Neueste Beiträge

Seiten: 1 ... 8 9 [10]
91
Wir wissen das, Doppelrock, aber es ging ja um die Leute, die Männern in Röcken diese Unzufriedenheit mit dem eigenen Geschlecht unterstellen und deshalb nie Röcke tragen würden.

Bitte nicht verwechseln, was als unsere Meinung sagen oder was wir vermuten, das andere denken.

Und doch gibt es natürlich gewisse Unzufriedenheiten mit Teilen des gängigen Männlichkeitsbildes, wie mit dem Teil, dass man als Mann Hosen tragen muss. Und ich denke, damit bist auch Du unzufrieden, sonst würdest Du Dich nicht darüber hinwegsetzen.

LG, Micha
92
Erfahrungsberichte / Antw:Unter Beobachtung
« Letzter Beitrag von MAS am 20.05.2026 00:23 »
Freu Dich doch einfach, lieber Cephalus! :)

LG, Micha
93
Erfahrungsberichte / Antw:Tolerante Reaktionen
« Letzter Beitrag von MAS am 20.05.2026 00:16 »
Ja, lieber Chris, in "Momo" geht es ja auch darum, dass die, die einem zuhören, manchmal von selbst darauf kommen, wie sie ihr Problem lösen können. Komplex finde ich es trotzdem. Wichtig ist ja auch, dass die, denen man zuhört, sich in ihren Meinungen, die man nicht teilt, nicht durch einen gestärkt fühlen, nur weil man zuhört.

LG, Micha
94
Erfahrungsberichte / Antw:Tolerante Reaktionen
« Letzter Beitrag von ChrisBB am 19.05.2026 22:55 »
Micha,

so komplex ist das gar nicht. Es gibt sehr viele, die nie oder zumindest zu selten das Gefühl erleben, dass ihnen zugehört wird. Wir sehen das in der Männerarbeit regelmäßig und bieten dort genau das an.

Gruß,
ChrisBB
95
Erfahrungsberichte / Antw:Unter Beobachtung
« Letzter Beitrag von Skirtedman am 19.05.2026 19:14 »
Dann und wann kommt es von ganz fremden Leuten vor. Ja.

Meistens hilft es, wenn diese Personen mit einem im selben Kontext versammelt sind, z.B. als Besucher einer bestimmten Veranstaltung, oder auch im größeren Kontext wie einem Volksfest oder einer Weinwanderung.

Aber "dann und wann" geschieht auch auf offener Straße, bei flüchtigen Begegnungen z.B. beim Entgegenkommen auf der Straße bei einer grünen Ampel, oder von einem entgegenkommenden Fahrrad oder einem vorbeifahrenden Auto. Zumeist aber wird dabei auch kommentiert, dass es nicht das erste Mal ist, wo die betreffende Person mich sieht. Dieses "dann und wann" ist aber gar nicht so selten. Vielleicht liegt es bei mir auch daran, dass ich nahezu täglich mehreren Hundert oder Tausend Passanten begegne.

Dennoch stimmt es, dass die häufigsten Rückmeldungen von Personen erfolgen, die ich bereits kenne, denen ich "dann und wann" oder häufiger, fast regelmäßig begegne. Da ergeben sich mehr Kontaktgelegenheiten und die Hemmschwelle, Zuspruch oder Lob auszusprechen, beginnt zu sinken.

hirti hat indes Recht. Ich selbst bin sehr sparsam im Lob aussprechen für Bekleidung oder Erscheinungsform. Manchmal, wenn es dann auch zutrifft, gebe ich ein Lob an eine wohlmeinende Kommentatorin zurück. Ansonsten bin ich dahingehend eher ziemlich zurückhaltend. Selbst bei Angebeteten mit Aussicht auf mehr bin ich in der Regel zurückhaltend, ein Lob auf Aussehen oder Schönheit der Kleidung auszusprechen.
96
Schade. Bin ich wirklich der einzige, der merkt, dass die Diskussion sich schon wieder im Kreise dreht?
Mancher schließt wieder von sich auf andere und meint, Männer würden Röcke deshalb tragen, weil sie mit irgendeinem Männerbild in der Gesellschaft zufrieden seien?

