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Erfahrungsberichte / Antw:Kleid und Kirche
« Letzter Beitrag von cephalus am 30.10.2026 23:19 »
Ja, Taizé ist schon ein besonderer kirchlicher Ort!

Du hast in mir schöne alte Erinnerungen hervorgeholt - und das obwohl mein Aufenthalt dort schon etwa 40 Jahre zurück liegt.

Ich denke gerade darüber nach, ob...
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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Hi zusammen
« Letzter Beitrag von Bernd am 30.10.2026 22:36 »
[...] Mal so aus Sicht eines Mannes gesprochen: Denkt ihr auch, dass sich im allgemeinen "Männer" zu wenig mit diesem Thema auseinandersetzten, weil sie

1. zu faul sind sich damit auseinander zu setzten? Männermode funktioniert, deshalb ist sie so wie sie ist. Immer gleich. Männer sind ja generell einfacher, was solche gesellschaftlichen Themen an geht.

2. ihre "Männlichkeit" nicht aufs spiel setzten wollen, weil sie zu eitel sind? Sie gehen so solchen Themen und Konfrontationen einfach aus dem weg.[...]

Ich finde, beide Punkte haben etwas Wahres. Aber ich würde sie nochmal anders akzentuieren wollen:

Zu 1.: Dass langweilige immer gleiche Männermode Faulheit begünstigt und abwechslungsreichere Mode bei der Kleiderwahl herausfordernder sein kann, ist wohl wahr. Frauen sind es gewohnter, sich um Kleidung Gedanken machen zu müssen. Aber auch viele Männer sind da heute abwechslungsreicher geworden, zumindest was die Haartracht (lange Haare, Haarknoten) oder Schmuck angeht. Bei männlicher Kleidung beschränkt es sich ansonsten meist auf abwechslungsreichere Farben, auch solche, die vor einigen Jahren noch als zu feminin galten (wie Rosa).

Zu 2.: Ja, es geht viel um Wahrnehmung von Männlichkeit. Ein Rock oder Kleid wird von vielen Männern als etwas Nicht-Männliches gesehen (selbst wenn sie den Mann darin als männlich identifizieren), das deshalb ein Störgefühl in ihrer Wahrnehmung auslöst (wenn sie es bei anderen Männern sehen) und das sie davor zurückschrecken lässt, das für sich selbst auch nur in Erwägung zu ziehen (selbst wenn sie es bei anderen Männern vielleicht sogar cool finden).
Mit Eitelkeit hat das m.E. nichts zu tun; mit "solchen Themen und Konfrontationen aus dem Weg gehen" schon eher.

Das passt auch dazu, dass ich als Kleid-tragender Mann viel öfter von Frauen darauf angesprochen oder dafür gelobt werde, während Männer das meist unkommentiert lassen.
Wobei auch Frauen mit dem Nachfragen meist warten, bis es zwischen ihnen und mir ein Vertrauensverhältnis gibt. So kenne ich eine Frau, an die ich jetzt denke, schon seit anderthalb Jahren aus dem Chor, wo sie mich immer mit Kleid (oder Rock) erlebt hat. Aber erst, als sie mich kürzlich von einem Auftritt in ihrem Auto nach Hause mitgenommen hat, hat sie die Zweisamkeit im Auto genutzt, mich zu fragen, warum ich immer Kleider trage. Sie hat mich zwar als Mann wahrgenommen, war sich aber nicht sicher, ob ich mich vielleicht doch als trans Frau verstehen würde.

Das ist im übrigen wohl ein Punkt, den die Frauen uns bezüglich Kleidung voraus haben bzw. schon erfolgreich vorausgegangen sind: Während Frauen vor einigen Jahrzehnten, als sie anfingen, im öffentlichen Leben Hosen zu tragen, noch als "Mann-Weiber" belächelt oder beschimpft wurden, hat es sich glücklicherweise mittlerweile durchgesetzt, dass Frauen Röcke/Kleider oder Hosen tragen können, ohne deshalb als mehr oder weniger weiblich wahrgenommen zu werden (ähnlich wie auch bei langen oder kurzen Haaren).
Dass ein Mann auch im Kleid oder Rock einfach nur ein Mann sein kann und durch solche Kleidung nichts von seiner Männlichkeit einbüßt, hat sich in der gesellschaftlichen Wahrnehmung leider noch nicht durchgesetzt...
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Erfahrungsberichte / Antw:Kleid und Kirche
« Letzter Beitrag von MAS am 30.10.2026 22:00 »
Ich traf mich heute mit https://en.wikipedia.org/wiki/Buti_Joseph_Tlhagale, https://en.wikipedia.org/wiki/Nomzamo_Zondo, die über die Diakonie in Aachen in Deutschland sind, und anderen, zu einem Gespräch über interreligiöse Arbeit in Deutschland und Südafrika, Auch dabei nahm niemand Anstoß an meinem Rock. Es war der lange schwarze Jeansrock, den ich schon ein paar Mal gezeigt habe.

