Autor Thema: "Was hast Du denn da an?"  (Gelesen 1072 mal)

Offline Yoshi

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #15 am: Gestern um 14:06 »
Ich rede nicht von langen Erklärungen, ich rede von Antworten.

sagte er und antwortete anschließend in einer langen Erklärung.  :D

Online Skirtedman

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #16 am: Gestern um 14:19 »
bleib mal sachlich  ;D ;D ;D
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline MAS

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #17 am: Gestern um 22:14 »
Ja, Gewöhnung durch stetiges Rocktragen im normalen Alltag ist auch meines Erachtens die beste Strategie.

Eben aß ich wieder in meinem Stammhotel zu Abend, da sagte die Wirtin, letztens seien zwei Schüler, also wohl Studenten, ein Pärchen, da gewesen und hätten gesagt, sie seien auf meine Empfehlung da. Das zeigt mit in Bezug auf die Gewöhnung an einen rocktragenden Dozenten, dass der Rock zumindest keine negative Rolle dabei spielt, wenn ich etwas empfehle. Ob eine positive oder gar keine, vermag ich nicht zu sagen.

Gegen das Wort "rechtfertigen" habe ich aber nichts einzuwenden. Für mich bedeutet es, anhand eines bestimmten normativen Maßstabes zu erklären, was man macht und zu zeigen, dass es diesem Maßstab nicht widerspricht. Was ist daran negativ?

LG, Micha
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Offline cephalus

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #18 am: Gestern um 23:43 »
Gegen das Wort "rechtfertigen" habe ich aber nichts einzuwenden. Für mich bedeutet es, anhand eines bestimmten normativen Maßstabes zu erklären, was man macht und zu zeigen, dass es diesem Maßstab nicht widerspricht. Was ist daran negativ?

Für Deine Interpretation das Wortes gebe ich Dir Recht.

Aber, für mich impliziert das Wort "rechtfertigen" ein vorausgeganenes oder geplantes Unrecht, für dessen Begehung ich gerne eine Entschuldigung hätte und daher eine Begründung meiner Tat liefere.

In etwa: Ich bin zu schell gefahren, weil das Verkehrsschild nicht erkennbar war.

Also, ich habe mit dem Rock etwas falsch gemacht,
aber ich musste weil(...)

Ich mache aber mit meiner Kleidung nix falsch.


Offline MAS

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #19 am: Gestern um 23:50 »
Ja, lieber Cephalus, so haben verschiedene Menschen oft unterschiedliche Assoziationen zu den selben Wörtern.

Deine Assoziation ist mir wiederum fremd. Denn wenn ich etwas falsch gemacht habe, dann kann ich das eben nicht rechtfertigen. Ich kann es auch nicht selbst entschuldigen, sondern nur den, demgegenüber ich schuldig geworden bin, um Entschuldigung bitten.
Ich kann natürlich begründen,  wie es dazu kam, dass ich mich schuldig gemacht habe. Und vielleicht mildert eine solche Erklärung den Schuldspruch, weil sie vielleicht aus Vorsatz Fahrlässigkeit macht.

Aber rechtfertigen kann ich nur etwas, das mich nicht schuldig gemacht hat - so mein Wortgebrauch.

Weil Du eben nix falsch gemacht hast, kannst Du es ohne Probleme rechtfertigen.

LG, Micha

PS: Wohl interessant: https://www.dwds.de/wb/Rechtfertigung  Da steht auch " z. B. das Entkräften einer Anschuldigung". Da würde ich sagen: Rechtfertigen kann ich eine Handlung nur gegenüber einer falschen Anschuldigung.
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Online Skirtedman

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #20 am: Heute um 00:54 »
Nun, das ist mal wieder alles vielschichtiger.

Also, in Deinem Sinne ("Rechtfertigen kann ich eine Handlung nur gegenüber einer falschen Anschuldigung.") kann auf die Frage "Warum trägst Du einen Rock?" folgendes passieren:

- Du fühlst Dich mit dieser Frage beschuldigt, dass Du etwas Ungehöriges machst, Du empfindest es aber nicht als etwas Ungehöriges, und gerätst wegen dieser falschen Anschuldigung unter Rechtfertigungsdruck.      Oder:
- Der Fragende meint seine Frage als Anschuldigung, weil Du etwas für ihn Ungehöriges machst, also ist jede Antwort von Dir für ihn eine Rechtfertigung.