Bitte beachtet, dass es viele Männer gibt, die mit sich und der Männerrolle in ihrem Umfeld zufrieden sind, dieses nicht infrage stellen brauchen und auch nicht wollen und dass manche von ihnen einfach mal neue Kleidung probieren wollen. Einfach so mit Spaß und Freude. Ohne Moralismus und Umerziehung.

Bitte akzeptiert das endlich, sonst verschreckt ihr noch die letzten Interessierten.
97
Erfahrungsberichte / Antw:Unter Beobachtung
« Letzter Beitrag von high4all am 19.05.2026 17:31 »
Am ehesten bekommt man Zuspruch von Menschen, mit denen man regelmäßig zu tun hat oder denen man öfters begegnet.

So habe ich letzte Woche reichlich Komplimente bekommen. Einmal am Dienstag beim monatlichen, gemeinsamen Mittagessen, sowie am Mittwoch beim Erzählcafé. Bei beiden Gelegenheiten sind Leute zugegen, die mich schon länger kennen und die mir wohlgesonnen sind.

Die jeweiligen Looks waren sehr ähnlich. Einmal ein langes, schwarzes Dirndl und zum Anderen ein schwarzes Midi-Dirndl. Mit frühlingshaften Schürzen aus demselben Stoff in entsprechender Länge (tja, gut, dass ich nähen kann) und einem gut dazu passenden Body mit Blumenmuster.

Fotos gibt es vielleicht beim nächsten Rückblick für den Mai in rund 14 Tagen. Wer es eiliger hat, kann sich im anderen Forum umschauen (gibt ja einige User mit Doppelmitgliedschaft).

Von ganz fremden Leuten gibt es seltener Komplimente, aber es kommt dann und wann vor.
98
Erfahrungsberichte / Antw:Unter Beobachtung
« Letzter Beitrag von hirti am 19.05.2026 16:19 »
Hallo cephalus!

Das freut mich doch, dass du auch mal wieder so deutliches und nettes Feedback erhalten hast.
Nein, ich glaube, die Unsichtbarkeit tritt auch nach Jahren noch nicht auf.

Das Problem ist wohl eher die Hemmschwelle, jemand unbekannten auf sein Outfit anzusprechen. Denn, mal ehrlich, wann bist du zu einer unbekannten Frau oder einem unbekannten Mann hingegangen und hast ihm gesagt, wie toll du seine Gewandung findest?!
Und, ja, die Möglichkeit gäbe es durchaus bei Menschen beiden Geschlechts, denn man läuft bisweilen auch toll gekleideten Männern über den Weg. Aber ansprechen tut man sie dann doch nicht.

Ich glaube auch nicht, dass ich in meiner Arbeit für die anderen "normal" geworden bin, aber das gleiche Thema wird halt auch nicht mehrmals angesprochen. Man findet mich vielleicht noch immer so schräg und seltsam wie beim ersten Mal, aber man spricht den seltsamen Mann im Kleid trotzdem nicht ein zweites Mal darauf an dass er seltsam ist. (oder gut aussieht)... wenn man das doch vor 3 Jahren schon getan hat.

Für unsereinen, der das Publikum und seine Reaktionen durchaus mag, ist das dann eben etwas schade, wenn keine Reaktionen mehr kommen, obwohl man sich modisch ins Zeug legt und sicher mehr gute Outfits hat als am Anfang, wo mehr Reaktionen kamen.
99
Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von high4all am 19.05.2026 14:14 »
Ich habe mich für die Hosenvariante entschieden und es bei genauer Betrachtung der anderen Anwesenden, dann auch für die richtige Entscheidung gehalten.
Das ist für mich keine Überraschung. Ausgehend von ähnlichen Fragestellungen, die Du gelegentlich einstreust, war das eine folgerichtige Entscheidung.

Deshalb habe ich mich aus dieser Diskussion inklusive Ratschlägen tunlichst heraus gehalten. Und ich schreibe auch nicht, wie ich es gehalten hätte. 8)
100
Durchaus interessante Fragen.

Das werden sicherlich nur Betroffene hinreichend erklären können.

Mein Eindruck als Aussenstehender ist, dass eher Deine letzte Vermutung am häufigsten zutreffen wird:
"eine Konsequenz aus den jeweiligen Erwartungen, die man nach innen und aussen, so griffig zusammenfassen kann."

