Autor Thema: Phishing for Kompliments  (Gelesen 97172 mal)

Offline Skirtedman

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Antw:Phishing for Kompliments
« Antwort #90 am: 31.08.2026 22:55 »
Tolle Geschichte.

Nunja, Du hast mit diesen beschriebenen Einzelteilen sicherlich deutlich mehr von Deinem "Style" in den Saunabereich hineingenommen als vermutlich die meisten anderen. Wie Du richtig analysierst, kann genau das die Dame gemeint haben.

Andererseits kann es natürlich auch sein, dass sie Dich auch in bekleidetem Zustand schon wahrgenommen hat und Du ihr bekleidet geläufig bist.

Fällt mir ein die Begebenheit vom Wochenende. Einem meiner Nachbarn bin ich auf einem gut besuchten Fest in unserer Stadt begegnet. Später wieder. Und da wunderte ich mich, dass er mit einer lockeren Bekannten von mir zusammenstand. Ich wunderte mich:
"Ihr kennt Euch??" Da stellte sich heraus, dass sie jahrelang gemeinsam in einem Verein Volleyball gespielt haben.
Ich sei ja stadtbekannt, meinte die Bekannte. Naja, sie relativierte das sofort wieder und bezog das auf 'Kreise', die sich eben aufgrund ihrer Neigungen und Vorlieben immer mal wieder begegnen würden und hob das lobend hervor, weil es eben Menschen mit ähnlichen Charakteren zusammenführen würde.

Da musste mein Nachbar ihr dann doch mal ins Wort fallen. Er meinte, ich sei ja landesweit bekannt, also zumindest in der Pfalz. Seine Schwiegertochter würde mich auch kennen. Und sie wohnt eine Autostunde von uns entfernt, wie sich dann herausgestellt hat.

Und ja, richtig, vor sechs Wochen war ich auch bei ihr in der Nähe wieder mal unterwegs. Und vor vier woanders in ihrer Nähe.

Vielleicht Bernd, bist auch Du Deiner besagten Dame von der Welt außerhalb der Sauna bereits geläufig.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?                https://kurzlinks.de/Info_zum_Statement

Offline Skirtedman

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Antw:Phishing for Kompliments
« Antwort #91 am: 31.08.2026 23:01 »
Manchmal reagieren Menschen auf Kleinigkeiten, oft nicht logisch nachvollziehbar.
Ich werde auch eher auf eine Kette, Strumpfhose oder Schuhe angesprochen, als auf ein, in meinen Augen, alles dominierenden Kleid.

Es könnte aber auch sein, dass diese Personen sich zwar eigentlich für dein "alles dominierendes" Kleid interessieren, aber dich dann doch lieber auf ein unverfänglicheres Accessoire ansprechen, weil sie mit dem Thema "Kleid am Mann" nicht umzugehen wissen.

Und manchmal wollen Menschen Dich einfach nur irgendwie in ein Gespräch verwickeln - warum auch immer - mit zum Teil ganz abstrusen Gesprächsaufhängern. Zum Beispiel: "Entschuldigung! Wieviel Uhr ist es?", an einer Stelle mit bestem Blick auf eine öffentliche Uhr oder mit dem leuchtenden Handy in der Hand. Gerne auch gerade von Jugendlichen oder tatsächlich noch Kindern verwendet.
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Online Bernd

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Antw:Phishing for Kompliments
« Antwort #92 am: 31.08.2026 23:06 »
[...] Andererseits kann es natürlich auch sein, dass sie Dich auch in bekleidetem Zustand schon wahrgenommen hat und Du ihr bekleidet geläufig bist.
[...] Vielleicht Bernd, bist auch Du Deiner besagten Dame von der Welt außerhalb der Sauna bereits geläufig.

Ja, ausgeschlossen ist das nicht. In Aachen bin ich sicher schon einigen Leuten aufgefallen (oder die mich aus den Kontexten meiner Engagements kennen), die ich nicht kenne, die mich umgekehrt aber möglicherweise auch nackt in der Saune wiedererkennen würden.

Offline cephalus

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Antw:Phishing for Kompliments
« Antwort #93 am: 31.08.2026 23:44 »
Ich fände es schon interessant, in wie weit man durch seine Bekleidungsvorlieben bekannt ist.
Natürlich kemmt man mich in den nahegelegenen Supermärkten und beim Bäcker mit oder aufgrund meiner Kleidung, viele würden mich aber auch (er)kennen, mit Standardkleidung, einfach weil man sich oft begegnet.
Über mein Viertel hinaus bin ich v ermutlich unbekannt. Die Vor- und Nachteile einer Millionenstadt...


