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Erfahrungsberichte / Antw:Kleid und Kirche
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 12:22 »
Als ich neulich den Kölner Dom besichtigte - ein paar Tage bevor es kostenpflichtig wurde - habe ich vorher auch überlegt, welchen Rock ich anziehe. Nicht zu auffällig sollte er sein und vor allem nicht zu kurz. Nun war das ein sehr heißer Tag. Und ich wählte einen Rock, der doch etwas auffälliger war ins seiner rosa-gelb-schwarzen Musterung und auch mit Rosen darauf und aus sehr dünnem, leichtem Stoff, aber eben etwas über knielang. Ich trug ihn auch mal auf einem Treffen in Mainz und wurde sehr für ihn gelobt. 

Im Dom dann sah ich Menschen, die viel luftiger gekleidet waren, mit noch kürzeren Röcken oder Hosen und/oder mit Spaghettiträgern. Niemand störte sich sichtlich daran, weder an den anderen luftig gekleideten Menschen noch an mir.

In Italien sah ich dagegen vor Kirchtüren Abbildungen von kurzen Beinkleidern oder ärmellosem Oberteilen mit einem roten X durch diese hindurch. In Italien wären viele von uns so nicht in eine Kirche gelassen worden.

LG, Micha
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Rund um den Rock / Antw:Rocker gesichtet
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 12:13 »
Nee, das wäre zu einfach.
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Spass und Allgemeines / Antw:In welcher Stadt bin ich hier im Rock?
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 12:12 »
Ja, darfst Du.

Von diesem Ort habe ich noch nie etwas gehört!

Mich erinnert das Bild irgendwie gerade an eine Begegnung gestern Abend.

Ich sah ein junges Mädel, vielleicht so 6 oder 7 Jahre alt, vor mir hin- und herspingen. Es trug ein weißes T-Shirt. Darüber ein wadenlanges, gerade fallendes Spaghettikleid in Farbe Lila. Mir kam dieses Kind hochgradig wie ein Junge vor, jedenfalls nicht so im Detail betrachtet, auch von den Bewegungen her. So sehr sind meine Sehgewohnheiten schon trainiert, die weibliche Identität kleidtragender Personen ohne weiteren Anlass hochgradig in Frage zu stellen.

Als das Mädchen dann wieder direkt vor meinen Augen umhersprang, fiel mir auf, dass seine Füße in Gummistiefeln steckten, in exakt derselben Farbe wie Deine hier gezeigten. Und ja, für einen Moment musste ich plötzlich an Dich denken...  :) :)
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Rund um den Rock / Antw:Rocker gesichtet
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 12:10 »
Danke für das Stichwort. Zu "Bielefeld" fällt mir noch etwas von gestern Abend ein, was ich aber erst irgendwann in den nächsten Tagen mal ins Forum bringen werde.

Aber bitte nicht, dass es Bielefeld nicht gibt!

LG, Micha
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Rund um den Rock / Antw:Rocker gesichtet
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 11:38 »
Danke für das Stichwort. Zu "Bielefeld" fällt mir noch etwas von gestern Abend ein, was ich aber erst irgendwann in den nächsten Tagen mal ins Forum bringen werde.
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Erfahrungsberichte / Antw:Kleid und Kirche
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 11:20 »
... Paulus hat sich zur Freiheit in seinen Briefen geäußert. Zwar ging es nicht um Kleidung, sondern um Essgewohnheiten oder das Einhalten von Feiertagen, aber die Quintessenz ist diese: Wir haben allerlei Freiheiten, was diese "nicht heilsrelevanten" Dinge angeht, aber aus Liebe zu Menschen, die "im Glauben schwach" sind, können wir uns ggf. zurück nehmen.

Die Quintessenz...? Ich halte es für ziemlich dreist, 'fromme' oder 'sehr fromme' Menschen, z.B. die, die zu allen Lebenslagen eine scheinbar passende Bibelstelle im Sinn haben, als 'schwach in ihrem Glauben' darzustellen. Das ist die Verdrehung von Realitäten, eine Inversion von Bezügen zueinander, wie sie heutzutage besonders gerne im politischen Umfeld getätigt werden. Also dieser Sichtweise muss ich mit einem sanften ungläubigen Schmunzeln begegnen...  ;D

Niemanden durch die Kleidung im GoDi zu provozieren ist nicht einfach und verlangt dann und wann einen Verzicht auf allzu große Freiheit. ...

