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Rund um den Rock / Antw:Rock Träger in Österreich
« Letzter Beitrag von bernhard84 am Gestern um 20:32 »
Hallo Bernhard!

In der Tat - ich bin aus Österreich, konkret aus Oberösterreich, wo ich in der Landeshauptstadt arbeite und hier auch öfters im Rock und Kleid anzutreffen bin.
Aus welcher Ecke kommst denn du?
Erzähl uns doch ein bisschen mehr von dir und sei uns herzlich Willkommen!

lg, Hirti

Komm aus Niederösterreich (Mostviertel) und bin bei warmen Wetter nur mehr im Rock unterwegs.
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Erfahrungsberichte / Antw:Ich vermisse ein Kleid
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 19:20 »
Kannst Du Dir nicht vor Ort ein Kleid kaufen?

In welchem Land bist Du denn?

LG, Micha
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Erfahrungsberichte / Ich vermisse ein Kleid
« Letzter Beitrag von cephalus am Gestern um 18:46 »
Ich bin gerade für ein Paar Wochen im Ausland, um die Sprache zu lernen.
Die Gepäckkapazität war knapp und fern der Heimat habe ich eh Rockhemmung - also habe ich nix diesbezüglich eingepackt. Wolfgang wird jetzt etwas in der Art “wie kann man nur” schreiben…
Bis gestern dachte ich mir, weder das Wetter schreit nach Rock, noch fühle ich mich schon so heimisch, bzw. kann ich die Menschen so gut einschätzen, dass ich, wie zuhause, tiefenentspannt einen Rock tragen könnte.

Für effektiveres Lernen wohne ich in einer Gastfamilie. Gestern erzählte mir meine Gastgeberin ganz begeistert und ohne, dass Männer und Röcke auch nur annähernd mal ein Thema gewesen wären, sie hätte im Zentrum einen Mann gesehen, der so toll aussah. Er trug wohl ein langes weißes Kleid (keines aus anderen Kulturkreisen, sondern eher wie für Damen), er hatte langes schwarzes Haar und war auch sonst mit Schmuck gut gestylt. 

Und es wäre schade, dass Männer immer nur langweilig im Schlabberlook herumliefen - mit einem deutlichen Seitenblick auf ihren Mann.

Ja, vielleicht packe ich nächstes Mal was Einröhriges ein.



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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Hi zusammen
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 18:27 »
Lieber SkirtMusician,

ich bin überhaupt nicht weggefahren, sondern habe einen sonnigen Maitag genutzt, meinen ersten großen Spaziergang im Jeansrock in meiner Stadt (damals Bonn) zu machen. Irgendjemand rieft mir "Schwuchtel" hinterher. Ich ging dann ins dickste Spaziergängergetümmel am Rhein und fragte eine Frau, die einen ganz ähnlichen Jeansrock trug, was sie darüber denke, dass ein Mann so einen trägt. Sie meinte, das sollten mehr Männer machen. Ich traf auch Bekannte und fragte sie. Sie fanden es gut oder hatten zumindest nichts dagegen. Später sah ich die Frau von vorher über die Straße hinweg, und sie winkte mir zu.

So machte ich es dann weiter, fragte meine Bekannten und Freunde, bis ihnen das Thema auf den Keks ging. Es war schnell als mein Ding respektiert. Nachahme fand ich keine, aber ab und zu andere, die von sich aus Rock trugen.

Und ich lernte den Ferdi kennen, der schön länger Rock trug und sowas wie mein väterlicher Freund wurde, also Freund auf jeden Fall, aber eben einiges älter. Leider lebt er nicht mehr.

Also: Nicht den Kontakt zu Menschen meiden, sondern ihn suchen, ist mein Rat.

LG, Micha
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Spass und Allgemeines / Antw:In welcher Stadt bin ich hier im Rock?
« Letzter Beitrag von Ludwig Wilhem am Gestern um 17:27 »
Super MarkM, Du hast es erraten, dass Museum hat immer wieder schöne Sonderausstellungen, auch Potsdam für sich ist eine Reise wert. - Bühne frei für neues Rätsel. LG Ludwig

Dieses Bild ist kein 'Rätsel - nur als Dankeschön - das dürfte vielen bekannt sein

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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Hi zusammen
« Letzter Beitrag von cephalus am Gestern um 15:31 »
Hi Skirtmusician,
der Anfang deines Beitrags könnte 1:1 von mir stammen, vor ein paar Jahren, allerdings habe ich dann zuerst die vertraute Umgebung,  zuhause, Nachbarschaft, Viertel gewählt, um Röcke zu tragen. Mit der Fremde tue ich mir nach wie vor schwer.
In der Vertrautheit weiß ich was mich erwartet.
Ja, ich ticke in diesem Punkt anders, als 99.9% der Leute im Forum.
Gut, ich habe eine 100% unterstützende Frau - das vereinfacht alles.
Wie man Partnerinen dafür gewinnt, das ist ein großes und ungelöstes Problem.

