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Männermode / Antw:unkonventionelle Büro Outfits
« Letzter Beitrag von Timper am Gestern um 18:39 »Ich sehe es wie cephalus.
Ich sehe das Thema Mode für mich auch als Hobby. Denn sinnvoll sind viele unserer Kleidungsstücke nicht zu erklären. Der luftige Sommerrock an einem warmen Tag mag noch mit Bequemlichkeit erklärbar sein, beim kurzen Etuikleid mit hohen Schuhen muss man die sinnvollen Argumente schon an den Haaren herbeiziehen. Und bei den
Aber das ist ja bei anderen Hobbys auch genau so: Wie erklärt man einem Nicht-Auto-Fan, wozu das eigene Fahrzeug so tief sein muss dass man vor jeder Bodenwelle eine Vollbremsung machen muss, mit Felgen die vor jedem Bordstein Angst haben, schwarzem Leder auf dem's einem im Sommer die Oberschenkel aufbrennt, einer Lackierung die keine Fliegen verträgt...
Oder das 10.000 Euro Rennrad für den mittelmäßig begabten Hobbyradler?
Damit lassen sich die schönen Kleider, die das Haus nicht verlassen, gleich viel leichter erklären. Mir gefällt auch dei Formulierung "ich spiele quasi mit meinen Kleidern" ganz gut. Am Wochenende war ich mit meinem Sohn auf einer Modellbaumesse. Dort gibts z.B. die Modell Baustelle - auf der spielen erwachsene Männer mit Modell-Baggern und Lastwagen, die mehrere Tausend Euro das Stück kosten.
Müssen wir unter diesem Gesichtspunkt wirklich eine "sinnvolle Erklärung" für das schöne Kleid suchen, das nie raus darf?
Das Motto "Tracht" von der Büro Veranstaltung ist natürlich nicht so kreativ und vor allem nicht so hilfreich, um dich mal in Rock oder Kleid im Kollegenkreis zu zeigen. Ich hab mir vor kurzem allerdings selber mal ein paar Gedanken dazu gemacht "was wäre, wenn ich mit meinen Kollegen auf den Urfahrmarkt ginge und ein Dirndl tragen wollte?". Vielleicht sollte ich sie mal teilen und dich doch noch ein bissi inspirieren?
Davon abgesehen würde ich das Thema nicht gleich mit der Entscheidung für die schwarze Frusthose beenden. Vielleicht möchtest du mal über diese aktuell so modernen schönen Trachtenröcke nachdenken??? Die würden einen ganz schönen kreativen Spielraum bieten.
Ich nenne es mal ganz provokativ sinnentleerte Wohlstandsverwahrlosung in finanziellen und materiellen Überfluss. Wer alles und noch mehr hat, wer sich keine Gedanken über Miete, Rentenrücklage, Lebenshaltungskosten ect. machen muss kann sich einen dekadenten Lebensstil leisten. Der wirft dann eben mal 100 Euro für das zwanzigste Kleid raus. Und sei es nur um es einmal zum Schaulaufen auf dem Oktoberfest zu tragen und sich hinterher mit Stolz geschwellter Brust selbst zu sagen das man mutig und cool wäre. Westlich dekadenter Lebensstil. Blutleer.
Klar kann man argumentieren - man lebt nur einmal.
Aber bekommt das Leben dadurch mehr Sinn und Inhalt? Ich habe meine starken Zweifel. Letztlich ist das alles nur eine kurze Bedürfnissbefriedigung. Bis der nächste Kick ruft. Wer 100 Millionen hat der hat sicher drei Porsche und noch mehr Daimler. Aber ist der wirklich zufrieden? Unwahrscheinlich.

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