Deshalb muss ich nicht auf Biegen und Brechen in jedem GoDi Kleider oder Röcke tragen. Kann auch mal eine Hose sein.

Mag für Dich gelten. Für mich nicht. Okay, diese Entscheidung muss ich persönlich für mich gar nicht so oft treffen, zumal es da nichts zu entscheiden gibt bei mir.

Ich beleidige niemanden mit meiner Kleidung. Ich wähle bedacht aus, was ich zu solchen Gelegenheiten anziehe, nicht alles von auf der Straße oder zwischen den Weinbergen würde ich zu solch einem Anlass tragen. Insofern würde ich damit niemanden beleidigen.

Wenn sich jemand provoziert fühlt, dann kommt das aus seinem Inneren heraus. Was soll ich mich dergestalt einschränken, dass ich mich nicht mehr wohlfühle? Nur dass sich jemand nicht provoziert fühlen könnte? Wenn mein zurückhaltendes Gebahren dessen, was mich ausmacht, auf ein solches Provokationspotenzial stoßen würde, so würde ich mich lieber von diesen Menschen fernhalten.

Die Kirche hat auch Frauen in Hosen ertragen und sich daran gewöhnt und ist daran bisher nicht untergegangen. Ich bin ganz bei Bernd, so wird sich die Kirche auch an Männer in Alternativkleidung zur Hose gewöhnen. Und Gewöhnen heisst, damit konfrontiert zu werden, oder weniger drastisch ausgedrückt, immer wieder vor Augen geführt zu bekommen. Daran wird doch die Kirche ebenso nicht untergehen!!
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Spass und Allgemeines / Antw:In welcher Stadt bin ich hier im Rock?
« Letzter Beitrag von Bahner am Heute um 10:44 »
Servus, dann kann ich ja eine neue Frage stellen: wo isser denn?

Grüße Rolf
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Erfahrungsberichte / Antw:Kleid und Kirche
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 10:34 »
Zitat: "Daneben passt die Ausgrenzung von Menschen und Menschengruppen überhaupt nicht zur sonstigen biblischen Botschaft,
           weder im ersten - jüdischen - noch im zweiten - christlichen - Testament der Bibel."


Moin,

das "lese" und versteh ich auch genau so


Ja, so muss man das eigentlich auch verstehen. Eigentlich führt da gar kein Weg dran vorbei.

Aber, uns ist allen klar, auch unter Christen gibt es fundamentalistische Strömungen. Jemand, der sich gerne in seinem Glaubensverständnis daran orientiert, wird im Volksmund gerne als 'fromm' oder 'sehr fromm' bezeichnet.

Ich habe etliche solcher Menschen kennengelernt. Beeindruckend oft ist deren tiefe Überzeugung und ihre Verwurzelung darin. Zweifeln ist oft Bestandteil im Alltag dieser Menschen, aber durch entsprechende Predigten, Schriften und andere Medien lassen sie sich wieder mit ihren Gedanken 'auf den rechten Weg' oder 'in den wahren Glauben' leiten. Das befähigt diese dann auch, ihrem Grübeln mit eigenen liniengetreuen Gedankenschlüssen zu begegnen.

So wird eine Krankheit oder ein früher Tod eines Menschen als eine Glaubensprüfung für den Betreffenden und seine Angehörigen gewertet - "Gott hat ihn zu sich geholt", oder ähnlich werden dann einschneidende Ereignisse kommentiert. Oder die Geburt eines schwerkranken Kindes oder eines behinderten Kindes wird als 'Prüfung' bezeichnet, die vor allem den Eltern und Angehörigen auferlegt wird, eine 'von Gott gewollte Glaubensprüfung'. Diese Sichtweise ist soweit nichts schlimmes und ermöglicht zumeist auch Mitgefühl mit dem betroffenen Kind selbst.

