Hi Hajo,
ich weiß, was Du meinst, und ich weiß auch, dass es dramaturgisch sinnvoll ist, als Gegensatz zu Minderheiten von Mehrheit zu sprechen. Dennoch denke ich, dass diese Mehrheiten gar nicht wirklich die Mehrheit ausmacht, sie nur denken, sie seien die Mehrheit und sie sprächen für die überwiegende Mehrheit, ja für fast alle. Aber klar ist, nicht zuletzt auch durch Strömungen, die weltweit zu beobachten sind, dass die sich als Mehrheit fühlende Minderheit an Sympathisanten gewinnt. Die modernen Herausforderungen, z.B. gefördert auch durch Globalisierung, sind für etliche Menschen nicht so leicht zu ertragen und dann greift ein altbekanntes Schema, dass bestimmte Minderheiten als Sündenböcke herhalten müssen, weil das die einfachere Methode ist, als sich in neuen Herausforderungen zurecht zu finden.
@Beverly
Danke für den Einblick.
Und wir wollen ja auch nicht vergessen das es MEHR FRAUEN als Männer gibt die ihr Geschlecht wechseln. Also andersrum gibt es das noch viel häufiger...
Ist das so? In meiner Wahrnehmung stellt sich das anders dar.
Freilich mag meine Wahrnehmung einen durch unser Forum getriggerten Bias haben, aber auch in meiner Welt ausserhalb des Forums scheint mir meine Wahrnehmung anderes zu vermitteln.
Freilich denke ich mir als Aussenstehender die Transmenschen eher automatisch dem Komplex LGBTQI+ angehörig und so vermischen sich unterschiedliche Ausdrucksformen miteinander bzw. werfe ich eher alles in einen Topf als es differenziert zu betrachten. Und so fällt mir eben auch ausserhalb unseres Forums auf, dass Menschen mit einem Anspruch von Queerness eher aus der biologisch männlichen Ecke kommen. Und oft verknüpfe ich diesen "männlichen Überhang" mit einer gewissen gesellschaftlichen Enge, die das Männerbild prägt im Gegensatz zum weitaus liberaleren Frauenbild.
Wenn also mehr Transmenschen zahlenmässig aus einer weiblichen Biologie entstammen, so wundert mich das. Das ist ein interessanter Fakt, über den ich vielleicht mal nachdenken muss.
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Ja, das Forum ist ein, wenn auch nicht ganz identisches, dann aber ein überwiegendes Abbild der Gesellschaft. Deshalb sollten wir hier im Forum lernen, konstruktiv damit umzugehen, um die Gesellschaft aushalten zu können und in ihr und mit ihr zusammenleben zu können, genau wie wir das draussen im echten Leben machen müssen.
@Slothorpe
Auf die Gefahr hin, dass Du meine immergleichen Texte und darüber hinaus noch langen Texte in diesem Fall nicht bis hierher lesen wirst, so möchte ich Dir aber zurufen, dass Rückzug nicht die beste Lösung ist. Dort, wo man sich zurückzieht, überlässt man das Feld anderen, die vielleicht mit Dir nicht übereinstimmen. Wo man das Feld anderen überlässt, kann man keine eigenen Akzente mehr setzen. Und das ist schade. Dann nimmt die Pluralität ab, und genau das ist ja das Ziel der Kontrahenten.