Hallo BlueBabyou,
Danke für Dein Interesse, das ja nach Deiner Beschreibung zu urteilen, mehr aus der Sicht der Dinge von außen gleitet ist, weniger bzw. gar nicht am Wunsch, selber Röcke zu tragen.
Deine kurze, knappe Frage öffnet ein großes Fass, spätestens jetzt mit meiner Antwort. Da Du
bei Deiner Vorstellung das Wort 'religiös' verwendet hast, erlaube ich mir, auf einen von Religion geprägten Nebenaspekt in dieser Diskussion hier hinzuweisen.
Bei einer umfassenden Fundstelle im Internet geht es nämlich um Transgender und um noch weitaus mehr. Und man muss die Sichtweise der Internetseite nicht teilen, oder die dort verwendeten Zitate. Suche auf der Seite aber mal nach den Stellen mit dem Stichwort "Fetisch", so wirst Du auch u.a. auch auf den Begriff "Crossdresser" stoßen. Es gibt eine Szene, die sich so nennt - und auch Foren dazu -, auch schon wieder ein eigenes Fass, das geöffnet werden könnte. Man kann den Begriff auch weiter definieren (oder gar wie die unzureichende Darstellung bei Wikipedia). In dem Artikel, den ich erwähne, mit der religiösen Darstellung, scheint "Crossdresser" wohl jegliche Form des Tragens von Kleidung des anderen Geschlechts mit einzubeziehen. Und ja, auf dieser Internetseite steht zum Beispiel an der ersten Fundstelle zu Fetisch:
(Eliel) Cruz (ein Autor) glaubt, dass eine Transgender-Person ontologisch (also vom Wesen her) gesehen ein anderes Geschlecht hat als das, das durch ihr biologisches Geschlecht angegeben ist. Das Tragen von Kleidung, die mit einem anderen Geschlecht assoziiert wird, ist daher für diese Person eine moralische Verpflichtung. (Im Gegensatz dazu:) Für Cruz ist Crossdressing eine Entscheidung, die aus anderen Motiven heraus getroffen wird, vor allem aus sexuellen Fetischen.
Quelle:
https://bekennende-kirche.de/artikel/johannes-calvin-ueber-5-mose-225-eine-orientierungshilfe-angesichts-der-heutigen-transgender-debatte/An anderer Stelle im Text wird deutlich, dass mit "Crossdressing" nicht nur Rumlaufen als Frauenerscheinung gemeint ist. Das, was die meisten von uns hier im ja auch gar nicht machen oder wollen. Dennoch, wird bei dieser religiös tendenziösen Internetseite letztlich auch unser Rock-Tragen eher in den Bereich 'sexueller Fetisch' gerückt.
Die meisten von uns werden das allerdings weit von sich weisen - mit gutem Grund. Vielen von uns geht es ja letztlich auch oder nur um Gleichberechtigung, das ist weit weg von 'Fetisch'.
Dass Dir die Überschrift dieser Diskussion jetzt "befremdlich" vorkommt, kann ich verstehen. Denn vieles hier im Forum weist nicht darauf hin, dass unsere Kleidung von uns selbst als Fetisch angesehen wird.
So, wie ich den Schöpfer dieser Diskussion (dieses Threads) verstanden habe, geht es ihm um "sich etwas weiblicher Fühlen", auch wenn das aus seinen Worten nicht direkt immer so eindeutig klar wird. Also, "sich weiblicher fühlen" ist auch nicht unbedingt etwas, was man mit Fetisch gleichsetzen muss.
Ich denke, das rosa Höschen ist im vorliegenden Fall nur ein Symbol der sogenannten "weiblichen Ader", die ja auch recht modern geworden ist, als Mann nicht zu verheimlichen. Ich persönlich brauche keine weiblichen Anteile in meinem Wesen, um mich in Röcken oder Kleidern zu hüllen. Für andere ist es aber der individuelle Zugang zu dieser Bekleidung - jeder halt so, wie er es für richtig hält.
Eine letzte Anmerkung erlaube ich mir noch: Inwieweit das Entdecken oder Zulassen seiner "weiblichen Anteile" nun in Richtung Transgender oder Trans-was-auch-immer geht, mag individuell ganz unterschiedlich sein, und es mag von aussen vielleicht auch noch anders aussehen, als es von dem Betroffenen selbst wahrgenommen wird. Es muss aber nichts Anrüchiges, Pathologisches oder sonstwie zu deutendes sein. Zumal einige unserer Mitdiskutanten "Fetisch" als etwas ganz normales und alltägliches ansehen.
Bin mal gespannt, BlueBabyou, wie Du das auffassen wirst. Vielleicht ist es auch sehr interessant für Dich, die sehr umtriebige Diskussion hier im Thread mal komplett durchzulesen...
