr Rocker......
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Moin,

08. April 2026 ist ein Mittwoch, könnte sein das ich mal nach Lüneburg fahre........

Wer wäre aus unserem Forum noch dabei?

Wenn ich es richtig mitgezählt habe, gibt es hier in der Süderelbe-Region eine handvoll "Rocker"

Wie am 17.01 schon geschrieben, werde ich nach Lüneburg fahren.
Habe früh den Tag und so passt die Zeit.
Mein Sohn nehme ich gleich mit, immerhin läuft der auch im Rock rum.
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Umfragen / Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 08:12 »
Ich finde es eben einseitig, dass hier nur nach der Meinung zu "LGBTQ+ und queer" gefragt wird, aber nicht nach der Meinung zum Konzept des "richtigen Mannes" im Sinne eines Mannes, der seine ihm zugewiesene männliche Rolle in Gesellschaft und Familie, als Beschützer, Versorger, Geldverdiener, Alphamännchen usw. Das ist zumindest ein Verständnis vom Mannsein, mit dem ich mich auch nicht identifiziere und das ich für kontraproduktiv für mein Rocktragen halte.

LG, Micha
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Zumindest mir geht es nicht um das Diskutieren, sondern darum, dass Männer, die bisher nicht ans Rocktragen dachten oder es eher negativ finden, auf positive, "zielgruppengerechte" Weise begeistert. Aus meiner Sicht geht das eben am besten mit einer starken angenehmen Ausstrahlung und nicht plakativ oder mit Druck oder Ideologie.
Bildung im Sinne eines "hohen" Schulabschlusses heißt aus meiner Lebenserfahrung, dass man lediglich sich dem system angepasst hat, auswendig lernen kann und keine Fragen stellt. Und schon garnicht auf Bauch oder Herz hört, weil durch die Beschulung verkopft. Ich sagte ja schon öfter, dass Menschen, die eben mit Herz und Hand arbeiten, näher an der Wirklichkeit sind als viele Akademiker. Als ich an der Garderobe auf Veranstaltungen mein Taschengeld verdient habe, konnte ich im ersten Moment den Menschen ansehen, welche Berufsgruppe sie hatten. Bei Lehrern und Beamten lag die Trefferquote nahe 100%.
Vielleicht würden wir uns wieder mehr zu Intuition und Instinkt bewegen, wenn wir statt Erziehung gute BEziehung bekämen.
Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.

Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.

@skirtedman: Danke, dass du das Thema "ungebildet" auch noch einmal aufnimmst. Da stimme ich dir zu.

Diese Gelehrten-Bashing ist aber auch ziemlich einseitig. Wenn wir keine Gelehrten hätten, wären wir nicht da wo wir heute sind. Als Gesellschaft braucht man Leute, die Zeit haben auf neue Ideen zu kommen, etwas neues zu entwickeln. Ich kenne das z.Z. von Bauhandwerkern, ja sie haben mehr Erfahrung und schimpfen auf die Architekten und Bauingenieure. Aber ohne die würde nur 0815 gebaut werden, weil das haben wir schon immer so gemacht und viel hilft viel.
Das gleiche gilt für aller Bereiche, wir brauchen Menschen, die einfach mal Ideen entwickeln können, das kostet Geld, aber es bringt uns als Gesellschaft weiter, auch wenn man es nicht immer sofort messen kann.

Ich kann für meinen Bereich sagen, dass die Ausbildung, die wir an den Hochschulen erfahren haben, deutlich besser ist, als was in vielen anderen Teilen der Welt ist. Wir lernen halt nicht nur den Stoff, sondern auch selbst zu denken, mal Sachen aus einem anderen Blickwinkel sehen und zu hinterfragen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Indischen Ingenieuren zusammen und den meisten fehlt das Denken ausserhalb des erlernten.

Die von dir bemängelte Arroganz hab ich genauso schon in anderer Richtung erlebt. Es ist auch völlig egal welches Gewerk.

Noch was, es brauch auch nicht immer ein formale Ausbildung um neue Erfindungen zumachen, aber es braucht Freiheit und Kreativität dafür (Geld, Zeit, ...).

Vielen Dank, lieber Experimental.

Zumal ich mit keinem Wort von Bildung im Sinne von Schulabschlüssen oder dergleichen geschrieben habe, sondern von Bildung in Sachen "Rock als Männerkleidung". Da war ich auch ungebildet, bis ich Bilder von Männern in Röcken in anderen historischen Zeiten oder geographisch anderen Kulturen gesehen und in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift was darüber gelesen habe. Weder meine Schul- noch meine Hochschulbildung haben mich das gelehrt. Geschichte in der Schule war immer nur Politikgeschichte. Kultur- und Alltagsgeschichte standen nicht auf dem Programm.

