Autor Thema: Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen  (Gelesen 1942 mal)

Offline Skirtedman

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Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Antwort #75 am: Gestern um 19:55 »
Naja, war jetzt kein Meisterwerk, diese Umfrage.
Trotz einiger Fehler stehe ich aber immer noch zu ihr und ich empfinde sie noch immer für mich wichtig und aufschlussreich.  :D
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline Skirtedman

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Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Antwort #76 am: Gestern um 20:00 »
Aus Deinem ersten Satz fällt mir eine andere Interpretation auf, als sie von mir gemeint war:
"Rücksicht auf Kinder, Eltern, Partnerin nehmen"
Diese Aufzählung ist als eine Oder-Verknüpfung zu verstehen, jedenfalls so von mir gemeint.
Dass man das auch als Und-Verknüpfung interpretieren kann, bei der alle Einzelteile erfüllt sein müssen um zu gelten, hatte ich nicht als mögliche Interpretation im Sinn.

Natürlich muss nur eines der Kinder, nur ein Elternteil oder nur eine Deiner Partnerinnen (falls Du mehrere hast) ausschlaggebend sein, dass die Bedingung Rücksicht erfüllt ist. So jedenfalls ist es gemeint.

Daran anknüpfend  :D muss ich nochmals einen Blick auf die Formulierung meiner Sätze nehmen.

Gerade, weil auch Rücksichtnehmen auf jmd.n scheinbar schon so gedeutet wurde:
"Einige meiner Familie sollen gar nicht wissen, dass ich Röcke trage. Das ist keine Rücksicht."

Doch, ist es schon. In meinem Empfinden. Es ist Rücksicht.
Und auch die Formulierung:
"mir ist wichtig, was meine Kinder, meine Eltern, meine Partnerin von mir denkt," ('denken' wäre grammatikalisch korrekt)
bedeutet: Rücksicht nehmen. Entweder man hat es geschafft, sie von seiner wahren Intention zu überzeugen (Glücksfall),
oder man ist noch dran, oder man hadert noch, man kämpft noch, wie auch immer, zumeist geht es mit einem inneren oder offenen Kompromiss einher. Wenn man es für wichtig hält, was sie denken, dann ist das eine Art Rücksicht.

"mir ist wichtig" habe ich in Satz 2 und 3 verwendet. Im erwähnten Glücksfall kann es sein, dass dann auch Satz 3 und 4 relevant werden, falls zutreffend. Oder Satz 2 und 3 bleiben relevant, weil es ja auch weiterhin wichtig ist, was die enge Familie über einen denkt.

Satz 3 und 4 ("brauche keine Rücksicht nehmen auf") kann sein, weil die enge Familie nicht vorhanden ist oder irrelevant ist. Oder weil eben aus obigem Glücksfall die enge Familie schon so mit seinem Rocktragen zufrieden und überzeugt ist, dass man nicht mehr weiter Überzeugungsarbeit leisten muss und sich das Rocktragen schon so fraglos ins Familienleben integriert hat.

Bei cephalus und Ludwig scheint mit diese Stufe schon erreicht zu sein (Glücksfall). Wobei z.B. Ludwig vielleicht auch gerne noch freier entscheiden würde, was er gerne tragen würde, aber sich entsprechend einigermaßen zurückhält. Also bei Ludwig halte ich es für möglich, dass für seine Lebenssituation es möglich ist, dass doch eher die Sätze 2 / 3 als die Sätze 4 / 5 relevant werden.

Also: die Übergänge zwischen den verschiedenen Satz-Kategorien kann fließend sein, das muss dann jeder, den es betrifft, sich selber erforschen, was denn bei ihm am ehesten der Fall ist.
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Offline Skirtedman

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Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Antwort #77 am: Gestern um 20:06 »
Ich versprach Zwischenergebnisse. Hier im Beitrag wird gleich ein Teil des aktuellen Zwischenergebnisses genannt.

Natürlich kann die Analyse der Ergebnisse Fragen aufwerfen. Z.B. welche Lebenssituation führte dazu, dass der betreffende Satz zutrifft?

Denn es gibt eine Reihe unterschiedlicher Konstellationen, die dazu führen können, dass die ein und dieselbe Antwort zutrifft. Wer Beispiele von mir braucht: bitte nachfragen.

Jede Antwortmöglichkeit wirft neue Fragen auf. Das war mir von Anfang an bewusst. Und so manches wäre spannend, weiter zu hinterfragen, sicherlich.

Eine der sechs Antwortmöglichkeiten hat mich dann aber doch ziemlich überrascht:
Satz 1: "Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen, und mir ist es egal, was andere Leute von mir denken, eingeschlossen meine Kinder, meine Eltern, meine Partnerin"

Denn fast ein Fünftel der Teilnehmer wählte bis dato diesen Satz. Ich sprach es schon mal an, will aber hier mal erklären, was mich daran so erstaunt.

Jeder Leser im Forum kennt die gelegentliche Aussage hier im Forum: "Ist mir doch egal, was die Leute von mir/über mich denken!"
Diese Aussage wird mit Sicherheit selten voll umfänglich ohne Nebenbedingungen zutreffen. Ich denke, es wird kaum Menschen geben, denen es wirklich in allen Belangen egal ist, was andere Leute von einem denken. Und was die Leute so denken, wird auch oft herumerzählt. Ist es wirklich in allen Belangen einem egal, was die Leute von einem denken und über einen erzählen? Kann ich mir nicht vorstellen.

