Autor Thema: "Was hast Du denn da an?"  (Gelesen 3585 mal)

Offline MAS

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #30 am: 18.01.2026 09:51 »
Lieber Albis,

dann grüße die Albinina bitte herzlich vom Forum! ;D

LG, Micha
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Offline nasenbaer

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #31 am: 18.01.2026 13:03 »
Von der Theorie her hört sich das plausibel an: Ich-Botschaften, Ende der Diskussion.

Von meiner eigenen Offenbarungsgeschichte her weiss ich aber, dass diese Aussagen beim Empfänger nur dazu dienen, die vorgefassten Meinungen bestätigt zu sehen.

Vielleicht fragt man heute nicht mehr so schnell nach wie früher. Aber das sich bestätigende Gedankenrattern bei den Fragestellern wird doch genau durch solche Aussagen erst voll in Gang gesetzt:

"Weil es mir gefällt." - Klar, er will halt lieber eine Frau sein. Es gefällt, weil er sich als Frau fühlt. Es gefällt, weil er die Blicke von Männern auf sich ziehen will.

"Es fühlt sich toll an." - Klar, ... (selbe Gedanken wie oben. Und vielleicht noch dieser Gedanke...) Würde er sich wie ein Mann fühlen, würde sich das auch nicht toll anfühlen.

Ich plädiere immer für Offenheit. Oder für mehr Hintergrundinformation. Was der Empfänger aus den Details dann sich bastelt, kann ich schwer beeinflussen, aber ich habe es versucht.

Ich habe nicht gesagt, dass ich eine mögliche Diskussion damit beenden will, aber ich überlasse es dem Gegenüber nachzufragen, wenn er/sie es genauer wissen will. Ich hatte schon mit Jugendlichen zu tun, die dann genau in diese Richtung weiter gefragt haben: "Fühlst Du Dich als Mädchen/Frau?". Auch darauf habe ich dann ehrlich geantwortet: "Ich weiß es nicht, denn ich weiß ja nicht wie ein Mädchen/eine Frau sich fühlt." Ich dränge aber niemanden, sich damit auseinanderzusetzen.

Die Selbstwahrnehmung und die Fremdwahrnehmung (durch andere) unterscheiden sich eigentlich fast immer.

Ein Kind war mal der Meinung, ich sei eine Frau. Die Eltern haben versucht es vom Gegenteil zu überzeugen. Das Kind meinte, Ohrringe (große Creolen) tragen nur Frauen. Das Kind darf doch denken, was es möchte. Es darf mich ruhig für eine Frau halten. Letztlich ist nur wichtig, dass man gegenseitig respektvoll miteinander umgeht und das sollte auch dann so sein, wenn mich jemand für eine Frau hält.

Warum dem einen etwas gefällt und warum jemand anderem das nicht gefällt, wird man nie abschließend ergründen oder erklären können.

Als ich 1989/1990 mir meinen ersten Ohrring auf der rechten Seite habe machen lassen, gab es einen Jungen, der meinte, das müsste bedeuten, dass ich bisexuell wäre. Seine Argumentation: "Heterosexuelle Männer haben ihren Ohrring links, homosexuelle Männer haben ihren Ohrring rechts, also müsste ich bisexuell sein, weil ich auf beiden Seiten Ohrringe trage." Wenn er das glaubt, was soll ich da mit ihm darüber diskutieren, dass es nicht so ist!? Es würde höchstens eine Rolle spielen, wenn er Interesse an mir hätte und dann würde er eben merken, dass es nicht so ist oder ich würde es ihm sagen.

Wer "denkt", anstatt zu fragen und sich zu erkundigen, ist selbst Schuld, wenn er sich täuscht und falsche Schlüsse zieht.
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Offline Zareen

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #32 am: Heute um 00:04 »
Diese Frage empfinde ich wie die MAD-Serie "Kluge Antworten auf dumme Fragen" von Al Jaffee. "Was hast du denn da an?" ist so, als ob ich jemanden der die Sportschau sieht, frage "Siehst du gerade die Sportschau?"
"Nein, ich habe eine Hose an" und dann entweder "die Beine wurden unterschiedlich weit geschneidert. Ich passe mit beiden Beinen nur in das weite Hosenbein." oder "neuester Economy-Trend, man spart den Stoff für das zweite Bein." Und dann völlig entrüstet einen draufsetzen "Ich trage doch als Mann keinen Rock!"

