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Zumindest mir geht es nicht um das Diskutieren, sondern darum, dass Männer, die bisher nicht ans Rocktragen dachten oder es eher negativ finden, auf positive, "zielgruppengerechte" Weise begeistert. Aus meiner Sicht geht das eben am besten mit einer starken angenehmen Ausstrahlung und nicht plakativ oder mit Druck oder Ideologie.
Bildung im Sinne eines "hohen" Schulabschlusses heißt aus meiner Lebenserfahrung, dass man lediglich sich dem system angepasst hat, auswendig lernen kann und keine Fragen stellt. Und schon garnicht auf Bauch oder Herz hört, weil durch die Beschulung verkopft. Ich sagte ja schon öfter, dass Menschen, die eben mit Herz und Hand arbeiten, näher an der Wirklichkeit sind als viele Akademiker. Als ich an der Garderobe auf Veranstaltungen mein Taschengeld verdient habe, konnte ich im ersten Moment den Menschen ansehen, welche Berufsgruppe sie hatten. Bei Lehrern und Beamten lag die Trefferquote nahe 100%.
Vielleicht würden wir uns wieder mehr zu Intuition und Instinkt bewegen, wenn wir statt Erziehung gute BEziehung bekämen.
Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.

Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.

@skirtedman: Danke, dass du das Thema "ungebildet" auch noch einmal aufnimmst. Da stimme ich dir zu.

Diese Gelehrten-Bashing ist aber auch ziemlich einseitig. Wenn wir keine Gelehrten hätten, wären wir nicht da wo wir heute sind. Als Gesellschaft braucht man Leute, die Zeit haben auf neue Ideen zu kommen, etwas neues zu entwickeln. Ich kenne das z.Z. von Bauhandwerkern, ja sie haben mehr Erfahrung und schimpfen auf die Architekten und Bauingenieure. Aber ohne die würde nur 0815 gebaut werden, weil das haben wir schon immer so gemacht und viel hilft viel.
Das gleiche gilt für aller Bereiche, wir brauchen Menschen, die einfach mal Ideen entwickeln können, das kostet Geld, aber es bringt uns als Gesellschaft weiter, auch wenn man es nicht immer sofort messen kann.

Ich kann für meinen Bereich sagen, dass die Ausbildung, die wir an den Hochschulen erfahren haben, deutlich besser ist, als was in vielen anderen Teilen der Welt ist. Wir lernen halt nicht nur den Stoff, sondern auch selbst zu denken, mal Sachen aus einem anderen Blickwinkel sehen und zu hinterfragen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Indischen Ingenieuren zusammen und den meisten fehlt das Denken ausserhalb des erlernten.

Die von dir bemängelte Arroganz hab ich genauso schon in anderer Richtung erlebt. Es ist auch völlig egal welches Gewerk.

Noch was, es brauch auch nicht immer ein formale Ausbildung um neue Erfindungen zumachen, aber es braucht Freiheit und Kreativität dafür (Geld, Zeit, ...).

Vielen Dank, lieber Experimental.

Zumal ich mit keinem Wort von Bildung im Sinne von Schulabschlüssen oder dergleichen geschrieben habe, sondern von Bildung in Sachen "Rock als Männerkleidung". Da war ich auch ungebildet, bis ich Bilder von Männern in Röcken in anderen historischen Zeiten oder geographisch anderen Kulturen gesehen und in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift was darüber gelesen habe. Weder meine Schul- noch meine Hochschulbildung haben mich das gelehrt. Geschichte in der Schule war immer nur Politikgeschichte. Kultur- und Alltagsgeschichte standen nicht auf dem Programm.

Und gegen das Hören auf Bauch und Herz habe ich auch kein Wort geschrieben.

Aber bestimmte politische Richtungen lieben das, was Du hier "Gelehrten-Bashing" nennst. Und keineswegs nur "rechte" Parteien, sondern auch "linke". Die Roten Khmer haben sogar Leute erschossen, nur weil sie eine Brille trugen. Und nein, ich behaupte nicht, dass Doppelrock ein Roter Khmer ist.

