Autor Thema: Zurück von der Reha  (Gelesen 269 mal)

Offline Zwurg

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Zurück von der Reha
« am: Gestern um 09:34 »
Nach fast 5 Wochen bin ich zurück von der Reha.
Ich habe die Zeit genutzt und fast hauptsächlich Kilt, Rock und auch Kleid zu tragen.
Ich lernte viele Leute kennen und war oft mit der selben Gruppe unterwegs und beim Essen zusammen.
Zu Anfang trug ich ich meinen rotkarierten Amazon Kilt. Da es die ersten Tage kühler war mit schwarzer Strumpfhose.
Und ich bekam permanent zu hören, ob ich Schotte sei, oder ob ich oft in Schottland sei. Später in der Hitzephase trug ich meist meinen leichten grauen Sommerrock, oder meinen Lieblingsjensrock.
Zu den Bäderanwendungen trug ich oft den Jensrock, weil er zum Umziehen praktischer war.
Zweimal trug ich zum Abendessen in der Stadt meinen schwarzen Baumwollkilt, einmal mit schwarzer FSH,weil es an dem Abend regnete und kühler war.
Einmal wurde ich von einer (burschikosen) Frau in unserer Gruppe gefragt, warum ich Röcke trage. Ich habe gesagt, wegen der Auswahlmöglichkeiten. Als Frau hat man die Auswahlmöglichkeit zwischen Hose, Rock und Kleid, als Mann die Auswahl zwischen Hose, Hose und Hose, das wäre mir zu wenig. Das konnte sie gut verstehen.
Zu den körperlichen Trainingseinheiten trug ich oft Sportleggins oder Radlerhosen.Zweimal wurde ich drauf angesprochen. Ich solle doch einen Rock anziehen, weil Hose nicht zu mir passt, oder ob ich als Schotte streike, da ich doch sonst immer wie ein Schotte angezogen bin.
Die Entgegnung war, ich muss zum Training (Ergometer, Fitnesstudio, Lauftraining oder Herzsportgruppe), da ist ein Rock unpraktisch.
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Offline Bahner

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Antw:Zurück von der Reha
« Antwort #1 am: Gestern um 12:34 »
Servus, man sieht, es geht.
Das unkundige fragen, ist normal.
Wenn sie sich aufklären lassen, optimal.
Etwas Durchsetzungsvermögen soll man schon haben, letztendlich zahlt sich Hartnäckigkeit beim erreichen persönlicher Ziele aus. Und wichtig ist das persönliche Wohlbefinden.
Wichtiger noch, würde das Hauptziel der Veranstaltung erreicht???
Wünsch bestes Befinden.
Rolf
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Offline Skirtedman

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Antw:Zurück von der Reha
« Antwort #2 am: Gestern um 12:54 »
Eigentlich sollte man sich jeden Tag etwas gönnen, was einem gut tut. Aber eine Reha ist noch mal umso mehr ein Ort, wo man diesen Leitsatz beherzigen sollte.

Und es ist schön, unter zusammengewürfelten, fremden Leuten Anerkennung zu finden mit dem, was einem gut tut. Oder akzeptiert, respektiert zu werden. Ja, ein Leben ohne Hose ist auch als Mann möglich. Vielleicht nicht beim Bodenturnen. Aber im Alltag.

Zu Anfangszeiten (80er) bis in die 00er Jahre mindestens, erreichten mich auch Rückfragen bzgl. Schottland. Ob ich Schotte wäre. Und diese Fragen konnten durchaus unterschiedliche Untertöne haben. Schmunzelnd, also vermutend, dass ich es wohl nicht bin. Ernst, weil sie es für möglich hielten, dass ich tatsächlich Schotte sein könnte. Verächtlich, weil klar war, dass ich das nicht bin, aber ja nur ein Schotte Rock tragen könne. Ja: eine ganze Bandbreite. Und dabei habe ich ja weder Kilt noch Schottenkaro getragen.

Diese Assoziation mit Schottland kann eventuell relativ nervig sein. Andererseits kann es einem ja auch als Rechtfertigung dienen, dass es andere europäische Männer gibt, die nicht auf Gedeih und Verderb Hosen tragen. Vielleicht ist, mit Schottland in Verbindung gebracht zu werden, ja doch nicht so nervig, als wenn man ein Leben lang dann doch sein Dasein in Hosen verbringt. Ja, diese Nachfragen lasse ich gerne über mich ergehen. Den Rest vom Tag lasse ich mir meine Kleidung einfach gut tun.

Die Assoziationen mit Schottland haben mir gegenüber deutlich nachgelassen. Gut, wenn ich Kleid trage, liegt die Verbindung zu Schottland vielleicht nicht mehr ganz so nahe. Aber es scheint sich inzwischen rumgesprochen zu haben, dass man nicht mehr zwingend Schotte sein muss oder Frau sein will, um als Mann einen Rock zu tragen. Und wenn wer Interesse hat und nachfragt, dann kläre ich gerne auf, dass Frauen gerne in Hosen rumlaufen, und dass Männer gerne mal nicht in Hosen rumlaufen.