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Antw:Phishing for Kompliments
« Antwort #94 am: 05.09.2026 12:08 »
Ich fände es schon interessant, in wie weit man durch seine Bekleidungsvorlieben bekannt ist. [...]

Passend dazu: Gerade kamen mir (im Kleid und mit hochhackigen Stiefeletten) in einem Aachener Park zwei Frauen entgegen, die jüngere davon würde ich auf mindestens 60 Jahre schätzen, die ältere mit Rollator nochmal deutlich älter, vielleicht die Mutter der anderen. Ich hatte die beiden gar nicht beachtet und kenne sie auch nicht. Aber im Vorbeigehen ruft mir die jüngere zu: "Schick gekleidet wie immer. Das gefällt mir."

Neben dem Kompliment (für das ich mich bedankt habe), blieb vor allem bei mir hängen: "wie immer". Scheint also, als hätte sie mich schön öfter im Kleid gesehen, auch wenn ich mich nicht an sie erinnern kann.

Auf dem Rückweg durch die Fußgängerzone dann eines der ganz seltenen Erlebnisse, wo ich mal als Frau adressiert worden bin: An einem Stand stehen zwei junge Leute, die (vermutlich als Nebenjob im Studium) Unterschriften o.ä. für eine gemeinnützige Organisation sammeln. Ich kenne das schon an dieser Stelle. Mir war klar, dass sie mich im Vorbeigehen ansprechen werden, das ist ja ihr Job. Ich hatte mich schon darauf eingestellt mit einem kurzen "ich habe keine eine Zeit" weiterzugehen. Und war dann überrascht, von der jungen Frau als "Schicke Dame, ..." angesprochen zu werden. Ich habe dann doch darauf hingewiesen, dass ich keine Dame bin.
Nun, dass vereinzelte Leute denken, ich würde mich als Frau identifizieren, stört mich nicht. Ich lege es ja auch nicht darauf an, im Kleid etc. unbedingt besonders männlich wirken zu müssen. Ich arbeite eher darauf hin, dass alles, was heute in Sachen Kleidung, Schmuck und Stil als dezidiert feminin wahrgenommen wird, allmählich immer mehr auch bei Männern als normal akzeptiert wird ("Kleidung hat kein Geschlecht").
Meistens scheint die Sache aber doch recht eindeutig, d.h. ich werde fast immer als "Herr" angesprochen, werde im Restaurant bei der Frage nach der Toilette aufs Herrenklo verwiesen und bekomme in der Sauna am Eingang ohne Nachfrage einen Schließfachschlüssel zu einem Bereich nur für Männer. Umso mehr bleiben vereinzelte Ausnahmen wie die heutige in Erinnerung.

Offline Skirtedman

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Antw:Phishing for Kompliments
« Antwort #95 am: Gestern um 23:49 »
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Diese Tasche - nicht der Rock - spielt in der folgenden Geschichte eine wenngleich nur marginale Nebenrolle.

Diese Tasche war - nicht der Rock - an einer Begebenheit beteiligt. Nur das dazugehörige Bild - nicht das soeben gezeigte - zeigt ganz bewusst nicht diese Tasche, weil im Zuge einer Bilderserie mit verschiedenen Röcken ich ausgerechnet zu der nun folgenden Begebenheit diese Tasche nicht im Bild haben wollte.

Aber, diese Begebenheit nun so ziemlich der Reihe nach:

Ich habe ja draussen auf der Straße durchaus auch das Forum im Kopf. Wenn ich unterwegs Zeit habe, überlege ich mir im Vorfeld, wo und wann ich mal schnell ein Selfiechen von mir und meinem Outfit machen kann. So auch an diesem Tag zu dieser Begebenheit.

Ich hatte unter den betreffenden Umständen einen von wenigen Gelegenheiten geeigneten Ort für ein Selfie im Sinn: ein dicker, fetter Schaltkasten, wo ich mein Handy anlehnen kann, und die meisten der in der Nähe anwesenden paar Menschen gar nicht mitkriegen, was ich denn da gerade treibe, eben wegen des dicken, fetten Schaltkastens zwischen sowohl Straße und Gehsteig als auch einer davon abgesetzten kleinen Fahrbahn hinter diesem Schaltkasten.

Auf eben dieser kleinen selten befahrenen Fahrbahn wollte ich mich bewegen, was ich letztendlich auch machte, abgeschottet von diesem dicken, fetten Schaltkasten. Doch fast hätte ich es nicht gemacht. Denn auf den letzten Metern zu dieser Stelle bemerkte ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine größere Gruppe kleinerer Menschen. "Oh, wenn die jetzt kommen, will ich hier aber kein Selfie von mir machen", dachte ich so bei mir. Und Sekunden später war mein Eindruck: "Sie kommen nicht."