Aber ich denke, Doppelrock versteht sehr wohl, was ich schreibe. Er will es aber lieber anders darstellen, als ich es meine.

LG, Micha



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Na ja, wenn ich als Journalist so einen "fertigen Text" bekäme, würde ich ihn an die Anzeigen-Abteilung weiterleiten und dem Autor eine Rechnung schicken.  ;D
Oder ihn als Leserbrief behandeln.

Was ich meine, ist, dass ein Journalist kein PR-Agent ist. Also idealerweise zumindest nicht.

LG, Micha

Naja, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Zunächst ist es davon abhängig, welchen Stellenwert Dein Anliegen beim 'Eingangs-Redakteur' zugewiesen bekommt.
Dann ist es abhängig davon, welchen Stellenwert Dein Anliegen bei dem nächsten Redakteur bekommt, der Dein Anliegen auf den Schreibtisch hingelegt bekommt.
Dann muss die Redaktionssitzung entscheiden, ob der betreffende Redakteur für dieses Thema überhaupt grünes Licht erhält und wieviel Stellenwert diesem Thema von der Redaktion eingeräumt wird. (Ich überspringe manche Feinheiten.)
Dann ist die Frage, wieviel Raum das Medium für das Thema (und überhaupt die Themen der betreffenden Redaktion) einräumt. Und was sonst noch alles an wichtigen oder unwichtigen Themen anliegen.

In einer regionalen Zeitung dürften diese Prozesse relativ schlank sein. Am Ende entscheidet dort ggf. sogar der 'Eingangs-Redakteur' ganz alleine über Stellenwert, Art und Umfang, was er mit dem Posteingang von Dir bis hin zum möglichen Endprodukt macht. Und vor allem hier, nachdem die Redaktionen alle zusammengeschmolzen sind, besteht die größte Chance, dass Deine 'Eingabe' relativ 1:1 publiziert wird.





Andere Betrachtungsweise:

Es hängt davon ab, was der betreuende Redakteur daraus machen will. Will (kann) er das journalistisch aufbereiten?

Dann wird er sich zumindest mit dem Absender einmal in Verbindung setzen. Eventuell wird er ein Telefoninterview führen. Eventuell wird er sich mit Dir (oder jemandem, den wir schicken / sich bereit erklärt / unserem Pressebeauftragtem o.ä.) treffen, ggf. auch Bilder machen (falls er sich nicht mit unseren Pressebildern begnügt, falls wir welche mitgeschickt haben).
Er wird eventuell noch andere Männer suchen, die das betreffen könnte - jenseits von uns.
Er wird evt. versuchen, Fürsprecher für uns zu finden, Gegner von uns zu finden, diese zu Wort kommen lassen - vielleicht eine Einordnung eines Wissenschaftlers oder "Mode-Experten" suchen.
Er wird vielleicht eine Straßenumfrage unter dahergelaufenen machen.
Er wird vielleicht Beratungsstellen aufsuchen, ob es Fälle von Beratungsbedarf gibt.
usw. usf.

Dann kommt da vielleicht was völlig anderes heraus, als Du Dir vorgestellt hast.
Oder ein wunderbar aufbereitetes Thema, das Dir vielleicht sogar gefällt.
Das weiß man alles nicht.

Die Erwartung, dass es so umfangreich aufgearbeitet wird - also journalistisch -, muss ich allerdings deutlich dämpfen. Doch, man sollte es nicht unversucht lassen.





Die Realität ist aber eher so, dass es mehr in Verlautbarungs-Journalismus tendiert, vor allem in der Druck- / Online-Presse:
Man wendet sich in Text-Form an das Medium, das Endprodukt (sollte es eines geben) kommt in Text-Form heraus.
Die Verdienstmöglichkeiten in diesen Medien sind begrenzt. Da liegt es nahe, um Zeit zu sparen, dass man sich sehr nahe an der 'Eingabe' - Deinem Pressetext - orientiert, wenn er passend genug vorliegt.

Ja, genau, so komplex kann der Vorgang sein, lieber Wolfgang.

Die letztgenannte Möglichkeit ist dabei die unjournalistischste, weil die Unabhängigkeit der Journalistin:des Journalisten da nur noch Makulatur ist.  Ich will aber nicht bestreiten, dass das in der Realitiät vorkommt.