Und gegen das Hören auf Bauch und Herz habe ich auch kein Wort geschrieben.

Aber bestimmte politische Richtungen lieben das, was Du hier "Gelehrten-Bashing" nennst. Und keineswegs nur "rechte" Parteien, sondern auch "linke". Die Roten Khmer haben sogar Leute erschossen, nur weil sie eine Brille trugen. Und nein, ich behaupte nicht, dass Doppelrock ein Roter Khmer ist.

Aber ich denke, Doppelrock versteht sehr wohl, was ich schreibe. Er will es aber lieber anders darstellen, als ich es meine.

LG, Micha



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Na ja, wenn ich als Journalist so einen "fertigen Text" bekäme, würde ich ihn an die Anzeigen-Abteilung weiterleiten und dem Autor eine Rechnung schicken.  ;D
Oder ihn als Leserbrief behandeln.

Was ich meine, ist, dass ein Journalist kein PR-Agent ist. Also idealerweise zumindest nicht.

LG, Micha

Naja, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Zunächst ist es davon abhängig, welchen Stellenwert Dein Anliegen beim 'Eingangs-Redakteur' zugewiesen bekommt.
Dann ist es abhängig davon, welchen Stellenwert Dein Anliegen bei dem nächsten Redakteur bekommt, der Dein Anliegen auf den Schreibtisch hingelegt bekommt.
Dann muss die Redaktionssitzung entscheiden, ob der betreffende Redakteur für dieses Thema überhaupt grünes Licht erhält und wieviel Stellenwert diesem Thema von der Redaktion eingeräumt wird. (Ich überspringe manche Feinheiten.)
Dann ist die Frage, wieviel Raum das Medium für das Thema (und überhaupt die Themen der betreffenden Redaktion) einräumt. Und was sonst noch alles an wichtigen oder unwichtigen Themen anliegen.

In einer regionalen Zeitung dürften diese Prozesse relativ schlank sein. Am Ende entscheidet dort ggf. sogar der 'Eingangs-Redakteur' ganz alleine über Stellenwert, Art und Umfang, was er mit dem Posteingang von Dir bis hin zum möglichen Endprodukt macht. Und vor allem hier, nachdem die Redaktionen alle zusammengeschmolzen sind, besteht die größte Chance, dass Deine 'Eingabe' relativ 1:1 publiziert wird.





Andere Betrachtungsweise:

Es hängt davon ab, was der betreuende Redakteur daraus machen will. Will (kann) er das journalistisch aufbereiten?

Dann wird er sich zumindest mit dem Absender einmal in Verbindung setzen. Eventuell wird er ein Telefoninterview führen. Eventuell wird er sich mit Dir (oder jemandem, den wir schicken / sich bereit erklärt / unserem Pressebeauftragtem o.ä.) treffen, ggf. auch Bilder machen (falls er sich nicht mit unseren Pressebildern begnügt, falls wir welche mitgeschickt haben).
Er wird eventuell noch andere Männer suchen, die das betreffen könnte - jenseits von uns.
Er wird evt. versuchen, Fürsprecher für uns zu finden, Gegner von uns zu finden, diese zu Wort kommen lassen - vielleicht eine Einordnung eines Wissenschaftlers oder "Mode-Experten" suchen.
Er wird vielleicht eine Straßenumfrage unter dahergelaufenen machen.
Er wird vielleicht Beratungsstellen aufsuchen, ob es Fälle von Beratungsbedarf gibt.
usw. usf.

Dann kommt da vielleicht was völlig anderes heraus, als Du Dir vorgestellt hast.
Oder ein wunderbar aufbereitetes Thema, das Dir vielleicht sogar gefällt.
Das weiß man alles nicht.

Die Erwartung, dass es so umfangreich aufgearbeitet wird - also journalistisch -, muss ich allerdings deutlich dämpfen. Doch, man sollte es nicht unversucht lassen.





Die Realität ist aber eher so, dass es mehr in Verlautbarungs-Journalismus tendiert, vor allem in der Druck- / Online-Presse:
Man wendet sich in Text-Form an das Medium, das Endprodukt (sollte es eines geben) kommt in Text-Form heraus.
Die Verdienstmöglichkeiten in diesen Medien sind begrenzt. Da liegt es nahe, um Zeit zu sparen, dass man sich sehr nahe an der 'Eingabe' - Deinem Pressetext - orientiert, wenn er passend genug vorliegt.

