Startbeitrag der Umfrage. Offensichtlich lag ich falsch mit meiner Einschätzung:
Hallo,
zu dieser Umfrage bedarf es eigentlich gar keiner weiteren Erklärung.
Besonders vom Anfang und Mittelteil der anschließenden Diskussion sah ich mich, bzw. die Umfrage,
angefeindet, ich/sie sei tendenziös und queer- bzw. LGBTQ+-feindlich gesonnen.
Mehrmals hab ich dem widersprochen. Genutzt hat es wenig.
Nach und nach hab ich mich beschäftigt mit den 6 Sätzen zur Auswahl.
Schnell hab ich entdeckt, dass es ein paar Lücken gibt. Entdeckt hab ich auch, dass gar nicht alle User ich erreichen möchte: Frauen z.B. machen keinen Sinn, mitzustimmen. Oder User mit einem männlichen Partner werden hier auch nicht abgeholt - sind auch tatsächlich nicht wirklich mitgemeint, jedenfalls bei 5 der 6 Sätze, dort explizit.
"Queer" und "LGBTQ+" stehen für non-binäre oder non-hetero-orientierte Lebensformen und noch ein bisschen mehr. Für mich vielleicht als Platzhalter für noch andere denkbare Ausdrücke. Für manche Befragte vielleicht nicht für das, als was sie sich sehen. Für andere Befragte für das, was sie definitiv nicht beschreibt. Kommt ja alles vor. Ich als Verfasser der Umfrage, sehe mich auch nicht in diesem "Spektrum". Für mich ist "queer" und "LGBTQ+" vielleicht mehr ein Komplex, ein Sammelsurium. Für Menschen, die sich von den zwei Begriffen mitgemeint fühlen, kann es sein, dass sie ggf. "LGBTQ+" mehr als eine Szene sehen, der sie jedoch sich nicht zurechnen, aber von mir - vielleicht zurecht - mitgemeint fühlen. Also: das ist alles gar nicht so einfach. Dennoch sehe ich es als "Außenstehender" mehr als symbolischen Komplex, der eigentlich alles beschreibt, was weder eine "richtige Frau" meint noch einen "richtigen Mann", wobei das "richtig" sehr dehnbar ist und nicht auf "toxische Weiblichkeit" bzw. "toxische Männlichkeit" behaart.
Aber alleine "normale" Frauen oder Männer zu beschreiben, fällt schon sehr schwer. Deswegen ist die Abgrenzung dazu relativ anschaulich, wenn man - jedenfalls von der Aussensicht - im Gegensatz dazu "queer" und "LGBTQ+" z.B. als begreifbare Bezeichnung verwendet, um auszudrücken, was man gerade meint, oder was man gerade nicht meint.
Puh! Die letzten zwei Absätze wollte ich eigentlich gar nicht in diesen Beitrag schreiben. Das macht aber deutlich, wie komplex solch eine Betrachtung sein kann, vor allem, wenn man vermeiden möchte, jemandem unbeabsichtigt weh zu tun.
Was ich in diesem Beitrag schreiben wollte, entwickele ich nach diesem Vorwort (Wort zum Sonntag

) nun anschließend:
#Meine Umfrage
Meine Umfrage ist nicht queer- oder LGBTQ+-feindlich ("L+"-feindlich).
Das sieht man schon alleine daran, dass 4 von 6 Antwortsätzen eine ausdrückliche "L+"-Freundlichkeit
aufweisen.
Zwei Antwortsätze drücken einen gewissen Vorbehalt gegen "L+" aus.
Macht 4:2 für "L+"-Freundlichkeit meiner Umfrage!Einer der zwei potenziell "unfreundlichen" Sätze (Satz 3) sagt lediglich aus, dass "L+" nicht hilfreich ist, den eigenen Rockwunsch seinen engsten Menschen zu erklären oder ihn uneingeschränkt umzusetzen.
Der andere Satz (Satz 5 - den hatte ich in den Beiträgen zuvor bereits etwas im Fokus) habe ich schon recht früh in dieser Diskussion für jenen Satz eingeräumt, der in der Lage ist, aus Sicht von "L+"-Angehörigen als "L+"-feindlich aufgefasst zu werden. Die Aussage dieses Satzes ist in der Lage interpretiert zu werden, als würde er "L+" in eine Schmuddelecke stellen. Und ja, Menschen, für die "L+" eher etwas peinliches ist, können sich von diesem Satz angesprochen fühlen (sollten die restlichen Bedingungen des Satzes auf sie zutreffen).