LG, Micha
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Zumindest mir geht es nicht um das Diskutieren, sondern darum, dass Männer, die bisher nicht ans Rocktragen dachten oder es eher negativ finden, auf positive, "zielgruppengerechte" Weise begeistert. Aus meiner Sicht geht das eben am besten mit einer starken angenehmen Ausstrahlung und nicht plakativ oder mit Druck oder Ideologie.
Bildung im Sinne eines "hohen" Schulabschlusses heißt aus meiner Lebenserfahrung, dass man lediglich sich dem system angepasst hat, auswendig lernen kann und keine Fragen stellt. Und schon garnicht auf Bauch oder Herz hört, weil durch die Beschulung verkopft. Ich sagte ja schon öfter, dass Menschen, die eben mit Herz und Hand arbeiten, näher an der Wirklichkeit sind als viele Akademiker. Als ich an der Garderobe auf Veranstaltungen mein Taschengeld verdient habe, konnte ich im ersten Moment den Menschen ansehen, welche Berufsgruppe sie hatten. Bei Lehrern und Beamten lag die Trefferquote nahe 100%.
Vielleicht würden wir uns wieder mehr zu Intuition und Instinkt bewegen, wenn wir statt Erziehung gute BEziehung bekämen.
Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.

Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.

@skirtedman: Danke, dass du das Thema "ungebildet" auch noch einmal aufnimmst. Da stimme ich dir zu.

Diese Gelehrten-Bashing ist aber auch ziemlich einseitig. Wenn wir keine Gelehrten hätten, wären wir nicht da wo wir heute sind. Als Gesellschaft braucht man Leute, die Zeit haben auf neue Ideen zu kommen, etwas neues zu entwickeln. Ich kenne das z.Z. von Bauhandwerkern, ja sie haben mehr Erfahrung und schimpfen auf die Architekten und Bauingenieure. Aber ohne die würde nur 0815 gebaut werden, weil das haben wir schon immer so gemacht und viel hilft viel.
Das gleiche gilt für aller Bereiche, wir brauchen Menschen, die einfach mal Ideen entwickeln können, das kostet Geld, aber es bringt uns als Gesellschaft weiter, auch wenn man es nicht immer sofort messen kann.

Ich kann für meinen Bereich sagen, dass die Ausbildung, die wir an den Hochschulen erfahren haben, deutlich besser ist, als was in vielen anderen Teilen der Welt ist. Wir lernen halt nicht nur den Stoff, sondern auch selbst zu denken, mal Sachen aus einem anderen Blickwinkel sehen und zu hinterfragen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Indischen Ingenieuren zusammen und den meisten fehlt das Denken ausserhalb des erlernten.

Die von dir bemängelte Arroganz hab ich genauso schon in anderer Richtung erlebt. Es ist auch völlig egal welches Gewerk.

Noch was, es brauch auch nicht immer ein formale Ausbildung um neue Erfindungen zumachen, aber es braucht Freiheit und Kreativität dafür (Geld, Zeit, ...).
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Die Chance, dass Dein Thema journalistisch aufbereitet wird, steigt, wenn die Trägerbasis des Mediums sich ändert.

Also: Dein Pressetext: Schrift- / Bild-Form
Endprodukt: Sprach- / Film-Form.

Oder anders ausgedrückt: wenn das Endprodukt in Bewegtbild erfolgt (Filmclip eines Zeitungsverlags, Fernseh-Beitrag, Influencer-Kanal in Social Media).

Hier ist zu beachten, dass die mediale Umsetzung bis zur Publikation zeitaufwändig sein kann. Das heisst, eine Pressemitteilung rund um den RMD, der fünf Tage später in den direkten Medien vergessen ist, wird so vermutlich nicht aufbereitet werden. Bis das Endprodukt fertig gestellt wird, ist der mediale Anlass wieder abgeklungen.