Es wird alles, was geschieht, in Bezug auf Gott gestellt (eigentlich verständlich, weil Religion ja eine Orientierung fürs Leben geben sollte). Mit ziemlich 'frommen' Sichtweisen entstehen freilich Konflikte mit der Realität des Alltags, was wiederum zum besagten Zweifeln und Grübeln führt. Aber alles, was im realen Alltag nicht zur Botschaft der harmonischen Nächstenliebe passt, wird als 'Prüfung' gesehen.

Genau genommen hat mit dieser Sichtweise, dass Gott alles lenkt, er ja auch alles so gewollt. Der frühe Tod, das kranke Kind, die Gotteslästerer, ja auch die anderen 'Abtrünnigen'. Wenn man es genau überlegt, dürfte es eigentlich gar keine anderen Religionen geben, wenn 'Gott, der Allmächtige' alles geschaffen hat und gewollt hat, dass er mit seinen Regeln z.B. der Nächstenliebe ein auskömmliches Miteinander in der Welt gewollt hätte. Geschweige denn andere Konfessionen. Das sind wohl alles extreme Prüfungen.
Micha würde wohl einen fundierten historischen Abriss geben können, wie schwer sich z.B. die kath. Kirche getan hat, andere Religionen mit ihrer Existenz anzuerkennen.

Und so fühlen sich fundamentalistisch orientierte gläubige Christen oftmals auch herausgefordert, diese Prüfungen zu bestehen. In Gedanken, manchmal auch mit Aktionen, so wie der genannte Herr im Gottesdienst. Er hat seinem Gott gezeigt, dass er für seinen wahren Glauben eintritt. Aus dieser Gedankenhaltung heraus kommt ja dann oft auch das Bestreben, 'Abtrünnige' wieder auf den rechten Weg zu bringen, z.B. Menschen, die sich als homosexuell zu erkennen geben, durch gezielte Maßnahmen wieder 'zu heilen', sich 'behandeln zu lassen'.

Vergessen wird dabei schnell, dass ja eigentlich Gott alles, was ist, so gewollt hat. Die wahre Botschaft der Nächstenliebe bleibt da auf der Strecke. Zu sagen, "Gott hat Dich so gewollt", ist wohl kein Lösungsansatz, mit unerwünschten Situationen umzugehen.

Abschließend: Der genannte Herr aus dem Gottesdienst hat mit Sicherheit auch schon Darstellungen biblischer Personen bewundert und (zumindest deren Aussagen) verehrt mit seinem tiefsten Verständnis von Glauben, auf denen Männer nicht in Hosen gekleidet waren. Eigentlich kommt Dein Auftreten, Bernd, diesen Darstellungen deutlich näher als vermutlich das Erscheinungsbild des fraglichen Herrn...  ???

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Erfahrungsberichte / Antw:Kleid und Kirche
« Letzter Beitrag von high4all am Heute um 10:15 »
Ja, Jens, so sehe ich das auch. Ich möchte durch mein Auftreten mit Kleid im Gottesdienst niemanden provozieren. Sondern eher dazu beitragen, dass das mit Zeit und Gewöhnung zu etwas wird, das gar keine Beachtung mehr findet und von allen als normal wahrgenommen wird.
Niemanden durch die Kleidung im GoDi zu provozieren ist nicht einfach und verlangt dann und wann einen Verzicht auf allzu große Freiheit. Paulus hat sich zur Freiheit in seinen Briefen geäußert. Zwar ging es nicht um Kleidung, sondern um Essgewohnheiten oder das Einhalten von Feiertagen, aber die Quintessenz ist diese: Wir haben allerlei Freiheiten, was diese "nicht heilsrelevanten" Dinge angeht, aber aus Liebe zu Menschen, die "im Glauben schwach" sind, können wir uns ggf. zurück nehmen.

Deshalb muss ich nicht auf Biegen und Brechen in jedem GoDi Kleider oder Röcke tragen. Kann auch mal eine Hose sein.
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Rund um den Rock / Antw:Rocker gesichtet
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 10:03 »
Ich sah gestern außer mir selbst noch zwei weitere männliche Rockträger an der Uni Bielefeld, einer in einem langen schwarzen Jeansrock und einer in einem etwas über knielangen kiltähnlichen Rock.

LG, Micha
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