Ich halte es für legitim, solchen Menschen eine Option in einer Umfrage einzuräumen.
Aber: es gibt ja noch viel mehr Möglichkeiten, die den Satz 5 zutreffend machen können - die familiäre Bedingungen habe ich ja
schon mal eingehend beleuchtet. Für jemanden, für den es wichtig ist, nicht für "L+" gehalten zu werden, muss aber nicht zwingend zutreffen, "L+"-Menschen und die Szene und alles abzulehnen. Für diesen jemanden ist es eben nur wichtig, nicht als Angehöriger von "L+" aufgefasst zu werden.
Mein übertragenes Beispiel wiederhole ich hier:
Ich habe nichts gegen Frauen (nein, ich mag einige sogar sehr). Aber ich möchte trotzdem nicht für eine Frau gehalten werden.
Tausche 'Frau' gegen 'L+' aus!
Und die beiden Aussagen sind nicht frauenfeindlich oder "L+"-feindlich. Selbst wenn meine Klammer da nicht mit im Spiel sein sollte.
Also, auch wenn man das auf den ersten Blick so auffassen kann, hat mein Umfrage-Satz 5 nicht zwingend etwas "L+"-feindliches.
Und ich wiederhole nochmals den
Satz 5:
"
Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen, und ich muss keine Rücksicht auf Kinder, Eltern, Partnerin nehmen, aber ich möchte trotzdem nicht mit "queer" und LGBTQ+ verwechselt werden"
Vor dieser Analyse von Satz 5 lag die "L+"-Freundlichkeit meiner Umfrage bei:
4:2 für "L+"-FreundlichkeitBetrachtet man Satz 5, so würde ich nun eine grobe 50:50-Gewichtung beimessen, also komme ich nun auf:
4,5:1,5 für die "L+"-Freundlichkeit.
Dürfen wir aber hier nicht vergessen, dass Satz 3 - aber das hatte ich schon ausführlich dargelegt - ja nahezu keine "L+"-Unfreundlichkeit ausdrücken muss, um trotzdem auf Lebenssituationen zuzutreffen. Freilich bleibt ein Beigeschmack, dass da irgendwo eine "L+"-Ablehnung durchschimmert - wenn man sich die Satzaussage genau durch den Kopf gehen lässt, so kann es sein, dass diese Ablehnung ggf. bei irgendwelchen Bekannten, entfernten Verwandten, den Nachbarn, dem Bankberater, einem Chef oder bei dahergelaufenen unbekannten Menschen auf der Straße liegen kann, aber nicht zwingend bei der Partnerin, bei den Eltern, bei den Kindern, auch nicht beim Rockträger (vergleiche
den Gedanken dort oder
hier).
Und auch nicht beim Umfragen-Ersteller. Eigentlich kann das "Gegentor", also der 1-Zähler gegen die "L+"-Freundlichkeit, den Satz 3 beigesteuert hat, quasi vollständig wieder abgezogen werden.
Dann lägen wir bei 5,5:0,5 für die "L+"-Freundlichkeit dieser Umfrage. Aber gewiss, beinhaltet Satz 3 eine Ablehnung. Und zwar eine Ablehnung, die "L+" eben im alltäglichen Leben spüren. Gegen die "L+" im Eigeninteresse angeht, für die "L+" versucht einzustehen. Eine Ablehnung, die eben präsent ist und nicht wegzudiskutieren ist. Ja, diese diffuse, aber vorhandene Ablehnung (und manchmal ist sie ja gar nicht so diffus) schlägt sich nieder im Satz 3, darum ziehen wir für Satz 3 nicht den ganzen Zähler ab, sondern analog zu Satz 5 eben 50:50, also 0,5.
Und somit stehen wir bei der Einschätzung der Umfrage bei dieser Gewichtung:
Meine Umfrage ist 1:5 "L+"-feindlich.
Meine Umfrage ist 5:1 "L+"-freundlich.Das war das Wort zum Sonntag.
Einen ebensolchen schönen wünsche ich Euch.
P.S.: Achja:
Ich freue mich, dass "L+" sichtbar ist.
Und ich freue mich, dass Männer im Rock auch außerhalb von "L+" sichtbar sind.
Beides zu stärken, ist doch das schönste Ziel, was man sich in unserem Bereich so wünschen kann. Für alle Beteiligte.
Und auch für die, die im Moment noch weder "L+" mögen noch Männer in Röcken ohne "L+", auch die werden den Mehrwert noch erkennen.