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Spass und Allgemeines / Antw:In welcher Stadt bin ich hier im Rock?
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 00:41 »Vielleicht ist ja die Brunnenfigur aus Meißner Porzellan.
LG, Micha
LG, Micha
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Was nun die Bibelstellen angeht, die in der Regel hergezogen werden, um eine Ablehnung von Homosexualität zu begründen, so ist unter heutigen wissenschaftlichen Theolog*innen meines Wissens weitgehend unbestritten, dass diese Bibelstellen sich nicht gegen das richten, was wir heute als gleichgeschlechtliche Liebe zwischen mündigen Menschen bezeichnen würden. Die Vorstellungen von Homosexualität, die in der Bibel abgelehnt werden, haben mehr mit sexueller Ausbeutung zu tun als mit praktizierter Liebe unter gleichrangigen Partner*innen.
Die Bibel ist 2000 Jahre alt und ein Zeugnis ihrer Zeit. Da haben viele Menschen "herumgepfuscht" und hineininterpretiert, ergänzt, usw.
Manche Textstellen sind schlecht übersetzt, reine Auslegungssache oder von der Zeit und Gesellschaft mittlerweile überholt.
(genau das vermisse und kritisiere ich auch Islam: das Festhalten an archaischen Wertevorstellungen - aber das ist ein anderes Thema)
Leider gilt auch heute noch "Kleider machen Leute".
Im falschen Dress zur falschen Zeit... das kann beruflich/ gesellschaftlich nach hinten losgehen.
Es ist weitaus schwieriger, diese daraus entstehenden Vorurteile wieder abzubauen, als von anfang an als "passend" einsortiert zu werden und erst danach seine "Individual-Karte" zu ziehen.
Leider ist dem tatsächlich so, ich muss dem Micha da zustimmen. Ich bin selbst freikirchlich unterwegs, aber ich hätte mir niemals vorstellen können eine Gemeinde zu besuchen, die Menschen auf Grund von Äußerlichkeiten ausschließt. Bei meiner Gemeinde ist es jedenfalls so, dass man sich in diesem Punkt weitestgehend am gesellschaftlich akzeptierten Rahmen orientiert, vielleicht abgesehen von provokativ aufreizender Bekleidung bei Frauen. Ob ich dort als Mann im Rock oder Kleid akzeptiert würde kann ich tatsächlich nicht beurteilen, da ich in den Jahren seit ich dort bin keinen Mann erlebt habe, der das getan hätte. Aber auch nicht wüsste, ob es jemanden mit einer ähnlichen Sichtweise wie der meinigen gibt.
Persönlich würde ich mich aber auch wie Hajo an der Paulusstelle orientieren und versuchen soweit möglich vielleicht Anstoß zu sein, aber nicht anstößig.
Interessant fände ich wie die Menschen in der Gemeinde reagieren würden, wenn man sie mit der Tatsache konfrontiert, dass das Tragen von Hosen für Frauen gerade im christlichen Kontext lange Zeit verpönt und in vielen Gemeinden ein Ausschlusskriterium war, und wie geschrieben ja leider in einigen Denominationen auch heutzutage immer noch ist.
Ich bin kein Bibelcrack, aber man kann vermutlich für fast jede Argumentation für oder gegen alternative Bekleidung für Männer in der Bibel finden.
LG Stanley
Wenn ich sage, dass ich durch das Tragen eines Kleids in Kirchen nicht provozieren möchte, dann spielt da schon mit rein, dass ich mir bewusst überlege, welche Kleidung ich in welchem Umfeld tragen kann. Nach meiner Erfahrung ist allein die Tatsache, als Mann ein Kleid zu tragen, in der Regel nichts, was großes Aufsehen oder Ärgernis erregt (von Ausnahmen wie dem Aufhänger dieser Diskussion mal abgesehen). Aber auch innerhalb der Kleider-Stile gibt es sexuell Aufreizenderes oder farblich Unpassenderes, was dann eher negativ auffällt, und andere Kleider, die sich harmonisch ins Gesamtbild einer Gottesdienstgemeinde einfügen.