LG, Micha
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Erfahrungsberichte / Antw:Kleid und Kirche
« Letzter Beitrag von Bernd am 30.10.2026 21:47 »
Nachdem ich einen Monat lang gar nicht dazu gekommen bin, hier ins Forum zu schauen, habe ich hier unter "Kleid und Kirche" noch einen Nachtrag.

Anfang Oktober war ich eine Woche lange in Taizé im französischen Burgund. Das ist ein ökumenisches Kloster, das seit einigen Jahrzehnten viele junge Menschen aus aller Welt anzieht, um dort eine Weile mit den Brüdern der Gemeinschaft zu beten, die bekannten Taizé-Gesänge zu singen, sich mit anderen Menschen über den Glauben auszutauschen usw.
Ich war dort häufiger als junger Mensch zu Gast, hatte dann eine Weile keine Gelegenheit mehr dazu, und bin nun als mittelalter Erwachsener zum dritten Mal wieder dort gewesen.

Und während ich als junger Mann dort in Hosen unterwegs war, trage ich nun als Erwachsener auch dort selbstverständlich Kleid oder Rock. Die Brüdergemeinschaft und auch alle anderen Gäste sind dort sehr aufgeschlossen; ich hatte nie das Gefühl, wegen meiner Kleidung dort irgendwie komisch angeschaut zu werden.

Was diesen Ort Taizé aber auch auszeichnet, ist, dass die Leute dort sehr offen miteinander umgehen: Man kommt über Glauben und Welt miteinander ins Gespräch und erzählt Menschen, die man neu kennengelernt hat, Dinge, die man zuhause höchstens guten langjährigen Freund*innen erzählen würde.
Vermutlich aufgrund dieser Offenheit ist es tatsächlich mehrmals in dieser Woche (ich glaube, es war viermal) passiert, dass mich jemand (meistens Frauen, aber auch ein Mann) angesprochen und nach dem Hintergrund meines Kleid-Tragens gefragt hat. Aber nicht aufdringlich, sondern immer interessiert und aufgeschlossen. Ich empfand das als sehr schön und angenehm.
Ja, Taizé ist schon ein besonderer kirchlicher Ort!

Und nebenbei kam ich auch mit zwei nicht-binären Personen ins Gespräch, die sich mir gegenüber vermutlich aufgrund meines Outfits eher anvertraut hatten. Weil Unterkünfte und sanitäre Einrichtungen in Taizé recht einfach gehalten und fast immer nach Geschlechtern getrennt sind, ist es für nicht-binäre Personen (ebenso wie für trans Personen, denen man ihr früher zugewiesenes Geschlecht noch ansieht) nicht einfach, sich in Taizé zu integrieren; es hat da auch schon Schwierigkeiten mit mangelnder Akzeptanz durch andere Teilnehmende gegeben. Die Taizé-Gemeinschaft versucht, queeren Menschen einladend und wertschätzend zu begegnen, möchte aber auch andere Gläubige, die Probleme mit Queerness haben, nicht vor den Kopf stoßen und definiert sich daher bewusst nicht offensiv als "queer-friendly", wie der aktuelle Leiter der Brüdergemeinschaft, der Anglikaner Matthew (der mich schon von früher als Jugendlicher kennt) mir in einem Gespräch erklärte.
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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Hi zusammen
« Letzter Beitrag von SkirtMusician am 30.10.2026 21:25 »
Hi Bernd,

ja ich bin auch nicht mehr mitgenommen und musste gerade einiges nachlesen.