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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Hi zusammen
« Letzter Beitrag von SkirtMusician am Gestern um 13:52 »
Danke Micha und danke Wolfgang für eure aufbauenden Worte und das Mut machen. Ich habe nun glaube ich den Ort gefunden, an dem ich über dieses Thema reden kann mit Gleichgesinnten.
Tatsächlich weiß ich gar nicht, was mich daran stört, Röcke in der Öffentlichkeit zu trage. Ich nehme es mir immer wieder vor, tue es dann aber doch nicht, weil ich Angst habe, dass etwas passiert. Dabei versuche ich immer wieder dem Kontakt mit Menschen aus dem Weg zu gehen und schaue immer vorher, ob jemand da ist oder nicht.
Bisher sind mir daher nur wenig Erfolge wirklich gelungen. Ich war insgesamt drei Mal Tanken an einer Random Tankstelle, zwei mal spazieren und einmal bei MC Donalds. Manchmal gehe ich noch zur Mülltonne aus unserer Wohnung.
Wie weit seid ihr weggefahren, um dieses unangenehme Gefühl loszuwerden, ihr könntet jemanden kennen oder es könnte euch auf die Füße fallen?
Das Feedback war bei Freunden von mir meist gut. Männer sind eher so drauf, mach was du denkst und mach es, wenn du dich wohl fühlst. Ich sehe dass eher aber als einfache Akzeptanz, aufgrund von mangelndem Auseinandersetzten. Frauen versuchen mich meist aufzubauen und mir Mut zu machen. Beides tut gut.
Die negativste Erfahrung habe ich aber mit meiner Verlobten gemacht. Als ich ihr davon berichtete war sie beleidigt und bezeichnete das Ganze als "albern". Ich startete dann noch einen zweiten Versuch mit einem Partnerlook, das ging aber nach hinten los. Sie war den ganzen morgen beleidigt.
Daher haben wir das Commitment, dass ich Röcke nur in ihrer Abwesenheit trage.
Ich weiß irgendwie nicht weiter. Gerne würde ich gerne mehr machen, traue mich aber nicht.
Ich bin euch Vorreitern dankbar für das Teilen eurer Erfahrungen
LG SkirtMusician
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Erfahrungsberichte / Antw:Vor den Toiletten
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 11:52 »
Ich habe bemerkt, dass Kunden, insbesondere Frauen, denen es neu ist, sich ein extra Mal umgucken, wenn ihnen ein Mann plötzlich entgegenkommt. Aber wenn sie dann an den Türen die Schilder mit „Mann“ und „Frau“ sehen, entspannen sie sich.

Ja, die von den Vorredner bereits erwähnten Anekdoten kenne ich auch durchaus, wo die Männer beim Reinkommen in den Männerbereich sich noch einmal verwundert vergewissern, ob sie hier richtig sind. Zumeist stehe ich dann gerade am Waschbecken und die Wahrnehmung ist halt erst einmal von hinten: "Rock! Oh, ich bin falsch!" Erst nach dieser Zucksekunde sehen sie, dass es sich da ja richtigerweise um einen Mann handelt.

Gestern ging es mir gerade andersherum.

In einer Gartenwirtschaft lagen die Eingangstüren mit einem breiteren Zugang sich gegenüber. Und die Außentüren standen jeweils offen. Dort jeweils einzusehen waren die jeweiligen Waschbecken. Und an meinem Waschbecken stand ich da im hellgrünen kurzen Rock und war da noch beschäftigt. Im Spiegel sah ich hinter mir die offene Tür zu den Damen. Und dort gingen gerade drei ältere Damen im Pulk hinein. Und die letzte meinte irritiert mit einem Schritt zurück und mit Blick an die dortig offene Tür: "Oh, sind wir denn hier überhaupt richtig?"  ;D ;D
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Erfahrungsberichte / Antw:Vor den Toiletten
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 11:38 »
In Skandinavien gibt es, glaube ich, nur Unisex Toiletten. Auf jeden Fall im öffentlichen Raum.
Ist dann interessant zu beobachten, wenn die Mitteleuropäer damit nicht klar kommen und nicht wissen, wo sie rein gehen dürfen.

Nein, es ist nicht ganz richtig. Es gibt Unisex-Toiletten; sie sind aber noch die Ausnahme, jedenfalls in DK. Ikea hat sie vor einigen Jahren eingeführt, und in einem Einkaufszentrum, in dem ich regelmäßig einkaufe, auch. ...

Pissoire gibt es dann natürlich nicht. Wenn nach Geschlecht aufgeteilt, würde ich nie auf die Idee kommen, eine Frauentoilette zu benutzen.

Doch, ich schon. Vor allem, wenn das Männerklo unzureichend sauber oder ausgestattet ist (z.B. kein Klopapier). Oder wenn ausnahmsweise die Männerschlange zu lange ist und es bei mir pressiert. Oder wenn insgesamt nix, gar nix los ist. Damen-Kabinen sind in Deutschland breiter als Männer-Kabinen. Männer-Kabinen sind manchmal so unglaublich eng, dass man über Toilettenschüssel drüber waten muss, um die Tür zu und nachher wieder auf machen zu können. Im Rock ist das schnell recht umständlich.

