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Artikel und Presseberichte / Antw:Öffentlichkeits-Arbeit für "Rock am Mann" - Diskussion
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 08:06 »Zumindest mir geht es nicht um das Diskutieren, sondern darum, dass Männer, die bisher nicht ans Rocktragen dachten oder es eher negativ finden, auf positive, "zielgruppengerechte" Weise begeistert. Aus meiner Sicht geht das eben am besten mit einer starken angenehmen Ausstrahlung und nicht plakativ oder mit Druck oder Ideologie.
Bildung im Sinne eines "hohen" Schulabschlusses heißt aus meiner Lebenserfahrung, dass man lediglich sich dem system angepasst hat, auswendig lernen kann und keine Fragen stellt. Und schon garnicht auf Bauch oder Herz hört, weil durch die Beschulung verkopft. Ich sagte ja schon öfter, dass Menschen, die eben mit Herz und Hand arbeiten, näher an der Wirklichkeit sind als viele Akademiker. Als ich an der Garderobe auf Veranstaltungen mein Taschengeld verdient habe, konnte ich im ersten Moment den Menschen ansehen, welche Berufsgruppe sie hatten. Bei Lehrern und Beamten lag die Trefferquote nahe 100%.
Vielleicht würden wir uns wieder mehr zu Intuition und Instinkt bewegen, wenn wir statt Erziehung gute BEziehung bekämen.
Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.
Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.
@skirtedman: Danke, dass du das Thema "ungebildet" auch noch einmal aufnimmst. Da stimme ich dir zu.
Diese Gelehrten-Bashing ist aber auch ziemlich einseitig. Wenn wir keine Gelehrten hätten, wären wir nicht da wo wir heute sind. Als Gesellschaft braucht man Leute, die Zeit haben auf neue Ideen zu kommen, etwas neues zu entwickeln. Ich kenne das z.Z. von Bauhandwerkern, ja sie haben mehr Erfahrung und schimpfen auf die Architekten und Bauingenieure. Aber ohne die würde nur 0815 gebaut werden, weil das haben wir schon immer so gemacht und viel hilft viel.
Das gleiche gilt für aller Bereiche, wir brauchen Menschen, die einfach mal Ideen entwickeln können, das kostet Geld, aber es bringt uns als Gesellschaft weiter, auch wenn man es nicht immer sofort messen kann.
Ich kann für meinen Bereich sagen, dass die Ausbildung, die wir an den Hochschulen erfahren haben, deutlich besser ist, als was in vielen anderen Teilen der Welt ist. Wir lernen halt nicht nur den Stoff, sondern auch selbst zu denken, mal Sachen aus einem anderen Blickwinkel sehen und zu hinterfragen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Indischen Ingenieuren zusammen und den meisten fehlt das Denken ausserhalb des erlernten.
Die von dir bemängelte Arroganz hab ich genauso schon in anderer Richtung erlebt. Es ist auch völlig egal welches Gewerk.
Noch was, es brauch auch nicht immer ein formale Ausbildung um neue Erfindungen zumachen, aber es braucht Freiheit und Kreativität dafür (Geld, Zeit, ...).
Vielen Dank, lieber Experimental.
Zumal ich mit keinem Wort von Bildung im Sinne von Schulabschlüssen oder dergleichen geschrieben habe, sondern von Bildung in Sachen "Rock als Männerkleidung". Da war ich auch ungebildet, bis ich Bilder von Männern in Röcken in anderen historischen Zeiten oder geographisch anderen Kulturen gesehen und in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift was darüber gelesen habe. Weder meine Schul- noch meine Hochschulbildung haben mich das gelehrt. Geschichte in der Schule war immer nur Politikgeschichte. Kultur- und Alltagsgeschichte standen nicht auf dem Programm.
Und gegen das Hören auf Bauch und Herz habe ich auch kein Wort geschrieben.
Aber bestimmte politische Richtungen lieben das, was Du hier "Gelehrten-Bashing" nennst. Und keineswegs nur "rechte" Parteien, sondern auch "linke". Die Roten Khmer haben sogar Leute erschossen, nur weil sie eine Brille trugen. Und nein, ich behaupte nicht, dass Doppelrock ein Roter Khmer ist.
Aber ich denke, Doppelrock versteht sehr wohl, was ich schreibe. Er will es aber lieber anders darstellen, als ich es meine.
LG, Micha

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