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« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 13:56 »
Nunja, meine Mutter war ja auch nicht begeistert. Sie hatte ja gar nicht mitgekriegt - und es also auch gar nicht gebilligt oder billigen können -, dass ich da im alten Kleidchen meiner Schwester saß.
Zu groß ist die Angst, mit dem Jungen 'könnte was nicht stimmen', sich´s im Leben sauschwer machen und den erhofften Enkel-/Urenkelwunsch nicht erfüllen.
Die näheren Analysen dazu, warum es gerade im engen familiären Umfeld so abgelehnt wird, haben wir hier im Forum ja schon mehrfach durchgeführt.
Zur 'Jeansrock-Phase'. Ja, Deine Beobachtung, sagen wir rund um das Folkfestival Rudolstadt, mag ja eine andere sein. Ich sprach über die meisten von uns hier im Forum und bezog mich letztlich auf die, die auch immer mal im Alltag das Rocktragen unter Leuten praktizieren. Gut, es gibt auch noch eine Lederrock-Fraktion, könnte man sagen, aber die meisten von uns lassen sich der Jeansrock-artigen-Fraktion zurechnen oder haben diese Phase mal durchlaufen. Gewandung aus nicht alltäglichen Anlässen mögen da noch einmal andere Befindlichkeiten wachrufen, zumal Jeans nicht als sehr typisch mittelalterlich gilt.
Danke, Wölfchen, für Deine Worte.
Ich bin froh, wenn sich nach einer Vorstellung derjenige überhaupt noch einmal zu Wort meldet. Und längere Texte können auch sehr viel mehr transportieren als angeblich aufs Wesentliche reduzierte drei Sätze.
Ich kann übrigens auch sehr nachfühlen, wie Du eingangs schriebst, dass es auch Überwindung gekostet hat, sich hier im Forum zu melden (eventuell auch anzumelden). Die Furcht, jemand, den es eigentlich nichts angeht, könne das mitkriegen und irgendwie dumm gegen Dich verwenden, ist sicherlich da. So sehr viel mehr wirst Du es vermutlich genießen, wenn Du am offenen Fenster im Rock stehst und Du diese Freiheit am Körper genießen kannst und keiner bekommt was davon mit.
Ging mir auch so. Damals, vor sauvielen Jahren.
Aber irgendwann juckte es mich, zu riskieren, dass irgendjemand eventuell doch zufällig, eher unwahrscheinlich, aber dann eben doch zufällig was davon mitbekommt. So könnte man auf einen kleinen Tritt sich stellen und etwas erhöht am Fenster stehen, so dass ein zufälliger Blick eines Menschen von draussen bei größerer Konzentration vielleicht erahnen könnte, dass unter Deinem Hemd doch etwas anderes als eine Hose sein könnte. Dieses Kribbeln kenne ich, ich habe damals in meinen Jugendjahren bisweilen den leichten Rock auf dem Balkon im Aufwind aufwirbeln lassen, so dass man ihn erahnen hätte können. Oder ich bin mal schnell durch den Vorgarten gelaufen mit dem Risiko, ein Radfahrer oder Autofahrer könnte zufällig einen Blick erhaschen und erkennen, dass da ein Junge im Rock ist (oder gar mich erkennen).
Bei mir war dieses Kribbeln genau eine der wesentlichen Vorstufen, die mich davon nicht abbringen ließen, irgendwann im Rock auch mal in die Öffentlichkeit zu gehen. Und ja, dann behutsam auch nach und nach sogar in meinen normalen Alltag zu integrieren. Ich wollte es, ich habe mir (und anderen) bewiesen, dass es grundsätzlich geht und ich bereue nichts davon - im Gegenteil, das verschaffte mir Lebensfreude, und das hält bis heute an.
Nicht auszudenken was wäre, wenn ich nicht aus diesem Hosendiktat ausgebrochen wäre.