Mir ist zudem unangenehm, wenn Männer bei ihrem Geschäft am Pissoir noch mehr in dieses Urinal hineinkriechen, wenn sie mich mit Rock in ihrem Augenwinkel sehen und vor sonstwas Angst haben. Männer sind ja stolz darauf, einfach im Stehen pinkeln zu können. Ich weiß noch wie mein Vater mir als kleinen Stöppke im Vorfeld des Stuttgarter Bahnhofs in einer öffentlichen Toilette das Stehpinkeln beigebracht hat. Ich fand es ab diesem ersten Mal schon unangenehm, vor allem dieses Rausholen und nachher wieder Reinpfriemeln und die bissigen Zähne vom Reissverschluss. Ich war immer froh, mich selbst zum kleinen Geschäft setzen zu können. Und noch mehr froh war ich, als die von Frauen getriebene Aufforderung nach dem Sitzpinkeln mich erreichte. Seitdem sage ich stolz etwas ironisch: "Ich setze mich sowieso zum Pinkeln, und dazu stehe ich!"
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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Hi zusammen
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 11:14 »
Willkommen, SkirtMusician!

Ich kann mich Micha ziemlich anschließen. Auch ich habe nach und nach ganz allmählich meine Scheu davor verloren, auch weiterreichend feminin geltende Kleidungsstücke für meine Eigengestaltung zu verwenden. Und doch werde ich scheinbar ausschließlich nur als Mann wahrgenommen - was mir auch recht ist, weil ich das ja auch zweifelsohne bin.

Mir macht es in den meisten Situationen mittlerweile auch nichts mehr aus, eventuell als schwul oder ggf. irgendwas mit LGBTQ wahrgenommen zu werden, auch wenn das vermutlich eher selten vorkommt.

Gestern aber gerade könnte das vielleicht der Fall gewesen sein, vielleicht auch nicht. Jedenfalls kam ich mit einem Kumpel in einer gutbesetzten Gartenwirtschaft an. Zwei Frauen an einem der ersten Tische sprachen uns an, weil sie uns Stunden zuvor schon irgendwo anders wahrgenommen hatten. Wir wurden eingeladen, uns zu ihnen dazu zu setzen. Ich dachte tatsächlich, dies seien Mutter und Tochter. Nachdem ich kräftig ins Fettnäpfchen getreten bin, erklärte die eine, die andere sei ihre Frau. Später kam noch ihre Mutter hinzu. Es war eine interessante Stunde oder zwei an diesem Tisch. Ein potenziell vermuteter Beziehungsstatus zu meinem Kumpel war nie Gegenstand des Gesprächs, eventuell war das aber der auslösende Kick gewesen, uns anzusprechen. Vielleicht hat sich diese Vermutung auch im weiteren Gespräch aufgelöst, da wir über Dinge sprachen, wo ich auch meine Ex-Freundinnen erwähnen musste.

Ich trug da übrigens einen Rock. Und eine kleine witzige Begebenheit gab es an dieser Örtlichkeit auch noch. Davon habe ich an passender Stelle noch was geschrieben.

Hosen trage ich derzeit auch maximal noch zur Gartenarbeit. Das aber seit einigen Jahren selbst beim Heckeschneiden oder Baumfällen auch schon nicht mehr.

Ich bin etwas älter als Du. Aber ähnlich wie Du fing ich auch in Deinem Alter so an, verstärkt in der Öffentlichkeit Röcke zu tragen. Angefangen schon als Teenager, bin ich dann rund um 20 zunächst weit weg von meiner Heimat in Röcken rumgelaufen. Als ich damit zunehmend sicherer wurde, fing ich Anfang/Mitte 20 an, auch langsam in meiner Stadt das vorsichtig einzuführen und dann auch im Studium an einer technisch-naturwissenschaftlichen Hochschule mit 96% Männeranteil. Und so in Deinem Alter war es auch, wo ich mich entschieden habe, keine Hosen mehr tragen zu müssen. Das ist nun schon über 30 Jahre her, damals war der allgemeine Widerstand noch sehr stark spürbar. Kaum ein Tag verging, wo nicht mehrfach irgendwelche dahergelaufenen Leute mit witzig oder weniger witzig gemeinten Kommentaren versucht haben, sich vor anderen Leuten über mich lautstark lustig zu machen.

Diese Zeiten sind zum Glück längst vorbei. Zwar gibt es noch fremde Leute, die mich mal (aber normal, nicht diffamierend und nicht lautstark für die anderen) vielleicht verwundert ansprechen, aber dies immer freundlich oder dann eben genau so, wie gestern in diesem Gartenlokal.

Ich kann Dich nur ermuntern, Dich nicht vom Röcketragen abhalten zu lassen. Ich habe dadurch unglaublich viel Lebensqualität hinzugewonnen.

Gruß,
Wolfgang

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