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Lieber Bernd,
ich habe ihm nichts unterstellt, sondern ihn sogar gelobt für sein Outing und seinen Mut. Die Verbindung mit "Frausein", "Travestie", dem "Spielen mit dem Geschlecht" deute ich auch nicht als beleidigend. Ebensowenig halte ich es für beleidigend, wenn ich diesen femininen Kleidungsstil für mich persönlich ablehne, aber bei anderen toleriere. Bei meiner Interpretation habe ich anscheinend sein Genderkonzept anders verstanden, als er mir das versucht hat zu erklären. Das ist aber keine Boshaftigkeit oder Queerfeindlichkeit von mir, sondern reine Unwissenheit.
Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich euch ansprechen soll, weil mir eine falsche Begrifflichkeit wieder negativ umgedeutet werden könnte, deswegen nutze ich jetzt das pauschalisierende "Ihr", was ich eigentlich ungerne nutze, womit ich jetzt aber nur die "Vertreter" meine, die sich angegriffen fühlen.
"Ihr" solltet euch nicht gleich diskriminiert fühlen, wenn jemand nicht so sehr in LGBT-Themen bewandert ist und nicht jedes eurer Genderkonzepte auf Anhieb versteht. Mich überfordert das teilweise, weil jeder "Angehörige" es anders interpretiert. Da müsst "ihr" nicht gleich automatisch eine Diskriminierung hineininterpretieren und gleich überdrehen mit unverhältnismäßigen Framing. Es wäre konstruktiver, diese Unwissenheit sachlich aufzuklären zu wollen, anstatt Menschen dafür direkt zu verurteilen und zu attackieren.
Ich möchte auch noch zu den anderen niedrigschwelligen Vorwürfen von dir eingehen:
Wenn du meine Kritik am gesellschaftlichen Umgang vom Islamismus mit Islamfeindlichkeit und Rassismus gleichsetzt, halte ich das für deutlich überzogen. Mein Kritikpunkt war lediglich, dass Linksextremismus, Rechtsextremismus und Islamismus in Deutschland in der öffentlichen Debatte oft unterschiedlich bewertet werden. Das halte ich für falsch, da ich mich ehrenamtlich gegen alle Formen von Extremismus einsetze.
Ebenso kritisiere ich stark die repressive Toleranz der neuen woken Linken. Sie nutzen dabei erschreckenderweise oft selbst unfaire Methoden, die sie den politischen Gegnern gerne vorwerfen und ich halt vieles davon für hochproblematisch. Als Wertkonservativer stehe ich vielmehr für eine libertäre Toleranz in der Debattenkultur, den viele der heutigen Linken leider ablehnen.
Mir ist bewusst, dass Vertreter der repressiven Toleranz hier wieder eine Intoleranz hineininterpretieren wollen – auf diese absehbaren Reaktionen werde ich aber nicht mehr eingehen.