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Rund um den Rock / Antw:Vorsorge beim Arzt im Rock , Strumpfhose und Höschen
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 11:13 »Es mag welche, die LGB+-Menschen hassen, aber die darfst du nicht verwechseln mit denen, die dieser menschenfeindlichen Ideologie kritisch gegenüberstehen.
Ein Widerspruch in einem Satz. Sie nicht hassen aber als menschenfeindlich bezeichnen.
Was soll man dazu noch sagen?
Das ist doch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Da hilft es auch nicht, "mit einzelnen Trans-Menschen befreundet" zu sein. Was ist das für eine Freundschaft? Es gibt auch evangelikale Christen, die mit einzelnen Andersgläubigen "befreundet" sind und zu deren Wohl um ihre Bekehrung beten.
Gruß, Micha
Dem stimme ich zu, was Du schreibst, außer dem fett dargestellten im obigen Zitat.
Denn Vorsicht, Micha, man könnte Dir vorwerfen, Du hättest nicht richtig gelesen.
Denn in der Tat hat doppelrock nicht die betroffenen Menschen als "menschenfeindlich" tituliert, sondern die "Ideologie", wie auch immer er diese Ideologie von den durch LGBT+ beschriebenen, davon betroffenen Menschen abgrenzt.
Diese Abgrenzung fällt mir gedanklich auch recht schwer nachzuvollziehen, ohne damit auch gleichzeitig die betroffenen Menschen unzureichend wertzuschätzen. Ich denke, doppelrock hatte uns schon versucht, in seinen Worten auszudrücken, worin für ihn dieser abgrenzbare Unterschied liege, das könnte er aber noch einmal näher erläutern, damit es für uns nachvollziehbarer wird.
Selbst wenn ich aber doppelrocks Abgrenzung nachvollziehen könnte, bliebe mir vermutlich trotzdem noch die Frage offen, die sich auf einen vermutlich doch noch verbleibenden Widerspruch in doppelrocks Satz von oben bezieht. Was, werter doppelrock, ist denn menschenfeindlich, Menschen das Recht zuzusprechen, sich artikulieren und gestalterisch ausdrücken zu können als das, als was sie sich fühlen? Was daran ist menschenfeindlich, sich als das fühlen zu dürfen, als was man sich fühlt?
Ist es nicht eher menschenfeindlich, den Menschen ihre - vielleicht Dir nicht nachvollziehbaren - Gefühle abzusprechen?
Du hattest schon mal mit dem Blick auf Reproduktion (Kinder schöpfen, mit Verb von Schöpfung, und Kinder großziehen) Deine darin vermutete Menschenfeindlichkeit bezogen. Und ich hatte darauf schon mal gesagt und werde es jetzt wieder tun:
Eine Gesellschaft, in der sich die Mitglieder so wohl wie möglich fühlen, ist mitunter produktiver, also leistungsfähiger und resilienter, also widerstandsfähiger, als eine Gesellschaft, in der man die Menschen gängelt, irgendwelche Gefühle zu unterdrücken. So eine Gesellschaft ist nicht nur produktiver und resilienter, im Endergebnis ist sie in der Summe vielleicht sogar reproduktiver. Und wenn Du reproduktiv mit menschenfreundlich eng verknüpfst, dann ist eine Gesellschaft, in der die Menschen sich möglichst wohlfühlen, menschenfreundlicher.
Und zwar menschenfreundlicher nicht nur gegenüber "Abweichlern", sondern gesamtgesellschaftlich menschenfreundlicher - den Menschen zugewandt - auch über Generationszeiträume hinweg. Menschen bringen sich ja nicht nur reproduktiv in die Gesellschaft ein, sondern auch mit anderen Leistungen.
Abschließend muss ich der Vollständigkeit noch hinzufügen, dass "sich wohlfühlen" sich nicht auf eine Hängematten-Gesellschaft bezieht. Es soll sogar auch Menschen geben, die sehr gerne Leistung in ihrem Beruf erbringen und sich damit ebenso wohlfühlen. Es mag aber auch Menschen geben, die nicht so gerne ihrem Erwerbsleben nachgehen, die dann ihre Zeit und Produktivität zwar einbringen, die sich ihr Wohlfühlen dann aber eben aus Bereichen jenseits ihres Arbeitsumfeldes beziehen. Auch das soll vorkommen. Also, mein Wohlfühlen spricht also andere Ebenen an, nicht das Hängemattendasein. Dies nur zur Vollständigkeit, um derlei Interpretationen vorzubeugen.

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