Nach meiner Einschätzung wären die Menschen ein Leben lang glücklicher, wenn sie nicht mehr ideologisch verwirrt oder aufgehetzt würden, sondern lernen, glücklich zu sein, mit dem was und wie sie von Natur aus sind. Das würde allerdings bedeuten, dass diese starken und selbstbewussten Menschen nicht mehr steuer- und beeinflussbar sind für die Interessen anderer.
Da mag was dran sein. Auch das Hinterherrennen nach irgendeiner Art von "Glück" ist eine Verblendung, die suggeriert, man könne nicht glücklich sein, mit dem, was man bereits hat.
Ich bin oft zufrieden mit dem, was ich habe. Nicht immer, aber meistens doch. Ein alter Halbchef von mir hatte mal mir attestiert, ich sei "nicht ehrgeizig" genug. Hab erst nicht ganz begriffen, was er nun an mir vermisst. Aber mittlerweile lasse ich mich auf diese Einordnung ein. Ich muss nicht auf Teufel komm raus irgendwas oder irgendwem hinterher rennen, nur um durch irgendwas Anerkennung zu bekommen.
Und so habe ich mich auch schon in meiner Pubertät entschieden, dass ich nichts anderes bin als ein Junge, bald Mann. Und dass ich damit zufrieden sein werde. Zufrieden war ich nur nicht mit den auf meinen Leib diktierten Hosen. Drum habe ich versucht, daran etwas zu ändern. Zäh, sehr zäh. Aber irgendwann wurde ich zu einem Mann, der tagein tagaus keine Hosen trägt. Und damit bin ich zufrieden.
Natürlich hätte ich mir auch einreden lassen können, dass sowas ja nur geht, wenn man Frau ist. Und ergo, lässt man es bleiben oder versucht, eine Frau zu werden. Nö, hab ich gesagt. Ich bin glücklich mit dem, was ich bin. Nur nicht mit dem, was Ihr an mir haben wollt. Und das habe ich eben geändert.
Ich spreche hier nur für mich. Bei anderen mag das alles ganz anders sein. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Weiss ich nicht.