Ja, genau, so komplex kann der Vorgang sein, lieber Wolfgang.

Die letztgenannte Möglichkeit ist dabei die unjournalistischste, weil die Unabhängigkeit der Journalistin:des Journalisten da nur noch Makulatur ist.  Ich will aber nicht bestreiten, dass das in der Realitiät vorkommt.

LG, Micha
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Zumindest mir geht es nicht um das Diskutieren, sondern darum, dass Männer, die bisher nicht ans Rocktragen dachten oder es eher negativ finden, auf positive, "zielgruppengerechte" Weise begeistert. Aus meiner Sicht geht das eben am besten mit einer starken angenehmen Ausstrahlung und nicht plakativ oder mit Druck oder Ideologie.
Bildung im Sinne eines "hohen" Schulabschlusses heißt aus meiner Lebenserfahrung, dass man lediglich sich dem system angepasst hat, auswendig lernen kann und keine Fragen stellt. Und schon garnicht auf Bauch oder Herz hört, weil durch die Beschulung verkopft. Ich sagte ja schon öfter, dass Menschen, die eben mit Herz und Hand arbeiten, näher an der Wirklichkeit sind als viele Akademiker. Als ich an der Garderobe auf Veranstaltungen mein Taschengeld verdient habe, konnte ich im ersten Moment den Menschen ansehen, welche Berufsgruppe sie hatten. Bei Lehrern und Beamten lag die Trefferquote nahe 100%.
Vielleicht würden wir uns wieder mehr zu Intuition und Instinkt bewegen, wenn wir statt Erziehung gute BEziehung bekämen.
Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.

Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.

@skirtedman: Danke, dass du das Thema "ungebildet" auch noch einmal aufnimmst. Da stimme ich dir zu.

Diese Gelehrten-Bashing ist aber auch ziemlich einseitig. Wenn wir keine Gelehrten hätten, wären wir nicht da wo wir heute sind. Als Gesellschaft braucht man Leute, die Zeit haben auf neue Ideen zu kommen, etwas neues zu entwickeln. Ich kenne das z.Z. von Bauhandwerkern, ja sie haben mehr Erfahrung und schimpfen auf die Architekten und Bauingenieure. Aber ohne die würde nur 0815 gebaut werden, weil das haben wir schon immer so gemacht und viel hilft viel.
Das gleiche gilt für aller Bereiche, wir brauchen Menschen, die einfach mal Ideen entwickeln können, das kostet Geld, aber es bringt uns als Gesellschaft weiter, auch wenn man es nicht immer sofort messen kann.

Ich kann für meinen Bereich sagen, dass die Ausbildung, die wir an den Hochschulen erfahren haben, deutlich besser ist, als was in vielen anderen Teilen der Welt ist. Wir lernen halt nicht nur den Stoff, sondern auch selbst zu denken, mal Sachen aus einem anderen Blickwinkel sehen und zu hinterfragen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Indischen Ingenieuren zusammen und den meisten fehlt das Denken ausserhalb des erlernten.

Die von dir bemängelte Arroganz hab ich genauso schon in anderer Richtung erlebt. Es ist auch völlig egal welches Gewerk.

Noch was, es brauch auch nicht immer ein formale Ausbildung um neue Erfindungen zumachen, aber es braucht Freiheit und Kreativität dafür (Geld, Zeit, ...).
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Die Chance, dass Dein Thema journalistisch aufbereitet wird, steigt, wenn die Trägerbasis des Mediums sich ändert.

Also: Dein Pressetext: Schrift- / Bild-Form
Endprodukt: Sprach- / Film-Form.

Oder anders ausgedrückt: wenn das Endprodukt in Bewegtbild erfolgt (Filmclip eines Zeitungsverlags, Fernseh-Beitrag, Influencer-Kanal in Social Media).

Hier ist zu beachten, dass die mediale Umsetzung bis zur Publikation zeitaufwändig sein kann. Das heisst, eine Pressemitteilung rund um den RMD, der fünf Tage später in den direkten Medien vergessen ist, wird so vermutlich nicht aufbereitet werden. Bis das Endprodukt fertig gestellt wird, ist der mediale Anlass wieder abgeklungen.

