Nun, Deine Antwort "Ich auch" hätte in einem anderen Kontext durchaus auch noch vielschichtiger gedeutet werden können.
Ein ganz unbedarfter Hosenmann hätte früher vermutlich mit "Ich auch" gemeint, dass er umgekehrt ebenso mag, was die Dame anhat. Eine aufmerksame Dame hätte dann kurz innerlich zusammengezuckt und vermutlich gutmütig diese Worte ebenso gedeutet, aber für einen kurzen Moment auch geschwankt, ob da nicht noch etwas anderes gemeint sein könnte, etwas anzüglicheres, ja auszüglicheres.
Und im Umfeld von Brüderles "Dirndl ausfüllen", sozusagen einem noch recht harmlosen Vorläufer von #MeToo, wäre von Damen das "Ich auch" vermutlich in dieser anzüglichen, ja übergriffigen Bedeutung ausgelegt worden.
Wie gut, dass schöne Kleidung und Wohlfühlen nun auch immer mehr denkbar ist, den Männern zuzugestehen. Und genau so in diesem Kontext ist eben Eure kurze Konversation zu deuten.
Offensichtlich war den empathischen Antennen Deiner Gesprächsdame nicht entgangen, dass Du Dich in dieser Kleidung sauwohl gefühlt hast. Sowas strahlt man irgendwann nämlich einfach aus.
Drum kenne ich auch solche kurzen Begegnungen, die verbal das ausdrücken, was nonverbal ohnehin schon in der Luft liegt.
Menschen, die sich wohlfühlen, strahlen eben mehr sympathische Wellen aus. 'Sympathische Wellen' bedeutet erhöhte Harmonie unter Menschen, die notwendigerweise alle voneinander verschieden sind. Aber diese Sympathien erzeugen ein "Kraftfeld" des Vertrauens, der Verbundenheit, der Offenheit.
Es ist eine menschliche Wohltat, wenn man Kleidung trägt, die man schön findet und in der man sich wohlfühlt!