Autor Thema: Öffentlichkeits-Arbeit für "Rock am Mann" - Diskussion  (Gelesen 1709 mal)

Offline MAS

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Ja, ja, der Mann auf der Straße. Auch der hat nicht mehr dasselbe Weltbild wie vor 100 Jahren. Auch ist es ja nicht nur einer, sondern deren sind es viele und die sind nicht alle gleich.

Aber gehen wir von den ungebildetsten Männern auf der Straße aus: Würdest Du sie gerne in ihrer Unbildung belassen, nur damit sie Röcke tragen?

Ist es Dir so wichtig, dass alle Männer Röcke tragen, auch wenn das zulasten einer geistigen Weiterentwicklung ginge?

Und meinst Du nicht, dass Sätze wie "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen" auch für sie verständlich wären? Musst Du unbedingt betonen, dass sie "richtige Männer" sein dürfen, was auch immer "richtige Männer" sind, auch wenn die Männer, die Du erreichen willst, damit Machismo meinen?

Ich meine, ich bin ein Mann, aber ein "richtiger Mann" in dem Sinne, wie BH und andere Machos es verstehen, will ich gar nicht sein. Und dennoch bin ich nicht LGBTQ+. Aber lieber verbünde ich mich mit letzteren als mit ersteren.

Aber gut, wenn Du eine PR für diese "richtigen Männer" machen willst, mach nur. Aber ohne mich. Ich mache dann die PR für die, die Genderklischees bereit sind, in Frage zu stellen.

Aber eigentlich ist ja Bernd unser PR-Beauftragter. Nee, ist er nicht, will er nicht sein, denn er hat erkannt, dass wir zu heterogen für eine gemeinsame PR sind. Also machen einige, die es wollen, PR für eine Zielgruppe und andere für eine andere.

LG, Micha
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Online Skirtedman

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"Röcke sind für alle da, genau wie Hosen", ist vielleicht sogar ein genialer Spruch, den alle einigermaßen verstehen.

Jedenfalls haut man nicht mit Begriffen um sich, die einige nicht mehr hören wollen, oder in die sich etliche nicht hineindenken wollen. Mit Worten wie "Genderklischees" kannst Du in einer Fachpublikation hantieren, oder in einem so erlesenen Kreis, wie wir das sind. In der allgemeinen Gesellschaft verlierst Du damit die Aufmerksamkeit von genau denen, die am notwendigsten zu erreichen wären.

Die Botschaft, ein Mann muss nicht nach Gründen ringen, um einen Rock zu tragen (verkürzt und plakativ: "darf ein richtiger Mann sein"), soll ja nicht nur potenzielle und schlummernde Rockmänner ansprechen,
sondern auch Frauen, Kinder, Senioren, die alle in irgendeiner nahestehenden Funktion sich zu Männern sich befinden, die man bislang nur in Hosen kennt.

Der Gedanke: "Du kannst auch nichts von all dem sein, woran ich als erstes denken musste" soll sich in der Gesellschaft verbreiten, der aber bislang als ziemlich utopisch angesehen wird, weil eben alle anderen Möglichkeiten medial präsent sind, der "Mann im Rock ohne Nebenbedingungen" aber ist es noch nicht.

Die Ehefrau kann noch so sehr aufgeschlossen sein, dass X oder Y queer oder trans sind, wenn sie das aber von ihrem eigenen Mann denkt, wird es kritisch. Drum nutzt es nichts, mit weiterhin verständnisvollen Fähnchen zu schwenken, wenn es darum geht, dass sie ihren Mann im Rock akzeptieren soll. Es kann ihr nur gelingen, wenn sie die Möglichkeit kennt, dass ein Mann auch ganz ohne Nebenbedingungen Rock tragen kann. Und wenn das auch die Nachbarin weiß, und ihre Eltern.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline MAS

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Na siehst Du, da haben wir vielleicht doch einen gemeinsamen Slogan:
"Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!"

Mir geht es auch nicht um das Wort "Genderklischees", sondern um deren Inhalt: "überkommende Vorstellungen von Geschlechterrollen und -merkmalen, denen viele Menschen nicht entsprechen möchten, wenn sie die freie Wahl haben". Das ist jetzt zwar viel länger, aber ohne Fremdwörter.

Und wenn wir "richtige Männer" in "normale Männer" oder "Durchschnittsmänner" ändern, klingt das schon viel weniger nach Machismo.