Auch wenn Menschen, die sich nicht-binär verstehen, scheinbar die Rollenerwartungen aufbrechen, arbeiten sie jedoch stark mit diesen Rollenerwartungen. Ohne diese würde es schwerer fallen, sich als dazwischen zu verorten.

Und dann gibt es da noch die sogenannten "Tradwifes" in sozialen Medien, die das alte Rollenbild der Frau in diversen Filmchen propagieren, die mich stark an Reklamefilme der 1950er und 1960er Jahre erinnern.

Ja, das sind diese 'reaktionären' Kräfte, die meist mit weiterreichendem Interesse sich die vermeintlich 'guten alten Zeiten' wieder herbeiträumen.

Das Wiedererstarken von traditionellen Leitbildern betrifft ja auch männliche Rollenverständnisse. Gerade gestern wurde ich in der Tagesschau auf den überwiegend in sozialen Medien verbreiteten Memen des "Looksmaxxing" aufmerksam. Wo es darum geht, mit Muskelaufbau, Körperoptimierung durch Fettweghungern, aber auch Körperoptimierung mit manueller Wangenknochenbearbeitung (mit Hämmern für ein markanteres Aussehen) einem überzogenen Männlichkeitsideal nachzueifen, um sich so für mehr Erfolg bei Frauen und in Karriere zu optimieren.

Es gibt halt immer und zu allem irgendwelche (überzogenen) Gegenbewegungen.

Zitat
Es käme heute wahrscheinlich niemand in der Mehrheitsgesellschaft mehr auf die Idee, die Rollenerwartung an Frauen beim Punkt Kleidung wieder auf nur noch Rock oder Kleid zu verengen.]Es käme heute wahrscheinlich niemand in der Mehrheitsgesellschaft mehr auf die Idee, die Rollenerwartung an Frauen beim Punkt Kleidung wieder auf nur noch Rock oder Kleid zu verengen.

Ich kenne christliche Gemeinden, in denen die Frauen genau so wenig Hosen tragen, wie die Männer Röcke. Gut, jetzt kann man fragen, ob diese Gemeinden zur Mehrheitsgesellschaft gehören. Vielleicht sind sie ein letzter Posten der gegenderten Kleidungsaufteilung. Aber es gibt sie noch.

Ja, und genau deswegen habe ich von der Mehrheitsgesellschaft gesprochen. Diese gehören nicht dazu.

Es gibt auch noch andere zumeist religiös getriebene Rollenerwartungen und -erfüllungen, in deren Umfeld Frauen ebenso defintiv keine Hosen tragen. Und die sind durchaus mit einem gewissen Anteil in unserer Gesellschaft sichtbar. Auch wenn man sie wahrscheinlich mit deutlichen Prozentzahlen beziffern kann, sind sie aber trotzdem ebenso nicht Bestandteil der hier gemeinten 'Mehrheitsgesellschaft'.

Und selbst wenn man die betroffenen Frauen, die sich diesen Erwartungen unterordnen oder sie aus freier Entscheidung erfüllen, wenn man diese Frauen befragen würde, ob sie einem allgemeinen Hosenverbot für Frauen zustimmen würden, bin ich der festen Überzeugung, dass viele dem nicht zustimmen würden.

Den Begriff 'Mehrheitsgesellschaft' habt Ihr, Micha und Bernd, ja hier eingeführt. Ich finde ihn ganz brauchbar, weil man sich darunter in diesem unserem Kontext etwas vorstellen kann. Und 'Mehrheitsgesellschaft' fühlt sich in meinem Verständnis ausgreifender an, als nur ein vages 50 Prozent + ein kleines x sich vorzustellen, sondern ich sehe da schon eine ziemliche Mehrheit darin, die sich bei mindestens deutlich zwei Drittel, wenn nicht sogar deutlich höher bewegt.

Und selbst würde man nicht die Gesellschafts-Mehrheit, sondern nur die Hälfte der Gesellschaft befragen, nämlich ausschließlich die Männer, ob ein Hosenverbot für Frauen ausgesprochen werden solle, bin ich mir sicher, es würde sich dafür längst keine Mehrheit mehr finden lassen.
Seiten: 1 ... 8 9 [10]
SMF 2.0.19 | SMF © 2020, Simple Machines | Bedingungen und Regeln

go up