Ich war auch schon (als Tourist) in italienischen Kirchen unterwegs und habe diese Hinweisschilder ernst genommen. Als ich vor zwei Jahren im Kleid im Mailänder Dom (und auf dessen Dach) war, habe ich mir an diesem Tag extra ein längeres Kleid angezogen, so dass Knie und Schultern bedeckt waren. Das war dort überhaupt kein Problem. (Vermutlich hat sich bei den Verantwortlichen des Mailänder Doms zwischen den 1990er Jahren und den 2020er Jahren auch etwas getan im Umgang mit vielfältig gekleideten Tourist*innen.)
Wow! Da hat sich ja echt eine lebendige Diskussion hier entwickelt. Dass manche von euch eine religiöse Affinität haben, wusste ich, aber es sind auch ein paar mehr hier zu Wort gekommen, deren Interesse an solchen Fragen ich gar nicht erwartet hätte.[...]
Ganz herzlichen Dank für Deine Erklärung, lieber Bernd. Wir beide befinden uns wertemäßig auf derselben Seite.
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In der Theologie verweist immer wieder gerne auf normative Quellen wie die Bibel, den Koran, die Veden, buddhistische Sutren usw., interpretiert diese aber immer wieder neu und anders als bisher und woanders. Alle diese verschiedenen Interpretationen behaupten, den eigentlichen Sinn der jeweils zitierten Stelle in der jeweiligen Heiligen Schrift richtig zu verstehen. Das behaupten oft auch ganz entgegengesetzte Interpretationen. Wie kommen aber so gänzlich unterschiedliche Interpretationen zustande?
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Jedenfalls erlebt man dieses Vorgehen immer wieder, egal in welcher Religion. So verändern sich dann auch die Religionen, durchlaufen Paradigmenwechsel oder passen sich einfach veränderten Umständen an, und doch haben die Gläubigen den Eindruck, es mit derselben Religion zu tun zu haben, die seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden existiert und sich selbst beim Lauf durch die Geschichte immer treu geblieben ist.
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Ich denke, dass wir oft unsere ethischen Maßstäbe auf unsere jeweilige Heilige Schrift projizieren, auch wenn die Autoren (vielleicht auch Autorinnen) der Heiligen Schriften andere ethische Maßstäbe hatten. Aber natürlich sind unsere ethischen Maßstäbe auch durch unsere jeweiligen Heiligen Schriften, so diese wichtig für uns sind, beeinflusst oder auch geprägt. Historisch-kritische wissenschaftliche Forschung arbeitet unter anderem auch die ethischen Maßstäbe der Autoren heraus. Und dadurch bemerken wir Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten. Wenn das so ist, dass in den Bibelstellen zur Homosexualität Ausbeutungsverhältnisse gemeint waren, dann würde ich sagen, dass man als gläubiger Christ oder Jude eine gleichberechtigte und freie homosexuelle Beziehung nicht mit Rückgriff auf diese Bibelstellen verurteilen kann. Sollte es aber doch nicht so sein, bleibt nur die Wahl zwischen einer Übernahme der Verurteilung der Homosexualität oder eine Ablehnung dieser Bibelstellen. Letzteres ist für einen gläubigen Juden oder Christ ja schwierig, sofern die Bibel für ihn wichtige oder gar wichtigste normative Quelle ist. Deswegen lehnen auch einige religiöse Richtungen die historisch-kritische Erforschung ihrer Heiligen Schriften ab.
Für mich ist es, wenn ich wissen will, wie eine Religion tickt, nicht genug, die jeweiligen Heiligen Schriften zu lesen, sondern ich muss mich auch damit beschäftigen, wie diese von den Gläubigen interpretiert werden. Und dabei stoße ich dann auf eine recht große Vielfalt in jeder Religion.
LG, Micha
Ja, Micha, ich denke auch, wir stehen "wertemäßig auf derselben Seite".
