Redende Navis mag ich nur in Stress-Situationen, wenn ich es sehr eilig habe, oder mich die Verkehrssituation fordert, weil ich z.B. sehr müde bin. Ansonsten mache ich mir mein eigenes Bild vom Display und gleiche das mit der Wirklichkeit ab. Für längere Fahrten mit mir unbekannten Wegen brauche ich es ohnehin nur als Unterstützung, ansonsten präge ich mir wie schon vor Navi´s Zeiten die Strecke im Voraus schon mit den wesentlichen Punkten ein, manchmal auch die letzten wichtigsten Meter, das klappt noch immer ganz gut. Navis sind für mich also Erinnerungsstützen und bestenfalls Staumelder.
Eigentlich sucht der Thread ja eine Antwort auf die Frage, ob man am Kleidungsstil, z.B. am Rock, eventuell ablesen kann, dass der Träger begeistert Rockmusik hört. Oder anders ausgedrückt, gibt es eine Tendenz in der Wahl des Erscheinungsbilds (des Rocks z.B.) unter Rockträgern, die gerne Hardrock hören?
Diese Frage haben wir so noch nicht abschließend beantwortet.
Was mir jedenfalls auffällt, muss ich nun mal thematisieren. Denn gerade an Fastnacht ist es immer eine gute Gelegenheit, das in Erfahrung zu bringen. So saß ich letzte Woche an Aschermittwoch eingebettet zwischen links einer Frau, die gerne Hardrock hört, und rechts einer Frau, die einen breiteren ('normaleren') Musikgeschmack hat. Beim Schunkeln kam es, wie kommen musste. Die Hardrock-Frau wollte partout anders schunkeln als ich und meine rechte Nachbarin. Uns gegenüber die zwei schunkelten genauso wie wir, nur in der Richtung entgegengesetzt (naja, wenn wir nach links, die auch auch aus ihrer Perspektive nach links). Meine rechte Nachbarin wiederum hatte rechts einen uns unbekannten Mann, dessen Musikgeschmack ich nicht kenne, der aber ebenso partout anders schunkeln wollte als "wir zwei Normalen'. Es dauerte ein halbes Lied, bis wir den ganzen Tisch überzeugen konnten, 'normal' zu schunkeln, so wie der überwiegende Rest des Saales auch. Auch unser Gegenüber am Tisch hatte zunächst gegen den Eigenrhythmus eines ihrer Nachbarn anzukämpfen: auch er ist Hardrock-Fan.
Was will ich sagen? In der Tat, Menschen mit Vorliebe zu harter Rockmusik, haben ein anderes Taktempfinden. Und bei diesem Taktempfinden geht es nicht nur, sich auf den Start-Schlag (auf die 1, 2 oder 3, ...) zu einigen, sondern sie wollen nicht nur asynchron losschunkeln oder -tanzen, sondern auch in einer anderen Geschwindigkeit. Lasse ich mich bei solchen Schunkeleien oder Tänzchen auf die Vorgabe von Hardrockern ein, dann fühlt sich das für mich völlig falsch an. Interessant ist, wenn in einer größeren Kette (oder Kreis) mehrere einen für mich falschen Schunkelrhytmus wählen und es tatsächlich unter manchen 'Falschen' unabhängige Übereinstimmungen gibt.
Aufgefallen ist mir das schon früh, nämlich bei meiner ersten Tanzpartnerin. Das musste ich mehrere Monate aushalten. Für mich hatte sie keinerlei Taktgefühl. Gut, sie hatte ohnehin ein paar Ego-Defizite, schrieb Liebesbriefe an den Drummer der Gruppe Europe und war sich sicher, dass er sie in einem Jahr heiraten wird. Ja, sie liebte Hardrock. Bei Disco-Fox konnte man das noch recht gut ausgleichen, aber bei so Sachen wie Walzer versagte jeder noch so harte Versuch, sie zu führen. Und meiner Erfahrung nach: klappt es nicht beim Tanzen, dann klappen viele andere Dinge auch nicht. Es blieb bei meiner ersten Tanzpartnerin auch nur beim Tanzen.
Meine zweite Tanzpartnerin, der ich dann zwei, drei Kurse lang treu blieb, war ein Traum dagegen. Sie liebte nämlich ja auch 'normale' Musik.