Kann man ändern durch:
- frühzeitig anleiern
- ein eigenes Event veranstalten (tagesnahe Event-Berichterstattung)
- Zeitpunkt Sauregurkenzeit wählen
- eine Fachredaktion direkt ansprechen (z.B. 'Gesellschaft und Soziales')

Oder man spricht die Fachredaktion direkt ohne äußeren Anlass wie den RMD an, dann ist man zeitunabhängiger.

Gleichzeitig steigt aber auch der Aufwand, den man selbst betreiben muss, damit z.B. die entsprechenden Bilder (Filmsequenzen) erstellt werden können.

Diesen Aufwand kann man u.U. reduzieren, wenn man sich zu Gesprächsrunden / Talk-Shows einladen lässt.
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Na ja, wenn ich als Journalist so einen "fertigen Text" bekäme, würde ich ihn an die Anzeigen-Abteilung weiterleiten und dem Autor eine Rechnung schicken.  ;D
Oder ihn als Leserbrief behandeln.

Was ich meine, ist, dass ein Journalist kein PR-Agent ist. Also idealerweise zumindest nicht.

LG, Micha

Naja, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Zunächst ist es davon abhängig, welchen Stellenwert Dein Anliegen beim 'Eingangs-Redakteur' zugewiesen bekommt.
Dann ist es abhängig davon, welchen Stellenwert Dein Anliegen bei dem nächsten Redakteur bekommt, der Dein Anliegen auf den Schreibtisch hingelegt bekommt.
Dann muss die Redaktionssitzung entscheiden, ob der betreffende Redakteur für dieses Thema überhaupt grünes Licht erhält und wieviel Stellenwert diesem Thema von der Redaktion eingeräumt wird. (Ich überspringe manche Feinheiten.)
Dann ist die Frage, wieviel Raum das Medium für das Thema (und überhaupt die Themen der betreffenden Redaktion) einräumt. Und was sonst noch alles an wichtigen oder unwichtigen Themen anliegen.

In einer regionalen Zeitung dürften diese Prozesse relativ schlank sein. Am Ende entscheidet dort ggf. sogar der 'Eingangs-Redakteur' ganz alleine über Stellenwert, Art und Umfang, was er mit dem Posteingang von Dir bis hin zum möglichen Endprodukt macht. Und vor allem hier, nachdem die Redaktionen alle zusammengeschmolzen sind, besteht die größte Chance, dass Deine 'Eingabe' relativ 1:1 publiziert wird.





Andere Betrachtungsweise:

Es hängt davon ab, was der betreuende Redakteur daraus machen will. Will (kann) er das journalistisch aufbereiten?

Dann wird er sich zumindest mit dem Absender einmal in Verbindung setzen. Eventuell wird er ein Telefoninterview führen. Eventuell wird er sich mit Dir (oder jemandem, den wir schicken / sich bereit erklärt / unserem Pressebeauftragtem o.ä.) treffen, ggf. auch Bilder machen (falls er sich nicht mit unseren Pressebildern begnügt, falls wir welche mitgeschickt haben).
Er wird eventuell noch andere Männer suchen, die das betreffen könnte - jenseits von uns.
Er wird evt. versuchen, Fürsprecher für uns zu finden, Gegner von uns zu finden, diese zu Wort kommen lassen - vielleicht eine Einordnung eines Wissenschaftlers oder "Mode-Experten" suchen.
Er wird vielleicht eine Straßenumfrage unter dahergelaufenen machen.
Er wird vielleicht Beratungsstellen aufsuchen, ob es Fälle von Beratungsbedarf gibt.
usw. usf.

Dann kommt da vielleicht was völlig anderes heraus, als Du Dir vorgestellt hast.
Oder ein wunderbar aufbereitetes Thema, das Dir vielleicht sogar gefällt.
Das weiß man alles nicht.

Die Erwartung, dass es so umfangreich aufgearbeitet wird - also journalistisch -, muss ich allerdings deutlich dämpfen. Doch, man sollte es nicht unversucht lassen.