"Ich bin ein ganz normaler Mann und trage ein ganz normales Kleidungsstück", wäre so eine Aussage, die ich äußern könnte.

Aber immer natürlich ein "auch" dabei: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen, auch für ganz normale Männer".

Mit so einem Satz kann ich sehr gut leben und PR machen.

Es war mir eine Freude, mit Dir so konstruktiv zu diskutieren, lieber Wolfgang!

LG, Micha
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Offline high4all

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Warum das Wort "normal"? "Mann" genügt.

Und wenn wir "richtige Männer" in "normale Männer" oder "Durchschnittsmänner" ändern, klingt das schon viel weniger nach Machismo.

"Ich bin ein ganz normaler Mann und trage ein ganz normales Kleidungsstück", wäre so eine Aussage, die ich äußern könnte.

Aber immer natürlich ein "auch" dabei: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen, auch für ganz normale Männer".

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Offline MAS

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Selbstverständlich, lieber Hajo. Ich habe mich nur der Sorge von Wolfgang angepasst, Männer, die sich als normal empfinden, wollten nicht als nicht normal gelten.

Davon abgesehen ganz klar: "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen, auch für Männer."

Und hier könnten wir noch ein "normal" weglassen:
"Ich bin ein Mann und trage ein Kleidungsstück."

Aber für mich geht es auch jeweils mit "normal". Obwohl ich mal einen Aufkleber auf meinem Auto hatte, auf dem zu lesen war: "Warum normal sein?" Was einen Kollegen dazu brachte, sich zu ducken, wenn er mit mir in meinem Auto durch sein Dorf fuhr, weil er nicht wollte, dass er von den anderen Dorfbewohnen für unnormal gehalten wurde. Für solche Männer mag das Wort "normal" sehr wichtig sein. So sagte er mal zu mir, der ich zu Karneval unten einen Faltenrock und oben Hemd, Jaket und Krawatte trug, dass ich oben rum richtig gut aussähe.
Wir hatten aber auch mal eine Diskussion über das Wort "normal", wobei herauskam, dass es für ihn "der Norm (also einem Sollwert) entsprechend" bedeutete und für mich "durchschnittlich" (also einen Istwert beschreibend). Klar, dass man normal sein will, wenn man darunter verstehet, dass man so sein soll. 

LG, Micha
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Online Albis

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Wir verlieren uns mal wieder in Grundsatzdiskussionen und die beiden Seiten erklären sich mal wieder gegenseitig ihr Weltbild. So wird das nichts. Entweder wir diskutieren zielgerichtet verschiedene Varianten einer Öffentlichkeitsarbeit und kommen dann zu Entscheidungen, die wir dann umsetzen, oder wir lassen es. Diejenigen, die mit Entscheidungen nicht einverstanden sind, müssen ja nicht mitmachen.

Der Rethink Masculinity Day scheint mir nach wie vor am geeignetsten. Wenn er als noch zu klein und unbedeutend empfunden wird, können wir ja mithelfen, dass er größer wird.

Der Slogan "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!" ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber leicht verständlich. Und es geht darum, leicht verständliche Botschaften zu finden, die die große Menge der Menschen versteht.

Also schlage ich vor, diesen Slogan auf dem RMD zu positionieren. Gibt es eine Mindestanzahl an Mitgliedern, die dem zustimmt?

LG, Albis

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Der Slogan "Röcke sind für alle da, genau wie Hosen!" ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber leicht verständlich. Und es geht darum, leicht verständliche Botschaften zu finden, die die große Menge der Menschen versteht.

Also schlage ich vor, diesen Slogan auf dem RMD zu positionieren. Gibt es eine Mindestanzahl an Mitgliedern, die dem zustimmt?

LG, Albis

Da siehst Du mal, lieber Albis, wozu so eine Grundsatzdiskussion gut ist: Wir haben einen Slogan gefunden, der zumindest schon mal dreien von uns zusagt.

Zudem haben Wolfgang und ich eine andere Art von Demokratie geübt, nicht die von Mehrheiten und Minderheiten - das ginge bei zwei Diskutanten eh nicht - sondern eine Konsensfindung.

Aber wenn Du schon abstimmen möchtest: Ich bin dafür, diesen Slogan zu verwenden.

LG, Micha
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