Inhaltlich würde ich als Schwerpunkt schon das Thema Kleidungsfreiheit sehen und die Parallele zur Befreiung der Frau aus dem Rock vor 100 Jahren sehen, deren Pendant, die Befreiung des Mannes aus der Hose, ja noch aussteht. Und ja, doppelrock, diese Freiheit ist noch eingeschränkt, wenn zwar nicht juristisch, so doch gesellschaftlich. Im Übrigen bin ich immer noch dafür, positiv besetzte Begriffe zu verwenden, also nicht Hosenzwang sondern eher Kleidungsfreiheit.
Zu den Anlässen:
- Der Rethink Masculinity Day ist sicherlich thematisch am besten geeignet, jedoch wohl noch recht unbekannt, oder?
- Der Internationale Frauentag, der am 8. März (nicht April) in Berlin sogar Feiertag ist, bedarf einer ausführlichen Erklärung, wieso wir als Männer uns da dranhängen wollen. Ich habe Zweifel, dass das funktioniert.
- Christopher Street Day(s) = CSDs (z.B. 'nicht-queer, trotzdem anders' oder 'nur ein bisschen queer' oder so). Ja und Nein. Es würde m.E. nur funktionieren, wenn uns die queere Szene als Teil von sich sieht. Am plakativsten wäre, wenn wir dem LGBT.... einen weiteren Buchstaben, der für uns steht, hinzufügen könnten. Ich sehe jedoch, dass viele unter uns auch ihre Männlichkeit betonen und sich bewusst von der queeren Szene abgrenzen.
- Karneval (z.B. 'Mann im Rock ist keine Verkleidung'): Nein. Karneval ist Verkleidung. Wir verkleiden uns jedoch nicht. Die Verneinung ("...ist keine Verkleidung") wird wahrscheinlich nicht so wie gewollt verstanden. Karneval kann m.E. lediglich Anlass für diejenigen, die noch Hemmungen haben, sich im Rock in der Öffentlichkeit zu zeigen, sein, es erstmals zu wagen.
Ich würde mich freuen, wenn wir dieses Mal was zustande bringen würden.
LG, Albis
Ja, Albis, das stimmt, was Du schreibst. Auch der Int. Frauentag ist am 8. März, da hatte ich mich verschrieben.
Inhaltlich meinte ich es jedoch überwiegend etwas anders. Außer beim Rethink Masculinity Day (RMD) hatte ich die ggf. von uns kommunizierten Inhalte eher als eine Art "Kontrapunkt" angesehen, oder als eine dazu passende Anmerkung mit einem anderen - unserem - Blickwinkel.
Ich möchte dies kurz zu den Anlässen näher erläutern (denn z.B. war von mir nicht gedacht, uns der queeren Szene anzugliedern):
- Internationaler Frauentag (8. März)
Zum Anlass dieses medial breit vertretenden Anlasses könnte man unseren Inhalt (quasi ergänzend, oder als Kontrapunkt) mit diesem Fokus publizieren:
Der öffentlich am stärksten ausgelebte Sexismus, der den meisten noch nicht einmal auffällt: Männer in Hosen.
(spricht den Männern aus der Seele, die sich und andere Männer davon betroffen sehen könnten)
Man könnte das freilich auch weniger scharf formulieren.
Oder Fokus auf: Parallele Hosen für die Frau versus Röcke für den Mann
- Christopher Street Day
inhaltlicher Fokus auf: nicht alle Männer, die Röcke oder Kleider tragen müssen
- Sympathisanten mit der Bedeutung des CDSs sein
- sich selbst zu einer der Gruppe zählen, die sich vom CDS angesprochen fühlen
Wenn die Gruppen, die sich mit den CSDs identifizieren können, um Sichtbarkeit - auch in den Medien - bemüht,
dann kann zeitgleich eine Gruppe, die leicht dazu gezählt wird, sich ebenso um Sichtbarkeit (Aufmerksamkeit) bemühen, um eben nicht in der starken Präsenz der CSD-Gruppen unterzugehen. Also quasi ein Kontrapunkt, nämlich die Info, dass es auch noch andere Männer gibt, die gerne Röcke oder Kleider tragen.
Vorteil einer solchen Kampagne wäre, da es ein längerer Zeitraum ist (ein, zwei Monate), über den hinweg an versch. Orten CSDs abgehalten werden, kann man in den entsprechenden regionalen Medien "unser" Thema über einen längeren Zeitraum mehrfach einsetzen.
- Karneval
Gerade zu Aschermittwoch, -donnerstag oder in den darauffolgenden Wochenendausgaben könnte man jenen Inhalt transportieren:
"Männer in Röcken verkleiden sich nicht."
Früher wurde mir das bis in den Herbst zugerufen: "Ey, Fastnacht ist vorbei"! Hat zwar nachgelassen, manche Leute werden das aber immer noch so in den Köpfen denken.
Ich habe bis heute es sehr oft vermieden, gerade an Aschermittwoch unter die Leute zu gehen.
Nicht, dass die am Ende noch denken, ich wäre am Fastnachtsdienstag ungeplant nicht mehr in mein eigenen Bett gekommen und jetzt nach ausgeschlafenem Rausch oder hochaktiver Nacht nun auf dem Heimweg in Verkleidung.
Das wäre der Anknüpfungspunkt, den man vor allem nach Fastnacht (aber auch im Vorfeld) inhaltlich formulieren könnte.
Nach der Fastnacht eben auch dann, wenn die lokale Berichterstattung über die Fastnacht medial nachlässt und an nun das Thema "Fastnacht" und vor allem die Nichtverkleidung anknüpft und auf den nun eröffneten normalen Jahresabschnitt hin überleitet.
- Rethink Masculity Day
sicherlich thematisch an nächsten an uns dran, da könnte man sich nicht nur auf den Anlass beziehen, sondern auch an den Anlass dranhängen. Das ergibt folgende Möglichkeiten:
- Kontaktaufnahme zu den Ausrichtern der RMDs, um unsere Botschaften und ggf. das Forum denen bekannt zu machen und uns bei deren deren Presseaktivitäten mit zu bedenken (also z.B. von denen ein Hinweis auf rockmode.de an die Presse)
- von uns eigenverantwortlich an die Presse herangetreten mit Bezug auf diesen Anlass:
wie bereits erwähnt, könnte das im Vorfeld sein, oder am Tag selbst oder Vortag, oder in den Tagen der Nachberichterstattung über den RMD. Hier dann ähnlicher Bezug auf den Anlass RMD, aber mit dem eigenen Standpunkt und Schwerpunkt. Wir könnten die Medien ansprechen, die sowieso über den RMD berichten (also eher regional). Entweder verwursten diese unser e Info zusammen in die Berichterstattung über den RMD oder sie räumen uns einen eigenen Artikel ein. Was nicht weiter schlimm sein muss, denn bspw. der Internationale Frauentag kommt auch mehr als nur in einem Artikel innerhalb eines Mediums vor.
Freilich könnten wir auch hier durch unsere Erwähnung des RMD diesen auch in anderen, ggf. überregionalen Medien helfen, populärer zu machen. Vielleicht entschließen sich nächstes Jahr andere Städte, einen solchen ebenfalls durchzuführen.