Die Realität ist aber eher so, dass es mehr in Verlautbarungs-Journalismus tendiert, vor allem in der Druck- / Online-Presse:
Man wendet sich in Text-Form an das Medium, das Endprodukt (sollte es eines geben) kommt in Text-Form heraus.
Die Verdienstmöglichkeiten in diesen Medien sind begrenzt. Da liegt es nahe, um Zeit zu sparen, dass man sich sehr nahe an der 'Eingabe' - Deinem Pressetext - orientiert, wenn er passend genug vorliegt.
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Ja, Bernd, besonders Deiner abschließenden Klammer am Beitragsende muss ich voll stimmen!
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Kaum hat man mal ein paar Tage weniger Zeit zum Lesen und Antworten, ist die Diskussion schon seitenweise weiter...

Kurze Rückmeldung meinerseits: Den Satz
Zitat
Röcke sind für alle da, genau wie Hosen
finde ich sehr gut, das können wir gerne als Slogan verwenden.

Da ich persönlich mehr Kleider als Röcke trage, würde ich selber wohl eher formulieren "Kleider und Röcke sind für alle da, genau wie Hosen", aber diese Unterscheidung ist nicht so wichtig. Wenn ich gefragt werde, warum ich ein Kleid trage, dann antworte ich oft mit "Kleidung hat kein Geschlecht", was in eine ähnlich Richtung geht.

Besonders gefällt mir an obigem Slogan "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen", dass hier "alle" steht. Das drückt für mich die Vielfalt aus, die mir wichtig ist, und schließt eben alle ein, nicht nur Männer und Frauen, sondern auch alle (Männer), egal warum sie Röcke tragen, also ob sie etablieren wollen, dass das für Männer ganz normal ist, oder ob sie damit weiblicher wirken wollen.

Ich finde diese ganz verschiedenen Beweggründe, warum Männer Röcke und Kleider tragen, alle legitim, auch wenn manche davon nicht zu meinen Beweggründen gehören. Lasst uns das in Vielfalt leben und propagieren, dass Röcke eben für alle da sind, und uns nicht gegenseitig Vorwürfe machen, dass unsere Motivationen dafür nicht in Übereinstimmung zu kriegen sind. Jeder und jede soll die Kleidung tragen dürfen, die ihm oder ihr gefällt, und sich nicht dafür rechtfertigen müssen. Für dieses Ziel lohnt es sich doch, Öffentlichkeitsarbeit zu machen. (Und dieses Ziel schließt auch ein, dass es selbst in einer Zukunft, in der ein Mann im Kleid oder Rock nichts Besonderes mehr ist, viele Männer geben wird und auch geben darf, die weiterhin lieber Hosen tragen möchten.)
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Belehrung ist in meiner Definition keine Weitergabe von Information, sondern sich über jemand stellen und ihn klein machen oder klein erscheinen lassen. Also eine Art von Gewalt, selbst wenn nicht körperlich ausgeübt. Und wie soll der untergeordnete und runtergeputzte Mensch dann Spaß an neuer Kleidung entwickeln? Er wird eher Rock mit Oberlehrer, Arroganz und Antipathie verbinden, vielleicht sogar unbewusst und es wird immer schwieriger, ihn auch mit anderen Formen von neuen Denkimpulsen zu erreichen.

Also nur freiwillig und mit angenehmem Eindruck könnten wir auch die Männer erreichen, für die der Rock noch kein Thema ist.

Na, das Thema Belehrung, wie man es weithin versteht, haben wir ja eigentlich schon fallen lassen.
Es besteht also somit kaum noch die Gefahr, dass der Adressat unserer PR-Botschaft "untergeordnet und runtergeputzt" wird.
Mit dieser Übertreibung brauchen wir uns gar nicht weiter auseinander setzen, weil die Gefahr dafür schon längst vom Tisch ist.

Aber, doppelrock, Du sprichst ein gutes Thema an. Mit Deinem letzten Satz drückst Du aus, dass Dir lieb wäre, Männer mit dem Thema zu erreichen, für die der Rock bisher noch kein Thema war.

Natürlich liegt es auf der Hand, das zu wollen, vor allem auf der Grundlage, wenn man das nach betriebswirtschaftlichen Kriterien angeht: "die Erschließung neuer Kunden" sozusagen.

Ich stelle jedoch hier die Frage, ob das wirklich das Kernziel unserer PR-Maßnahme sein soll?

