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Ich denke, wir müssen unterscheiden:

Einerseits die Geschlechtsidentität (Gender), die ich empfinde: Nehme ich mich selbst als männlich oder weiblich oder beides/keines davon wahr? Die meisten hier im Forum (nicht alle) sehen sich wohl als Männer (und das gilt auch für mich).

Andererseits die gesellschaftliche Rolle, die Stereotypen mit unserem Geschlecht verknüpft. Also die Erwartungen der Gesellschaft, wie sich ein Mann geben soll (im Gegensatz zu einer Frau). Das betrifft Verhaltensweisen, Interessen, Charakterzüge, ... Und eben auch Kleidung.
Wer als Mann Rock oder Kleid trägt, weicht hier von der gesellschaftlichen Rollenerwartung ab. Ähnlich auch ein Mann, der kein Bier mag, in einem frauentypischen Beruf arbeitet oder als Hausmann auf die Kinder aufpasst.

Wer sich als Mann identifiziert, kann trotzdem für jeden dieser Bereiche eigenständig entscheiden, was ihm zusagt und was nicht, wo er also in seiner Lebensweise eher männliche Rollenbilder und wo eher weibliche Rollenbilder bevorzugt (oder auch etwas ganz eigenes). Wenn jemand mit einzelnen männlichen Rollenbildern nicht einverstanden ist, heißt das nicht, dass er deswegen seine männliche Geschlechtsidentität ablehnt.

Die als Rollenbilder genannten Aspekte sind alles Bereiche, wo es heute weitgehend frei möglich ist, sein Leben so oder anders zu gestalten. Das ruft dann manchmal Unverständnis oder Ablehnung hervor, aber wenn man dazu steht, ist es in der Regel möglich.

Und das gilt auch für Rock oder Kleid am Mann: Es entspricht nicht dem gesellschaftlichen Rollenbild eines Mannes. Und wird vermutlich auch perspektivisch nicht von einer Mehrheit der Männer adaptiert werden. Aber es wird weitgehend akzeptiert, wenn Einzelne das machen.

Insofern bin ich eigentlich ganz zufrieden mit der aktuellen Situation in westlichen Gesellschaften: Ich kann als Mann im Kleid, der auch sonst vielen männlichen Stereotypen nicht entspricht, weitgehend akzeptiert und unbehelligt leben. Und durch mein Vorbild vielleicht ab und zu den einen oder anderen zu ähnlichem inspirieren, auch wenn das so schnell wohl keine Massenbewegung werden wird.
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110 in unserem Ortsteil, 5600 die gesamte Gemeinde, lieber Micha.

Danke, lieber Joachim!

LG, Micha
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Treffen und Veranstaltungen / Antw:WGT 2026 Rockmode goes dark again
« Letzter Beitrag von Zwurg am 18.05.2026 20:10 »
Ich war 2023 auf dem WGT.

Lustigerweise habe ich alte Bekannte getroffen, die bei mir ums Eck wohnen.

Ich wünsche allen die hinfahren, viel Spaß.
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Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von Zwurg am 18.05.2026 20:06 »
Man könnte statt der schwarzen Hose auch einen schwarzen Rock tragen. Möglichst passend zum Jackett
Obwohl es da ja schon wahrschenlich wieder viele gibt.

Auch ein Kilt wäre eine Lösung.

So würde ich denken.

Komisch, sobald man eien Rock anzieht, müssen auf einmal 100 andere Parameter auch stimmen. Welche Strumpfhose dazu? Welche Schuhe?
Ist das weiße Hemd jetzt wirklich das passende? Ma könnte ja da so ein Langarmshirt tragen, oder ein buntes Hemd. Welches  Jackett?
Eine Krawatte dazu oder doch nicht?
Was sagen die anderen Gäste  dazu.

Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.
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110 in unserem Ortsteil, 5600 die gesamte Gemeinde, lieber Micha.
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Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von MAS am 18.05.2026 17:31 »
Ich hatte jedenfalls bei derartigen Anlässen noch keine negativen Rückmeldungen, abgesehen von einem homophoben Onkel, der aber leider nicht mehr lebt. Ich mochte ihn trotz dieser Einstellung.

LG, Micha
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Soviel ich neulich las, gehöre ich nicht mehr zur Boomer-Generation, sondern zu der danach, wie auch immer sie heißt.

Archetypen sind aber auch noch was anderes: https://de.wikipedia.org/wiki/Archetyp_(Psychologie)

Wie auch immer: Solchen - nennen wir sie - Stereotypen entsprechen wir ja eben auch nicht, darum geht es ja.

Wie stehst Du denn zu ihnen, abgesehen vom Bier, lieber Hajo?

LG, Micha
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Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von Skirtedman am 18.05.2026 16:22 »
Denke ich auch.

Zudem sind solche Anlässe immer ganz gut dazu geeignet, im Verwandschaftsumfeld oder im Freundesumfeld auf Menschen zu treffen, die trotz Überraschung oder (bei vorherigem Wissen, dass Du gelegentlich solche Kleidung trägst) trotz Ablehnung die Chance bekommen, vielleicht doch Dich als ganz sympathischen Menschen zu erleben - trotz Rock / Kleid. Ja, wenn Du Dich in Deiner Haut (Kleidung) wohlfühlst, dass Du eventuell sogar noch sympathischer bist, als man Dich sonst wahrgenommen hat.

Und solche Anlässe sind auch immer ganz gut, dass man mit Dir reden kann, anstatt nur über Dich.

Ich finde es besser, bei solchen Anlässen immer noch eine gewisse individuelle Note sichtbar bleiben zu lassen, anstelle sich einem scheinbaren Erwartungsdruck anzupassen und sich dann in eine erwartungs-konforme 'Uniform' zu zwängen, die man vom Herzen eher ablehnt. Letzteres wirkt dann oft wie Verkleidung oder wie ungemochter Zwang, einfach unauthentisch.

Was gibt es schöneres als eine gemeinsame Feier mit authentischen Menschen?
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Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von GregorM am 18.05.2026 15:55 »
Cephalius,

ich meine, du fühlst dich in Hosen unwohl. Und vielleicht fühlst du dich auch zur Konfirmation im Rock oder im Kleid unwohl, je nachdem, wie die Gäste reagieren.
Aber wenn man unwohl ist, ist es dann nicht besser im Rock oder im Kleid als in Hosen?
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Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von hirti am 18.05.2026 13:50 »
Meine Meinung geht in eine ähnliche Richtung.
Ich würde meine Gewandung auch von meiner Rolle bei der Konfirmation abhängig machen. Wenn du gar der Firmpate warst, dann sollte es natürlich für den Firmling passen, der ja die Hauptperson ist. Wenn er nachher gehänselt wird, weil sein Pate in Frauenkleidung hinter ihm steht, dann wär das glaub ich am Ziel vorbeigeschossen.

Wenn du ein Gast von vielen bist, der einfach mit seiner geschätzten Anwesenheit und einem schönen Outfit zum festlichen Rahmen der Veranstaltung beiträgt, dann wäre die modische Freiheit sicher viel weiter zu genießen. Ich würde vielleicht trotzdem nicht das Paillettenkleid mit den 12cm Pumps wählen, du aber vermutlich auch nicht, wie ich dich kenne.

Die Veranstaltung ist inzwischen ja schon gelaufen.
Wie hast du dich nun entschieden... und war's trotzdem schön?  ;) 
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