Danke, Micha, das ist schon gut und richtig dargestellt.
Ergänzend vielleicht noch:
In der alt-katholischen Kirche ist Synodalität wichtig, d.h. alle Entscheidungen sind an demokratisch gewählte Gremien gebunden, kein Bischof oder Pfarrer kann einfach alleine entscheiden (und einen Papst gibt es ja nicht).
Während die römisch-katholische Kirche in vielen Fragen starr und unbeweglich ist, weil Papst und Bischöfe Vieles nicht zulassen wollen, hat die alt-katholische Kirche seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert viele Veränderungen vorgenommen, so dass in ihr heute Frauen in allen Fragen gleichberechtigt sind, queere Lebensentwürfe wertgeschätzt werden und generell allen Gläubigen eine große Freiheit zugestanden wird. Der Name "alt-katholisch" kommt daher, dass sie die Änderungen der römischen Kirche im 19. Jahrhundert (d.h. die neuen Vollmachten des Papstes in allen Fragen) nicht mitgehen wollten. Aber seither ist es die "alt-katholische" Kirche, die offen für Neues ist, im Gegensatz zur römischen Kirche.
Bei aller inhaltlichen Attraktivität ist die alt-katholische Kirche aber eine Minderheitenkirche geblieben, mit wenigen Mitgliedern und weit gestreuten Gemeinden im Vergleich zu den beiden großen Kirchen in Deutschland (römisch-katholisch und evangelisch).
Ich selbst bin schon immer Mitglied der römisch-katholischen Kirche gewesen und dort auch aktiv, auch in Leitungsgremien. Der alt-katholischen Kirche bin ich aber sehr verbunden, und die Gemeinde in Aachen, wo ich regelmäßig bin, betrachtet mich da als zugehörig, auch wenn ich formal kein alt-katholisches Kirchenmitglied bin.