Kann man ändern durch:
- frühzeitig anleiern
- ein eigenes Event veranstalten (tagesnahe Event-Berichterstattung)
- Zeitpunkt Sauregurkenzeit wählen
- eine Fachredaktion direkt ansprechen (z.B. 'Gesellschaft und Soziales')

Oder man spricht die Fachredaktion direkt ohne äußeren Anlass wie den RMD an, dann ist man zeitunabhängiger.

Gleichzeitig steigt aber auch der Aufwand, den man selbst betreiben muss, damit z.B. die entsprechenden Bilder (Filmsequenzen) erstellt werden können.

Diesen Aufwand kann man u.U. reduzieren, wenn man sich zu Gesprächsrunden / Talk-Shows einladen lässt.
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Na ja, wenn ich als Journalist so einen "fertigen Text" bekäme, würde ich ihn an die Anzeigen-Abteilung weiterleiten und dem Autor eine Rechnung schicken.  ;D
Oder ihn als Leserbrief behandeln.

Was ich meine, ist, dass ein Journalist kein PR-Agent ist. Also idealerweise zumindest nicht.

LG, Micha

Naja, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Zunächst ist es davon abhängig, welchen Stellenwert Dein Anliegen beim 'Eingangs-Redakteur' zugewiesen bekommt.
Dann ist es abhängig davon, welchen Stellenwert Dein Anliegen bei dem nächsten Redakteur bekommt, der Dein Anliegen auf den Schreibtisch hingelegt bekommt.
Dann muss die Redaktionssitzung entscheiden, ob der betreffende Redakteur für dieses Thema überhaupt grünes Licht erhält und wieviel Stellenwert diesem Thema von der Redaktion eingeräumt wird. (Ich überspringe manche Feinheiten.)
Dann ist die Frage, wieviel Raum das Medium für das Thema (und überhaupt die Themen der betreffenden Redaktion) einräumt. Und was sonst noch alles an wichtigen oder unwichtigen Themen anliegen.

In einer regionalen Zeitung dürften diese Prozesse relativ schlank sein. Am Ende entscheidet dort ggf. sogar der 'Eingangs-Redakteur' ganz alleine über Stellenwert, Art und Umfang, was er mit dem Posteingang von Dir bis hin zum möglichen Endprodukt macht. Und vor allem hier, nachdem die Redaktionen alle zusammengeschmolzen sind, besteht die größte Chance, dass Deine 'Eingabe' relativ 1:1 publiziert wird.





Andere Betrachtungsweise:

Es hängt davon ab, was der betreuende Redakteur daraus machen will. Will (kann) er das journalistisch aufbereiten?

Dann wird er sich zumindest mit dem Absender einmal in Verbindung setzen. Eventuell wird er ein Telefoninterview führen. Eventuell wird er sich mit Dir (oder jemandem, den wir schicken / sich bereit erklärt / unserem Pressebeauftragtem o.ä.) treffen, ggf. auch Bilder machen (falls er sich nicht mit unseren Pressebildern begnügt, falls wir welche mitgeschickt haben).
Er wird eventuell noch andere Männer suchen, die das betreffen könnte - jenseits von uns.
Er wird evt. versuchen, Fürsprecher für uns zu finden, Gegner von uns zu finden, diese zu Wort kommen lassen - vielleicht eine Einordnung eines Wissenschaftlers oder "Mode-Experten" suchen.
Er wird vielleicht eine Straßenumfrage unter dahergelaufenen machen.
Er wird vielleicht Beratungsstellen aufsuchen, ob es Fälle von Beratungsbedarf gibt.
usw. usf.

Dann kommt da vielleicht was völlig anderes heraus, als Du Dir vorgestellt hast.
Oder ein wunderbar aufbereitetes Thema, das Dir vielleicht sogar gefällt.
Das weiß man alles nicht.

Die Erwartung, dass es so umfangreich aufgearbeitet wird - also journalistisch -, muss ich allerdings deutlich dämpfen. Doch, man sollte es nicht unversucht lassen.





Die Realität ist aber eher so, dass es mehr in Verlautbarungs-Journalismus tendiert, vor allem in der Druck- / Online-Presse:
Man wendet sich in Text-Form an das Medium, das Endprodukt (sollte es eines geben) kommt in Text-Form heraus.
Die Verdienstmöglichkeiten in diesen Medien sind begrenzt. Da liegt es nahe, um Zeit zu sparen, dass man sich sehr nahe an der 'Eingabe' - Deinem Pressetext - orientiert, wenn er passend genug vorliegt.
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