Zudem gibt es in Deinem Sinne (siehe Klammer oben) auch noch folgende zutreffende, nur etwas verschobene Situation:

Denn, Micha, Du kannst eine Handlung auch rechtfertigen gegenüber einer zutreffenden Anschuldigung. Deine Rechtfertigung ist zwar - neutral besehen - nicht gerechtfertigt, aber wenn der, dem gegenüber Du Dich zu rechtfertigen versuchst, Deine Rechtfertigung anerkennt, hast Du Dich mit Deiner Handlung gerechtfertigt. Machst Du das mit Vorsatz, benutzt Du Deine Rechtfertigung manipulativ.

Hieraus ergibt sich ein negativer Beigeschmack des Wortes Rechtfertigung. (Es gibt noch einen anderen, dazu später.) Und aus der Sicht eines Fragenden, der nicht verstehen kann, dass Du Rock trägst, wirst Du genau mit einer aus seiner Sicht zutreffenden Anschuldigung konfrontiert, bei der es für ihn nur einen Ausweg gibt, nämlich die Schuld anzuerkennen. Jede andere Antwort von Dir wird er als Rechtfertigung deuten und nicht anerkennen.
(Natürlich wird er es auch nicht verstehen können, weil er sich einer ehrlichen Antwort von Dir verschließt.)



Einen weiteren negativen Beigeschmack bekommt das Wort Rechtfertigung in einem anderen Zusammenhang.
Denn, wenn eine Erklärung (z.B. als Antwort auf eine Frage) von Dir bzgl. einer Handlung von Dir bewusst nicht anerkannt wird (z.B. weil es Deinem Gegenüber gegen seine Interessen steht), dann kann Dein Gegenüber Deine Erklärung (ungerechtfertigt) als Rechtfertigung deklarieren; dann benutzt er das Wort Rechtfertigung manipulativ, um Dir somit eine Schuld zu unterstellen (und um seine Interessen zu wahren). (Eine gar nicht so selten anzutreffende Praxis)



Im Laufe der Jahre habe ich hier in verschiedenen Zusammenhängen, gerade aber auch bei der Erklärung "warum Rock?" immer wieder eine verbreitete gewisse Abneigung einzelner herausgelesen, wo mit dem Wort "rechtfertigen" operiert wurde, besonders: "Ich muss mich doch nicht rechtfertigen!"
Ich meine, ich hätte da meistens genau die beiden negativen Beigeschmäcker mitschwingen gehört.





Mit dem Begriff, aber auch mit der Ausübung von Rechtfertigung, kann man sehr manipulativ umgehen.
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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #21 am: Heute um 01:19 »
...und weil wir gerade so bei Anschuldigungen sind ... oder Vorwürfen...

Trotz verschiedener Gegenargumente von Euch, finde ich meinen Wortlaut noch immer passend:

Ab der Frage "Wie ein Mädchen?"
hättest Du antworten können:
"Ja, wie ein Mädchen. Und wie Frauen. Und wie einige andere Männer, die sich nicht mehr bevormunden lassen."

 ;)

Will kurz erklären, warum (vor allem im vorliegenden Fall):

Im "bevormunden" steckt zwar eine diffuse Anklage, aber nicht konkret auf die Verwandte Deiner Mutter.

Vielmehr lässt sich das "bevormunden" beziehen vor allem auf Deine Frau. (Gut, aber sie ist ja mit anwesend und lächelt verlegen.)
Oder auf Deine Mutter. Aber davon ist ihre Cousine auch nicht wirklich betroffen.
Bestenfalls ist das "bevormunden" zu beziehen auf die Gesellschaft. Da ist die Cousine Deiner Mutter aber nur ein ganz kleines Rädchen ohne klare Mitverantwortung.

Deshalb finde ich meine Formulierung doch dafür geeignet, weil sie eben keine Anschuldigung gegenüber Deiner Verwandten ist. Und wenn sie sich als kleines Teil der Gesellschaft mit beschuldigt fühlt, regt es vielleicht kurz zu einem kleinen Nachdenken an. Und erzeugt vielleicht sogar eine gewisse Zustimmung.

Also, ich danke Euch allen für Eure Einwände. Sie haben mich aber nicht überzeugt.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
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