Mich freut die belebte Diskussionskultur hier, das ist wichtig.

Mal so aus Sicht eines Mannes gesprochen: Denkt ihr auch, dass sich im allgemeinen "Männer" zu wenig mit diesem Thema auseinandersetzten, weil sie

1. zu faul sind sich damit auseinander zu setzten? Männermode funktioniert, deshalb ist sie so wie sie ist. Immer gleich. Männer sind ja generell einfacher, was solche gesellschaftlichen Themen an geht.

2. ihre "Männlichkeit" nicht aufs spiel setzten wollen, weil sie zu eitel sind? Sie gehen so solchen Themen und Konfrontationen einfach aus dem weg.

Mal so zwei Ansätze, die ich vermute. Bin gerne auf euer Feedback gespannt. Ist natürlich bewusst etwas provokant formuliert

LG


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Erfahrungsberichte / Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Letzter Beitrag von high4all am 30.10.2026 21:20 »
Zitat
Ja, dass ein Rock per se edler wahrgenommen wird, ist in der Tat so. Liegt wahrscheinlich daran, dass Frauen ihn schon lange nicht mehr bevorzugt bzw. sowieso nicht mehr ausschließlich nutzen.

Aber es gibt vereinzelt auch schlampige Röcke. Da fällt mir was von gestern ein (auch wenn dieser Rock nicht zur Arbeit, sondern 'privat' getragen wurde) :


Und dieses Foto eben war noch die beste Variante.
Dieser Rock ist hinten glatt und hat vorne drei oder vier Kellerfalten. Im Stehen sieht er vorm Spiegel nett und adrett aus. In  bzw. nach Bewegung jedoch verformt er sich mit seinem eher steifen Stoff doch sehr, sodass er tatsächlich ziemlich schlampig aussieht. Beim Anblick fragt man sich: Was ist das?


Okay, schlampigen Look mögen manche schon wieder völlig cool finden - es ist halt Geschmackssache.

Bekanntlich lautet das Thema hier "Im Rock auf der Arbeit". Darf ich davon ausgehen, dass Du den gezeigten Rock bei/auf/während der Arbeit trägst?
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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Hi zusammen
« Letzter Beitrag von Bernd am 30.10.2026 20:49 »
Auch von mir noch ein verspätetes Willkommen, SkirtMusician!
Ich war ein paar Wochen nicht hier im Forum unterwegs.

Schön, dass es anlässlich deiner Vorstellung eine so lebendige und anregende Diskussion hier gegeben hat.
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Erfahrungsberichte / Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Letzter Beitrag von MAS am 30.10.2026 19:32 »
So jetzt konnte ich auch mal eure Fotos begutachten, lieber Micha ein kurzer Rock mit Socken und Sandalen geht für mich überhaupt nicht, auch wenn es noch so bequem für dich ist.

Nothing for ungut Peter

Du musst es ja auch nicht tragen, lieber Peter, wenn es für Dich gar nicht geht. Ich bin zum Glück frei von solchen in meinen Augen unsinnigen Einschränkungen. :)

LG, Micha

Nachtrag:
Morgens war es zu kühl für nackte Füße und später zu warm für feste Schuhe. Ergo trug ich morgens Sandalen mit und später ohne Socken. Zweckrationale Lösung.
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Erfahrungsberichte / Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Letzter Beitrag von Peter58Muc am 30.10.2026 18:47 »
So jetzt konnte ich auch mal eure Fotos begutachten, lieber Micha ein kurzer Rock mit Socken und Sandalen geht für mich überhaupt nicht, auch wenn es noch so bequem für dich ist.

Nothing for ungut Peter
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Erfahrungsberichte / Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Letzter Beitrag von MAS am 30.10.2026 17:37 »
"Loose Look" meinst Du mit den Kleidern, bzw. "Loose Fit". Manche nennen es Schlabberlook. Ja, das ist seit längerem modern, bzw. eine Stilrichtung, die nicht mehr ganz verschwinden wird.

Bei meinem Rock aber ist es anders. Er sitzt korrekt, aber er bleibt einfach nicht in Form, die er aber in Ruhe am Bügel oder in Ruhe am Leib nach dem Glattstreichen annimmt und nach dieser Form er wohl designt ist.

Ah tho!

LG, Micha
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