Ich wage es, andere Kernziele als die wichtigeren vorzuschlagen:

3. Männer zu erreichen, die mit dem Rock sympathisieren, aber sich zuwenig oder gar nicht trauen, ihn so zu tragen, wie sie es sich wünschen.
1. Menschen zu erreichen, die sich bereits aktiv gegen den Wunsch stellen eines nahestehenden Mannes, z.B. ihres Ehemannes, einen Rock tragen zu wollen.
2. Menschen zu erreichen, die noch nicht mit dem Wunsch eines nahestehenden Mannes, z.B. ihres Ehemannes, erreicht wurden, einen Rock zu tragen.
4. Männer, die bereits gegen die Widerstände ihres nahen Umfelds Rock tragen, Rückendeckung zu geben.
5. Menschen zu erreichen, die für die Gruppen aus den Rangfolgen 1 und 2 sowie 3 und 4 eine tragende Bedeutung haben, also Nachbarn, Freunde, Bekannte, weitere Verwandte, Bankberater, Chefs, Kollegen, Sportkameraden, bzw. die potenzielle neue Freundin der Rangfolgen 3 und 4.

Erst dann, ggf. auf 6. Position, sehe ich die Wichtigkeit, "neue Kundenkreise" zu erschließen.
(man beachte oben die ungewohnte Verteilung der Rangfolge. Die Reihenfolge (also die Abfolge, nicht die Rangfolge) war aber notwendig, um besser die gemeinten Personenkreise verorten zu können)

Ich glaube mit dieser konkreten Zielgruppendefinition und ihrer Wertigkeit lässt sich besser einschätzen, wer wie mit Information versorgt werden soll.

Jedenfalls ist die Absicht, neue Rockmänner zu inspirieren, den anderen Absichten m.M.n. eher untergeordnet. Und die Gefahr, neu zu gewinnende Rockmänner mit Zwang oder mit Belehrungen zu konfrontieren, eher gering.

Viel eher sind vor allem die Personengruppen aus meiner Rangfolge 1 und 2 mit Informationen zu versorgen. Und diese Art von Information könnte man als Aufklärung über etwas bezeichnen, spitzfindig könnte man das auch als beabsichtigte Belehrung bezeichnen.

Aber was anderes soll Information sonst beabsichtigen, als über etwas in seinem Sinne / nach seinem Kenntnisstand aufzuklären? Wenn keine Absicht zu einer Art Aufklärung besteht, dann braucht man diese Information auch nicht publizieren.

Kurzum, eine PR-Aktion bzw. Öffentlichkeitsarbeit will schon auf verschiedenen Ebenen gründlich durchdacht werden, wenn sie eine Chance haben soll, etwas zu bewirken. Und Danke, doppelrock, dass Du mich auf das Thema "Kernzielgruppen" aufmerksam gemacht hast.
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@Doppelrock:
Genau meine Meinung.... - auf den Punkt...

DANKE!  :)
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Umfragen / Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Letzter Beitrag von GregorM am Gestern um 23:09 »
Genaugenommen bräuchte ich den Punkt: Ich trage Rock, aber nehme Rücksicht auf Familie, Arbeit und finde Queer/LGBT eher kontraproduktiv.

Hier bin ich einig.

Mir dürfen Männer und Frauen herzensgerne LGTBQ+ gehören, aber meiner Meinung nach sind sie doch auch kontraproduktiv, wenn es darum geht, mehr Männer an den Rock zu bringen.

Der einzige Grund dazu, dass ich es hier erwähne, ist, dass alle Fragen mit einer Ausnahme LGTB+ einschließen.

Um für mich zu beantworten sollte diese Frage "Ich muss keine Rücksicht auf Kinder, Eltern, Partnerin nehmen, aber ich möchte trotzdem nicht mit "queer" und LGBTQ+ verwechselt werden" lauten:

"Ich nehme gehörige Rücksicht auf Kinder, Eltern, Partnerin, und bei meinem Rocktragen möchte nicht mit "queer" und LGBTQ+ verwechselt werden."

Bei gehöriger Rücksicht verstehe ich, dass ich kompromissbereit bin.
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