Seit fast 2 oder 3 Jahren trage ich fast nur noch Röcke. Im Winter auch mit Strumpfhose. Kniekurze, lange, was eben gerade gefällt. Barfuß mit Sandalen am liebsten. In größeren Menschenansammlungen schauen die älteren mehr als die jüngeren, aber es gab bisher s e h r wenig Nachfragen. Wenn überhaupt, blieb alles auf einer sehr sachlichen Ebene. Auf das Bequemlichkeits Argument bekam ich bisher von allen Frauen absolute Zustimmung. Das Wichtigste ist, wie ich feststelle, daß ich mich wie ein Mann bewege und rede. Gehirne brauchen Sicherheit. Wenn ich mich wie eine Frau bewege wird mein Gegenüber unsicher. Und dann kommen unsinnige Bemerkungen - nach meiner Erfahrung.
Mann-sein hängt nicht vom Tragen einer Hose ab.
Warum dann nicht Rock tragen? Nur Mut....

Offline Slothorpe

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #33 am: Heute um 10:24 »
Ich bewege und spreche, wie ich eben bin, ob das jemand als männlich oder weiblich oder keins von beiden assoziiert, habe ich nicht unter Kontrolle und will das auch gar nicht kontrollieren.

Ich bewege mich in der Öffentlichkeit meist in Röcken, Strümpfen/Strumpfhosen und hohen Schuhen… und das ganz normal und selbstverständlich/selbstbewußt.

Es reagiert normalerweise niemand, am
Ehesten mal kleine Kinder, was ich absolut nachvollziehbar finde. Wenn Erwachsene reagieren, dann eigentlich zu 95% positiv.

Ich denke es kommt absolut darauf an, wie man sich fühlt und wirkt.
beam me up Scotty, there's no intelligent life on this planet!


Offline doppelrock

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #34 am: Heute um 10:45 »
Die Frage "Was hast du denn da an" muss nicht zwingend bei weiblich konnotierter Kleidung kommen, es reicht fast alles, was aus dem gewohnten Bild fällt.
Neongelbe, transparente Regenjacke, wirklich enge skinny Jeans, nicht die labberigen Hängehintern aus der Männerabteilung, Kurzblazer mit rundem Ausschnitt und goldenen Knöpfen, Schuhe mit etwa 4cm Absatz,... all das reicht oft schon für Fragen, manchmal aber auch für Lob, sogar von Männern.

Wenn jemand meint, ob die Position des Ohrrings was über sexuelle Vorlieben aussagt, kann man eigentlich nur in sachlich-höflicher Form zurückfragen, woher er dieses "Wissen" habe, wie es begründet sei, vielleicht, warum man sich überhaupt in solche Denkschablonen drücken lassen soll oder will? Und warum soll die Bedeutung bei Männern anders sein als bei Frauen, die ja oft 2 Ohrringe tragen? Wie man reagiert, hängt natürlich von der Situation und vom fragesteller ab, bei für mich selbstverständlichen Dingen wäre ich von solchen Fragen überrascht und würde vielleicht reflexartig ungeschickt oder abweisend antworten. Da hilft es vielleicht, sich gedanklich auf solche Fragen vorzubereiten, um dann eher sachlich und überlegtnach einer kleinen Denkpause zu antworten.
Möglich, dass sich dann sogar ein kurzes, interessantes Gespräch entwickelt und der andere seine Vorurteile beginnt zu überdenken.

Online Delme-Didi

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Antw:"Was hast Du denn da an?"
« Antwort #35 am: Heute um 15:13 »
Hi,
Ich trage auch nur Rock oder Kleid. Liebend gerne Mini bis Knielang. Seltener länger. Habe diesbezüglich keine negativen Kommentare erhalten.

Was mich nur wundert, letztens ging ich im Mini durch die Stadt. Vor mir drei junge Frauen auch im Mini. Offenbar ebenfalls mit dünneren Strümpfe. Als wir an einem Mann vorbeikommen schaut dieser die Frauen an und sagt nichts. Als ich vorbeigehe fragte er, ob das nicht kalt wäre.

Das ist gerade jetzt im Winter so ziemlich die einzige Reaktion. Mir reicht in der Regel ein kurzer Rock mit 20Den Strümpfe. Dickere ziehe ich nur an, wenn ich im Winter mit Rock an der Nordsee spazieren gehe.

Die einzige Hose, die ich noch hin und wieder trage, ist meine Motorradregenhose uber dem Rock auf dem Motorroller.
Grüße vom Delme-Didi


 

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