Insofern wird diese Aussage, wenn sie hier im Forum fällt, überwiegend im Zusammenhang mit dem Rocktragen stehen. Und da wird in erster Linie gemeint sein: "Ist mir doch egal, wenn die Leute mich für queer, divers, trans, LGBTQ+ oder sonst sowas oder sogar für 'normal' halten."
Ich glaube, in diesem Punkt wird mir die Forumsgemeinde überwiegend zustimmen, dass die kurze Aussage oben eigentlich die lange Aussage von hier meint.

Soweit, so gut!

Ich bin aber deswegen so überrascht, dass etliche Abstimmer Satz 1 gewählt haben, weil es nicht nur um "die Leute" geht, sondern weil mein Satz explizit auch enge Familienmitglieder mit einschließt. Also Mama, Papa, Kind 1, Kind 2 ... und die Partnerin.

Mir fällt es sehr schwer zu glauben, dass einem wirklich egal sein kann, was die eben genannten engen Personen über einen denken. Ja, ich kann mir jedoch in der Tat vorstellen, dass es Familienkonstellationen gibt, wo man sich seit Jahren nicht mehr anguckt, nicht mehr redet, wo sowieso alles zerrüttet ist - ohne Vorwurf -, oder sowieso keine Kinder da und keine Eltern mehr da sind und man sich mit der Partnerin sowieso gerade in Trennung befindet.

Dass knapp ein Viertel unserer Teilnehmer diese Aussage 1 als für sich zutreffend gewählt haben, verwundert mich eben.

Und ich frage mich, wer kann Satz 1 für sich wählen?
Also die Fälle von eben aus dem längeren Absatz obendrüber.
Vielleicht auch, weil man aus Neugier irgendetwas anklicken musste, um an die Ergebnisse der Umfrage zu gelangen?
Vielleicht, weil man den Satz in seiner vollen Bedeutung nicht erkannt hat?
Vielleicht, weil man den Satz anders aufgefasst hat, wie er gemeint war?





Wie ich mir Satz 1 nochmal angeschaut habe (gerade auch mit der Verknüpfung in der Aufzählung, die ja nur aus Kommas besteht), so ist mir aufgefallen, dass man diesen Satz tatsächlich auch auf eine andere Weise noch auffassen kann, wie er allerdings überhaupt nicht gemeint ist:

"Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen, und mir ist es egal, was andere Leute von mir denken, eingeschlossen meine Kinder, meine Eltern, meine Partnerin"

Mir ist es egal, was andere Leute von mir denken.
Allen meinen Kindern ist es egal, was andere Leute von mir denken.
Allen meinen Elternteilern ist es egal, was andere Leute von mir denken.
Meiner Partnerin ist es egal, was andere Leute von mir denken.

Ooops! So war das nicht gemeint!
Diese Art, den Satz aufzufassen, entstellt komplett den Sinn, wie er gemeint war.
Wenn der Satz so aufgefasst wird, kann ich mir vorstellen, dass er häufiger zutreffen wird.

Mein Satz war so gemeint:
Mir ist es egal, was die anderen Menschen von mir denken,
und mir ist es auch egal, was meine Kinder und meine Eltern und meine Partnerin von mir denken.


Vielleicht hätte ich den Satz anders bauen sollen, wie es eigentlich grammatikalisch besser wäre:
"Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen, und mir ist es egal, was andere Leute, eingeschlossen meine Kinder und meine Eltern und meine Partnerin, von mir denken., eingeschlossen meine Kinder, meine Eltern, meine Partnerin"

Gerade in letzter Zeit weiche ich von dieser grammatikalisch zutreffenderen Satzstruktur ab, vor allem, wenn die Erläuterung, was mit dem einen Wort gemeint ist, komplexer ist. Das setze ich immer mal wieder bewusst ein, um die Satzaussage lesbarer zu machen, weil die Erläuterung den Rest des Hauptsatzes so weit weg von seinem Anfang schiebt oder weil zu viele Kommas die Erfassung des Satzes erschweren. Bei meinem Satz 1 verwendete ich auch dieses Stilmittel. Aber ohne zu ahnen, dass man dadurch diesem Satz eine völlig andere Bedeutung geben kann, die ich nicht meinte.

Sprache ist ein wunderbares Werkzeug.
Sprache hat aber auch so seine Tücken.
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Offline high4all

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Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Antwort #78 am: Gestern um 22:11 »
Sprache ist ein wunderbares Werkzeug.
Sprache hat aber auch so seine Tücken.
Das hast Du uns in Deinen Beiträgen dieser Umfrage in wahrhaft atemberaubender Deutlichkeit vor Augen geführt. 8)

Die Sprache hat wirklich ihre Tücken. ::)

Eine gute Nachricht für Dich und besonders für mich:
In wenigen Tagen wirst Du es auf den zweiten Platz der "ewigen" Rangliste der persönlichen Beitragszahlen des Forum geschafft haben.  :)

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Offline Skirtedman

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Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Antwort #79 am: Gestern um 22:28 »
 ;D ;D ;D

Ich weiß,
darauf arbeitest Du schon seit Jahren hin...  ;D ;D ;D ;D
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Offline Lars

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Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Antwort #80 am: Gestern um 23:31 »
In wenigen Tagen wirst Du es auf den zweiten Platz der "ewigen" Rangliste der persönlichen Beitragszahlen des Forum geschafft haben.  :)

Schade, daß es keine Statistik über die Wort-Anzahl gibt, die jedes einzelne Mitglied geschrieben hat.
Da wäre Wolfgang auf Platz 1, noch weit vor MAS, der ja unter seinen 29.000 Beiträgen sehr viele mit nur zwei oder drei Worten hat ...
Was machen Verschwörungstheoretiker?
Die Nachrichten ein paar Jahre eher liefern als das Fernsehen.


 

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