Das mit den Hemden verstehe ich zwar nicht, aber wenn es Dir gefällt ist doch super.
Ja, für Frauen sind es fast immer die zwei Punkte, die Problematisch sind.
1. was sollen die Leute denken bzw. Was werden die Leute (hinter unserem Rücken) sagen!
2. ist er in Wahrheit „schwul“ und gar nicht an mir interessiert?
Zu 1. hilft nur die Erfahrung, dass es niemanden interessiert, was Du trägst (ob Rock oder Hose, hohe Absätze oder flache, oder halt die Knöpfe hinten).
Zu 2. hilft nur immer wieder klar zu machen, dass Dein Interesse an Ihr (und an Frauen) nichts damit zu tun hat, was Du gerne anziehst oder als welches Geschlecht Du Dich selbst wahrnimmst.
Rational absolut korrekt. Aber Ängsten kann man mit Fakten allein nicht beikommen. Das gesamte Paket einschließlich Sicherheitsgefühl und Vertrauen muss bis ins Detail stimmen. Gerade bei Frauen, die auch kleinste Feinheiten merken und darüber sinnieren, was nicht zusammenpasst und vor allem warum. dazu kommt eben, dass manche Ängste so diffus und unbewusst sind, dass man sie mit Fakten und Diskussionen nicht erkennen und beseitigen kann.
Bevor ich noch näher auf die Ausführungen von Slothorpe eingehe, beziehe ich mich noch auf die diffusen Ängste.
Ja, richtig, doppelrock, in Diskussionen und mit Fakten sind diffusen Ängsten oft nicht beizukommen. Vor allem dann nicht, wenn man mit alternativen Fakten die diffusen Ängste weiter schürt, nicht zuletzt um Profit aus diesen Ängsten zu schlagen. Mit diesem Thema kennst Du Dich ja bestens aus.
Bezogen auf unser vorliegendes Thema sind nun primär solche manipulativen alternativen Fakten nicht am Wirken, wobei man das bestimmt noch näher analysieren könnte. Die diffusen Ängste, die Du ansprichst sehe ich nun primär eben im eigenen Umfeld verbreitet, mit dabei, wie angesprochen, die eigene Partnerin. Ja, diese Ängste sind da, die Slothorpe gut auf zwei Punkte zusammengefasst hat.
Dabei ist zu beachten, dass diese Ängste der betroffene Rockmann erst einmal für sich selber ausräumen muss, ehe er eine Chance hat, sie bei seiner Partnerin zu reduzieren.
Ich darf dabei noch einmal an meine neuliche, noch laufende Umfrage erinnern ("
Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen, und ..."), aus der ich bei den bisherigen Teilnehmern u.a. folgende Aussage herauslese:
Mindestens 46 Prozent der Teilnehmer sagen, dass ihnen wichtig ist, was das enge Umfeld über sie denkt
('enges Umfeld' war hier mit Kindern, Eltern, Partnerin gemeint).
(Eventuell sind 54 % der Teilnehmer ältere Single ohne Kinder und ohne noch lebenden Eltern)
Es ist für viele Männer mit Rockambitionen also wichtiger Lebensbestandteil, dass die Partnerin eine Meinung dazu hat und welche.
Und Slothorpe hat das ja auch auf die wichtigsten zwei Punkte zusammengefasst:
Ja, für Frauen sind es fast immer die zwei Punkte, die Problematisch sind.
1. was sollen die Leute denken bzw. Was werden die Leute (hinter unserem Rücken) sagen!
2. ist er in Wahrheit „schwul“ und gar nicht an mir interessiert?
Handlungsanweisungen, die zwei problematischen Punkte zu zerstreuen, hat Slothorpe ja schon gegeben (siehe oberstes Zitat).
Ein wichtiger Unterpunkt dabei aber ist, wenn Punkt 2 der Partnerin klar geworden ist, dass diese Ängste unbegründet sind, so hat man die Partnerin aber noch lange nicht soweit überzeugt, dass "die Leute" (aus Punkt 1) das ebenso wissen werden.
Das Zusammenspiel von Punkt 2 und Punkt 1 bleibt also immer noch problematisch, selbst wenn die Partnerin bereits vollends überzeugt ist, dass sich ihr Rockmann noch immer ungebrochen für sie interessiert.
"Die Leute werden aber nicht denken, dass Du Dich ungebrochen weiterhin für mich interessierst. Die Leute werden denken, Du wirst Dich von mir abwenden. Und die Leute werden Mitleid mit mir haben, dass mein Mann mir das antut. Ja, die Leute werden mich nicht mehr für eine interessante und attraktive Frau halten, sie werden an meiner eigenen Weiblichkeit zweifeln."
All das schürt diese subtilen Ängste, wo eine ganz gehörige Portion Selbstbewusstsein nötig ist bei der Partnerin, diese Ängste zu überwinden.
Ich glaube, das ist der ganz wesentliche entscheidende Punkt, weshalb sich Männer nicht mehr zu Röcken trauen bzw. Unterstützung durch die eigene Partnerin dafür finden.
Und das gleiche in einer vielleicht weniger intensiven Form liegt ja auch bei den eigenen Kindern, den Eltern vor, aber auch im weiteren persönlichen Umfeld. Dort muss man deren Selbstbewusstsein ja auch erst einmal aufbauen, mit diesen subtilen Ängsten umgehen zu können.