Ich würde betonen, wir haben als Christ*innen wirklich Glück, dass unsere Heilige Schrift gar nicht behaupt, wörtlich direkt von Gott zu stammen. So konnte sich in der modernen Zeit die historisch-kritische Methode zumindest im theologisch-wissenschaftlichen Bereich durchsetzen. Wer wie die meisten Ausprägungen des Islam eine Heilige Schrift hat mit dem Anspruch, direktes wörtliches und unfehlbares Gotteswort zu sein, der hat es da mit der Integration neuer Erkenntnisse viel schwieriger.
Unsere jüdischen und christlichen Vorfahren, die den Kanon der biblischen Schriften festgelegt haben (also was zur Bibel gehört und was nicht), haben da eine ganz vielfältige Sammlung von Texten mit unterschiedlichster Entstehungsgeschichte zusammengestellt. Das ist für mich ein reicher Schatz von Erfahrungen, die Menschen mit ihrer Spiritualität gemacht haben, und von Erkenntnissen, die sie daraus über Gott abgeleitet haben. Die Bibel wurde von verschiedensten Menschen verfasst, inspiriert von Gott, sicherlich, aber nicht diktiert. Gott hat es offenbar zugelassen, dass Menschen immer wieder unterschiedliche spirituelle Wege gegangen sind. Und dass neuere gesellschaftliche Kontexte zu anderen Gotteserkenntnissen geführt haben. Das kann man alles schon innerhalb der biblischen Bücher gut ablesen. Aus dem historischen Kontext der Entstehungszeit gerissen, sind manche biblischen Texte heute problematisch. Und trotzdem erzählen sie uns etwas über den Glauben der Menschen, die sie damals verfasst haben. Die Aussagen der Bibel sind so vielfältig wie die Schöpfung, von der gläubige Menschen sagen, dass sie auf Gott zurückgeht.
Persönlich glaube ich, dass es Gott bei der Schöpfung wichtig war, Menschen als Gegenüber zu haben, die sich frei entscheiden können was sie glauben und was sie tun. Und dass Gott darauf vertraut, dass wir Menschen neue, bessere Erkenntnisse zulassen, als es früheren Generationen möglich war. Z.B. lehnen wir heute aus christlicher Sicht jegliche Form von Sklaverei ab. Das war lange Zeit nicht so. Und in der Bibel gibt es Erzählungen, in denen die positiv dargestellten Protagonist*innen Sklav*innen halten, ohne dass dies problematisiert würde. Ich bin fest davon überzeugt, dass es Gott gefällt, wenn wir heute die Würde jedes Menschen betonen und Sklaverei ablehnen.
Ich habe im "Zeitfenster-Gottesdienst" meiner Kirchengemeinde letzten Dezember darüber gepredigt, wie ich als Physiker auf Schöpfung schaue und in welcher Rolle ich dabei Gott sehe. Wen das interessiert, findet hier das YouTube-Video meiner Predigt und mein Manuskript zum Download: https://www.zeitfenster-aachen.de/2025/12/bernd-jantzen-gottes-wunderschoene-ueberraschende-schoepfung-2/
Heute Abend habe ich eine Gruppe im Park gesehen (vom Alter her Studenten), die halb Picknick machten, halb Spikeball spielten.
Mir fielen als erstes die großen Creolen bei einem der Teilnehmer auf, erst danach vernahm ich den langen Plisseerock.
Die Frise - halb gefärtb, halb Vokuhila... naja.
Aber fand ich cool, dass es auch (wieder) Jüngere gibt, die zum Rock greifen.
Was nun die Bibelstellen angeht, die in der Regel hergezogen werden, um eine Ablehnung von Homosexualität zu begründen, so ist unter heutigen wissenschaftlichen Theolog*innen meines Wissens weitgehend unbestritten, dass diese Bibelstellen sich nicht gegen das richten, was wir heute als gleichgeschlechtliche Liebe zwischen mündigen Menschen bezeichnen würden. Die Vorstellungen von Homosexualität, die in der Bibel abgelehnt werden, haben mehr mit sexueller Ausbeutung zu tun als mit praktizierter Liebe unter gleichrangigen Partner*innen.
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