Autor Thema: Öffentlichkeits-Arbeit für "Rock am Mann" - Diskussion  (Gelesen 1662 mal)

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Ja, ja, der Mann auf der Straße. Auch der hat nicht mehr dasselbe Weltbild wie vor 100 Jahren. Auch ist es ja nicht nur einer, sondern deren sind es viele und die sind nicht alle gleich.

Aber gehen wir von den ungebildetsten Männern auf der Straße aus: Würdest Du sie gerne in ihrer Unbildung belassen, nur damit sie Röcke tragen?

Ist es Dir so wichtig, dass alle Männer Röcke tragen, auch wenn das zulasten einer geistigen Weiterentwicklung ginge?

Und meinst Du nicht, dass Sätze wie "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen" auch für sie verständlich wären? Musst Du unbedingt betonen, dass sie "richtige Männer" sein dürfen, was auch immer "richtige Männer" sind, auch wenn die Männer, die Du erreichen willst, damit Machismo meinen?

Ich meine, ich bin ein Mann, aber ein "richtiger Mann" in dem Sinne, wie BH und andere Machos es verstehen, will ich gar nicht sein. Und dennoch bin ich nicht LGBTQ+. Aber lieber verbünde ich mich mit letzteren als mit ersteren.

Aber gut, wenn Du eine PR für diese "richtigen Männer" machen willst, mach nur. Aber ohne mich. Ich mache dann die PR für die, die Genderklischees bereit sind, in Frage zu stellen.

Aber eigentlich ist ja Bernd unser PR-Beauftragter. Nee, ist er nicht, will er nicht sein, denn er hat erkannt, dass wir zu heterogen für eine gemeinsame PR sind. Also machen einige, die es wollen, PR für eine Zielgruppe und andere für eine andere.

LG, Micha
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"Röcke sind für alle da, genau wie Hosen", ist vielleicht sogar ein genialer Spruch, den alle einigermaßen verstehen.

Jedenfalls haut man nicht mit Begriffen um sich, die einige nicht mehr hören wollen, oder in die sich etliche nicht hineindenken wollen. Mit Worten wie "Genderklischees" kannst Du in einer Fachpublikation hantieren, oder in einem so erlesenen Kreis, wie wir das sind. In der allgemeinen Gesellschaft verlierst Du damit die Aufmerksamkeit von genau denen, die am notwendigsten zu erreichen wären.

Die Botschaft, ein Mann muss nicht nach Gründen ringen, um einen Rock zu tragen (verkürzt und plakativ: "darf ein richtiger Mann sein"), soll ja nicht nur potenzielle und schlummernde Rockmänner ansprechen,
sondern auch Frauen, Kinder, Senioren, die alle in irgendeiner nahestehenden Funktion sich zu Männern sich befinden, die man bislang nur in Hosen kennt.

Der Gedanke: "Du kannst auch nichts von all dem sein, woran ich als erstes denken musste" soll sich in der Gesellschaft verbreiten, der aber bislang als ziemlich utopisch angesehen wird, weil eben alle anderen Möglichkeiten medial präsent sind, der "Mann im Rock ohne Nebenbedingungen" aber ist es noch nicht.

Die Ehefrau kann noch so sehr aufgeschlossen sein, dass X oder Y queer oder trans sind, wenn sie das aber von ihrem eigenen Mann denkt, wird es kritisch. Drum nutzt es nichts, mit weiterhin verständnisvollen Fähnchen zu schwenken, wenn es darum geht, dass sie ihren Mann im Rock akzeptieren soll. Es kann ihr nur gelingen, wenn sie die Möglichkeit kennt, dass ein Mann auch ganz ohne Nebenbedingungen Rock tragen kann. Und wenn das auch die Nachbarin weiß, und ihre Eltern.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

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Na siehst Du, da haben wir vielleicht doch einen gemeinsamen Slogan:
"Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!"

Mir geht es auch nicht um das Wort "Genderklischees", sondern um deren Inhalt: "überkommende Vorstellungen von Geschlechterrollen und -merkmalen, denen viele Menschen nicht entsprechen möchten, wenn sie die freie Wahl haben". Das ist jetzt zwar viel länger, aber ohne Fremdwörter.

Und wenn wir "richtige Männer" in "normale Männer" oder "Durchschnittsmänner" ändern, klingt das schon viel weniger nach Machismo.

"Ich bin ein ganz normaler Mann und trage ein ganz normales Kleidungsstück", wäre so eine Aussage, die ich äußern könnte.

Aber immer natürlich ein "auch" dabei: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen, auch für ganz normale Männer".

Mit so einem Satz kann ich sehr gut leben und PR machen.

Es war mir eine Freude, mit Dir so konstruktiv zu diskutieren, lieber Wolfgang!

LG, Micha
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