Also machte ich mich an mein Tagewerk, und richtete alles für ein schnelles Selfie von mir und meinem Tages-Outfit, hinter diesem Schaltkasten. Handy rausholen, Fotofunktion aufrufen, 10-Sekunden-Timer aktivieren, Handy positionieren, Tasche schnell absetzen, sieben Schritte zurück, versuchen zu lächeln, Klick!

Was mir dabei entging: die kleinen Menschen kamen plötzlich doch auf meine Straßenseite. Und zogen vor dem Schaltkasten - ich dahinter - auf dem Gehsteig am Schaltkasten vorbei.

Es war eine ganze Meute von - sagen wir - 21 Kindergartenkindern. Vorne eine Kindergartenkinderkindergärtn erin, die ja inzwischen Erzieherin heisst, danach 21 Kindergartenkinder, die ja dann wohl Zuerziehende heissen müssten. Alle brav in Zweierreihe und Hand in Hand dahinschreitend.

Natürlich ist der dicke, fette Schaltkasten endlich. Zumindest hoch genug, um die Kindergartenkinder nicht dahinter blicken zu lassen, wo ja meinereiner gerade beschäftigt war, ein Outfit-des-Tages-Selfie von mir zu machen. Aber links und rechts vom Kasten kann man hinter diesen auf diese ruhige Nebenfahrbahn schauen. Die meisten 21 Kindergartenkinder aber machten das zum Glück nicht. Ein paar davon dann aber schon.

Ich will gar nicht sagen, dass es der Anblick dieses seltsam gekleideten Opas war, der manche Kinder gucken ließ. Ich denke eher, dass da überhaupt jemand war, der da irgendwelche komischen Sachen machte, ließ die Aufmerksamkeit der jungen Menschen wachsen. Zudem begleitete diesen komischen Opa ja auch noch so eine dicke fette, zerkrumpelte Großraum-Plastiktasche, die er gerade seitlich abgestellt hatte. Mit dieser Tasche war er höchst leicht mit dem eifrigen Gewerbe der Pfandflaschensammler zu verwechseln. Obwohl da ja manche inzwischen ganz andere Kaliber auffahren...

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Zurück zum dicken, fetten Schaltkasten. Zurück zu diesem komischen Opa, der sich da irgendwie aufhielt, wo normale Menschen einfach nur schnell durchlaufen. Da müssen doch Leute draufkommen - auch wenn sie noch klein sind - da mal kurz genauer hinzuschauen. Von diesen 21 Kindergartenkindern schauten auch im Vorbeigehn noch so fünf, sechs, sieben zurück hinter den Schaltkasten, also zu mir, liefen aber weiter, ohne irgendwie weiter auf diesen seltsamen Opa zu reagieren.

Ich hatte gerade mein angelehntes Handy aufgehoben, meine Flaschensammler-Tasche in die Hand genommen und zwei Schritte meines weiteren Weges angetreten, da kam das letzte Paar der Hand-in-Hand-Gruppe gerade am Schaltkasten an: ein kleiner Junge, klein wie alle anderen kleinen Leute, außer der allerersten, eine Erzieherin, die aber auch nicht sonderlich größer war. Und Hand-in-Hand mit diesem Jungen abschließend zu dieser Gruppe die zweite Erzieherin, auch kaum größer als alle anderen, jedenfalls noch jung, kaum 30, wenn überhaupt.

Und ja, ausgerechnet sie reagierte auf mich: "Ich mag Ihren Rock!", sagte sie laut und deutlich im Vorbeigehn.

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Auf diesem Bild nicht mit drauf, weil hinter dem Handy: der dicke fette Schaltkasten, der Gehsteig, 21 Kindergartenkinder, 2 Erzieherinnen, mit aber im Bild - aber hier weggeschnitten - mein ziemlich angespannter Blick, weil ich gerade merkte, dass die Gruppe kleiner Menschen in mein Fotostudio reingelaufen ist - und einige das wunderte, was im Rückblick aber nicht weiter verwunderlich ist... ... ...
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« Antwort #96 am: Heute um 00:14 »
"Kindergartenkinderkindergärtn erin" ist m.E. das lustigste Wort dieses Beitrages. Aber ernsthaft betrachtet, bemerke ich einen Wolfgang, der bei aller Routine des Rocktragens sich immer noch Gedanken um die Reaktion "kleiner Leute" macht und überrascht wird, wenn eine "Kindergartenkinderkindergärtn erin" einfach seinen Rock lobt!  ;)

LG, Micha
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