Ich hoffe, Zwurg, Du hast Dich gut erholen können und fühlst Dich wohl in Deiner Haut und Kleidung. Und vergiss bitte nicht zu tun, was Dir gut tut.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline Zwurg

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Antw:Zurück von der Reha
« Antwort #3 am: Gestern um 14:00 »
Ich fühle mich wieder besser, allerdings die Leistungsfähigkeit im Belastungs EKG liegt nur bei 56 % der Normleistung, lt Entlassungsbericht.
Nun ja, ich habe ja noch 40 Nachsorgetrainingseinheiten. Und das Rittertraining. Da kann ich versuchen mich heran zu trainieren.
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Offline cephalus

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Antw:Zurück von der Reha
« Antwort #4 am: Gestern um 21:40 »
Hallo Zwurg,
schön, dass Du auf dem Weg der Besserung bist, auch wenn das mit der Leistungsfähigkeit noch nicht wie vorher ist.
Es war bei mir zwar kein beinahe Infarkt, sondern eine OP, und trotzdem hat es fast ein dreiviertel Jahr gedauert bis meine Leistungsfähigkeit war wie zuvor.

Auf jeden Fall hast Du dir viel Gutes getan, deine Zweifel und Bedenken zum Rocktragen über Bord zu werfen und in neuer Umgebung neues Selbstwewusstsein zu sammeln.
Wirst zu im Alltag weiter machen damit? Bist du noch krank geschrieben?

Mach wenn Du wieder arbeitest gleich einen Neustart in Einröhrigkeit ;D

Offline Zwurg

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Antw:Zurück von der Reha
« Antwort #5 am: Heute um 05:45 »
Auf jeden Fall hast Du dir viel Gutes getan, deine Zweifel und Bedenken zum Rocktragen über Bord zu werfen und in neuer Umgebung neues Selbstwewusstsein zu sammeln.
Wirst zu im Alltag weiter machen damit? Bist du noch krank geschrieben?

Mach wenn Du wieder arbeitest gleich einen Neustart in Einröhrigkeit ;D
Noch bin ich krank geschrieben. Ich versuche es noch ein wenig in den August auszudehenen.
daheim haben mich halt mein altes Chaos, Bedenken und Sorgen wieder in Empfang genommen.
In jedem Fall möchte ich halt im September wieder zur Arbeit gehen.
Ob dann im Rock werden wir sehen.
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Offline Zwurg

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Antw:Zurück von der Reha
« Antwort #6 am: Heute um 09:03 »
Ich war Samstag auch auf einer Hochzeit von einer alten Freundin die sich mit Ende von 50 noch einmal zur Eheschließung entschlossen hat.
Wir kennen uns fast 20 Jahre und sehr gut. Und sie hat mir vor der Einladung gesagt ich könnte auch im Rock kommen.
Ich entschloss mich zu einem kurzärmligen weißen Hemd und einem langen roten Wickelrock mit Borte den ich vor 13 Jahren aus Thailand mitgebracht habe.
Die meisten Herren trugen blaue Anzüge mit langärmligen weißen Hemden und Krawatten. Der Bräutigam trug sogar noch eine Weste.
Da es ziemlich heiß war gestand mir später der Bräutigam, dass er mich um meine luftige Kleiderwahl beneidete.
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Offline Skirtedman

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Antw:Zurück von der Reha
« Antwort #7 am: Heute um 09:52 »
Zu solch gehobeneren Anlässen zermartere ich meist tagelang zuvor den Kopf, was ich denn anziehen werde. Dann hängen so vier, fünf ausgewählte Outfits parat und am Tag selber entscheidet der Spontangeschmack, aber zumeist auch das Wetter darüber, was zum Einsatz kommt.

Zu solchen Anlässen drückt man freilich auch sowas wie 'Respekt' gegenüber dem Anlass und den zentral Beteiligten aus. Aber im blauen Anzug, langärmeligen Hemd und noch Krawatte käme ich mir nicht nur verkleidet, sondern bei Temperaturen ab so 20 Grad unsäglich zu warm angezogen vor. Schön ist, dass man auch mit anderer Kleidung jenseits dem als Gesetz geltenden Standard gut gekleidet und 'ehrerbietend' wirken kann.

Unter all den steifen Anzügen fühle ich mich zunächst schon etwas als Besonderes, über das andere sich die Zunge zerreissen, aber im fortgeschritteneren Verlauf des Anlasses, wenn etliche Männer die Schnauze voll haben von ihrer verschwitzten Rüstung, steigt der Neid darauf, dass ich da von Anfang an nicht mitgemacht habe.

Schön, Zwurg, dass Du da Dir treu geblieben bist.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
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